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Warum wird man Gruftie?

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reyals
Alt 22.07.2006, 18:06   #1
Frage Warum wird man Gruftie?

fragte mich meine Freundin Charlotte letztens als ich ihr von ein paar krassen Typen erzählte, die ich so kenne und alle ziemlich schwarz sind.
An alle Spekulanten: Was denkt ihr so, warum wird man Gruftie?
und an die einzig wahren hier, warum seid ihr es geworden?
Vielen Dank schonmal für Antworten im voraus.
LG, reyals
 
 
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mizue
Alt 22.07.2006, 18:18   #2
Standard

nicht ernstzunehmende antwort:

weil man kein bock mehr drauf hat, punk zu sein. das saufen, schnorren, auf krass schminken und stylen auf die dauer ganze schön stressig wird...

;>

ernsthafte antwort:

vllt sehnt man sich als jugendlicher nach weniger oberflächlichkeit, mehr tiefsinnigem kram.

wobei wir ja alle wissen, dass das alles meistens trotzdem ziemlich oberflächlich ist. je nachdem, wie man fernab des grufterdaseins IST.
 
 
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dare
Alt 22.07.2006, 18:29   #3
Standard

seit wann schminken sich punks?
 
 
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mizue
Alt 22.07.2006, 18:31   #4
Standard

schau dir die ganzen kleinen mädels doch an... ich mein, das soll nicht mal abwertend klingen. ist doch ganz ok, wenn man als jugendlicher und so weiter dinge ausprobiert und sich in verschiedenen "gewändern" betrachtet.

lustig find ichs - als mittlerweile nicht-mehr-teenager - dennoch.
 
 
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Raubtier
Alt 22.07.2006, 18:44   #5
Standard

*g* Ich lief mal als "Gruftie" rum. Schwarz ist toll. Schwarze Fingernägel sind toll und wenn alle einen komisch angucken, weil du im Sommer ganz in Schwarz rum rennst ist auch toll. Also das waren meine Gründe dafür.
Ich hab mich mir schwarzen Fingernägel immer so schön böse gefühlt.

Ich hab erst letztens mit Sivar darüber geredet warum man "Gruftie" ist. Ich glaub es gibt immer wieder andere Gründe dafür.
 
 
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Anarchnophobia
Alt 22.07.2006, 18:47   #6
Standard

mittlerweile, zumindest in dieser stadt hier, genau das was du selber ansprichst. möglichst "krass" wirken, nach innen ziemlich hohl sein. sagt natürlich keiner von sich selbst, aber wenn man es schafft sich mit gewissen leuten länger als 10 minuten zu unterhalten merkt man das sehr sehr schnell das der "hintergrund" bei den allermeisten einfach fehlt und das ganze zu einem schaulaufen mutiert...

nunja, ich bin ja, äusserlich gesehen, uch eener von denen. für mich hat sich die entwicklung aus meinem ursprung so ergeben, bin sehr christlich augewachsen und habe mich vom denken und nach und nach dann auch vom äusserlichen her in diese richtung entwickelt. Schwer zu beschreiben, im grossen und ganzen finden sich aber die gleichen Werte wieder und mir hat es sehr geholfen mich etwas von meiner Prägung zu lösen und in einem anderem blickwinkel beobachten zu "dürfen". selber hab ich mich in dieser beziehung gar nicht so sehr verändert, ich würde mich immernoch als christ bezeichnen, bringe es aber durchs "gruftig rumlaufen" anders zum ausdruck, fühle mich in der Szene freier und geborgener und mit meinen eigenen zweifeln/ansichten ganz gut aufgehoben, ohne das es im widerspruch zu meinem "glauben" (wenn es denn noch einer ist) steht. schwer in kurzform zu beschreiben. fühle mich in einer Szene von aussenseitern immernoch als ausseneiter weil ich wohl etwas "heller" bin, ein Licht in der finsternis sozusagen. so sehe ich auch irgendwie meine rolle in der "Szene", zu der ich mich mittlerweile eigentlich auch schon nicht mehr so stark verbunden fühle und für mich persönlich das buntvolk mittlerweile wieder bereichender ist. auch unter "bunten" fühle ich mich so wohl und kann so sein wie ich bin. ich bin es einfach vom denken her
 
 
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1, 2 oder 3
Alt 22.07.2006, 19:10   #7
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Zitat von Anarchnophobia
mittlerweile, zumindest in dieser stadt hier, genau das was du selber ansprichst. möglichst "krass" wirken, nach innen ziemlich hohl sein. sagt natürlich keiner von sich selbst, aber wenn man es schafft sich mit gewissen leuten länger als 10 minuten zu unterhalten merkt man das sehr sehr schnell das der "hintergrund" bei den allermeisten einfach fehlt und das ganze zu einem schaulaufen mutiert...

nunja, ich bin ja, äusserlich gesehen, uch eener von denen. für mich hat sich die entwicklung aus meinem ursprung so ergeben, bin sehr christlich augewachsen und habe mich vom denken und nach und nach dann auch vom äusserlichen her in diese richtung entwickelt. Schwer zu beschreiben, im grossen und ganzen finden sich aber die gleichen Werte wieder und mir hat es sehr geholfen mich etwas von meiner Prägung zu lösen und in einem anderem blickwinkel beobachten zu "dürfen". selber hab ich mich in dieser beziehung gar nicht so sehr verändert, ich würde mich immernoch als christ bezeichnen, bringe es aber durchs "gruftig rumlaufen" anders zum ausdruck, fühle mich in der Szene freier und geborgener und mit meinen eigenen zweifeln/ansichten ganz gut aufgehoben, ohne das es im widerspruch zu meinem "glauben" (wenn es denn noch einer ist) steht. schwer in kurzform zu beschreiben. fühle mich in einer Szene von aussenseitern immernoch als ausseneiter weil ich wohl etwas "heller" bin, ein Licht in der finsternis sozusagen. so sehe ich auch irgendwie meine rolle in der "Szene", zu der ich mich mittlerweile eigentlich auch schon nicht mehr so stark verbunden fühle und für mich persönlich das buntvolk mittlerweile wieder bereichender ist. auch unter "bunten" fühle ich mich so wohl und kann so sein wie ich bin. ich bin es einfach vom denken her
Wirklich, des war schön!

naja eine szene, egal welche es nun ist birgt ein neues lebensgefühl, allein schon dadurch, dass man meist gegen den "mainstream" gerichtet ist und ihn als "langweilig" abtut... (fälschlicherweise, wohlgemerkt!)

Geändert von 1, 2 oder 3 (22.07.2006 um 19:16 Uhr).
 
 
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IsoO
Alt 22.07.2006, 19:33   #8
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ich schätze mal, es sind menschen, die durch einen dunkleren stil an sich stärker auffallen möchten.
die finstere art macht sich auch die musikrichtung bemerkbar. --> metal
doch ich kenne auch einige metaler aus der schule und die sind vom benehmen und verhalten her aber auch so wie alle anderen auch.
 
 
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Raubtier
Alt 22.07.2006, 19:39   #9
Standard

Zitat von 44IsoO
die finstere art macht sich auch die musikrichtung bemerkbar. --> metal
Sorry für den Spam, aber da musste ich lachen.
lol....
 
 
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Boha
Alt 22.07.2006, 20:22   #10
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ich weiss net ich lauf seit fast 10 jahren nur in schwarzen klamotten rum, würd mich aber net als gruftie bezeichnen
 
 
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baedr
Alt 22.07.2006, 20:34   #11
Standard

versteh ich nicht was daran lustig sein soll? Wenn ich die "typische" Grufti-Musik höre, dann würde ich sie auch als "finster" bezeichnen... Klar gibs "normale" Personen, die finstere Musik hören, und Gruftis die sich was anderes reinziehen, aber das wurde ja auch nie angezweifelt.
Für viele Gruftis ist glaube ich das Schocken der Anderen wichtig. Viele empfinden so ein Outfit als beängstigend, und das verschafft den Gruftis in gewissem Maße Selbstbewusstsein, Respekt und Aufmerksamkeit, die sie anders als über ihr Äußeres nicht bekommen.

Ich wüsste nicht, warum ich mich derart uniformieren sollte, um mich dann freiwillig von Leuten in eine Schublade stecken zu lassen, in der ich einfach nicht landen möchte. Natürlich gibts auch Gruftis die Ihr Outfit gerade deshalb wählen, um gegen derartig oberflächliche Einstellungen zu rebellieren, und dem sozialen Umfeld einen Filter vor zu schieben. Ich halte das jedoch für unsozial und hinderlich eine vielschichtige Persönlichkeit zu entwickeln. Man wirft sich selbst Steine in seinen Weg.
 
 
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OrionX
Alt 22.07.2006, 20:48   #12
Standard

ich find schubladen scheisse. man ist doch man selber und muss sich doch nicht zwanghaft irgendwo reinstopfen. ka ich find zu sagen "ich bin grufter" "ich bin punk" "ich bin hip hopper" scheisse. zeigt irgendwie dann doch keinen eigenen stil. die szenen an sich sagen das ja auch nicht was sie "sind" normalerweise ist jeder erselbst und das zeigt man auch ua dadurch das man in der szene sogar jemand "andres" ist und seine individualität als mensch bewahrt.

ich lauf auch schwarz durch die gegend, aber ich bin immer noch der orion und der bleib ich auch

edit: und btw jeder hat sein eigenes gründchen warum er so rumläuft, ich hab den und anarch hat ihn ja wie er erklärt hat auch wer nur so rumläuft weil es grad mode oder "cool" ist will einfach nur mitrennen und was sein was er nicht ist, zeigt mangelndes selbstbewusstsein und fehlenden individualismus.
 
 
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Ceridwen
Alt 22.07.2006, 20:51   #13
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Also, ich weiß ja nicht, ich bin, nach der allgemeinen Definition auch Grufti, aber ich würde mich nie so bezeichnen. Für mich ist es auch nicht so, daß man es wird, sondern das ist eine Lebenseinstellung. Ich mag an dieser "finsteren" Musik eher die Melancholie die von ihr ausgeht, schöne Melodien mit meist tiefsinnigen Texten. Klar laufe ich auch mal in "bunt" rum, weil man seine Lebenseinstellung ja nicht jedem vorhalten muß.
 
 
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IsoO
Alt 22.07.2006, 21:03   #14
Standard

Zitat von Psycho doc
Sorry für den Spam, aber da musste ich lachen.
lol....
gleich setzt es was
ne aber in echt. nun gut, auch nicht nur gruftis hören metal, aber bis jetzt habe ich bei gruftis immer dieses metalband-T-Shirts unter der schwarzen lederjacke gesehen. so meinte ich das.
 
 
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Senjo
Alt 22.07.2006, 21:08   #15
Standard

Also irgendwie find ich die Frage dumm, genauso gut könnte man doch fragen "warum wird man Punk" "warum wird man Tussi" "warum Styler". Man entwickelt sich doch einfach in eine Richtung, vermutlich anfangs eher unbewußt. aber ich denke nicht, dass es dafür DIE Antwort gibt.
 
 
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baedr
Alt 22.07.2006, 21:21   #16
Standard

Zitat von Senjo
Also irgendwie find ich die Frage dumm, genauso gut könnte man doch fragen "warum wird man Punk" "warum wird man Tussi" "warum Styler". Man entwickelt sich doch einfach in eine Richtung, vermutlich anfangs eher unbewußt. aber ich denke nicht, dass es dafür DIE Antwort gibt.
Tussi und Styler haben doch kein einheitliches Äußeres... Es laufen doch nicht alle Styler gleich rum, dann wären sie ja keine mehr. Es geht darum, dass die Gruftis als Gruppe etwas gemeinsam haben, und man als Grufti vor der Gesellschaft einen teil seiner Individualität abtritt.
 
 
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mizue
Alt 22.07.2006, 21:23   #17
Standard

Zitat von baedr
Für viele Gruftis ist glaube ich das Schocken der Anderen wichtig. Viele empfinden so ein Outfit als beängstigend, und das verschafft den Gruftis in gewissem Maße Selbstbewusstsein, Respekt und Aufmerksamkeit, die sie anders als über ihr Äußeres nicht bekommen.
ja und dann rumjammern, dass alle anderen sooo intolerant sind und jeeeder denkt, man wär satanist, was ja totaaal doof ist, das mit den vielen vorurteilen.

es wird geredet über toleranz und sich selbst beweihräuchert, gleichzeitig blickt man auf welche hinab, die "anders" sind, kein son tolles "individuelles" outfit tragen und nicht 24/7 mit ner fiesen fresse rumlaufen. die fiesen popper, hopper und wie sie nicht alle heißen.

vorurteile sind was schönes, gell.

ps.
übertreibung ist hier absicht und... auch wenn mans nicht glaubt: es gibt tatsächlich leute, die so drauf sind.
 
 
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El Sparko
Alt 22.07.2006, 21:40   #18
Standard

grufter wird man aus dem trugschluß heraus, damit irgendeine form der individualität ausdrücken zu können gepart mit pubertärem rebellismus...

ich mein das ganz ernst. es braucht mir kein mensch erzählen er hätte in seinen teeniejahren nicht mit der einen oder anderen subkultur sympathisiert, das gehört einfach dazu. man orientiert sich neu und sucht seinen platz in der gesellschaft. nun gibt es eben die ein oder anderen bereits vorhandenen "vorbilder" und irgendwas könnte man nacheifern oder zumindest darüber nachdenken. nichts anderes ist das.

selbstverständlich wird dir jeder grufter über 18 erzählen er wäre quasi schon "schwarz" geboren worden und sowas wie eine pubertät wäre in seinem leben auch nie vorgekommen, laber laber rabarber - schwachsinn!

das läuft dann eigentlich in verschiedenen phasen. zuerst wird derjenige wohl im teenie-alter erstmalig damit konfrontiert. evtl. gefällt auch das ein oder andere lied. dann kommt die sympathie zum gruftertum, man ist nicht abgeschreckt sondern informiert sich vielleicht, will sich aber nicht anschließen. wenig später kommt dann vielleicht der punkt wo sich die persönlichen interessen soweit ausgebildet haben, dass man es auch optisch nachvollziehen will. erste gehversuche mit schminke und schwarzen klamotten werden folgen. irgendwann ist man alt genug in irgend nen club zu kommen und "unter sich" zu sein, dann schließt man sich der szene an. will man zumindest, aber die grufter verachten ihren nachwuchs. deswegen werden schwierige phasen des "sich bewährens" folgen in denen alle nachwuchsgrufter sich und den älteren beweisen wollen wie "schwarz" sie wirklich sind. wird man in die "gemeinschaft" aufgenommen und akzeptiert folgt eigentlich fast zeitgleich die intolleranz der vermeintlich "restlichen gesellschaft" (für grufter existieren meist nur schwarz und nicht-schwarz). die arroganz des frisch gebackenen vollblut-grufters wird sich also erstmal gegen alle "buntis" richten. ein paar jahre des "ich bin was besseres und so krass individuell!!!" folgen bis sich die arroganz dahingehend steigert dass der jetzt ältere grufter selbst anfängt den grufter-nachwuchs zu verabscheuen und irgendwas von "früher waren alle noch echt" zu labern. irgendwann zwischen 25 und 30 setzen sich die meisten dann komplett von der szene ab und wollen damit auch nicht mehr in verbindung gebracht werden, weil sie die leute (verständlicherweise) für sehr eingeschränkt halten. aus nem riesigen pulk von "wir sind alles schwarze" werden dann nur ein paar reife freunde übrig bleiben.

^--- das ist jetzt sehr individuel geschrieben und für mich als externen natürlich auch mit wenig insiderwissen gespickt, aber man blickt oft übern tellerrand, da bekommt man sowas halt mit.

ich persönlich finds auf der einen seite lachhaft wie schnell die entscheidung der kleinen fällt "ich bin jetzt grufter" (hab ich schon miterlebt wie schnell das gehen kann) und auf der anderen seite auch recht krass wie sehr die szene untereinander nicht zusammen hält, allerdings aber super beleidigt reagiert wenn man mal was gegen die schwarzkittel sagt.

ein wirklich sau blödes vorurteil finde ich aber dass metaller auch grufter wären. es gibt sowas wie ne "metalszene" in die man "reinkommen" kann schon garnicht. das sind alles einfach leute die die musik mögen und sich nicht so sehr drum kümmern was der andere anhat... definitiv keine grufter. deswegen lauten die mottos von metalpartys hier auch öfters "saufen gegen gothic", das macht spaß aber nicht beliebt
 
 
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reyals
Alt 22.07.2006, 23:03   #19
Standard

Metal ist eine interessante Musikrichtung. Eigene Mitglieder der einen oder anderen Bands (meistens die Sänger, wenn man es so nennen möchte) sind musikalisch einfach nur unfähig. Aber das Drumherum, kann schon recht ansprechend sein. Es trifft zu, dass die meisten Metaller auch Grufter sind aber das muss nicht. Ich bin kein Grufter, trage allerdings gerne schwarze T-shirts. Alles andere steht mir nicht. Ansonsten kombiniere ich immer schwarz, weiß und irgendwas buntes dazu.
Also mit Musik muss es nichts zutun haben aber was geht in den Leuten vor? Sind sie wirklich so "tot", wie sie immer tun?
 
 
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PowerWapiti
Alt 23.07.2006, 00:54   #20
Standard

ein Gruftie bin ich nicht gerade.. aber..

ein Kumpel+bekannte gingen auf eine andere Schule als ich und Kumpel.. der Kumpel meinte das es in der Nähe eine Metaldisko gäb und wir mal reinschauen sollten, wird bestimmt lustig..

so gingen wir 3+bekannte in die disko.. alle nichtsahnend was uns da erwartet.. man hatte vorher die wildesten Gerüchte z.B. über einen kleinen 5x5 Meter Raum in dem alle rumspringen und mit Stachelhalsbänder die Leute aufspießen und jedesmal müsste der Krankenwagen kommen ...

naja.. die ersten paar Min wars schon etwas komisch.. da kam Rammstein und alle in schwarzen Kleidern versammelten sich vorne zum Bangen, einer die ganze Zeit das Satanszeichen usw..

Aber später nach 2 Wodkas hats mir auch gefallen und seitdem sind wir jedes Wochenende hin..
Ein Kumpel hat sich später mal noch ein Matrix Mantel von EMP gekauft.. mir hat er gleich gefallen aber ich habe keinen geholt

Später gab es ein paar km weiter eine andere Veranstaltung, aber diesmal noch extremer.. Gothic, Electro, Industrial usw.. und ich mit meinem Rammsteinshirt kam mir dabei schon etwas komisch vor aber egal..
naja mir hats nicht unbedingt gefallen.. war mal was anderes. Techno eben bissl härter auf "Dark" und mit lauter schwarzen Leuten ..
Das beste fand ich den abartigen Subwoofer (+den Bass), der war über 3 Meter hoch und 1,5 Meter breit.. und ein paar Mossen liefen auch rum

naja da sind meine Kumpels dann voll drauf abgegangen.. gleich das Wochenende drauf sind sie in einen Gothicladen gefahren (240km weg) und haben sich neu eingekleidet... die Eltern total geschockt wie die "Söhne" jetzt rumlaufen.. meine Mutter auch als einer der 2 Geb. feierte und die 2 so rumliefen ..

naja mich hat das ganze nie gepackt.. mir wärs ehrlichgesagt auch viel zu peinlich in solchen Klamotten rumzulaufen.. am Bahnhof oder so kucken alle Leute hinterher und manche lachen sogar.. das muss ja nicht sein

Jetzt gehen die seit neuestem auch immer auf solche Gothicfeste, Treffs, Konzerte was auch immer und trennen sich eher vom Metalbereich..
und jetzt sehen wir uns auch immer weniger.. u.a. wegen der Ausbildung und weil die 2 immer auf solche Gothicveranstaltungen wollen wo ich kein Bock hab.. :O
bin eben Metal treu geblieben und die dem Gothic

Geändert von PowerWapiti (23.07.2006 um 14:15 Uhr).
 
 
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Felicitas
Alt 23.07.2006, 09:43   #21
Standard

hm *grübel*, irgendwie ist der zug an mir vorbeigefahren. mit 16 bekam ich das erste mal "grufti"musik zu hören - von einer freundin die meinte, daß mir das aus der seele sprechen würde, weil ich die tage nicht sonderlich gut drauf war.

ich habe die musik heute noch, ich höre sie heute noch, aber weiterentwickelt habe ich mich dahingehend nie.

das lag dann auch eine weile brach bis ich anarch kennengelernt habe und ein paar freunde von ihm. aber irgendwie wollte mich das auch nicht zum grufti machen. der hat ja sogar "normale" musik bei sich zu hause gehört (*schlimm* )

schwarz trage ich bis heute sehr gern, wobei ich im moment der hitze wegen erschreckend bzw. ungewohnt viel helles trage. warum ich damals angefangen habe schwarz zu tragen ist relativ einfach, hier aber irrelevant, hatte aber nichts mit der bösen dunklen musik zu tun.

was ich jedesmal bemerkenswert finde ist, daß jede szene den begriff der toleranz für sich pachtet. schon das macht ja in meinen augen wieder intolerant.

##

die frage warum man grufti wird, sollte sich auch von hinten lösen lassen: warum wird man nicht grufti?

ich denke der erste weg führt über die musik, die jmd zum richtigen zeitpunkt in der richtigen laune erreichen muss.

##

*gruftschlampe*

Geändert von Felicitas (23.07.2006 um 14:20 Uhr).
 
 
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El Sparko
Alt 23.07.2006, 14:00   #22
Standard

ich will euch ja eure ganzen insidermeinungen nicht nehmen aber was metal mit gothic zu tun haben soll geht mir immer noch nicht in kopf. kanns sein dass die meisten einfach von der ein oder anderen "szene" zu wenig mitbekommen haben und alles in ein topf werfen? dann wären die netten alten männer auf den motorrädern mit ihren kutten aber genauso grufter
 
 
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Anarchnophobia
Alt 23.07.2006, 16:20   #23
Standard

^wirklich nicht viel. die übergänge sind aber nunmal fliessend, in der szene gibt es dann die 3 gruppierungen der batcaver (punk), darkwave (dunkel-techno) und denjenigen die eher aus der metalrichtung kommen (Manson, rammstein...). letzteres ist natürlich kein gothic, wird aber eben auch viel gehört und elemente sind vorhanden.

für viele aussenstehende macht es da wohl keinen unterschied. hat ein metaller schwarze klamotten an isser für aussenstehende eben auch ein gruft . zumal gibt es zwischen den beiden "szenen" wohl auch keine probleme, ein paar belächeln die grufts das sie immernur weinen, und werden dafür für ihre hammerfall-poserei belächelt. aber an sich trifft man sich doch an den gleichen orten weil eine gewisse schnittmenge mit der musik angesprochen wird.

powerwapitis bericht finde ich dagegen eher beängstigend. aber habe ich ja auch schon einfgangs geschrieben das es genau so abläuft... naja.

zu sparkies post könnt ich nur noch anhängen das es sehr wohl auch genügend leute gibt die jenseits der 25 lenzen noch die dunkelromantik mögen und für mich auch eigentlich die wichtigsten bezugspersonen ausmachen. das geht dann hoch bis 60 Jahre - sicher, irgendwo dann im leben aus gesellschaftlicher sicht ein bischen "hängengeblieben", aber keinesfalls uninteressante sondern sehr sehr tolle menschen
 
 
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kenshin-himura
Alt 23.07.2006, 17:18   #24
Standard

Keine Ahnung, kenne mich mit Grufties nicht aus. Ich kann nur von meinen Erfahrungen schreiben. Hatte mal eine solche Person in meiner Klasse. Sie war ziemlich philosophisch, und auffallend war, dass fast immer wenn sie über Philosophie sprache, dass Thema der Tod war. Und dann sagte sie immer, man sollte keine Angst vor dem Tod haben, und wie lächerlich das sei, dass Alle doch vor etwas Unabwendbarem Angst hätten.
Ich kaufe ihr allerdings ihr trockenes Verhältnis zum Tod nicht ab. Ich glaube, dass sie möglicherweise eher überdurchschnittlich große Angst gehabt hat, und das jetzt mit diesem Gruftie-Hobby kompensiert, vertuscht etc..

Darüber hinaus ist es natürlich schlicht eine Bindung zu der entsprechenden Musik, und Musik ist ja Geschmackssache.

Zitat von El Sparko:
grufter wird man aus dem trugschluß heraus, damit irgendeine form der individualität ausdrücken zu können gepart mit pubertärem rebellismus...

ich mein das ganz ernst. es braucht mir kein mensch erzählen er hätte in seinen teeniejahren nicht mit der einen oder anderen subkultur sympathisiert, das gehört einfach dazu. man orientiert sich neu und sucht seinen platz in der gesellschaft. nun gibt es eben die ein oder anderen bereits vorhandenen "vorbilder" und irgendwas könnte man nacheifern oder zumindest darüber nachdenken. nichts anderes ist das.
Sicherlich gibt es so was, dass Leute - besonders in der Jugendphase - sich Ideen oder Gruppen anschließen, nicht wegen der Idee oder der Gruppe - sondern einfach, um zu ,,rebellieren". Aber natürlich gibt es auch aufrichtige Rebellen, denen es um die Sache geht, und nicht ums Provozieren und Rebellieren.
 
 
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El Sparko
Alt 23.07.2006, 17:38   #25
Standard

es geht um "die sache". wie gut dass du es so präzise ausgedrückt hast. welche echten rebellen gibt es denn? und weitaus wichtiger: kann jemand der sich einer subkultur anschließt, also auch einer gewissen uniformität nacheifert, auch rebell sein oder hat er sich damit eine eigene meinung schon verwirkt?
 
 
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