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Stadt, Land, Leben

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Alt 16.08.2007, 19:15   #1
Standard Stadt, Land, Leben

Ich versuche mal die Fragen so offen wie möglich zu stellen:
  • Wenn ihr die Wahl hättet, würdet ihr euch für ein Land- oder für ein Stadtleben entscheiden?
  • Welche Faktoren beinflussen eure Entscheidung?
  • Welche Faktoren könnten eure Entscheidung zukünftig ändern?
  • Was sind für euch Vorzüge und Nachteile von Stadt- oder Landleben?
  • Was bedeutet das Leben in der Stadt für euch, was bedeutet ein Leben auf dem Land für euch?
Ich möcht auch kurz vorweg schon meine Gedanken dazu umreißen. Das Stadtleben bedeutet für mich: Bewegung, Entwicklung, Leben, Mobilität, Vielfalt (zB. kulturelle)

Landleben bedeutet für mich: Ruhe, Stillstand, Tod (um mal den krassen Gegensatz zum Leben zu bilden)

Gerade meine Meinung zum Landleben will ich gern mal näher erläutern. Das Landleben bietet für mich einen Stand X. Dieser Stand X kann durchaus angenehm sein, es ist halt gemütlich. Weil es kaum Veränderungen gibt, kaum soziale Bewegung ist das ganze relativ stressfrei und relativ ungefährlich für die psychische Stabilität. Aber gerade für einen jungen Menschen ist doch dieser Stillstand irgendwie der Tod schlechthin. Wo bleibt da die Möglichkeit durch Herausforderungen zu reifen, zu wachsen, sich zu entwickeln?

Allerdings lehne ich ein Landleben nicht durchgängig ab. Ich genieße die Ruhe wenn ich meine Eltern auf dem Dorf besuche, ein paar Tage Ruhe zu haben. Ich will meine Kinder auf dem Land aufwachsen sehen. Denn was ich für junge Erwachsene wichtig finde, nämlich eine gewisse Geschwindigkeit, empfinde ich für Kinder als ungünstig, diese sollen Zeit haben Kind zu sein. Genauso kann ich mir gut vorstellen dass ich im höheren Alter dann wieder aufs Land zurück will. Wenn ich lange genug in Bewegung war, einfach wieder zur Ruhe kommen.

Aber im Moment, ein paar Tage Ruhe reichen und dann zieht es mich zurück ins Leben. Für mich als junge Erwachsene ist dieser Stillstand auf dem Land psychischer Tod. Ich will die Bewegung.

Nunja, das mal so als Grobfassung meiner Meinung zu dem Thema. Detailierter wirds dann evt im Laufe einer eventuellen Diskussion. Aber jetzt will ich erst mal wissen wie ihr das seht
 
 
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Alt 16.08.2007, 19:46   #2
Standard

möp.

ich hatte nur die möglichkeit mich bewusst für die stadt zu entscheiden, weil ich am land aufgewachsen bin. ganz so krass wie du würde ich es allerdings nicht formulieren

Weil es kaum Veränderungen gibt, kaum soziale Bewegung ist das ganze relativ stressfrei und relativ ungefährlich für die psychische Stabilität.
...oder genau das gegenteil. gerade im Westerwald isses eigentlich so das man "gefangen" ist in den bahnen wie das leben dort halt so funktioniert und es nur wenige möglichkeiten gibt individuell zu sein und man keine möglichkeit zum "ausbrechen" hat, weil es könnte ja jemand sehen. ob diese situation "ungefährlich für die psychische stabilität" ist wage ich zu bezeifeln, aber in meinem blickfeld als jugendlicher habe ich, so im vergleich, den eindruck das weitaus mehr (im verhältnis) an teilweise starken depressionen leiden als in der stadt, wo immer irgendwie was "passiert" und man sich ablenken kann.

ich sehe es aber ähnlich wie du und bin froh als kind am land groß geworden zu sein. wenn ich mir die geschichten hier anhöre wie kinder in der großstadt aufwachsen - viel mehr als der haushinterhof bleibt da nicht um sich zu entfalten. traurig. wir hatten ganze wälder und berge für uns, stundenlange radtouren ohne irgendwem zu begegnen, baumbuden und staudämme... pilze sammeln... all solche sachen. Als Kind geniesst man auf dem Land definitiv mehr freiheiten als in der Stadt - als jugendlicher wandelt sich das dann.

Was mir sonst aufgefallen ist ist das städter meist einen ausgeprägteren Charakter haben als "bauernkinder". man ist halt einer unter millionen, um da irgendwo herauszuragen und sich zu beweisen erfordert es mehr charakter, als sich unter 200 anderen jugendlichen "beweisen" zu müssen...

tjoa. ich wollte aus der stadt auch nicht mehr weg, zum einem weil sich halt immer was bewegt und zum anderem weil es schlichtweg bequemer ist. von mir aus lässt sich alles bequem per fuß erreichen, dadurch brauche ich kein auto. die lebenserhaltungskosten sind wesentlich niedriger. man hat mehr möglichkeiten generell. und ich mag es auch anonym in einer grossen masse zu sein

...im alter sieht das vllt wieder anders aus. aber soweit isses ja noch nich. ich würde mal so grob über den daumen schlagen
<17 isses auffm land schöner
18 - 35 ab in die stadt
...wenn dann familie vorhanden ist kann man überlegen ob man zum wohl des kindes nochmal ein bischen Piano macht und dann zurückkommt, oder man bleibt halt in der Stadt und kauft dem Kind ne Playstation mit ner Angelrute und sowadd
 
 
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Alt 16.08.2007, 21:17   #3
Standard

  • Wenn ihr die Wahl hättet, würdet ihr euch für ein Land- oder für ein Stadtleben entscheiden?
  • Welche Faktoren beinflussen eure Entscheidung?
  • Welche Faktoren könnten eure Entscheidung zukünftig ändern?
  • Was sind für euch Vorzüge und Nachteile von Stadt- oder Landleben?
  • Was bedeutet das Leben in der Stadt für euch, was bedeutet ein Leben auf dem Land für euch?
Zu 1. Ich habe mich bewusst für das "ländlichere Leben" entschieden. Ich habe so ziemlich alles durch, Großstädte wie Köln, Frankfurt, Hamburg. Ländlich u.a. auch Westerwald, Siebengebirge auch einige längere Aufenthalte im Ausland im ländlichen und städtischen.

Zu 2. Mich hat ganz klar das ruhigere Leben und das konservativere Umfeld mit den dazu gehörigen Sicherheiten für mich und Familie beinflusst. Beruflich war es auch nicht ganz einfach, aber wo ein Wille ist ein Weg. Meine Stadt hat ca. 30000 Einwohner, eine große und starke Infrastruktur.

Zu 3. Ich glaube es gibt keien Faktoren die das ändern könnten.

Zu 4. Vorzüge der Stadt sind u.A. die kürzeren wege, öffentliche Verkehrsmittel und mehr "Aktion" Nachteile sind u.A. unpersönlich, eng, Lärm, teuer.
Vorzüge vom Land, Gegenteil von Stadt
Das Leben der Stadt ist schnell, zu schnell und hektisch. Das Leben auf dem Lande ist bequemer und ruhiger.

Zu 5. Das Leben in der Stadt geniesse ich nur zur Unterhaltung und geschäftlich. Das Leben auf dem Lande bedeutet für mich Freizeit und Familie, Haus , Land, Hobbys etc.
 
 
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Lupus Silvanus
Alt 16.08.2007, 23:14   #4
Standard

Ich war 19 Jahre aufm Dorf, danach 8 Jaher in der Großstadt. Beide Zeiten waren ok.

Im Moment gehen mir hier in der Stadt ein paar Dinge tierisch auf den Senkel die mich die Jahre vorher nicht gestört haben:

* Enge. Ich kann es nicht mehr haben dass ich aus dem Fenster rausguck und seh die Häuserreihe gegenüber. Wenn ich rausgeh ist da geschlossene Bebauung, obwohl ich in einem eher aufgelockerten und chilligen Viertel wohne
* Menschen. Ich hab natürlich nichts gegen Menschen an sich, bin ja selber einer. Aber oft denke ich dass sich in der Stadt viel zu viele Menschen zusammenquetschen. Ich fühle mich eingeengt dass ich nicht nachts um 2 meine Gitarre auspacken kann wie ich das früher ohne weiteres konnte. Jetzt hab ich Nachbarn auf der anderne Seite der Wand, nicht auf der anderen Seite der Straße ...
Die Menschen die mir viel bedeuten seh ich so und so zu wenig. Von den Tausenden anderen fühl ich mich nur eingeschränkt.

Das wars so im großen und ganzen. Kulturelle Vielfalt und Angebote, die es bevorzugt in Ballungszentren gibt, hatte ich fast vorher aufm Land mehr weil ich da bewusster geplant habe und die Sachen dann auch intensiver genossen habe. Jetzt in der Stadt gibts so viel um einen rum und es interessiert eigentlich nicht wirklich.
Kurz gesagt: ich merke wirklich dass mich nachdem ich jetzt mit dem Studium fertig bin mich nicht viel hier hält. Im Gegenteil. Das heißt ich hab die Qual der Wahl ob ich denn nen Ortswechsel vornehme ...
 
 
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Reh
Alt 17.08.2007, 13:52   #5
Standard

  • Wenn ihr die Wahl hättet, würdet ihr euch für ein Land- oder für ein Stadtleben entscheiden?
Landleben oder Kleinstadt.
  • Welche Faktoren beinflussen eure Entscheidung?
Auf dem Land ist es ruhiger und ungefährlicher. Die Großstadt beansprucht die Psyche mit zu vielen Reizen, zu vielen Gefahren und zu vielen Menschen um einen herum weit mehr als das Landleben. Das Land bietet mehr und bessere Erholungsmöglichkeiten. An irgendwelchen Versorgungsgütern oder Luxus mangelt es auch auf dem Land nicht. Die extremen Formen des Luxus und die vielgepriesenen Freizeitmöglichkeiten der Stadt reizen mich nicht, da sie weit über meine Wünsche und Bedürfnisse hinausgehen.
  • Welche Faktoren könnten eure Entscheidung zukünftig ändern?
Ein Job, eine Frau, etwas Unvorhersehbares. Auf jeden Fall ein gewichtiger Grund.
  • Was bedeutet das Leben in der Stadt für euch, was bedeutet ein Leben auf dem Land für euch?
Leben bedeutet für mich das gleiche, egal ob in der Stadt oder auf dem Land. Nur die Umstände ändern sich etwas. In der Stadt ist es anstrengender, aber dafür kann man aus einem Überangebot an Möglichkeiten schöpfen. Das Land bietet weniger Stadtluxus, dafür seine eigenen Möglichkeiten und ruhigere Lebensbedingungen.
 
 
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like a babe
Alt 17.08.2007, 14:06   #6
Standard

also ich wohn seit meiner geburt in einem dorf. ich könnt mir echt net vorstellen, in der stadt zu leben. is für mich zu laut, die luft is des öfteren stickig und zu warm, übrall mauern.
 
 
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OM!T
Alt 17.08.2007, 15:29   #7
Standard

Ich lebe jetzt 19 Jahre in einem kleinen 950-Seelen-Dorf und habe es die meiste Zeit genossen, hauptsächlich weil sich eine starke Gemeinschaft besteht. Jeder kennt jeden und meinen jetztigen Freundeskreis habe ich schon mein ganzes Leben. Es ist hier nicht so, dass sich die Freunde Jahr für Jahr ändern, wie ich es bei anderen manchmal sehe.
Außerdem erlaubt einem das Ländliche mehr die Natur und die Stille zu genießen, was sehr angenehm sein kann. Heute Abend zB werden wir einfach an den "Dorf-Fluss" gehen und dort ganz chillig grillen und vll zelten.

Allerding engt mich das Dorf in letzter Zeit etwas ein mit seinen "Gruppenzwängen". Man kommt einfach aus dieser Gemeinschaft nicht heraus. Jeder hier im Dorf ist in den gleichen drei Vereinen und man hat immer die gleichen Traditionen.

Und genau deshalb möcht ich jetzt in der Stadt
Zitat von felicitas
Bewegung, Entwicklung, Leben, Mobilität, Vielfalt (zB. kulturelle)
kennenlernen. So werde ich nächsten Monat nach Braunschweig ziehen und freue mich darauf.
Später werde ich aber bestimmt wieder in mein Heimatdorf zurückkommen, weil die Gemeinschaft es wert ist.
 
 
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meister eder
Alt 18.08.2007, 14:40   #8
Standard

Also ich lebe in einer Kleinstadt ( 27.000 Einwohner) und habe eigentlich nicht das Bedürfnis in einer Großstadt wie München oder gar Berlin zu leben. Allerdings ganz auf dem flachen Land in einem Dorf mit ein paar hundert Einwohnern möchte ich nicht leben, wäre mir zu einsam. Für mich ist wichtig, das alles wichtige am Ort vorhanden ist . Dazu gehört für mich
Dinge wie ein Bahnhof .Geschäfte, Infrastruktur, Arbeitsplätze, Ärzte usw.
Auch das kulturelle sollte nicht zu kurz kommen . Eine Stadt sollte es also schon sein ( 10.000 - 70.000 Einwohner ) würde bei mir als Wohnort in Frage kommen .
 
 
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Alt 18.08.2007, 14:56   #9
Standard

Ich für meinen Teil genieße die Vorteile beider Seiten.

Persönlich wohne ich in der (fast)Innenstadt von Aachen. Hier vor allem viele Studenten, somit ist hier auch immer was los. Mich stört nur der enorme Lärm (Martinhörner, LKW, usw.), die Junkies ums Eck, die Gänxt0rz sowie die Nutten / deren Zuhälter. Ich wohne halt an einer vierspurigen Straße, samt Pornokinos, Methadonausgabestelle und Hauptfeuerwache. Rockt. Dafür komme ich selbst bei dem stärksten Regen trocken zum Lidl/Plus/Kiosk/Dönermann, ich kann bis drei Uhr Nachts Bier bis zu meiner Wohnungstür bestellen, Kino/Theater/Museen/Konzerte, Kneipen/Bars/Lounges, und vor allem Menschen studieren.

Aufgewachsen und 22 Jahre lang gelebt habe ich in einem winzigen Dorf in der Nordeifel. Keine 1000 Einwohner, frischeste Luft, hardcore Natur und vor allem RUHE. Das lauteste sind da wohl die Jungs der ortsansässigen Mofagang. In 10min ist man am Rursee und kann dort relaxen. Es ist einfach wie Urlaub. Und genau den gönn ich mir mindestens einmal im Monat um den Kopf wieder zur Ruhe kommen zu lassen.

Unterm Strich: Alles hat seine Vor- und Nachteile (...wie immer)
 
 
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Alt 18.08.2007, 15:13   #10
Standard

Ich kann will und werde nicht auf dem Land wohnen.
Ein Ort in dem zwei mal täglich ein Bus zur nächst größeren Stadt geht, ist einfach nur anstrengend. Man kommt ja nie Weg dort. Abgesehen davon sind sämtliche Vergnügungsmöglichkeiten für Jugendliche (Kino, Schwimmbad, Jahrmarkt, Disco etc pp9 meilenweit entfernt.
Für Kinder ists auch nicht unbedingt toll, wenn sie jeden morgen 30 Minuten mim Bus aus ihrem Kaff rausfahren müssen zur Schule, dort jemanden kennenzulernen, der im gleichen Kaff wohnt und nicht 20 km entfernt ist auch relativ unmöglich.

In der Stadt möcht ich aber auch nicht wohnen. Dort ist viel zu viel Verkehr, der Lärm nachts (jaa, an den gewöhnt man sich ja aber trotzdem ist Stille schöner ), nen Garten hat man nicht, nur so ne kleine miefige Altbauwohnung, selbstverständlich irgendwelche Gangst0rz...
Irgendwie ist mir da zu viel los.

Meine Wahl:
Eine Großgemeinde in der Nähe einer Großstadt. Der Ort ist relativ ländlich, wenig Verkehr aber eine gute Verbindung zu Vergnügungsaktivitäten ist ja geschaffen, dank der öffentlichen Verkehrsmittel, die im 20 Minuten-Takt verkehren und einen schnell in die Stadt bringen, die Wege zum Rewe, Edeka, Penny, Dönermann, Arzt, Psychologen, Orthopäden, was auch immer betragen nie mehr als ein paar hundert Meter, zur Schule 7 Minuten zu Fuß, 1 Minute zum Rewe, 10 Minuten zur Bahnstation...
Das alles verbunden mit der Ruhe eines Dorfs, das ist schon wunderbar.

Die jeweils aufgezählten Faktoren sind für mich wichtig und sie beeinflussen meine Entscheidung.
 
 
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Alt 20.08.2007, 15:31   #11
Standard

Zitat von felicitas
  • Wenn ihr die Wahl hättet, würdet ihr euch für ein Land- oder für ein Stadtleben entscheiden?
  • Welche Faktoren beinflussen eure Entscheidung?
  • Welche Faktoren könnten eure Entscheidung zukünftig ändern?
  • Was sind für euch Vorzüge und Nachteile von Stadt- oder Landleben?
  • Was bedeutet das Leben in der Stadt für euch, was bedeutet ein Leben auf dem Land für euch?
Erstmal die Liste durchgehen:
  • Ich entscheide mich (wieder) für das Landleben
  • Mich beeinflusst der große charakterliche Unterschied zwischen den Stadtmenschen und den Leuten, die auf dem Land groß geworden sind. Meiner Meinung nach ist die Kindheit aufm Land noch weitaus sinnvoller und gesünder als die Missstände hier in der Stadt. Meine Kinder werdne hier nicht groß werden und ich werde auch nicht lange hier leben. Persönlich kommt es mir vor, als wäre ich 10 Jahre älter, weil ich mich wesentlich normaler und geistig gesünder entwickelt sehe als gleichaltrige aus der Stadt.
  • Sicher nichs in Deutschland. Faktoren wie evtl. Ausland könnten die Entscheidung ändern. Aufm Dorf magst ned leben wenn du nicht von dort stammst. Aklimatisierung an die neue Heimat erstmalig in einer Großstadt wäre sicher sinnvoller. Aber auch dort dann längerfristig eher Land angestrebt.
  • Vorteile
    • Stadt
      • Viele Geschäfte, Ärzte, Discotheken, Tankstellen
      • Öffentlicher Nahverkehr in benutzbarem Ausmaß
      • Man kommt überall hin, auch ohne Auto
      • Niedrige Mieten
      • Kein überlanger Weg für tägliche Pendelfahrten
    • Land
      • Ruhe!!!
      • Nachts auch mal Dunkelheit
      • Man ist Keiner von Vielen
      • Natur
      • Möglichkeit auf Garten / Haustiere
      • Problembewusstsein -> wenn der Nachbar ein Alkoholproblem hat dann ist dies nichts besonderes aber etwas das bekannt ist und evtl. auch menschlicher aufgenommen wird. In der Stadt ist es den Leuten die direkt neben wohnen schon egal wie du heist.
      • Normalität, niemand muss den Großen machen um aufzufallen
  • Nachteile
    • Stadt
      • 3x die Stunde Notarzt / Feuerwehr vorm Haus
      • Zone 30 bedeutet man kann ruhig mit 75 durchs Wohngebiet rasen
      • Poser, Hopper, Ghettokinder mit Identitätskrise
      • Beton Beton Beton
      • Nichtmal Nachts geht das Licht aus
      • Polizei an jeder Ecke, es wird sogar kontrolliert ob man aufm Radweg in die richtige Richtung radelt
      • Verbrechen
      • Lärm, laute Nachbarn
      • Wer keine illegalen Drogen nimmt ist nicht cool...
    • Land
      • Beschissene Infrastruktur (Poststellen werden geschlossen) -> Notwendigkeit von Auto
      • wenn dich jeder kennt, musst du aufpassen was du tust
      • Jugendalkoholismus wird gefördert oder bagatellisiert
      • die Gefahr wirklich hinterm Mond zu leben
Im Zuge des letzten Punktes starte ich doch noch mit dem Freitext durch. Ich bin aufgewachsen auf dem Land und habe dort sicher annähernd 23 Jahre verbracht. Land heist natürlich auch Bayern und selbst dort nochmal in einer kautzigen Gegend, die ein paar Kilometer weiter schon keiner mehr kennt. Speziell im Beginn meiner Pubertät fand ich es schrecklich dort. Man konnte nicht weg und im Fernsehen sah man die Bilder aus New York oder sonstwo, wo die Menschen einfach wirkten als würden sie ein Leben führen, während man selbst gerade mal täglich an Ammersee gegurkt wurde um ne höhere Schulbildung zu erwerben.
Teilweise war unsere Gesellschaft dort noch so rückständig, dass bereits der Besuch einer Realschule als Alleinstellungsmerkmal galt. Ich hatte daher Probleme, denn wer auf die Realschule geht wird ja kein Handwerker (ehrlich das war damals so) und denkt somit er wäre etwas besseres. Machen konnte man also wenig... Wirklich gestört hat mich dann auch irgendwann die proletenhafte Dorfjugend. Jeden Tag zum Saufen in irgendwelche Hütten gehen... Das habe ich selbst nur kurze Zeit getan, größtenteils die Leute aber verabscheut. Weg wollte ich also immer, konnte aber nicht.

Ganz knapp vor einem Jahr bin ich dann ausgezogen und lebe nun in ner Großstadt. Das wollte ich ja immer. Gefallen tuts mir hier zwar mittlerweile auch gut genug, trotzdem aber sehe ich meine Zukunft hier nicht. Für mich ist das Stadtleben etwas unwirkliches. Eigentlich mangelt es an allem, vorallem aber an Authentizität. Irgendwie ist Stadt nur Polizei, Kommerz und Drogen. Man kann hier von niemand bedingungslose Freundlichkeit erwarten und generell kommt durch die beschissene Anonymität immer wieder der berühmte Ellenbogen durch. Seltsamerweise hatte ich von München, wo nochmal gut ne Million mehr Menschen leben, nie so einen Eindruck.

Ich war die letzten Tage auch ein wenig unterwegs und habe auch mal provinzialere Städte gesehen als meine. Dort würds mir wohl noch weniger gefallen. Da gibts zu dem ganzen Stadtdreck dazu auch noch irgendwelche unangebrachte spießbürgerlichkeit.

Im Endeffekt weiß ich jetzt gar nicht wohin es mich verschlagen wird. Ich finde das Land immer noch die beste und sinnvollste Wahl für ein echtes Leben ohne viel Firlefanz und leeren Versprechungen, allerdings wird aber ein Dorfkind nie so eine schillernde durchgeknallte Person werden wie ein Stadtkind. Dafür sind die Menschen insgesamt sehr viel echter und ehrlicher.
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 05.09.2007, 13:38   #12
Standard

Ich will mal nicht jede Frage einzeln beantworten, die Vor-und Nachteile des Stadt-oder Landlebens sind inzwischen alle aufgezählt worden. Ich will nur etwas ergänzen:
Ich habe immer schon in der Großstadt gelebt und habe daher keine Vergleichsmöglichkeit und kenne das Land nur vom Urlaub.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß man sich in einem kleinen Dorf mehr um den Nachbarn kümmert, da verreckt man genauso, nur daß es dann das ganze Dorf weiß, im Gegensatz zur Stadt. Aber was nützt das, wenn man tot ist?
Und Mord, Vergewaltigung und Einbruch gibt es wahrscheinlich auch nicht weniger als in der Stadt. Das sind wahrscheinlich nur Vorurteile? Der trügerische Schein der Idylle.
Ein Verkehrsunfall auf der Landstraße mit 100km/h ist auch tragischer, als ein Verkehrsunfall im dichten Cityverkehr mit 50km/h. Vor allem nachts wenn man Hilfe braucht, wo auf dem Land alle Stunde einer vorbeikommt, aber in der Stadt 10 Autos pro Minute.
Auch die Angst vor Ghettokids und Gangst0rz, oder was ihr aus dem Fernsehen kennt, ist Quark mit Soße. Daran erkenne ich hier schon die Angst vor allem Fremden.
Insgesamt sehe ich das Stadtleben also als sicherer.
Daß es in der Stadt nachts nie dunkel ist, sehe ich als Vorteil: Einerseits wegen der Sicherheit, andererseits: Ich mag es in einer Sommernacht durch die orangebeleuchteten Straßen zu laufen.
Ich werde in Zukunft dorthin ziehen, wo mich das Schicksal hintreibt, also werde wahrscheinlich hier bleiben.
 
 
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Alt 06.09.2007, 17:14   #13
Standard

Ich hab 11 Jahre in der Stadt gewohnt und bin dann aufs Land umgezogen. Also mittlerweile knapp 10 Jahre her und ich finde das Land besser, man kann hier alles machen bis nach Hannover rein dauert es 20 Minuten mit dem Zug oder Auto aber es ist wirklich "grüner" hier. Ich bin kein Öko aber wenn man nen Wald vor der Tür hat und manchmal die Kühe muhen hört ist das schon witzig.^^
Allerding hab ich auch das Glück in einem Ort zu wohnen der 3 Supermärkte hat, einen Bahnhof, 2 Tankstellen, 1 Fitnessstudio und und und. Ich denke mal ich würde anders denken wenn ich nicht die möglichkeit hätte am WE mal mitm Auto / Zug wegzufahren oder mir das kaufen zu können was ich grad haben will nur weil der Tante Emma Laden keine Cola Light führt.

Zum Thema Stillstand oder Langeweile das kann ich nicht behaupten. Wir haben ein großes (naja relativ groß^^) Neubaugebiet hier und so kommen ständig neue Leute. Zudem ist die Stadt noch so nah dran das man sich nicht vorkommt wie der letzte Bauer. Das einzige mal wo ich dachte "Scheiss Landleben" war als wir erfahren haben das es maximal DSL 3000 hier gibt und es nicht in Planung ist mehr daraus zu machen.
 
 
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