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Dein Problem....nicht mein Problem


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sailor
Alt 13.03.2007, 22:28   #1
Standard Dein Problem....nicht mein Problem

Mir fällt auf:

Der Egoismus in der Gesellschaft ist schon zunehmend ein Thema.
Viele bedienen sich, genehmigen sich mehr als einen Schluck aus der Pulle und andere gehen leer aus...

Aber das soll gar nicht direkt mein Thema sein, daß sich viele bedienen.
Das Thema soll sich darum drehen, daß es an vielen Stellen Menschen gibt, die ein berechtigtes Interesse für irgendetwas haben.

Beispiele? Die Obstbauern, die dort heimisch (noch sind) waren, wo jetzt Airbus in Hamburg eine Startbahn gebaut hat. Sie lebten seit Generationen von ihren Äpfeln, Kirschen u.s.w.. Und ich wage zu behaupten, daß sie mit ihrem Obst auch durchaus einen sinnvollen Beitrag für die Menschheit (leisten) geleistet haben. Nun, irgendwann kam Airbus, erzählte erst was von einer soundsolangen Startbahn....später dann von einer soundsoviel längeren Startbahn....Und irgendwann waren alle Gegner der Startbahn Buhmänner/Frauen, die die wunderschönen und ach so wertvollen und gutbezahlten Arbeitsplätze bei Airbus vernichten wollten....

Nun, wir wissen ja, wie es nun tatsächlich um Airbus steht... Weiß eigentlich einer, was da mittlerweile für Subventionen geflossen sind? Sehr viel....Allein für das Mühlenberger Loch waren es 387.000.000. D.h. bei 20.000 Aibusmitarbeitern sind das 15.480 Euro für jeden. Für die Verlängerung der Landebahn war das ebenso geplant. Auch sie sollte vom Staat bezahlt werden.
http://www.stern.de/wirtschaft/unter...tml?eid=535168
Ist das eigentlich schon erfolgt?

Hunderte Millionen Subventionen, Naturschutzgebiete zugeschüttet, selbstständige Existenzen vernichtet.....wo sind denn die wertvollen Arbeitsplätze? Wo sind denn die Steuern, auf die der Staat schielte? Geplant sind tausende Entlassungen, Werksschliessungen und es werden vorraussichtlich auch keine Steuerzahlungen erfolgen. In absehbarer Zeit. Ich frage mal ganz ketzerisch: Wer braucht eigentlich den A380, der obendrein noch starke Wirbel erzeugt und dadurch den nachfolgenden Flugverkehr behindert? Wer braucht das Ding wirklich?

Soviel zu Airbus und den Obstbauern. Sie sind zu schwach. Zu wenige, die Obstbauern. Dabei gibt es doch bestimmt andere Obstbauern, die ähnliche Probleme haben: Etwa eine Autobahn direkt durch ihre Plantagen, oder Chemie in den Bewässerungsgräben, Industrieemissionen, oder.... Außerdem gibt es doch viele, die gerne das Obst aus dem Alten Land essen. Es ist obendrein regional. Aber: "Dein Problem....nicht mein Problem." Okay, die Menschen glaubten an Airbus und seine vielen Arbeitsplätze, und seine Innovationen, und....

Nehmen wir einen anderen Fall. Gehen wir zu Menschen, die dort wohnen, wo Schwerlastverkehr direkt vor ihrer Nase durchrollt. Etwa an Bundesstrassen, weil die Autobahnmaut das auch noch fördert. Menschen die täglich mit dem Lärm, den Erschütterungen, den Abgasemissionen leben müssen.
Sie wehren sich, so gut sie können....schreiben Plakate, sammeln Unterschriften....doch sie sind zu schwach. Zu wenige. Wie bei den Obstbauern. Dabei gibt es viele, die ähnliche Probleme an deutschen Strassen haben: Familien mit Kindern, die an Hauptverkehrsstrassen wohnen, voll im Abgas. Familien die kein Geld und keine freie Wahl beim Arbeitsplatz haben in der heutigen Zeit. Andere Familien, vor deren Nase eine Autobahn gebaut werden soll, Naturschützer, überall gibt es Strassen und überall leiden Menschen unter dem zunehmenden Auto- und Schwerlastverkehr. Aber: "Dein Problem...nicht mein Problem." Jede kleine Einheit kämpft für sich.

Gehen wir nach Gorleben. Dort, wo es geplant wird, Atommüll einzulagern.
Die Menschen wehren sich, demonstrieren, machen viel und sind ideenreich. Doch ich befürchte: Sie sind zu schwach, zu wenige.
"Dein Problem... nicht mein Problem?"

Ist es nicht so, daß heute in Musterhausen Plakate geschrieben werden und in 8 Wochen in Musterstadt wegen derselben Sache? Oder aus ähnlichen Belangen? Aus gleichartigen Bedürfnissen?
Etwa dem Bedürfnis nach gesunder Nahrung, Arbeit im generationenübergreifenden Familienbetrieb, gesunder Luft, Lärmfreiheit, Strahlungsfreiheit, u.s.w.? Menschlichen Bedürfnissen also, die höchste Priorität haben sollten.

Ich nehme mal an, daß es die Menschen in den genannten Beispielen jeweils geschafft hätten, ihre Belange durchzusetzen, wenn sie entsprechend Unterstützung erhalten hätten, wenn sie Unterstützung erhalten würden. Vielleicht nicht nur von Gleichgesinnten aus anderer Stelle, sondern von Menschen, die sich sagen:

"Dein Problem...nicht mein Problem? Nein. Dein Problem = mein Problem!"

Vielleicht sind wir es morgen selbst: Die mit dem Problem. Oder?

Geändert von sailor (14.03.2007 um 20:39 Uhr).
 
 
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reyals
Alt 14.03.2007, 15:16   #2
Standard

Zitat von sailor
Nehmen wir einen anderen Fall. Gehen wir zu Menschen, die dort wohnen, wo Schwerlastverkehr direkt vor ihrer Nase durchrollt. Etwa an Bundesstrassen, weil die Autobahnmaut das auch noch fördert. Menschen die täglich mit dem Lärm, den Erschütterungen, den Abgasemissionen leben müssen.
Sie wehren sich, so gut sie können....schreiben Plakate, sammeln Unterschriften....doch sie sind zu schwach. Zu wenige. Wie bei den Obstbauern. Dabei gibt es viele, die ähnliche Probleme an deutschen Strassen haben: Familien mit Kindern, die an Hauptverkehrsstrassen wohnen, voll im Abgas. Familien die kein Geld und keine freie Wahl beim Arbeitsplatz haben in der heutigen Zeit. Andere Familien, vor deren Nase eine Autobahn gebaut werden soll, Naturschützer, überall gibt es Strassen und überall leiden Menschen unter dem zunehmenden Auto- und Schwerlastverkehr. Aber: "Dein Problem...nicht mein Problem." Jede kleine Einheit kämpft für sich.
geh mal in die Stadt.

und dieses Phänomen ist garnichts neues: Schonmal an die Nahrungskette gedacht? Einer zieht immer den kürzeren, in diesem Falle ein paar Obstbauern. Klar, tragisch das ganze, die tun mir ja auch leid aber so ist das eben, so war es eben, so wird es immer sein.
 
 
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weltretter
Alt 14.03.2007, 15:24   #3
Standard

schön pragmatisch

ich denk noch n bisschen drauf rum...
 
 
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michaelg
Alt 14.03.2007, 18:20   #4
Standard

Zitat von reyals
und dieses Phänomen ist garnichts neues: Schonmal an die Nahrungskette gedacht? Einer zieht immer den kürzeren, in diesem Falle ein paar Obstbauern. Klar, tragisch das ganze, die tun mir ja auch leid aber so ist das eben, so war es eben, so wird es immer sein.
Ich vermute, es geht sailor um die Möglichkeit, die wir Menschen haben, uns damit eben nicht abzufinden. Da wird der Vergleich mit der Nahrungskette dann auch rasch hinfällig. Der Punkt ist doch, dass du sobald du "Das ist eben so" das nicht nur hinnimmst, sondern sogar langfristig akkreditierst (egal ob du es eigentlich nicht gut findest oder gar dagegen bist) und es somit förderst.

Es geht nicht einfach um Interessenskonflikte, bei dem jemand auf der Strecke bleibt, denn da könnte man wirklich sagen, ist eben so - wobei selbst hier Kompromissbereitschaft schon wieder ein Mittel wär auch was zu tun.

sailors Beispiele waren jetzt alles tagespolitische sehr fragwürdige Entscheidungen und deren Konsequenzen. Bestimmt meint er auch alles andere, zum Beispiel das viel greifbarere (und machbarere) Zwischenmenschliche, aber die Schilderungen sind eben sehr beispielhaft für all die zahlreichen Ungerechtigkeiten den Betroffenen gegenüber.
Natürlich empfindet es sicherlich auch die Gegenseite als ungerecht, wenn man plötzlich ausgerechnet dort nicht bauen darf, oder hier mehr unseren Müll zwischenlagern oder hier nicht mehr vorbeirasen...

Ich möchte jetzt keine abschweifende Diskussion über wahre Ungerechtigkeit entfachen, aber hier ist doch klar zu sehen, was hier beschnitten wird: Essentielle Lebensbedürfnisse die nicht unverhältnismäßig sondern selbstverständlich sind. Also:
Zitat von sailor
Etwa dem Bedürfnis nach gesunder Nahrung, Arbeit im generationenübergreifenden Familienbetrieb, gesunder Luft, Lärmfreiheit, Strahlungsfreiheit, u.s.w.? Menschenlichen Bedürfnissen also, die höchste Priorität haben sollten.
sailor sprach ja auch von einem "berechtigtem Interesse" - Sicher wird fast jeder in einem Gedankenspiel in der Lage sein, die Interessen der anderen Seite auch als berechtigt anzusehen.
Aber vom tiefsten Grundempfinden, vom Gesichtspunkt eines menschlichen Interesses aus, könnte man sich da nicht rasch darauf einigen, dass die menschlichen Bedürfnisse berechtigter sind, als die, die unseren Schutz und unsere Freiheit gefährden?

Oft werden solche Bedürfnisse verneint, zum langfristigem Wohle aller, man muss bereit zum Opfern sein (das ist zum Glück nicht mehr so krass wie die letzten Jahrhunderte) - aber wenn jemand so kommt, muss man sich doch nur vor Augen halten, dass wir Alternativen haben!

Wir sind doch gerade (hoffentlich!) Menschen mit Verstand, mit einem Unrechtsbewusstsein mit vielen großartigen Fähigkeiten, warum also gleich aufgeben, wenn man doch nur etwas möchte, dass einem ohnehin zusteht? Und wenn es nur etwas Rücksicht ist.
 
 
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reyals
Alt 14.03.2007, 21:15   #5
Standard

die Sache ist ja die, wenn wir uns was gutes tun wollen, tun wir einem anderen Menschen wieder irgendwie unrecht.
Ich will ein Haus bauen, damit ich drin wohnen kann, da haben die Nachbarn was gegen, weil mein Haus denen dann die Sonne wegnimmt.
Will ich woanders mein Haus bauen, jammert wieder jemand rum, weil mein Auto keinen Parkplatz hat usw.
Und irgendwo muss ein Haus hin, wo ich wohnen kann!
Baue ich es mitten in die Pampa hab ich da nix, da kommt bestenfalls noch ne Müllabfuhr, zum nächsten Nachbarn sind drei Kilometer, was hab ich davon?
Würde ich mir ständig Gedanken machen um all die kleinen Probleme anderer Leute würde ch selber ja nie zum leben kommen...

Übrigens ist es weder schlimm neben einer Bahntrasse zu wohnen, noch neben einer Hauptstraße und wenn man sich Sorgen um die Abgase solcher Dinge macht sollte man mal daran denken, was man so alles in Form der täglichen Zigaretten oder so in sich hineinsaugt.
Es gibt wesentlich schlimmeres als die drei Gramm Feinstaub in der Luft und die 3 Stunden Sonne, die auf dem Grundstück fehlen.

Wenn sie mir ne Autobahn vor die Nase bauen zieh ich eben weg, wenns mich nervt.
 
 
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sailor
Alt 14.03.2007, 21:42   #6
Standard

Danke michaelg, Du hast es sehr gut und diplomatisch formuliert.

Die "paar Obstbauern" haben halt wie die Menschen in den anderen Beispielen tatsächlich essentielle (lebensnotwendige) Grundbedürfnisse, um die es ihnen geht.
Selbstverständlich gibt es gegengerichtete Interessen, die auf den ersten Blick teilweise als genauso berechtigt erscheinen. Nur:

Es sind keine essentiellen Bedürfnisse. Bleiben wir bei dem Beispiel mit Airbus, daß ich als am schwierigsten von allen empfinde.
In der heutigen Zeit sind Arbeitsplätze rar, deshalb reagiert die Öffentlichkeit, die Medien und die Politik sehr sensibel auf alles, was Arbeitsplätze gefährdet. Was ja grundsätzlich auch nicht falsch ist. Aber:

Heraus kommt dabei oft eine oberflächliche Betrachtung. Zum Beispiel werden sich aktuell gerade sehr Gedanken darum gemacht, daß eine starke Einschränkung des CO2-Ausstosses Arbeitsplätze gefährden könnte. Beispielsweise im Autobau u.s.w.. Warum? In diesem Zusammenhang wird ja ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen (wie im restlichen Europa schon üblich) gefordert, da es eine starke Reduzierung des Kraftstoffverbrauches bewirkt.
Viele deutsche Autohersteller setzen zunehmend auf grössere und leistungsstärkere Modelle, auch aerodynamisch ungünstige wie etwa Offroader im Stil des VW Tuareg. Das ist bei BMW, Volvo, Mercedes u.s.w. das gleiche. Wichtig zu wissen ist, daß sich mit grösseren und teureren Modellen je Stück viel mehr Geld verdienen lässt.

Nun sollten wir vielleicht auch wissen, daß Ferdinand Piech die Privatnummer von Schröder hatte (umgekehrt genauso). Wie es mit Merkel, Steinbrück und Co. ist weiß ich nicht, nur nehme ich stark an, daß es sich hier nicht grossartig anders verhält. Grossindustrielle und Politiker sind oft per Du. Kennen sich von Empfängen, Ausstellungen, Privatpartys u.s.w.. Ich will damit sagen:
Wenn Piech jammerte "Du Gerhard, das mit dem geforderten Dieselkat kommt uns aber arg teuer.", dann tat der das abends bei Schröder am Telefon. Ganz einfach. Kann einer von uns da anrufen und seine Meinung kundtun? Soviel dazu.

Fazit zum Tempolimit:
Sinnvolle und allseits zweckmässige Diskussionen (es wird nicht nur CO2 sondern auch gleichzeitig Lärm und sonstige Emissionen, Unfälle etc. massiv reduziert) werden durch Wirtschafts- und Finanzinteressen abgebremst und verlaufen wie so oft im Sande.
Die essentiellen Interessen der Menschen finden dann keine Berücksichtigung, die Wirtschaftsinteressen schon.

Zurück zum Fall Airbus und Obstbauern:
Wie im Beispiel mit dem Tempolimit wird auch hier oberflächlich betrachtet davon ausgegangen, daß ein Grossunternehmen wie Airbus nur wesentliche Vorteile bringt, vor allem Arbeitsplätze.
Näher betrachtet verschlingt es zunächst aber (wie oben aufgeführt) grosse Mengen an Subventionen (15.500 Euro/Mitarbeiter schon für das Mühlenberger Loch), benötigt womöglich (wird diskutiert) staatliche Beihilfen in Form von Investments ("Boing hat das ja auch..."), Naturschutzgebiete werden zu Industrieflächen (Mühlenberger Loch) , öffentliche Strassen und Stadtstrukturen werden angelegt (natürlich mit öffentlichen Geldern), teilweise ganze Wohnsiedlungen danach ausgerichtet, u.s.w.. Wenn nun das Unternehmen keine Gewinne einfährt, dann entfallen auch noch die Steuerzahlungen. Gleichzeitig werden tausende Mitarbeiter entlassen, bei Weitem nicht alle waren vorher arbeitslos, sondern sind an anderer Stelle abgewandert.

Noch näher betrachtet baut ein Grossunternehmen Arbeitsplätze ab, vor allem dann, wenn durch seine industriellen Massenprodukte kleinere Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen in Konkurs gehen.
Die automatisierte Fertigung erlaubt geringste Mitarbeiterzahlen bei hoher Produktionskapazität. Gleichzeitig verdienen die Chefs viel mehr Geld, abhängig von Umsatz und Gewinn. Im Grunde ist es logisch: Viele kleinere Betriebe würden viel mehr Menschen beschäftigen und Gewinne besser verteilen. Ok, Grossflugzeuge können kleinere Betriebe nicht herstellen, das war jetzt nur mal allgemein zur Grossindustrie, da an anderer Stelle ähnlich argumentiert wird.

Aber es muß bzgl. Airbus wirklich mal darüber nachgedacht werden: Benötigen wir tatsächlich diese Grossflugzeuge, oder dient es eher unserer Eitelkeit so nach dem Motto: "Wir deutschen, wir Europäer sind besser als die Amis."? "Wir von Airbus sind in der Lage, so ein Projekt zu realisieren."?
Zur Zeit artet es ja obendrein noch in Streit darüber aus, wer nun mehr zu bestimmen hat und letztlich mehr profitiert: Deutsche oder Franzosen.
Ganz sicher ist eines: Diese Grossflugzeuge sind nicht essentiell, nicht lebensnotwendig, kein Grundbedürfnis. Wir könnten auch ohne sie leben. Und das sehr gut.

Die Obstbauern aber haben mit ihren Familienbetrieben durchaus ein Grundbedürfnis und leisten lebensnotwendiges: Sie arbeiten seit Generationen selbstständig und produzieren Obst, also ein Lebensmittel.

Mein Fazit:
Airbus und die Mitarbeiter haben ein Interesse, die Obstbauern ebenso.
Das Interesse der Obstbauern aber ist viel höher zu bewerten, auch wenn es nur wenige sind. Es dient den Menschen direkt bei den Grundbedürfnissen.
Wenn schon Airbus und Landebahn, dann hätte man es so regeln müssen, daß niemand gegen seinen Willen und mit physischer oder psychischer Gewalt (etwa Mobbing und öffentlicher Druck) verkauft oder verkaufen muss.
Es wäre korrekt gewesen, wenn sich die anderen Menschen für diese Leute eingesetzt hätten. Wenigstens jeder der vor Ort wohnt.

Mit den anderen Beispielen verhält es sich ähnlich. Die Grundbedürfnisse dieser Minderheiten haben ein absolutes Recht, gehört und berücksichtigt zu werden.
Denn niemand braucht so viele Lkw´s, braucht so viele Pkw´s, braucht so hohe Geschwindigkeiten, braucht Kernenergie u.s.w. Dazu gibt es immer Alternativen, die nur in den Hintergrund rücken. Aber das wäre eine weitere Diskussion, die hier wohl den Rahmen sprengt.

Im Fall der Hamburger Obstbauern hat kaum jemand die Initiative ergriffen (von den Betroffenen abgesehen), und es war auch sehr undurchsichtig. Aber wir können daraus lernen, wir können darüber nachdenken. Wir können handeln. Wenn wir denn wollen.

Geändert von sailor (14.03.2007 um 23:56 Uhr).
 
 
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Krashok
Alt 15.03.2007, 01:02   #7
Standard

Das Interesse der Obstbauern aber ist viel höher zu bewerten, auch wenn es nur wenige sind. Es dient den Menschen direkt bei den Grundbedürfnissen.
dieses grundbedürfnis kann auch von anderen bauern in deutschland gedeckt werden.. die arbeitsplätze die in den jeweiligen standorten verloren gehen, können nicht von obstbauern aufgefangen werden darüber hinaus solltest du dir mal die bilanz von airbus ansehen und was daraus an abzuführender umsatzsteuerlast ergeht, dann schaust du dir mal die umsatzsteuerabgaben der bauern an und wirst da auch einen winzig kleinen aber nicht ganz unbedeutenden unterschied feststellen.

Sicher für die Obstbauern etwas ungünstig aber es war schon immer so das einige wenige zum wohle der mehrheit zurückstecken mussten...
 
 
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typowriter
Alt 15.03.2007, 17:00   #8
Standard

„Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte."
Ich kenn das eher so rum daß die Mehrheit zum Wohle einiger Weniger zurückstecken muss. Denk z.B. nur mal an die Tabaklobby...

Zum Tempolimit:
Das Problem ist ja nicht daß die Wirtschaft sagt "wir wollen kein tempolimit", sondern die Menschen so manipuliert daß die Mehrheit das auch ablehnt.
 
 
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