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Studiengebühren

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Alt 05.02.2005, 09:17   #1
Böse Studiengebühren

Ja ... mich wunderts wieso sich bisjetzt noch keiner darüber ausgelassen hat also mach ichs eben. Die Überschrift sagt ja schon so einiges - was haltet ihr davon ? Ich persönlich finde, dass das ein Schritt in die falsche Richtung ist, oder wollen wir nacher wie die Amis enden ? Wer Geld hat "bekommt" Bildung, wer nicht hat eben keine bzw schlechte Aussichten auf eine Zukunft . Das mit Hartz 4 ist ja schon ein Schritt richtung Amerika aber das lassen wir mal so dahin gestellt. Also ... tobt euch mal an eurer Tastatur aus !
Sid-Vicious4019

€dit: Falls es so einen Thread doch schon gibt sry aber ich hab nichts gefunden!
 
 
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ElLute
Alt 05.02.2005, 10:25   #2
Standard

ich bin auch student und ich sehe es halt wies vorher bei anderen war und wies jetzt bei mir ist. man bemüht sich schneller zu studieren, statt gegen ende hin immer mal wieder jedes semester eine prüfung und drei jahre dip schreiben schaut man alles durchzuziehen... ich studier in innsbruck und berappe pro semester 378 euri. natürlich könntman das geld auch anders gut verwenden, aber im verhältnis zu anderen ausgaben (2 packungen zigaretten pro woche, ein bis zwei monatsmieten, versicherung für wagen) finde ich diese studiengebühren nicht unbedingt übertrieben.
 
 
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noname[FF]
Alt 05.02.2005, 10:27   #3
Standard

Also ich für meinen Teil hab ne ganze Menge unbeantwortete Fragen zum Thema Studiengebühren. Ob ich die Antworten einfach nicht finde oder obs noch keine gibt weis ich nicht.
- Wie hoch werden die Gebühren sein
- Gelten sie für alle Hochschulen
- Muss man nur als Neuanfänger zahlen
- Werden soziale Unterschiede gemacht
- Wann kommen sie tatsächlich
usw.
Bis jetzt steht ja eigentlich nur im Raum dass Studiengebühren nicht mehr grundsätzlich verboten sind. Kämen sie tatsächlich in den nächsten Semestern müsste ich mich privat ein wenig einschränken. Gibts wiederrum Gebühren von 1000€ und mehr dann muss ich mir echt überlegen ob ich mir das noch leisten kann. Klar war es toll nicht zahlen zu müssen. Aber das sowas kommt war ja absehbar. Wenn die Gebühren in einem überschaubaren Rahmen bleiben ok.
Das Argument mit den Langzeitstudenten zieht nicht, da es hierfür schon das Bildungsguthaben gibt. D.h ist man eine bestimmte Semesteranzahl über der Regelstudienzeit muss man auch pro Semester jetzt schon löhnen.
 
 
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ElLute
Alt 05.02.2005, 11:00   #4
Standard

also ich weiss nur wies bei uns in österreich war und jetzt ist...

-378,22 euro zweimal im jahr
-gelten für die universitäten, andere hochschulen haben zum teil höhere beiträge
-zahlen muss jeder bei der immatrikulation und um zu verlängern
-soziale unterschiede werden insofern gemacht, dass stipendienbezieher die studiengebühren erstattet bekommen
-bei uns sind sie schon da...

die langzeitstudenten gabs bei uns, hab einige gekannt, die lockere zehn jahre studiert haben und den abschluss dann gemacht haben, weils ihnen zu nervig war immer wieder hinauszuzögern...
 
 
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wAxman
Alt 05.02.2005, 12:12   #5
Standard

also die studiengebühren sollen sich auf 500 € pro semester belaufen.natürlich gelten sie nur für hochschulen und universitäten,in ländern,in denen die cdu regiert,was ja auch schon mal voll der bullshit ist...aber theoretisch die cdu würde überall regieren,dann würd die überall zu zahlen sein.

Man muss nur als neuanfänger zahlen,schon in soweit,dass der staat ja nicht einfach sagen kann:hier du bist im 5 semester,regelfall sind 8 semester,dann zahl mal deine studiengebüren und wennde das jetzt grad nicht kannst haste peche gehabt!das geht ja nicht.ist wie wenne n telefonvertrag abschließt und die auf einmal die grundgebühren erhöhen,bist du ja auch nicht von betroffen.

soziale unterschiede werden natürlich nicht gemacht,dass ist eben das problem.die wollen einen günstigen kredit mit 5% anbieten und den musst du dann zurückzahlen;wie ist allerdings deine sache,und wenn man natürlich nachm studium arbeitslos ist,muss man ihn auch nicht zurück zahlen;sozusagen als absicherung,dass man nachm studium n festen arbeitsplatz hat.leider werden sie wie es aussieht keinen kredit unter 5% anbieten,da dadurch leicht ein missbrauch des kredits entstehen kann,so aller och na ja ich brauch zwar keinen kredit und ich studier auch gar nicht,aber hey schummel ich mal,denn n kredit mit 2% zinsen den will ich haben...
problem ist eben noch der bund und die länder streiten sich darüber wer den kredit finanziert sollte der student arbeitslos sein und nicht in der lage sein ihn zurück zu zahlen!!

in deutschland wurden die studiengebühren jetzt z.b. von stoiber in bayern schon wieder zurückgezogen,da einfach noch kein vernünftiges finanzierungskonzept entstanden ist.


Ich finde es einfach eine bodenlose frechheit studiengebühren zu erheben,da es einfach dazu führt,dass reiche studieren können und den armen bleibt die bildung verwehrt.mir scheiss egal obs noch so geile finanzierungskonzepte gibt,es ist einfach ein nächster schritt zum:es gibt nur arm und reich!!!!
 
 
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Krashok
Alt 05.02.2005, 15:40   #6
Standard

Naja der zu zahlende Betrag bewegt sich ja zur Zeit zwischen 500 und 2500€ .. das Problem mit Arm und Reich kann man ja mit entsprechender Finanzieren weitgehend minimieren, fraglich ist nur wo das Geld hinfließt. Ich denke mal man hätte weniger ein Problem, wenn man wüsste dass das Geld auch zu 100% für die Hochschulen verwendet wird... was meiner Ansicht nach garantiert nicht der Fall sein wird.
Das Studium wird sich noch weiter in die Länge ziehen, da man zusätzlich zum Lebensunterhalt, mal eben noch 500€ pro Semester aufbringen muss.
Ich denk aber mal, sollte es so kommen, werden sicherlich einige Studis einfach mal in Bundesländer "abwandern" wo es keine Studiengebühr gibt.
 
 
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MiKe
Alt 05.02.2005, 16:06   #7
Standard

Ich denk aber mal, sollte es so kommen, werden sicherlich einige Studis einfach mal in Bundesländer "abwandern" wo es keine Studiengebühr gibt.
AFAIK muss man dann trotzdem zahlen, da man eben nicht in diesem Bundesland gelebt hat, sondern ausschließlich wg. der Gebühren dahinzieht...
 
 
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hackvresse
Alt 05.02.2005, 16:55   #8
Standard

All das was manche hier als Fakten ansehen ist nichts weiter als graue Theorie. Die Gebühren werden kommen, aber ein wenig wirds noch dauern. Es muss erst jetzt mal eine vernünftige Lösung gefunden werden was man geanau mit denen macht die sich das Studium evtl. nicht leisten könnten. Über Kredite wirds laufen. Aber was tun wenn der Student später keine Arbeit findet und den Kredit nicht abzahlen kann? Wer bürgt dafür. Das sind halt offene Fragen und solange das nicht gelöst ist wird es auch keine Gebühren geben.

Und alles weitere, wie zB die Frage was man mit Studenten macht die wegen den Gebühren das Bundesland wechseln, wird danach geklärt.

Gut finde ich die Idee allerdings nicht. Wenn man nur 500 €/Semester nimmt deckt das sowieso nichtmal annähernd die tatsächlichen Kosten. Dann kann mans besser direkt sein lassen und die Studenten müssen sich nicht verschulden. Auch wird so mancher vielleicht abgeschreckt durch die immense Höhe die man sich von einer Bank leihen muss (etwa 30.000€) und studiert deshalb vielleicht dann doch nicht.
Fest steht, dass durch solche Aktionen die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgehen wird. Man sollte sich frühzeitig überlegen ob man zu den Gewinnern oder Verlieren zählen will
 
 
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Fivemiles
Alt 07.02.2005, 11:12   #9
Standard

ja dem Staat geht halt immer mehr das Geld aus, jetzt sind halt die Studenten dran. Was soll man sich über so eine Politik noch aufregen. Ändern kann man doch nichts. Ein Thema wie ein Fass ohne Boden....

in meinen Augen der programmierte und immer weiter gewollte Abbau des ehemaligen "Sozialstaates" Deutschland.... und da wundern sich die "Demokraten" der hiesigen Parteien noch, wenn die Wähler zur NPD rennen?

Kopflose Politik - Hauptsache die Diäten der lieben Abgeordneten werden immer schön weiter erhöht. Prost Mahlzeit. Am besten das Land verlassen. Bloß wohin ? Als Fischer nach Mallorca oder als Tellerwäscher nach Dubai ?
 
 
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Cumulus
Alt 07.02.2005, 13:09   #10
Standard

Es gibt keine "vernünftige Lösung" für die Einführung von Studiengebühren!

Bildung muss umsonst und damit für jeden frei zugänglich sein.
 
 
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DerAssie
Alt 07.02.2005, 18:47   #11
Standard

Ich bin dafür das die Mindeststudienzeit natürlich Kostenlos ist und dann noch 1 maximal 2 Semester so als Oranger Bereich wo man angemahnt wird.
Darüber hin aus sollte es was kosten aber sicherlich nicht für Leute die durch ziehn und wolln weil das Soziale Benachteiligung ist !!
 
 
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an3
Alt 08.02.2005, 13:43   #12
Standard

Ohje... Da fragt man sich, woher so Infos kommen...

um erstmal die Fragen von NoName zu beantworten:

Die Höhe der Gebühren wird variabel sein. d.h. jedes Bundesland kann eine andere Summe verlangen. Dabei steht noch nicht einmal fest, ob für alle Unis und Fachrichtungen die selben Gebühren kommen oder man zwischen Jura- und Geschichtsstudium unterscheidet. Da gibts verschiedene Ideen: 1) Die Höhe beläuft sich nach den zu erwartenden Löhnen nach dem Studium (man schaut z.B., dass ein Jurastudent im Durchschnitt xxxx Euro verdient und rechnet das dann eben so ab) oder 2) Die Höhe beläuft sich nach den tatsächlich entstandenen Kosten im Studium. Ein Germanist würde dann wohl billiger weggekommen als ein Arzt.

Wofür die Gebühren gelten werden, ist eben auch Ländersache. Aber ich glaube nicht, dass ein Bundesland herkommt und meint für A wollen wir Gebühren erheben, für B nicht.

Es muss ja auch nicht jedes Bundesland Gebühren erheben. Außerdem ist das nicht zwingend richtig dargestellt, dass CDU-Länder Gebühren erheben, SPD-Länder nicht. Stoiber und Teufel sind da eben vorneweggedrescht. Der Bund ist dagegen. Könnte aber gut sein, dass irgendein CDU-Ministerpräsident auch keine Gebühren erheben will und dafür eben ein SPDler. Ländersache. Das hat dann wenig mit der Bundes-CDU zu tun, die das ja wohl mehr oder weniger will.

Als Neuanfänger muss man wohl dann zahlen, wenn sie kommen. Wie das mit den studierenden ist, ist unklar. Weiter oben stand ja schon dran, dass man ja nicht von heute auf morgen von jmd. Geld verlangen kann, allerdings glaube ich auch nicht, dass man da ganz einfach durchrutscht, weil man ein Studium schon begonnen hat. Wirds wohl sicherlich einige Finanzierungsmöglichkeiten geben.

Soziale Unterschiede gibts insofern, als das man (wie weiter oben gesagt) Stipendien erhält, wenn die finanzielle Lage nicht gut ist, man also aus ärmeren Schichten kommt oder man sich komplett selbst organisieren muss (Wohnung etc.)
Problem ist eben nur, dass bisher noch kein Konzept steht für diese Stipendien, die dann vom Bund getragen werden müssen. Es gibt ja z.B. verschiedene Stipendien für Hochbegabte etc., die meisten (alle???) gehen aber nicht vom Bund aus, sondern von Oragnisationen und Betrieben etc. Außerdem sind diese auch sehr dünn gesät. Ist eben noch nicht gängiges System in Germany.

Wieso Stoiber zurückgefahren ist damit, ist klar. Das FInanzierungssystem steht einfach noch nicht. In Bayern sollten ja schon zum Wintersemester 2005 Studiengebühren eingeführt werden. Allerdings kann man sowas ja auch nicht machen, wenn kein konkretes Finanzierungssystem steht. Der Vorschlag, der vom Bund (glaube ich) kam, war ja, dass normale Banken Kredite anbieten. Die Rückzahlung dieses Kredites würde dann mit Beginn der Arbeit beginnen, nach dem Studium. Die Zinsen würden sich wie erwähnt auf um die 5% belaufen, damit nicht Jeder anfängt zu studieren, weil er schön Kohle scheffeln kann. Bei Engpässen (Familiengründung, Kind, Wohnungswechsel, sonst. Finanzielle Probleme) könnte man die Rückzahlung auch einfrieren, also einfach mal "Pause" machen, so lange es eben knapp ist mit dem Geld. Bürgen würde der Staat. Der Kredit würde übrigens eine Maximallaufzeit von 30 Jahren haben, erst danach würde der Staat als Bürge eintreten. Im Grunde ist das FInanzierungskonzept OK, fragt sich nur, ob es auch so durchgeführt wird...

Ich bin da ziemlich gespaltener Meinung zu diesen Gebühren und kann leider keinen klaren Standpunkt vertreten. Auf der einen Seite gibts da wirklich das Problem der sozialen Unterschiede. Es wäre einfach eine Verlagerung und viele würden deshalb vor einem Studium zurückschrecken. Meine Theorie ist ja: Stellt euch vor, ihr habt Realschule gemacht und geht danach in die Lehre. 3 1/2 Jahre wenig verdienen, aber dann immerhin ein einigermaßen geregeltes Gehalt, auch nicht zu gering. In der Zwischenzeit hat ein Anderer das Gymnasium fertig gemacht und fängt an, zu studieren. Das dauert dann gut und gerne nochmals 6-7 Jahre. Und jetzt muss man sich eben überlegen, wie viel Geld dieser Realschüler in den 3,5 Jahren Ausbildung + 6-7 Jahren Job mehr verdient hat, als der Studierende. Und welche Kosten der Studierende dann zusätzlich noch gehabt hat, die nicht auf den Realschüler zugekommen sind (Studiengebühren, ...)

Wenn man das gegeneinander aufrechnet, braucht man wohl weitere 15-20 Jahre, bis man unterm Strich genauso viel rausgeholt hat wie der Realschüler. Angenommen der Realschüler verdient 2000 Euro und der Akademiker 3000, man wird auch noch schön besteuert (das sind übrigens einfach nur Phantasiezahlen) und kriegt im Endeffekt keine 500? mehr raus, netto. Und dann rechne das mal auf die 10 Jahre, die man nicht gearbeitet hat. Dauert doch Jahrzehnte, oder?

Wann die Gebühren jetzt tatsächlich kommen ist unklar. Aber man hat ja gemerkt, dass Bayern und B-W die recht schnell einführen wollen. Hängt wohl nur noch von der Finanzierung ab. Wenn morgen die Commerzbank daherkommt und eine Finanzierungsmöglichkeit bietet, könnte das ganz schnell gehen. Wintersemester 2006 schätze ich mal bei den Bayern, 2007 in B-W

Puh,...
 
 
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Cumulus
Alt 08.02.2005, 14:34   #13
Standard

Original geschrieben von DerAssie
Ich bin dafür das die Mindeststudienzeit natürlich Kostenlos ist und dann noch 1 maximal 2 Semester so als Oranger Bereich wo man angemahnt wird.
Darüber hin aus sollte es was kosten aber sicherlich nicht für Leute die durch ziehn und wolln weil das Soziale Benachteiligung ist !!
Worin genau besteht beim Langzeitstudieren denn die Benachteiligung für die (nicht-studierenden) Mitmenschen?
 
 
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an3
Alt 08.02.2005, 17:57   #14
Standard

Original geschrieben von Cumulus

Worin genau besteht beim Langzeitstudieren denn die Benachteiligung für die (nicht-studierenden) Mitmenschen?
Die Benachteiligung besteht durch die Bevorteiligung der nicht wirklich studierwilligen sondern nur pro forma eingetragenen, die sich so eben einige vorteile verschaffen, sich z.B. hier und da gebühren sparen oder einfach ein Studiticket haben, womit man im gesamten Gebiet verbilligt fahren kann.
 
 
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Cumulus
Alt 08.02.2005, 21:22   #15
Standard

Ok, das seh ich noch ein.
Nur das Argument: "Dadurch sinkt die Qualität der Lehre" zieht halt nicht.
 
 
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Jacky Treehorn
Alt 16.02.2005, 13:50   #16
Standard

Original geschrieben von Cumulus
Es gibt keine "vernünftige Lösung" für die Einführung von Studiengebühren!

Bildung muss umsonst und damit für jeden frei zugänglich sein.
Da muß ich widersprechen. Bei deiner Betrachtung gerät aus dem Blick, wer das Studium der Studierenden derzeit finanziert. Es ist ein Irrtum zu glauben, das koste derzeit nichts. Denn schließlich kostet die Uni Geld, und zwar das Land, in dem diese sitzt. Das Geld dafür kommt aus unser aller Taschen - o.k. nur der steuerzahlenden Mitglieder hier.

Studiengebühren werden ohnehin nicht in kostendeckender Höhe durchsetzbar sein. Dann könnten tatsächlich nur noch wirklich Reiche Medizin oder Chemie studieren, weil dort jeder Studienplatz enorme Kosten verursacht.

Eine Beteiligung an den Kosten des Studiums erscheint mir dagegen völlig o.k., da man auch Aussichten auf ein später höheres Einkommen erwirbt.

Da ist m.E. anzusetzen: Gebühren jetzt, aber Zahlung später. (Die Einzelheiten spare ich mir jetzt.) Das wirkt zugleich disziplinierend auf jene, die aus finanziellen Erwägungen eingeschrieben bleiben, aber tatsächlich nicht mehr studieren. Es ist sicher nicht übertrieben, so etwas als Schmarotzertum zu bezeichnen.

My two cent
 
 
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an3
Alt 16.02.2005, 14:31   #17
Standard

Original geschrieben von Jacky Treehorn


Da muß ich widersprechen. Bei deiner Betrachtung gerät aus dem Blick, wer das Studium der Studierenden derzeit finanziert. Es ist ein Irrtum zu glauben, das koste derzeit nichts. Denn schließlich kostet die Uni Geld, und zwar das Land, in dem diese sitzt. Das Geld dafür kommt aus unser aller Taschen - o.k. nur der steuerzahlenden Mitglieder hier.
Und weil es aus aller Taschen kommt profitiert davon auch das ganze Volk. Klar werden jetzt einige sagen, der Studierende hat nen riesen Lohn, was ja auch nicht falsch ist, aber dafür sollte man bedenken, dass er in seiner Studienzeit Geld ausgibt und kostendeckend leben muss mit Nebenjobs etc., während in der gleichen Zeit ein Auszubildender (bspw. Realschule) schon die Ausbildung fertig hat und sich gut einleben kann.
Also wieder zum Nutzen für alle: Sollen denn nur die reichen studieren und reich bleiben? Oder gibt man allen eine Chance, etwas für "das Volk" zu tun? Akademiker 1 forscht an neuen Medikamenten, die eines Tages auch dem Bauarbeiter zugute kommen. Akademiker 2 vertritt den armen Elektriker, weil ihn jemand verklagt hat. Und der Dritte entwickelt dann die Autos und Häuser, die so ziemlich Jeder hat und benutzt/bewohnt (Auto/Haus -> nicht das jemand denkt, man würde im Auto wohnen )
 
 
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Jacky Treehorn
Alt 16.02.2005, 14:42   #18
Standard

Die allgemeinen Lebenshaltungskosten hat auch der schlecht entlohnte Lehrling beim Handwerk oder in der Industrie. Bei Banken sieht das ja mit dem Lohn schon anders aus...

Du hast Recht, daß das ganze Volk von Gebildeten profitiert, aber der Gebildete selbst profitiert auch vom Studium. Deshalb soll er ja auch nicht die gesamten Kosten, sondern nur einen Teil bezahlen.

Das finde ich schon gerecht.

Im übrigen ist es ein Märchen, daß in den USA nur Reiche studieren. Nach meiner Kenntnis ist der Anteil der Studierenden aus schlecht verdienendem Elternhaus aufgrund großzügiger Stipendienprogramme dort sogar höher als in Deutschland.

Wer studiert, macht erst mal Schulden. Die zahlt er dann von den damit erworbenen Früchten ab. Das ist doch vergleichbar mit dem neuen Haus, auf dem zunächst natürlich die Hypothek der Bank lastet.
 
 
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an3
Alt 16.02.2005, 14:51   #19
Standard

Original geschrieben von Jacky Treehorn
Die allgemeinen Lebenshaltungskosten hat auch der schlecht entlohnte Lehrling beim Handwerk oder in der Industrie. Bei Banken sieht das ja mit dem Lohn schon anders aus...
Ein Lehrling verdient aber 3 Jahre lang schlecht, dann kriegt er sein Gehalt und kann damit über die Runden kommen, und das wohl auch ganz gut, mal abgesehen von sonstigen Problemen unserer Gesellschaft (rente etc.).

Original geschrieben von Jacky Treehorn
Du hast Recht, daß das ganze Volk von Gebildeten profitiert, aber der Gebildete selbst profitiert auch vom Studium. Deshalb soll er ja auch nicht die gesamten Kosten, sondern nur einen Teil bezahlen.
Das würde ich gerne sehen. Erstmal sollten generell die Mittel fürs Studium erhöht werden. So wie es jetzt aussähe würde man in 2-3 Jahren 500 Euro zahlen für ein schlechtes Studium, weil die Unis schlecht ausgestattet sind. Bevor ich da dann 500 Euro hinblättere, will ich erstmal Qualität. Erst was schaffen, dann fordern, dann sähe die Sache schon ganz anders aus!

Original geschrieben von Jacky Treehorn
Im übrigen ist es ein Märchen, daß in den USA nur Reiche studieren. Nach meiner Kenntnis ist der Anteil der Studierenden aus schlecht verdienendem Elternhaus aufgrund großzügiger Stipendienprogramme dort sogar höher als in Deutschland.
Eben, Stipendienprogramme. Wie siehts denn hier aus? Kaum was. Ich könnte auf Anhieb keine Organisation oder Betrieb nennen, die dir das Studium finanzieren. Also ist auch hier erstmal der Staat dran, Stipendienprogramme attraktiv zu machen und somit sozial schwächeren Studierenden eine Chance zu geben, bevor sie gleich Gebühren erheben.

Original geschrieben von Jacky Treehorn
Wer studiert, macht erst mal Schulden. Die zahlt er dann von den damit erworbenen Früchten ab. Das ist doch vergleichbar mit dem neuen Haus, auf dem zunächst natürlich die Hypothek der Bank lastet.
Wer studiert macht Schulden.
Wer in der selben Zeit arbeitet gewinnt schonmal was.
Während ich meine Schulden abbezahle von einem höheren Lohn lebt der Nicht-Akademiker mit seinem kleineren Lohn trotzdem genausogut wie ich, weil er ja nichts abbezahlen muss.
Und den rein finanziellen VOrteil eines Studiums hab ich dann vielleicht mit 40-50 Jahren wieder reingeholt...ist doch krank!
 
 
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Jacky Treehorn
Alt 16.02.2005, 17:11   #20
Standard

Original geschrieben von an3

Ein Lehrling verdient aber 3 Jahre lang schlecht, dann kriegt er sein Gehalt [Schnipp]
Ein Studium dauert auch nur vier bis fünf Jahre. Als Jurist oder Lehramtsanwärter verdient man dann auch erstmal im Referendariat ein paar Kröten. Als Arzt im Praktikum auch. Beides dauert nochmal bis zu zwei Jahre.
Daß ein Studium ein hohes Lebenseinkommen garantiert, habe ich auch nie behauptet. Das wäre wohl auch kaum zu halten.

Original geschrieben von an3
Das würde ich gerne sehen. Erstmal sollten generell die Mittel fürs Studium erhöht werden. So wie es jetzt aussähe würde man in 2-3 Jahren 500 Euro zahlen für ein schlechtes Studium, weil die Unis schlecht ausgestattet sind. Bevor ich da dann 500 Euro hinblättere, will ich erstmal Qualität. Erst was schaffen, dann fordern, dann sähe die Sache schon ganz anders aus!
Der Einwand ist berechtigt. Aber hier liegt ein klassisches Henne-Ei-Problem vor: Die Unis können erst bessere Leistung anbieten, wenn mehr Kohle da ist. Damit wir uns recht verstehen: Die Gebühren müssen ausschließlich der Uni zur Verfügung stehen und dürfen KEINESFALLS in den allgemeinen Haushalt fließen. Die beste Lösung wäre villeicht, den Hochschulen das Recht zu geben, die Höhe der Gebühre im Rahmen ihrer Finanzautonmie selbst festzulegen.


Original geschrieben von an3
[b]Eben, Stipendienprogramme. Wie siehts denn hier aus? Kaum was. B]
Hierfür gilt das zuvor Gesagte entsprechend. Meines Erachtens ist bei Stipendien auch nicht so sehr der Staat gefragt. Das würde nur dazu führen, daß von einer Tasche in die andere Tasche Geld geschippt würde


Original geschrieben von an3
Den VOrteil eines Studiums hab ich dann vielleicht mit 40-50 Jahren wieder reingeholt...ist doch krank!
Aber deine Entscheidung. Nur des Geldes wegen zu studieren halte ich auch für falsch. Als Handwerks- oder Industriemeister kann man wahrscheinlich schneller zu Kohle kommen.

Ich kann deinen Standpunkt gut verstehen. Aber hier gerät man leicht in die Diskussion, was denn - abstrakt betrachtet - überhaupt Gerechtigkeit ist...
 
 
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Cumulus
Alt 24.02.2005, 00:47   #21
Standard

Original geschrieben von Jacky Treehorn

Eine Beteiligung an den Kosten des Studiums erscheint mir dagegen völlig o.k., da man auch Aussichten auf ein später höheres Einkommen erwirbt.
Ja, die hochbezahlten Sozialpädogoge, Germanisten, Politikwissenschaftler, Landschaftsarchitekten, Ägyptologen, Theologen, ...

Du gehst von einem Ansatz aus, der Bildung als eine Ware beschreibt - und das halte ich für sehr gefährlich.

Willst Du auch die Kosten für Arztbesuche den Kranken selbst aufdrücken - schließlich verdient ein gesunder Arbeiter mehr Geld als ein verletzter?

Grundschule selbst bezahlen - schließlich hat man bessere Berufsaussichten, wenn man lesen kann?

Oder wo soll das hinführen?

Mit der gleichen Argumentation könnte man auch von Azubis verlangen, ihre Ausbildung selbst zu bezahlen - schließlich verdienen sie später ihr eigenes Geld, dadurch, dass sie von der Ausbildung profitieren!

Außerdem: Es studieren doch ohnehin zu wenig Leute, schreit es allerorten. Wenn man nun von dem Studium nicht einmal mehr einen finanziellen Vorteil hat - die Studiengebühren zielen ja angeblich auf Ausgleich dieser vermeintlichen "Ungerechtigkeit" - dann gibt es doch erst recht keinen Anreiz mehr, zu studieren und danach trotzdem nicht mehr Geld zu haben, als ein "gelernter" ...
Wenn man schon unbedingt über Geld reden will. Aber Geld ist für mich eine schlechte Motivation, studieren zu gehen.
 
 
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Jacky Treehorn
Alt 01.03.2005, 18:15   #22
Standard

Original geschrieben von Cumulus

Ja, die hochbezahlten Sozialpädogoge, Germanisten, Politikwissenschaftler, Landschaftsarchitekten, Ägyptologen, Theologen, ...
Verdienen nicht unbedingt schlechter als andere Studierte. Viele Menschen finden natürlich nicht in ihrem Traumfach eine Anstelung. Aber es gibt zahlreiche Unternehmen, denen es nur auf ein abgeschlossenes Studium - kein bestimmtes - ankommt. Das ist der Nachweis, daß der Betreffende systematisch arbeiten und Stoff verarbeiten kann.

Außerdem verdienen katholische Pfarrer wirklich kein schlechtes Geld (nach meiner Kenntnis liegt das Einstiegssalär bei über 3.000,--).

Original geschrieben von Cumulus
Du gehst von einem Ansatz aus, der Bildung als eine Ware beschreibt - und das halte ich für sehr gefährlich.
Warum hälts Du das für gefährlich? Bildung ist eine Ware. Gefährlich ist nur, wenn man sie ausschließlich als Ware betrachtet. Aber dafür plädiere ich ja auch für ein Stipendiensystem.

Original geschrieben von Cumulus
Willst Du auch die Kosten für Arztbesuche den Kranken selbst aufdrücken - schließlich verdient ein gesunder Arbeiter mehr Geld als ein verletzter?
Ja, jeder sollte sich privat krankenversichern dürfen.

Original geschrieben von Cumulus
Grundschule selbst bezahlen - schließlich hat man bessere Berufsaussichten, wenn man lesen kann?
Nein, denn im Gegensatz zu einem Studium ist der Besuch der Grundschule nicht freiwillig.

Original geschrieben von Cumulus
Außerdem: Es studieren doch ohnehin zu wenig Leute, schreit es allerorten. Wenn man nun von dem Studium nicht einmal mehr einen finanziellen Vorteil hat - die Studiengebühren zielen ja angeblich auf Ausgleich dieser vermeintlichen "Ungerechtigkeit" - dann gibt es doch erst recht keinen Anreiz mehr, zu studieren und danach trotzdem nicht mehr Geld zu haben, als ein "gelernter" ...
Wenn man schon unbedingt über Geld reden will. Aber Geld ist für mich eine schlechte Motivation, studieren zu gehen.
Mir ist nach wie vor nicht klar, ob Du ein Idealist bist, der Bildung an sich für ein hohes Gut hält, oder ein Materialit, der umsonst studieren und hinterher dicke Kohle scheffeln möchte (bitte nicht zu ernst nehmen...)
 
 
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Registrierter PPler
Anonymisierungsmodus aktiv!
Alt 23.03.2006, 16:56   #23
Standard

sorry für das auskramen alter themen, wobei das nur vom erstellungsdatum her alt ist, es ist auf jeden fall aktuell.

ich bin ja grad dabei eine nette auswahl an uni's zu erstellen an denen ich mich bewerbe um im wintersemester 2006/2007 anzufangen.

und so langsam aber sicher verliere ich komplett den durchblick. da gibt es zb die uni augsburg die da schreibt das sie ab 2007 Studiengebühren erheben muss (in dem fall die "konkrete" ansage zwischen 300 und 500 EUR/Semester)

und dazu gibt es die uni nürnberg/erlangen die lediglich angaben zu studiengebühren für langzeitstudenten macht, aber es ist weder die rede von semesterbeiträgen noch von studiengebühren.

wie kann das sein das schon in einem bundesland nicht klar ist wie nun wann was realisiert wird?

und: hat irgendjmd nun eine übersicht gefunden die recht seriös ist wo man nun wieviel bezahlt (nach bundesländern oder sogar nach uni's sortiert?)

und: wie lange ist der rückzahlungszeitraum für das darlehen der studiengebühren?

ich sag doch, ich verlier hier grad den durchblick :/
 
 
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Roter_Drache
Alt 23.03.2006, 17:25   #24
Standard

musst mal gucken zum schuljahresende gibt/gab es mal von Die Zeit (?) son Überbick welche Uni leistet was und warum und wofür und da war auch ne Übersicht drin wie teuer welche Unis sind..

Wobei das doch auf der Uni-Homepage stehen müsste oder?
Ansonsten anrufen und nachfragen und selber solch eine Liste erstellen für potentielle Favoriten..


EDIT Hier haste ne Übersicht mit Erklärung wieviel wofür und überhaupt
http://www.studis-online.de/StudInfo...#bundeslaender
 
 
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Registrierter PPler
Anonymisierungsmodus aktiv!
Alt 23.03.2006, 17:42   #25
Standard

ich erstelle eine liste mit allen potentiellen uni's, das steht doch da. wenn alles auf den hp's stehen würde, würde ich nicht fragen. nur leider habe ich das in den letzten 12 monaten nicht wirklich verfolgt und hatte gehofft hier auf jmd zu treffen der sich eingehend damit beschäftigt hat.

Zitat von Bayern
KURZ UND KNAPP

Bereits eingeführt
Zweitstudiumsgebühren: 500 € pro Semester (nur wenige Ausnahmen)
Verwaltungsgebühren: 50 € pro Semester (seit WiSe 2004/2005)
Langzeitstudiengebühren: 500 € pro Semester (seit WiSe 2005/2006) bei über 3 Semestern "zu viel"

Gesetzliche Grundlage für die Gebühren: Bayerisches Hochschulgesetz (in der Fassung mit den Änderungen vom 24.03.2004 durch §18 des Gesetzes zur Änderung des Haushaltgesetzes 2003/2004), insbesondere §85 und §85a

Vom Kabinett beschlossen (Verabschiedung im Landtag steht noch aus)
Allgemeine Studiengebühren 500 € pro Semester ab SoSe 2007.
wie jetzt doch nur für langzeitstudenten? nun wirds langsam noch verwirrender....aber beschlossen ist noch nichts für allgemeine studiengebühren, und trotzdem gibts hp's die damit schon rumhantieren.

ja was denn nun?

und betrifft das nur hochschulen oder auch fachhochschulen?

Geändert von Felicitas (23.03.2006 um 18:30 Uhr).
 
 
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