Lupuz.de: Artikel-Portal / Magazin

Zurück   Postpla.net - die Forum Community > Postplanet Talk > Politik und Gesellschaft

Wie war die DDR denn "Wirklich" ??

Anzeigen:

Thema geschlossen
 
Themen-Optionen
Ripper08
Alt 07.05.2006, 17:25   #26
Standard

Ich nehme das bestehende System nicht in Schutz, es gibt gar eine ganze Palette von Dingen mit denen ich nicht zufrieden bin aber wenn ich mir die Alternativen ansehe merke ich, dass in der Welt gerade nix wesentlich besseres im Umlauf ist und vorallem im Umlauf war, wenn wirs hier schon mit der DDR zu tun haben.

Und das Beispiel mit den Musikern leuchtet mir ein, aber ich finde das kann man nicht vergleichen, bei Musik steht es dir frei sie zu hören aber wenn sich ein Staatsapparat ändert, dann betrifft das alle ob sie wollen oder nicht. Einfach nur zu sagen der Staat ist scheiße und dann selbst nicht mehr bieten zu können als eine 'hier ist jeder gleich' Ideologie ohne Hand und Fuss is für mich halt n bisschen wenig um irgendwen ernsthaft zu überzeugen. Wenn sowas das nicht überzeugen kann ist es halt ne Gedankenspielerei aber auch nicht mehr. Es steht sicher jedem frei zu kritisieren aber wenn du einen Künstler kritiserst, hoffe ich doch, dass du soviel Anstand hast, ihm wenigstens zu sagen, was dich an seiner Arbeit stört und was er anders machen sollte und von den typischen Vertretern der sozialisten-fraktion kommt da eben für mich nicht viel. Hat für mich ein bisschen was von: Zerschlagen wir den Staat, scheißmer nen Dicken Haufen drauf und schauen was dann wächst.
 
 
Nach oben
El Sparko
Alt 07.05.2006, 18:16   #27
Standard

du kannst sagen was du willst aber für mich kommt da immer noch sehr viel an verdruss einfach aus systemkritik durch. ich mag dich falsch verstehen aber alles was du ins felde führst ist "ich sehe nichts besseres (das es jetzt bereits gibt) also behaltet eure kritik zurück"... sozusagen ein warten auf das positivbeispiel bevor man sich in bewegung setzt.

ich muss aber gleich dazu sagen ich bin weder vertreter irgendwelcher kommunistischen noch großartig sozialistischen denkansätze. ich sehe die chance für "uns" allein darin bestehendes zu verbessern oder fehler im ansatz (arbeitsbesteuerung statt konsumbesteuerung) so umzubiegen, dass für den einzelnen mehr chancen in der persönlichen lebensgestaltung gegeben werden. allergisch reagiere ich eben immer dann wenn jeglicher denkansatz (sehr wohl, ich kann keine komplette lösung bieten...) im keim erstickt wird mit dem bloßen verweis darauf, dass z.b. monarchien oder diktaturen selbstverständlich noch weniger persönliche freiheit sichern. das denken und das handeln muss irgendwo beginnen und wenn ich nicht bis zur komplett ausgreiften lösung an meine mitmenschen herantreten darf, so wird das ergebnis eines individuellen gedankenexperiments auch nur eine indivuelle lösung darstellen, welche selbstverständlich zum scheitern verurteilt wäre, und schon verschwinden die guten ansätze irgendwo in der kommunismus-schublade und alle leute, die die probleme heute nur aussitzen und relativieren reiben sich die hände, haben etwas auf das sie zeigen können.

das hat jetzt alles überhaupt nichts mehr mit der ddr zu tun. und selbstverständlich bin ich weder sprachrohr von assi noch von den verschiedenen linkspartei-splittergruppen. ich bin ein individuum, das für sich selbst spricht. spart euch also irgendwelche interpretationen auf ausgefahrenen schienen.
 
 
Nach oben
Ripper08
Alt 07.05.2006, 19:28   #28
Standard

Hmm, ich glaube ich hab mich irgendwie immernoch nicht verständlich ausgedrückt... ich bin auf jeden Fall keineswegs dagegen, dass man sich seine Gedanken zu alternativen Staatskonstrukten macht, ich experementiere selbst viel und gerne mit solchen Gedanken herum und ebenso mit über alternativen Erziehungsmethoden, neue Arbeits- und Rollenverteilung von Mann & Frau und und und.

Was mich an sozialistischem Gedankengut meißt ärgert ist die Sache, dass es irgendwie immer und immer wieder nach dem aggressiven Schema läuft: Wir trampeln erstmal den bösen Kapitalistenstaat nieder und machen wieder ne DDR mit paar Verbesserungen und die Welt wird genesen. Im 21. Jahrhundert muss es doch möglich sein, ohne Putsch oder sonstwas radikales ganz friedlich die eine Staatsform in eine andere überlaufen zu lassen, wenn man denn die Menschen davon überzeugen kann, dass diese besser organisiert und durchdacht ist und mehr Gerechtigkeit bietet oder sonstwas. Vorallem sollte der Staat gerecht und nicht selbstgerecht sein, das ist schließlich seine Hauptfunktion und ja, im Kapitalismus gibt es das Problem, dass das Geld immernoch von unten nach oben fließt aber ich denke ebenso, dass die Gerechtigkeit, die im Sozialismus ja angestrebt wird, genauso mit unserem jetzigen Staatssystem zu realisieren wäre, wenn man die richtigen Änderungen daran vornimmt.
 
 
Nach oben
DerAssie
Alt 07.05.2006, 23:51   #29
Standard

Die ganzen "Schönheitsfehler" hier zu beseitigen im Kapitalismus find Ich keine zufriedenstellende "Lösung" zumal es wirklich exorbitant viele sind und grad auf dem System ihren Nährboden haben, das Egomanie in Form von Eignerrechte über alles stellt.
Für Mich endet die persönliche Freiheit da wo die des anderen anfängt und von daher hat kein Eigner das (Moralische) Recht für noch mehr Rendite zu verschwinden nach Erpressungen (wieso sind die nicht strafbar ?) das alle für weniger schuften sollen.
Da kann man auch die berühmte Nadel im Heuhaufen suchen während in 10 anderen Heuhaufen 3 neue Packungen rein gestreut werden.
Heist das jeder Geflickte Fehler hier neue Schlupflöcher mit sich zieht.
Die Entwicklung hier wird weitergehn in Richtung Weniger für die Mehrheit (Prolateriat) damit die Wenige Minderheit (Kapitaleigner) noch mehr hat durch Entzug wenn man sich nicht um 180 Grad wendet.
Vieleicht gehn wir mal weiter und überlegen welche Anreitze Materiel auch ein gemäßigter Sozialismus bieten muß für euch.
Achja Ich bin übrigends Politisch schon Mitglied einer Partei (Linksbündnis/PDS und Kommunistische Plattform) und hab auch angefangen auf Treffen zu gehn, also Ich versuch ja schon den Level zu heben staat nur zu sagen das Alles Scheiße ist !!
Das System hier hat auch einige erlesene Errungenschaften auf die Ich ihn einem neuen nicht verzichten möchte und als elementaren Bestand betrachte.
 
 
Nach oben
Shawna
Alt 09.05.2006, 00:30   #30
Standard

Zitat von Krashok
es geht hier nicht um planwirtschaft und oder sozialismus sondern um gesamten staat DDR wo dies nunmal untrennbar verknüpft war ...

man sollte schon beim thema bleiben und es sich nicht so auseinander pflücken wie man es gerade braucht

ich muss im gegensatz zu assi und frozensmile keine doku gucken weil ich das live erlebt habe und mir da wohl eher ein urteil erlauben kann

deswegen : lesen > denken >posten ..nur so als tipp
Wie alt warst du als die Mauer fiel? 5? Also wieso kannst du dir da ein Urteil erlauben?

Alles hat positives und alles hat sein negatives. Ist doch mit dem jetzigen D nicht anders...im Gegenteil...heute sieht es beschiessener aus denn je.
Schaut euch doch die Lage an...Arbeitslose ohne Ende...jetzt wollen sie den kinderlose evtl die Rente kürzen...pfff ist doch alles ein Witz.

Wir hatten damals alles was wir brauchen, und was man nicht kennt vermisst man nicht.

Und von wegen Reisefreiheit..alle haben danach geschriehen...und was ist? Kein Geld um wo hinzufahren. Abgesehen vom Ballermann wo jeder Trottel hinfährt um seinen Monatslohn zu versaufen *echt super weiter so*

Es war Arbeit für alle da, das soziale System war besser als das jetzige...keiner brauchte sich um die Kinderbetreuung Gedanken machen, weil genug Plätze da waren, auch ohne sich schon in der 3ten SSW anzumelden. Für einen Platz der in 4 Jahren evtl frei wird.

Wir als Kinder brauchten keine Angst haben allein auf die Strasse zu gehen, auch wenns draussen schon dunkel wurde.

Klar hatte sie auch seine Schattenseiten, aber wo gibt es die nicht?
 
 
Nach oben
kenshin-himura
Alt 09.05.2006, 12:00   #31
Standard

Vorab: Man sollte das ja immer dazu sagen: Nein, ich habe die DDR nicht in bewusster Erinnerung erlebt. Bin 1987 geboren, im Osten, meine Eltern also auch beide Ossis.

Natürlich hatten sowohl die DDR als auch die BRD gute Seiten und schlechte Seiten. Aber das kann man auch über den Nationalsozialismus sagen. Das Argument zieht also nicht. Denn wenn man die DDR mit der BRD vergleicht, muss man einfach sagen dass die schlechten Seiten der DDR einfach um Weiten höher waren, genauso wie beim NS. Es bringt nichts, die DDR pauschal zu verteufeln, genauso wie man den NS nicht pauschal verteufeln darf, einige Dinge aus beiden Staaten würden uns heute gut tun. Aber nicht sehr viele, und bestimmt nicht wirtschaftspolitisch.

Natürlich kann man die Ex-DDR-Bürger fragen, wie sie denn die DDR fanden, aber da wird man natürlich zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Die Einen sagen, dass sie einfach nur der letzte Scheiß waren (so wie meine Eltern - was ich vollkommen zustimmen kann), die Anderen sagen dass zwar nicht alles gut war, aber dass es besser war als heute. Ich glaube, dass da viele einfach die Zustände in der DDR verdrängen / vergessen, aus Frust über die derzeitigen Zustände und die eigene Situation. Dieses Phänomen sieht man ja in der Geschichte immer wieder. Und gerade, was die schlimmsten Verbrechen der StaSi gegen Mauerflüchtlinge oder Querulanten angeht, finde ich es schon bedenklich, dass es da viele gibt, die da zum Beispiel die Tatsachen leugnen, dass da Unschuldige gefoltert, bespitzelt, eingesperrt und umgebracht wurden. Man vermutet ja auch, dass es Geschichtskreise zur Revision des Geschichtsbildes der DDR gibt. Aber es ist nicht nur das Politische, auch, dass es damals wirtschaftlich besser war, ist einfach nicht wahr. Und wenn das heute ein Jugendlicher sagt, dass er die DDR toll findet, dann finde ich das ja schon schlimm genug, dass er da nicht ausreichend informiert ist. Aber wenn das einer sagt, der meinetwegen 40 Jahre alt ist, dann find ich das noch viel schlimmer, denn der sollte es eigentlich besser wissen. Ich muss auch mal dazu sagen, ich finde es auch doof, dass mir als 18-Jähriger ständig vorgehalten wird, ich hätte die DDR ja nicht erlebt und sollte deswegen zu dem Thema mal schön die Klappe halten. Als ob ich mir deswegen keine Meinung über historische Dinge bilden dürfte. Genauso hätten doch die Eltern, die die Nazi-Zeit erlebt haben, in den 60er Jahren zu ihren Kindern sagen können: Ach, was weißt du schon. Das ist einfach unfair. Natürlich hat man ein anderes Bild, wenn man die Zeit selbst nicht erlebt hat, aber ich habe immer noch einen Kopf zum Denken und Zugang zu freien Medien.
 
 
Nach oben
Morris
Alt 09.05.2006, 19:47   #32
Standard

Wir hatten damals alles was wir brauchen, und was man nicht kennt vermisst man nicht.
Ja, zum Überleben reichte es sicherlich, aber das dumme war, dass jeder den ganzen Luxus aus dem Westen kannte, sei es über Schmuggelware oder über das Fernsehen. Von daher wollte man schon mehr, außer vielleicht die Sachsen .

Und von wegen Reisefreiheit..alle haben danach geschriehen...und was ist? Kein Geld um wo hinzufahren.
Man hat immerhin die Möglichkeit woanders hinzufahren als nur an die Ostsee oder vielleicht nach Ungarn. Die Möglichkeit Dinge zu tun, macht den Riesenunterschied aus.

Man vermutet ja auch, dass es Geschichtskreise zur Revision des Geschichtsbildes der DDR gibt.
Das vermutet man nicht nur, das ist Tatsache. Viele alte Stasi-Offiziere sind in letzter Zeit öffentlich aufgetreten und haben auch Bücher geschrieben, in dem die Stasi verharmlost wird und damit Opfer beleidigt werden.

Natürlich hat man ein anderes Bild, wenn man die Zeit selbst nicht erlebt hat, aber ich habe immer noch einen Kopf zum Denken und Zugang zu freien Medien.
Genau, und das ist unser Vorteil den Zeitzeugen gegenüber. Viele Zeitzeugen verallgemeinern ihre (unzuverlässige) Erinnerung und malen sich so ein ungenaues Bild der Vergangenheit. Es ist zwar interessant, weil individuell, doch z.T. sicher auch von mangelndem Hintergrundwissen geprägt. Andere, die die DDR nicht erlebt haben, haben die Chance auf die Arbeiten von seriösen Historikern zurückzugreifen, die in mühevoller Kleinrbeit ein sehr viel genaueres Bild der Wirklichkeit geben, als es Zeitzeugen je geben können.
 
 
Nach oben
kenshin-himura
Alt 10.05.2006, 10:01   #33
Standard

Zitat von Skinni
Genau, und das ist unser Vorteil den Zeitzeugen gegenüber. Viele Zeitzeugen verallgemeinern ihre (unzuverlässige) Erinnerung und malen sich so ein ungenaues Bild der Vergangenheit. Es ist zwar interessant, weil individuell, doch z.T. sicher auch von mangelndem Hintergrundwissen geprägt. Andere, die die DDR nicht erlebt haben, haben die Chance auf die Arbeiten von seriösen Historikern zurückzugreifen, die in mühevoller Kleinrbeit ein sehr viel genaueres Bild der Wirklichkeit geben, als es Zeitzeugen je geben können.
Von dieser Seite habe ich es noch gar nicht betrachtet, stimmt. Dennoch finde ich schon, dass die Meinung der Zeitzeugen, trotzdem sie vielleicht emotionaler ist, aussagenkräftiger ist als die eines ,,Nachkommen". Bei den DDR-Verharmlosern, die die DDR erlebt haben, wird sie dadurch natürlich leider nicht wahrer. Aber ich denke mal, Leute die die DDR erlebt und heute deutlich, also negativ, über sie reden, die sind schon die beste Quelle. Und mit ,,beste Quelle" will ich nicht sagen, dass die Anderen kein Recht haben ihre Meinung über die DDR zu sagen. Nur ist es eben einfach dann nicht die Wahrheit.

Zitat von Skinni
Viele alte Stasi-Offiziere sind in letzter Zeit öffentlich aufgetreten und haben auch Bücher geschrieben, in dem die Stasi verharmlost wird und damit Opfer beleidigt werden.
Das verwundert nicht. Das Schlimme dabei finde ich ist ja nicht nur, dass dabei die Opfer beleidigt werden, sondern auch, welche Propaganda da ausgestrahlt wird und das DDR-Bild beeinflusst. Bei einer Gedenkstätte in Hohenschönhausen kam es ja auch jüngst zu einem ,,Eklat", weil alte StaSi-Leute während einer Führung durch die Anlage die ganze Zeit laut rumgrölten, die Verbrechen als ,,Lügen" bezeichneten und die Gedenkstätte als ,,Gruselkabinett".

Geändert von kenshin-himura (10.05.2006 um 12:12 Uhr).
 
 
Nach oben
Lupus Silvanus
Alt 10.05.2006, 12:24   #34
Standard

Die Zeitzeugen musste auch immer in ihrem Kontext sehen. Jemand der systemkonform war, arbeiten konnte und genug zu essen hatte und sein Leben gern Urlaub an der Ostsee gemacht hat wird anders berichten als ein Stasihäftling.

Und zu sagen: "du hasts nicht erlebt, erlaub dir mal kein Urteil darüber" ist genauso bescheuert wie Berichte von Zeitzeugen überzubewerten oder zu verallgemeinern.
 
 
Nach oben
kenshin-himura
Alt 10.05.2006, 13:17   #35
Standard

Zitat von Lupus Silvanus
Die Zeitzeugen musste auch immer in ihrem Kontext sehen. Jemand der systemkonform war, arbeiten konnte und genug zu essen hatte und sein Leben gern Urlaub an der Ostsee gemacht hat wird anders berichten als ein Stasihäftling.

Und zu sagen: "du hasts nicht erlebt, erlaub dir mal kein Urteil darüber" ist genauso bescheuert wie Berichte von Zeitzeugen überzubewerten oder zu verallgemeinern.
Deswegen sagte ich ja, dass es im Grunde hauptsächlich zwei Gruppen gibt von DDR-Bürgern, die Kritiker halt und die Verharmloser. Jemand, der systemkonform war, dürfte wohl eher zu den Verharmlosern gehören, ein StaSi-Häftling dürfte schon realistischer berichten.
 
 
Nach oben
El Sparko
Alt 10.05.2006, 14:20   #36
Standard

du kannst genausogut heute jemand fragen wie er die heutige situation und unseren staat beurteilt. du wirst kritiker finden und du wirst leute finden denen es gut geht. oder frag sie zu der zeit vor vielleicht 5 jahren. wir wissen ja dass meist positive erinnerungen bleiben. ich glaube eine völlig objektive meinung kann kein mensch abgeben, schon garnicht wenns um die vergangenheit geht. dass aber unter dem deckmantel der ddr menschenverachtende verbrechen begangen wurden, das wissen wir ja nun - dies darf kein mensch leugnen. ich würde mir da wirklich mehr "mahn" wünschen. wir hacken ständig auf der nazizeit rum aber die ddr scheint aus den köpfen zu sein. nur noch ein paar nostalgische erinnerungen an die tollen trabbis bleiben. das kann es ja wohl nicht sein.
 
 
Nach oben
kenshin-himura
Alt 10.05.2006, 15:36   #37
Standard

Zitat von El Sparko
du kannst genausogut heute jemand fragen wie er die heutige situation und unseren staat beurteilt. du wirst kritiker finden und du wirst leute finden denen es gut geht.
Richtig. Deswegen sage ich ja auch, dass sowohl DDR als auch BRD beide ihre guten und negativen Seiten haben. Aber es geht ja um das Gesamt-Fazit, im im Thread-Titel gefragt wird ,,wie war die DDR wirklich", und da muss man einfach, auch wenn in der Tat kein Mensch total objektiv sein kann, sagen, dass die DDR insgesamt, schon von der Wurzel, eine zutiefst beschissene, menschenverachtende Diktatur war, und die BRD ist es nicht. Es gibt heute Miss-Stände, aber das System, die Struktur, die ist gut und wünschens- und förderungswert, es herrschen einige demokratische Freiheiten, und das wirtschaftliche System ist auch ok.
 
 
Nach oben
FrozenSmile
Alt 10.05.2006, 17:13   #38
Standard

Man Ripper, früher oder später muss einer von uns wohl aus diesem Thema aussteigen, sonst kauf ich mir irgendwann 2 Pistolen und fordere Dich offiziell zum Duel...

Zitat von ripper
Einfach nur zu sagen der Staat ist scheiße und dann selbst nicht mehr bieten zu können als eine 'hier ist jeder gleich' Ideologie ohne Hand und Fuss is für mich halt n bisschen wenig um irgendwen ernsthaft zu überzeugen.
Ich für meinen Teil befinde es garnicht für nötig, irgendwen zu überzeugen. Wer nen offenen Blick für die Welt hat, sieht die Probleme selbst. Ich habe nur das Ziel, Gedankenanstöße zu geben, auch wenn ich, zugegeben, über dieses Ziel oftmals hinausschieße.

Zitat von ripper
Was mich an sozialistischem Gedankengut meißt ärgert ist die Sache, dass es irgendwie immer und immer wieder nach dem aggressiven Schema läuft: Wir trampeln erstmal den bösen Kapitalistenstaat nieder und machen wieder ne DDR mit paar Verbesserungen und die Welt wird genesen.
Also wenn etwas aggressiv ist, dann der "Kapitalistenstaat". Und da du ja ein cleveres Bürschchen bist, muss ich dir wohl nicht sagen, dass die Französische Revolution kein Kaffeekränzchen auf ner bunten Blumenwiese war, ebensowenig wie der amerikanische Unabhängigkeitskrieg (was wohl der Name schon sagt) und all die anderen, tollen Ereignisse, die heute als "Zünder" unseres jetzigen Systems gewertet werden. Allgemein find ich deine gesamte Ausdrucksweise sehr naiv und unreflektiert. "nieder machen"...ist Kritik an etwas äußern nicht zwangsläufig damit verbunden, etwas oder jemanden "nieder zu machen"? Is doch unhaltbarer Schwachsinn, den Du da von Dir gibst. Und ich denke, wenn Du Dir die Zeit nimmst, mal ernsthaft über das nachzudenken, was ich hier sage, kommst du zu einem sehr, sehr ähnlichen Ergebnis.

Zitat von ripper
Zerschlagen wir den Staat, scheißmer nen Dicken Haufen drauf und schauen was dann wächst.
a) warum ist jeder, der hier das system kritisiert und eher in richtung sozialismus tendiert, in deinen augen direkt absoluter MARXIST? ich habe dir schon vor ein paar tagen gesagt, dass es da himmelweite unterschiede gibt und dass, wenn jeder lumpi, der hier mitdisktuiert, die bereitschaft hätte, sich rudimentäres grundwissen über die diskussionsmaterie anzueignen, ich mit sicherheit in meinen posts mehr tiefgang an den tag legen würde als dies im moment der fall ist. aber was soll ich dir von gedankengängen erzählen, wie auf saint-simons theorien basieren, wenn du nichtmals weißt, worin diese theorien denn nun bestehen.

b) es gibt weiß gott genug theorien, die zukunftstauglich sind - es ist nur eine frage des mutes, sie anzugehen. als vor ein paar hundert jahren ein haufen halbaffen die bastille gestürmt haben, wusste auch noch keiner, was dabei rumkam...das weiß man immer erst im nachhinein, es lässt sich nunmal nicht prognostizieren, wie die etablierung eines neuen gesellschaftssystems wirken würde.

"der mut zur veränderung" - kennste den?
 
 
Nach oben
kenshin-himura
Alt 10.05.2006, 18:19   #39
Standard

Zitat von FrozenSmile
Ich für meinen Teil befinde es garnicht für nötig, irgendwen zu überzeugen. Wer nen offenen Blick für die Welt hat, sieht die Probleme selbst. Ich habe nur das Ziel, Gedankenanstöße zu geben, auch wenn ich, zugegeben, über dieses Ziel oftmals hinausschieße.
Sehen. Aber kannst du sie auch lösen, ohne Andere zu überzeugen ?

Zitat von FrozenSmile
als vor ein paar hundert jahren ein haufen halbaffen die bastille gestürmt haben

(...)

Und da du ja ein cleveres Bürschchen bist, muss ich dir wohl nicht sagen, dass die Französische Revolution kein Kaffeekränzchen auf ner bunten Blumenwiese war
Der ,,Sturm" auf die Bastille war übrigens, so wie es mir von meiner Geschichtslehrerin gesagt wurde, gar kein ,,Sturm", es wurde keine Gewalt angewendet, sondern die sind da einfach reinmarschiert, man hat sie einfach passieren lassen, soweit ich weiß bloß mit sieben Leuten. Bei ,,Wikipedia" stets allerdings anders. Aber die Lehrerin gehörte schon zu den Fähigsten.
 
 
Nach oben
FrozenSmile
Alt 10.05.2006, 18:49   #40
Standard

Möp Möp!

Erstmal...ich bin sehr verunsichert, ob Du mir mit deinem Posting "an den Karren pissen" willst oder ob ich es einfach nur aggressiver lese, als es gemeint war. (Dieses bekannte Problem in Foren, man kennt es ja... )

Der ,,Sturm" auf die Bastille war übrigens, so wie es mir von meiner Geschichtslehrerin gesagt wurde, gar kein ,,Sturm", es wurde keine Gewalt angewendet, sondern die sind da einfach reinmarschiert, man hat sie einfach passieren lassen, soweit ich weiß bloß mit sieben Leuten. Bei ,,Wikipedia" stets allerdings anders. Aber die Lehrerin gehörte schon zu den Fähigsten.
die absichten waren dennoch radikal und auch aggressiv - aus dem verständnis der damaligen herrschenden klassen heraus. wenn, wie du sagst, das ganze mehr oder minder friedlich abgelaufen ist, beweist das doch nur meine aussage, dass man radikale, "aggressive" einstellungen, wie sie ripper ja "uns sozialisten *hust*" vorwirft, nicht zwangsläufig auch in aggresiver form praktisch herbeigeführt werden müssen.


Sehen. Aber kannst du sie auch lösen, ohne Andere zu überzeugen ?
Banale Antwort auf banale Frage: Wie soll ein einzelner Mensch die Probleme der Welt lösen? Ich will nur meinen Teil zum Ganzen beitragen.

Aber mal weniger banal:
Wahre Überzeugung kann nur aus dem Inneren kommen.
Denkanstöße geben führt bei den Menschen, die die Bereitschaft haben, sich von ihren inneren Fesseln zu lösen, in jedem Falle dazu, dass sie nachdenken und vermutlich auch die "richtigen" Schlüsse ziehen. Das endgültige Resultat vieler solcher "richtigen Schlüsse" sowie die Fähigkeit, Worte anderer Menschen zu sich zu drehen und "auf sich zu münzen", kombiniert mit eigener Lebenserfahrung führen dazu, dass eine Überzeugung in einem Menschen heranreifen kann. Sollte eigentlich einleuchtend sein, oder?
 
 
Nach oben
FrozenSmile
Alt 10.05.2006, 19:18   #41
Standard

Ach den hier find ich auch immer wieder herrlich...besonders, wenn man berücksichtig, von wem er stammt:

Die Lüge kann nur solange aufrecht erhalten werden, wie der Staat die Menschen vor den politischen, ökonomischen, und/oder militärischen Konsequenzen der Lüge abschotten kann. Es ist deshalb äußerst wichtig für den Staat alle seine Kräfte zu benutzen, um andere Meinungen zu unterdrücken, da die Wahrheit der tödliche Feind der Lüge ist, und somit wird die Wahrheit durch die Ausbreitung der größte Feind des Staates.
Dr. Joseph M. Goebbels
...und passend zum Thema spül ich direkt noch 2 hinterher...

Wir haben ein politisches System, dass die Dienste der ruchlosesten, listigsten und selbstsüchtigsten Sterblichen belohnt, danach jedoch überrascht tut, wenn diejenigen die alles tun würden um Macht zu gewinnen, genauso bereit sind alles damit zu tun.
Michael Rivero
Und schon Voltaire wusste:

Es ist gefährlich in Dingen recht zu haben, in denen die etablierten Autoritäten unrecht haben.
Möge es die richtigen Leute hier in ihrem Denken bestärken.
 
 
Nach oben
kenshin-himura
Alt 10.05.2006, 21:08   #42
Standard

Zitat von FrozenSmile
Erstmal...ich bin sehr verunsichert, ob Du mir mit deinem Posting "an den Karren pissen" willst oder ob ich es einfach nur aggressiver lese, als es gemeint war. (Dieses bekannte Problem in Foren, man kennt es ja...
Ja, als erfahrener Forens-Harung... Ne, war aber nich als ,,an den Karren pissen gemeint", war bloß verwundert dass du das nicht für so wichtig hielst, andere zu überzeugen, na ja und das mit der Bastille find ich eine kuriose Info.
 
 
Nach oben
FrozenSmile
Alt 10.05.2006, 21:28   #43
Standard

na ja und das mit der Bastille find ich eine kuriose Info.
Kurios? oh ja, da stimm ich Dir auf jeden fall zu - war mir auch offen gesagt neu, die info!
Aber wirklich wundern tut es mich nicht: es hört sich natürlich für die Nachwelt immer glamouröser, heroischer und bemerksenswerter an, wenn man das Ganze als einen blutigen, heldenhaften Kampf darstellt als wenn man einfach sagt "joa, und dann sind wir da reinspatziert und ham gesagt: so nich, wir finden das doof...und dann ham die gesagt: ok, irgendwo habt ihr ja recht...zellen auf!" ums jetzt mal banal auszudrücken.
 
 
Nach oben
DerAssie
Alt 11.05.2006, 05:43   #44
Standard

Es ist absolut Richtig das die "Wahrheit" auch immer im Auge des jeweiligen Betrachters liegt und daher ist es nicht verwunderlich wenn Ich Kapitalismus komplett ablehne.
In dem Punkt bin Ich im Gegensatz zur Masse die auch nicht zu den Gewinnern zählt und nur in Rentablität gemessen werden im Werte, wenigstens Konsequenter keiner Flickschusterei haben zu wollen wie man Kapitalismus sozialer gestalten könnte, sondern will dem Übel die Wurzeln ziehn.
Leider hat die Masse Angst vor Veränderungen in Form eines Neuanfangs und beugt sich leider immer mehr, ist Politikverdrossen, weint den Aufschwungjahren nach dem Krieg bis in die 80er wo der Kapitalismus und Wolf im Scharfpelz noch nicht sein Wahres Ich gezeigt hat und fügt sich in die Doktierte Rolle des Opferlamms was Stückweise geschlachtet wird
Für Mich persönlich würd sich auch nix mit überraschendem Geldsegen an der Ablehnung des Systems ändern, würd sicherlich Annehmlichkeiten in gewissen Maß in Anspruch nehmen dafon aber die Ablehnung würd bleiben wie bsp. "Sieger" und "Verlierer" Definiert werden.
Ich will keine große Schwankung von Extrem Arm zu Extrem Reich sondern mehr ein Ying/Yang so zu sagen
 
 
Nach oben
Bi-Zar
Alt 15.05.2006, 01:47   #45
Standard

Mal ein Vergleich zwischen DDR und Drittem Reich:

In Ostdeutschland kamen auf 17 Mio Menschen über 350.000 Spitzel der Stasi

Im Deutschen Reich auf 60 Mio Menschen nur knapp 10.000 Angestellte von Gestapo und Sicherheitsdienst.

Insgesamt gerieten in der DDR verhältnismäßig mehr Deutsche mit dem System in Konflikt als im Dritten Reich. Wobei man im Dritten Reich dafür dann weniger zimperlich mit den politischen Gegnern umging.

In Götz Alys Buch "Hitlers Volksstaat" wird genau aufgezeigt, wie die Nazis sich die Zustimmung der Bevölkerung erkauften. Sie erhöhten den Lebensstandard enorm - auf Kosten der eroberten Gebiete. Die DDR musste hingegen einen Großteil ihres Reichtums an die anderen Ostblockstaaten abtreten.
 
 
Nach oben
DerAssie
Alt 15.05.2006, 02:46   #46
Standard

Heut zu Tage währe natürlich ein solches System wessentlich Autarker wenn es die Top Technik hat zur Vertiegung von benötigten Wahren.
Mit dem technischen Fortschritt dürfte sowas viel besser funktionieren wenn ein Sozialistisches Land darüber verfügt auch bei Isolation von außen.
Natürlich nur wenn Es die hat und weiter entwickeln kann sonst schauts natürlich Düster aus wenn die ganzen Kapitalistischen Ländern dadrum es isolieren.
 
 
Nach oben
Anzeigen:
Thema geschlossen

Lesezeichen

Themen-Optionen



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 09:25 Uhr.


Lupuz.de - wir können auch anders!
©1998 - 2008, Lupuz:Information-Network
Powered by vBulletin Version 3.7.1 (Deutsch), Jelsoft Enterprises Ltd.

SEO by vBSEO 3.2.0 ©2008, Crawlability, Inc.