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Regiogeld und Freigeld

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Werhamster
Alt 08.04.2006, 13:04   #1
Standard Regiogeld und Freigeld

Hallo zusammen,

auf Lupuz hat jemand einen Artikel über ein alternatives Währungsystem geschrieben. Da in unserer Zeitung (Rheinpfalz) vor ein paar Tagen ein Artikel über Regionalgeld, was auf ähnlichen Kriterien beruht, zu lesen war, beschäftigt mich das Thema ein bisschen.

Kurz zur info ein kleiner Einblick in die Thematik:

Regiogeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie


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Regiogeld (auch Regionalgeld) ist ein zwischen Verbrauchern, Anbietern, Vereinen und Kommunen demokratisch vereinbartes Medium, das innerhalb einer Region als Zahlungs-, Investitions- und Schenkungsmittel verwendet wird und auf Grundlage eines global entwickelten Wertestandards mit anderen sozialen Institutionen auf horizontaler (z. B. andere Regiogelder) und vertikaler Ebene (andere wertschöpfungsfördernde Systeme in der Region) so assoziiert wird, dass sich der Lebensstandard in der Region auf Dauer positiv entwickeln soll.
Viele Regiogeldsysteme sind aus der Antiglobalisierungsbewegung heraus entstanden. Deren Gedanken finden sich in zwei weiteren Merkmalen wieder:...
http://de.wikipedia.org/wiki/Regiogeld


und Freigeld:

Umlaufgesichertes Geld (auch Freigeld, Neutralgeld oder Schwundgeld) sind flüssige Zahlungsmittel, deren Besitz einer zeitabhängigen Nutzungsgebühr (auch Demurrage oder Umlaufsicherungsgebühr genannt) unterliegt, die als negativer Zins verstanden werden kann. Die Wertminderung soll zu einem verstetigten Geldumlauf führen und dadurch die Wirtschaft stabilisieren, indem sie die Geldbesitzer anhält, ihr Geld nicht zu horten und es dadurch der Wirtschaft zu entziehen. Sie können es durch Kaufen oder Investieren ausgeben, um der Wertminderung zu entgehen. Die Nutzungsgebühr kann verschieden ausgestaltet sein.
Umlaufsicherung ist ein Konzept der Freiwirtschaftslehre. Bis heute gibt es keine allgemein gebräuchlichen umlaufgesicherten Zahlungmittel; sie werden nur von regionalen Zahlungskreisen eingesetzt (siehe Regiogeld und Tauschkreis).

...

http://de.wikipedia.org/wiki/Freigeld

und der Artikel zu Lupuz: http://www.lupuz.de/Freigeld-Freie-D...-Mark.439.html

Mich würde Inreressieren ob jemand schon mal schon erlebt hat dass man mit alternativer Währung zahlen kann. Und was ihr von de, System haltet.
 
 
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Sivar
Alt 08.04.2006, 13:50   #2
Standard

Das erste und letzte Mal, wo mir sowas zu Ohren kam, war auf Lupuz. Die Idee kann nicht ganz verkehrt sein, aber wenn das Geld "abläuft" und sich während der Zeit abwertet, hat irgendwann niemand mehr Geld. Ausweg: Neues produzieren... aber wer die Neuproduktion bestimmt, hält alle Fäden in der Hand, wieviel Geld im Umlauf ist, etc. So kann man Abhängigkeiten erzeugen, und die sind doch eigentlich nicht Sinn von "freiem Geld", oder?
 
 
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Ford Prefect
Alt 08.04.2006, 16:25   #3
Standard

Das Problem mit unserem jetzigen Währungssystem ist und bleibt ja der Zins, der ja bekanntlich auf die Geldverleihe der Juden im Mittelalter sowie auf die Geldgeschäfte der Tempelritter zurückgeht. Das Problem beim Zins ist, dass die Leute, die viel Geld haben, davon mehr bekommen und somit keinen Ansporn haben, es auszugeben. Gleichzeitig verlieren die Leute mit Schluden, je mehr sie machen, umso mehr Geld und damit haben auch diese keinen Ansporn, Geld auszugeben. Und da wundern sich die Soziologen noch, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht. Ich hab mal irgendwo gelesen, dass die Bevölkerung einer ganzen deutschen Großstadt soviel Gewinn erwirtschaftet wie der reichste Mann von Deutschland an Zins bekommt, ohne jetzt zu wissen, wer das ist.
Aber vielen Leuten ist das mit dem Zins einfach nicht klar, weil sie ihn als Selbstverständlichkeit hinnehmen, obwohl er eigentlich Unfug ist. Irgendjemand, der sich darüber Gedanken gemacht hat, ist dann mal auf die Idee des Freigelds gekommen, das so angelegt ist, dass man ermutigt wird, es auszugeben, da es weniger wird, je länger man es behält. So wird die Wirtschaft viel stärker angekurbelt, es entstehen mehr Arbeitsplätze und so weiter. Die Neuproduktion, die Sivar anspricht, würde natürlich vom Staat übernommen, was ja in Moment sowieso schon der Fall ist, da würde sich nichts ändern.
Das Problem von der Freigeld-Idee ist, dass gerade die stinkreichen Leute, am Meisten die Bankbesitzer, die ja vom Zins leben, dagegen sind und letztendlich ist Geld ja die flüssigste Form der Macht, die Idee vom Freigeld wird von den entsprechenden Leuten natürlich mit aller Macht unterdrückt und an der Ausbreitung gehindert. Oder habt ihr schonmal im Fernsehen oder Radio davon gehört?
Freigeld ist letztendlich die einzig sinnvolle Geldform, aber es wird sich kaum gegen die globale Machtelite durchsetzen können. Leider.
 
 
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hermes
Alt 08.04.2006, 17:01   #4
Standard zinslos = sinnlos

Naja.

Nationalbank gibt Geld gegen Zins heraus, je tiefer die Zinsen, umso kleiner wird die Geldmenge und umgekehrt. So kann die NB gegen allfällige Inflationen/Deflationen entgegenwirken.

Aha, der Staat soll die Neuproduktion übernehmen und ohne Gegenleistung herausgeben...toll!
 
 
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