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Mutter -kein Vollzeitjob? Das neue Erziehungsgeld

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Umfrageergebnis anzeigen: Was haltet ihr vom neuen Erziehunggeld bzw. der Idee, die dahintersteht?
Sie fördert korrekterweise eine externe Arbeit der Mütter 4 30,77%
Ich fände es besser, wenn die Arbeit der Mütter zuhause mehr honoriert würde, auch finanziell 9 69,23%
Teilnehmer: 13. Diese Umfrage ist geschlossen

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sailor
Alt 01.05.2007, 01:17   #1
Standard Mutter -kein Vollzeitjob? Das neue Erziehungsgeld

Vermutlich gibt es in diesem Forum zu wenige, die Kinder haben und Erziehungsgeld beziehen. Aber: Die paar die es gibt (oder neue?) können sich ja mal zu Wort melden. Die anderen die es interessiert natürlich auch.

Ursula von der Leyen und diverse Personen in vornehmlich der CDU haben sich ja etwas "neues" einfallen lassen. Es soll ein neues Erziehungsgeld geben.
Für die, die es nicht wissen: Zunächst gab es für ein Jahr 450 Euro oder für 2 Jahre 300 Euro monatlich.
Das neue Erziehungsgeld (ab diesem Jahr gültig) sieht vor, daß die Mutter 67% ihres letzten Gehalts bezieht. (maximal 1800 Euro)
Das hört sich erstmal ganz toll an. Viel besser als etwa 300 Euro meint man.

Der Haken dabei ist, daß das Geld anderen weggenommen wird, um es solchen berufstätigen Müttern zu geben. Nämlich:
Wer vorher 2 Jahre lang 300 Euro Erziehungsgeld erhielt, erhält jetzt nur noch 1 Jahr lang 300 Euro oder 375 Euro incl. Geschwisterbonus von 75 Euro.
Den Bonus bekommt man, wenn ein weiteres Kind unter 2 Jahren oder 2 Kinder aufwärts unter 6 Jahren im Haushalt leben. Und das war´s dann.
Möchte man weiterhin 2 Jahre Erziehungsgeld erhalten, dann sind das noch 187,50 Euro monatlich. (bei 375 Euro) Also: Da ist das Geld geblieben.

Ich möchte mal diskutieren:

Ist es sinnvoll, solchen Müttern (und auch Vätern) das Geld wegzunehmen, die sich rund um die Uhr um ihre Kinder -als auch den Haushalt, Garten etc.- kümmern und eben bewusst keine Kindermädchen einsetzen wollen? Ich halte es für am wahrscheinlichsten, daß sich die eigene Mutter noch am Besten um die Kinder kümmert. Wohl auch aus eigenem Interesse, aus Liebe etc..

Ist es sinnvoll, Müttern, die bewusst mehrere Kinder hintereinander grossziehen (etwa um Einzelkindeffekte zu vermeiden) das Geld zu kürzen?

Ist es sinnvoll, Mütter die sich bewusst für die Versorgung von Haushalt und Kindern entschieden haben, in die externe Arbeit zu treiben, obwohl ein Haushalt mit mehreren kleinen Kindern schon Arbeit genug beinhaltet?

Beispiele:

- Kinder werden krank. Bei vielen Kindern stecken sie sich gegenseitig an, also werden sie hintereinander krank. Was völlig normal ist, denn so trainiert sich das Immunsystem. Eine gute Mutter kümmert sich darum und sorgt dafür, daß sie -möglichst ohne Pharmachemie- wieder richtig auskuriert werden.

- Gesunde und ausgewogene als auch natürliche Ernährung erfordert Kochen ohne oder mit sehr wenig Fertignahrung. Das Essen will frisch eingekauft werden und sollte ohne Konservierungsstoffe auskommen. Eine Frau die sich um den Haushalt durchgehend kümmert, kann das gewährleisten. Eine berufstätige Mutter weniger. Was soll sie noch alles?
Edit: >Viele Menschen (auch Kinder) leiden heute unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien diesbezüglich. Eine Mutter kann in so einem Fall keine Fertignahrung auf den Tisch bringen (es sind zu viele solche Stoffe enthalten) und muss sich mit der (wahlweisen) Zusammensetzung diverser Speisen auseinandersetzen. Also gezielt die jeweiligen Nahrungsmittel austauschen und neu zusammenstellen ,um das gleiche Ergebnis zu erhalten.
Wie soll sie das alles nebenbei tun?<

- Eine Familie mit vielen (vor allem kleinen) Kindern kann schlecht in einer Mietwohnung an der Hauptstrasse im dritten Stock leben. Allein schon wegen der Kinder und auch wegen der Beschwerden anderer Mieter. Und weil es entsprechenden Wohnraum kaum gibt.
Kinder wollen spielen, toben, u.s.w.. Am besten im Grünen, im Garten.
Auch ein Garten will versorgt werden, vielleicht möchte die Mutter auch noch Früchte einkochen u.s.w.. (macht meine Frau) Das macht alles Arbeit und erfordert Zeit. Aber die Äpfel sind hervorragend und müssen ja nicht unter dem Baum vergammeln.

- Hausaufgaben wollen gemacht und Kinder dazu angehalten werden bzw. bestimmter Rahmen für die Hausaufgaben vorgegeben werden. Das fördert die Fortentwicklung in der Schule und entlastet damit die Lehrer. Nebenbei kann eine Mutter auch durchaus mal dabei helfen, wenn sie in den Stoff eingearbeitet ist.

- Kinder haben gelegentlich Probleme. Ob zwischen Geschwistern, in der Schule oder wo auch immer. Ein fester Ansprechpartner, der auch durchgehend erreichbar ist, ist wichtig.
In Familien mit zwei berufstätigen Partnern, die ihre Kinder entsprechend abwechselnd in Betreuungseinrichtungen unterbringen, bleibt dafür wenig Zeit. Und Abends wollen die Eltern dann ausspannen, und nicht Probleme wälzen. Ich behaupte: Viele Probleme bleiben dann auf der Strecke und unbewältigt. Erschweren etwa das Lernen in der Schule. U.s.w..

Mein Fazit:
Es ist ein Vollzeitjob viele Kinder hintereinander Grosszuziehen. Zumindest dann, wenn man ihnen nicht nur Tiefkühlpizza tagtäglich auf den Tisch klatscht und ansonsten der Spielkonsole überlässt.
Es sollte als das anerkannt und entsprechend honoriert werden. Denn die eigene Mutter ist eindeutig das beste und vertrauenswürdigste "Kindermädchen" mit der geringsten Anfahrtstrecke.

Wie seht ihr das?

Edit: Hier noch ein Link zum neuen Elterngeld vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:
http://www.bmfsfj.de/Politikbereiche...did=76746.html

Geändert von sailor (01.05.2007 um 15:36 Uhr).
 
 
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distressed
Alt 01.05.2007, 10:21   #2
Standard

Über das Thema habe ich mir auch schon die ein oder anderen Gedanken gemacht.
Eigentlich empfinde ich es noch ein wenig früh, Kinder zu bekommen (also pers.), aber man denkt schonmal nach:

- kann ich danach noch weiterarbeiten?
- will ich den Kindern ein Haus+Hof anbieten, brauch ich Geld -> fürs Geld muss ich arbeiten und habe nicht mehr so viel Zeit für die Kinder
- Was ist mir wichtiger: materielle Sicherung fürs eigene Leben und das der Kinder oder ständige Bereitschaft für die Kinder?

Die Fragen könnte ich noch weiterführen ^^ Aber im Endeffekt läuft es darauf hinaus, was der Vater meiner Kinder macht. Ist er berufstätig und kann für uns sorgen, habe ich keine Probleme damit, 3 Jahre (oder mehr) auszusetzen und dann nur noch halbtags zu arbeiten.
Findet er jedoch keinen Job oder nur einen schlecht bezahlten, so muss ich weiterhin arbeiten und kann nur Teilzeitmami sein.

Was ich dann sagen will: Um Gerechtigkeit zu haben, muss man mehrere Faktoren einbeziehen:
- monatliche Ausgaben der Familie
- Einkommen des Vaters

Wie man das ganze nun regelt, weiß ich auch nicht. Wer ist sich da schon im Klaren.
Bei alleinerziehenden Müttern würde ich diese %-Regelung anwenden, bei Familien mit einem geldverdienenden Vater nicht.
Aber das kann man auch nicht bringen...
 
 
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Roter_Drache
Alt 01.05.2007, 10:25   #3
Standard

überlegen wir mal..
die Menschheit gibts es seit zig tausend jahren. von damals bis heute haben mütter und vätter die kinder groß gezogen. Früher gab es sicherlich kein Kindergeld o.ä. und früher hatten Mütter bestimmt mehr als 1-2 Kinder, die in einer Wohnung gelebt haben (JA Wohnung, kein Haus, kein Garten, kein Grün) Hinterhof, wenig Sonne, Krach und Lärm war an der Tagesordnung.

Kinder wurden früher ebenso krank wie heute. und wenn das Kind krank ist, wird der Arbeitgeber es sicher verstehen, wenn Muttern mal nicht da ist oder früher nach hause geht.

Ich kann nur sagen, wer seinen Kinderlosen Lebensstil mit seinen Kindern vereinbaren will lebt eindeutig über seinen Verhältnissen und ist für seine Probleme und die der Kinder selbstverantwortlich.


Da ist es egal wieviel Geld man bekommt.

Also das was du hier schreibst ist.. nunja.... eh.. wie sag ich das jetzt.. Jammern auf hohem Niveau
 
 
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Sivar
Alt 01.05.2007, 10:45   #4
Standard

Nur zum besseren Verständnis... Müttern, die nicht gearbeitet haben, wird das Erziehungsgeld drastisch gekürzt, und dafür erhalten Mütter, die bis fast zur Geburt ihres Kindes arbeiten, nun ein Jahr lang 67% ihres früheren Lohns - was meist weitaus mehr ist also die 450 Euro vorher. Richtig?

Um jetzt vernünftig diskutieren zu können, müsste man zB wissen, wie langeund bis wann vor der Geburt eines Kindes die Mutter gearbeitet haben muss, um Anspruch auf Erziehungsgeld zu bekommen. Mal ein Beispiel: Eine junge Mutter hat zuerst Lehre gemacht und arbeitet danach 6 Monate in Vollzeit, bis ihr erstes Kind geboren wird. Was bekommt sie nun? 67% des vorigen Lohns, obwohl sie nur so kurz gearbeitet hat?

Grundsätzlich würde ich nämlich sagen, dass es doch heutzutage eher selten ist, dass eine werdende Mutter noch nie gearbeitet hat - es sei denn, sie gehört zu der Spezies, die sowieso nicht arbeiten würde, ob mit oder ohne Kinder. Oder berücksichtige ich da zB hohe Arbeitslosenzahlen im Osten nicht?

Wenn man von nem Nettoverdienst von 1200 Euro ausgeht, bekommt eine Mutter, die drei Kinder nacheinander grosszieht, also fürs erste Jahr 800/Monat, fürs zweite und dritte dann jeweils 360/Monat für je ein Jahr... macht zusammen 18240 Euro. Vorher hätte sie bis zu 72 Monate * 300 Euro = 21600 Euro gehabt. Nun muss man aber auch berücksichtigen, dass das Kindergeld auf ich glaube 400 Euro angehoben wurde, so dass man wohl insgesamt besser dasteht als vor 5 Jahren.

Das System verteilt also von der Tendenz hauptsächlich um von Müttern, die NIE gearbeitet haben, hin zu Müttern, die gerne nach der Elternzeit weiterarbeiten möchten. Diejenigen, die vorher ein bisschen gearbeitet haben, bekommen fast genauso viel, und sogar mehr, wenn sie nach dem ersten Kind zB noch eine Teilzeitstelle antreten. Dort bekämen sie nämlich angenommene 50%, dh 600 Euro netto, und hätten 400 (=67%) Euro Erziehungsgeld beim zweiten Kind statt 360.

Ich muss also sagen, soooo ungerecht ist das alles garnicht, wenn junge Mütter auch nur ein bisschen in Vollzeit gearbeitet haben und zwischendurch etwas in Teilzeit arbeiten... und wenn ich keinen groben Fehler in meiner Rechnung hab. Das System belohnt also Arbeit und bestraft es, nie gearbeitet zu haben und das auch in Teilzeit mit Kindern nicht zu tun.

Jetzt muss man sich überlegen, was denn wünschenswert ist. Ist es wünschenswert, dass irgendwann 40jährige Frauen dastehen, die 3 bald erwachsene Kinder haben, die (die Frauen) aber NIE in ihrem Leben gearbeitet und möglicherweise nichtmal ne Ausbildung haben? Oder ist es wünschenswerter, dass das System einen Funken Selbstständigkeit belohnt, welcher es den Frauen auch viel eher ermöglicht wieder in die Arbeitswelt einzusteigen, als wenn sie NIE gearbeitet haben?

Wenn jemand nur Hausfrau und Mutter sein will, und zwar vor dem ersten Kind, und wenn alle Kinder selbstständig leben können, dann ist das zwar jederfraus gutes Recht, aber das muss nicht extra durch die Gesellschaft gefördert werden. Sowas ist eine individuelle Entscheidung zu einer bestimmten Lebensführung, für die man auch selber die Verantwortung übernehmen muss - auch finanziell.
 
 
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Felicitas
Alt 01.05.2007, 11:44   #5
Standard

Zitat von Roter_Drache
Kinder wurden früher ebenso krank wie heute. und wenn das Kind krank ist, wird der Arbeitgeber es sicher verstehen, wenn Muttern mal nicht da ist oder früher nach hause geht.
das kind ist nicht einmal krank, sondern ständig. und wenn es mehr als 1 kind pro familie ist, dann sind die noch öfter krank weil die NIE zur gleichen zeit krank sind und sich immer abwechseln.

die mutter "mal" nach hause zu schicken, ja klar, da wird kein arbeitgeber was sagen. aber mal zu meinen erfahrungen. ich hatte eine kollegin, die hatte einen 3 oder 4 jährigen sohn und ein 1 jahre altes baby. sie war meine teammitarbeiterin. was war das resultat? ICH war diejenige die auf arbeit alles managen musste, zwischendurch zu ihr nach hause um sachen durchzugehen. sie war ständig zu hause weil eines der kinder krank war, oder sie dann auch mal selber. ich will nicht sagen dass sie sich nicht um ihre kinder kümmern soll wenn eines krank ist, ich will nur mal aufzeigen wie schwer sich das arbeiten für arbeitskollegen und auch chef gestaltet mit einer jungen mutter. und es entssteht unmut, sowohl auf seiten der arbeitskollegen, als auch auf seiten des chefs. und die mutter wird sicher auch nicht mehr mit ganzem herzen daheim sein, weil sie ein schlechtes gewissen hat und dann neben kind betreuung noch daheim arbeitet und ständig am telefonieren ist um sich mit arbeitskollegen abzustimmen. und bei mir ist nochwas dazu gekommen. weil sie mit kind ständig krank war, "durfte" ich nicht krank werden. Die bronchitis die ich vor 3 jahren verschleppt und viel zu spät kuriert hab macht mir heute noch zu schaffen. Das lag sicher auch an meinem chef der da etwas anders hätte handeln können...

also im großen und ganzen versteh ich schon die chefs die es ungern mit jungen müttern mit mehreren kindern zu tun haben. ich würd sogar soweit gehen zu sagen _ich_ als chef würde es lieber sehen wenn meine mitarbeiterin 6-8 jahre hausfrau und mutter ist und ich während der zeit eine andere voll einstellen kann, als wenn ich ständig stress mir selbst und meinen arbeitnehmern zumuten muss weil sie ständig ausfällt.

nun ist natürlich die frage wie sich die familie dann finanziert, der vater (sofern überhaupt "vorhanden") muss soviel geld ranbringen um seine familie zu finanzieren, die frau an sich muss es abkönnen nicht mehr in ihrem beruf zu arbeiten für viele jahre und sich dem risiko stellen nach, sagen wir ner 6-8 jährigen pause, nicht mehr in ihren beruf reinzukommen weil sie einfach nicht mehr up to date ist.

zu der umfrage...

ich tu mich immer schwer mit den "früher war es" vergleichen. ja so richtig früher haben mütter gar nichts von außen bekommen und es blieb nur das gehalt des vaters. also die frage: ab wann gab es in deutschland überhaupt finanzielle unterstützung für familien vom staat (1954, kann das sein?)? wenn alles noch so wäre wie "früher" müsste es gar kein geld vom staat geben und der vater könnte die familie ernähren. aber es fand wohl eine entwicklung statt die genau das nicht mehr ermöglichte. und ich glaube um wirklich drüber reden zu können muss man, wie so oft, erst mal in die geschichte eintauchen.

und zum threadtitel: ja ich finde mutter sein ist bis zu einem gewissen alter der kinder ein vollzeitjob.
 
 
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sailor
Alt 01.05.2007, 15:00   #6
Standard

Zitat von Sivar:
Nur zum besseren Verständnis... Müttern, die nicht gearbeitet haben, wird das Erziehungsgeld drastisch gekürzt, und dafür erhalten Mütter, die bis fast zur Geburt ihres Kindes arbeiten, nun ein Jahr lang 67% ihres früheren Lohns - was meist weitaus mehr ist also die 450 Euro vorher. Richtig?
Sehr richtig.

Um jetzt vernünftig diskutieren zu können, müsste man zB wissen, wie langeund bis wann vor der Geburt eines Kindes die Mutter gearbeitet haben muss, um Anspruch auf Erziehungsgeld zu bekommen. Mal ein Beispiel: Eine junge Mutter hat zuerst Lehre gemacht und arbeitet danach 6 Monate in Vollzeit, bis ihr erstes Kind geboren wird. Was bekommt sie nun? 67% des vorigen Lohns, obwohl sie nur so kurz gearbeitet hat?
Maßgeblich sind die letzten zwölf Kalendermonate vor der Geburt. Wenn sie vorher nur 6 Monate ein volles Gehalt und zuvor eine Ausbildungvergütung erhielt, dann errechnet sich das Erziehungsgeld nach dem GesamtNettogehalt in diesem Zeitraum. Sie wird also entsprechend weniger erhalten.

Wenn man von nem Nettoverdienst von 1200 Euro ausgeht, bekommt eine Mutter, die drei Kinder nacheinander grosszieht, also fürs erste Jahr 800/Monat, fürs zweite und dritte dann jeweils 360/Monat für je ein Jahr... macht zusammen 18240 Euro.
Wäre nahezu richtig, wenn meine Angaben gestimmt hätten. Bei 1200 Euro bekäme sie 804 Euro monatlich für ein Jahr oder 402 Euro monatlich für 2 Jahre (wahlweise). Danach gibt es kein Elterngeld mehr, erst wieder ab Geburt des nächsten Kindes. Wohlgemerkt: Im Regelfall werden die Kinder nicht im Abstand von 1 Jahr geboren, selbst ohne Verhütung. Das bedeutet es bleibt ein Leerzeitraum oder eben für zwei Jahre der reduzierte Satz. (150 bzw. 187,50 Euro)
->Es heisst jetzt übrigens "Elterngeld", nicht mehr Erziehungsgeld. Ich hatte das oben falsch geschrieben.
Das mit den 360 Euro habe ich in 300 bzw. 375 Euro mit Bonus korrigiert. Ich hab´s noch mal nachgelesen. Siehe oben.

Das System verteilt also von der Tendenz hauptsächlich um von Müttern, die NIE gearbeitet haben, hin zu Müttern, die gerne nach der Elternzeit weiterarbeiten möchten.
Diejenigen, die vorher ein bisschen gearbeitet haben, bekommen fast genauso viel, und sogar mehr, wenn sie nach dem ersten Kind zB noch eine Teilzeitstelle antreten. Dort bekämen sie nämlich angenommene 50%, dh 600 Euro netto, und hätten 400 (=67%) Euro Erziehungsgeld beim zweiten Kind statt 360.
Man konnte auch beim alten Erziehungsgeld bis zu 30h wöchentlich arbeiten, und trotzdem Erziehungsgeld beziehen. Das bleibt meines Wissens unverändert.
Selbstverständlich ist und bleibt es diskussionswürdig, ob es gut wäre, 30h Externarbeit weiterhin als "Erziehungszeit" zu bezeichnen und entsprechend zu honorieren.
In Deinem Beispiel würde eine Mutter bei einem 2jährigen Kind (nach 2 Jahren Elterngeld) wieder 20h arbeiten gehen. Also etwa Mo-Fr vormittags.
Meine Frage ist: Wäre es zweckmässig das zu tun, und das Kind mit 2 Jahren in eine Betreuungseinrichtung, zum Kindermädchen etc. zu geben?
Viele Eltern wollen das eben nicht.
Und sehr richtig: Das ganze würde beim 2. Kind (sagen wir nach 2 Jahren)für ein Jahr gerade 400 Euro bringen, also 100 Euro mehr als wenn sie zuhause geblieben wäre und sich in Vollzeit um den Haushalt und ihr 1. Kind gekümmert hätte. Sie bekäme dann 300 Euro für ein Jahr, da das 1. Kind schon ab 2 Jahren aufwärts ist.
Da bist Du aber schon von einem recht guten Gehalt ausgegangen. Eine Raumpflegerin wird 1200 netto für 40h wöchentl. mgl. kaum erreichen.

Es bleibt also festzustellen: Richtig lohnen tut sich das nur, wenn man vorher nicht 50%, sondern 100% (40h wöchentl.) gearbeitet hat. Also bei einem möglichst hohen Gehalt.
Es werden also Erstmütter gelockt, die dann aber bereits beim 2. Kind entweder hohe Defizite in Kauf nehmen müssen oder sich dafür entscheiden, das Kind zum Kindermädchen, die Betreuungseinrichtung etc. zu geben.

Das System belohnt also Arbeit und bestraft es, nie gearbeitet zu haben und das auch in Teilzeit mit Kindern nicht zu tun.
Es belohnt Arbeit bei Normalverdienern nur dann, wenn sie vorher (vor dem ersten Kind) oder zwischen den Kindern in sehr hohem Stundenumfang und über mögl. 12 Monate erfolgte. Ich meine: Wer hier gut dastehen will, wird dies letztlich auf Kosten des Kindes tun. Die Zeit die ich hier investiere, nehme ich an anderer Stelle dem Kind (den Kindern), dem Mann, der Familie.

Wenn jemand nur Hausfrau und Mutter sein will, und zwar vor dem ersten Kind, und wenn alle Kinder selbstständig leben können, dann ist das zwar jederfraus gutes Recht, aber das muss nicht extra durch die Gesellschaft gefördert werden.
Richtig. Die Frage ist hier nur, ab wann können Kinder selbstständig leben. Ich meine, sie können es selbst in jugendlichem Alter nur eingeschränkt. Und vorher gar nicht.
Interessant ist diesbezüglich, was Lehrer erzählen. Immer wenn ich diesbezüglich etwas lese oder Berichte im Fernsehen sehe, dann wird darüber geklagt, daß Eltern ihrer erzieherischen und fürsorgenden Rolle nicht mehr in ausreichendem Masse nachkommen (können).
Viele Kinder leiden unter Problemen, diverse Kinder entgleiten den Lehrern und fallen dann aus dem Netz -> Schüler ohne Schulabschluss >10%! lt. einer Schuldirektorin kürzlich im Fernsehen
Das hat sehr viel mit der externen Arbeit der Mütter (und auch Väter) zu tun. Wenn beide Partner im Wechsel arbeiten, dann bleibt nunmal wenig Zeit für Familie und Kinder, es bleiben Leidtragende: Die Kinder. Oder auch die Beziehungen an sich.

Oder frage Mediziner: Wie viele Kinder in Deutschland sind in zunehmendem Masse viel zu dick, leiden an Fettsucht! Mit den entsprechenden gesundheitlichen Folgen.
Solche erheblichen Ernährungsdefizite sind einerseits Ernährungsbedingt aus Unwissenheit beim Kochen und zubereiten der Speisen, vielfach auf Fertigfood zurückzuführen und auch auf psychische Probleme zurückzuführen. Etwa unbewältigte Probleme für die keine oder nicht ausreichend Zeit ist, der feste Ansprechpartner fehlt, etc.

Warum ist also der volle Einsatz der Mutter in die Familie nicht förderungswürdig? Weshalb bedingt das Deiner Meinung nach eine fehlende Ausbildung der Mütter? Die meisten schliessen ihre Ausbildung oder ihr Studium doch in jungen Jahren ab, bevor sie in feste Beziehung etc. kommen und Kinder bekommen. An diese Ausbildung können sie später
-wenn die Kinder grösser sind- wieder anknüpfen und auch insgesamt davon profitieren. Krankenpflege oder hauswirtschaftliche Ausbildungen (auch Diplomökotrophologie als Studium etc.) sind beispielsweise für die Familie sehr positiv, da das Wissen allen zugute kommt.

Sowas ist eine individuelle Entscheidung zu einer bestimmten Lebensführung, für die man auch selber die Verantwortung übernehmen muss - auch finanziell.
Die Frage ist, ob man da nicht leicht eine Rechnung aufmacht, die nicht bis zu Ende durchkalkuliert ist. Zeit ist Geld. Aber wenn die Zeit bei den Kindern fehlt, verursacht das nicht nur Leiden, sondern ebenso wieder Kosten. Für alle.

Geändert von sailor (01.05.2007 um 16:03 Uhr).
 
 
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Sivar
Alt 01.05.2007, 16:38   #7
Standard

Meine Frage ist: Wäre es zweckmässig das zu tun, und das Kind mit 2 Jahren in eine Betreuungseinrichtung, zum Kindermädchen etc. zu geben?
Ich halte Betreuungseinrichtungen halbtags für eine sehr gute Sache, weil sie das Sozialverhalten des Kindes bestimmt fördert. Belegen kann ich das natürlich nicht, aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass es einem Kind mehr bringt, ein paar Stunden täglich unter Gleichaltrigen zu verbringen als immer nur bei der Mutter oder hin und wieder mal bei Freunden. Was die Freunde angeht, ist es wahrscheinlich auch viel schwieriger, welche für das Kind zu finden, wenn es kaum Kontakt zu anderen hat durch Betreuungseinrichtungen.
Ich argumentiere ja nicht, dass das Kind von morgens bis spät nachmittags in eine Kita oä soll, sondern nur vormittags.

Es belohnt Arbeit bei Normalverdienern nur dann, wenn sie vorher (vor dem ersten Kind) oder zwischen den Kindern in sehr hohem Stundenumfang und über mögl. 12 Monate erfolgte. Ich meine: Wer hier gut dastehen will, wird dies letztlich auf Kosten des Kindes tun. Die Zeit die ich hier investiere, nehme ich an anderer Stelle dem Kind (den Kindern), dem Mann, der Familie.
Du klingst ja so, als wäre es Frauen nicht zuzumuten, in Vollzeit zu arbeiten. "Sehr hoher Stundenumfang"... 40h/Woche sind doch ne normale Arbeitszeit, die man den allermeisten Menschen zumuten kann. Was spricht also dagegen, dass eine Frau vor dem ersten Kind normal arbeiten geht, und zwar für 12 Monate oder mehr?

Interessant ist diesbezüglich, was Lehrer erzählen. Immer wenn ich diesbezüglich etwas lese oder Berichte im Fernsehen sehe, dann wird darüber geklagt, daß Eltern ihrer erzieherischen und fürsorgenden Rolle nicht mehr in ausreichendem Masse nachkommen (können).
[...] Das hat sehr viel mit der externen Arbeit der Mütter (und auch Väter) zu tun.
Was du anführst, gilt fast ausschliesslich für die untersten sozialen Schichten, nämlich wenn Eltern mit ihren Kindern überfordert sind, weil sie schon mit sich selbst überfordert sind. Und das meine ich nicht finanziell, sondern emotional. Wenn eine Mutter vormittags arbeiten geht, spricht überhaupt nichts dagegen, dass sie sich nachmittags um das Kind kümmern kann. KANN wohlbemerkt... diejenigen, die das dann nicht tun, würden es auch ohne die Vormittagsarbeit nicht tun. Dass ein arbeitender Vater weniger Zeit für die Kinder hat, ist klar, aber man kann ja schliesslich nicht beiden Elternteilen das komplette Leben finanzieren... dass mindestens einer arbeiten muss, ist legitim. Nach 6 Jahren, wenn das Kind zur Schule geht, erübrigt sich sowieso die Frage, ob die Mutter vormittags für das Kind da sein kann .

Wie viele Kinder in Deutschland sind in zunehmendem Masse viel zu dick, leiden an Fettsucht! Mit den entsprechenden gesundheitlichen Folgen.
Solche erheblichen Ernährungsdefizite sind einerseits Ernährungsbedingt aus Unwissenheit beim Kochen und zubereiten der Speisen, vielfach auf Fertigfood zurückzuführen und auch auf psychische Probleme zurückzuführen. Etwa unbewältigte Probleme für die keine oder nicht ausreichend Zeit ist, der feste Ansprechpartner fehlt, etc.
Auch bei diesem Beispiel hätte eine Mutter, die halbtags arbeiten geht, genug Zeit sich über gesunde Ernährung zu informieren, gesunde Nahrung zuzubereiten, etc. Vormittags hätte das Kind Ansprechpartner in der Kita, danach die Mutter. Es kommt nur drauf an, inwiefern die Mutter emotional und charakterlich in der Lage ist, für ihr Kind dazusein. Mit Halbtags-Arbeit hat das nichts zu tun.

Warum ist also der volle Einsatz der Mutter in die Familie nicht förderungswürdig? Weshalb bedingt das Deiner Meinung nach eine fehlende Ausbildung der Mütter? Die meisten schliessen ihre Ausbildung oder ihr Studium doch in jungen Jahren ab, bevor sie in feste Beziehung etc. kommen und Kinder bekommen. An diese Ausbildung können sie später
-wenn die Kinder grösser sind- wieder anknüpfen und auch insgesamt davon profitieren. Krankenpflege oder hauswirtschaftliche Ausbildungen (auch Diplomökotrophologie als Studium etc.) sind beispielsweise für die Familie sehr positiv, da das Wissen allen zugute kommt.
Natürlich ist das oft der Fall - und auch wünschenswert - dass die Mutter eine gute Ausbildung hat. Wenn sie aber nie GEARBEITET hat, hat sie es nach 15 Jahren aber noch viel schwerer ins Berufsleben zurückzukehren, als wenn sie zumindest vor dem ersten Kind ein paar Jahre gearbeitet hat. Noch viel besser sieht es aus, wenn sie zwischendurch auch ein bisschen im Berufsleben war. In vielen Bereichen (ua auch denen, die du ansprichst) gibt es ständig neue Entwicklungen. Fortbildung und "Dranbleiben" ist da das A und O, und das geht nicht, wenn man nur Hausfrau ist und sich total vom Berufsleben abschottet.

Aber wenn die Zeit bei den Kindern fehlt, verursacht das nicht nur Leiden, sondern ebenso wieder Kosten.
Wie gesagt... wenn das Kind in einer Kita ist, fehlt der halbtags arbeitenden Mutter überhaupt keine Zeit für die Kinder. Das einzige kleine Manko ist, dass Kita auch Geld kostet. Da aber halbtags arbeitende Leute fast keine Steuern zahlen, kommt indirekt auch die Gesellschaft für die Unterbringung des Kindes auf. Trotzdem sollten Einrichtungen für Kinderbetreuung stärker staatlich gefördert werden.
 
 
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Reh
Alt 01.05.2007, 18:36   #8
Standard

Was mich am Erziehungsgeld stört, ist die Tatsache, dass Wohlhabende mehr bekommen als Menschen mit geringem Einkommen. Gerade die armen Menschen haben doch Bedarf an größerer finanzieller Unterstützung. Wer ohnehin schon viel verdient, braucht doch keine Hilfe mehr. Das Verteilungssystem ist völlig verkehrt und das ist mir persönlich ein Dorn im Auge. Die Regeleung fällt vermutlich deshalb so aus, wie sie jetzt ist, weil damit die Gesamtkosten viel niedriger gehalten werden. Und so haben wir in einem Sozialstaat eine asoziale Regelung.
 
 
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Püppi
Alt 01.05.2007, 21:11   #9
Standard

Ich habe 2 Kinder im ALter von 4 einhalb und 1 Jahr. Es ist mir unmöglich in naher Zukunft wieder vollzeit in mein erlernten Beruf arbeiten zu gehen; Altenpflegerin in 3-4 Schichtsystem. Wir bekommen noch Erziehungsgeld nach dem alten "Modell" und ich muss sagen oft langt es hinten und vornbe nciht. Kindergärten sind immer proppe voll, da muss man sein Kind schon mit 1 anmelden um mit 3 ein Platz zu bekommen. KiTas kosten wahnsinnig viel Geld, und wer hat schon das Geld für eine Tagesmutter? Und wo findet man überhaupt eine gute? Ich würde meine Kinder niemals jemand fremden anvertrauen. NIE! Ich bin nun zum 2ten Mal im Erziehungsurlaub und werde danach NICHT arbeiten gehen weil es nicht geht. Kinder sind lange noch nicht selbsständig und Kinder zur Oma abschieben gibts bei uns nicht.
In letzter Zeit gibt es so viele neue Gesetzte usw..... ich kapier das ganze nicht. Weiss nur dass es nicht gut ausgehen wird.
Ich kenn sehr viele Menschen die grad ihr Baby bekommen haben oder bald bekommen und nciht wissenwie sie zurecht kommen sollen . weil: Mutter noch keine Lehre gemacht hat, machen will und eben noch kein Geld verdient hat!
Irgendwie finde ich das Verteilen des Geldes verkehrt. Manche haben auch so Geld zum rauswerfen, bekommen Sttzen, andere haben kein Cent um sich ein Brot zu kaufen und das Amt meint "du verdienst zu viel"....... genau diesen Satz hat mir vor Jahren ein AOK Typ gesagt als ich fragte ob ich eine Befreiungskarte bekomm.... Toll....

Ich finde es immer schwieriger in Deutschland ein Kind zu bekommen ohne sich wahnsinnige Sorgen zu machen wie es (vor allem finanziell) aussehen wird wenns kind mal da ist.

Ach, jeman hier hat geschrieben wenn eine arbeitende Mutter mal früher Feierabend machen muss wegenm kranken Kind geht sie usw.... HALLO? Als Mutter und vor allem als junge Mutter (bis 30) hat man es verflucht schwer überhaupt was zu kriegen. Ich hab einJahr gebraucht bis ich ein Putz Job bekommen hab wo ich mir bis heute noch die Finger wund schufte für ein bisschen Geld. Hat eine junge Mutter den Job darf sie nciht einfach so Heim gehen!!! Als junge Mutter hat man es gar niht leicht. Man bekommt nciht mal eine Wohnung. Da haben wir fast 2 Jahre gesucht und keiner gab uns ne Bude weil wir Kinder haben und jung sind! Auf der Strasse wirste blöd angemacht und in der Strassenbahn macht der Fahrere die Tür schneller zu ,damit du mit Kinderwagen nicht reinkommst. So eine scheiss Gesselschaft haben wir hier. Und die Politiker jammern "wir brauchen mehr Kiner"! Hallo, wer will denn noch Kinder machen? Unter diesee Voraussetzungen?

Ich ärgere mcih aber nciht mehr, sonst bekomm ich ncoh vorzeitig weisse Haare.
Bin gespannt was die Zukunft wirklich mit sich bringt!


PS Eine Mutter Zuhause hat mehr als ein 24 Stunden Job; sie verkörpert so alle mögliche Berufe die es gibt, von Krankenschwester, über Köchin, bis Therapeutin und Beraterin, Putzfrau, Kindergärtnerin, Lehrerin, Schiedtsrichterin, Fahrer, und vieles mehr. Die wenigsten Frauen haben Hilfe von ihre Männern (falls überhaupt vorhanden,viele hauen ja einfach ab, ist leichter)....
Ich finde dass man eher diese Arbeit honorieren sollte, egal wie lng die Mutter bei ihre Kleinen bleibt, als das Arbeitsleben. Welche Mutter kann sich es erlauben voll arbeiten zu gehen?

Ich werde es nicht können. Und was ich von?
Wahrscheinlich "ein armseeliges" Leben.
Mal sehn. Vielleicht gewinn ich bald im lotto, spielen tun wir ja schon

Geändert von Sivar (02.05.2007 um 00:34 Uhr).
 
 
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Reh
Alt 01.05.2007, 21:47   #10
Standard

Mir gefällt nicht die Reduzierung der Kinder auf ein finanzielles Problem. Deutschland ist nun wirklich kein armes Land im internationalen Vergleich und selbst Sozialhilfeempfänger müssen nicht am Hungertuch nagen. Die Erziehung der Kinder ist kein finanzielles Problem und wird durch bessere Finanzen nicht zwingend besser. Kinder brauchen kein Geld, sie brauchen Zuwendung.

Es ist schon klar, dass Kinder die finanzielle Situation einer Familie belasten, aber das liegt doch in der Natur der Sache und ist nicht erst seit gestern und nicht nur in Deutschland so. Erstaunlich finde ich, dass es in Deutschland ein schlagfertiges Argument ist, auf Kinder wegen finanzieller Sorgen zu verzichten. Das ist für mich absolut nicht einleuchtend.
 
 
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sailor
Alt 01.05.2007, 22:52   #11
Standard

@Sivar

Ich halte Betreuungseinrichtungen halbtags für eine sehr gute Sache, weil sie das Sozialverhalten des Kindes bestimmt fördert. Belegen kann ich das natürlich nicht, aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass es einem Kind mehr bringt, ein paar Stunden täglich unter Gleichaltrigen zu verbringen als immer nur bei der Mutter oder hin und wieder mal bei Freunden.
Du gehst davon aus, daß die Kinder zuhause mit der Mutter vereinsamen.
Wenn aber Geschwister zuhause sind, ist das nicht der Fall.
Nach unserer Erfahrung ist erzieherisch während der ersten drei Jahre am meisten Eingriff erforderlich, was wir am besten gewährleisten können. Deshalb schicken wir unsere Kinder erst mit vier halbtags in den Kindergarten. Aber vorher vereinsamt eben niemand, wir haben vier Kinder.
Betreuungseinrichtungen kann ich für Einzelkinder befürworten, wenn das Kind sonst kaum Kontakte mit Kindern hat.
Aber bei mehreren Geschwistern erübrigt sich das mehr oder weniger.

Was spricht also dagegen, dass eine Frau vor dem ersten Kind normal arbeiten geht, und zwar für 12 Monate oder mehr?
Vermutlich nichts. Mir geht es um die Arbeit während ich kleine Kinder zu Hause habe.
Das bestehende System treibt Mütter zwischen den Geburten in den Job. Nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch weil diverse Leute meinen, eine Mutter würde zu Hause faulenzen, wenn sie sich in Vollzeit um Kind(er) und Familie kümmert.

Was du anführst, gilt fast ausschliesslich für die untersten sozialen Schichten, nämlich wenn Eltern mit ihren Kindern überfordert sind, weil sie schon mit sich selbst überfordert sind. Und das meine ich nicht finanziell, sondern emotional. Wenn eine Mutter vormittags arbeiten geht, spricht überhaupt nichts dagegen, dass sie sich nachmittags um das Kind kümmern kann.
Das halte ich für ein Gerücht, daß das nur unterste soziale Schichten betrifft. Und selbst wenn: Das ist selbstverständlich Grund genug, etwas daran zu ändern.
Sivar, es spricht nichts dagegen, wenn sie während der Schulzeit vormittags arbeiten geht und sie etwa ausschliesslich schulpflichtige Kinder hat.
Das Problem beginnt dann, wenn der Vater in Vollzeit arbeitet und etwa täglich um 17 Uhr nach Hause kommt, die Mutter aber beispielsweise im Schichtdienst arbeitet. Vielleicht weil es mit den Jobs nicht so dicke ist.

->Die Eltern sehen sich nicht oft, wenn der eine kommt, muss der andere weg.
->Durch die Doppelbelastung der Mutter -Haushalt und Job ist sie weniger ansprechbar und belastbar. Auch weniger in der Lage, auf die Kinder einzugehen
->Es bleibt wenig Zeit für Gespräche
->Die Belastung fördert Probleme auch zwischen den Partnern
->...

aber man kann ja schliesslich nicht beiden Elternteilen das komplette Leben finanzieren... dass mindestens einer arbeiten muss, ist legitim.
Das bestreite ich nicht.

Nach 6 Jahren, wenn das Kind zur Schule geht, erübrigt sich sowieso die Frage, ob die Mutter vormittags für das Kind da sein kann .
Du denkst leider in der Ein- Kind- Kategorie, denn wenn weitere Kinder nachkommen, erübrigt sich nichts. Das deutsche Paar hat im Schnitt <1,4 Kinder. Leider, muss man sagen. Lt. Umfragen wünschen sich Mütter im Schnitt 3 Kinder. Also deutlich mehr.

Auch bei diesem Beispiel hätte eine Mutter, die halbtags arbeiten geht, genug Zeit sich über gesunde Ernährung zu informieren, gesunde Nahrung zuzubereiten, etc. Vormittags hätte das Kind Ansprechpartner in der Kita, danach die Mutter. Es kommt nur drauf an, inwiefern die Mutter emotional und charakterlich in der Lage ist, für ihr Kind dazusein. Mit Halbtags-Arbeit hat das nichts zu tun.
Das mag in der Theorie soweit zutreffen. In der Praxis gibt es aber leider viele Mütter (und Väter), die mit Job und Kinderbetreuung überfordert sind.
Ebenso wie es eben in der Praxis Probleme am Arbeitsplatz gibt, weil die Arbeitgeber und Kollegen von häufigen Fehlzeiten genervt sind. Wie Felicitas das praxisnah geschildert hat. So ist es.
Und daß das mit der gesunden Ernährung letztlich gesund mit Dr Oetker tiefgekühlt ist, ist leider auch oftmals so. Spätestens wenn Unverträglichkeiten auftreten, gibt es Probleme. Das ist mir in meinem Bekanntenkreis durchaus geläufig. Und: Es sind nicht unterste soziale Schichten, behaupte ich.

Wenn sie aber nie GEARBEITET hat, hat sie es nach 15 Jahren aber noch viel schwerer ins Berufsleben zurückzukehren, als wenn sie zumindest vor dem ersten Kind ein paar Jahre gearbeitet hat.
Das wird ihr vermutlich häufig auch gelingen, vorher noch etwas zu arbeiten. Meiner Frau etwa ist es zwei Jahre gelungen. Trotzdem: Auch wenn es deutlich schwerer ist, ausreichend Beispiele zeigen, daß es geht. Auch nach 15 Jahren, wenn man sich halbwegs auf dem laufenden gehalten hat. Etwa durch Fachzeitschriften.
Man muss eben Prioritäten setzen: Kinder und Beruf schliessen sich nicht unbedingt aus. Kinder und Karriere schon eher. Zumindest, wenn man Wert darauf legt, dem(n) Kind(ern) die Zeit zu widmen, und sie eben nicht beim Kindermädchen abgeben will.

Wie gesagt... wenn das Kind in einer Kita ist, fehlt der halbtags arbeitenden Mutter überhaupt keine Zeit für die Kinder.
Du setzt Kita und Mutter auf eine Stufe. Ich bin der Meinung, daß eine Mutter sich deutlich besser um das Kind kümmern kann, auf es eingehen kann, als dies in einer Betreuungseinrichtung mit 30 Kindern je Erzieher der Fall ist. Deshalb sage ich: Doch, es fehlt die Zeit.
Vor allem meinte ich hier schulpflichtige Kinder, deren Eltern aufgrund von Berufstätigkeit wenig Zeit und Ruhe für Gespräche und Problembewältigung finden. Wenn es dann am Ende wie in Emsdetten endet, dann ist es zu spät. Pädagogen warnen und sehen die Entwicklung, daß zunehmend unbewältigte Probleme bei den Heranwachsenden auch durch Beruftätigkeit der Eltern bedingt sind.

@Reh

Mir gefällt nicht die Reduzierung der Kinder auf ein finanzielles Problem. Deutschland ist nun wirklich kein armes Land im internationalen Vergleich und selbst Sozialhilfeempfänger müssen nicht am Hungertuch nagen. Die Erziehung der Kinder ist kein finanzielles Problem und wird durch bessere Finanzen nicht zwingend besser. Kinder brauchen kein Geld, sie brauchen Zuwendung.
Da kann ich dir absolut zustimmen.
Wenn die Mütter arbeiten gehen, kann diese Zuwendung am wenigsten erreicht werden.

Geändert von sailor (01.05.2007 um 23:20 Uhr).
 
 
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Farya
Alt 02.05.2007, 11:00   #12
Standard

Ich bin ehrlich.. mir war es zu mühsam mich durch all die riesen Posts zu forsten.. hab es eben überflogen und möchte mich hier mal als Mama melden..

Generell sei angebracht, daß das Erziehungsgeld / Elterngeld irgendwie gleich geblieben ist. Sogar eher gekürzt wurde. Bei dem früheren Elterngeld gab es die Möglichkeit, sich auf 1 Jahr festzulegen (danach wieder arbeiten) und man bekam das sogenannte "budgetierte" Erziehungsgeld in Höhe von 465 EUR im Monat. Natürlich auch abhängig von dem, was der Vater verdiente.. wenn das "zu viel" war wurde das entsprechend gekürzt.. was ich auch korrekt finde.

In Zeiten von Billiglöhnen, Stundenlöhnern und Arbeitslosen halte ich es für sehr kontraproduktiv den Familien gegenüber, ein Elterngeld einzuführen, welches nach dem vorangegangenen Einkommen bemessen wird. Wer bitte verdient heute noch 1200 EUR brutto im Monat???? Aber ich glaube, das ist eine endlose Diskussion..

Zur Frage, ob Mutter sein ein "Volltimejob" ist, kann ich das nur mit JA beantworten. Ist es. Auch wenn es Auszeiten gibt, wo das Kleine mal bei den Großeltern oder bei Freunden ist. Aber vor allem in den ersten Jahren bestimmt ein Kind den Alltag.. Gepaart mit Haushalt und den anderen Dingen die so anfallen ist es wirklich ein Vollzeitjob.. je nach den Eigenschaften des Kindes (ruhig oder lebhaft, gesund oder krank) bleibt teilweise noch nicht mal Zeit für die eigenen kleinen Bedürfnisse. Auch wenn man es gerne macht, es stresst enorm.

Mir persönlich hat ein Jahr vollkommen gereicht.. danach war Domi in der Krippe, später bei einer Tagesmutti. Krank war er auch sehr häufig, was bei ihm aber wirklich ein anatomisches Problem ist und auch bedingt durch seine Medikamente kam. Somit war ich dann auch eher daheim, als auf Arbeit. Und nein, es gibt nur wenig Arbeitgeber, die das akzeptieren!!!! Man ist schneller seinen Job los, als man schauen kann! Und mit so einem Kleinen stellt dich nur selten jemand ein..

Finanziell war es auf alle Fälle sehr schwierig, aber ich habe es nicht bereut. Sollte ich mal ein zweites Kind haben, würde ich es wieder so machen..

F.
 
 
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DerAssie
Alt 03.05.2007, 16:57   #13
Standard

In seiner jetzigen Form Unsozial weil es nur Leute beforteiligt die eh besser verdient haben und die auch genug Rücklagen hätten bilden können.
Bin jedenfalls generel dafür das es jedem Möglich sein muß ohne Erwerbsarbeit, in Halbzeit und Vollzeit Geselschaftlich integriert und ausreichend abgesichert zu sein um seine Teilhabe ausüben zu können.
Wir brauchen kein Muttergeld oder Pflegegeld, wir brauchen ein BGE letzendlich was jedem eine anständige Basis bittet unabhängig von Erwerbsarbeit.
 
 
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