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Red Bull Salzburg - Albtraum eines jeden Fussballfans

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Trip Fontaine
Alt 28.07.2005, 09:11   #1
Standard Red Bull Salzburg - Albtraum eines jeden Fussballfans

Viele werden es sicherlich schon mitbekommen haben, aber ich wollte hier auch mal einen Thread eröffnen.
In Österreich hat eine Entwicklung stattgefunden, die für einen jeden deutschen Fussballfan die Dystopie schlechthin darstellt: Der eigene Verein, in dem man bestenfalls Mitglied ist, wird aufgekauft und danach schrittweise prostituiert.

An dieser Stelle lasse ich die betroffenen Fans des "ehemaligen Vereins", die mittlerweile nur noch als "Kunden" wahr genommen werden, am besten selber sprechen:
Für eine Austria Salzburg in Violett-Weiß

Wie alles begann: ein Milliardär und sein Unternehmen, die beide bisher Fußball als reinen Proletensport betrachteten und daher auch nie Interesse daran gezeigt haben, kaufen Rudi Quehenberger den Klub Austria Salzburg ab. über den Gesinnungswandel war man überrascht, erfuhr aber, dass es wohl mit der vor uns liegenden Europa- und Weltmeisterschaft in der Gegend zusammenhängt. So weit so gut, und im ersten Augenblick dachte man allgemein an eine win-win Situation: mit Red Bull Geldern würde es mit der Austria wieder aufwärts gehen, und Red Bull könnte mit Austria Salzburg neue Kundenkreise erschließen. So wie es überall läuft im Fußball.

Als aber langsam klar wurde, dass die neuen Eigentümer die totale Auslöschung des bisherigen Traditionsvereins Austria Salzburg betreiben, wurde von Seiten der Fans klargemacht, dass gewisse Schmerzgrenzen nicht überwunden werden dürfen. In einigen Reden und Interviews wurde das ganze offiziell auch irgendwie verstanden, da wurde von "Tradition ist uns wichtig" geplappert und von "die Austria bleibt die Austria"... um hinter den Kulissen weiter ganz eisern die Vernichtung der Salzburger Austria zu betreiben. Die Marke ist alles, es zählt nur Red Bull. Dass angesichts dieser Tatsachen immer noch manche Fans behaupten, in diesem neuen Werkskonstrukt irgendwie ja doch "die Austria" zu erkennen, ist der wohl kurioseste Aspekt der ganzen traurigen Geschichte.

In der Gewissheit, dass es der Masse an Fußballinteressierten mehr oder weniger egal ist, in welchen Farben in Salzburg gekickt wird, wurde eiskalt über die Anliegen der treusten Fans drübergefahren. Gerade über die Anliegen jener Fans, die auch im Abstiegskampf den Verein in die entlegensten Winkel dieses Landes begleitet haben. Für diese wahren Fans geht es nämlich nicht darum, alle paar Wochen mal einen Superstar in Salzburg kicken zu sehen, sondern um die Unterstützung von AUSTRIA SALZBURG, Woche für Woche, daheim wie auswärts, egal ob als Meister oder Absteiger. Aber Fans, die den Verein in guten und schlechten Zeiten unterstützen, sind im neuen Marketingkonzept scheinbar ohnehin nicht gefragt – mit dem zu erwartenden Erfolg werden neue „Kunden“ (O-Ton offizielle homepage!!!) geworben, und sportlicher Misserfolg ist ohnehin undenkbar.

Da wir in letzter Zeit auch immer wieder Zuschriften bekommen haben, die offensichtlich nicht verstehen, worum es uns geht, hier noch einmal ganz klar und Punkt für Punkt die Forderungen:

* Heimdress in den offiziellen Klubfarben violett-weiß, die Gestaltung der Auswärtsdress ist uns mehr oder weniger egal.
* Ein Vereinswappen, in dem violett in einem erkennbaren Ausmaß vorkommt.
* Ein Vereinsname, der auf die Herkunft schließen lässt, Traumvorstellung wäre der historische Name SV Austria Salzburg, aber wir können auch mit einem SV Red Bull Salzburg oder Red Bull Austria Salzburg leben.

Alles Punkte, über die man in anderen Ländern nicht einmal ansatzweise diskutieren müsste, oder die besser gesagt von Spanien bis Russland und von Norwegen bis Italien Selbstverständlichkeiten sind. Selbst bei Vereinen, deren Inhaber das –zigfache der Investitionen von Red Bull tätigen!

Glaubt wirklich irgendjemand, dass Red Bull mit der Erfüllung dieser Minimalforderungen auch nur eine einzige Dose weniger verkaufen würde? Wenn nein: warum unterstützt ihr nicht unsere Anliegen? Würde Red Bull wirklich ein Zacken aus der Krone fallen, wenn man den Fans diesen kleinen Schritt entgegenkommt, anstatt die Fans mit einem Statut zu verhöhnen, mit dem die „Austria“ (?) zum einzigen Verein weltweit wird, dessen offizielle Klubfarben sich weder auf Dressen, noch im Vereinswappen, noch auf Fanartikeln wieder finden?
Hier gibt es die neue "Spielfeld-Deko" zu sehen.
Im übrigen Stadion gibt es ebenfalls nette Fazierungen.
Mittlerweile wurden schon Schlachtenbummler, die in den alten Vereinsfarben zu einem Spiel erschienen, von eben jenem ausgeschlossen.

Möge uns der Fussballgott hierzulande gnädig sein.
 
 
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Apu
Alt 28.07.2005, 10:45   #2
Standard

In Österreich nimmt das auch schaurige Ausmaße an, die Liga heißt da glaube ich auch T-Mobile Bundesliga. Statt Spielernamen haben die meisten Clubs einen zweiten Sponsor auf dem Rücken.
Kann man nur hoffen, dass es in den großen Ligen nicht so schlimm wird. Sieht man mal England als Vorreiter der Kommerzialisierung, ist mal abgesehen von der konsequenten Vernichtung von Stehplätzen und amerikanisierten Vorspielshows in Sachen Vereinsnamen/Wappen ja noch alles so geblieben.
 
 
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Grandylein
Alt 29.07.2005, 15:45   #3
Standard

Ich find's "cool". Aber ich mag ja auch RedBull. Naja Bayer Leverkusen gibt es ja auch...
 
 
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99er
Alt 30.07.2005, 13:31   #4
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Original geschrieben von Grandy
Ich find's "cool". Aber ich mag ja auch RedBull. Naja Bayer Leverkusen gibt es ja auch...
es geht hier nicht um geschmäcker..
es geht um tradition, die man einfach nicht wegkaufen darf!
bayer leverkusen gibt es schon lange..
das war vor der zeit, in der diese kommerziellisierung überhaupt losgegangen ist..

aber heute wollen ja alle einfach nur noch kohle, kohle und kohle..
z.b. ist kein spieler der welt im jahr mehr als 2 mio € wert, dafür dass er einmal die woche wirklich etwas tut wofür er bezahlt wird: er spielt fussball... aber das tut hier nichts zum thema...

wie gesagt, sauerei was da in österreich abgeht!
 
 
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Leech
Alt 24.09.2005, 12:46   #5
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Tja wies aussieht droht der Bundesliga au son Sponsoren scheiss >>>...
 
 
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Krashok
Alt 24.09.2005, 15:20   #6
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ja und ? wo willst die kohle auch herzaubern wenn euch das schon auf'n sack geht schaut euch mal nascar an und was da sponsorentechnisch los ist.. da ist das bissl dort ein witz gegen.
 
 
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Cumulus
Alt 24.09.2005, 18:25   #7
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nonsense.
 
 
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Trip Fontaine
Alt 25.09.2005, 13:20   #8
Standard

Original geschrieben von Krashok
ja und ? wo willst die kohle auch herzaubern
Wer sagt denn, dass dringend mehr Kohle benötigt wird? Ach ja stimmt, der "deutsche" Fussball muss ja unbedingt wettbewerbsfähig bleiben. Als Politiker möchte man wohl sagen: "Man muss sich der Globalisierung stellen!"

Aber was bleibt für die Fussballiebhaber und -anhänger (Um die es ja eigentlich gehen sollte?!) denn letztendlich über:
Noch mehr aufgeblähte Kader mit überbezahlten Primadonnen, die von Medien zum Weltstar erklärt werden, wenn sie in zwei aufeinander folgenden Spielen ein Tor erzielen.

wenn euch das schon auf'n sack geht schaut euch mal nascar an und was da sponsorentechnisch los ist.. da ist das bissl dort ein witz gegen.
Ich glaube, dass lässt sich überhaupt nicht vergleichen. Im (amerikanischen) Motorsport ging es schon immer um Marken und nicht Vereine. Es mag dich verwundern, aber es gibt noch gewisse Teile der Gesellschaft die Vereine und Organisationen als identitätsstiftend und Orientierungspunkt sehen. Das ist eben nicht mehr gegeben, wenn man in die Commerzbank- oder Allianz-Arena geht, sich ein Premiere-Bundesligaspiel ansieht mit Spielern, die ja ach so toll sind und deswegen gut bezahlt, aber die leider jeglichen Kontakt zum Verein, zur Fanbasis und Region verloren haben.

Es geht ja nicht um einzelne Details, es geht um eine überwältigende Enwicklung, die im Fussball um sich greift. Seitdem es als Event anerkannt ist, wird es vermarktet und ausgesaugt, von größenwahnsinnigen Managern benutzt und zugrunde gerichtet. Diese Entwicklung gilt es im Sinne des Spiels und seiner Anhänger zu stoppen.
 
 
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Krashok
Alt 25.09.2005, 14:30   #9
Standard

Ob es sich um Verein XY oder um Marke AB dreht ist ja wohl sekundär und im Rennsport dreht es sich nun mal um Marken was aber deswegen nicht weniger Orientierungspunkt ist, als der Verein XY im Fußball.

Die Herrschaften leben von diesem Sport und das mitunter, wenn man sich gut verkauft nicht schlecht. Mag sein .. das jemand überbezahlt ist, weil er mal eine schlechte Phase hat, halte ich für schwachsinnig, Fußball ist nunmal in Europa sehr populär deswegen für Profis auch gut bezahlt, weil es einen Absatzmarkt gibt.

Wenn sich jetzt so ein großer Sponsor auf regionaler Ebene einem Team annimmt ist das umso besser. Weiss nicht was du so für Wettkampfsportarten betreibst, aber wenn ich kann dir versichern das es sich mit großem Sponsor im Rücken wesentlich besser trainiert, da man sich nicht dauernd nach Geldgebern umsehen muss und so ein großer psychischer druck vom Team genommen wird, was auch wieder die Leistung des Team hebt.

Ich kann auch ganz beruhigt zu Turnieren nach England, Frankreich, oder Russland fahren weil ich einen dicken weißen Adler auf dem Jersey hab und wenn mein Equipment geklaut ist, ist es bei der Allianz versichert... so spielt es sich bedeutend sorgenfreier und man erbringt wesentlich bessere Leistung, die natürlich auch dem Zuschauer zugute kommt.

Nächstes mal einfach noch bissl weiter denken und nicht gleich meckern ... nur Motzen ist nämlich echt keine Kunst
 
 
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Trip Fontaine
Alt 25.09.2005, 18:21   #10
Standard

Weiter denken ist ein gutes Stichwort, denn ich glaube, deine Erfahrungen im Sportbereich (Du machst eine Kampfsportart, richtig?) lassen keine Rückschlüsse auf die Entwicklung im professionellem Fussball zu. Oder glaubst du etwa diese Kommerzialisierung dient der finanziellen Sicherheit der Spieler und Funktionäre?

Und jetzt stell dir vor, beim nächsten Turnier gibt es eine hohe Zahl an Logen, in denen nur Leute sitzen, die eigentlich nur da sind, um da gewesen zu sein. Sport wird Nebensache, Unterhaltung wird groß geschrieben. Deswegen wechselt die Sportkleidung, im Vorprogramm tanzen Cheerleader und eine mittelmäßige, aber bekannte Band stellt ihre neue Single vor. Es gibt eine atemberaubende Lasershow und wenn du einläufst in deinem RedBull-Anzug interessiert sich nicht wirklich einer dafür, weil das Catering so toll ist. Und das beste: Jene, welche sich vormals für deinen Sport interessiert haben, dürfen nicht mehr rein, weil sich nicht mehr "reinpassen" oder weil die künstlich erschaffene Nachfrage für das Modeevent die Ticketpreise in die Höhe getrieben hat. Dein Team wird ohne den großen psychischen Druck die Leistung ihres Lebens bringen, aber die Hälfte der Zuschauer kennt die Regeln nicht mal.
 
 
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Krashok
Alt 25.09.2005, 19:53   #11
Standard

Jo und dann kommen die Russen und reissen die Weltherrschaft an sich.. man sollte vielleicht nicht immer den Teufel an die Wand malen weil es Veränderungen gibt.
Wenn du die Sache so angehst könntest du dich ja bei jedem Sponsorenwechsel quasi einbuddeln.
 
 
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Trip Fontaine
Alt 26.09.2005, 19:59   #12
Standard

Du hast die Tragweite der Entwicklung nicht erkannt. Das mag möglicher Weise daran liegen, dass du dich im Fussballgeschäft nicht auskennst. Der Nascar-Vergleich und deine versicherten Anzüge sind jedenfalls keine vernünftige Argumentationsgrundlage.
 
 
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Krashok
Alt 26.09.2005, 20:43   #13
Standard

Stimmt wie konnte ich nur zum glück bin bissl blöd und hab absolut keine ahnung, aber dafür haben wir ja dich
 
 
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Grandylein
Alt 26.09.2005, 21:56   #14
Standard

Naja das mit Wettbewerbsfähig bleiben ist irgednwo Gefasel. Siehe Italien, die sind dann nachher pleite. Man muss nicht jedes Jahr neue Spieler kaufen!

Oh Mannschaft A kauft ein, Mannschaft B zieht mit und nachher sind A,B & C pleite.

Statt mal wer sagt: Hmm nein. Erfolg kann man nicht kaufen.
Alle mit dem Strom...und treiben sich gegenseitig in den Ruin.
 
 
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Trip Fontaine
Alt 27.09.2005, 15:40   #15
Standard

Original geschrieben von Krashok
Stimmt wie konnte ich nur zum glück bin bissl blöd und hab absolut keine ahnung, aber dafür haben wir ja dich
Oh man. Das verstehe ich nicht wirklich. Ich schließe zumindest nicht von irgendwelchen Sportarten auf andere, weil das teilweise gar nicht möglich ist. Oder glaubst du, es werden immer höhere Fernsehverträge abgeschlossen, damit Olli Kahns Trainingsanzug bei Auswärtsspielen versichert ist?

In dem Sinne:
Nächstes mal einfach noch bissl weiter denken
und natürlich:
 
 
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asdf
Alt 28.09.2005, 04:37   #16
Standard

Original geschrieben von Grandylein

Oh Mannschaft A kauft ein, Mannschaft B zieht mit und nachher sind A,B & C pleite.

Statt mal wer sagt: Hmm nein. Erfolg kann man nicht kaufen.
Alle mit dem Strom...und treiben sich gegenseitig in den Ruin.
Ich möchte mal wissen wo z.B. Bayern München Richtung Ruin schwimmt.
Aber gut, gibt ja auch noch Schalke und Dortmund. ;>

Ausserdem haben Real Madrid und andere über Jahre bewiesen, dass man Erfolg kaufen kann. Auch wenn das nicht immer funktionieren muss.

Und gewisse Spieler bringen Vereinen schon höhere Einnahmen als 2 Mio. im Jahr ohne einen Fuss auf das Spielfeld zu setzen, demzufolge verdienen sie auch mehr.

Wie auch immer.
Unter anderem auf Wunsch des Threaderstellers geschlossen.
Da aus der eigentlichen Diskussion ja wohl eh nixmehr wird.
blubb
 
 
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