Zitat von kenshin-himura Ja, wehret den Anfängen. Aber man darf auch vor lauter Wehren nicht den Angriff vergessen, will sagen: Wir können uns auch nicht 24 Stunden am Tag den Kopf über Nazis zerbrechen, nur weil man den Anfängen wehren muss
Ja natürlich können und wollen wir das nicht. Hat ja auch keiner behauptet.
Diskussions- und Handlungsbedarf kann ja dennoch bestehn.
Du schreibst, der Plan der NPD ginge auf, weil ,,staatlicherseits" zu wenig Aufwand betrieben würde. Hier scheinst du mir von vornherein davon auszugehen, dass der Staat dafür verantwortlich ist, was ich sehr fatal finde. Es ist bei dieser erbärmlichen Gesellschaft kein Wunder, dass in Sachsen und MeckPom die NPD in den Landtag einzieht. Genau genommen finde ich, es ist ein Wunder, dass die NPD noch so schwach ist angesichts einer derart erbärmlichen Gesellschaft, die immer nach dem Staat schreit, wenn sie selbst nichts zustande bekommt.
Ja zu großen Teilen gehen meiner Einschätzung nach Pläne die Jugend und damit zukunftige wähler zu indoktrinieren, in bestimmten Regionen jedenfalls, durchaus auf.
Sicher ist es erbärmlich, wenn man mit einfachsten Mitteln dieses Gedankengut in der Gesellschaft vebreiten kann, ohne dass sich die sogenannte "bürgerliche Gesellschaft" wirkungsvoll oder überhaupt zur Wehr setzt.
Aber ich denke solch eine Gesellschaft, die das könnte und vor allem mit viel Engagement würde, hat es in diesem Land, und nicht nur in diesem, niemals wirklich gegeben und wird es allem Anschein nach auch niemals geben können. Das ist natürlich erbärmlich, aber so sind Staat und Gesellschaft nunmal seit vielen vielen Jahren geprägt und aufgebaut.
Hast du denn einen Vorschlag, wie es zu organisieren, was zu tun wäre, um soetwas ohne jegliche staatliche Unterstützung zu bewerkstelligen?
Der Staat und damit das System hat nunmal von Natur aus das Ziel den status quo aufrechtzuerhalten und sollte allein schon deswegen ein Interesse an der Bekämpfung nationalsozialistischer Ideologieausbreitung haben, dazu bedarf es eigentlich nichtmal der Erwähnung von irgendetwas wie dem Begriff Moral.
Und wenn man Moral in staatliches Handeln diesbezüglich mit einbezieht, entsteht erstrecht ein Grund, um etwas zu unternehmen.
Dies bezieht sich jetzt aber nicht in ersterer Linie darauf illegale Organisationen mit Zwang aufzulösen. Sondern eher darauf sinnvolles Vorgehen zu entwickeln und Gelder für Aktionen, Einrichtungen und Personal zur Verfügung zu stellen, um diesen und anderen jugendlichen andere Wege von Frustrationsbewältigung und Engagement zu zeigen, genauso wie einen anderen Umgang miteinander, Anti-Gewalt Maßnahmen etc. pp.
Wobei es wohl immernoch das wichtigste ist endlich mehr Aufwand (auch finanziellen natürlich) für die Bildung zu betreiben. Für qualifizierte Lehrer und Unterrichtsmethoden und Material und letztenendes dafür, dass die enorme Wichtigkeit von Bildung bei den Schülern verstanden wird und sich so auch Perspektiven für sie ergeben, die nichts mit irgendwelchen stumpfen Ideologien, Gewalt oder Verbrechen zu tun haben.
Und ich sehe hier momentan keinerlei großartig anderen Ansatz, den man verfolgen könnte, schon gar keinen, bei dem der Staat sich völlig raushalten kann. Es ist grundsätzlich erbärmlich, dass man für sowas den Staat braucht und es ist genauso erbärmlich, dass der Staat nicht schon lange gewisse Notwendigkeiten erkannt und dementsprechend gehandelt hat, aber es ist wohl einfach so.
Zu den 10000 Rechtsextremisten:
Joa mei, ich finde ja, man sollte da durchaus mal ein wenig die Definitionskriterien ändern und einige von denen, die du aufgezählt hast eventuell aufnehmen, aber gut. Wie gesagt das ganze stützt in gewisser Weise die These, dass sich die NPD immer mehr in die "Mitte" der Gesellschaft drängen will und drängt.