Zitat von El Sparko seh ich anders und genau darum geht es ja. ich habs oben geschrieben, aber kommt evtl. nicht raus. es ist vollkommen ok sich eben nicht irgendwo "einzuordnen" und es ist verdammt in ordnung auch optisch das nicht zu betonen.
das ist klar.
was ich erklärt habe ist der begriff des wochenendgrufters, welcher nun eindeutig genau dadurch klassifiziert ist, dass jemand quasi auf beiden hochzeiten tanzt. das problem ist dabei nicht, dass den menschen ein dritter nicht in ne schublade stecken könnte, das problem ergibt sich für den menschen selbst, weil er einfach vorgibt hinter etwas zu stehen, ohne es zu tun.
und das sehe ich nun wieder anders. ich kann auch hinter oder zu einer sache stehen ohne sie jedem 24/7 auf die nase zu binden oder meine meinung IMMER nach außen zu präsentieren. es gibt einfach bereiche im leben da ist das wohl eher unangebracht. selbst wenn ich wöllte, selbst wenn ich beispielsweise eine linke einstellung und das hören von punk nach außen tragen wöllte, so würde mich keine firma einstellen weil ich mit zerissenen strumpfhosen auf keinen kunden losgelassen werde.
das ist nicht zwingend krampfhaft. wenn ich keinen schlips anziehen möchte und mir deswegen trotz meiner leistungen inkompetenz unterstellt würde (so noch nie geschehen) dann würde ich meine konsequenzen allein deshalb daraus ziehen, dass ich mir mehr wert bin als eine modepuppe zu sein. sei es nun für die subkultur "rock" oder die subkultur "business".
genau darum geht es. aber vllt sind das wirklich 2 verschiedene einstellung die dahingehend keinen gemeinsamen nenner finden können.
du sagst, das du wegen deiner fähigkeiten eingestellt werden willst. aber das eine krawatte in bestimmten berufsgruppen eben dazu gehört um seriös und fähig nach außen zu wirken, das weißt du auch. du weißt selbst das der erste eindruck entscheidend ist und du weißt auch das ein personaler gar nicht die zeit hat bei 50 bewerbungen jeden erst mal so richtig kennenzulernen. als erstes sieht er dein erscheinungsbild. und da sieht er bei dir lange haare und bart und keine krawatte (zum beispiel) und damit assoziiert er (wie jeder andere mensch auch) ein bestimmtes bild. das kann man nun unfair, unangebracht, oberflächig oder sonstwas finden und man kann auch schön dagegen sein - ändern wirst du es nicht und nebenbei dir deine berufliche zukunft verbauen.
du kannst nicht bedingungslose anpassung verlangen auf der einen seite, auf der anderen aber alles als krampfhaft aburteilen was auch nur in die nähe einer uniformität in der freizeit gehen würde.
wer redet von bedingungsloser anpassung? ich sage lediglich das es keinem schadet sich _auch mal_ anzupassen. es tut dir nicht weh eine krawatte zu tragen um einen optisch guten eindruck zu machen und deine guten fähigkeiten durch ein "gutes" optisches auftreten zu unterstreichen.
mensch das ist doch nicht was man dir erzählen muss. das weißt du doch selber. und ich versteh dich auch. du fasst diese "ungerechtigkeit" und "oberflächigkeit" in worte und gehst zumindest verbal dagegen vor. aber ehrlich, kannst du etwas daran ändern? oder verbaust du dir damit nicht mehr selber als das es dir etwas bringt?
vllt ist es eine bestimmte selbstaufgabe und ja es ist auch anpassung. aber es ist eine oberflächige anpassung, dich als mensch an sich ändert das doch nicht. in deiner freizeit kannst du doch so leben wie du willst, kannst alles ausleben. du sollst dich doch nicht _wirklich_ für einen job ändern, sondern lediglich die oberfläche anpassen.
das ändert nichts daran das es natürlich schwachsinn ist das die oberfläche oft entscheidender ist als die fähigkeit. oder entscheidender scheint. es geht doch zumeist um den ersten schritt. die erste hürde die es zu überwinden gilt. ich war genau einmal mit anzug auf arbeit, das war zum vorstellungsgespräch, danach nicht mehr. aber mei, wenn sie es verlangen würden, würde ich halt auch mit anzug auf arbeit kommen. es würde mich nicht umbringen, auch wenn es nicht meinem _ich_ entspricht.
aber das ist wohl alles eine einstellungssache.