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Was ist eigentlich Sucht ?

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Christian
Alt 20.02.2003, 15:43   #1
Standard Was ist eigentlich Sucht ?

Hi Leute,

ich habe gestern voll lange mit einem Kumpel über das Thema Sucht geredet. Wir konnten uns nicht erklären was eigentlich Sucht bedeutet. Was genau ist Sucht? Wie wird sie ausgelöst? Wie wird man sie los? Ich bin süchtig nach Zigaretten z.B. also habe das Verlangen Zigartten zu rauchen, aber warum eigentlich? Sagt jetzt nicht das Nikotin süchtig macht das wäre zu einfach. Und wieso steht die Sucht noch über dem Menschlichen Selbsterhaltungs Trieb?
 
 
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-V-
Alt 20.02.2003, 15:48   #2
Standard

Bei der körperlichen Sucht, ist es ganz klar. Da kann der menschliche Körper halt nicht mehr ohne das Suchtmittelleben, egal ob nun Alkohol, Nikotin oder sonstige Drogen.

Bei der geistigen Sucht ist das schwieriger zu defienieren. Es nun Sucht oder einfach nur Gewohnheit.
 
 
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©ì®©@
Alt 20.02.2003, 15:50   #3
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wo man aber unterscheiden sollte (is bei mir so), und zwar zwischen sucht und genuss (beim kiffen z.b.).
 
 
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ANSI Lady
Alt 20.02.2003, 15:57   #4
Standard

Jo, die Frage habe ich mir auch schon oft gestellt...

Süchtig ist man (meiner Meinung nach) wenn man etwas aus Gewohnheit macht... Selbst Atmen ist eine Art Sucht. Du machst es halt einfach ohne es bewusst abstellen zu wollen. Willst Du es dann abstellen aber schaffst es nicht, siehst Du Dich auch als Süchtig.
So kann man auch süchtig nach Autofahren sein, nach Vergnügen oder eben halt nach Drogen.
Der Spruch "Ich kann jederzeit aufhören" ist so ne Sache, denn man macht es dann eben doch nie (somit haben wir (in meinen Augen) eine Sucht).... wegen der Gewohnheit eben.
Der größte Suchtfaktor (Meiner Meinung nach) ist das "davon wegkommen" bzw. das Gefühl "Is ja nix passiert, ich lebe noch also verkrafte ich es, süchtig bin ich doch deshalb noch lange nicht auch wenn ich es wieder tue"....
Beispiel Alkohol... Mal nen üblen Suff gehabt und trotzdem noch am Leben... Aufhören wird man (meist) deswegen nie, auch wenn man sich nicht sonderlich gut fühlte, alles vollgebrochen hat, ... etc. Doch schon der nächste Griff zu diesem 'Stoff' (auch Monate später) ist eine Art Sucht, vor allem wenn man weiß das es nicht schädigend ist. Schädigend ist es aber trotzdem, man merkt es nur nicht bewusst. Die Rechnung kommt dann meist im fortgeschrittenen Alter.

Sucht ist daher (meiner Meinung nach) eine Art Selbstbeweiß. Ein Spiel mit der Einstellung zu einer ganz bestimmten Sache. Jeden Tag ein Bier ist 100% eine Sucht, für den Betroffenen meist nur eine zusätzliche Lebensauffassung, die als harmlos abgegolten wird (Man kann ja jederzeit aufhören, manche haben es sogar schon geschafft mal 2 Tage ohne zu leben.

Die vielen Klammern rühren nun daher das ich hier nichts behaupten möchte... Hat jemand eine andere Auffassung der Sucht ?
 
 
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ANSI Lady
Alt 20.02.2003, 16:45   #5
Standard

Jetzt hätt ichs doch fast vergessen ...

Und wieso steht die Sucht noch über dem Menschlichen Selbsterhaltungs Trieb?
Eigentlich ganz einfach... Süchtig nach etwas kann man erst werden wenn man es schon einmal gemacht hat...
Leben tust Du permanent, gestorben bist Du aber noch nie...
D.h. alles was Du schon einmal gemacht hast ist wichtiger als das Unbekannte (Vergessen wir dabei einmal die Sehnsucht(z.B. nach dem Unbekannten))...
Somit steht die Sucht über dem Selbsterhaltungstrieb.

(Meiner Meinung nach)
 
 
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LowZ
Alt 20.02.2003, 16:53   #6
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komische meinung lol
 
 
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k. l. e. e.
Alt 20.02.2003, 16:57   #7
Standard

sucht ist:

1.Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, ein Suchtmittel zu konsumieren.

2.Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums des Suchtmittels.

3.Ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums.

4.Nachweis einer Toleranz: Um die ursprünglich durch niedrigere Mengen des Suchtmittels erreichten Wirkungen hervorzurufen, sind zunehmend höhere Mengen erforderlich.

5.Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen und Vergnügen zugunsten des Suchtmittelkonsums und/oder erhöhter Zeitaufwand, um die Substanz zu beschaffen, zu konsumieren oder sich von den Folgen zu erholen.

6.Anhaltender Substanzgebrauch trotz des Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen (körperlicher, psychischer oder sozialer Art).

---

- starkes Bedürfnis nach Konsum
- anhaltender Konsum trotz Gesundheitsschädigung
- Vorrang des Konsums vor anderen Aktivitäten und Verpflichtungen
- Toleranzentwicklung, d.h. gegenüber Nichtabhängigen höhere Dosis für gleiche Wirkung
- manchmal körperliches Entzugssyndrom

klee
 
 
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ANSI Lady
Alt 20.02.2003, 17:06   #8
Standard

Original geschrieben von Christian
Wir konnten uns nicht erklären was eigentlich Sucht bedeutet.
Hm... also ich bin nun etwas schlauer...
 
 
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Nils
Alt 20.02.2003, 17:09   #9
Standard

Den Text hab ich aus dem Pschyrembel, ein medizinisches Wörterbuch:
Copyright ©2001 Walter de Gruyter GmbH & Co. KG

Abhängigkeit: (engl.) dependence; auch Sucht, Dependenz; Bezeichnung für verschiedene Formen des Angewiesenseins auf bestimmte Substanzen oder Verhaltensweisen;
Formen:
1. körperliche (physische) Abhängigkeit: Merkmale sind Entwicklung einer Toleranz bzgl. der konsumierten Substanz, Auftreten eines substanzspezifischen Entzugssyndroms bei Aussetzen der Substanzzufuhr bzw. die Einnahme der Substanz, um Entzugssymptome zu lindern od. zu vermeiden;
2. seelische (psychische) Abhängigkeit: u. a. gekennzeichnet durch starkes, gelegentlich übermächtiges oder zwanghaft auftretendes Verlangen, eine Substanz zu konsumieren, um sich positive Empfindungen zu verschaffen oder unangenehme zu vermeiden; verminderte Kontrollfähigkeit über Beginn, Beendigung und Menge des Substanzgebrauchs einschliesslich erfolgloser Versuche, diesen zu verringern; Einengung u. Anpassung der Alltagsaktivitäten auf die Möglichkeit bzw. Gelegenheit zum Substanzkonsum; Vernachlässigung wichtiger sozialer bzw. berufl. Interessen; fortgesetzter Substanzgebrauch trotz Wissens über dessen schädl. Folgen. Das DSM IV unterscheidet mehrere, u. U. zur A. führende Stoffgruppen: Alkohol, Amphetamine od. ähnl. wirkende Sympathomimetika (vgl. Appetitzügler), Cannabis, Halluzinogene, Inhalanzien (z. B. Lösungsmittel; vgl. Schnüffelsucht), Coffein, Cocain, Nicotin, Opiate (s. Heroinabhängigkeit), Phencyclidin, Sedativa, Hypnotika, Anxiolytika. Multipler Substanzgebrauch (s. Polytoxikomanie) kann vorkommen. Eine einfachere Einteilung differenziert Alkohol- (A-Typ), Medikamenten- (M-Typ) u. Rauschmittelabhängigkeit (R-Typ).

Ursachen: Neben der Verfügbarkeit u. pharmakologischen Wirkung der Droge sind für die Entwicklung einer Abhängigkeit die Struktur der Persönlichkeit sowie das soziale Lebensumfeld des Betroffenen von Bedeutung; häufig geht eine Phase des Missbrauchs voraus. Verwendung findet der Begriff der Abhängigkeit auch im Zusammenhang mit bestimmten Handlungen bzw. Verhaltensweisen (s. Spielabhängigkeit). Bei der sog. low dose dependence sind die Betroffenen trotz relativ niedriger Dosis u. geringer Dosissteigerung nicht in der Lage, ohne die Substanz auszukommen. Im Unterschied zur Abhängigkeit gibt es auch den gewohnheitsmäßigen Konsum bestimmter Substanzen, bei dem die typischen Merkmale physischer bzw. psychischer Abhängigkeit jedoch fehlen.
besser hätt ich das nich sagen können
atmen ist natürlich keine sucht...also bitte.
 
 
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ANSI Lady
Alt 20.02.2003, 17:15   #10
Standard

Wie sieht es denn dann mit der Sucht nach Selbstverstümmelung aus ??? Ich hatte mal ne Freundin die der Meinung war sich immer und immer wieder Ihre Arme mit Scherben o.Ä. aufschneiden zu müssen...

Ich weiß zwar das bei manchen Menschen auch Schmerzen eine positive Empfindung hervorrufen können.... hm....
 
 
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asdf
Alt 20.02.2003, 17:43   #11
Standard

ich glaub das hat rein garnix mit genussmittel oder drogen zu tun wenn sich leute gerne dinge in den arm ritzen...

wir ham ja hier n paar definitionen, da kann man doch sinnvolle dinge rauslesen.

whatever, ich glaub ich geh mal meine sucht nach rausch befriedigen
 
 
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Nils
Alt 21.02.2003, 00:20   #12
Standard

jo sich die arme aufschneiden is ja nich unbedingt selten...schmerz spüren um wieder sich zu spüren

eine art sucht nach schmerz...

hab grad ma ein bisschen auf rotetraenen.de gestöbert (übrigens ne hervorragende seite):
Sachsse berichtet, daß alle seine Patientinnen zumindest zeitweise eine Abususproblematik aufwiesen, zum Teil mit Vollbild einer Alkoholikerin und betont, daß die Grenzen zwischen seelischen Krankheiten fließend seien, das Symptom Selbstverletzendes Verhalten süchtigen Charakter bekommen könne und "in jeder alltäglichen Belastungssituation zur Entlastung, wie eine Droge eingesetzt werde." (Sachsse, 1995a, 48)
also gar nich so falsch deine vermutung, superschicke
 
 
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Teletubiesfan
Alt 21.02.2003, 15:31   #13
Standard

Hi,

also ich würde bei Sucht noch hinzufügen, dass man von der jeweiligen Droge immer noch mehr haben will!!!! Ansonsten kann ich glaube ich weitgehend mit dem Zitat von Nils übereinstimmen! Und naja von wegen aufhören, dass ist ja eigentlich auch zu 80% ne Kopfsache, zum Beispiel bei Zigaretten war es, meines Wissens nach, nachgewiesen, dass die körperliche Abhängigkeit schon nach einer Woche weg ist. Also denke ich mal, dass bei den meißten Drogen die Abhängigkeit eher ne Kopfsache ist!
 
 
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dare
Alt 21.02.2003, 15:48   #14
Standard

sucht hat was mit dem gehirn zu tun
und zwar der befriedigungs und vorfreuden teil des gehirns, nimmt ab wenn man raucht oder saeuft oder kifft oder was weiß ich... und deswegen muss man das immer oefters machen, bzw. nehmen
 
 
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Christian
Alt 22.02.2003, 05:07   #15
Standard

dareevil,

ja durch kiffen werden doapmin rezeptoren ausgeschütet. Wenn man zuviel kifft kann der körper bald kein Dopamin mehr ausschütten da es nachproduziert werden muss. Die folge ist das du Deprissiv und Unglücklich wirst, dich über nichts mehr freuen bzw. kein Glück mehr empfindest.
 
 
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Nils
Alt 22.02.2003, 14:29   #16
Standard

also wenn, dann wird (mehr als sonst) serotonin (kein dopamin -und auch nich die rezeptoren, das sind die dinger die das zeuch aufnehmen) ausgeschüttet, und wenn man zuviel kifft (also über einen längeren zeitraum), gewöhnt sich der körper dran, dass es immer schön serotonin gibt (evtl schüttet er auch von sich aus nicht mehr so viel aus, bin ich mir nich sicher). hört man dann irgendwann auf, fehlt serotonin, und man is für einige tage depri und kann nich mehr so lachen wie sonst...
schlimmer ist das eigentlich noch bei xtc, der "teilekater" der einem die tage nach dem feierwochenende schön mit einer depriwoche oder zumindest einem depritag, je nach dem, versüsst...
dagegen hilft dann ganz gut L-tryptophan, eine vorstufe des serotonins, welches im körper zu serotonin umgewandelt wird. kann man in der apo frei kaufen.
 
 
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