Scharon in Frankreich "nicht willkommen"
Paris/Jerusalem - Kritik des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon wegen antisemitischer Vorfälle in Frankreich belastet das Verhältnis zwischen Paris und Jerusalem. Der französische Präsident
Jacques Chirac erklärte Scharon zur unwillkommenen Person, solange es keine Erklärung seiner Äußerungen gebe. Entfesselter Antisemitismus
Scharon hatte wegen eines "
entfesselten Antisemitismus" in Frankreich die Juden des Landes aufgefordert, "
so schnell wie möglich" nach Israel auszuwandern. In Paris hieß es, die Verärgerung Chiracs bedeute keine Ausladung, da es keinen Termin für einen Besuch Scharons gebe, der zuletzt im Juli 2001 Frankreich besucht hatte.
Trotz der landesweiten Empörung von Politikern aller Parteien sowie jüdischer Organisationen hatte Scharon seine Aufforderung zur Auswanderung am Dienstag nochmals wiederholt. Der französische Außenminister Michel Barnier sprach in diesem Zusammenhang von einem "
schweren Missverständnis".
Erstaunen in Israel
In Israel wurde die Empörung in Frankreich mit großem Erstaunen zur Kenntnis genommen. Es sei erklärte Politik des Staates Israel, innerhalb von zehn Jahren noch eine Million Juden nach Israel zu holen. Allerdings herrsche auch der Eindruck, dass Frankreich die Augen vor wachsendem Antisemitismus verschließe, meinten politische Beobachter in Jerusalem. Nach Zahlen des israelischen Einwanderungsministeriums sind seit Jahresbeginn 919 Juden aus Frankreich gekommen - eine leicht fallende Tendenz seit 2.075 im gesamten Jahr 2003 und dem Höhepunkt von 2.441 Einwanderern 2002.
Zur Erklärung Chiracs, Scharon sei vorerst in Frankreich nicht willkommen, wollte Barnier "keine Polemik" entfachen. Frankreich wünsche "
die Beziehungen zu Israel und seiner Bevölkerung, einer befreundeten Bevölkerung, zu erhalten", sagte der Minister am Dienstag im französischen Rundfunksender Europe 1.
"
Die Ehre und die Grundlage unserer Republik ist es, jedem Bürger den gleichen Schutz und die gleichen Freiheiten zu garantieren."
Auch Vertreter der jüdischen Gemeinde in Frankreich, die mit 600.000 Mitgliedern die größte nach Israel und den USA ist, nannten Scharons Kritik "inakzeptabel".
Frankreichs Außenminister der Auslöser?
In französischen Medien wird als Erklärung für Scharons Kritik auch auf den kürzlichen Besuch Barniers bei Palästinenserpräsident Jassir Arafat am 29. Juni verwiesen. Dabei hatte Barnier den Sitz Arafats in Ramallah als "
unwürdig" eingestuft. Scharon hatte diesen Besuch als unfreundlichen Akt gegenüber Israel bezeichnet. (pf/dpa)
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Die Sache hat doch einen ganz anderen Hintrgrund.
Ab 2010 kippt das demographische Gefälle in Israel, und die arabische Israelis stellen dann die Mehrheit. Das bedeutet, dass es spätestens ab dann auch bei Wahlen mehr als eng für die rein jüdischen Parteien wird, speziell aber für den Likud. Also will Scharon jetzt noch so viel Juden wie möglich nach Israel holen, um diese demografische Entwicklung wenn nicht schon aufzuhalten, so aber doch hinauszuzögern!
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In Deutschland würde man wieder mit der Nazi-Keule kommen. Intressant aber auch hier "Antisemitismus" als Grund zu nehmen, um mehr Wähler ins Land zu locken. Naja wer sich so mit Polemik darüber äussert braucht sich nicht wundern dass er nicht Willkommen ist. In Deutschland mag das ja noch klappen...
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