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26.07.2002, 02:20
# 5 Ich habe es leider nicht selber gesehen! Aber auf der offiziellen Homepage von diesem, kann man das Interview nachlesen! Es handelt sich hierbei um das Interview zwischen Herrn Friedman (wer diesen arroganten Juden nicht kennt, er sitzt im Zentralrat der Juden in Deutschland und ist sehr schnell im beschuldigen von Antisemitismus!) und Herrn..... Ariel Sharon!!!
Meiner Meinung nach hätten sie da gleich Ariel Sharon seine Stellung erleutern lassen können, da wäre das gleiche herausgekommen. Ich frag mich nur wie man so ein  bei der ARD zulassen konnte, aber genug der Vorreden, hier das Interview: Friedman:
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident: keine Woche ohne terroristische Anschläge, keine Woche ohne Selbstmordanschläge. Sie machen Palästinenserchef Arafat für diesen Terrorismus verantwortlich. Ist Arafat für Sie noch der legitimierte Repräsentant der Palästinenser? Sharon:
Wir haben es hier seit 120 Jahren mit arabischem Terror zu tun, der später als palästinensischer Terror bezeichnet wurde. Mein Großvater sah sich diesem Terror gegenüber, meine Eltern, ich selbst, meine Söhne - alles Reserveoffiziere. Ich kenne hier Familien, die den palästinensischen Terror seit fünf, sechs Generationen erfahren. Friedman:
Aber was den arabischen Terror angeht, so haben Sie mit Ägypten und Jordanien Frieden geschlossen - ebenfalls Ländern, die verantwortlich waren für Terrorismus. Was ist bei den Palästinensern anders? Sharon:
Wir haben mit arabischen Ländern gekämpft, weil wir in den vergangenen 50 Jahren mehrere Male angegriffen wurden. Aber was vorbei ist, ist vorbei. Und dies waren keine terroristischen Anschläge, bei denen Kinder und Frauen und alte Menschen … Sharon:
...von Selbstmordbombern oder Selbstmordschützen getötet wurden und Zivilisten das Ziel waren. Ich habe viele Jahre als Soldat gedient und ich weiß, dass in Kriegen und Schlachten manchmal zivile Opfer gibt. Und jedes dieser Opfer ist eine Tragödie!. Aber hier sind die von den Palästinensern ausgewählten Ziele Zivilisten: Babies und Kinder. Friedman:
Aber das Problem ist: wenn Israelauf diese Terroranschläge militärisch reagiert, werden auch auf der anderen Seite Kinder und Frauen zu Opfern. Wie gehen Sie damit um? Sharon:
Jedes Opfer ist eine Tragödie und ich bedauere das. Aber diese Opfer waren nie ausgewählte Ziele. Und man muss begreifen, dass wir in den letzten zwei Jahren eine enorm hohe Zahl an Opfern zu beklagen hatten. Wir hatten Verluste während der letzten 120 Jahre. Opfer, aber wenn ich die letzten zwei Jahre zum Beispiel im Verhältnis zur Bevölkerung Deutschlands sehe, dann ist das so, als hätte es in Deutschland circa 8.000 Terroropfer in weniger als zwei Jahren gegeben. Nähme ich die Europäische Union, so wären es 36.500 Opfer, und nähme ich Amerika, so wären es beinahe 27.000 Tote. Sie müssen verstehen, dass diese Opfer Zivilisten sind. Und Sie haben es doch selbst gesehen: Wir wollten dieses Interview vor einem Monat führen. Am selben Tag gab es einen furchtbaren Terroranschlag, bei dem Schulkinder auf brutalste Weise getötet wurden. Nicht nur, dass sie getötet wurden: wenn man diese Toten gesehen hat, zerfetzt, ohne Kleider, man sieht diese Mädchen und Kinder... Nicht nur, dass getötet wird: das ist ein schrecklicher Missbrauch, eine schreckliche Tat. Friedman:
Aber Herr Sharon, Ihre Antwort auf diese dramatischen Bilder waren in den letzten Jahren militärische Reaktionen, doch nichts hat geholfen. Glauben Sie wirklich, dass die militärische Option ausreicht oder ist es nicht ein Teufelskreis: von der einen Seite Terror, die Reaktion eine militärische Reaktion gegen die Palästinenser, und am Ende Opfer auf allen Seiten und keine Perspektive für den Frieden! Sharon:
Zunächst glaube ich nicht, ... ich meine Opfer sind Opfer. Aber Sie können diese Opfer nicht mit unseren Opfern vergleichen, die absichtlich umgebracht wurden – die Ziele waren Kinder! Aber ich stimme Ihnen zu: es gibt Opfer auf beiden Seiten. Deshalb glaube ich persönlich, dass die Antwort nicht nur eine militärische Antwort sein kann und wir haben mehrmals Angebote gemacht - im Oslo-Abkommen, das gescheitert ist, aber es war ein Versuch, eine Einigung zu finden. Aber der Terror hörte nicht auf und ich denke, dass unser verstorbener Ministerpräsident Rabin, den ich viele Jahre gut kannte und in Freundschaft verbunden war – als er zur Unterzeichnung des Oslo-Abkommens bereit war, war seine erste Bedingung, dass die Palästinenser den Terror stoppen. Dies ist nie geschehen. Friedman:
Der verstorbene Ministerpräsident Rabin unterzeichnete dieses Abkommen mit Yassir Arafat. Glauben Sie, dass Sie in Ihrem Leben jemals wieder mit Herrn Arafat an einem Tisch sitzen werden? Sharon:
Mit Herrn Arafat werde ich nicht an einem Tisch sitzen, aber mit Palästinensern werde ich an einem Tisch sitzen. Tatsächlich habe ich genau in diesem Raum mit Palästinensern zusammengesessen und darüber diskutiert, wie man einen Frieden erreicht und was der Plan dafür sein könnte. Sie müssen wissen, dass Israel ein friedliebendes Land ist. und ich – falls ich etwas Persönliches sagen darf – habe viele Jahre im Militär gedient, alle Dienstgrade durchlaufen und die Dinge aus jeder Perspektive gesehen. Den Großteil meiner Dienstzeit habe ich im Einsatz verbracht, ich habe den Horror und die Schrecken des Krieges gesehen. Zufälligerweise habe ich die besten Kommandoeinheiten befehligt, die vielleicht größte Streitmacht. Ich habe alle Dienstgrade durchlaufen und jede Ebene des Einsatzes erlebt.Und ich habe jeden Horror und schreckliche Kriege gesehen und erlebt, wie mein bester Freund getötet wurde und wurde selbst zweimal im Kampf schwer verletzt und habe all diese schrecklichen Schmerzen in Krankenhäusern gefühlt und ich musste Entscheidungen über Leben und Tod anderer und meiner selbst treffen. Deshalb kann ich Ihnen sagen, dass ich die Wichtigkeit von Frieden begreife; ich glaube, besser als viele Politiker, die über Frieden sprechen, aber nie diese Erfahrung gemacht haben. Aber Sie müssen eines wissen: für mich bedeutet Frieden Sicherheit. Obwohl ich bereit bin, schmerzliche Kompromisse einzugehen, um Frieden zu erreichen, ... Friedman:
Was wären für Sie schmerzliche Kompromisse, Herr Sharon? Was ist Ihr Angebot für den Frieden? Sharon:
Das sage ich Ihnen gleich, aber Sie müssen eines wissen: obwohl ich bereit bin, schmerzliche Kompromisse einzugehen, um einen echten und dauerhaften Frieden zu erreichen, werde ich weder jetzt noch in Zukunft, niemals, Kompromisse im Hinblick auf die Sicherheit der israelischen Bürger eingehen. ... Niemals! ... Und ich möchte Ihnen sagen warum – darf ich? Weil ich zum deutschen Volk spreche: Die Juden haben ein winzig kleines Land, ein sehr kleines Land, obwohl ich sagen würde, ein Land mit vielen Talenten, aber doch ein sehr kleines Land, und das ist der einzige Ort auf der Welt, an dem die Juden das Recht und die Fähigkeit haben, sich selbst aus eigener Kraft zu verteidigen. Und das jüdische Volk hat sehr wohl gelernt, was es heißt, sich in die Hände anderer zu begeben. Wir haben das gelernt. Und deshalb haben wir nicht nur das Recht und die Fähigkeit – sondern es ist unsere Pflicht. Und was die Sicherheit angeht, werden wir niemandem vertrauen ... – es gibt viele Freunde, wir haben Freunde, meine ich, wir haben Feinde und wir haben Freunde, die uns kritisieren; aber eines müssen Sie verstehen: wir werden uns niemals auf jemand anderen verlassen, wenn es um unser Leben geht. Friedman:
Niemand auf der Welt verlangt das: Aber nochmal: Sie haben gesagt, Sie würden für einen Frieden eine Menge Kompromisse eingehen.Welche Kompromisse geht Ministerpräsident Ariel Sharon ein, welche Kompromisse schlägt er vor? Sharon:
Zuerst möchte ich, dass Sie wissen, dass Israel ein Land ist, das niemals einen Krieg verloren hat, wir haben keinen Krieg verloren. Obwohl wir niemals einen Krieg verloren haben, sind wir bereit, einen Teil unseres Heimatlandes aufzugeben. Sie müssen verstehen, dass wir hier von der Wiege des jüdischen Volkes sprechen. Ich bin mir nicht sicher, ich habe oft versucht, einen Vergleich mit einem anderen Land zu ziehen, und ich spreche nicht von Ländern, die einen Krieg verloren haben und dann Zugeständnisse machen mussten, ich spreche von Ländern, die einen Krieg gewonnen haben und bereit waren, einen Teil ihres Landes aufzugeben. Dies ist unser Land, dies ist – Sie fragen mich: wo steht die Wiege des jüdischen Volkes? In den Bergen von Samaria in Judäa, dort steht die Wiege des jüdischen Volkes. Dort, wo das jüdische Volk geboren wurde. Friedman:
Aber dies sind nicht die international akzeptierten Grenzen und selbst Israel akzeptierte 1948 enger gezogene Grenzen – noch einmal: was sind Ihre Kompromisse für die Palästinenser? Sharon:
Ich möchte, dass Sie wissen, dass seitdem so viele Dinge geschehen sind, ich möchte, dass Sie wissen, dass wir natürlich die libanesische Grenze und die Grenze zu Ägypten hatten, die Grenze zwischen Israel und Samaria und Judäa oder, wie Sie es nennen, der Westbank, wurde bisher noch nicht festgelegt. Ich würde sagen, es gab nur die Grenzen … Friedman:
Herr Ministerpräsident, ich möchte wirklich weiter darauf bestehen, da Sie es selbst gesagt haben: was sind Ihre konkreten Pläne im Palästinakonflikt, um der anderen Seite neue Verhandlungen vorzuschlagen, vorausgesetzt, dass Sicherheit garantiert ist? Sharon:
Ja, ich würde sagen, dass ich hier drei Phasen sehe. Die erste Phase ist die vollständige Beendigung des Terrors, der Feindseligkeiten und Hetze, das ist das erste. Der zweite Schritt wird sicherlich eine längere Phase sein, eine Art Zwischenphase, während der die Palästinenser Dinge tun müssen und wir Dinge tun müssen. Friedman:
Wie lange ist diese Phase? Sharon:
Diese Phase hängt sehr von der Situation in dem Gebiet ab: falls es ruhiger wird, ist sie kürzer. Friedman:
Was bedeutet kürzer: Mindestzeit, Höchstzeit …? Sharon:
Ich glaube, dass Präsident Bush wieder aufgenommen hat, was Sie gesagt haben, er sprach von drei Jahren, etwas in der Art. Friedman:
Können Sie damit leben? Sharon:
Ja, damit kann ich leben, aber Sie müssen wissen: sobald es ruhig ist, muss es ruhig bleiben. Das ist dann die zweite Phase, während der beide Seiten Dinge tun müssen, und ich muss Ihnen eines sagen – es gibt ein berühmtes Stück mit dem Titel “Es ist schwer, ein Jude zu sein”. Als jemand der sein ganzes Leben mit Arabern gelebt hat, kann ich Ihnen sagen, es ist auch schwer, ein Palästinenser zu sein. Jede Seite wird bestimmte Dinge tun müssen, und dann kommt die dritte Phase, in der wir die endgültigen Grenzen zwischen uns und den Palästinensern festlegen. So sehe ich das. Ich bin der Auffassung, dass nach diesen 120 Jahren schwerlich anzunehmen ist, dass man es in einer einzigen Phase schaffen kann. Und darüber hinaus gibt es noch eine weitere Tatsache: Schritte können nicht rückgängig gemacht werden. Ich meine die Tatsache, dass wir uns jetzt in den Städten in Samaria und Judäa aufhalten – wir möchten nicht dort sein und wir werden nicht ewig dort bleiben. Wir sind dort, um so viele Terroranschläge wie möglich aufzuhalten und zu verhindern. Sie erwähnten bereits, dass trotzdem Terroranschläge stattfinden. Man kann nur vorzustellen, was geschehen wäre, wenn wir nicht dort gewesen wären. Wie viele Selbstmordbomber wurden gefangen. Deshalb muss man begreifen: gegangene Schritte können nicht rückgängig gemacht werden, Ich meine die Tatsache, dass wir jetzt dort sind, das ist vorübergehend – wir sind dort, um Dinge aufzuhalten oder bis richtige Reformen in der palästinensichen Autonomiebehörde geschehen. Sobald diese Reformen beginnen und gegen den Terror vorgegangen wird, werden wir nicht mehr dort sein. Friedman:
Eine der Reformen, Herr Sharon, die die Welt nicht nur Israel fordert, ist, dass Wahlen stattfinden. Was wird geschehen, falls Herr Arafat bei den Wahlen im Januar oder Februar wiedergewählt wird? Sharon:
Sehen Sie, ich denke, dass jeder jetzt versteht, nachdem Präsident Bush einen äußerst mutigen Kampf gegen den Terror führt: Terror ist nicht nur unser Problem, dass müssen Sie begreifen. Terror ist genauso Ihr Problem. Wir leiden jetzt darunter und Sie werden künftig darunter leiden. Auf jeden Fall wäre er da, falls es eine Duldung des Terrors gäbe oder den Kontakt zu Gruppen, die eine terroristische Strategie verfolgen, wie beispielsweise Herr Arafat; dann haben Sie ihn – es wird nicht lang dauern und Sie haben ihn. Friedman:
Werden Sie eine Wahl im kommenden Jahr unabhängig vom Ergebnis akzeptieren – Sie fordern auch die Demokratisierung in den palästinensichen Gebieten. Sharon:
Ich bin nicht so weit gegangen, eine Demokratisierung zu fordern – im Mittleren Osten gibt es neben Israel keine andere Demokratie. Israel ist die einzige stabile Demokratie. Eine kleine Demokratie, aber eine Demokratie. Friedman:
Lassen Sie mich anders fragen: ... Falls es Herrn Arafat im kommenden Jahr noch geben wird, Wahlen und Demokratie außer Acht gelassen, als Führer des palästinensischen Volkes – was wird dann geschehen? Werden Sie dies hinnehmen oder die Gespräche einstellen? Sharon:
Ich glaube, Sie fragen Dinge, die nicht geschehen werden. Ich glaube, dass jeder, einschließlich der Palästinenser, begreift, dass Herr Arafat diese Tragödien für alle verursacht hat. Er ist dafür verantwortlich, er trägt in der Tat die direkte Verantwortung. Ich glaube nicht, dass er gewählt wird, vielleicht wird er als Symbol für Blut oder anderes gewählt – Ich kenne die Bedeutung eines Symbols für Blut und so weiter nicht, aber wenn Sie von der praktischen Führung eines Landes sprechen: sie sollte auf gänzlich anderen Dingen gründen, und um dies zu erreichen - wir würden gerne Frieden schaffen - aber um dies zu erreichen, muss es echte Reformen in der palästinensischen Autonomiebehörde geben und zuallererst in der Sicherheit. Wissen Sie, wir reden über palästinensische Sicherheitsorganisationen, man kann sagen Sicherheits/Terroristen-Organisationen, die alle am Terrorismus beteiligt sind. Es sollten gänzlich neue Strukturen der Sicherheitsorganisationen geschaffen werden: sie sollten von den USA überwacht werden, ich habe mich selbst angeboten, und von Jordanien und Ägypten, kleine Einheiten. Friedman:
Und Europa? Sharon:
Ich habe Europa vor allem für die Kontrolle und Überwachung der Geldausgabe vorgeschlagen. Solange Herr Arafat, der sich der Strategie des Terrors verschrieben hat, ich würde sagen, eine Koalition des Terrors aufgebaut hat; solange er die Struktur des Terrors und das Geld kontrolliert, wird sich nichts ändern. Deshalb sage ich Ihnen, was zu tun ist: Zuerst eine Reform der Sicherheit und der finanziellen Seite – und all dies sollte von Leuten überwacht werden, Profis, die in der Lage sind, zu erkennen, wohin das Geld fließt und was die Sicherheitsorganisationen tun. Tatsache ist: hier hat Europa einen ernsthaften Fehler gemacht, indem es Gelder direkt an Herrn Arafat überwiesen hat, und solange er hier die Kontrolle ausübt, wird es keine Veränderung geben. Friedman:
Herr Sharon, Amerika ist sicherlich ein großer Freund Israels, aber selbst Amerika fordert, um Sie zu zitieren, eine Änderung in der Politik der israelischen Regierung. Um einen Beitrag zum Frieden zu leisten, fordert Amerika von Ihnen den Stopp des israelischen Siedlungsbaus – können Sie Kompromisse eingehen oder Versprechungen geben, keine neuen Siedlungen zu bauen? Sharon:
Sehen Sie, ich glaube, dass die Frage der Siedlungen deutlich zwischen dem israelischen Außenminister, Herrn Peres, und dem amerikanischen Außenminister, Herrn Powell, diskutiert wurde, und diese beiden haben sehr deutlich gesagt, wie dies aussehen wird und eines ist sicher … Friedman:
Was wird passieren? Sharon:
Eines ist sehr sehr sicher: diese Frage wird zum jetzigen Zeitpunkt zu früh diskutiert – es wurde die Übereinkunft getroffen und sehr deutlich gesagt, dass diese Frage in der Endphase der Verhandlungen diskutiert werden wird. Friedman:
Als Israel begonnen hat, Siedlungen zu bauen, mit der Begründung, den Staat zu sichern, hatte die Welt noch Verständnis. Viele Siedlungen wurden aber aus ideologischen, koalitionspolitischen und religiösen Gründen gebaut. Müssten Sie nicht einige von ihnen als Zeichen der Friedensschaffung auflösen? Brauchen Sie wirklich alle diese Siedlungen? Können Sie sie nicht auch für sich selbst, unabhängig von den Palästinensern, auflösen? Sharon:
Sehen Sie, ich glaube, diese Frage sollte in der Endphase der Verhandlungen besprochen werden und ich sehe keinen Grund, sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu erörtern. Außerdem bin ich der Meinung, dass Sie, wenn ich das sagen darf, Unrecht haben, wenn Sie sagen, dass von den Palästinensern alles verlangt wird und nichts von uns – dies ist nicht das Versprechen, dass ich gegeben habe - in der Tat habe ich nicht nur mit den Amerikanern, sondern auch mit Staatsoberhäuptern Europas besprochen: wir müssen ebenfalls unseren Teil beitragen ... Friedman:
Was also machen Sie? Sharon:
Zuallererst werden wir alle Bemühungen unternehmen, zu helfen und den Palästinensern, die Opfer, tatsächliche Opfer der Politik Arafats – sie sind Opfer seiner Politik - geworden sind, humanitäre Unterstützung zu gewährleisten. Ich selbst habe in New York, als das Quartett zusammenkam, Generalsekretär Kofi Annan angesprochen und neben dem Plan und allen Punkten, die wir besprochen haben, bat ich ihn, mit den Staatsoberhäuptern der versammelten Länder zu sprechen, um ihnen meine Bitte vorzutragen, dass alle diese Länder umgehend humanitäre Hilfe bereitstellen und ich selbst habe unsere Truppen angewiesen, alle Bemühungen zu unternehmen. Darüber hinaus haben wir etwas getan, das wir seit ewigen Zeiten nicht mehr getan haben: wir öffnen unsere Grenzen für palästinensische Arbeitnehmer und dies ist äußerst wichtig, und ich würde sagen, dass es nun viel einfacher ist, ins Ausland zu gehen. Natürlich hängt alles davon ab, und Sie müssen den Grund verstehen, warum die Grenzen geschlossen waren, dies geschah nur aufgrund der Tatsache, dass diese in den Terror involviert waren, und wir haben das Risiko auf uns genommen, die Grenzen zu öffnen, und wir werden die Zahl noch erhöhen. Darüber hinaus bauen wir neue Industriegebiete an der Grenze, wo sie arbeiten können ... und viele andere Dinge ... Friedman:
In Europa und in Deutschland führt die Kritik an Ihrer Politik nicht nur zu antiisraelischen, sondern auch zu antisemitischen Reaktionen: die Leute sagen, was auch immer Sie gerade gesagt haben, die Wirklichkeit sieht völlig anders aus. Palästinenser können sich nicht bewegen, Palästinenser können nicht arbeiten. Wie gehen Sie mit der Kritik aus Europa und auch aus Deutschland um? Sharon:
Sehen Sie, Antisemitismus wird es in Europa immer geben und hat es in Europa immer gegeben. Und daher rühren die schrecklichen Jahre des Holocaust. In der Tat hat dieser Antisemitismus auch zu anderen Dingen geführt, schrecklichen Dingen, die uns allen widerfahren sind. Aber hier möchte ich zuerst über die junge Generation sprechen. Sie wissen nichts oder sie wissen sehr wenig darüber, was in der Vergangenheit passiert ist. Ich glaube nicht, dass sie – ich würde sagen – Gefühle, Schuldgefühle haben. Darüber hinaus haben wir mittlerweile in Europa 20 Mio. Araber, die zu einem politischen Faktor geworden sind – in Frankreich gibt es beispielsweise 650.000 Juden unterschiedlicher Gemeinden, aber es gibt 6 Mio. Araber, die zu einem wichtigen Faktor geworden sind. Ich habe mich darüber gefreut zu hören, dass Präsident Chirac vor ein paar Tagen auf bitterste Weise die Welle des Antisemitismus angegriffen hat, ich hoffe dass dies – ich würde dies gerne in Deutschland hören ... Friedman:
Das würden Sie gerne in Deutschland hören? Ist es nicht genug in Deutschland? Reicht die Reaktion nicht aus, möchten Sie noch mehr? Sharon:
Ich glaube, dass Deutschland in erster Linie ein Land ist, das gegenüber Israel freundschaftlich eingestellt ist. Eines der Länder mit der freundschaftlichsten Einstellung überhaupt und ich habe engen Kontakt zu Außenminister Joschka Fischer, mit dem ich oft spreche, und ich kenne Kanzler Schröder – eine befreundete Regierung – aber ich glaube, dass alle von uns mehr gegen den Antisemitismus unternehmen sollten, der sich ausbreiten kann: es beginnt mit Antisemitismus, der zu neuem Faschismus führt. Friedman:
Würden Sie Kanzler Schröder und Außenminister Joschka Fischer, den verantwortlichen Personen, sagen, dass sie in Deutschland mehr dagegen unternehmen müssen? Sharon:
Das sage ich ihnen, wenn ich mit ihnen spreche ... ich glaube, dass wir immer oder fast immer über die Frage des Antisemitismus sprechen, und ich hätte gerne, dass jeder mehr gegen den Antisemitismus unternehmen würde. In der Tat ist es nicht nur eine Gefahr für uns, sondern auch eine Gefahr für Sie, eine Gefahr für jedes Land, das Antisemitismus toleriert, der sich wie ein Feuer ausbreiten kann. Ich würde sagen, der Antisemitismus ist wie Terrorismus. Und wenn man Zugeständnisse an den Terror macht - die Zugeständnisse, die der Terror von uns verlangt - wird der Terror auch zukünftig fordern, dass man Zugeständnisse macht. Friedman:
Der ehemalige israelische Präsident Herzog sagte, als er in Deutschland war, er könne nicht verstehen, dass Juden in Deutschland leben. Teilen Sie seine Auffassung? Sharon:
Ich wurde hier geboren, aber in der Tat müssen Sie wissen, dass durch meine Reisen um die Welt und in so viele Länder meine Besuche in Deutschland begrenzt waren, sehr begrenzt. Ich weiß um die Freundschaft und schätze sie, aber wir müssen uns immer daran erinnern, was mit uns geschehen ist, und wir erinnern uns die ganze Zeit daran, um nicht einzuschlafen, um zuallererst uns selbst zu trauen, wenn es um unser Leben geht, und uns auf niemand anderen zu verlassen. Friedman:
Haben Sie Vertrauen zu der deutschen Gesellschaft? Sharon:
Ich weiß nicht, ob ich sagen kann, dass ich der deutschen Gesellschaft vertraue. Aus dem, was ich sehe, würde ich sagen: natürlich, vielleicht siehst du nur die extreme Seite, aber wenn ich zurückblicke, würde ich sagen, ich vertraue uns selbst. Friedman:
Wäre es Ihnen lieber, die in Deutschland lebenden Juden lebten in Israel? Sharon:
Ja, aber ich würde das Gleiche über in Russland lebende Juden sagen und ich würde das Gleiche über in Frankreich lebende Juden sagen. Ich glaube, dass die Mehrheit der Juden im Staat Israel leben sollte. Ich glaube, dass dies der Ort ist, an dem Juden Juden sein können. Ich sage das, weil ich in erster Linie Jude bin, für mich ist es das Wichtigste, Jude zu sein . Deshalb hätte ich gerne die Mehrheit aller Juden in diesem Land. Ich habe es zum Ziel meiner Regierung gemacht, in den kommenden 10-15 Jahren eine weitere Million Juden aufzunehmen, und ich hoffe, dass bis zum Jahre 2020 die meisten Juden hier leben werden. Friedman:
Herr Sharon, wir erinnern uns alle daran, dass in Österreich zum ersten Mal seit 1945, nach der Shoah und dem Holocaust, eine rechtsradikale Regierungsbeteiligung mit Herrn Haiders Partei möglich war. Damals boykottierte Israel die österreichische Regierung und beendete die diplomatischen Beziehungen zu Österreich. Seitdem findet sich in Europa ein starker Zuwachs rechtsradikaler Parteien, in Dänemark und in Holland; in Frankreich erreichte Le Pen 16%. Möchten Sie ebenfalls all diese europäischen Länder boykottieren? Sharon:
Nein, ich möchte sie nicht boykottieren. In der Tat habe ich unserem Außenminister vorgeschlagen, sich um eine Erneuerung unserer Beziehungen zu Österreich zu bemühen. Die Lösung ist ... Friedman:
Können Sie sich vorstellen, mit Österreich erneut diplomatische Beziehungen aufzunehmen? Sharon:
Ja, das ist wichtig. Ich denke, dass die Lösung des Problems nicht der Boykott ist, sondern Gespräche, Forderungen und die Mobilisierung aller Menschen, die an die Demokratie glauben. Die Menschen die an Werte glauben und gegen Antisemitismus und Neo-Nationalsozialismus sind, denken, dass die jüdische Welt stärker an dieser Mobilisierung arbeiten sollten. Das ist unsere Aufgabe. Ich glaube nicht, dass Boykott der richtige Weg ist, ich glaube, dass miteinander Reden der richtige Weg ist.
Lustig oder?
Mal schaun ob ihr selber drauf kommt!
Quelle: http://www.hr-online.de/fs/friedmani...interview.html
so long
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