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Scharon feiert Kindermord...

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Panther
Alt 23.07.2002, 16:15   #1
Standard Scharon feiert Kindermord...

... als einen der größter Erfolge! Wie weit geht denn dieser Massenmörder noch? Warum wird diesem Treiben kein Einhalt geboten? Das schreit ja geradezu nach Rache und die wird kommen und wieder werden unschuldige Kinder sterben, diesmal vielleicht israelische und jedes von ihnen geht auf Scharons Konto. Eine Art neuer Kindermort zu Bethlehem, nur diesmal in Gaza! Pfeu Teufel sag ich da nur!!

Als "einen der größten Erfolge" bezeichnete Ariel Scharon den Raketenangriff in Gaza-Stadt, bei dem mindestens 15 Menschen getötet worden sind.
8 davon waren Kinder!!
Also ich muss diesem Mann zustimmen! Was meint ihr dazu?

Zwecks Hintergrund:


quelle: www.t-online.de

Israel schickt Raketen
15 Tote bei Angriff auf Hamas-Führer


Bei einem israelischen Raketenangriff in Gaza-Stadt sind in der Nacht der militante Palästinenserführer Salach Schehada und mindestens 14 weitere Personen getötet worden. Mitglieder der radikal-islamischen Hamas-Bewegung verkündeten über Lautsprecher den Tod des ranghöchsten Führer des militärischen Hamas-Arms Issedin al Kassam. Einer seiner "Assistenten" kam ebenfalls ums Leben. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon bezeichnete nach israelischen Medienberichten die Aktion als "einen der größten Erfolge" und bedauerte die zivilen Opfer. Er rief die israelische Bevölkerung in Erwartung palästinensischer Racheakte zur Wachsamkeit auf. Die Islamisten kündigten blutige Vergeltung an.

F16-Kampfjet griff an
Ein israelisches Kampfflugzeug hatte kurz nach Mitternacht mehrere Raketen auf das Haus Schehadas in der Stadt Gaza abgefeuert. Nach palästinensischen Angaben wurden bei dem Raketenangriff mehr als 150 Menschen verletzt. Unter den 15 Toten sind den Angaben zufolge zahlreiche Kinder, darunter drei der Kinder Schehadas. Auch seine Frau sei ums Leben gekommen, hieß es. Nach den Worten des Chefs der Notaufnahme eines Krankenhauses in Gaza sind unter den Todesopfern allein acht Kinder. Fünf Verletzte schwebten noch in Lebensgefahr und würden auf der Intensivstation behandelt.

Shehada war Israels Staatsfeind Nummer eins
Scheich Salah Schehada stand seit etwa zwei Jahren als die Nummer eins auf der Liste der meistgesuchten palästinensischen Extremisten, hieß es in der Internetausgabe der israelischen Zeitung "Haaretz". Für die Israelis war der Hamas-Führer Drahtzieher mehrere Selbstmordanschläge.

Israels Armee tötet fünf weitere Palästinenser
Bei Zusammenstößen mit der israelischen Armee wurden bis zum Mittag fünf weitere Palästinenser getötet. Nach palästinensischen Angaben kamen bei einem Feuergefecht im nördlichen Westjordanland bei Nablus drei Palästinenser ums Leben. Nach israelischen Angaben waren die drei Mitglieder einer Zelle, die vergangene Woche bei einem Anschlag nahe der Siedlung Emmanuel neun Israelis getötet hatte. Zuvor hatten israelische Soldaten bei Kissufim im südlichen Gazastreifen zwei bewaffnete Palästinenser erschossen, die offenbar zu einem Anschlag unterwegs waren. Bei ihren Leichen wurden israelische Uniformen, Schnellfeuergewehre und Handgranaten gefunden

Palästinensische Reaktion: "Feiger Akt"
Der palästinensische Minister für Kommunalverwaltung, Sajeb Erekat, verurteilte im britischen Fernsehsender BBC den Angriff auf das Schärfste. Er sei ein "feiger Akt" gegen die palästinensische Zivilbevölkerung. Palästinensische Sicherheitsbeamte betonten, für den Luftangriff gebe es keine Rechtfertigung. Ein hoher palästinensischer Sicherheitsoffizier verurteilte die Attacke als "Massaker" und "Kriegsverbrechen".

Demonstrationen im Gazastreifen
Auf Grund der Nachricht vom Tod von Scheich Salah Schehada hatte die Hamas noch in der Nacht Vergeltung angekündigt. Hunderte von Palästinenser versammelten sich zu Demonstrationen an verschiedenen Orten des Gazastreifens. Nach dem Bekanntwerden der Information, dass Scheich Salah Schehada angeblich nur verletzt worden sei, beteiligten sich Hunderte von Hamas-Anhängern an Freudenkundgebungen und riefen zur Rache für die Toten auf.
 
 
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CryZ
Alt 23.07.2002, 17:33   #2
Standard

also eigentlich wollte ich mich nicht zu diesem Thema äußern, da man sofort wenn man israels Politik kritisiert als Antisemit dargestellt wird, aber ich machs jetzt trotzdem mal.

Klar ist mit den Juden in der Geschichte sehr viel Scheiße passiert und das sollte man auch nicht vergessen, dennoch ist es absolut keine Legitimation für die ganze Scheiße die sie jetzt abziehen.

Nach dem 2ten Weltkrieg wurde den Juden das Land versprochen, obwohl hier schon seit einer halben Ewigkeit die Palestinänser gelebt haben und leben. Sowas kann doch einfach nicht sein. Und die Israelis bombadieren die Städte, riegeln sie ab, wollen einen Zaun um das Land bauen, ... sowas kann doch nicht sein. Wer gibt denen das Recht dazu einfach Menschen wie Tiere zu behandeln und einzusperren?
Dieser Scharon weigert sich genauso wie der Herr Bush Arafat als Legitim gewählten Vertreter der Palestinänser anzusehen. Erst fordern sie unbedingt Wahlen, dann sind Wahlen und sie erkennen den Gewählten nicht an.
Ich will hier auf keinsten die Selbstmord Anschläge gut heißen, da ich es schon extrem krass finde, wenn einfach unbeteiligte Menschen in die Luft gesprengt werden, aber man muss es auch einmal von der Seite sehen, dass die Palistinänser gar keine andere Wahl haben. Sie haben im gegensatz zu Israel keine Panzer, Flugzeuge und Militärs. Dies ist die einzige Möglichkeit wie sie den Israelis Schaden zufügen können. Klar ist es falsch, genauso falsch wie die übertrieben Vergeltungsschläge der Israelis...

so genug gelabert. jetzt eigentlich zum Thema.
Ich glaube nicht, dass Scharon dies so wortwörtlich gesagt haben soll. Dies würde doch nur Sympatisie für die Palestinänser und gegen Israel auslösen. Und Scharon ist normalerweise nicht so dumm und versucht seine letzten verbündeten auch noch los zu werden...
der Angriff war auf ein Lager der Hamas und bei der Attake wurde einige Mitglieder getötet. Dies wird wohl der "Erfolg" gewesen sein.
 
 
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rattenjunge
Alt 25.07.2002, 15:08   #3
Standard

also sharon hat das mit dem " einer der groeßten militärischen Erfolge" wortwörtlich so gesagt, allerdings auch, dass er "bedauere" dass zivilisten umgekommen sind...

heute dann lese ich in der zeitung (FR) dass sharon niemals den befehl zu diesem angriff gegeben haette wenn er gewusst haette das es dort zivile opfer geben koennte... wenn die sache nicht so ernst waere haette ich am liebsten laut gelacht...

1. sagen sowohl die armee als auch der israelische geheimdienst dass sie sharon ausdrücklich und detailliert auf die situation hingewiesen haetten...

2. ich denke als israelischer ministerpäsident sollte man doch genügend intelligenz besitzen um sich denken zu können dass sich in einem zivilen gebäude auch zivile personen befinden, besonders wenn es mitten in der nacht ist...

jetzt mal meine allgemeine meinung zu dem thema:

klar ist:

sowohl das israelische als auch das palaestinensische volk hat das recht auf einen eigenen staat

meiner meinung nach liegt das problem aber nicht bei den palästinensern, sonder bei israel... das israelische volk hat sich diese intifada selbst eingebrockt, indem sie ariel sharon zum ministerpraesidenten gemacht hat... die verträge die sein vorgaenger barak mit den palästinensern diskutiert hat gingen soweit dass die palästinenser 97% ihres landes zurück bekommen hätten... dann auf einmal besucht sharon den tempelberg, eine provokation wie sie für das palästinensische volk kaum größer sein könnte und schon ist die jahrelange arbeit für den friedenv dahin. anstatt sharon für die auf diese provokation folgenden terrorakte verantwortlich zu machen waehlt man ihn zum ministerpraesidenten.... JUCHUUUU!!!!

und sogleich beginnt dieser alle annaeherrungen zu nichte zu machen. natürlich verzeiht dieses keineswegs die palästinenschen anschläge, aber ich denke das diese attentate aufhöhren sobald den palästinensern ihr staat zugesichert ist, denn im gegensatz zu den häufigen behauptungen inden medien ( bitte sprengt den springerverlag und rtl )sind die meißten palästinensichen organisationen keine islamisischen fundamentalisten sondern polistische organisationen die auch angemessene politische ziele haben. auch wenn dies selbstmord attentate wohl auf keinen fall rechtfertigt, ist dies doch ein wichtiger punkt.
allerdings sind die selbstmordattentate wenn man mal probiert sich in einen palästinenser hinein zu versetzen eventuell sogar nachzuvollziehen...

stellt euch mal vor ihr werdet von eurem land, dass ihr seit generationen bewohnt und bearbeitet vertrieben, weil irgendwelche israelischen siedler eine neue siedlung gründen...
dann verbietet euch die israelische regierung einen brunnen für trinkwasser zu bauen, während die siedler, nur ein paar kilometer weiter in ihren swimming pools schwimmen...und dann wird auf einmal eure familie von einer israelischen rakete zerfetzt... als entschuldigung kriegt man zu höhren, dass ie jemand anderen treffen sollte, einen pflp/hamas/al aksa oda was auch immer...

ich denke mal in so einer situation kann der menschlische geist für nix mehr garantieren...

jetzt mal zu arafat:

ich persönlich halte arafat für keinen schlechten menschen. ich denke allerdings das er zum beispiel den oben angespochenen vertrag mit den 97% haette annehmen sollen, anstatt hartnaeckig auf den restlichen 3% zu beharren. heute allerdings hat arafat keinerlei kontrolle mehr, was man aber nicht ihm, sondern ariel sharon vorzuwerfen hat, der die komplette autonomiebehörde systematisch zerlegt hat und sich anschließend beschwert arafat koenne keine kontrolle mehr ausüben LOL

jetzt mal zu den USA:

jaja die usa...
wenn bloß george w bush nicht präsident waer, dann koennte dieser konflikt shcon laengst zu ende sein. aktionen wie der raketenangrioff umd en es hier geht zum beispiel gehören eindeutig vor die UN menschenrechtskomission. ebenfalls die massaker von dschenien.
auch denke ich waere es das beste den tempelberg unter un verwaltung zu stellen, evntuell sogar komplett jerusalem, doch solange die usa ihre schützende hand über israel legen kann sich ariel sharon so ziemlich alles erlauben. wenn zum beispiel die usa wirtschaftssanktionen gegen israel erheben würden, würde es ehr schnell einen für BEIDE seiten gerechtfertigten firedensvertrag geben... man sollte nämlich nicht vergessen dass es ein aus amerika stammender f-16 kampfbober war der diese 1 tonnen schwere rakete abfeuerte die 18 menschen tötete


falls es irgendjemand geschafft hat sich diesen ganzen dreck den ich hier verzapft hab durchzulesen ohne einzu pennen dann sag ich hier mal THX
 
 
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Sugar
Alt 25.07.2002, 21:46   #4
Standard

Hier zu Lande traut sich doch keiner mehr Stellung dazu zu nehmen da man sofort von der Pro-Israelischen Gruppe attakiert wird ein Antisemit zu sein!!

Zu Israel:

Zitat:
Junge Welt :
Die israelische Armee hat das Westjordanland in acht Gebiete getrennt und voneinander isoliert: Hebron, Bethlehem, Ramallah, Jericho, Nablus, Dschenin, Tulkarem und Kalkilija. Wer sein Wohngebiet verlassen will, braucht dazu eine spezielle Genehmigung des israelischen Inlandgeheimdienstes. Dieser Paß ist zwischen fünf und 19 Uhr gültig und muß jeden Monat erneuert werden.

Damit sitzen die Palästinenser in acht Gefängnisgroßanlagen fest. Es läßt sich wohl nicht ernsthaft bestreiten, daß das von Israel über die Autonomiegebiete verhängte Regime in seinem Wesen dem früheren Apartheid-System in Südafrika entspricht. Die Bewegungsfreiheit der Schwarzen in ihren Homelands und von dort zu den Townships war freilich nie in einem solchen Ausmaß eingeschränkt wie das Recht der Palästinenser auf freie Bewegung in ihrem angestammten Land. Daß die südafrikanische Apartheid rassistisch war, galt als »common sense«. Der gleiche common sense untersagt auch nur den Vergleich Israels mit einem rassistischen Regime. Warum eigentlich? Ist Rassismus weniger rassistisch, wenn er im Land der Holocaust-Überlebenden praktiziert wird? Kann nicht sein, was nach den Vorschriften der politischen Korrektheit nicht sein darf?


Israel ist ein rassistischer Staat mit rassistischen Bürgern, die es nicht einsehen ihr, von den Westlichen Staaten übergebenes Gebiet, mit ihren Nachbarn, die dort früher schon gelebt haben, zu teilen! Nicht nur dass, sie greifen sogar über in benachbarte Staaten mit ihrer aggressiven Siedlungspolitik.

Da die Israelis alle Juden sind ist es für sie einfach jede Art von Kritik sofort als Kritik auf ihre Religion aufzufassen.So unterstellen sie jeden Kritiker ein Antisemit zu sein und legitimieren so ihre rassistische Politik vor der Welt.


So.. und was ist der Grund, dass dieser ganze scheiss passiert?
Ist es die Religion, die sagt.. das ist das heilige Land und los vermehret euch, oder ist es die asoziale arrogante Haltung der israelischen Politiker, die nicht an ihre naechsten denken können, sondern nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und dazu die Religion ausnutzen? und das soll das heilige Land sein..

Ich will damit nicht sagen das die Israelis nur Schuld an allem sind, beide Seiten haben gleich viel Schuld.Im übrigen waren es ja die Palästina die als erste angegriffen haben, direkt nach der Staatsgründung, Israel hat damals nur sehr knapp gewonnen, wenn man es als Sieg bezeichnen kann!
Das Problem ist, dass immer nur Zivilpersonen die Leidtragenden sind. Palästinensische Zivilisten leiden unter Israels Sanktionen am meisten, und bei Bombenattentaten trifft es immer israelische Bürger. Und weil es immer Unschuldige trifft, bekommen die radikalen Gruppen (Hamas, Israels Regierung usw.) immer mehr Zuspruch von den Betroffenen.




Zitat:
Amnesty International beklagte die an Willkür grenzende "Verwaltungshaft" von 1900 Palästinensern (Inhaftierung ohne richterliche Prüfung oder Anklageerhebung), unfaire Militärgerichtsprozesse gegen mindestens 1450 Palästinenser, die Praxis der von offizieller Seite geduldeten Folter ("gemäßigter physischer und psychologischer Druck"), mindestens 18 möglicherweise illegale Hinrichtungen oder ungesetzliche Tötungen. Im gleichen Zeitraum kamen 28 israelische Zivilisten durch Anschläge palästinensischer Terrorgruppen ums Leben, mehr als 200 wurden verwundet.


Ich glaub das dauert nicht mehr lange und dann knallt es dort richtig!Früher haben die Israelis zumindest versucht die Polizeistationen und einzelne Führungskräfte zu attakieren, jetzt werden Mütter und kleine Kinder erschossen .
Wo soll das noch hinführen?
 
 
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Panther
Alt 26.07.2002, 02:20   #5
Standard

Ich habe es leider nicht selber gesehen! Aber auf der offiziellen Homepage von diesem, kann man das Interview nachlesen! Es handelt sich hierbei um das Interview zwischen Herrn Friedman (wer diesen arroganten Juden nicht kennt, er sitzt im Zentralrat der Juden in Deutschland und ist sehr schnell im beschuldigen von Antisemitismus!) und Herrn..... Ariel Sharon!!!

Meiner Meinung nach hätten sie da gleich Ariel Sharon seine Stellung erleutern lassen können, da wäre das gleiche herausgekommen. Ich frag mich nur wie man so ein bei der ARD zulassen konnte, aber genug der Vorreden, hier das Interview:

Friedman:
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident: keine Woche ohne terroristische Anschläge, keine Woche ohne Selbstmordanschläge. Sie machen Palästinenserchef Arafat für diesen Terrorismus verantwortlich. Ist Arafat für Sie noch der legitimierte Repräsentant der Palästinenser?


Sharon:
Wir haben es hier seit 120 Jahren mit arabischem Terror zu tun, der später als palästinensischer Terror bezeichnet wurde. Mein Großvater sah sich diesem Terror gegenüber, meine Eltern, ich selbst, meine Söhne - alles Reserveoffiziere. Ich kenne hier Familien, die den palästinensischen Terror seit fünf, sechs Generationen erfahren.


Friedman:
Aber was den arabischen Terror angeht, so haben Sie mit Ägypten und Jordanien Frieden geschlossen - ebenfalls Ländern, die verantwortlich waren für Terrorismus. Was ist bei den Palästinensern anders?


Sharon:
Wir haben mit arabischen Ländern gekämpft, weil wir in den vergangenen 50 Jahren mehrere Male angegriffen wurden. Aber was vorbei ist, ist vorbei. Und dies waren keine terroristischen Anschläge, bei denen Kinder und Frauen und alte Menschen …


Sharon:
...von Selbstmordbombern oder Selbstmordschützen getötet wurden und Zivilisten das Ziel waren. Ich habe viele Jahre als Soldat gedient und ich weiß, dass in Kriegen und Schlachten manchmal zivile Opfer gibt. Und jedes dieser Opfer ist eine Tragödie!. Aber hier sind die von den Palästinensern ausgewählten Ziele Zivilisten: Babies und Kinder.


Friedman:
Aber das Problem ist: wenn Israelauf diese Terroranschläge militärisch reagiert, werden auch auf der anderen Seite Kinder und Frauen zu Opfern. Wie gehen Sie damit um?


Sharon:
Jedes Opfer ist eine Tragödie und ich bedauere das. Aber diese Opfer waren nie ausgewählte Ziele. Und man muss begreifen, dass wir in den letzten zwei Jahren eine enorm hohe Zahl an Opfern zu beklagen hatten. Wir hatten Verluste während der letzten 120 Jahre. Opfer, aber wenn ich die letzten zwei Jahre zum Beispiel im Verhältnis zur Bevölkerung Deutschlands sehe, dann ist das so, als hätte es in Deutschland circa 8.000 Terroropfer in weniger als zwei Jahren gegeben. Nähme ich die Europäische Union, so wären es 36.500 Opfer, und nähme ich Amerika, so wären es beinahe 27.000 Tote. Sie müssen verstehen, dass diese Opfer Zivilisten sind. Und Sie haben es doch selbst gesehen: Wir wollten dieses Interview vor einem Monat führen. Am selben Tag gab es einen furchtbaren Terroranschlag, bei dem Schulkinder auf brutalste Weise getötet wurden. Nicht nur, dass sie getötet wurden: wenn man diese Toten gesehen hat, zerfetzt, ohne Kleider, man sieht diese Mädchen und Kinder... Nicht nur, dass getötet wird: das ist ein schrecklicher Missbrauch, eine schreckliche Tat.


Friedman:
Aber Herr Sharon, Ihre Antwort auf diese dramatischen Bilder waren in den letzten Jahren militärische Reaktionen, doch nichts hat geholfen. Glauben Sie wirklich, dass die militärische Option ausreicht oder ist es nicht ein Teufelskreis: von der einen Seite Terror, die Reaktion eine militärische Reaktion gegen die Palästinenser, und am Ende Opfer auf allen Seiten und keine Perspektive für den Frieden!


Sharon:
Zunächst glaube ich nicht, ... ich meine Opfer sind Opfer. Aber Sie können diese Opfer nicht mit unseren Opfern vergleichen, die absichtlich umgebracht wurden – die Ziele waren Kinder! Aber ich stimme Ihnen zu: es gibt Opfer auf beiden Seiten. Deshalb glaube ich persönlich, dass die Antwort nicht nur eine militärische Antwort sein kann und wir haben mehrmals Angebote gemacht - im Oslo-Abkommen, das gescheitert ist, aber es war ein Versuch, eine Einigung zu finden. Aber der Terror hörte nicht auf und ich denke, dass unser verstorbener Ministerpräsident Rabin, den ich viele Jahre gut kannte und in Freundschaft verbunden war – als er zur Unterzeichnung des Oslo-Abkommens bereit war, war seine erste Bedingung, dass die Palästinenser den Terror stoppen. Dies ist nie geschehen.


Friedman:
Der verstorbene Ministerpräsident Rabin unterzeichnete dieses Abkommen mit Yassir Arafat. Glauben Sie, dass Sie in Ihrem Leben jemals wieder mit Herrn Arafat an einem Tisch sitzen werden?


Sharon:
Mit Herrn Arafat werde ich nicht an einem Tisch sitzen, aber mit Palästinensern werde ich an einem Tisch sitzen. Tatsächlich habe ich genau in diesem Raum mit Palästinensern zusammengesessen und darüber diskutiert, wie man einen Frieden erreicht und was der Plan dafür sein könnte. Sie müssen wissen, dass Israel ein friedliebendes Land ist. und ich – falls ich etwas Persönliches sagen darf – habe viele Jahre im Militär gedient, alle Dienstgrade durchlaufen und die Dinge aus jeder Perspektive gesehen. Den Großteil meiner Dienstzeit habe ich im Einsatz verbracht, ich habe den Horror und die Schrecken des Krieges gesehen. Zufälligerweise habe ich die besten Kommandoeinheiten befehligt, die vielleicht größte Streitmacht. Ich habe alle Dienstgrade durchlaufen und jede Ebene des Einsatzes erlebt.Und ich habe jeden Horror und schreckliche Kriege gesehen und erlebt, wie mein bester Freund getötet wurde und wurde selbst zweimal im Kampf schwer verletzt und habe all diese schrecklichen Schmerzen in Krankenhäusern gefühlt und ich musste Entscheidungen über Leben und Tod anderer und meiner selbst treffen. Deshalb kann ich Ihnen sagen, dass ich die Wichtigkeit von Frieden begreife; ich glaube, besser als viele Politiker, die über Frieden sprechen, aber nie diese Erfahrung gemacht haben. Aber Sie müssen eines wissen: für mich bedeutet Frieden Sicherheit. Obwohl ich bereit bin, schmerzliche Kompromisse einzugehen, um Frieden zu erreichen, ...


Friedman:
Was wären für Sie schmerzliche Kompromisse, Herr Sharon? Was ist Ihr Angebot für den Frieden?


Sharon:
Das sage ich Ihnen gleich, aber Sie müssen eines wissen: obwohl ich bereit bin, schmerzliche Kompromisse einzugehen, um einen echten und dauerhaften Frieden zu erreichen, werde ich weder jetzt noch in Zukunft, niemals, Kompromisse im Hinblick auf die Sicherheit der israelischen Bürger eingehen. ... Niemals! ... Und ich möchte Ihnen sagen warum – darf ich? Weil ich zum deutschen Volk spreche: Die Juden haben ein winzig kleines Land, ein sehr kleines Land, obwohl ich sagen würde, ein Land mit vielen Talenten, aber doch ein sehr kleines Land, und das ist der einzige Ort auf der Welt, an dem die Juden das Recht und die Fähigkeit haben, sich selbst aus eigener Kraft zu verteidigen. Und das jüdische Volk hat sehr wohl gelernt, was es heißt, sich in die Hände anderer zu begeben. Wir haben das gelernt. Und deshalb haben wir nicht nur das Recht und die Fähigkeit – sondern es ist unsere Pflicht. Und was die Sicherheit angeht, werden wir niemandem vertrauen ... – es gibt viele Freunde, wir haben Freunde, meine ich, wir haben Feinde und wir haben Freunde, die uns kritisieren; aber eines müssen Sie verstehen: wir werden uns niemals auf jemand anderen verlassen, wenn es um unser Leben geht.


Friedman:
Niemand auf der Welt verlangt das: Aber nochmal: Sie haben gesagt, Sie würden für einen Frieden eine Menge Kompromisse eingehen.Welche Kompromisse geht Ministerpräsident Ariel Sharon ein, welche Kompromisse schlägt er vor?


Sharon:
Zuerst möchte ich, dass Sie wissen, dass Israel ein Land ist, das niemals einen Krieg verloren hat, wir haben keinen Krieg verloren. Obwohl wir niemals einen Krieg verloren haben, sind wir bereit, einen Teil unseres Heimatlandes aufzugeben. Sie müssen verstehen, dass wir hier von der Wiege des jüdischen Volkes sprechen. Ich bin mir nicht sicher, ich habe oft versucht, einen Vergleich mit einem anderen Land zu ziehen, und ich spreche nicht von Ländern, die einen Krieg verloren haben und dann Zugeständnisse machen mussten, ich spreche von Ländern, die einen Krieg gewonnen haben und bereit waren, einen Teil ihres Landes aufzugeben. Dies ist unser Land, dies ist – Sie fragen mich: wo steht die Wiege des jüdischen Volkes? In den Bergen von Samaria in Judäa, dort steht die Wiege des jüdischen Volkes. Dort, wo das jüdische Volk geboren wurde.


Friedman:
Aber dies sind nicht die international akzeptierten Grenzen und selbst Israel akzeptierte 1948 enger gezogene Grenzen – noch einmal: was sind Ihre Kompromisse für die Palästinenser?


Sharon:
Ich möchte, dass Sie wissen, dass seitdem so viele Dinge geschehen sind, ich möchte, dass Sie wissen, dass wir natürlich die libanesische Grenze und die Grenze zu Ägypten hatten, die Grenze zwischen Israel und Samaria und Judäa oder, wie Sie es nennen, der Westbank, wurde bisher noch nicht festgelegt. Ich würde sagen, es gab nur die Grenzen …


Friedman:
Herr Ministerpräsident, ich möchte wirklich weiter darauf bestehen, da Sie es selbst gesagt haben: was sind Ihre konkreten Pläne im Palästinakonflikt, um der anderen Seite neue Verhandlungen vorzuschlagen, vorausgesetzt, dass Sicherheit garantiert ist?


Sharon:
Ja, ich würde sagen, dass ich hier drei Phasen sehe. Die erste Phase ist die vollständige Beendigung des Terrors, der Feindseligkeiten und Hetze, das ist das erste. Der zweite Schritt wird sicherlich eine längere Phase sein, eine Art Zwischenphase, während der die Palästinenser Dinge tun müssen und wir Dinge tun müssen.


Friedman:
Wie lange ist diese Phase?


Sharon:
Diese Phase hängt sehr von der Situation in dem Gebiet ab: falls es ruhiger wird, ist sie kürzer.


Friedman:
Was bedeutet kürzer: Mindestzeit, Höchstzeit …?


Sharon:
Ich glaube, dass Präsident Bush wieder aufgenommen hat, was Sie gesagt haben, er sprach von drei Jahren, etwas in der Art.


Friedman:
Können Sie damit leben?


Sharon:
Ja, damit kann ich leben, aber Sie müssen wissen: sobald es ruhig ist, muss es ruhig bleiben. Das ist dann die zweite Phase, während der beide Seiten Dinge tun müssen, und ich muss Ihnen eines sagen – es gibt ein berühmtes Stück mit dem Titel “Es ist schwer, ein Jude zu sein”. Als jemand der sein ganzes Leben mit Arabern gelebt hat, kann ich Ihnen sagen, es ist auch schwer, ein Palästinenser zu sein. Jede Seite wird bestimmte Dinge tun müssen, und dann kommt die dritte Phase, in der wir die endgültigen Grenzen zwischen uns und den Palästinensern festlegen. So sehe ich das. Ich bin der Auffassung, dass nach diesen 120 Jahren schwerlich anzunehmen ist, dass man es in einer einzigen Phase schaffen kann. Und darüber hinaus gibt es noch eine weitere Tatsache: Schritte können nicht rückgängig gemacht werden. Ich meine die Tatsache, dass wir uns jetzt in den Städten in Samaria und Judäa aufhalten – wir möchten nicht dort sein und wir werden nicht ewig dort bleiben. Wir sind dort, um so viele Terroranschläge wie möglich aufzuhalten und zu verhindern. Sie erwähnten bereits, dass trotzdem Terroranschläge stattfinden. Man kann nur vorzustellen, was geschehen wäre, wenn wir nicht dort gewesen wären. Wie viele Selbstmordbomber wurden gefangen. Deshalb muss man begreifen: gegangene Schritte können nicht rückgängig gemacht werden, Ich meine die Tatsache, dass wir jetzt dort sind, das ist vorübergehend – wir sind dort, um Dinge aufzuhalten oder bis richtige Reformen in der palästinensichen Autonomiebehörde geschehen. Sobald diese Reformen beginnen und gegen den Terror vorgegangen wird, werden wir nicht mehr dort sein.


Friedman:
Eine der Reformen, Herr Sharon, die die Welt nicht nur Israel fordert, ist, dass Wahlen stattfinden. Was wird geschehen, falls Herr Arafat bei den Wahlen im Januar oder Februar wiedergewählt wird?


Sharon:
Sehen Sie, ich denke, dass jeder jetzt versteht, nachdem Präsident Bush einen äußerst mutigen Kampf gegen den Terror führt: Terror ist nicht nur unser Problem, dass müssen Sie begreifen. Terror ist genauso Ihr Problem. Wir leiden jetzt darunter und Sie werden künftig darunter leiden. Auf jeden Fall wäre er da, falls es eine Duldung des Terrors gäbe oder den Kontakt zu Gruppen, die eine terroristische Strategie verfolgen, wie beispielsweise Herr Arafat; dann haben Sie ihn – es wird nicht lang dauern und Sie haben ihn.


Friedman:
Werden Sie eine Wahl im kommenden Jahr unabhängig vom Ergebnis akzeptieren – Sie fordern auch die Demokratisierung in den palästinensichen Gebieten.


Sharon:
Ich bin nicht so weit gegangen, eine Demokratisierung zu fordern – im Mittleren Osten gibt es neben Israel keine andere Demokratie. Israel ist die einzige stabile Demokratie. Eine kleine Demokratie, aber eine Demokratie.


Friedman:
Lassen Sie mich anders fragen: ... Falls es Herrn Arafat im kommenden Jahr noch geben wird, Wahlen und Demokratie außer Acht gelassen, als Führer des palästinensischen Volkes – was wird dann geschehen? Werden Sie dies hinnehmen oder die Gespräche einstellen?


Sharon:
Ich glaube, Sie fragen Dinge, die nicht geschehen werden. Ich glaube, dass jeder, einschließlich der Palästinenser, begreift, dass Herr Arafat diese Tragödien für alle verursacht hat. Er ist dafür verantwortlich, er trägt in der Tat die direkte Verantwortung. Ich glaube nicht, dass er gewählt wird, vielleicht wird er als Symbol für Blut oder anderes gewählt – Ich kenne die Bedeutung eines Symbols für Blut und so weiter nicht, aber wenn Sie von der praktischen Führung eines Landes sprechen: sie sollte auf gänzlich anderen Dingen gründen, und um dies zu erreichen - wir würden gerne Frieden schaffen - aber um dies zu erreichen, muss es echte Reformen in der palästinensischen Autonomiebehörde geben und zuallererst in der Sicherheit. Wissen Sie, wir reden über palästinensische Sicherheitsorganisationen, man kann sagen Sicherheits/Terroristen-Organisationen, die alle am Terrorismus beteiligt sind. Es sollten gänzlich neue Strukturen der Sicherheitsorganisationen geschaffen werden: sie sollten von den USA überwacht werden, ich habe mich selbst angeboten, und von Jordanien und Ägypten, kleine Einheiten.


Friedman:
Und Europa?


Sharon:
Ich habe Europa vor allem für die Kontrolle und Überwachung der Geldausgabe vorgeschlagen. Solange Herr Arafat, der sich der Strategie des Terrors verschrieben hat, ich würde sagen, eine Koalition des Terrors aufgebaut hat; solange er die Struktur des Terrors und das Geld kontrolliert, wird sich nichts ändern. Deshalb sage ich Ihnen, was zu tun ist: Zuerst eine Reform der Sicherheit und der finanziellen Seite – und all dies sollte von Leuten überwacht werden, Profis, die in der Lage sind, zu erkennen, wohin das Geld fließt und was die Sicherheitsorganisationen tun. Tatsache ist: hier hat Europa einen ernsthaften Fehler gemacht, indem es Gelder direkt an Herrn Arafat überwiesen hat, und solange er hier die Kontrolle ausübt, wird es keine Veränderung geben.


Friedman:
Herr Sharon, Amerika ist sicherlich ein großer Freund Israels, aber selbst Amerika fordert, um Sie zu zitieren, eine Änderung in der Politik der israelischen Regierung. Um einen Beitrag zum Frieden zu leisten, fordert Amerika von Ihnen den Stopp des israelischen Siedlungsbaus – können Sie Kompromisse eingehen oder Versprechungen geben, keine neuen Siedlungen zu bauen?


Sharon:
Sehen Sie, ich glaube, dass die Frage der Siedlungen deutlich zwischen dem israelischen Außenminister, Herrn Peres, und dem amerikanischen Außenminister, Herrn Powell, diskutiert wurde, und diese beiden haben sehr deutlich gesagt, wie dies aussehen wird und eines ist sicher …


Friedman:
Was wird passieren?


Sharon:
Eines ist sehr sehr sicher: diese Frage wird zum jetzigen Zeitpunkt zu früh diskutiert – es wurde die Übereinkunft getroffen und sehr deutlich gesagt, dass diese Frage in der Endphase der Verhandlungen diskutiert werden wird.


Friedman:
Als Israel begonnen hat, Siedlungen zu bauen, mit der Begründung, den Staat zu sichern, hatte die Welt noch Verständnis. Viele Siedlungen wurden aber aus ideologischen, koalitionspolitischen und religiösen Gründen gebaut. Müssten Sie nicht einige von ihnen als Zeichen der Friedensschaffung auflösen? Brauchen Sie wirklich alle diese Siedlungen? Können Sie sie nicht auch für sich selbst, unabhängig von den Palästinensern, auflösen?


Sharon:
Sehen Sie, ich glaube, diese Frage sollte in der Endphase der Verhandlungen besprochen werden und ich sehe keinen Grund, sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu erörtern. Außerdem bin ich der Meinung, dass Sie, wenn ich das sagen darf, Unrecht haben, wenn Sie sagen, dass von den Palästinensern alles verlangt wird und nichts von uns – dies ist nicht das Versprechen, dass ich gegeben habe - in der Tat habe ich nicht nur mit den Amerikanern, sondern auch mit Staatsoberhäuptern Europas besprochen: wir müssen ebenfalls unseren Teil beitragen ...


Friedman:
Was also machen Sie?


Sharon:
Zuallererst werden wir alle Bemühungen unternehmen, zu helfen und den Palästinensern, die Opfer, tatsächliche Opfer der Politik Arafats – sie sind Opfer seiner Politik - geworden sind, humanitäre Unterstützung zu gewährleisten. Ich selbst habe in New York, als das Quartett zusammenkam, Generalsekretär Kofi Annan angesprochen und neben dem Plan und allen Punkten, die wir besprochen haben, bat ich ihn, mit den Staatsoberhäuptern der versammelten Länder zu sprechen, um ihnen meine Bitte vorzutragen, dass alle diese Länder umgehend humanitäre Hilfe bereitstellen und ich selbst habe unsere Truppen angewiesen, alle Bemühungen zu unternehmen. Darüber hinaus haben wir etwas getan, das wir seit ewigen Zeiten nicht mehr getan haben: wir öffnen unsere Grenzen für palästinensische Arbeitnehmer und dies ist äußerst wichtig, und ich würde sagen, dass es nun viel einfacher ist, ins Ausland zu gehen. Natürlich hängt alles davon ab, und Sie müssen den Grund verstehen, warum die Grenzen geschlossen waren, dies geschah nur aufgrund der Tatsache, dass diese in den Terror involviert waren, und wir haben das Risiko auf uns genommen, die Grenzen zu öffnen, und wir werden die Zahl noch erhöhen. Darüber hinaus bauen wir neue Industriegebiete an der Grenze, wo sie arbeiten können ... und viele andere Dinge ...


Friedman:
In Europa und in Deutschland führt die Kritik an Ihrer Politik nicht nur zu antiisraelischen, sondern auch zu antisemitischen Reaktionen: die Leute sagen, was auch immer Sie gerade gesagt haben, die Wirklichkeit sieht völlig anders aus. Palästinenser können sich nicht bewegen, Palästinenser können nicht arbeiten. Wie gehen Sie mit der Kritik aus Europa und auch aus Deutschland um?


Sharon:
Sehen Sie, Antisemitismus wird es in Europa immer geben und hat es in Europa immer gegeben. Und daher rühren die schrecklichen Jahre des Holocaust. In der Tat hat dieser Antisemitismus auch zu anderen Dingen geführt, schrecklichen Dingen, die uns allen widerfahren sind. Aber hier möchte ich zuerst über die junge Generation sprechen. Sie wissen nichts oder sie wissen sehr wenig darüber, was in der Vergangenheit passiert ist. Ich glaube nicht, dass sie – ich würde sagen – Gefühle, Schuldgefühle haben. Darüber hinaus haben wir mittlerweile in Europa 20 Mio. Araber, die zu einem politischen Faktor geworden sind – in Frankreich gibt es beispielsweise 650.000 Juden unterschiedlicher Gemeinden, aber es gibt 6 Mio. Araber, die zu einem wichtigen Faktor geworden sind. Ich habe mich darüber gefreut zu hören, dass Präsident Chirac vor ein paar Tagen auf bitterste Weise die Welle des Antisemitismus angegriffen hat, ich hoffe dass dies – ich würde dies gerne in Deutschland hören ...


Friedman:
Das würden Sie gerne in Deutschland hören? Ist es nicht genug in Deutschland? Reicht die Reaktion nicht aus, möchten Sie noch mehr?


Sharon:
Ich glaube, dass Deutschland in erster Linie ein Land ist, das gegenüber Israel freundschaftlich eingestellt ist. Eines der Länder mit der freundschaftlichsten Einstellung überhaupt und ich habe engen Kontakt zu Außenminister Joschka Fischer, mit dem ich oft spreche, und ich kenne Kanzler Schröder – eine befreundete Regierung – aber ich glaube, dass alle von uns mehr gegen den Antisemitismus unternehmen sollten, der sich ausbreiten kann: es beginnt mit Antisemitismus, der zu neuem Faschismus führt.


Friedman:
Würden Sie Kanzler Schröder und Außenminister Joschka Fischer, den verantwortlichen Personen, sagen, dass sie in Deutschland mehr dagegen unternehmen müssen?


Sharon:
Das sage ich ihnen, wenn ich mit ihnen spreche ... ich glaube, dass wir immer oder fast immer über die Frage des Antisemitismus sprechen, und ich hätte gerne, dass jeder mehr gegen den Antisemitismus unternehmen würde. In der Tat ist es nicht nur eine Gefahr für uns, sondern auch eine Gefahr für Sie, eine Gefahr für jedes Land, das Antisemitismus toleriert, der sich wie ein Feuer ausbreiten kann. Ich würde sagen, der Antisemitismus ist wie Terrorismus. Und wenn man Zugeständnisse an den Terror macht - die Zugeständnisse, die der Terror von uns verlangt - wird der Terror auch zukünftig fordern, dass man Zugeständnisse macht.


Friedman:
Der ehemalige israelische Präsident Herzog sagte, als er in Deutschland war, er könne nicht verstehen, dass Juden in Deutschland leben. Teilen Sie seine Auffassung?


Sharon:
Ich wurde hier geboren, aber in der Tat müssen Sie wissen, dass durch meine Reisen um die Welt und in so viele Länder meine Besuche in Deutschland begrenzt waren, sehr begrenzt. Ich weiß um die Freundschaft und schätze sie, aber wir müssen uns immer daran erinnern, was mit uns geschehen ist, und wir erinnern uns die ganze Zeit daran, um nicht einzuschlafen, um zuallererst uns selbst zu trauen, wenn es um unser Leben geht, und uns auf niemand anderen zu verlassen.


Friedman:
Haben Sie Vertrauen zu der deutschen Gesellschaft?


Sharon:
Ich weiß nicht, ob ich sagen kann, dass ich der deutschen Gesellschaft vertraue. Aus dem, was ich sehe, würde ich sagen: natürlich, vielleicht siehst du nur die extreme Seite, aber wenn ich zurückblicke, würde ich sagen, ich vertraue uns selbst.


Friedman:
Wäre es Ihnen lieber, die in Deutschland lebenden Juden lebten in Israel?


Sharon:
Ja, aber ich würde das Gleiche über in Russland lebende Juden sagen und ich würde das Gleiche über in Frankreich lebende Juden sagen. Ich glaube, dass die Mehrheit der Juden im Staat Israel leben sollte. Ich glaube, dass dies der Ort ist, an dem Juden Juden sein können. Ich sage das, weil ich in erster Linie Jude bin, für mich ist es das Wichtigste, Jude zu sein . Deshalb hätte ich gerne die Mehrheit aller Juden in diesem Land. Ich habe es zum Ziel meiner Regierung gemacht, in den kommenden 10-15 Jahren eine weitere Million Juden aufzunehmen, und ich hoffe, dass bis zum Jahre 2020 die meisten Juden hier leben werden.


Friedman:
Herr Sharon, wir erinnern uns alle daran, dass in Österreich zum ersten Mal seit 1945, nach der Shoah und dem Holocaust, eine rechtsradikale Regierungsbeteiligung mit Herrn Haiders Partei möglich war. Damals boykottierte Israel die österreichische Regierung und beendete die diplomatischen Beziehungen zu Österreich. Seitdem findet sich in Europa ein starker Zuwachs rechtsradikaler Parteien, in Dänemark und in Holland; in Frankreich erreichte Le Pen 16%. Möchten Sie ebenfalls all diese europäischen Länder boykottieren?


Sharon:
Nein, ich möchte sie nicht boykottieren. In der Tat habe ich unserem Außenminister vorgeschlagen, sich um eine Erneuerung unserer Beziehungen zu Österreich zu bemühen. Die Lösung ist ...


Friedman:
Können Sie sich vorstellen, mit Österreich erneut diplomatische Beziehungen aufzunehmen?


Sharon:
Ja, das ist wichtig. Ich denke, dass die Lösung des Problems nicht der Boykott ist, sondern Gespräche, Forderungen und die Mobilisierung aller Menschen, die an die Demokratie glauben. Die Menschen die an Werte glauben und gegen Antisemitismus und Neo-Nationalsozialismus sind, denken, dass die jüdische Welt stärker an dieser Mobilisierung arbeiten sollten. Das ist unsere Aufgabe. Ich glaube nicht, dass Boykott der richtige Weg ist, ich glaube, dass miteinander Reden der richtige Weg ist.



Lustig oder?

Mal schaun ob ihr selber drauf kommt!

Quelle: http://www.hr-online.de/fs/friedmani...interview.html


so long

Panther
 
 
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rattenjunge
Alt 26.07.2002, 14:20   #6
Standard

ich hab das interview gesehen und muss sagen, dass ich vom firedmann diesmal angenehm überrascht war, da er bisher ja immer sehr für israel die partei ergriffeb hat, aba so wie der nachgehakt hat bei dem interview dürfte sich sharon net gerade wohlgefühlt haben...
schade nur das sie machher vom thema abgeschweift sind und nur noch über antisemitismus statt den nahost konflikt geredet ham...
was sharon da so abgelassen hat zeugt eindeutig davon das er keinerlei verständniss für die palästinenser hat und für eine friedliche lösung völlig ungeeignet ist
 
 
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