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Medizinische Leistungen für Alte beschränken

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blackmesa
Alt 03.06.2003, 12:14   #1
Standard Medizinische Leistungen für Alte beschränken

Unser Gesundheitssystem ist am Ende, wir brauchen radikale Reformen. Nun hat ein katholischer Theologieprofessor vorgeschlagen, medizinische Leistungen für Menschen ab einer bestimmten Altersgrenze (z.B. 75 Jahre) zu beschränken. Ab diesem Alter sollen medizinische Leistungen auf Maßnahmen zur Schmerzlinderung beschränkt werden.

Zwei Positionen:

Der Vorsitzende des Ärzteverbandes Marbrger Bund, Frank Ulrich Montgomery sagte:
Die Forderung, ältere Menschen aus Kostengründen keine teuren medizinischen Leistungen zu gewähren, ist an Menschenverachtung kaum zu überbieten.
Theologieprofessor Joachim Wiemeyer vertrat die Auffassung:
dass wir nicht jede lebensverlängernde Maßnahme für sehr alte Leute noch durchführen müssen.
Der Professor ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Sozialethiker, er ist also kein Stümper mit einem verrückten Vorstoß.

Was meint ihr?
 
 
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Krashok
Alt 03.06.2003, 12:41   #2
Standard

Völliger schwachsinn, nicht irgendwelche maßnahmen müssen eingestellt werden, sondern das ganze altenpflegesystem muss überarbeitet werden.
Deutschland sollte sich da mal ein beispiel an Luxemburg nehmen !
 
 
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Morris
Alt 03.06.2003, 13:40   #3
Standard

Wie ist es denn in Luxemburg?

Gesundheitsleistungen zu kürzen find ich scheiße, vielmehr könnte man die Beiträge derer erhöhen, die sich nicht gesund genug ernähren bzw. leben.
 
 
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blackmesa
Alt 03.06.2003, 13:55   #4
Standard

Zusatzversicherung für Risikogruppen (Extremsportler wie Rennfahrer, Bergsteiger und Co..) ist ein anderes Thema. Darüber müssten wir aber auch noch diskutieren.

Anregungen zu diesem Thema:
Macht es Sinn einem 82-jährigen Patienten eine 100.000 Euro Hüftgelenksoperation zu finanzieren, wenn der Patient eine Lebenserwartung von <2 Jahren hat?
Macht es Sinn einem fettleibigen Herzpatienten auch noch die 9. Bypass-Operation zu bezahlen? Usw. usf.
 
 
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daRaider
Alt 03.06.2003, 15:28   #5
Standard

Ist es in Ordnung Leute von Leistungen auszuschliessen für die sie 50 Jahre eingezahlt haben?
 
 
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blackmesa
Alt 03.06.2003, 15:37   #6
Standard

Das ist kein sinnvolles Argument, betrachte es doch bitte nur in dem obigen Rahmen: Lohnt es sich große Summen in einen Körper zu investieren, der vermutlich eh bald stirbt.
Oder ist so eine Vorstellung und auch eine Diskussion darüber so schrecklich und moralisch verwerflich, dass einem die Ohren wackeln?
 
 
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Morris
Alt 03.06.2003, 16:29   #7
Standard

Die Lebenserwartung ist nur eine Vermutung. Menschen darf man keine lebenswichtigen Leistungen aufgrund von Vermutungen vorenthalten. Selbst bei unheilbaren und tödlichen Erkrankungen kann es immer noch zu Spontanheilungen kommen, auch wenn diese noch überaus selten sind.
 
 
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blackmesa
Alt 03.06.2003, 17:09   #8
Standard

Okay, das geht nicht in die Richtung, in die ich gedachte habe.

Also: Ich finde es lohnt sich nicht einem 80-jährigen eine 100.000 Euro Hüftgelenksoperation zu finanzieren. Egal ob er in einem oder in fünf Jahren stirbt.
Spontanheilungen spielen keine Rolle, denn selbst wenn ein 75 jähriges Krebskranker plötzlich geheilt wird, in 5 Jahren stirbt er doch.

Das funktioniert auch nur mit einer gewissen Grundeinstellung zum Leben: Das Leben hat ein Ende. Je näher man dem Ende kommt, desto mieser geht es dem Körper. Irgendwann sollte man einfach hinnehmen, dass das Ende kommt und nicht mit wahnwitzigem Aufwand versuchen noch ein paar Monate zu schinden.
 
 
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bball
Alt 03.06.2003, 18:14   #9
Standard

Ich will ja nichts sagen, denke aber trotzdem, dass sich Deine "Grundeinstellung zum Leben" eventuell im fortgeschrittenen Alter (vielleicht so ab 60, wenns Dir nicht komplett beschissen geht) geringfügig ändern könnte. In der Blüte seines Lebens solche Aussagen zu treffen, ist leicht.
 
 
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blackmesa
Alt 03.06.2003, 18:32   #10
Standard

Ich will ja nichts sagen..
Dann lass es halt.

Ich beschränke mich da nur auf die obigen Beispiele. Da habe ich kein Verständnis für, in offensichtliche körperliche Wracks Unsummen zu investieren.

So eine allgemeine Medizinbeschränkung klappt natürlich nicht, weil man einfach keine Grenzen ziehen kann.
 
 
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bball
Alt 03.06.2003, 18:43   #11
Standard

Original geschrieben von blackmesa


Dann lass es halt.

Gehts schon wieder los? Fang Dich und zieh Dir den Fisch aus dem Arsch, langsam nervts.
 
 
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blackmesa
Alt 03.06.2003, 18:51   #12
Standard

Allerdings, du nervst richtig.
 
 
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bball
Alt 03.06.2003, 18:55   #13
Standard

Ich habs glaube ich schonmal gesagt, wenn Du keine Meinungen hören willst, die nicht mit Deiner konform gehen, dann frag einfach nicht. Ich denke, dass sich Deine Grundeinstellung zum Leben vielleicht noch ändern wird. Und Du eventuell nicht mehr diese Meinung vertrittst, wenn Du selber in diesem von Dir angesprochenen Alter bist. Mehr habe ich nicht gesagt und auch nicht gemeint. Wenn Du Dir das nichtmal annähernd vorstellen kannst, tuts mir leid. Wer weiß, vielleicht bleibst Du ja tatsächlich bei Deiner Meinung, aber die meisten Personen ändern ihre Sichtweise schon. Egal, was sie mal gedacht und gesagt haben.
 
 
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blackmesa
Alt 03.06.2003, 18:58   #14
Standard

lol - du hast überhaupt gar keine Meinung zu dem Thema geäußert, außer zu behaupten, meine Meinung würde sich später ändern. Und _dass_ sich meine später ändert, habe ich absolut nicht bestritten, das halte ich schließlich durchaus für möglich.

Wenn ich so einen radikalen Standpunkt vertrete, dann rechne ich doch _gerade_ mit anderen Meinungen. Du hast jedenfalls keine geäußert.

Und wenn ich mit 78 röchelnd und bettlägerig bin, lasse ich mir sicher nicht noch einen Bypass legen, damit ich noch 2 Jahre länger dahinsieche.
 
 
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Morris
Alt 03.06.2003, 19:06   #15
Standard

Ich weiß, Vergleiche hinken, aber bei den Ausführungen, die ich hier lese, muss ich irgendwie Rassentrennung denken.

Du bist schwarz, mach mal sauber... Du bist zu alt, kriegst keine Hilfe. Wo bleibt denn da die Solidarität? Alte Menschen haben viel geleistet in ihrem Leben, gerade die jetzigen Rentner. Sie haben Deutschland wieder aufgebaut und es wurde mehr daraus als ein Agrarstaat. Die ältere Generation hat einen schönen Lebensabend verdient. Und diese ältere Generation besteht längst nicht nur aus alten, verwrackten, dahin vegetierenden Greisen.

Um dem Staat wieder auf die Beine zu helfen, könnte man auch Leistungen kürzen, von denen du profitierst.
 
 
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bball
Alt 03.06.2003, 19:07   #16
Standard

- Ich habe garnichts behauptet, ich habe von "ändern könnte" gesprochen.
- Ich habe eine Meinung geäußert. Auch, wenn Du es nicht wahrhaben willst. Nämlich meine Meinung zu Deinen Aussagen.
- Was Du mit 78 machst, wirst Du dann wissen und nicht jetzt.

Ich habe leider viele körperliche Wracks gesehen (meine ELtern besitzen 2 Altenpflegeheime) und weiß deswegen, wie stark eben diese Wracks imme rnoch am Leben hängen können (!).
 
 
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blackmesa
Alt 03.06.2003, 19:08   #17
Standard

Skinehad, da stimme ich dir ja zu.

Ich halte mich da auch nur ganz eng an ein paar einzelne Beispiele, in denen ich solche medizinischen Bemühungen für nicht sinnvoll halte.

Natürlich kann man keine Altersgrenze einführen und damit alle Alten über einen Kamm scheren.

bball, dann liegt's daran, dass ich mir eine Meinung zum Threadthema gewünscht hätte.

Aber wenn es nicht zählt, was man als junger Mensch darüber denkt, dann sind ja sämtliche Diskussionen hinfällig und Rentendiskussionen sollten am Besten auch nur von Rentnern geführt werden.
In der Realität werden diese Entscheidungen dann aber auch nicht von Rentnern und Greisen gefällt. Daher habe ich als junger Mensch auch eine berechtigte Meinung dazu, die nicht für irrelevant erklärt werden kann.
Dass die Einstellung nicht unhaltbar ist, zeigt doch auch die Tatsache, dass sich so ein Professor dahingehend äußert. Sicherlich wurde seine These aber auch radikalisiert, um in den Medien ein "Skandal" zu werden.
 
 
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Morris
Alt 03.06.2003, 19:10   #18
Standard

Aber kann man es einen Arzt zumuten, er solle bewusst über Leben und Tod entscheiden, wenn er einem 80jährigen medizinische Hilfe verweigert, da sein Leben sich wahrscheinlich dem Ende neigt?
 
 
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asdf
Alt 03.06.2003, 19:11   #19
Standard

Original geschrieben von blackmesa
Oder ist so eine Vorstellung und auch eine Diskussion darüber so schrecklich und moralisch verwerflich, dass einem die Ohren wackeln?
irgendwie schon.

ich mein wozu finanzieren wir nem 25 jährigen z.b. ne teure knieoperation mit der er leistungssport machen kann, dieser aber nur im büro rumsitzt.

die katholiken wieder... gott bestimmt wann das leben aus is, da brauch die böse medizin ja nixmehr machen.

scheiss ansatz für ne diskussion über gesundheitsreformen..
 
 
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blackmesa
Alt 03.06.2003, 19:16   #20
Standard

Das ist makaber: Aber in einer Gesellschaft in der solche Leistungen eben Geld kosten, muss man sich doch auch mal Gedanken um das Kosten/Nutzen-Verhältnis machen.
 
 
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daRaider
Alt 03.06.2003, 19:44   #21
Standard

Nach dem Kosten/Nutzen Verhältnis kann man auch Sozialhilfeempfängern und Arbeitlosen jegliche medizinische Hilfe verweigern und mein Argument von oben steht immernoch.
Ein System in das man für den Fall der Fälle einbezahlt und das einen dann hängen lässt wenn man es braucht, ist in sich selbst schwachsinnig.
Dann soll doch in Zukunft jeder für sich selbst vorsorgen und wenn sich der 20 jährige Student kein Antibiotika leisten kann, stirbt er eben während der 70 jährige eben eine seiner Wohnungen verkauft um sich damit sein Hüftgelenk zu finanzieren.
 
 
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Pigma
Alt 03.06.2003, 22:16   #22
Standard

Warum nicht die Euthanasie zuerst auf freiwilliger anstatt auf unfreiwilliger Basis einführen?
 
 
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Morris
Alt 03.06.2003, 22:42   #23
Standard

Naja, bei einem schmerzerfüllten, ans Bett geketteten Leben mit Tumor kann ich mir gut vorstellen, dass einer ja sagt. Aber nicht der Opa mit dem kaputten Hüftgelenk, auch wenn der nur eine wahrscheinliche Lebenserwartung von 3 Jahre hat.
 
 
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blackmesa
Alt 03.06.2003, 22:50   #24
Standard

Der stirbt aber nicht ohne sein teures Titangelenk.
 
 
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igni
Alt 03.06.2003, 22:51   #25
Standard

es ist meiner meinung nach sehr makaber schon alleine darüber nachzudenken den älteren menschen die leistungen zu kürzen.
wäre es nach den ärzten gegangen wäre meine oma schon vor vielen jahren gestorben. d.h. sie hätte seitdem keine medikamente, keinen pflegedienst usw. bekommen wenn man einfach mal die leistungen kürzt weil sie schon zu alt ist.

ich wäre für zusatzversicherungen für raucher und für extremsportler. denn diese personengruppen gehen bewußt eine höheres risiko ein wofür die allgemeinheit bezahlen muß.
 
 
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