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Offener Brief ans Arbeitsamt

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hesse
Alt 08.04.2003, 12:21   #1
Standard Offener Brief ans Arbeitsamt

Ich habe hier einen Brief an das Arbeitsamt Wiesbaden geschrieben. Grund hierfür ist die Streichung von Fördermaßnahmen im RTK.
Sicherlich wird er nicht viel Gehör bekommen, aber vielleicht kriege ich wenigstens eine Antwort von Frau Fischer. Was haltet ihr davon?



Arbeitsamt Wiesbaden
z.Hd. Frau Fischer
Klarenthalerstr. 34
65197 Wiesbaden




Abbau der Stellenausschreibungen für
Fördermaßnahmen im Rhein-Taunus-Kreis


Sehr geehrte Frau Fischer,

zur Zeit nehme ich als Schüler an einem berufsvorbereitenden Bildungslehrgang bei FRESKO e.V. in Wiesbaden teil. Als Konsequenz aus den angestrebten Abbaumaßnahmen, für Plätze jener Fördermaßnahmen, fühle ich mich daher verpflichtet, einige Worte an Sie zu richten.

Aus den oben genannten Gründen möchte ich nun bekräftigen, dass der Abbau der Stellenausschreibungen für Fördermaßnahmen ein Eigentor für die Deutsche Wirtschaft darstellen wird. Durch die anhaltenden Veränderungen der Arbeitslosenzahlen, die tendenziell ansteigen, wird ein Abbau von Fördermaßnahmen das gegensätzlich angepeilte Ziel erreichen; mehr jugendliche Arbeitslose und damit verbunden auch weniger Geld in der Staatskasse. Vor allem beziehe ich mich hierbei auf die BVB Lehrgänge (u.a. BBE, GAL und EBA / EIBE).
Faktum ist nun, dass ab kommenden Jahr die Anzahl der Stellen für diese Lehrgänge drastisch gekürzt werden. Nach meinen Recherchen handelt es sich - allein im Rhein-Taunus-Kreis - um eine Streichung von 75,7%. In ganz Hessen sollen 77,0% der Stellenausschreibungen gekürzt werden. Hinzu kommt, dass dieser Lehrgang um 3 Monate gekürzt wird. D.h. also in der Logik, dass die 5 Schulen, die diese Lehrgänge in Wiesbaden anbieten, in Zukunft nicht einmal mehr zur Hälfte ausgelastet sind und somit einer fragwürdigen Existenz entgegen sehen.

Im Raum steht zum Schluss noch die offene Frage, was mit den arbeitslosen Jugendlichen zu tun ist. Lehrgänge in der Art, wie ich ihn absolviere, wird es bald nicht mehr geben bzw. nur noch in ganz geringem Umfang.
Plätze für Lehrgänge auf einer anderen Arbeitsbasis, dafür aber mit geringerer Kostenausgabe für das Arbeitsamt (aber mit gleichem Ziel), sind nur ungenügend vorhanden und werden wohl auch geringere Erfolge erzielen.




Die Ironie an dem angestrebten Abbau ist diese, dass man durch Kostenverringerung versucht, den momentanen Stand der Arbeitsförderung beizubehalten. Wäre unser wirtschaftliches Profil noch so stark wie vor 6 Jahren, könnte man dies nachvollziehen. Da wir aber momentan mit sinkenden Lehrstellenangeboten zu kämpfen haben, ist eine solche Denkweise reine Blasphemie und meiner Meinung nach unvertretbar.

Ich setze mich tagtäglich mit diesem Thema auseinander und kann daher beurteilen, welch wichtige Rolle solche Lehrgänge in der Zukunft spielen werden.
Drastischer ausgedrückt: Sollte man solche Fördermaßnahmen gänzlich streichen, werden vor allem Schulabgänger, Lehrstellenabbrecher und Schüler mit schlechten Abschlusszeugnissen künftig eine schwindend geringe Chance haben, ihren angepeilten, zukunftssicheren (!) Beruf auszuüben.
Sollten nun eben die genannten Fälle keine Möglichkeit haben, sich erstens neu zu orientieren und zweitens sich zu beweisen, dann werden wir in Zukunft, sollte der Lehrstellenmarkt ähnlich schwach bleiben, eine nette Zukunftsaussicht für die gesamte wirtschaftliche Lage Deutschlands haben.

Anbei erhalten Sie mit diesem Brief eine Unterschriftenliste. Anhand dieser Liste können Sie einsehen, dass wir uns gegen eine solche Kürzung aussprechen.
Unter anderem hat auch Herr Körner (Leiter der Abteilung für Jugend in Hessen) unterschrieben.

Ich wäre Ihnen sehr verbunden, würden Sie mir zu der dargestellten Situation eine Erklärung veranschaulichen und mir die Logik hinter diesem Abbau genauer verdeutlichen. Ich stehe Ihnen gerne auch über E-Mail zur Verfügung und hoffe auf eine rasche Antwort.



Hochachtungsvoll
 
 
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Gordon
Alt 09.04.2003, 00:30   #2
Standard

sieht ok aus, würde aber das "hochachtungsvoll" durch was anderes ersetzen. "mit freundlichen grüßen" vielleicht. macht sich besser

Gordon
 
 
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Filmazoid
Alt 09.04.2003, 01:14   #3
Standard

finde hochachtungsvoll aber respektvoller
 
 
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tj
Alt 09.04.2003, 08:51   #4
Standard

aber dann muss tzotzdem noch der name drunter
 
 
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hesse
Alt 09.04.2003, 08:56   #5
Standard

Name hab ich beim copy/paste vergessen.
Hochachtungsvoll soll schon etwas provizieren, daher will ichs lassen. Schließlich erwarte ich ne Antwort.
 
 
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tj
Alt 09.04.2003, 09:20   #6
Standard

na ja dann hoffen wir mal du erreichst auch was
 
 
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SilverSky
Alt 09.04.2003, 09:22   #7
Standard

Hochachtungsvoll ist Perfekt
 
 
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andi84
Alt 15.04.2003, 23:43   #8
Standard

ich finde auch das hochachtungsvoll sehr gut ist. lass es stehen. Hoffe du erreichst etwas. Viel glück
 
 
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Skyhoof
Alt 15.04.2003, 23:50   #9
Standard

Ich bin momentan auch in ner vom Arbeitsamt finanzierten Maßneme:
GBBE (Maßnahme zum Wiedereinstieg in eine Berufsausbildung)

Die wollen zum 31.6. die Maßname streichen.
Nungut, wenn ich glück habe, hab ich bis dahin einen Ausbildungsplatz.
Aber was ist mit denen die nach mir kommen?

In meiner Gruppe sind nur Leute die aus irgendwelchen Gründen eine Ausbildung abbrechen mussten.
Freiwillig ist keiner gegangen.

Und solche Leute wird es auch nächstes Jahr wieder geben.

So ne scheiße, der Staat spaart am falschen Ende
 
 
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hesse
Alt 16.04.2003, 11:44   #10
Standard

jo so muss mans sagen.
Am falschen Ende sparen. Daher kritisiere ich ja diese Einsparungen. Denn gerade was du gesagt hast: "was ist mit denen die nach mir kommen" - Die haben keine Möglichkeit mehr nen Sprungbrett zu nutzen. Somit sinken die Chancen rapide ab.
Ich als Schulabbrecher kann echt nur froh sein, dass ich in die Maßnahme reinkam. Anners haett ich net gewusst was ich diesen Sommer haette machen sollen. Und wenns diesen Sommer net geklappt haette, haette es den darauffolgenden sicherlich noch weniger geklappt.

Prob is eben, dass so Leute wie du und ich, die dann KEINE Lehrstelle finde und keine Moeglichkeit mehr haben auf ne weiterführende Schule zu gehen, dann praktisch sofort in die Sozialhilfe geschoben werden.
Das macht sich dann spätestens in 5 Jahren bemerkbar, sollten die Einstreichungen witer geführt werden, so wie es mit in Informationen vorliegen.
 
 
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Sebi
Alt 16.04.2003, 18:28   #11
Standard

was hat ein hesse gegen schill?
sorry wegen off topic
 
 
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hesse
Alt 16.04.2003, 21:58   #12
Standard

Schill macht so lustige Sachen mit Hamburg.
Genauso wie Koch es auf andere Weise mit Hessen macht.
Obacht: Schill sorgt mit seiner Politik für ne Miserie, daher "gegen Schill"
 
 
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Klendathu
Alt 21.04.2003, 19:06   #13
Standard

Der brief ist ok so.
Mach noch ne briese Mehl in den Briefumschlag damit der Brief auch gelesen wird.
Evt Totenschädel vorne drauf kleben.
 
 
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bmw
Alt 05.05.2003, 10:18   #14
Standard

bin mal gespannt ob die antwortet.
das ist denen doch meistens scheiss egal, hauptsache
die verdienen genug geld.
 
 
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hesse
Alt 13.05.2003, 08:52   #15
Standard

Aktualisierung:

Bin Freitag in die Schule gekommen und wurde zur Leiterin gerufen, die mir wiederum ausrichtete, dass Frau Fischer angerufen hätte (Die an der ich den Brief geschrieben hab).
Also ich zum Arbeitsamt eingeladen worden, auch hingegegangen und erstmal versucht Frau Fischer zu finden. Unten gefragt, da wurde gesagt Frau Fischer empfängt normal niemand. Ich geantwortet mich allerdings schon. Also krieg ich gesagt Zimmer 205. Ich hoch gelatscht, werde vor der Tuer abgefangen mit der begründung ich dürfte da net rein. Nach mehrmaliger Versicherung das ich tatsaechlich zu ihr "darf" durfte ich dann mit ihr reden.
Das Gespräch lief ganz gut, Frau Fischer war auch sehr bemüht mir das zu erklären, allerdings ohne viel Argumente.

Nach ihrer Meinung ist das Arbeitsamt dafür net zustaendig. Die Schulen im Vorfeld muessten eigentlich die Schueler aufs Berufsleben vorbereiten. Ist ansich richtig, allerdings wirds net so gemacht. Wenn das Arbeitsamt sich da seiner Pflicht entzieht, werden abtretende Schueler direkt in die Sozialhilfe gedrängt. Gute Aussichten wenn die letzte Hürde auf einmal sagt: "wir muessen das ja gar nicht machen".

Ansonsten liefs Gespräch ruhig und klar. Etwas zickig war sie dennoch.
 
 
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