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Telekom: "Spitzelskandal"

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OrionX
Alt 24.05.2008, 13:18   #1
Standard Telekom: "Spitzelskandal"

Quelle: Abhöraffäre: Telekom soll Aufsichtsräte, Manager und Journalisten bespitzelt haben - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten


Telekom soll Aufsichtsräte, Manager und Journalisten bespitzelt haben

Die Deutsche Telekom steht im Zentrum einer ungeheuren Bespitzelungsaffäre. Um undichte Stellen im Vorstand und Aufsichtsrat aufzuspüren, sammelte und überprüfte der Konzern nach SPIEGEL-Informationen offenbar über ein Jahr lang Telefonverbindungsdaten von Aufsichtsräten und Managern.

Eine Berliner Beratungsfirma sollte diese Datensätze auswerten und mit den Telefonnummern von Journalisten abgleichen.

In einem Fax der Firma, das vor wenigen Wochen erste interne Ermittlungen bei der Telekom auslöste, heißt es: Ziel der Spähoperationen "Clipper", "Rheingold" und einiger anderer "Nebenprojekte" sei die "Auswertung mehrerer hunderttausend Festnetz- und Mobilfunk-Verbindungsdatensätze der wichtigsten über die Telekom berichtenden deutschen Journalisten und deren private Kontaktpersonen" gewesen.

Nach ersten Plausibilitätsprüfungen beschloss Telekom-Chef René Obermann, die brisanten Daten und Anschuldigungen, die allesamt vor seinem Amtsantritt lagen, der Bonner Staatsanwaltschaft zu übergeben. Die prüft inzwischen die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Informiert wurden von der Telekom nach SPIEGEL-Informationen auch das Kanzleramt, das Bundesfinanzministerium und Teile des Aufsichtsrats.

Die Telekom selbst bestätigte gegenüber dem SPIEGEL, dass man den Vorgang an die Ermittlungsbehörden weitergeleitet habe. Allerdings könne man zu Einzelheiten keine Stellung nehmen.

Zuletzt hatte es immer wieder Bespitzelungsvorwürfe gegen deutsche Unternehmen gegeben. So hatte Lidl in etlichen Filialen wochenlang seine eigenen Mitarbeiter heimlich durch Privatdetektive überwachen lassen. Auch bei anderen Discountern wie Aldi, Penny, Plus, Netto und Norma und selbst bei anspruchsvolleren Märkte wie Rewe, Edeka, Tegut, Hagebau oder Famila soll es laut "Stern" Bespitzelungen gegeben haben.

Zuletzt geriet Fastfood-Riese Burger King in die Kritik (mehr...). Das Unternehmen musste einräumen, dass die Gründungsversammlung eines Betriebsrats am 21. April in einer Münchner Restaurantfiliale aufgezeichnet wurde.
Meiner Meinung nach wiegt da die Tat um ein vielfaches schwerer als bei Lidl. Die Telekom hat klar ihre Stellung ausgenutzt und diverse Grundrechte verletzt. Als größter Telekommunikationsanbieter Deutschlands und quasi "Netzinhaber" geht das ja auch ganz leicht. Schön und gut, es ist schlecht für ein Unternehmen wenn es undichte Stellen hat, gibt ihm aber noch lange nicht das Recht das GG zu missachten. Eigentlich sollten wir von der Regierung gegen so etwas geschützt werden, ich hoffe zumindest man lernt in Berlin daraus und lässt die Vorratsdatenspeicherung links liegen. Man kann keinem privaten unternehmen die Daten von mehreren Millionen Bundesbürgern anvertrauen.
 
 
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Wodar Hospur
Alt 28.05.2008, 14:52   #2
Standard

Sicherlich finde ich das auch eine Schweinerei, aber das ist kein Problem der Telekom und hat auch nichts mit der Dienstleistung als Carrier zu tun. Die Ursache liegt in meinen Augen in den immer weitergehenden Rechten die sich Arbeitgeber sichern wollen. Mittlerweile werden doch Produkte extra zur Überwachung von Mitarbeiter PCs herausgegeben.
 
 
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Ænema
Alt 29.05.2008, 09:24   #3
Standard

Kaum geil. Der Typ, der das alles mit seiner Firma ausgewertet hat, geht an die Presse. Der muss schon ein bisschen wahnsinnig sein. Da wird wohl demnächst die Polizei vor der Tür stehen.

Vorallem die Summe ist echt fantastisch. Angeblich steht noch Geld in Höhe von 400.000,00€ aus. Fragt sich nur wofür die ganze Kohle verbrannt wurde.

Ich find ja auch die Idee von einigen Leuten lustig, dass die ganzen Verbindungsdaten doch zentral beim Staat gespeichert werden sollten. Klar, die Polizei wird sich freuen. Die kommen doch schon jetzt nicht mehr so ganz klar mit dem Informationszeitalter, weil deren Kapazitäten einfach unterirdisch sind und die Speicherung könnte doch eigentlich nur einem Herrn zu gute kommen.
 
 
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Fränze
Alt 30.05.2008, 16:01   #4
Standard

Zitat von Wodar Hospur Beitrag anzeigen
Sicherlich finde ich das auch eine Schweinerei, aber das ist kein Problem der Telekom und hat auch nichts mit der Dienstleistung als Carrier zu tun.
Doch, hat es, denn sie haben auch Kundendaten ausgeforscht. Und vom Speichern der Verbindungen bis zum Mithören von Gesprächen ist es nur ein sehr kleiner Schritt.

Interessant finde ich, dass die Aktie nicht darunter leidet. Die Anleger sind so gepolt: Die Daten wurden ausgeforscht, um undichte Stellen zu finden > undichte Stellen schaden der Firma > findet man die Lecks, nützt das der Firma > nützt es der Firma, nützt es dem Kurs.
 
 
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IsoO
Alt 31.05.2008, 13:36   #5
Standard

Ich würde mal sagen: Macht verführt.

Erst vor kurzer Zeit wurden die Überwachungsskandale der Discounterketten öffentlich, zumal es bei LIDL einen Fall, oder auch Fälle, gab, eine Mitarbeiterin wurde solange in einem Raum festgehalten, bis sie den Vertrag unterschrieben hat, welcher das "Geständnis" enthielt, sie habe innerhalb der Filiale Diebstahl begangen. Das Unternehmen ist mächtiger und größer, sie nur eine kleine Verkäuferin. LIDL kann sich also mittels Nötigung und Unterdrückung den untersten Dreck erlauben und gleichzeitig den Täter zum Opfer machen und umgekehrt. Der Mitarbeiter ist also "schuldig" und das "hintergangene" Unternehmen kann den "Täter" mit Leichtigkeit und zu Recht rauswerfen.
Einerseits erbärmlich, andererseits fast schon unterhaltsam, wie verzweifelt LIDL in letzter Zeit versucht, seinen Ruf mit "Wir sind ganz brav"-Propaganda reinzuwaschen.

Was die Telekom anbelangt, sehe ich das ganz klar als Stellungsmissbrauch eines führenden Unternehmens. Ist die Telekom mit den Aktien eigentlich noch immer so weit unten? Wenn ja, könnte ich mir vorstellen, dass solche Operationen annähernd mit einer Tat der Verzweiflung um die Unternehmensstellung sein könnte oder vielleicht auch eine der Gleichgültigkeit, um die Profitgier weiter und weiter zu befriedigen, sollte die Annahme der Stellungsgefährdung nicht den Tatsachen entsprechen. Irgendwas muss die Telekom ja animiert haben, eine Sache zu begehen, welche offensichtlich gegen das Grundgesetz verstößt.

Die arme kleine Leuchte namens Angestellter wird auf dem Status des Sklaven bei der Schwerstarbeit gehalten, der vom Aufseher im Auge behalten wird und bekommt bei nicht Nichtgefallen beim Aufseher eben die Peitsche zu spüren. Das war schon zu Zeiten der Ägypter so, nur haben die Sklaven jetzt eben schöne Anzüge und Lederschuhe an und sitzen beispielsweise vor dem PC, anstatt tonnenschwere Steinklötze zu ziehen.

In der Hinsicht könnte man meinen, es hat sich prinzipiell seit ca. 4000 Jahren nichts geändert, nur das Erscheinungsbild ist anders, weniger primitiv und raffinierter geworden.

Gruß, Iso
 
 
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hesse
Alt 31.05.2008, 15:15   #6
Standard

Ansporn war ja die ständigen Lücken im Konzern und die damit praktisch nicht mehr vorhandene Planungsmöglichkeit um einen Schritt auf dem Markt voraus zu sein. Das tut richtig weh, wenn die Konkurrenz schon Monate vor Markteinführung weiß, was sich bei T-Mobile so alles in der Tarifstruktur bewegt. Das da entsprechend reagiert wird, finde ich menschlich nachvollziehbar. Die Schritte gingen zu weit und Rechtlich gesehen ist es natürlich ne Schweinerei und muss lückenlos aufgedeckt werden. Ich frage mich wer es damals angeleiert hat und wie verzweifelt die Personen gewesen sein müssen, das sie zu solchen Mitteln greifen.
 
 
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Fränze
Alt 31.05.2008, 15:45   #7
Standard

Es wurden nicht die Telefonverbindungen zu Konkurrenten ausgespäht, sondern zu Journalisten, und es ging auch nicht um die Vermeidung von Unternehmensspionage, sondern um das "unter der Decke halten" interner Unstimmigkeiten.
 
 
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PowerWapiti
Alt 31.05.2008, 16:13   #8
Standard

Das ganze kam ja jetzt auch erst raus, nachdem die Telekom bzw. der Verantwortliche dafür die offene Rechnung von 400.000 Euro nicht an die Berliner Firma zahlte
 
 
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.kb
Alt 31.05.2008, 19:29   #9
Standard

Ich finde man muss ganz klar zwischen der Telekom als Arbeitgeber (schuldig!) und Dienstleister unterscheiden. Das ändert doch nichts an den Produkten die sie uns liefern.
Ich kaufe auch weiterhin bei LIDL und BK ein, weil mich die Dienstleistung oder die Produkte ansprechen. Währe ich ein Angestellter, würde ich allerdings kündigen.
 
 
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OrionX
Alt 31.05.2008, 20:13   #10
Standard

naja ein boykott hat ja eher den sinn das man sich a) solidar mit den mitarbeitern und b) dem unternehmen damit schadet, sodass die solche sachen vermeiden. Über sinn und unsinn des boykotts, kann man sicherlich diskutieren.l

Jedoch ändert es sehr wohl was an der Dienstleistung. Dieses Kundenverhältnis hat man ua bei den Journalisten ja quasi ausgenutzt um die "undichte Stelle" zu finden. Dies ist aber nur meine interpretation der sache.
 
 
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.kb
Alt 01.06.2008, 13:37   #11
Standard

Ja, wobei ich nicht finde das es was bringt sich solidar zu den Mitarbeitern zu stellen. Wir leben hier in einer kapitalistischen Welt und jede Firma strebt zu Gewinnmaximierung und zu den besten Produkten. Und wenn jemand das beste Produkt bietet, dann nehme ich das.
Mein Mitleid bringt keinem einzigen Mitarbeiter von Lidl eine Entschädigung, dass er von seinem Arbeitgeber betrogen wurde.
 
 
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hesse
Alt 02.06.2008, 10:39   #12
Standard

Zitat von Fränze Beitrag anzeigen
Es wurden nicht die Telefonverbindungen zu Konkurrenten ausgespäht, sondern zu Journalisten, und es ging auch nicht um die Vermeidung von Unternehmensspionage, sondern um das "unter der Decke halten" interner Unstimmigkeiten.
Zumindest ich habe das auch nicht geschrieben.
Berichtet wird, dass im Jahre 05 und 06 Verbindungsdaten analysiert und überwacht wurden um eine undichte Stelle im Unternehmen ausfindig zu machen. Darüber hinaus wollte man nachvollziehen, wer mit wem wann in Verbindung stand. Welche Quelle du heranziehst: "interne Unstimmigkeiten", würde mich interessieren? Nach dem was ich gelesen hatte drehte es sich generell um Informationen die ungewollt das Unternehmen verlassen haben.
 
 
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Fränze
Alt 02.06.2008, 13:56   #13
Standard

Die Medien haben immer wieder über interne Unstimmigkeiten berichtet, über Gespräche innerhalb des Vorstands, die Umstände, warum der Vorsitzende abgelöst wurde, etc., nicht über Geschäftspläne. Und dieses Leck sollte gefunden werden.
 
 
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IsoO
Alt 03.06.2008, 22:09   #14
Standard

NETZEITUNG WIRTSCHAFT UNTERNEHMEN NACHRICHTEN:
T-Schnüffler arbeiteten auch für die Bahn

Man darf gespannt sein, zu erfahren, wie weit die Arme dieses Skandals noch reichen.
 
 
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OrionX
Alt 03.06.2008, 22:18   #15
Standard

jo für SAP haben die auch gearbeitet. Ist halt eine Sicherheitsfirma, da stehen wahrscheinlich noch mehr unternehmen auf der kundenliste.

Kommt allerdings drauf an, was die Firma für den betreffenden konzern gemacht hat, normale investigative sachen wo du nur beschattet wirst sind ja sogar legal.
 
 
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OrionX
Alt 04.08.2008, 08:41   #16
Standard

heise online - 04.08.08 - Telekom deklariert Verbindungsdaten als Rechnungsdaten

die telekom hatts scheinbar nicht so mit datenschutz...
 
 
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