Dienstag 26.08.03
FUßBALL
Gas geben in der VW-Arena
Zwei Clubs, ein Ziel: Der FC Schalke 04 und der VfL Wolfsburg wollen nach Fußball-Europa durchstarten. Doch während für die "Königsblauen" nach dem 2:0- Hinspielsieg im zweiten UI-Pokal-Finale am Dienstag gegen den SV Pasching der Sprung in den UEFA-Cup pure Pflicht ist, muss der VfL kräftig um die Start-Berechtigung bangen. Nach dem 0:1 beim AC Perugia gilt es, einen Sieg mit zwei Toren Vorsprung herauszuschießen.
FORMEL 1
Was ist mit Schumi los?
Platz sieben beim Heimspiel in Hockenheim, nur Achter in Budapest, überrundet, gedemütigt: Was ist los mit Michael Schumacher? Seit Anfang des Jahres kommt der Weltmeister einfach nicht richtig in Gang - seit dem Großen Preis von Kanada hat er kein Rennen mehr angeführt. Hat er das Siegen verlernt? Oder an was liegt die Misere bei Ferrari sonst?
Pleiten, Pech und Pannen" - so kann Schumachers bisherige Saison umschrieben werden. Lediglich vier Siege konnte er in den bisherigen 13 Saisonläufen verbuchen, für einen Weltmeister enttäuschend. Neben vielen technischen Problemen macht der Kerpener zu allem Überfluss ungewöhnlich viele Fehler - verhängnisvolle Fehler:
Doch noch ist die Saison nicht vorüber und Schumacher noch nicht vom Thron gestoßen - aber der wackelt gewaltig. Trotz allem führt Michael Schumacher nach wie vor die WM an. Knapp, denkbar knapp ist sein Vorsprung vor Juan-Pablo Montoya und Kimi Räikkönen. Aber noch hat der amtierende Weltmeister drei Grand Prix Zeit, sich für Titel Nummer Sechs würdig zu erweisen...
Alonso wird gefeiert
Sogar die "Königlichen" und David Beckham hat Fernando Alonso in den Schatten gestellt. Mit seinem historischen Triumph beim Großen Preis von Ungarn in Budapest verdrängte der Formel-1-Pilot den ersten Pflichtspiel-Auftritt von Real Madrid mit seinem neuen Star im Supercup-Hinspiel auf Mallorca von den Titelseiten der großen spanischen Zeitungen.
Es sei zwar hart gewesen, Rennen am Fernsehen zu verfolgen, so Alonso. "Ich habe aber in dem Testjahr viele Dinge über das Auto und den Motor gelernt. Ich war danach ein besserer Rennfahrer."
TENNIS
Popp: Aus in Runde eins
Wimbledon ist weit weg, die Bestform von Alexander Popp auch: Knapp zwei Monate nach seiner Wiederauferstehung als Tennisprofi ist der Mannheimer bei den US Open gleich zum Auftakt sang- und klanglos gescheitert. Popp verlor am Montag in New York 2:6, 5:7, 3:6 gegen den Slowaken Karol Kucera und musste als erster von zwölf gestarteten deutschen Teilnehmern den Heimflug antreten.
LEICHTATHLETIK
Collins neuer Sprint-König
Kim Collins von den Karibikinseln St. Kitts & Nevis hat die erfolgshungrigen US-Boys brutal gestoppt. Der 27-Jährige krönte sich bei der WM in Paris mit 10,07 Sekunden überraschend zum neuen Sprint-König - die Amerikaner gingen erstmals seit 1995 völlig leer aus. Der neue Champion verwies im Finale Darrel Brown aus Trinidad und den zeitgleichen Briten Darren Campbell auf die weiteren Plätze.
Olympiasieger Greene humpelt von der Bahn
Um 19.50 Uhr war Maurice Greenes Traum vom historischen vierten 100-m-Titel in Serie geplatzt: Der 29 Jahre alte Amerikaner lief seinen Konkurrenten hinterher und humpelte dann im zweiten Halbfinale in 10,37 Sekunden nur als Achter ins Ziel. Sein "Masterplan", mit nur fünf Saisonrennen zum WM-Höhepunkt in Paris topfit zu sein, ist gescheitert. "Mein Muskel hat peng gemacht, und dann wurden die Schmerzen immer stärker", jammerte der Olympiasieger. Damit ist die bestmögliche US-Sprintstaffel schon gesprengt: Greene kann nicht, und Jon Drummond droht nach seinem "Liegestreik" der WM-Rauswurf.
Nowitzki: Kein Bänderriss
Deutschlands Basketball-Superstar Dirk Nowitzki kann weiter von Olympia träumen und der Deutsche Basketball Bund (DBB) aufatmen. Die Verletzung, die sich der 25- jährige NBA-Profi von den Dallas Mavericks in der 13. Minute des mit 68:76 gegen Frankreich verlorenen Supercup-Finales in Braunschweig zugezogen hatte, erwies sich "nur" als leichte Bänderdehnung im linken Sprunggelenk.
BOXEN
Klitschko will in den Ring
Ex-Weltmeister Wladimir Klitschko ist bereit zu neuen Großtaten. Der Schwergewichtler aus der Ukraine fühlt sich für seine Rückkehr in den Boxring bei der "Nacht der Giganten" in München gegen den Argentinier Fabio Moli gut gerüstet. "Es geht um alles oder nichts. Ich bin ganz ungeduldig und warte wie auf eine Geburtstags-Party", sagte der 27-Jährige auf einer Pressekonferenz in Ebersberg bei München.
Für Klitschko ist der Fight gegen Moli der erste seit seiner WM- Niederlage gegen den Südafrikaner Corrie Sanders im März in Hannover. Der völlig unerwartete Verlust des WM-Titels hat die sportlichen Zukunfts-Aussichten des Modell-Athleten in Frage gestellt. Klitschko hielt sich wohl auch deshalb mit vollmundigen Aussagen über den Ausgang des nächsten Kampfes zurück. "Ich gebe mein Bestes. Das ist die einzige Prognose, die ich abgebe", meinte der Olympiasieger von 1996 vor seinem 43. Profi-Fight (41 Siege).
KAMPFSPORT
Judo - Universiade in Daegu/Südkorea
In der Zeit vom 21. bis 31. August findet im südkoreanischen Daegu die 22. Universiade, das absolute Highlight der studentischen Spitzensportlerinnen und -sportler, statt.
Der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh) schickt bei den Judo-Wettkämpfen, die vom 26. bis 29. August ausgetragen werden, fünf Judoka auf die Matte. Vertreten sind Ole Bischof (Uni Köln), Veramaria König (Uni Heidelberg), Severine Pesch (Uni Hannover), Tobias Pfeil (Uni Köln) und Roman Schulze (Uni Leipzig).
15. Taekwondo Militär-Weltmeisterschaft
Bericht aus Kampfrichterperspektive
Relativ kurzfristig, ca. 3 Wochen vor Beginn der Meisterschaft, erhielt ich die Anfrage zur Teilnahmemöglichkeit. Dank meines flexiblen Arbeitgebers konnte ich meine Zusage geben, persönlich wäre mir eine rechtzeitigere Anfrage jedoch wesentlich lieber gewesen.
Die Ausrüstung mit T-Shirts, Trainingsanzügen und Sportschuhen verlief problemlos, die Ware war von hoher Qualität. Beim 1. Zusammentreffen des kompletten Teams sollte jeder Teilnehmer seine Ziele für dieses Turnier definieren, ein interessanter Ansatz zur Leistungsoptimierung. Die Stimmung im Team kann ich für die Gesamtdauer als hervorragend bezeichnen und schließt die Teamführung komplett mit ein, Null Vorbehalte gegen mich als Zivilisten sondern totale Integration ohne Verlust des Sonderstatus.
Als Kampfrichter vor Ort in Zagreb:
Einen Tag vor Wettkampfbeginn sollte morgens das 1. Briefing aller Kampfrichter sein. Hier hatte ich mir eine Angleichung der Auslegung der Wettkampfregeln gewünscht, kamen die Kampfrichter doch auch Afrika, Asien, Amerika und Europa.
Hier wurde ich erstmals bitter enttäuscht, lediglich die Erstellung einer Namensliste sowie die Frage nach der Bezahlung wurden in diesem Meeting angesprochen, Regelkenntnis müßte wohl vorhanden sein. Mit einigen Kampfrichtern, denen ich das Fragezeichen im Gesicht genau ansehen konnte, klärten und besprachen wir dann zumindest in diesem kleinen Kreis einige strittige Auslegungen.
Nachmittags erfuhr ich dann von meiner Berufung ins Protestkommittee für diese WM, gewählt von den „Chiefs of Mission“.
Das Turnier begann relativ pünktlich, jedoch wies das eingesetzte Drückersystem einige gravierende Mängel aus: bei bestimmten Drückkonstellationen erschienen z.B. statt des geforderten 1 Punkt rot dann 3 x rot und 2 x blau. Diese Ergebnisse dann korrigieren bzw. erst einmal zu erkennen, überforderte einige Kampfrichter erheblich. Der Unmut einiger Coaches durchaus verständlich, seitens der Wettkampfleitung wurde nichts unternommen.
Nach Beendigung des 1. Wettkampftages konnte ich mit dem Vorsitzenden des PTC, Herrn General Martineau aus Kanada, dieses und auch einige andere mir aufgefallene Ungereimtheiten in der WO-Auslegung besprechen. Mit großem Interesse wurden die Anregungen aufgenommen und von ihm vor dem Beginn des 2. Wettkampftages den Kampfrichtern dann unterbreitet.
Die Ergebnisse der Meisterschaft können im Großen und Ganzen korrekt bezeichnet werden, jedoch kam es in Grenzfällen durchaus zu Fehlurteilen.
Fazit: Gerade bei einer Meisterschaft mit Kampfrichtern unterschiedlichster Herkunft und Ausbildung ist eine Niveauangleichung vor Beginn unerläßlich, ebenso eine Nachbereitung der täglichen Problemfälle. Der Einsatz fehlerhafter Drückersysteme ist jedoch unverzeihlich.