Zitat von michaelg Was ist das denn für eine völlig verquere Ansicht, oder meinst du das nur aus "realistischen Erwägungen "? Zumal Gewerkschaften doch gerade für die Rechte der Werktätigen eintreten, ihr Sprachrohr und Kampfmittel sind, damit sie nicht die rechtlosen Sklaven der Arbeitgeber sind.
Nein, auch ,,moralisch" gesehen (wenn man das Wort ,,Moral" hier verwenden darf) - und nicht nur aus Realismus - finde ich es nicht konstruktiv, auf Kosten der Bevölkerung zu streiken. Dass Gewerkschaften für die Rechte der ,,Werktätigen" [

] eintreten, sehe ich nicht so, geschweige denn dass sie überhaupt für irgendwelche Rechte eintreten. Was heißt eigentlich ,,Rechte" ? Für Rechte ist die Justiz da, die Rechte stehen im Grundgesetz und BGB. Es gehört aber nicht zum Menschenrecht oder Grundrecht, möglichst hohe Löhne gezahlt zu bekommen.
Zitat von michaelg Und wenn dann keiner gefunden wird, der angemessen entlohnt wird oder wo die Arbeit nicht passt?
Das ist ein anderes Problem, was zu lösen wäre, und welches vielfältige Gründe hat, die hier nicht zur Debatte stehen. Es verbietet dem besagten Arbeitenden ja keiner, eine Kündigung beim öffentlichen Dienst oder bei der Bahn abzulehnen, dann hat er das Problem mit dem Job-Mangel nicht, aber dann muss er halt mit den niedrigeren Löhnen leben - und in einem Lebensstandard leben, um den ihn Milliarden von Menschen und auch einige arbeitslose Deutsche beneiden.
Zitat von michaelg Nicht Kritik oder Vorwürfe sondern Solidarität ist in solchen Fragen das Gebot der Stunde!
Ich sehe es nicht als Mangel an Solidarität, wenn ich Streiks grundsätzlich kritisiere. Sondern ich sehe es als Mangel an Solidarität, wenn auf Kosten des Volkes und ohne Not-Situation gestreikt wird.
Zitat von IceBear Genau das heißt es. Die Löhne müssen im Laufe der Zeit steigen, damit Inflation usw. ausgeglichen wird. Stelle dir nur mal vor, ein Industriearbeiter würde noch heute 1-2 Mark (sagen wir der Einfachheit halber 1€) verdienen, wie zu Bismarcks Zeiten...
Heute ist selbst ein Arbeitsloser noch reicher als die meisten Leute zu Bismarcks Zeiten. Ich wollte mit meiner Erläuterung ja nur sagen, dass es nichts bringt, damit zu argumentieren, dass die Löhne sinken. Denn die Löhne würden auch sinken, wenn man sie von 2 Mia. € auf 1,9 Mia. € im Monat senkt, und da würde auch keiner nach Streik rufen. Mit ,,sinken" oder ,,steigen" kann man hier also nicht argumentieren, sondern höchstens mit Summen.
Ich finde aber auch nicht, dass die Löhne insgesamt in Deutschland im Durchschnitt aller Branchen steigen müssen. Die Deutschen müssen den Gürtel wesentlich enger schnallen, wir sind hochverschuldet.
Zitat von OrionX es gibt tatsächlich ein land was von der produktion her auf dem selben level ist wie deutschland und keine gewerkschaften kennt, und auch keine streiks.
das ist die VR China. Dort wird man tatsächlich umgehend entlassen wenn man nicht arbeitet, man arbeitet für einen stundenlohn von 20 cent, was auch in china wenig ist und arbeitet sich körperlich teilweise zu tode und kann nie sicher sein das man den nächsten tag einen job hat. das was in china zeitarbeiter sind würde hier in deutschland als nomade bezeichnet.
Und du meinst, wenn es in Deutschland keine Streiks mehr gäbe, würden die Leute hier leben wie in China? Ich glaube nicht.
Zitat von OrionX man kann natürlich auch neoliberal sein und genau das gut finden.
Damit hat das wohl relativ wenig zu tun.
Zitat von michaelg Ich weiß auch nicht, was das Argument mit der Arbeitsverweigerung sollte. Streiken ist in Deutschland hochgradig rechtlich normiert - sprich: legitim, anders gesagt: vorgesehen!
Das schließt den Vorwurf der Arbeitsverweigerung nicht aus. Juristisch mag es leider so sein, dass dieses Streik-Recht besteht, aber das heißt ja nicht, dass ich diese rechtlichen Regelungen so gut finden muss.
Gruß,
Daniel.