Zitat von legolas
sehe ich nicht so - mir ist es irgendwie nicht egal das jemand an mir rumschnibbelt, auch wenn ich tot bin.
Moin legolas!
Das ist deine Ansicht über dieses Thema, und natürlich akzeptiere ich diese. Hier im Freundeskreis habe wir sehr viele Menschen, gerade durch nicht selbstverschuldete Motorradunfälle ihr Leben verloren. Und die meisten Opfer hatten keinen Organspendeausweis bei sich. Entweder aus Unwissenheit, oder vielleicht auch aus dieser Angst heraus, die Du sehr berechtigt als "rumschnibbelt" beschrieben hast.
Dir ist sicher bekannt, daß es z.B. Menschen gibt, die eine Niere für einen Freund, oder auch für einen Familienangehörigen spenden, um den schwerkranken Menschen am Leben zu erhalten.
Ich selbst bin nicht getauft, nicht gläubig, ich glaube auch nicht an das "Jenseits", oder ein Leben nach dem Tod. Was bleiben wird, das sind vielleicht Gedanken, Erinnerungen, das, was wir als Mensch vor dem eigenen Tod einmal dargestellt haben, das, was die uns nahen Menschen erinnern...
Und das ist sehr sicher nicht der eigene Körper aus Fleisch und Blut, das sind ganz sicher Worte, Eindrücke, eine Umarmung, ein Kuss. Nicht was man nach dem Tod mehr "fassen" kann, wenn der Mensch klinisch tot ist, dann ist er nur noch ein Kadaver.
So sehr hart sich das anhören mag; man kann diesen Kadaver teilweise noch "verwerten", um einem anderen Menschen das Leben zu retten, oder auch, um einem anderen Menschen weitere Lebensjahre zu schenken.
Ich habe damit wirklich keinerlei Problem, mein bester Kumpel Gerd, gestorben und eingeäschert im Juli 2008, Gerd ist immer noch neben mir, an jedem Tag, in jedem Augenblick. Sein Körper ist nicht mehr, aber für mich "ist" Gerd immer neben mir, und das erfüllt mich mit einer sehr tiefen Zufriedenheit, dafür bin ich dankbar.
Gruß
Michel