also, am 4. war ne kundgebung mit stoiber bei mir in flensurg angesetzt, der wollte lieber in den flutgebieten wahlkampf machen, deswegen haben die uns heute alternativ den beliebten Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl präsentiert.
fuer die, die es interessiert moechte ich eben meine eindruecke schildern.
Die inhaltliche Veranstaltung begann um 17:30, vorher gab es musikalisches vorprgramm, durch eine kinderband mit xylophon... naja akustischer terror.
Ich befand mich mit 2 Kommilitonen innerhalb der Einzaeunung, wohin, nach halbherziger Taschenkontrolle, jeder durfte, bis es voll war. In dem Bereich war denn die ganze Pro-Unions Gesellschaft. Tshirts mit "ja zu Stoiber", und motivierte JungeUnionsmitglieder.
Irgendwann war die Musik beendet, und aus den Lautsprechern kam "The final countdown" (aber wirklich...), und Kohl schritt nicht von hinten auf die Buehne, sondern kam von vorner durchs Publikum. begeistertes Haendeschuetteln, auch seitens der hinter dem Zaun befindliche Protestler.
An Kohls Seite waren Dr. Boernsen, DIrektkandidat aus unserem schoenen Wahlklreis 1, Herr Schlueter, daenischer Ministerpraesident a.D. und irgendeine Kollegin von Börnsen, welcher als erstes das wort hatte.
Er nannte konkrete Arbeitslosenzahlen, und analysierte die wirtschaftliche Situation, alles das Land und den Kreis betreffend.
Abschnittsweise nannte er wiederholend immer das Fazit seiner Ausführungen, welches "wir brauchen eine neue politik" lautete.
Im Anschlus kam Schlueter zu wort, scheinbar ein enger freund kohls, so herzhaft wie sie miteinandern umgingen, und huldigte einen ostseezusammenschluss, den er vor 10 jahren mit kohl begruendete.
Kohl stand seelenruhig auf der buehne, und ich hatte schon mitleid, dass er das grelle pfeifkonzert irgenwie schwer ertraegt, zumal er doch ein herr gehobeneren alters ist, der in letzter zeit viel durchmachte.
aber er gruesste freundlich auch die protestler, "sowas muss es ja auch geben", und wahlkampf sei fuer kohl kein stupides "auspfeifen andersdenkender", das seien "die methoden aus den reihen der politischen gegner". er koenne sie verstehen, sie haetten "nichts besseres zu tun (...)", aber "wenigstens laermen sie ihre mütter nicht zu", so "tut er auch etwas fuer die familie". in der tat.
wenn die jugend denn spaeter mal berufsfaehig ist, und etwas zu tun hat, bzw haben sollte, werden es alle gestandene unionswaehler sein, prognostizierte kohl.
Die weiteren Inhalte seiner Rede waren "Das Haus Europa als Basis der heutigen Jugend", rueckblicke auf seine persoenlichen erfolge (einheit, europa usw), schimpfen auf die spd ("schroeder, muentefering, wie sie alle heissen", sagte kohl mehrmals), naja und geschimpfe auf "die Kommunisten", und dass alle waehlen gehen sollten und alle vor einer grossen chance stehen.
zu den laustaerkeverhaeltnissen ist zu sagen, dass die pfeiffenden wohl durchgehend herrschten. lustig fand ich auch meine trillerpfeifenpraesenz innerhalb der unionsreihen.
sehr zeichnend war folgendes bild: eine Dame aus Unionsreihen, machte mit einigen Pfeiffern hinterm Zaun einen Deal, naemlich Zigaretten gegen AUfhoeren-mit-dem-pfeiffen.
am redeende forderte kohl die menge zum singen der nationalhymne auf, diese wurde jedoch lauthals durch viel protest uebertoent.