Hallo Leute.
Vielleicht habt Ihr gestern auf Phoenix auch die Reportage über den Serienmörder gesehen, der 9 Menschenleben auf dem Gewissen hat. Ich habe diese Reportage schon letztes Jahr gesehen und mich bereits damals gefragt, wieso man den (immer noch einzigen) Tatverdächtigen trotz - in meinen Augen - recht drückender Indizien wieder hat laufen lassen...
Kurze Zusammenfassung des Geschehenen:
Eine unheimliche Mordserie seit dem Jahr 2000 mit bisher neun Toten ist noch immer nicht aufgeklärt. Die Blutspur des Täters zieht sich durch die gesamte Republik. Die neun Opfer, acht Türken und ein Grieche, wurden immer mit derselben Waffe, einer Ceska 83, Kaliber 7,65 Millimeter, getötet. Was für ein Motiv könnte der Täter haben?Es ist ein sonniger Sonntag im September 2000. Enver Simsek, Besitzer eines Blumengroßhandels, vertritt an diesem Tag einen seiner Angestellten, der am Stadtrand von Nürnberg einen mobilen Blumenstand betreibt. Gegen 12.45 Uhr baut Enver Simsek den Verkaufstisch an einer belebten Nürnberger Ausfallstraße auf. Wenige Sekunden später ist der türkische Blumenhändler tot, durchsiebt von mehreren Kugeln. Sein Mörder entkommt unerkannt. Ermittler Albert Vögeler "Das Opfer lag blutüberströmt im Laderaum seines Lieferwagens. Die Tat wirkte wie eine Hinrichtung", sagt der Kriminalhauptkommissar, damals Leiter der Ermittlungen. Was die Kripo noch nicht ahnen kann: Dieser Mord ist der Auftakt zu einer unheimlichen Mordserie, die die Polizei bis heute in Atem hält.
Neun Menschen fielen dem Mörder bisher zum Opfer. Neun Tote innerhalb von sechs Jahren - noch nie sind in Europa so viele Menschen über einen so langen Zeitraum und ohne ersichtlichen Zusammenhang ermordet worden. Alexander Horn, Profiler und Leiter der Abteilung für "operative Fallanalyse" beim Landeskriminalamt in München, hält den Täter für kein kaltblütiges Monster - zumindest nicht auf den ersten Blick. "Wenn wir sie tatsächlich ermitteln, stellen wir häufig fest, es war der nette Nachbar von nebenan."
Neben einer fehlenden, konkreten Spur ist die Frage nach dem Motiv die zweite große Baustelle der Ermittler. Ist es Fremdenhass? "Ursache kann etwas sehr Kleines sein", weiß Alexander Horn, oft sei der Auslöser nur schwer nachvollziehbar. Diese Mordserie ist kriminalistisch und logistisch die bisher größte Herausforderung für Wolfgang Geier, Leiter der bundesweiten Ermittlungsgruppe und Spezialist für "aussichtslose Fälle". Über 5.000 Personen wurden von den Ermittlern überprüft, zigtausend Hinweisen nachgegangen, zwölf Millionen Telefonate zurückverfolgt. Daten über Daten - und ein tödlicher Code, der bisher nicht geknackt wurde.
(phoenix.de)
Das Geld, was sich zumeist in den Geschäftsräumen befindet (bis zu 5000 Euro) wird nicht angerührt. Schalldämpfer kommen genauso zum Einsatz wie eine Plastiktüte, aus die der Täter schießt, um die Projektile aufzufangen. Die Lage der Projektile an einem Tatort lässt nämlich Rückschlüsse über einen genaueren Tathergang und die Gehwege des Täters am Tatort zu. Nach intensivsten Verhören und Überprüfungen aus dem Umfeld der Getöteten lässt sich immer noch kein Zusammenhang ausmachen. Die Ermittler sind sich inzwischen sicher, dass auch kein Zusammenhang besteht und die Opfer willkürlich ausgesucht wurden. Alle haben nur gemein, dass sie einen Kleinbetrieb führen (oder dort arbeiten) und Türken sind (bis auf den am 15.06.2005 erschossenen Griechen in München - vermutlich "irrtümlich" erschossen).
Nun passiert am 06.04.2006 das schier Unfassbare:
Der Täter begeht den nun inzwischen 9. Mord mit der gleichen Waffe an einem 21jährigen Türken in einem Internetcafe in Kassel. Während der Schüsse sind 3 Kunden (!!!) in den Geschäftsräumen anwesend. 2 Jugendliche und ein Mittdreißiger. Alle 3 haben Geräusche vernommen - der ältere Zeuge vernahm sogar "dumpfe Laute", denen er aber keine besondere Bedeutung gab, zumal er sich in einer Telefonkabine befand und sich auf das Telefonat konzentrierte - aber Keiner will ihn gesehen haben.
Es wird noch mysteriöser.
Einige Zeit später wird aufgrund verschiedener Zeugenaussagen ein Mitarbeiter des Bundesverfassungsschutzes ermittelt, der als 4. wichtiger Zeuge gesucht wurde, sich aber im Gegensatz zu den 3 Anderen nicht meldete. Dieser Mitarbeiter des Verfassungsschutzes
wird intensiv verhört und seine Wohnung durchsucht. Was wirklich belastendes wird nicht gefunden... bis auf ein Buch über Serienmorde.

In seinen Vernehmungen gibt er an, an diesem Tag nur "eine Minute vor der Tatzeit" in diesem Internet-Cafe gewesen zu sein... und BITTE FESTHALTEN: Zeugen berichten unabhängig voneinander, dass er an diesem Tag eine Tüte bei sich hatte.
Hallo!?!?
Muss da in mir ein Sherlock Holmes schlummern, um die Zusammenhänge zu erkennen?
Klar, wir leben in einem Rechtsstaat und solange nichts bewiesen ist gilt die Unschuldsvermutung. Nur wie sieht es aus, wenn ein Verdächtiger aus den eigenen nachrichtendienstlichen Reihen kommt? Will man sich das wirklich antun? Man hat ja schon gesehen, was los ist, wenn in Ludwigshafen nur der leise Verdacht besteht ES KÖNNTE einen fremdenfeindlichen Hintergrund haben.
Man hat ja in Solingen, Lübeck und Mölln zu Anfang der 90er Jahre gesehen, was los ist, wenn irgendwelche besoffenen arbeitslosen Faschisten aus einer "Bierlaune" heraus auf hinterhältigste Art und Weise Türken töten... Straßenschlachten hier, Lichterketten dort...
Was aber wird los sein, wenn es diesmal kein Loser aus dem Abschaum der Gesellschaft ist, sondern ein hoher Beamter des Staatsschutzes?
Kaum auszudenken was für politische Ausmaße das annehmen würde, wenn herauskäme, dass ein hoher Staatsdiener der Bundesrepublik Deutschland aus niedersten Beweggründen türkischstämmige Bürger der Bundesrepublik Deutschland tötet... ja geradezu hinrichtet?
Agent im Dienste eines Staates zu sein bzw. zu werden... das erfordert nicht grad Zimperlichkeit und das Gemüt eines Waisenknaben. Dieses Profil stimmt voll und ganz mit dem des Täters überein. Die Profiler sagen: Er mordet eiskalt, schnell und effektiv und ist stets darauf bedacht so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen.
Hier die Opfer:

Erschossen am 09.09.2000, Nürnberg, 38 Jahre
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Erschossen am 13.06.2001, Nürnberg, 48 Jahre
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Erschossen am 28.06.2001, Hamburg, 31 Jahre
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Erschossen am 29.08.2001, München, 38 Jahre
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Erschossen am 25.02.2004, Rostock, 25 Jahre
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Erschossen am 09. Juni 2005, Nürnberg, 50 Jahre
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Erschossen am 15.06.2005, München, 41 Jahre
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Erschossen am 04.04.2006, Dortmund, 39 Jahre
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Erschossen am 06.04.2006, Kassel, 21 Jahre
Was meint Ihr dazu? Das sind die Fakten.
Wird da versucht ein Riesen-Skandal zu vertuschen oder hab ich einfach nur zuviele Krimis gesehen?