Die Angst geht um beim FC Bayern München - die Angst vor den eigenen Fans. Nachdem der deutsche Meister auf Anraten der Polizei die Bayern-Fanklubs 'Red Sharks' und 'Club Nr. 12' sowie die Ultra-Gruppierung 'Schickeria München' ausgeschlossen hatte, tauchten im Internet massive Proteste auf. Es geht um Erpressung, um Morddrohungen - Zielscheibe der erbosten Anhänger: Bayern-Vorstandsmitglied Karl Hopfner (Bild), zuständig für Fans und Eintrittskarten, und der Fan-Beauftragte des Vereins, Ex-Torwart Raimond Aumann. "Hopfner und Aumann bekamen per Internet Morddrohungen", so FCB-Manager Uli Hoeneß in der 'Sport Bild'. Aumann sagte der Münchner 'Abendzeitung':
"Das ist nicht mehr lustig, ich halte das für mehr als bedenklich. Eine dramatische Sache."
Hopfner sprach von einer "heiklen" Angelegenheit. Laut Bayern-Presse-Chef Markus Hörwick hat der FC Bayern die Sache der Polizei übergeben und "Strafanzeige gegen eine konkrete Person gestellt". Den Namen nannte er nicht.
"Diese Leute sind sehr geschickt, hochintelligent"
Auch Hoeneß nimmt die Drohungen sehr ernst.
"Diese Leute sind sehr geschickt, hochintelligent, Betriebswirtschaftler",
weiß der Manager.
"Aber das Gefährliche ist, wenn sie irgendwann in Anzug und Krawatte einen totschlagen."
Ausgeschlossen habe man die Fanklubs, weil sie gewaltbereit seien, sich merhrfach vereinsschädigend verhalten und andere Fanklubs sowie Bayern-Verantwortliche massiv bedroht hätten. Zudem hätten sie sich der Sachbeschädigung schuldig gemacht. Die Gruppierungen sind gegen die Kommerzialisierung des FC Bayern, kritisieren die Ticket-Vergabe und Preis-Politik des Vereins und boykottieren Fan-Produkte des Rekordmeisters. Hoeneß sieht bei ihnen "gewisse Elemente" des Rechtsradikalismus.