Mir fällt auf:
Der Egoismus in der Gesellschaft ist schon zunehmend ein Thema.
Viele bedienen sich, genehmigen sich mehr als einen Schluck aus der Pulle und andere gehen leer aus...
Aber das soll gar nicht direkt mein Thema sein, daß sich viele bedienen.
Das Thema soll sich darum drehen, daß es an vielen Stellen Menschen gibt, die ein berechtigtes Interesse für irgendetwas haben.
Beispiele? Die Obstbauern, die dort heimisch (noch sind) waren, wo jetzt Airbus in Hamburg eine Startbahn gebaut hat. Sie lebten seit Generationen von ihren Äpfeln, Kirschen u.s.w.. Und ich wage zu behaupten, daß sie mit ihrem Obst auch durchaus einen sinnvollen Beitrag für die Menschheit (leisten) geleistet haben. Nun, irgendwann kam Airbus, erzählte erst was von einer soundsolangen Startbahn....später dann von einer soundsoviel längeren Startbahn....Und irgendwann waren alle Gegner der Startbahn Buhmänner/Frauen, die die wunderschönen und ach so wertvollen und gutbezahlten Arbeitsplätze bei Airbus vernichten wollten....
Nun, wir wissen ja, wie es nun tatsächlich um Airbus steht... Weiß eigentlich einer, was da mittlerweile für Subventionen geflossen sind? Sehr viel....Allein für das Mühlenberger Loch waren es 387.000.000. D.h. bei 20.000 Aibusmitarbeitern sind das 15.480 Euro für jeden. Für die Verlängerung der Landebahn war das ebenso geplant. Auch sie sollte vom Staat bezahlt werden.
http://www.stern.de/wirtschaft/unter...tml?eid=535168
Ist das eigentlich schon erfolgt?
Hunderte Millionen Subventionen, Naturschutzgebiete zugeschüttet, selbstständige Existenzen vernichtet.....wo sind denn die wertvollen Arbeitsplätze? Wo sind denn die Steuern, auf die der Staat schielte? Geplant sind tausende Entlassungen, Werksschliessungen und es werden vorraussichtlich auch keine Steuerzahlungen erfolgen. In absehbarer Zeit. Ich frage mal ganz ketzerisch: Wer braucht eigentlich den A380, der obendrein noch starke Wirbel erzeugt und dadurch den nachfolgenden Flugverkehr behindert? Wer braucht das Ding wirklich?
Soviel zu Airbus und den Obstbauern. Sie sind zu schwach. Zu wenige, die Obstbauern. Dabei gibt es doch bestimmt andere Obstbauern, die ähnliche Probleme haben: Etwa eine Autobahn direkt durch ihre Plantagen, oder Chemie in den Bewässerungsgräben, Industrieemissionen, oder.... Außerdem gibt es doch viele, die gerne das Obst aus dem Alten Land essen. Es ist obendrein regional. Aber:
"Dein Problem....nicht mein Problem." Okay, die Menschen glaubten an Airbus und seine vielen Arbeitsplätze, und seine Innovationen, und....
Nehmen wir einen anderen Fall. Gehen wir zu Menschen, die dort wohnen, wo Schwerlastverkehr direkt vor ihrer Nase durchrollt. Etwa an Bundesstrassen, weil die Autobahnmaut das auch noch fördert. Menschen die täglich mit dem Lärm, den Erschütterungen, den Abgasemissionen leben müssen.
Sie wehren sich, so gut sie können....schreiben Plakate, sammeln Unterschriften....doch sie sind zu schwach. Zu wenige. Wie bei den Obstbauern. Dabei gibt es viele, die ähnliche Probleme an deutschen Strassen haben: Familien mit Kindern, die an Hauptverkehrsstrassen wohnen, voll im Abgas. Familien die kein Geld und keine freie Wahl beim Arbeitsplatz haben in der heutigen Zeit. Andere Familien, vor deren Nase eine Autobahn gebaut werden soll, Naturschützer, überall gibt es Strassen und überall leiden Menschen unter dem zunehmenden Auto- und Schwerlastverkehr. Aber:
"Dein Problem...nicht mein Problem." Jede kleine Einheit kämpft für sich.
Gehen wir nach Gorleben. Dort, wo es geplant wird, Atommüll einzulagern.
Die Menschen wehren sich, demonstrieren, machen viel und sind ideenreich. Doch ich befürchte: Sie sind zu schwach, zu wenige.
"
Dein Problem... nicht mein Problem?"
Ist es nicht so, daß heute in Musterhausen Plakate geschrieben werden und in 8 Wochen in Musterstadt wegen derselben Sache? Oder aus ähnlichen Belangen? Aus gleichartigen Bedürfnissen?
Etwa dem Bedürfnis nach gesunder Nahrung, Arbeit im generationenübergreifenden Familienbetrieb, gesunder Luft, Lärmfreiheit, Strahlungsfreiheit, u.s.w.? Menschlichen Bedürfnissen also, die höchste Priorität haben sollten.
Ich nehme mal an, daß es die Menschen in den genannten Beispielen jeweils geschafft hätten, ihre Belange durchzusetzen, wenn sie entsprechend Unterstützung erhalten hätten, wenn sie Unterstützung erhalten würden. Vielleicht nicht nur von Gleichgesinnten aus anderer Stelle, sondern von Menschen, die sich sagen:
"Dein Problem...nicht mein Problem? Nein. Dein Problem = mein Problem!"
Vielleicht sind wir es morgen selbst: Die mit dem Problem. Oder?