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regierung /bundeswehr /afghanistan ?

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asdf
Alt 12.11.2001, 10:42   #1
Beitrag regierung /bundeswehr /afghanistan ?

was haltet ihr von dem momentanen hick hack um eine eventuelle "hilfe" der bundeswehr gegenüber den tapferen amerikanischen soldaten im kampf gegen den terror ? ...

es geht ja ziemlich heiß her.
die regierung steht ja mehr oder weniger von allen seiten unter druck. der außenminister kämpft mit teilen seiner eigenen partei. könig edmund fordert schon den rücktritt von schröder und dessen regierung.

gedanken dazu ?
is hier irgendwer für einen einsatz der bundeswehr ?

fragen über fragen
 
 
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Ya
Alt 12.11.2001, 12:34   #2
Beitrag

irgendwie stinkt das
wäre das nicht ein Angriffskrieg der Deutschen?
Sowas muss doch irgendwie von der Nato beschlossen werden oder nicht?
alles andere ist doch Arschkriecherei oder sehe ich das falsch?

die abgefuckten Amis haben doch genug eigenes Material dass sie verballern können damit ihnen die Rüstungsindustrie wieder was neues verkaufen kann...
will wahrscheinlich jeder was vom Kuchen...

ich blick da net durch, aber dass am Ende alles am geld hängt stimmt sowieso immer

ich weis schon warum ich net zum Bund wollte, wer sich da weigert die Scheisse da mitzumachen ist schließlich nen deserteur richtig ?
 
 
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ELCorazon
Alt 13.11.2001, 13:21   #3
Beitrag

ich weis schon warum ich net zum Bund wollte, wer sich da weigert die Scheisse da mitzumachen ist schließlich nen deserteur richtig ?
Stimmt so nicht. Angenommen du bist als Wehrpflichtiger in deiner Grundausbildung bei der Bundeswehr. Dann kann dich niemand zwingen, nach Afghanistan zu gehen und dort zu kämpfen! Du kannst dich höchstens freiwillig dazu melden, wenn das dein ausdrücklicher Wunsch sein sollte. Ansonsten können nur Berufssoldaten oder solche, die sich auf Zeit verpflichtet haben, dort hingeschickt werden.

Ich bin allerdings gegen einen solchen Einsatz. Auch wenn dort Terroristen versteckt sind, ist es keine Methode ein Land zu zerbomben und anzugreifen, weil dabei die Zivilbevölkerung am meisten leidet.
Das ist schon kein Krieg mehr gegen den Terrorismus, sonder gezielt auf Afghanistan und sollte von der deutschen Regierung meiner Meinung nicht auch noch aktiv unterstützt werden.
 
 
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zoKKai
Alt 13.11.2001, 13:56   #4
Beitrag

Original erstellt von ELCorazon:

Das ist schon kein Krieg mehr gegen den Terrorismus, sonder gezielt auf Afghanistan und sollte von der deutschen Regierung meiner Meinung nicht auch noch aktiv unterstützt werden.
glaub mir, ganz afghanistan wird davon profitieren, sollte das taliban regime entmachtet und eine neue sinnige regierung
eingesetzt werden. und das sich die deutschen irgendwann
einmal engagieren müssen ist nur eine logische folgerung
des nato vertrages. was hätte der denn für einen sinn, wenn doch
eh immer nur die usa soldaten opfern. ich kann nicht einen nato pakt
schliessen und nur hilfe erwarten, sondern muss bei beschluss, [welcher ja stattgefunden hat]
auch meine soldaten und entsprechendes equipment bereitstellen.
 
 
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Ya
Alt 13.11.2001, 13:57   #5
Beitrag

Ja sicher, aber was ist mit dem Berufssoldat?

In jedem Krieg leidet die Zivilbevölkerung...
 
 
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Ya
Alt 13.11.2001, 13:58   #6
Beitrag

Bin mal gespannt wie es den Leuten später geht wenn sie von Kriegsherren regiert werden (Nordallianz)

für alle die den Text noch net kennen :

ESSAY VON ARUNDHATI ROY

Krieg ist Frieden

Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy nennt den amerikanischen Bombenkrieg "nur einen weiteren terroristischen Akt"


AP

Autorin Roy


Als sich am Sonntag, dem 7. Oktober 2001, die Dunkelheit auf Afghanistan senkte, startete die US-Regierung ihre Luftangriffe auf Afghanistan, unterstützt durch die Internationale Koalition gegen den Terror (den neuen, fügsamen Ersatz für die Vereinten Nationen). Die Fernsehsender brachten computeranimierte Bilder von Marschflugkörpern, Stealth Bombern, "Bunkerbrechern" und MK-82-High-Drag-Bomben. Auf der ganzen Welt schauten kleine Jungen mit großen Augen zu und vergaßen, nach neuen Videospielen zu quengeln.
Die Uno, inzwischen auf ein unwirksames Kürzel reduziert, wurde nicht einmal ersucht, die Luftangriffe zu genehmigen. (Wie denn Madeleine Albright einst bemerkte, handeln die USA "multilateral, wenn wir können, und unilateral, wenn wir müssen".) Die "Beweise" gegen die Terroristen wurden in der "Koalition" unter Freunden herumgereicht. Nach dem Treffen ließ man verlauten, es spiele keine Rolle, ob die "Beweise" vor einem ordentlichen Gericht Bestand hätten oder nicht. Auf diese Weise wurden in einem Augenblick Jahrhunderte der Rechtsprechung fahrlässig zunichte gemacht.

Nichts kann einen terroristischen Akt entschuldigen oder rechtfertigen, ganz gleich, ob er von religiösen Fundamentalisten, von Milizen, von Widerstandsbewegungen begangen wird - oder ob er als Vergeltungskrieg einer anerkannten Regierung daherkommt. Die Bombardierung Afghanistans ist keine Rache für New York und Washington. Sie ist nur ein weiterer terroristischer Akt gegen die Menschen auf der Welt. Jede unschuldige Person, die getötet wird, muss hinzugezählt werden, nicht verrechnet mit der entsetzlichen Zahl der in New York und Washington gestorbenen Zivilisten.


Selten werden Kriege von Menschen gewonnen, selten werden sie von Regierungen verloren. Menschen kommen um, Regierungen häuten und regenerieren sich wie das Haupt der Hydra. Sie verwenden Flaggen, um erst die Hirne der Leute luftdicht einzuwickeln und echtes Nachdenken zu ersticken und dann, um sie als feierliche Leichentücher über die verstümmelten Toten zu breiten. Auf beiden Seiten, in Afghanistan wie in Amerika, dienen Zivilisten heute ihren Regierungen und deren Aktionen als Pfand. Ohne es zu wissen, teilen die Leute in beiden Ländern eine Gemeinsamkeit: Sie müssen mit dem Phänomen des blinden, unvorhersehbaren Terrors leben. Jeder Bombenladung, die auf Afghanistan fällt, entspricht die wachsende Massenhysterie in Amerika angesichts von Milzbrand, Entführungen und anderen terroristischen Untaten.

Es gibt keinen einfachen Weg aus dem brodelnden Morast von Terror und Brutalität, dem die Welt heute gegenübersteht. Es wird Zeit für die Menschen innezuhalten. Was am 11. September geschah, hat die Welt für immer verändert. Freiheit, Fortschritt, Wohlstand, Technik, Krieg - diese Begriffe haben eine neue Bedeutung. Regierungen müssen die Veränderung einsehen und ihre neuen Aufgaben mit einem Körnchen Ehrlichkeit und Demut angehen. Leider fehlt bis heute jedes Zeichen von Einsicht bei den Führern der Internationalen Koalition. Oder den Taliban.

Als Präsident Bush die Luftangriffe ankündigte, sagte er: "Wir sind eine friedliche Nation." Amerikas Lieblingsbotschafter Tony Blair (gleichzeitig Premier von Großbritannien) betete nach: "Wir sind ein friedliches Volk."

Jetzt wissen wir Bescheid. Schweine sind Pferde. Mädchen sind Jungen. Krieg ist Frieden.

Ein paar Tage später sagte Präsident Bush in einer Rede vor dem FBI: "Dies ist unsere Berufung. Die Berufung der Vereinigten Staaten von Amerika. Der freiesten Nation der Welt. Einer Nation, die sich auf fundamentale Werte gründet, gegen Hass, gegen Gewalt, gegen Mörder und gegen das Böse. Wir werden nicht weichen."

Hier folgt eine Liste von Ländern, mit denen Amerika seit dem Zweiten Weltkrieg Krieg geführt hat, die es bombardiert hat oder in denen es zumindest in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt war: Korea (1950 bis 1953), Guatemala (1954, 1967 bis 1969), Indonesien (1958), Kuba (1959 bis 1961), Belgisch-Kongo (1965), Laos (1964 bis 1973), Vietnam (1961 bis 1973), Kambodscha (1969 bis 1970), Grenada (1983), Libyen (1986), El Salvador (achtziger Jahre), Nicaragua (achtziger Jahre), Panama (1989), Irak (seit 1991), Bosnien (1995), Sudan (1998), Jugoslawien (1999). Und jetzt Afghanistan.

Bestimmt wird sie nicht weichen - diese freieste Nation der Welt. Doch welche Freiheit hält sie denn aufrecht? Innerhalb der eigenen Grenzen Redefreiheit, Religionsfreiheit, Gedankenfreiheit; die des künstlerischen Ausdrucks, der Essgewohnheiten, der sexuellen Vorlieben (na ja, bis zu einem gewissen Grad) und vieles andere, alles ganz musterhaft und wunderbar. Außerhalb der eigenen Grenzen die Freiheit zu dominieren, zu erniedrigen und zu unterwerfen - gewöhnlich unter die wahre Religion Amerikas, den "freien Markt". Wenn also die US-Regierung einen Krieg Operation "Grenzenlose Gerechtigkeit" tauft oder Operation "Dauerhafte Freiheit", dann spüren wir in der Dritten Welt mehr als leise Furcht. Weil wir wissen, dass Grenzenlose Gerechtigkeit für die einen Grenzenlose Ungerechtigkeit für die anderen bedeutet. Und Dauerhafte Freiheit für die einen Dauerhafte Unterjochung für die anderen.

Die Internationale Koalition gegen den Terror ist vor allem eine Intrige der reichsten und mächtigsten Länder der Welt. Sie produzieren und verkaufen fast alle Waffen der Welt, sie besitzen den größten Bestand an chemischen, biologischen und nuklearen Massenvernichtungswaffen. Sie haben die meisten Kriege geführt, sind die Hauptverantwortlichen der modernen Geschichte für Völkermorde, Unterwerfungen, ethnische Säuberungen und Menschenrechtsverletzungen, haben ungezählte Diktatoren und Despoten gefördert, bewaffnet und finanziert. Sie huldigen einem Kult der Gewalt, sie haben den Krieg förmlich zum Gott erhoben. Bei all ihren abscheulichen Vergehen kommen die Taliban da wirklich nicht mit.

Die Taliban entstanden in den Nachwehen des Kalten Krieges im brüchigen Sammelbecken voll Schutt, Heroin und Landminen. Ihre ältesten Führer sind gerade Anfang vierzig. Viele von ihnen sind entstellt und verkrüppelt, haben ein Auge verloren oder einen Arm, ein Bein. Sie sind aufgewachsen in einer beschädigten und durch den Krieg verwüsteten Gesellschaft. Insgesamt sind aus der Sowjetunion und Amerika seit über 20 Jahren Waffen und Munition im Wert von etwa 45 Milliarden Dollar nach Afghanistan geflossen.


Die neuesten Waffen waren das einzig Moderne, das in diese im Innersten mittelalterliche Gesellschaft vordrang. Die kleinen Jungen - viele von ihnen verwaist -, die damals aufwuchsen, hatten Gewehre als Spielzeug und erlebten nie die Geborgenheit und den Trost einer Familie, nie die Gesellschaft von Frauen. Heute, als Erwachsene und Herrscher, da schlagen, steinigen, vergewaltigen und misshandeln die Taliban Frauen, sie scheinen nicht zu wissen, was sie sonst mit ihnen anfangen sollen. Jahrelanger Krieg hat ihnen ihre Sanftheit genommen, sie gegen Freundlichkeit und Mitgefühl immun gemacht. Sie tanzen zu den stampfenden Rhythmen der Bomben, die um sie herum niederregnen. Jetzt richten sie ihre Grausamkeit gegen das eigene Volk.

Bei allem Präsident Bush geschuldeten Respekt: Die Menschen auf der Welt müssen nicht zwischen den Taliban und der US-Regierung wählen. Alles Schöne der menschlichen Zivilisation - unsere bildende Kunst, unsere Musik, unsere Literatur - befindet sich jenseits dieser beiden fundamentalistischen, ideologischen Pole. Die Aussicht, dass alle Menschen auf der Welt zu mittelständischen Verbrauchern werden können, ist ebenso unrealistisch wie die, dass alle einer einzigen Religion folgen werden.


REUTERS

Opfer der US-Angriffe vom 21. Oktober: "Ein Morast von Brutalität"


Es geht ja nicht um Gut gegen Böse oder um Islam gegen Christentum, sondern um Raum. Darum, dass man Unterschiede miteinander in Einklang bringt, dass man den Drang nach Hegemonie zügelt - jeder Art von Hegemonie, sei sie ökonomisch, militärisch, sprachlich, religiös oder kulturell. Jeder Ökologe wird Ihnen sagen, wie gefährlich und empfindlich eine Monokultur ist. Eine hegemoniale Welt lässt sich mit einer Regierung ohne gesunde Opposition vergleichen. Sie wird zu einer Art Diktatur. Als stülpte man eine Plastiktüte über die Welt und hinderte sie am Atmen. Doch diese Tüte wird schließlich aufgerissen.


Eineinhalb Millionen Afghanen haben ihr Leben verloren in den mehr als 20 Jahren des Konfliktes, der diesem neuen Krieg vorausging. Afghanistan wurde in Trümmer gelegt, jetzt werden diese Trümmer zu feinem Staub zerrieben. Am zweiten Tag des Luftangriffs kehrten die US-Piloten zu ihren Basen zurück, ohne die ihnen zugeteilte Nutzlast an Bomben abgeworfen zu haben. Einem der Piloten zufolge ist Afghanistan "kein an Zielen reiches Territorium". Donald Rumsfeld, US-Verteidigungsminister, wurde auf einer Pressekonferenz im Pentagon gefragt, ob Amerika die Ziele abhanden gekommen seien.

"Erstens werden wir Ziele zum zweiten Mal treffen", sagte er, "und zweitens, nicht uns kommen die Ziele abhanden, sondern Afghanistan." Was im Konferenzsaal mit einer Lachsalve begrüßt wurde.

Regierungen verwenden Flaggen erst, um die Hirne der Leute Luftdicht einzuwickeln - und dann, um sie als feierliche Leichentücher über die Toten zu breiten.

Am dritten Tag des Luftschlages prahlte das US-Verteidigungsministerium, man habe die "Lufthoheit über Afghanistan erlangt". (Wollten sie damit sagen, dass sie beide - oder sind es gar 16? - afghanischen Flugzeuge zerstört hätten?)

In Afghanistan gewinnt die Nordallianz - der alte Feind der Taliban und damit der neueste Freund der Internationalen Koalition - an Boden beim Vorstoß auf die Eroberung Kabuls. (Für die Archive soll noch erwähnt sein, dass die Taten der Nordallianz sich von denen der Taliban nicht sonderlich unterscheiden. Doch wird dieses störende Detail vorerst vertuscht.) Der sichtbare, moderate, "akzeptable" Führer der Allianz, Ahmed Schah Massud, starb Anfang September durch ein Selbstmord-Attentat. Der Rest der Nordallianz ist ein brüchiger Verband brutaler Kriegsherren, Ex-Kommunisten und unbeugsamer Kleriker. Eine in verschiedene ethnische Fraktionen zerrissene Gruppe, deren Mitglieder früher die Wonnen der Macht in Afghanistan gekostet haben.

Bis zu den US-Luftschlägen kontrollierte die Nordallianz etwa zehn Prozent Afghanistans. Heute, mit Hilfe der Koalition und "Unterstützung aus der Luft", ist sie bereit, die Taliban zu stürzen. Mittlerweile laufen die Soldaten der Taliban zur Nordallianz über, aus Angst vor einer unmittelbar drohenden Niederlage. Die kämpfenden Truppen sind also damit beschäftigt, die Seiten und die Uniformen zu wechseln. Doch bei einem zynischen Unterfangen wie diesem hat das wohl wenig zu bedeuten. Liebe ist Hass, Nord ist Süd, Frieden ist Krieg.

Die globalen Mächte reden davon, eine "repräsentative Regierung einzusetzen". Oder aber den 87-jährigen ehemaligen König von Afghanistan wieder "einzusetzen", Zahir Schah, der seit 1973 im römischen Exil lebt. So läuft das Spiel. Erst heißt es: Unterstützt Saddam Hussein, dann: Schafft ihn beiseite; erst: Finanziert die Mudschahidin, dann: Zerbombt sie in tausend Stücke; jetzt also: Setzt Zahir Schah ein und wartet ab, ob er artig ist. (Kann man eine repräsentative Regierung "einsetzen"? Kann man sich eine Portion Demokratie bestellen - mit Extra-Käse und Jalapeño-Chilis?)

Langsam sickern Berichte über die Opfer in der Zivilbevölkerung durch, über sich leerende Städte, weil die afghanischen Landeskinder an die Grenzen drängen, die geschlossen sind. Wichtige Durchgangsstraßen wurden in die Luft gejagt oder gesperrt. Sachkundige, die in Afghanistan gearbeitet haben, sagen, dass bis Anfang November keine Lebensmitteltransporte bei den Millionen Afghanen (7,5 Millionen laut Uno) eintreffen können, die unmittelbar davon bedroht sind, im kommenden Winter zu verhungern. Sie sagen, dass es in den wenigen Tagen bis Winteranbruch entweder den Krieg oder den Versuch geben kann, Lebensmittel zu den Hungernden zu bringen. Nicht beides.

Als Geste der Menschlichkeit hat die US-Regierung zu Beginn der Luftangriffe 37 000 Notrationen über Afghanistan abgeworfen. Sie sagt, sie plane, insgesamt 500 000 Päckchen abzuwerfen. Auch das bedeutet nur eine einzige Mahlzeit für 500 000 der Millionen von Menschen, die dringend Nahrung brauchen. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen verdammen dies als eine zynische, gefährliche PR-Maßnahme. Sie halten Lebensmittelrationen aus der Luft für mehr als sinnlos. Erstens, weil die Päckchen nie bei denen landen, die sie wirklich nötig haben, zweitens und schlimmer, weil alle, die hinlaufen, um sie einzusammeln, riskieren, von Landminen zerrissen zu werden. Ein tragisches Rennen um Almosen.

Immerhin bekamen die Notpäckchen ihren exklusiven Fototermin. Ihr Inhalt wurde in den großen Zeitungen aufgelistet. Sie waren vegetarisch, erfuhren wir, gemäß den muslimischen Ess-Regeln(!). Die gelben, mit der amerikanischen Flagge verzierten Päckchen enthalten: Reis, Erdnussbutter, Bohnensalat, Erdbeermarmelade, Kekse, Fladenbrot, einen Apfel-Müsli-Riegel, Gewürze, Streichhölzer, Plastikbesteck, eine Serviette und eine illustrierte Gebrauchsanweisung.

Nach drei Jahren anhaltender Dürre ein Airline-Mahl vom Himmel hoch in Dschalalabad! Das Niveau der kulturellen Dummheit, das fehlende Verständnis dafür, was monatelanger, erbarmungsloser Hunger und bittere Armut wirklich bedeuten, der Versuch der US-Regierung, noch durch das äußerste Elend das eigene Selbstverständnis aufzubessern, lässt sich nicht in Worte fassen.

Drehen Sie doch dieses Szenario einmal um. Stellen Sie sich vor, die Taliban-Regierung bombardierte New York und redete unentwegt davon, ihr wahres Ziel sei die US-Regierung und deren Politik. Und angenommen, in den Bombenpausen würfen die Taliban ein paar tausend Päckchen mit Nan und Kebab ab, aufgespießt auf kleine afghanische Flaggen. Hätten die guten Leute von New York je die Größe, der afghanischen Regierung zu vergeben? Selbst wenn sie hungrig wären, wenn sie das Essen brauchten und wenn sie es äßen, wie könnten sie je diese Beleidigung vergessen, diese Herablassung? Der New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani schickte das Geschenk eines saudischen Prinzen über 10 Millionen Dollar zurück, weil ein kleiner freundlichen Rat zur amerikanischen Nahost-Politik beilag. Ist Stolz ein Luxus, der nur den Reichen zusteht?

Weit davon entfernt, den Terrorismus auszumerzen, lässt eine solche Wut ihn erst entstehen. Hass und Vergeltung können nicht mehr rückgängig gemacht werden, sind sie einmal entstanden. Für jeden "Terroristen", jeden "Handlanger" der getötet wird, werden auch Hunderte unschuldiger Menschen getötet. Und an die Stelle von hundert Unschuldigen, die sterben mussten, treten wahrscheinlich ein paar künftige Terroristen.

Wo wird das alles enden?

Vergessen Sie einmal die Rhetorik und überlegen Sie, dass die Welt bisher keine vernünftige Definition von "Terrorismus" kennt. Des einen Terrorist ist nur allzu oft des anderen Freiheitskämpfer. Im Kern der Sache steckt eine weltweit tief sitzende Ambivalenz gegenüber der Gewalt. Ist Gewalt erst einmal als legitimes Instrument der Politik akzeptiert, wird aus der Moral und der politischen Akzeptanz von Terroristen (Aufständische oder Freiheitskämpfer) umstrittenes, unwegsames Terrain.

Weltweit hat auch die US-Regierung zahlreiche Rebellen und Aufständische finanziert, bewaffnet und beherbergt. Die CIA und Pakistans ISI haben die Mudschahidin instruiert und bewaffnet - in den achtziger Jahren Terroristen für die Regierung im sowjetisch besetzten Afghanistan. Während der damalige Präsident Reagan mit ihnen für ein Gruppenfoto posierte und sie als moralisches Ebenbild der amerikanischen Gründungsväter hinstellte.

Heute fördert Pakistan - Amerikas Verbündeter in diesem neuen Krieg - Aufständische, die ins indische Kaschmir gehen. Pakistan rühmt sie als "Freiheitskämpfer". Indien nennt sie "Terroristen". Indien wiederum brandmarkt Länder, die Terrorismus fördern und begünstigen, doch Indiens Armee hat früher separatistische tamilische Rebellen ausgebildet, die eine Heimat für sich in Sri Lanka forderten - sie sind verantwortlich für zahllose blutige Terroranschläge. (So, wie die CIA die Mudschahidin fallen ließ, als sie ihren Zweck erfüllt hatten, kehrte Indien den tamilischen Rebellen aus vielerlei politischen Gründen abrupt den Rücken. Es war eine aufgebrachte tamilische Selbstmordattentäterin, die 1991 den ehemaligen indischen Premier Rajiv Gandhi ermordete.)

Regierungen und Politiker müssen begreifen, dass es zwar kurzfristige Resultate bringen kann, diese enormen, blindwütigen Gefühle der Menschen für eigene, engstirnige Zwecke zu manipulieren, dass dergleichen aber unerbittlich katastrophale Folgen hat. Religiöse Gefühle aus Gründen der politischen Nutzbarkeit zu entfachen und auszunutzen ist das gefährlichste Vermächtnis, das Regierungen oder Politiker einem Volk hinterlassen können - auch ihrem eigenen. Menschen, die in einer durch religiöse oder kommunale Bigotterie zerrütteten Gesellschaft leben, wissen, dass jeder religiöse Text - von der Bibel bis zur Bhagawadgita - untergraben und fehlinterpretiert werden kann, um alles vom Atomkrieg über Völkermord bis zur kollektiven Globalisierung zu rechtfertigen.


Für jeden Terroristen sterben Hunderte unschuldiger Zivilisten. Und an deren Stelle treten ein paar künftige Terroristen. Wie soll das enden?

Dies soll nicht heißen, dass die Terroristen, die am 11. September das Entsetzliche getan haben, nicht verfolgt und zur Rechenschaft gezogen werden sollten. Das müssen sie. Ist aber ein Krieg der beste Weg, um sie aufzuspüren? Wird man die Nadel finden, wenn man den Heuhaufen niederbrennt? Oder wird es den Zorn schüren und die Welt zur wahren Hölle für uns alle machen?

Wie viele Leute kann man denn schließlich ausspionieren, wie viele Bankkonten einfrieren, wie viele Gespräche belauschen, wie viele E-Mails abfangen, wie viele Briefe öffnen, wie viele Telefone abhören? Schon vor dem 11. September hatte die CIA mehr Informationen zusammengetragen, als sich in einem Menschleben auswerten lassen. Das schiere Ausmaß der Überwachung wird zum logistischen, ethischen und bürgerrechtlichen Alptraum. Es wird uns glatt um den Verstand bringen. Und die Freiheit - dieses kostbare Gut - wird ihr erstes Opfer. Sie ist jetzt schon schwer verletzt und blutig geschlagen.

Regierungen in der ganzen Welt verwerten die herrschende Paranoia zynisch für ihre eigenen Interessen. Alles Mögliche an unvorhersehbaren politischen Kräften wird freigesetzt. In Indien, zum Beispiel, sind Mitglieder des "All India People's Resistance Forum" im Gefängnis, weil sie in Delhi Antikriegs- und Anti-US-Pamphlete verteilten. Sogar der Drucker dieser Streitschriften wurde verhaftet. Die rechtsgerichtete Regierung (die gleichzeitig extremistische hinduistische Gruppen wie die "Vishna Hindu Parishad" und die "Bajrang Dal" schützt) hat das "Students Islamistic Movement of India" verboten und versucht, ein Antiterror-Gesetz neu aufzulegen, das kassiert wurde, nachdem die Menschenrechtskommission berichtete, es werde mehr missbraucht als gebraucht. Millionen indischer Bürger sind Muslime. Bringt es irgendeinen Nutzen, wenn man sie ausgrenzt?

Mit jedem Tag, den der Krieg dauert, überschwemmen blindwütige Emotionen die Welt. Die internationale Presse hat wenig oder gar keinen freien Zugang zum Kriegsgebiet. Die Mainstream-Medien, besonders die amerikanischen, sind jedenfalls mehr oder weniger umgefallen und lassen sich gern den Bauch pinseln durch Pressemappen von Militärs und Regierungsbeamten. Afghanische Radiosender sind ausgebombt. Die Taliban hatten für die Presse schon immer nur tiefes Misstrauen übrig. In einem Propagandakrieg gibt es keine genaue Einschätzung darüber, wie viele Menschen getötet wurden oder wie groß die Zerstörung war. Ohne verlässliche Informationen wuchern die Gerüchte.

Wenn Sie in diesem Teil der Welt Ihr Ohr auf die Erde legen, dann können Sie das Dröhnen hören, den tödlichen Trommelwirbel des aufwallenden Zorns. Bitte, bitte stoppen Sie den Krieg jetzt! Genug Menschen sind gestorben. Die schlauen Raketen sind einfach nicht schlau genug. Sie bringen endlose, unterdrückte Wut zum Explodieren.

Präsident George Bush prahlte neulich, es sei ja wohl Unsinn, "mit einer Zwei-Millionen-Dollar-Rakete auf ein leeres Zelt oder einen Kamelhintern zu schießen". Präsident Bush sollte wissen, dass es in Afghanistan keine Ziele gibt, die den Preis seiner Raketen wert sind. Vielleicht sollte er ein paar billigere Raketen für billigere Ziele und billigere Leute in den armen Ländern der Welt bauen, und wäre es nur für den Etatausgleich. Doch das erschiene am Ende den Waffenherstellern der Koalition als nicht sehr vernünftig, geschäftlich gesehen.

Nach drei Jahren anhaltender Dürre ein Airline-Mahl vom Himmel hoch in Dschalalabad. Wer hinläuft, riskiert, von Landminen zerrissen zu werden.

Und vergessen Sie nicht, dass Präsident George Bush junior und Vize-Präsident Dick Cheney beide ihr Vermögen der Ölindustrie verdanken. Allein Turkmenistan, das an den Nordwesten Afghanistans grenzt, verfügt über gewaltige Gasvorkommen und geschätzte drei Milliarden Barrel Ölreserven. Amerika hat Öl immer als Sicherheitsfrage betrachtet und mit allen Mitteln geschützt, die es für nötig erachtete. Wenige von uns bezweifeln, dass seine militärische Präsenz im Golf weniger mit seinen Sorgen um die Menschenrechte als mit seinem strategischen Interesse am Öl zusammenhängt.

Öl und Gas aus der Kaspischen Region fließen gegenwärtig nordwärts auf die europäischen Märkte zu. Geografisch wie politisch bilden Iran und Russland große Hindernisse für die amerikanischen Interessen. 1998 sagte Dick Cheney - damals Chef von Halliburton, einem wichtigen Player in der Ölindustrie: "Ich kann mich an keinen Zeitpunkt erinnern, wo für uns eine Region so plötzlich strategisch so wichtig wurde wie die kaspische. Fast scheint es, als wären die Gelegenheiten über Nacht entstanden." Wie wahr.

Seit einigen Jahren nun verhandelt ein amerikanischer Ölgigant namens Unocal mit den Taliban über die Genehmigung, eine Ölpipeline durch Afghanistan nach Pakistan bis ins Arabische Meer zu bauen, weil Unocal sich einen Zugang zu den lukrativen "Emerging Markets" in Süd- und Südost-Asien erhofft. 1997 reiste eine Abordnung der Taliban nach Amerika und traf in Houston sogar mit Beamten des US-Außenministeriums und mit Unocal-Führungskräften zusammen.

Anders als heute galten damals die Vorliebe der Taliban für öffentliche Hinrichtungen und ihre Behandlung afghanischer Frauen nicht als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Während der folgenden Monate übten Hunderte erzürnter amerikanischer Feministinnen-Gruppen Druck auf die Clinton-Regierung aus. Erfreulicherweise schafften sie es, den Handel platzen zu lassen. Und jetzt kommt die große Chance der US-Ölindustrie.

In Amerika werden die Waffenindustrie, die Ölindustrie, die großen Medien-Konglomerate und selbst die US-Außenpolitik sämtlich von den gleichen Kartellen kontrolliert. Daher kann man kaum erwarten, dass ein Diskurs über Gewehre und Öl und Verteidigungsabkommen ernsthaft in den Medien behandelt wird. Jedenfalls trifft das Geschwätz über den "Kampf der Kulturen", das Gerede von "Gut gegen Böse" genau auf ein ratloses Volk, dessen Stolz gerade verwundet wurde, dessen Angehörige tragisch ums Leben kamen, dessen Zorn frisch und heftig ist. Es wird von Regierungssprechern zynisch verbreitet, als handelte es sich um die tägliche Dosis Vitamine oder Antidepressiva. Diese regelmäßige Arznei garantiert, dass Amerika weiterhin das Rätsel bleibt, das es immer war - ein merkwürdiges Inselvolk, verwaltet von einer krankhaft aufdringlichen, verworrenen Regierung.

Und was ist mit dem Rest von uns, den betäubten Empfängern all dessen, das wir als groteske Propaganda wahrnehmen? Den täglichen Konsumenten von Lügen und Brutalitäten, die mit Erdnussbutter und Erdbeermarmelade beschmiert aus der Luft in unsere Köpfe abgeworfen werden, ganz wie diese gelben Lebensmittelpäckchen? Sollen wir wegschauen und schlucken, was man uns zuwirft? Sollen wir das grimmige Theater ungerührt mit ansehen, das sich in Afghanistan abspielt, bis wir im Kollektiv röcheln und mit einer Stimme rufen, dass wir genug haben?

Während das erste Jahr des neuen Millenniums dem Ende entgegeneilt, fragt man sich: Haben wir das Recht zu träumen verwirkt?

Werden wir uns je wieder Schönheit vorstellen können? Wird es je wieder möglich sein, den langsamen, erstaunten Lidschlag eines neugeborenen Geckos in der Sonne zu beobachten oder einem Murmeltier leise zu antworten, das uns etwas ins Ohr gewispert hat - ohne dass wir an das World Trade Center denken müssen oder an Afghanistan?

Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/literat...165236,00.html

[ 13 November 2001: Beitrag editiert von: Yasoul ]
 
 
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martin
Alt 13.11.2001, 14:57   #7
Beitrag

ihr kommt vom thema ab...
es ging doch um den einsatz deutscher soldaten - mehr nicht.
die ursachen oder folgen des ganzen krieges haben damit ja erstmal nichts zu tun, das ist ein anderes thema.

bei den grünen merkt man jetzt mal richtig deutlich, was da teilweise für idioten im bundestag sitzen.
da führen sich einige müslifresser auf, als wären die irgendwo in ner kleinen kommunalregierung und es geht um das abholzen von bäumen entlang der strasse xyz.
man kann nicht in einer regierung sitzen und sagen "ich find das nicht so toll - also stimme ich dagegen".
da muss man man schon eine alternative dazu bieten. ich hab von denen bisher keine gehört...
für alternativen ist es ohnehin zu spät.
sowas sollte man sich überlegen bevor man "uneingeschränkte solidarität" bekundet. daher denke ich, dass es nurnoch darum geht, ob da deutsche soldaten dran teilnehmen sollen oder nicht, der rest spielt keine rolle.

mir persönlich ist das ziemlich egal.
wenn man freiwillig zum bund geht und sich zum mörder ausbilden lässt, muss man diese "enormen fähigkeiten" ja auchmal einsetzen, sonst kann mans auch gleich lassen.
da spricht dann auch nichts dagegen, nach afghanistan zu ziehn und sich mit anderen mördern zu bekriegen. wenn man da spass dran hat...
ich freu mich für jeden soldaten der da vereckt und schmeiss als anerkennung für die tapfere leistung... 1 Dm für jeden toten in ein glas und veranstalte dann wenn das mal vorbei ist, ne riesen party von dem geld im glas
 
 
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daRaider
Alt 13.11.2001, 18:20   #8
Beitrag

wenn ich mir jetzt nicht sicher wäre, dass es sowieso keinen sinn macht mit dir zu diskutieren, würde ich mir doch das Recht herausnehmen, dir in gewissen Punkten zu widersprechen...


zu dem Typ unter mir - meine Antwort druaf wurde leider gelöscht.

Also ich sags mal sachlich :

Du solltest Martins Beiträge nicht so ernst nehmen. Jeder der das jetzt schon länger kennt, weiß dass Martin eine verdammt eingefahrene Meinung zu bestimmten Dingen hat... Das wirkt dann teils so lächerlich , wie die Bezeichnung der Grünenmitglieder als Müslifresser(usw.). Zum einen verstehen sich die Grünen als eine Partei des Friedens und ich finde es gut so, dass sich diese "Müslifresser" weigern Soldaten in so einen Krieg zu schicken.
Ach und immerhin sagten auch 20 Mitglieder der SPD Fraktion, dass sie nciht sicher dafür stimmen würden. Aber das sind dann wohl die SPD Müslifresser.

[ 13 November 2001: Beitrag editiert von: Eris ]
 
 
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Ya
Alt 13.11.2001, 18:38   #9
Beitrag

was die Soldaten angeht...
sie sind es zwar irgendwo selbst schuld wenn sie für irgendwelche kapitalisten ins gras beissen, das ist aber keine Rechtfertigung ihnen den Tod zu wünschen, ich finds geschmacklos und irgendwo menschenverachtend deshalb ne party zu feiern, auch wenns nur symbolisch gemeint ist

stell dir vor dein bruder ist so ein idiot, naja hast es wohl nicht so ernst gemeint, hoff ich mal
 
 
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ELCorazon
Alt 13.11.2001, 19:09   #10
Beitrag

wenn man freiwillig zum bund geht und sich zum mörder ausbilden lässt, muss man diese "enormen fähigkeiten" ja auchmal einsetzen, sonst kann mans auch gleich lassen.
da spricht dann auch nichts dagegen, nach afghanistan zu ziehn und sich mit anderen mördern zu bekriegen. wenn man da spass dran hat...
Mein Bruder ist auch so ein *mörder* und war bereits im Kosovo. Dort wurde von den deutschen Einheiten niemand ermordet geschweige denn sind die wild darauf, Leute umzubringen. Dort wurden Städte gesichert und Felder nach Bomben abgesucht!

Nicht jeder, der zur Bundeswehr geht, ist gleich ein Mörder oder Menschenverachter. Da könnte man dich wegen deiner Party auf Kosten von Menschenleben viel eher als verächtlich bezeichnen.
 
 
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Querdenker
Alt 14.11.2001, 00:54   #11
Ausrufezeichen

Was mich ankotzt persönlich ist dieses Ganze Geheuchel Nur weil es Mal die Achso Großen Amerikaner getroffen hat die ziemlich viel Dreck am Stecken haben (Abmorcheln der Ureinwohner, Atombombe auf Hiroshima und Nagasaki, Vitnamkrieg ect.) wird überall Beileid geheuchelt [img]evil.gif[/img]
Aber um die Millionen von Leuten die täglich in der 3 Welt verhungern oder an Aids erkranken und kein Geld für die Behandlung haben redet niemand
Im Grunde hat Amerika nur eine Quitung für Ihre Verbrechen in der Vergangenheit bekommen am 11 !
Jedenfalls fühle Ich mich grade in diesen Kriesenzeiten darin bestätigt Mich vor dem Bund zu drücken
Achten kann man die Leute (Soldaten) Ja nun wirklich Nicht den letztendlich töten diese und töten ist eine Verachhtenswürdige Tat !
 
 
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martin
Alt 14.11.2001, 01:17   #12
Beitrag

stell dir vor dein bruder ist so ein idiot, naja hast es wohl nicht so ernst gemeint, hoff ich mal
mein bruder ist so ein idiot !
nur das ändert nichts an meiner haltung zu dem thema.
wenn dort in afghanistan ameriknaische oder britische truppen - oder wer auch immer - rumbomben und dann als helden gefeiert werden, oder diese sogenannte "nordallianz" da nun im siegesrausch die bevölkerung massakriert, halte ich es aus humanitären gründen für absolut berechtigt, sich zu freuen, wenn es ein paar weniger von diesen "helden" gibt.
was ist denn da so toll dran ?
ich halte es für pervers, wenn man sich nach sowas als held feiern lässt.
wenn man jemand oder mehrere leute wegbombt, aus welchem grund auch immmer, ist das sicher nichts was irgendwie zu bewundern ist.

elcorazon,

nach meinem verständnis ist man ein mörder, wenn man jemanden umbringt, aus welchem grund auch immer...
ob man das in einigen fällen mit eigeninteresse vielleicht rechtfertigen kann, ist ein anderes thema.
es ändert nach meinem verständnis aber nichts am "mord" und was tolles ist es schon garnicht.

ist milosevic ein verbrecher ?
sind milosevic´s oder albanische truppen verbrecher ? sind natotruppen verbrecher ?
sind die taliban verbrecher ? die nordallianz ?

no.... die handeln alle nur aus eigeninteresse.
wer grad der böse ist, liegt ja immer im auge des betrachters.
und wer grad freund oder feind ist, oder wann sich das ändert und wieso, bestimmen ja gewöhnlich die, die die größte macht haben.
das sind dann meistens die usa.

aber eines ham die alle gemeinsam.
das ist nur möglich, weil es dumme idioten gibt, die sich den kopf mit patriotischem schwachsinn vollsülzen lassen und glauben, dass sie für eine gute und gerechte sache kämpfen. auf allen seiten...
gibt es gute und schlechte mörder ?
nach meinem verständnis nicht.
heute sind halt die deutschen die guten, morgen mal die russen oder die afghanen und die usa sowieso grundsätzlich.
das wechselt ja in jedem krieg.
gestern war die nordallianz noch ein verbündeter, deren morde gerechtfertigt waren, jetzt entwickeln sie sich plötzlich zu feinden, weil sie da ihre eigenen interessen verfolgen.
schöne welt....
aber idioten sind das für mich alle...
 
 
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Ya
Alt 14.11.2001, 02:33   #13
Beitrag

ich sehe das im Grunde ähnlich, trotzdem solltest du nicht mit solchen Sprüchen um dich werfen...

ich pers. denke mir auch nicht selten dass es am besten wäre wenn sich die deppen gegenseitig ausrotten damit ruhe ist, das ist aber ein äußerst einseitiger Gedankengang...
 
 
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asdf
Alt 14.11.2001, 11:09   #14
Beitrag

einmal engagieren müssen ist nur eine logische folgerung
des nato vertrages. was hätte der denn für einen sinn, wenn doch
eh immer nur die usa soldaten opfern.
nato...die verfolgen doch sowieso hauptsächlich die amerikanischen ziele, wenn sie für diese ziele unbedingt menschen opfern wollen, dann sollen sie wenigstens ihre eigenen leute nehmen.
während des kalten krieges war der nato pakt ja nachvollziehbar, aber inzwischen...
wer bräuchte denn eigentlich diese organisation ? die maßen sich an befugnisse, die nur die UN haben DARF zu haben. wie man in serbien mal wieder gesehn hatte...
zum verteidigen, naja das gabs ja nun eigentlich nie wirklich. is ein terroranschlag ein krieg ? hat afghanisten die usa angegriffen ?
ich weiß nichso recht...
aber wir sind ja immer solidarisch zum großen bruder. warum weiß der teufel

ich find da nix schlimmes dran, wenn MdB sich gegen einen deutschen einsatz aussprechen. was soll es da schon großartig für alternativen geben. ja oder nein.
finanziell wird das ganz ja sicher sowieso unterstützt. von mir aus können da so viele wie möglich dagegenstimmen.
nur, was soll man machen, wir sind ja so solidarisch...und das is zum kotzen für mich, absolut.

nach meinem verständnis ist man ein mörder, wenn man jemanden umbringt, aus welchem grund auch immer...
nö das find ich irgendwie nicht...
aber wenn man für sein "vaterland" tötet, würde ich nix dagegen einwenden, wenn man die person dann als mörder bezeichnet!
ich mein, wer zur armee geht, wird zum töten ausgebildet, das is ja nunmal so...
ob das dann passiert is was anderes.
wenn da auchmal ein paar amis und briten verrecken, werd ich davon sicher nich traurig werden, die ham ja nunmal angefangen, dann brauchen sie sich auch nich wundern...

wie auch immer, ich bin strikt gegen einen deutschen einsatz.
 
 
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zoKKai
Alt 14.11.2001, 11:55   #15
Beitrag

"nato...die verfolgen doch sowieso hauptsächlich die amerikanischen ziele, wenn sie für diese ziele unbedingt menschen opfern wollen, dann sollen sie wenigstens ihre eigenen leute nehmen.
während des kalten krieges war der nato pakt ja nachvollziehbar, aber inzwischen..."
---------------------------------------------

...das mag schon sein, dennoch ist deutschland mitglied der nato und deshalb auch verpflichtet sich an deren spielregeln zu halten, wie auch immer diese in vollem umfang aussehen mögen.
und wenn sich die deutschen nimmer an einem krieg beteiligen wollen, dann wäre doch der nächste logische schritt aus der nato auszutreten, das würde uns dann zusätzlich noch ne menge geld sparen, denn egal ob unsere soldaten nun eingesetzt werden oder nicht, bezahlen müssen wir es.
 
 
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asdf
Alt 14.11.2001, 12:09   #16
Beitrag

joa,
aber wir haben ja auch schon volle solidarität zugesagt, bevor der nato rat beschlossen hat, dass das unter einen kollektiven verteidigungsfall fällt...

[ 14 November 2001: Beitrag editiert von: RAVEN ]
 
 
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