Einige Telepolis-Leser haben es vor ein paar Wochen vielleicht mitbekommen.
Der Süden von Afrika steckt (mal wieder) in einer schweren Hungerkatastrophe. Großzügig wie die kapitalistischen Großmächte nunmal sind, bieten sie natürlich auch gleich ihre Hilfe an und wollen Mais ins Krisengebiet schicken. Dieser Mais aber wird vom sambischen Präsidenten abgelehnt, weil genmanipuliert, mit der Begründung, er sei sich unsicher, ob der Mais gesundheitlich verträglich sei und er seine Landsleute nicht als 'guinea pigs' sehen möchte. Die USA meinen, die Amerikaner essen das jeden Tag.
Das, was sich gegenwärtig abspielt, ist auf den ersten Blick verwirrend, auf dem zweiten erklärt sich einiges, aber nicht alles.
Um das zu verstehen, muss man wissen, welche Eigenschaften genmanipulierter Mais von großen Nahrungsmittelkonzernen in der Regel hat. Will man den Genmais anpflanzen, so geht das nur eine Saison, in der nächsten keimt er nicht mehr. Die zwingende Folge wäre eine Neubestellung beim Konzern.
Nagut, könnte man sagen, eine solche Abhängigkeit wäre immer noch besser, als sein Volk vor Hunger verrecken zu lassen.
Doch da ist noch ein weiterer Punkt. Würde man den Genmais anbauen, wären auch die Agrarexporte in die EU in Gefahr, da diese eine Kennzeichnung von genmanipulierten Lebensmitteln verlange. Warum importiert die EU Nahrungsmittel aus einem Land, wo Millionen vom Hungertod bedroht sind? Und warum wird das auch noch vom sambischen Präsidenten zugelassen, der angeblich um sein Volk besorgt ist?
Die Antwort auf die erste Frage ist Fakt: Mehr als 50% aller EU-Viehfuttermittel werden aus Ländern der dritten Welt importiert.
Auf die zweite Frage kann ich leider nur spekulieren, da ich über keine gesicherten Erkenntnisse verfüge, und deshalb lass ich das auch vorerst...
Schluss mit dem Betrug! Es ist an der Zeit...
edit:
Gen-Food, nein danke!
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/13311/1.html