
20.03.2004, 13:03
# 1 Fifa-Verbot: Ailton wird kein "Kataner" Zürich - Der Weltverband Fifa hat den Plänen von Werder Bremens Stürmer Ailton und dem Ölscheichtum Katar einen Riegel vorgeschoben. Das Dringlichkeitskomitee der Fifa hat entschieden, dass Spieler, die eine neue Staatsbürgerschaft ohne Bezug zu diesem Land annehmen, keine Spielberechtigung für die Nationalmannschaften dieses Verbandes erhalten. Nationalmannschafts-Söldnertum
Auslöser der Entscheidung war die Absicht einiger brasilianischer Spieler gegen eine hohe Entlohnung für die Nationalmannschaft von Katar zu spielen. Neben dem Bremer Ailton waren auch die Dortmunder Dede und Leandro an Einsätzen als "Nationalmannschafts-Söldner" interessiert. Sie beriefen sich dabei auf die Fifa-Statuten, wonach ein Spieler, der nie in einer Nationalmannschaft zum Einsatz gekommen ist, eine andere Staatsangehörigkeit annehmen und für sein neues Land spielen kann. Klausel gegen Missbrauch von Staatsbürgerschaften
Das Dringlichkeitskomitee schließt mit seiner Entscheidung zukünftig einen Missbrauch dieser Regelung aus. Zur Erlangung der Spielberechtigung für die Auswahlmannschaft eines Landes stellte das Gremium vier Kriterien auf, wovon mindestens eines erfüllt sein muss:
1. Der Spieler wurde auf dem Gebiet des betreffenden Verbandes geboren.
2. Die biologische Mutter oder der biologische Vater des Spielers wurde auf dem Gebiet des betreffenden Verbandes geboren.
3. Die Großmutter oder der Großvater des Spielers wurde auf dem Gebiet des betreffenden Verbandes geboren.
4. Der Spieler war während mindestens zwei Jahren ununterbrochen auf dem Gebiet des betreffenden Verbandes wohnhaft. Entscheidung ist rechtskräftig
Nur diese Voraussetzungen könnten einen Bezug des Spielers zu dem jeweiligen Land garantieren, stellte die Kommission fest, deren Entscheidung rechtskräftig und endgültig ist.
Fifa-Präsident Joseph Blatter zeigte sich über diese Entscheidung erfreut und kündigte an, dass er diese Frage auch dem Ordentlichen Kongress am 20./21. Mai 2004 in Paris vorlegen werde: "Ich bin überzeugt, dass sich unser Kongress ebenfalls dieser Sichtweise anschliessen wird." Weiter erklärte er: "Einbürgerungen, die Spielern ohne jeden Bezug zum Land Einsätze in der Nationalmannschaft erlauben, entsprechen nicht dem Sinn und Zweck der Statuten. Deshalb sind solche Praktiken unverzüglich zu unterbinden." |