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Nanu, So viel Post auf einmal *g*

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Unbekannt2001
Alt 25.04.2003, 18:47   #1
Standard Nanu, So viel Post auf einmal *g*

"Er soll aufhören, diesen Müll zu schicken"

In den USA tobt ein Postkampf zwischen einem Massenversender von E-Mails und den Empfängern

Niemand verschickt mehr E-Mails als Alan Ralsky - bis zu 15 Millionen pro Tag. Doch nun rächt sich seine eigene Kundschaft. Erboste Internetnutzer schicken dem E-Mail-König tonnenweise Werbesendungen in sein Haus.

Von Sönke Iwersen

Hätte er doch bloß seinen Mund gehalten. Als Alan Ralsky im vergangenen November einen Journalisten der "Detroit Free Press" in sein brandneues, 740 000 Dollar teures Haus lud, hielt er sich noch für einen cleveren Burschen. Stolz erzählte er von den 20 Hochleistungscomputern in seinem Keller, von seinen 190 E-Mail-Versand-Stationen rund um den Globus und von den 650 000 E-Mails, die er damit pro Stunde versenden kann. "Das Internet ist für mich die beste Sache der Welt", sagte Ralsky. "E-Mails haben mich reich gemacht."

Heute ist Ralskys Begeisterung über das Internet erheblich getrübt. Wenige Tage nach Erscheinen des Artikels erhielt er Post. Viel Post. Sein Briefträger kam nicht mehr einfach so an seine Haustür, sondern mit einer Schubkarre. 200 Magazine werden derzeit regelmäßig an seine Adresse geliefert. Unzählige Kataloge. Werbebroschüren. Dutzende, hunderte Kilo Papier. Tag für Tag. Denn die Internetgemeinde schlägt zurück. "Wir nehmen Rache", schreibt ein Aktivist auf der Internetseite http://www.slashdot.org, die von einer Initiative gegen Werbe-E-Mails betrieben wird. "Jeden Tag muss ich mich über den Werbemüll ärgern, mit dem mir Leute wie dieser elende Ralsky meine Zeit stehlen. Wir geben diesem Kerl nur etwas von seiner eigenen Medizin."

Einträge wie diesen gibt es zu hunderten auf http://www.slashdot.org. Erst überwog die Empörung über einen Mann wie Ralsky, der sich nicht nur damit brüstet, Tag für Tag Millionen von hirnrissigen E-Mails zu verschicken, sondern auch noch damit prahlt, wie viel Geld er damit verdient. Dann wurde aus dem Zorn ein Ansporn. In dem Artikel der "Detroit Free Press" ist die Straße genannt, in der Ralskys neues Haus liegt. Innerhalb weniger Tage hinterlegte jemand auf der Website der Werbe-Mail-Gegner dann die komplette Adresse des Geschäftsmannes. Und plötzlich wurde Ralsky zur Zielscheibe für jeden, der sich täglich über Mails wie "Werden Sie schnell reich" oder "Penisvergrößerung ohne Risiko" ärgert. "Diese Leute haben mich bei jeder Werbekampagne angemeldet, die es gibt", sagt Ralsky. "Die sind vollkommen verrückt. Das ist Belästigung!"

Ralsky will nun Klage einreichen. "Wir dachten, die Sache würde sich nach einer Weile legen", sagt Ralskys Anwalt Robert Harrison. "Doch es hört einfach nicht auf. Deshalb gehen wir jetzt den juristischen Weg gegen diese Leute." Bleibt die Frage, wer "diese Leute" sind. Die Eintragungen auf der Seite von http://www.slashdot.org erfolgen anonym, als Absender ist bestenfalls eine E-Mail-Adresse angegeben. "Ist ja süß, das Ralsky uns verklagen will", schreibt einer von ihnen. "Aber wie will er uns finden? Er sollte seine Zeit nicht damit verschwenden und einfach kapieren, dass wir dasselbe wollen wie er: keine Werbung. Er soll nur aufhören, diesen Müll zu verschicken."

Doch genau das lehnt Ralsky ab. "Ich werde nie aufhören", sagt der 58-Jährige, den viele für den weltweit größten Versender von Massenmails halten. "Ich mag, was ich tue. Das hier ist das beste Geschäft, das man sich vorstellen kann." Ralsky gibt unumwunden zu, dass er als Geschäftsmann nicht den besten Hintergrund hat. 1992 verbrachte er 50 Tage im Gefängnis, weil er gefälschte Versicherungen verkauft hatte. 1994 musste er eine Strafe von 74 000 Dollar zahlen, weil er Banken mit gefälschten Dokumenten betrogen hatte. Wenig später leistete er einen Offenbarungseid. Doch 1997 verkaufte er seinen Toyota und kaufte zwei Computer. Er erwarb Adressenlisten und begann, Werbung per E-Mail zu versenden. Schnell verdiente er 6000 Dollar pro Woche.

"Das Geheimnis sind die Mengen", sagt Ralsky. "Ich habe jetzt 250 Millionen Adressen in meiner Datenbank. Das ist mein Goldschatz." Und tatsächlich bietet Ralskys riesige Adressenliste für Unternehmen große Vorteile. Für 500 bis 2000 Dollar kann sich jeder, der etwas zu verkaufen hat, bei Ralsky mit einer Million E-Mail-Adressen eindecken. Oft wird nur einer von 100 000 Angeschrienen tatsächlich etwas bestellen. Trotzdem kann sich das Geschäft lohnen. Zum Vergleich: Wer eine herkömmliche Adressenlisten mit einer Million Postanschriften erwerben will, muss mindestens 40 000 Dollar zahlen. Hinzu kommen 190 000 Dollar für das Porto, plus Kosten für Papier und Druck. "Jeder kann selbst ausrechnen, was für ihn das Beste ist", sagt Ralsky. "Aber eines kann ich Ihnen versprechen: Wenn Sie an alle meine 250 Millionen E-Mail-Adressen ihre Werbung schicken, dann wird auch jemand was kaufen. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn."

Die Gleichung ist so einfach, dass sie immer mehr Unternehmen ausprobieren wollen. Beim größten Internetanbieter der Welt, America Online, empfangen 35 Millionen Kunden täglich zwei Milliarden E-Mails. Nach Angaben von America Online sind 70 Prozent davon Werbemüll. Und Männer wie Ralsky lassen sich nicht aufhalten. Obwohl er täglich Drohanrufe von Werbegegnern erhält, obwohl sein Vorgarten zum Abladeplatz für die Tonnen von Katalogen und Werbegeschenken geworden ist, verbringt er 18 Stunden am Tag damit, immer noch mehr E-Mail-Adressen zu ergattern und zu verkaufen. Ralsky: "Ich lasse mir das Geschäft meines Lebens doch von ein paar dahergelaufenen Idioten nicht verderben."

Noch durchforstet Ralsky mit seinen Programmen ununterbrochen das Internet nach immer neuen Adressen. Doch er hat schon eine neue Vision. Mit einer Software aus Rumänien will der E-Mail-König in Zukunft alle Sperren für Werbe-E-Mails umgehen. "Die Sache wird noch besser", sagt Ralsky. "Du musst gar nicht im Internet sein. Es reicht, wenn du online bist, E-Mails liest oder einfach nur eine Verbindung hast. Und zack, dieses Programm erkennt deine Anwesenheit und schickt dir Werbung auf den Bildschirm. Vorbei an Schutzschildern, vorbei an Schutzprogrammen, einfach so. Ist diese Technik nicht großartig?"


Grüßle

Tommy
 
 
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Jason Evil
Alt 25.04.2003, 20:23   #2
Standard

ich finds klasse.
Das sollte man mit jedem Spam Versender machen
 
 
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Grandylein
Alt 25.04.2003, 20:58   #3
Standard

Der Typ hat sie doch nicht mehr alle, jetzt will der die Webseite verklagen, weil sein 'echter' Postkasten zugemüllt wird?

Wenn der eine Esel den anderen Langohr schimpft...
 
 
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