Zitat von Dency Es geht mir darum, das der hund eigentlich erkennen müsste, dass ich ihr nichts böses will und nichts machen würde, was ihr schadet.
*grübel*wie erklärt man dir das. nehmen wir das beispiel staubsauger. meine tiere wissen dass der staubsauger ihnen nichts tut, dass er ihnen nicht böses will und trotzdem mögen sie ihn nicht. zumindest geht DER MENSCH davon aus, dass die tiere WISSEN dass der staubsauger ihnen nichts böses will. WISSEN kann der MENSCH hingegen NICHT was das tier wirklich "empfindet".
Du hast also Hunde, die sich zumindest nicht offensichtlich dagegen wehren wenn du sie fest knuddelst. Vllt lecken sie dir dabei das gesicht und wedeln mit dem schwänzchen. dann kannst du als mensch davon ausgehen dass sie es mögen. du kannst davon ausgehen. wissen kannst du es nicht.
mal als vergleich. meine tiere lecken uns halter wahnsinnig gern ab. nicht jeden, sondern hauptsächlich genau uns beide, genau die menschen mit denen sie groß geworden sind. der mensch findets toll und vermutet, weil die tiere sich auch gegenseitig ablecken, dass sie damit dem menschen ihre "zuneigung" ausdrücken wollen.
springen wir mal um zu kleinen kindern. ein kleines kind hat gelernt, dass die mutter ganz verzückt und liebevoll reagiert, wenn es mit der rassel rasselt. und dann gibt es situationen, da wird das kind (zu recht) ausgeschimpft. dann gibt es verschiedene varianten wie das kind darauf reagiert. viele fangen an zu brüllen, andere hingegen nehmen dann die rassel um das zu machen was der mutter immer so gefällt: nämlich rasseln.
du wirst sicher nicht die zusammenhänge gerade entdecken, ich versuch sie dir mal zu erklären.
meine tiere werden auch "erzogen". und wenn sie etwas falsch machen werden sie "bestraft". und oftmals habe ich beobachten können, dass sie genau in dem moment anfangen uns zu lecken. und ich als mensch, der ja eh auf subjektive interpretationen animalischen verhaltens angewiesen ist, interpertiere, dass sie dies dann nur tun, weil sie "wissen" dass wir das mögen und weil sie uns damit "beruhigen" wollen.
nun zurück zu deinem köter. natürlich ist es möglich und überaus wahrscheinlich, dass deine hunde sich wirklich daran erfreuen wenn du sie eng umschlungen knuddelst. genauso gut besteht die wahrscheinlichkeit, dass sie dir lecken und wedeln nur deswegen geben, weil sie wollen dass du wieder lieb zu ihnen wirst, weil sie das knuddeln im prinzip gar nicht als etwas "gutes" wahrnehmen.
wie auch immer. ich fand den vergleich von sehr gut eigentlich sehr gut. wenn du spazieren gehst, willst du auch nicht dass dir jeder einfach so um den hals fällt. oder um das wieder auf halter - hund zu übertragen:
ein kleines kind geht mit seinem vater spazieren. der vater ist bezugsperson nummer 1 für das kind, ähnlich wie das bei hunden und haltern ist. der vater würde vermutlich auch nicht zulassen dass irgendwelche dahergelaufenen menschen sein kind in den arm nehmen und eng knuddeln. das kind würde es btw vermutlich auch nicht wollen und es würde versuchen sich zu befreien. schreien, strampeln - sich wehren.
und ich denke, dass man dieses vater/kind prinzip, sehr gut auf halter/hund übertragen kann. und ich verstehe nicht, warum man seine kinder NICHT von jedem anfassen lassen würde, seinen hund soll aber jeder betatschen können wie er lustig ist.
ich hoffe du begreifst so in etwa worauf ich hinaus will.
es geht eben NICHT darum den hund zu vermenschlichen. zu vermenschlichen wäre in dem fall halter/hund eben, dass der halter vom hund menschliche züge erwartet. eben zB dass er wohlwollend engumschlungen geknuddelt wird. der halter mag es ja auch, also hat der hund es auch zu mögen.
es geht darum, dir anhand von parallelen zu deinem eigenen leben und der menschenwelt verhaltensweisen zu erklären. und glaub mir - so unterschiedlich sind menschen und tiere in ihrem verhalten nicht.
ich zumindest, halte meine tiere, wie ich meine eigene kinder "halten" würde (vorsicht, heruntergebrochene wortwahl). jedes nach seinen vorlieben, jedes nach seinem charakter. und das eine mag durchaus sachen die das andere nicht mag. und das habe ich als halter zu akzeptieren. wenn einer meiner söhne gern mit auto's spielt, und der andere nicht, macht es auch keinen sinn den zweiten dazu zu zwingen mit autos zu spielen. genauso wenig zwinge ich das tier, das nicht so gern stundenlang auf dem schoß rumsitzt, dazu stundenlang auf dem schoß rumzusitzen. es gibt wenige sachen die beide lernen müssen, unabhängig von ihren neigungen. das ist zum einen stubenreinheit und zum anderen das unterlassen des anknabbern von elektrischen kabeln. das wars dann aber auch. alles andere so, wie jedes der tiere will.