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Warnstreik im öffentlichen Dienst

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Walli-Man
Alt 07.03.2008, 10:09   #1
Standard Warnstreik im öffentlichen Dienst

Mich würd mal eure Meinung zum Warnstreik im öffentlichen Dienst interessieren. Befürwortet ihr den Streik?

Ich persönlich find den Streik richtig. Der öffentliche Dienst ist der größte Arbeitgeber (mehr als eine Million Arbeitnehmer) in Deutschland. Eine Lohnerhöhung würde die Konjunktur ankurbeln.

Auch ist die Forderung von 8% mehr Lohn meiner Meinung nach nicht überzogen. Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst mussten viele Jahre zurückstecken und erhielten keine Lohnerhöhung. Eine Lohnerhöhung um 5% auf zwei Jahre verteilt und eine Erhöhung der Arbeitszeit (Angebot der Arbeitgeber, also Bund und Kommunen; hier gilt der TVöD) würde den Stundenlohn evtl. sogar senken. Nicht zu bedenken wie sich das Leben in den letzten Jahren verteuert hat und wie sich die Preise weiter entwickeln werden.

Bin gespannt über eure Meinung!

Geändert von Walli-Man (07.03.2008 um 13:22 Uhr).
 
 
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michaelg
Alt 07.03.2008, 10:27   #2
Standard

Selbstverständlich befürworte ich den Streik. Was denen angeboten wird ist auch etwas lächerlich. Drollig finde ich, dass in Deutschland immer so ein Wirbel um Streiks gemacht wird. Das geht woanders viel härter.
 
 
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Fränze
Alt 08.03.2008, 17:29   #3
Standard

Wie auch bei den Lokführern ist auffallend, dass die Arbeitgeberseite so herumtrickst - mehr Geld, aber auch mehr Arbeit, eigenen Vertrag, aber nur mit den Großgewerkschaften zusammen.

Damit versuchen sie, die Öffentlichkeit zu täuschen und gegen die Streikenden aufzubringen.
 
 
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kenshin-himura
Alt 09.03.2008, 16:33   #4
Standard

Ich finde, wer die Arbeit verweigert, gehört entlassen. Aber leider können ja viele ,,Streikende" gar nichts dafür, sie müssen ja die Befehle ausführen, die sie von ihren Gewerkschafts-Sklavenhaltern bekommen. Insofern sind Zwangs-Streikende nicht zu bestrafen. Auf jeden Fall aber ist das Initiieren von Streiks verwerflich. Wem die Arbeit nicht passt und die Kohle zu wenig ist, soll sich einen anderen Job suchen.

Gruß,

Daniel.
 
 
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OrionX
Alt 09.03.2008, 17:13   #5
Standard

aber weniger lohn bekommen für dieselbe arbeit ist absolut fair?
 
 
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kenshin-himura
Alt 09.03.2008, 18:03   #6
Standard

Zitat von OrionX
aber weniger lohn bekommen für dieselbe arbeit ist absolut fair?
Wenn man die Argumentation mal umdreht: Mehr Lohn bekommen für die selbe Arbeit soll demzufolge grundsätzlich absolut fair sein, wenn ich dich richtig interpretiere? Also möglichst Milliarden zahlen für die Arbeit? Löhne ändern sich eben - eine Binsenweisheit.

Gruß,

Daniel.
 
 
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michaelg
Alt 09.03.2008, 19:29   #7
Standard

Zitat von kenshin-himura
Ich finde, wer die Arbeit verweigert, gehört entlassen. Aber leider können ja viele ,,Streikende" gar nichts dafür, sie müssen ja die Befehle ausführen, die sie von ihren Gewerkschafts-Sklavenhaltern bekommen.
Was ist das denn für eine völlig verquere Ansicht, oder meinst du das nur aus "realistischen Erwägungen "? Zumal Gewerkschaften doch gerade für die Rechte der Werktätigen eintreten, ihr Sprachrohr und Kampfmittel sind, damit sie nicht die rechtlosen Sklaven der Arbeitgeber sind.

Zitat von kenshin-himura
Wem die Arbeit nicht passt und die Kohle zu wenig ist, soll sich einen anderen Job suchen.

Und wenn dann keiner gefunden wird, der angemessen entlohnt wird oder wo die Arbeit nicht passt? Als wenn das alles so einfach wäre. Mit zu hohen Ansprüchen der Arbeitnehmer hat das nichts zu tun.

Angesichts von Inflation und der Explosion der Lebenshaltungskosten in der jüngsten Zeit, insbesondere bei Lebensmitteln und Energie, kann man die konsequente Haltung der Gewerkschaft doch nur nachvollziehen.

Nicht Kritik oder Vorwürfe sondern Solidarität ist in solchen Fragen das Gebot der Stunde!
 
 
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Jason Evil
Alt 09.03.2008, 19:38   #8
Standard

Ich teile kenshins Meinung.

Bin selber zur Zeit nur Leiharbeiter und darf Stunden klopfen ohne Ende für einen Stundenlohn der einfach nur lächerlich ist! An Streik dürfte ich nichtmal denken ohne meinen Aufhebungsvertrag auf dem Tisch liegen zu haben. Ich schaffe es trotzdem den Monat zu überleben.

Anderes Problem was ich nun habe: Ich muss zwischen Mönchengladbach und Düsseldorf pendeln, mit Bus und Bahn. Dank dem Streik darf ich morgen dann schon um 5:00 Uhr am Bahnhof stehen in der Hoffnung das ich auch pünktlich zur Arbeit komme.

Das ist einfach ein politisches Problem. Die denken einfach nicht nach wenn es um Mehrwertsteuer Erhöhung geht. Jede Berufsgruppe kriegt nun ihre Mindestlöhne. Wir Leiharbeiter dürfen uns immer noch verarschen lassen.

Da fragt auch keiner nach Gerechtigkeit.
 
 
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IceBaer
Alt 09.03.2008, 20:46   #9
Standard

Nun ja, ich sehe das eher zwiespältig.

Auf der einen Seite steht die drastische Erhöhunh der Lebenshaltungskosten in Verbindung mit der deutlich besseren Wirtschaftslage.

Au der anderen Seite sind die öffetnlichen Haushalte immer noch klamm und der öffentliche Dienst war nicht wirklich Motor des wirtschaftlichen Aufschwungs...

Im Endeffekt bin ich froh, mich nicht mit dieser Thematik herumschlagen zu müssen...

Zitat von kenshin-himura
Wenn man die Argumentation mal umdreht: Mehr Lohn bekommen für die selbe Arbeit soll demzufolge grundsätzlich absolut fair sein, wenn ich dich richtig interpretiere?
Daniel.
Genau das heißt es. Die Löhne müssen im Laufe der Zeit steigen, damit Inflation usw. ausgeglichen wird. Stelle dir nur mal vor, ein Industriearbeiter würde noch heute 1-2 Mark (sagen wir der Einfachheit halber 1€) verdienen, wie zu Bismarcks Zeiten...

Zitat von Jason Evil
Ich teile kenshins Meinung.

Bin selber zur Zeit nur Leiharbeiter und darf Stunden klopfen ohne Ende für einen Stundenlohn der einfach nur lächerlich ist! An Streik dürfte ich nichtmal denken ohne meinen Aufhebungsvertrag auf dem Tisch liegen zu haben. Ich schaffe es trotzdem den Monat zu überleben.
wobei niemand entlassen werden darf, nur weil er an einem rechtmäßigen Streik teilnimmt. Dies darf auch nicht auf andere Weise sanktioniert werden (Abmahnung, etc.)

Geändert von Wodar Hospur (10.03.2008 um 09:13 Uhr).
 
 
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OrionX
Alt 09.03.2008, 21:52   #10
Standard

es gibt tatsächlich ein land was von der produktion her auf dem selben level ist wie deutschland und keine gewerkschaften kennt, und auch keine streiks.

das ist die VR China. Dort wird man tatsächlich umgehend entlassen wenn man nicht arbeitet, man arbeitet für einen stundenlohn von 20 cent, was auch in china wenig ist und arbeitet sich körperlich teilweise zu tode und kann nie sicher sein das man den nächsten tag einen job hat. das was in china zeitarbeiter sind würde hier in deutschland als nomade bezeichnet. die natur wird für produktion und firmen zerstört.

und weissgott, in china wäre auch möglich bessere bedingungen zu schaffen, aber dann kämen weniger investoren, also beutet man weiter aus.

ich bin generell für solche arbeitskämpfe.

wenn die firmen in den letzten jahren nur noch wachsende gewinne verzeichnen und so auch der staat mehr steuern verzeichnet sollte dies an die arbeitnehmer weitergegeben worden, auch angesichts dessen das die preise weiter steigen.

man kann natürlich auch neoliberal sein und genau das gut finden.

@Jason: naja für mich klingt das ungefähr so: "Weils mir nicht gut geht darfs anderen nicht besser gehen".

ch lebe auch vom geld her an der finanziellen "armutsgrenze" (als azubi) und die meisten studenten und hartz ivler haben mehr als ich. trotzdem find ich nicht das die weniger kriegen sollten.
 
 
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michaelg
Alt 09.03.2008, 22:23   #11
Standard

Ich weiß auch nicht, was das Argument mit der Arbeitsverweigerung sollte. Streiken ist in Deutschland hochgradig rechtlich normiert - sprich: legitim, anders gesagt: vorgesehen!
 
 
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Jason Evil
Alt 09.03.2008, 22:41   #12
Standard

@Jason: naja für mich klingt das ungefähr so: "Weils mir nicht gut geht darfs anderen nicht besser gehen".
Hab ja nicht behauptet das es mir schlecht gut, es ist nur unfair gegenüber anderen Berufsgruppen. Jedermann kann streiken, Leiharbeiter nicht.

Mit einem durchschnittlichen Tariflohn von 1700 Euro brutto geht es denen ja nicht wirklich schlecht.
Das ich so wenig verdiene liegt ja daran das ich nur Hilfsarbeiter bin.

Das nun die Firmen anfangen mehr Lohn zu versprechen, verbunden mit mehr Arbeitszeit ist natürlich nicht fair und das die Arbeiter bei einem Streik mitziehen müssen ist auch klar.

Ich komm mit ungefähr 1100 Euro Brutto sehr gut über die Runden und mit mehr nicht klar kommt muss seinen Lebensstandard eben anpassen.

Und ja auch ich muss davon Miete zahlen, Unterhalt für ein uneheliches Kind, Restsschulden sowie meinen Fernseher abbezahlen. Würde meine Freundin nicht arbeiten wäre das alles dann schon etwas knapp, würde aber trotzdem immer noch funktionieren.
 
 
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kenshin-himura
Alt 10.03.2008, 00:34   #13
Standard

Zitat von michaelg
Was ist das denn für eine völlig verquere Ansicht, oder meinst du das nur aus "realistischen Erwägungen "? Zumal Gewerkschaften doch gerade für die Rechte der Werktätigen eintreten, ihr Sprachrohr und Kampfmittel sind, damit sie nicht die rechtlosen Sklaven der Arbeitgeber sind.
Nein, auch ,,moralisch" gesehen (wenn man das Wort ,,Moral" hier verwenden darf) - und nicht nur aus Realismus - finde ich es nicht konstruktiv, auf Kosten der Bevölkerung zu streiken. Dass Gewerkschaften für die Rechte der ,,Werktätigen" [ ] eintreten, sehe ich nicht so, geschweige denn dass sie überhaupt für irgendwelche Rechte eintreten. Was heißt eigentlich ,,Rechte" ? Für Rechte ist die Justiz da, die Rechte stehen im Grundgesetz und BGB. Es gehört aber nicht zum Menschenrecht oder Grundrecht, möglichst hohe Löhne gezahlt zu bekommen.

Zitat von michaelg
Und wenn dann keiner gefunden wird, der angemessen entlohnt wird oder wo die Arbeit nicht passt?
Das ist ein anderes Problem, was zu lösen wäre, und welches vielfältige Gründe hat, die hier nicht zur Debatte stehen. Es verbietet dem besagten Arbeitenden ja keiner, eine Kündigung beim öffentlichen Dienst oder bei der Bahn abzulehnen, dann hat er das Problem mit dem Job-Mangel nicht, aber dann muss er halt mit den niedrigeren Löhnen leben - und in einem Lebensstandard leben, um den ihn Milliarden von Menschen und auch einige arbeitslose Deutsche beneiden.

Zitat von michaelg
Nicht Kritik oder Vorwürfe sondern Solidarität ist in solchen Fragen das Gebot der Stunde!
Ich sehe es nicht als Mangel an Solidarität, wenn ich Streiks grundsätzlich kritisiere. Sondern ich sehe es als Mangel an Solidarität, wenn auf Kosten des Volkes und ohne Not-Situation gestreikt wird.

Zitat von IceBear
Genau das heißt es. Die Löhne müssen im Laufe der Zeit steigen, damit Inflation usw. ausgeglichen wird. Stelle dir nur mal vor, ein Industriearbeiter würde noch heute 1-2 Mark (sagen wir der Einfachheit halber 1€) verdienen, wie zu Bismarcks Zeiten...
Heute ist selbst ein Arbeitsloser noch reicher als die meisten Leute zu Bismarcks Zeiten. Ich wollte mit meiner Erläuterung ja nur sagen, dass es nichts bringt, damit zu argumentieren, dass die Löhne sinken. Denn die Löhne würden auch sinken, wenn man sie von 2 Mia. € auf 1,9 Mia. € im Monat senkt, und da würde auch keiner nach Streik rufen. Mit ,,sinken" oder ,,steigen" kann man hier also nicht argumentieren, sondern höchstens mit Summen.

Ich finde aber auch nicht, dass die Löhne insgesamt in Deutschland im Durchschnitt aller Branchen steigen müssen. Die Deutschen müssen den Gürtel wesentlich enger schnallen, wir sind hochverschuldet.

Zitat von OrionX
es gibt tatsächlich ein land was von der produktion her auf dem selben level ist wie deutschland und keine gewerkschaften kennt, und auch keine streiks.

das ist die VR China. Dort wird man tatsächlich umgehend entlassen wenn man nicht arbeitet, man arbeitet für einen stundenlohn von 20 cent, was auch in china wenig ist und arbeitet sich körperlich teilweise zu tode und kann nie sicher sein das man den nächsten tag einen job hat. das was in china zeitarbeiter sind würde hier in deutschland als nomade bezeichnet.
Und du meinst, wenn es in Deutschland keine Streiks mehr gäbe, würden die Leute hier leben wie in China? Ich glaube nicht.

Zitat von OrionX
man kann natürlich auch neoliberal sein und genau das gut finden.
Damit hat das wohl relativ wenig zu tun.

Zitat von michaelg
Ich weiß auch nicht, was das Argument mit der Arbeitsverweigerung sollte. Streiken ist in Deutschland hochgradig rechtlich normiert - sprich: legitim, anders gesagt: vorgesehen!
Das schließt den Vorwurf der Arbeitsverweigerung nicht aus. Juristisch mag es leider so sein, dass dieses Streik-Recht besteht, aber das heißt ja nicht, dass ich diese rechtlichen Regelungen so gut finden muss.

Gruß,

Daniel.

Geändert von kenshin-himura (10.03.2008 um 01:50 Uhr).
 
 
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IceBaer
Alt 10.03.2008, 20:12   #14
Standard

Zitat von kenshin-himura
Was heißt eigentlich ,,Rechte" ? Für Rechte ist die Justiz da, die Rechte stehen im Grundgesetz und BGB. Es gehört aber nicht zum Menschenrecht oder Grundrecht, möglichst hohe Löhne gezahlt zu bekommen.
Nein aber es ist ein Grundrecht würdig behandelt zu werden. Und zu einer würdevollen Behandlung gehört auch die gerechte Entlohnung.
Wir können nun natürlich darüber streiten, ob eine Entlohnung von 7,49€ unwürdig und von 7,50€ würdig ist, aber das wäre wohl nicht zielführend.

Vielmehr ist es Aufgabe der Tarifparteien gerechte Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dazu gehört die Entlohnung ebenso wie die Arbeitzeit, die Möglichkeiten für Aus- und Fortbildung,...

btw: Viele Rechte stehen nicht im GG oder BGB. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist. z.B. weitestgehend durch ständige Rechtsprechung entwickelt worden aber nicht gesetzlich definiert worden. Ebenso ist es mit dem neu entwickelten Recht auf die Integrität der Informationssysteme (so oder so ähnlich hat das BVerfG denke ich beschrieben, warum das NRW-Verfassungsschutzgesetz kassiert wurde...). Im GG ist nicht einmal definiert, was "Würde" überhaupt ist...
 
 
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Intransigenz
Alt 10.03.2008, 21:41   #15
Standard

wenn ich lokführer wäre oder sonstwas und ich fände ich bekomme zu wenig lohn für meine gute leistung würd ich auch auf die strasse gehen und ich würde mir wünschen dass die leute das verstehen und nich sauer würden.....
ich befürworte das, würd ich auch machen wollen/dürfen
 
 
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michaelg
Alt 10.03.2008, 22:40   #16
Standard

Zitat von kenshin-himura
Was heißt eigentlich ,,Rechte" ? Für Rechte ist die Justiz da, die Rechte stehen im Grundgesetz und BGB. Es gehört aber nicht zum Menschenrecht oder Grundrecht, möglichst hohe Löhne gezahlt zu bekommen.
Sagt so doch auch keiner, weder dass es ein Recht auf _hohe_ Löhne gäbe noch dass so ein Recht Grundrecht oder grundrechtsähnlich wäre.
Es ist aber durchaus ein Grundrecht, gewerkschaftlich zu streiken - das impliziert natürlich, dass dies für angemessene Löhne getan wird.

Ich sehe auch nicht, wo irgendwelche Forderungen überzogen sein sollen oder die Streiks unverhältnismäßig wären.
 
 
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Jason Evil
Alt 11.03.2008, 06:57   #17
Standard

Zitat von Intransigenz
wenn ich lokführer wäre oder sonstwas und ich fände ich bekomme zu wenig lohn für meine gute leistung würd ich auch auf die strasse gehen und ich würde mir wünschen dass die leute das verstehen und nich sauer würden.....
ich befürworte das, würd ich auch machen wollen/dürfen
Hätte ich nicht das Problem das ich eine Rot-Grün-Schwäche hätte wäre ich heute sehr wahrscheinlich auch Lokführer. Hab damals mit 16 den Einstellungstest mit "gut" bestanden und bin dann leider wegen meiner leichten Farbenblindheit beim Gesundheitstest eine Woche später durch gerasselt. Naja, shit happens.

Dennoch bin ich der Meinung das die immer noch genug verdienen. Es wird wohl kein Lokführer oder Busfahrer verhungern, das tun Leute mit weniger Gehalt auch nicht.
 
 
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kenshin-himura
Alt 11.03.2008, 12:12   #18
Standard

Zitat von IceBaer
Nein aber es ist ein Grundrecht würdig behandelt zu werden. Und zu einer würdevollen Behandlung gehört auch die gerechte Entlohnung.
Wir können nun natürlich darüber streiten, ob eine Entlohnung von 7,49€ unwürdig und von 7,50€ würdig ist, aber das wäre wohl nicht zielführend.

Vielmehr ist es Aufgabe der Tarifparteien gerechte Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dazu gehört die Entlohnung ebenso wie die Arbeitzeit, die Möglichkeiten für Aus- und Fortbildung,...

btw: Viele Rechte stehen nicht im GG oder BGB. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist. z.B. weitestgehend durch ständige Rechtsprechung entwickelt worden aber nicht gesetzlich definiert worden. Ebenso ist es mit dem neu entwickelten Recht auf die Integrität der Informationssysteme (so oder so ähnlich hat das BVerfG denke ich beschrieben, warum das NRW-Verfassungsschutzgesetz kassiert wurde...). Im GG ist nicht einmal definiert, was "Würde" überhaupt ist...
Du sagst ja selbst, dass im GG nicht einmal definiert ist, was die sogenannte ,,Würde" denn überhaupt sein soll. Du fügst auch keine eigene Definition von dir dazu. Gleichzeitig sagst du, zu einer würdevollen Behandlung gehöre eine ,,gerechte Belohnung", und diese siehst du derzeit nicht gegeben. Das ist doch ein Widerspruch.

Zitat von michaelg
Sagt so doch auch keiner, weder dass es ein Recht auf _hohe_ Löhne gäbe noch dass so ein Recht Grundrecht oder grundrechtsähnlich wäre.
Es ist aber durchaus ein Grundrecht, gewerkschaftlich zu streiken - das impliziert natürlich, dass dies für angemessene Löhne getan wird.
Na ja, warum dann die Aussage, dass die Gewerkschaften für die ,,Rechte" der Arbeitnehmer kämpfen würden? Kann natürlich sein, dass ich das übertrieben interpretiert habe.

Gruß,

Daniel.
 
 
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michaelg
Alt 11.03.2008, 15:27   #19
Standard

Zitat von kenshin-himura
Na ja, warum dann die Aussage, dass die Gewerkschaften für die ,,Rechte" der Arbeitnehmer kämpfen würden? Kann natürlich sein, dass ich das übertrieben interpretiert habe.
Du hast Recht; ich habe den Begriff mehr im Sinne von Belange, Sache, Angelegenheit gebraucht.
 
 
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IceBaer
Alt 11.03.2008, 21:05   #20
Standard

Zitat von kenshin-himura
Du sagst ja selbst, dass im GG nicht einmal definiert ist, was die sogenannte ,,Würde" denn überhaupt sein soll. Du fügst auch keine eigene Definition von dir dazu. Gleichzeitig sagst du, zu einer würdevollen Behandlung gehöre eine ,,gerechte Belohnung", und diese siehst du derzeit nicht gegeben. Das ist doch ein Widerspruch.
Der Begriff "Würde" wird durch die ständige Rechtsprechung ebenso weiterentwickelt wie durch die Legislative. Da ist es sicherlich nicht an mir, eine entsprechende Definition vorzulegen. Das ein zu niedriger Lohn gegen Art 1 GG verstößt ist foglerichtig auch nicht meine Idee, sondern entspringt Urteilen z.B. der Berliner Sozialgerichte (AZ: S 77 AL 742/05).

In meinem Post habe ich letztlich nicht dazu Stellung bezogen, ob ich derzeitige Löhne für "würdig" halte oder nicht. Mit dem Bezug auf Stundenlöhne von 7,49€ / 7,50€ wollte ich nur aufzeigen, wie schwierig es sein kann, "centgenau" festzustellen, was eine menschenwürdige Entlohnung ist.

Ich kann in meinem Post folgerichtig keinen Widerspruch erkennen.
 
 
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