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Referendum für einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn

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freemarn
Alt 07.01.2008, 18:20   #1
Standard Referendum für einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn

Ich halte das Referendum für die Einführung des einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn,der Dauerstreitpunkt für die Koalitionspartner Union und SPD ist,für beste und objektive Lösung,weil Union und SPD das Ergebnis der Volksabstimmung respektieren müssen.

Am besten soll das Volk über die Einführung des einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn entscheiden.Meiner meinung nach kann die Volksabstimmung für diesen Dauerstreitpunkt zwischen Union und SPD definitive Lösung sein.
 
 
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asdf
Alt 07.01.2008, 19:41   #2
Standard

Öhm..wann hast du denn bitte in diesem Staat zum letzten mal eine Volksabstimmung über ein Bundesgesetz erlebt?

Zudem sich die Sache mit dem Mindestlohn wohl ganz einfach in der nexten Legislaturperiode klären wird. Und ich kann mir sogar schon denken wie..
 
 
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kenshin-himura
Alt 08.01.2008, 23:51   #3
Standard

Das Volk muss auch nicht als ,,Richter" auftreten, weil sich CDU und SPD streiten, wie es im Eingangs-Beitrag etwas anklingt. Was sollte denn das Thema des Mindestlohns mehr als andere politische Themen qualifizieren, darüber eine Volksabstimmung durchzuführen? Gerade bei wirtschaftspolitischen Themen halte ich das ohnehin für noch fahrlässiger als in anderen Themen, denn bei Wirtschafts-Themen dürfte die Inkompetenz des Volkes ja am Größten sein.
 
 
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asdf
Alt 09.01.2008, 00:34   #4
Standard

Mh also ich weiß nicht so recht..ich glaube ich könnte mich da so spontan nicht entscheiden, ob "das Volk" bei komplexen Themen in der Wirtschaftspolitik, in der Außen- und Sicherheitspolitik oder in der Innenpolitik die größte Inkompetenz vorzuweisen hätte. -,-

Wie auch immer. Abgesehen davon, dass es wie gesagt absolut unüblich wäre (und real betrachtet sowas hier auch noch nie geschehen ist) ein derartiges Referendum durchzuführen, braucht man auf der einen Seite eh nicht zwangsläufig eines, denn wie auch schon gesagt, die Zeit wird es schon richten. Auf der anderen Seite würde man an verantwortlicher Stelle wohl auch kaum wirklich sowas wollen, schon garnicht einfach nur, weil sich die Koalitionspartner da nicht einig sind.
Ich denke mal es ist wohl beiden im Prinzip auch garnicht so unrecht, wie es ist.
Die Parteien in einer großen Koalition leiden ja auch (nicht nur bei ihren Anhängern) darunter, dass sie mit dem zumindest theoretischen eigentlichen "politischen Gegner" ständig Kompromisse eingehen müssen, um die Regierung am laufen zu halten.
Und da kommen ein paar Streitthemen, solange sie die Koalition nicht ungeplant ganz sprengen, so einigen sehr gelegen, um das Profil ihrer Partei und selbstverständlich auch ihr eigenes in der Öffentlichkeit zu schärfen und das beschränkt sich natürlich nicht nur auf eine Seite.
 
 
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kenshin-himura
Alt 09.01.2008, 03:45   #5
Standard

Zitat von asdf
Ich denke mal es ist wohl beiden im Prinzip auch garnicht so unrecht, wie es ist.
Die Parteien in einer großen Koalition leiden ja auch (nicht nur bei ihren Anhängern) darunter, dass sie mit dem zumindest theoretischen eigentlichen "politischen Gegner" ständig Kompromisse eingehen müssen, um die Regierung am laufen zu halten.
Und da kommen ein paar Streitthemen, solange sie die Koalition nicht ungeplant ganz sprengen, so einigen sehr gelegen, um das Profil ihrer Partei und selbstverständlich auch ihr eigenes in der Öffentlichkeit zu schärfen und das beschränkt sich natürlich nicht nur auf eine Seite.
...wobei allerdings die CDU beim Thema Mindestlohn ja nicht gerade den Eindruck erzeugen konnte, dort sonderlich stark Flagge zu zeigen... Insofern wäre es ein Schuss in den Ofen gewesen.
 
 
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El Sparko
Alt 10.01.2008, 15:49   #6
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volksentscheide sind in der bundesrepublik nicht vorgesehen. es gab schon diverse anregungen sie auf eine gesetzlich verankerte grundlage zu stellen, diese wurden aber (völlig logisch) mit ähnlichen begründungen wie kenshin-himuras abgelehnt.

in einzelnen bundesländern und/oder verwaltungsbezirken bzw. städten gibt es zwar auch vereinzelt modelle nach denen volksentscheide zusammenkommen, gesamteinheitlich für die bundesrepublik gültig sind aber bis heute keine möglich.

die frage ob diese sinnvoll oder nötig wären ist meiner meinung nach auch niemals ausführlich diskutiert worden. ich bin da auch eher der überzeugung, ein einzelner mensch kann nur soweit entscheidungen finden und/oder abwägen wie sein eigener horizont reicht. daher ist die aktuelle lage zwar eigentlich schade aber nicht weiter gravierend.

was den mindestlohn angeht so bin ich selbst noch zu keinem schluß gekommen. aus wirtschaftlicher sicht halte ich staatliche eingriffe immer für sehr schädigend. aus sicht des aktuellen trends hin zu verstärkter leiharbeit und ultra-niedriglöhnen jedoch macht ein mindestlohn teilweise durchaus sinn.
 
 
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Fränze
Alt 12.01.2008, 15:31   #7
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In Deutschland gibt es Bürgerentscheide auf kommunaler und Volksentscheide auf Landesebene. Es gibt keine Volksentscheide auf Bundesebene. Es wird aber Volksentscheide auf EU-Ebene geben, für mehrere Länder zusammen.

Ich persönlich halte einen Mindestlohn, der höher, aber nicht viel höher ist als die Sozialleistung, für angebracht, weil ich 1. nicht einsehe, dass der Steuerzahler der Firma einen Teil der Lohnzahlung abnimmt, und 2. nicht glaube, dass ein niedriger Mindestlohn zur Firmenpleite führt. Dann stimmt das Firmenkonzept oder was anderes nicht.

Dass der Staat, also wir Steuerzahler, bei einer Firmenneugründung einen Teil der Lohnkosten übernimmt, könnte ich mir vorstellen. Das müßte aber zeitlich begrenzt sein.
 
 
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michaelg
Alt 12.01.2008, 16:37   #8
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Als welche Sozialleistung?

Die bekannten Forderungen, die sich so zwischen sieben und acht Euro bewegen, sind meiner Meinung nach wirklich genau das: absolutes Minimum. Ich finde es unvorstellbar, dass Menschen für weniger arbeiten, das ist, verzeiht das alte Kampfwort, pure Ausbeutung, auch wenn dieses deutsche Problem im globalen Lohn-Vergleich insbesondere mit Extrembeispielen als Luxusproblem scheint.

Unfug ist auch das oft gehörte Argument, der Staat solle nicht die Löhne machen und ein Mindestlohn würde die Tarifautonomie unterlaufen.
Keine dieser Auswirkungen würde ein einheitlicher, gesetzlicher Mindestlohn herbeiführen, es wird lediglich eine Grenze fixiert.
Es geht schlicht und einfach darum, dass mensch für seine Arbeit einen zumindest halbwegs zur Lebensunterhaltsbestreitung tauglichen Lohn erhält.

Problematischster Aspekt sind in der Tat die bestehenden Arbeitsplätze, die nur aufgrund ihres extremen Niedriglohncharakters bestehen. Trotz ihrer defizitären Qualität sind es immer noch Arbeitsplätze Das geht in Richtung dieses verflixten "Sozial ist, was Arbeit schafft"-*hust*-Dilemmas.
 
 
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asdf
Alt 12.01.2008, 17:23   #9
Standard

Zitat von michaelg
Als welche Sozialleistung?
Ich nehme doch mal stark an, Hartz4 + Leistungen wie Wohngeld und ähnliches.

Zitat von Fränze
In Deutschland gibt es Bürgerentscheide auf kommunaler und Volksentscheide auf Landesebene. Es gibt keine Volksentscheide auf Bundesebene.
Um das mal zu erwähnen. Das Grundgesetz verbietet keine Volksentscheide auf Bundesebene oder sowas, es gibt nur einfach kein entsprechendes Gesetz, das irgendwo ein Referendum vorsieht.
Und auf das einzige, das zwingend eine Volksabstimmung auf Länderebene vorsieht, nämlich eine Änderung der Aufteilung des Bundesgebiets bzw. eben die Zusammenlegung von Bundesländern, könnte ich wirklich absolut gerne verzichten. In diesem Sinne, schafft das Saarland ab.
 
 
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OrionX
Alt 12.01.2008, 18:07   #10
Standard

na es reicht auch irgendwie irgendwann mal. es ist traurig genug das die kanzlerin verkündet "der aufschwung kommt bei den bürgern an" und man jetzt schon mit streiks in manchen branchen schon rechtlich dafür sorgen muss das man einen aufschwung hat...

Volksabstimmung auf Bundesebene gibts schon, gabs auch schonmal, allerdings nicht seit den letzten 20 jahren (verschätzen einkalkuliert).
 
 
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Reh
Alt 12.01.2008, 18:08   #11
Standard

Zitat von michaelg
Problematischster Aspekt sind in der Tat die bestehenden Arbeitsplätze, die nur aufgrund ihres extremen Niedriglohncharakters bestehen. Trotz ihrer defizitären Qualität sind es immer noch Arbeitsplätze Das geht in Richtung dieses verflixten "Sozial ist, was Arbeit schafft"-*hust*-Dilemmas.
Das ist ein Gerücht aus den Wirtschaftskreisen, dass Mindestlöhne Arbeitsplätze vernichten. Mit tatkräftiger Unterstützung von BILD, anderen Medien und "Experten" hat sich das auch schon in unsere Gehirne eingebrannt als Tatsache.

In anderen Ländern hat die Einführung eines Mindestlohns nicht zu einem Stellenabbau geführt, wie uns die Wirtschaft weissmachen will.
Und selbst wenn. Ein Arbeitsplatz, der mir zwar Arbeit schafft, aber nicht mehr Verdienst als meinem Arbeitslosen Nachbarn einbringt, gehört zu den asozialsten Dingen, die ich mir vorstellen kann. Das Dilemma ist, dass wir glauben, Arbeit zu haben sei sozial. Dieser Logik nach waren die Sklavengesellschaften geradezu vorbildlich, denn in ihnen gab es überhaupt keine Arbeitslosen. Genau dahin steuern wir auch hin - volle Arbeitszeit und nichts als das Existenzminimum dafür; und das schimpfen wir dann sozial.

Wir haben sie nicht mehr alle. Echt jetzt.
 
 
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asdf
Alt 12.01.2008, 18:17   #12
Standard

Zitat von OrionX
Volksabstimmung auf Bundesebene gibts schon, gabs auch schonmal, allerdings nicht seit den letzten 20 jahren (verschätzen einkalkuliert).
Dann zeige mal bitte auf, wo es hier Volksabstimmungen auf Bundesebene "gibt" bzw. geben könnte (ohne neue Gesetze) und welche es schon gegeben haben soll.
 
 
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Fränze
Alt 12.01.2008, 19:29   #13
Standard

Der Bundestag müßte beschließen, dass es Volksbegehren auf Bundesebene geben kann, so wie die jeweiligen Länder beschließen, ob und wie es Volksbegehren in ihrem Land gibt.

Bei der Einführung des Euro und bei der Entscheidung über die EU-Verfassung wäre eine bundesweite Volksabstimmung vllt nicht schlecht gewesen. Den Euro hätten wir nicht bekommen und die EU-Verfassung auch nicht Die Verfassung haben wir nun tatsächlich unter diesem Namen nicht, aber unter einem anderen. Hat sich nämlich fast nix geändert, heißt aber jetzt Vertrag
 
 
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OrionX
Alt 12.01.2008, 19:50   #14
Standard

Zitat von asdf
Dann zeige mal bitte auf, wo es hier Volksabstimmungen auf Bundesebene "gibt" bzw. geben könnte (ohne neue Gesetze) und welche es schon gegeben haben soll.
gut, geschlagen. ich hab keinen gefunden und hab mich irgendwo geirrt, bzw schwebte mir da was falsches im kopf rum.
 
 
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asdf
Alt 12.01.2008, 21:32   #15
Standard

Zitat von Fränze
Bei der Einführung des Euro und bei der Entscheidung über die EU-Verfassung wäre eine bundesweite Volksabstimmung vllt nicht schlecht gewesen. Den Euro hätten wir nicht bekommen und die EU-Verfassung auch nicht Die Verfassung haben wir nun tatsächlich unter diesem Namen nicht, aber unter einem anderen. Hat sich nämlich fast nix geändert, heißt aber jetzt Vertrag
Schön dass du auch gleich ein Beispiel dafür lieferst, dass es durchaus auch Vorteile haben kann keine Volksabstimmungen auf höchster Ebene zu haben.
Die Deutschen hätten m.E. in der Mehrheit doch sicher nicht für einen Abschied von ihrer heiss geliebten D-Mark gestimmt, völlig egal, ob der Euro nun für eine gute oder weniger gute Sache gehalten wurde.
Und so haben wir jetzt zum Glück den Euro. ;>

Und um mal noch weiter off-topic zu gehn, was vielleicht (weil das erste Posting eh nicht wirklich viel zu diskutieren bietet, da es nunmal zu 100% keine Volksabstimmung darüber geben wird) garnicht so schlimm ist..
..was is denn so schlimm an dem EU-Reformvertrag?

Zitat von OrionX
gut, geschlagen. ich hab keinen gefunden und hab mich irgendwo geirrt, bzw schwebte mir da was falsches im kopf rum.
Sowas aber auch.
 
 
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Fränze
Alt 12.01.2008, 23:57   #16
Standard

Er beinhaltet immer noch die Verpflichtung der Staaten zur Aufrüstung, er hat weiterhin den Anhang Euratomvertrag, er ist im Prinzip undemokratisch, weil er dem Parlament keine eigene Gesetzesinitiative zubilligt, die Kommissare haben zu viel Macht. Es gibt noch vieles mehr, aber das allein reicht schon.
 
 
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tschiech
Alt 13.01.2008, 00:02   #17
Standard

va. kennt sich des volk auch so gut aus ne...
möcht gar ned wissen was bei na direkten demokratie so alles abgehn würd!
 
 
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michaelg
Alt 13.01.2008, 13:41   #18
Standard

Nunja... Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich eine Tyrannei der Massen nicht doch besser fände als die bundesdeutsche Elitenkultur in der Politik mit ihren oft zweifelhaften Interessensprioritäten.
Nichts gegen Parlamentarismus und Parteien, aber in dem Maße, in dem heutzutage oft gegen das Volk regiert wird fühlt man sich manchmal nicht mehr wohl.
 
 
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Fränze
Alt 13.01.2008, 17:32   #19
Standard

Gegen das Volk regiert, wer von anderen mehr Nutzen hat als vom Volk. Das eigentliche Problem ist wohl nicht so sehr die Bezahlung oder Altersversorgung der Parlamentarier, sondern die Erlaubnis, beliebig Geld einzuschieben, nicht nur per angeblicher Arbeit für und Erscheinen auf der Gehaltsliste von Unternehmen, sondern auch per einfacher Übergabe.

Solange man bei der Geldübergabe nicht sagt: "Gell, und mein Acker wird Bauland", solange also kein direkter Zusammenhang zwischen Geld und Abstimmungsverhalten sichtbar wird, darf jeder einem Abgeordneten Geld zustecken, und der darf es ungestraft nehmen.
Deshalb sollte man bei seltsamen Entscheidungen immer wie im Krimi fragen: Wer hat den Nutzen? Und das ist wirklich übel.
 
 
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asdf
Alt 13.01.2008, 21:14   #20
Standard

Zitat von Fränze
Solange man bei der Geldübergabe nicht sagt: "Gell, und mein Acker wird Bauland", solange also kein direkter Zusammenhang zwischen Geld und Abstimmungsverhalten sichtbar wird, darf jeder einem Abgeordneten Geld zustecken, und der darf es ungestraft nehmen.
Also nicht dass ich über die Maßen darüber informiert wäre, aber einfach so Geldkoffer zu übergeben an Abgeordnete für "nichts", da fände ich es doch rein interessehalber einfach mal gut zu wissen, wo geregelt ist, dass man das darf und dann auchnoch so richtig schön öffentlich. ;>

Die Sache mit dem Bauplatz ist ja zum Beispiel schonmal ein ziemlicher Schuss in den Ofen. Weder Bundestagsabgeordnete, noch Landtagsabgeordnete beschließen welche Grundstücke zu Bauland werden. Solche Dinge werden auf kommunaler Ebene entschieden.
 
 
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El Sparko
Alt 13.01.2008, 21:22   #21
Standard

als ich noch im öffentlichen dienst beschäftigt war galt für mich die regelung, dass ich geschenke (von kunden) jährlich nicht über einem gesamtwert von 80 DM annehmen darf, besser garnicht sollte. bestechung stand da schnell im raum.

ich bin mir sicher für volksvetreter gilt da mindestens das ähnliche. aber natürlich mit ausnahme falls jemand ein ehrenwort gibt...
 
 
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Hammer Unslieb
Alt 13.01.2008, 21:37   #22
Standard

Zitat von Fränze
Er beinhaltet immer noch die Verpflichtung der Staaten zur Aufrüstung, er hat weiterhin den Anhang Euratomvertrag, er ist im Prinzip undemokratisch, weil er dem Parlament keine eigene Gesetzesinitiative zubilligt, die Kommissare haben zu viel Macht. Es gibt noch vieles mehr, aber das allein reicht schon.
Naja, demokratisch war die EU noch nie. Von daher ist eigentlich der Vertrag ein Schritt in die richtige Richtung. Problematisch finde ich eher, dass sich das Parlament als demokratisch legitimiert ansieht. Das ist es meiner Meinung nach nicht, solange nicht in sämtlichen EU-Ländern ein einheitliches Wahlsystem eingeführt ist und solange nicht jede Stimme das gleiche Gewicht hat. Letzteres rührt daher, dass kleine Länder (z.B. Malta) sich sonst mit einem halben Abgeordneten zufrieden geben müssten. Sinnvoller wären daher staatenübergreifende Wahlen. Dazu fehlt es jedoch an der europäischen Identifikation, zu der ich gleich noch was schreibe.

Die "Regierungsart" aus drei miteinander konkurierenden und doch zur Zusammenarbeit verpflichteten Institutionen ist in der Tat nicht die beste Lösung. Ist halt im Laufe der Jahre so gewachsen. Man kann aber nicht generell sagen, dass das undemokratisch wäre, denn letztendlich stammen die Vertreter in Rat und Kommission aus demokratisch legitimierten Regierungen der Mitgliedsstaaten. Das Problem ist eher, dass die Legitimationskette zu lang ist.

Die Atomforschung muss nun nicht unbedingt schlecht sein, schließlich beinhaltet sie auch die Fusionsforschung.

Das Aufrüstungsgebot stammt meiner Meinung nach aus dem Wunsch nach einer europäischen Armee, mit dem Ziel, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Man muss sich vor Augen halten, dass die EU quasi keine Identifikationsmöglichkeiten bietet. Es gibt die Flagge und den Euro, sonst nichts. Keine offizielle Hymne, keinen echten Präsidenten, nichts. So kann kein Gemeinschaftsgefühl entstehen. Wenn man sich dagegen die USA als ein echtes Vorbild für Patriotismus anschaut, dann sieht man, dass sich das Volk vor allem durch Kriege identifiziert. Der Unabhängigkeitskrieg, der Bürgerkrieg, und natürlich auch die Kriege nach außen. Dort gibt es "wir" und "die anderen". Das fehlt in der EU, und ich denke der Gedanke ist, dass eine gemeinsame Armee helfen würde ("seht her, die europäische Friedenstruppe hat das Land wieder aufgebaut"). Allerdings sind die Deutschen aufgrund ihrer Vergangenheit nunmal ein Volk geworden, welches überwiegend militärische Konflikte vermeiden will. Deshalb kommt dieser Punkt des Vertrages hier so schlecht an, ich kann mir vorstellen, dass das in anderen Ländern garnicht so eng gesehen wird. Im Deutschland um 1900 wäre das vermutlich sogar bejubelt worden
 
 
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Hammer Unslieb
Alt 13.01.2008, 21:39   #23
Standard

Zitat von El Sparko
als ich noch im öffentlichen dienst beschäftigt war galt für mich die regelung, dass ich geschenke (von kunden) jährlich nicht über einem gesamtwert von 80 DM annehmen darf, besser garnicht sollte. bestechung stand da schnell im raum.

ich bin mir sicher für volksvetreter gilt da mindestens das ähnliche. aber natürlich mit ausnahme falls jemand ein ehrenwort gibt...
Dafür gibt es dann ja Aufsichtsratposten und Beratungshonorare . Ich glaube, nur der Bundeskanzler und vermutlich der Bundespräsident dürfen keiner Nebenbeschäftigung nachgehen. Das ist ein guter Ansatz, nur sollte das mindestens ebenso für Ministerpräsidenten, besser noch für sämtliche Minister gelten.
 
 
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michaelg
Alt 13.01.2008, 23:20   #24
Standard

Zitat von Hammer Unslieb
Problematisch finde ich eher, dass sich das Parlament als demokratisch legitimiert ansieht. Das ist es meiner Meinung nach nicht, solange nicht in sämtlichen EU-Ländern ein einheitliches Wahlsystem eingeführt ist und solange nicht jede Stimme das gleiche Gewicht hat. Letzteres rührt daher, dass kleine Länder (z.B. Malta) sich sonst mit einem halben Abgeordneten zufrieden geben müssten. Sinnvoller wären daher staatenübergreifende Wahlen. Dazu fehlt es jedoch an der europäischen Identifikation, zu der ich gleich noch was schreibe.
Aber wie willst du das insbesondere hinsichtlich gleicher Wahlen bitte organisieren? Die Gewichtung ist die eine Sache, was ich mir noch als irgendwie lösbar vorstellen kann, aber wie siehts mit den Parteien aus? Wir haben schließlich kein europäisches Parteiensystem und können daher schon recht glücklich sein, dass sie die nationalen Systeme hinsichtlich der Existenz von Parteien der klassischen Spektren so ähneln, dass Fraktionsbildung möglich ist.

Zitat von Hammer Unslieb
Man kann aber nicht generell sagen, dass das undemokratisch wäre, denn letztendlich stammen die Vertreter in Rat und Kommission aus demokratisch legitimierten Regierungen der Mitgliedsstaaten. Das Problem ist eher, dass die Legitimationskette zu lang ist.
Naja und du sagst es ja selber, sie kommen aus demokratischen Regierungen, haben in der Union jedoch mit gesetzgeberische Kompetenzen. Das ist nicht gerade das Paradebeispiel von Gewaltenteilung.

Und zur Identifikationsstifung: Immerhin hats eine Unionsbürgerschaft
 
 
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Hammer Unslieb
Alt 14.01.2008, 11:12   #25
Standard

Zitat von michaelg
Aber wie willst du das insbesondere hinsichtlich gleicher Wahlen bitte organisieren? Die Gewichtung ist die eine Sache, was ich mir noch als irgendwie lösbar vorstellen kann, aber wie siehts mit den Parteien aus? Wir haben schließlich kein europäisches Parteiensystem und können daher schon recht glücklich sein, dass sie die nationalen Systeme hinsichtlich der Existenz von Parteien der klassischen Spektren so ähneln, dass Fraktionsbildung möglich ist.
Ja, das ist ein Problem. Ideal wären natürlich echte europäische Parteien, die auch das Problem beheben könnten, dass der EU-Wahlkampf sich primär auf nationale Themen beschränkt und ein großer Teil des Parlaments aus EU-Skeptikern besteht. Nur hat man (wie eigentlich immer in der EU) das Problem, unheimlich viele Interessen vereinen zu müssen. Das ist wirklich nicht einfach, und was raus kommt ist dann meistens unheimlich schwammig.

Zitat von michaelg
Naja und du sagst es ja selber, sie kommen aus demokratischen Regierungen, haben in der Union jedoch mit gesetzgeberische Kompetenzen. Das ist nicht gerade das Paradebeispiel von Gewaltenteilung.
Das stimmt. Exekutive und Legislative sind nicht nur mehr oder weniger zusammengelegt (wie in Deutschland übrigens effektiv auch, da die Regierung nicht direkt gewählt wird), sie sind auch noch über die verschiedenen Institutionen verteilt.

Was die EU eigentlich bräuchte wäre ein kompletter Neuanfang. Sie ist ja ursprünglich aus einer Wirtschaftsgemeinschaft entwachsen, und das sieht man an vielen Stellen noch. Der EuGH hatte zum Beispiel ursprünglich (und auch heute noch) die Aufgabe, strittige Vertragsfragen zu klären.

Das ist politisch aber kaum durchsetzbar, sogar der "Reform"vertrag ist wenig mehr als Flickwerk ist - entstanden durch den Zwang, einen Konsens zu finden. Und weder Rat, noch Kommission oder Parlament sind glücklich, wenn ihre Zuständigkeiten eingeschränkt werden sollen. Das Konsensproblem wird durch weitere Mitgliedsstaaten auch nicht gerade einfacher.
 
 
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