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Lokalpatriotismus

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aVanish
Alt 15.07.2004, 21:21   #1
Standard Lokalpatriotismus

Der durchschnittliche Jugendliche von heute hat nichts für patriotische Gefühle übrig. Kaum einer sagt, dass er stolz ist, ein deutscher zu sein und wenige hängen sich, wie die Amerikaner, ne Flagge draußen ans Haus.
Genug Leute verurteilen Patriotismus sogar ganz explizit und setzten ihn mit Rassismus gleich, die gleichen Leute sieht man allerdings am nächsten Tag in der Stadt besoffen "Viva Colonia" oder "Am Arsch der Welt liegt Düsseldorf" singen.

Ja, bei mir ist es ganz extrem! Kölner und Düsseldorfer tragen Pullis und Trainingsjacken auf denen vorne ihre Stadt draufsteht und singen auf Feiern zum Zeichen ihres "Lokalstolzes" regionale Karnevalslieder.

Bestes Beispiel: Die Toten Hosen. Diese, von mir nicht gut gelittene,0 Band ist ein extremes Beispiel von Lokalpatriotismus und hat sicher mehr als ein Lied darüber geschrieben, wie toll ihre Stadt (Düsseldprf) doch ist, singt aber gleichzeitig Lieder wie "1000 gute Gründe" in denen sie erzählt, dass es keinen Grund gibt, auf Deutschland stolz zu sein.
(Könnt ihr euch ja mal runterladen)

Jetzt meine Frage:

Warum ist Lokalpatriotismus besser als welcher der sich auf ein Land bezieht? Warum praktiziert das hier jeder?
Und ist Patriotismus in irgendeiner Form überhaupt gerechtfertigt?

Ich meine nein. Denn auf nichts, was eine Region oder en Land geleistet hat, kann man stolz sein. Stolz kann man nur auf Dinge sein, die man selbst erreicht hat.
Man kann sich zwar trotzdem mit seinem Land verbunden fühlen oder es sogar "lieben", aber stolz sein ist unangebracht!
 
 
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No Control
Alt 15.07.2004, 21:31   #2
Standard Re: Lokalpatriotismus

Original geschrieben von aVanish


Ich meine nein. Denn auf nichts, was eine Region oder en Land geleistet hat, kann man stolz sein. Stolz kann man nur auf Dinge sein, die man selbst erreicht hat.
Man kann sich zwar trotzdem mit seinem Land verbunden fühlen oder es sogar "lieben", aber stolz sein ist unangebracht!
Ich glaub man kann vielleicht ein wenig stolz sein, dass es seiner Stadt, seiner Kommune finanziell gut, wenn man selbst durch seine Steuern dazu beiträgt, aber wie gesagt nur vielleicht.

Ansonsten ist es glaub ich in Deutschland so, wie Du schon gesagt hast , nicht mehr üblich sich über"sein" Land zu identifizieren, da viele Angst haben sonst als rechts dazustehen. Also bleibt den Leuten nur noch "Ihre" Stadt zu der sie ohne schlechtes Gewissen stehen können.

Zu Deinem Vergleich mit den Toten Hosen:
Da hab ich mir genau dieselben Fragen gestellt, ich meine, die machen echt nen ganz schönen Hype drum dass die aus D´dorf kommen. Naja, vielleicht weils zum Trinker-Image passt (Längste Theke der Welt und so..)
 
 
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hackvresse
Alt 15.07.2004, 21:40   #3
Standard

Hätte vielleicht besser ins Politik/Gesellschafts Forum gepasst

Aber das ganze liegt definitiv an der Vergangenheit unseres Landes. Das manche Patriotismus mit Rassismus gleichsetzen zeugt wohl eher von Unwissenheit. Sowieso würde ich nicht behaupten, dass zB Hitler oder ähnliche Personen des 3. Reiches Patrioten gewesen sind. Solche Leute haben Deutschland nur als Mittel zum Zweck genutzt.

Zum Lokalpatriotismus: Das ist eigentlich auch nur so extrem zwischen Ddorf und Köln...Woanders äussert sich das gar nichtmal so.
Vielleicht suchen aber auch die Leute nur eine Art "Ersatzpatriotismus" da Landespatriotismus Gesellschaftlich nicht so akzeptiert ist.
 
 
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aVanish
Alt 15.07.2004, 21:42   #4
Standard

Ich glaub man kann vielleicht ein wenig stolz sein, dass es seiner Stadt, seiner Kommune finanziell gut, wenn man selbst durch seine Steuern dazu beiträgt, aber wie gesagt nur vielleicht.
Das verstehe ich ehrlich gesagt nicht.
Du kannst doch nur deine Steuern zahlen, weil du in einer so gut "betuchten" Kommune lebst. (Abgesehen davon, sind fast alle Gemeinden im Moment in den Schulden)
Man kann vielleicht von einer Art Lokaldankbarkeit reden. Das man seiner Region oder seinem Land dankbar ist, für das, was man erreicht hat, aber mit Stolz hat das doch nichts zu tun, oder?
 
 
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No Control
Alt 15.07.2004, 21:54   #5
Standard

@aVanish: Mhhh, vielleicht ist Dankbarkeit
wirklich das passendare Wort. Bin halt froh hier zu wohnen.

Bin aber auch froh, durch Steuern nen Teil zurückgeben zu können, damit das so bleibt hier wie es ist.
 
 
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aVanish
Alt 15.07.2004, 22:10   #6
Standard

Vielleicht suchen aber auch die Leute nur eine Art "Ersatzpatriotismus" da Landespatriotismus Gesellschaftlich nicht so akzeptiert ist.
Ist es denn ein Grundbedürfnis irgendwodrafu patriotisch stolz zu sein?
 
 
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rattenjunge
Alt 15.07.2004, 22:27   #7
Standard

als düsseldorfer sag ich einfach mal:
avanish du hast volle kanone supadupa RECHT!

mich kotzt die ganze karneval-düsseldorf-köln kagge einfach nur an.
mich kotzt patriotismus an.
mich kotzt alles was mit nationalstolz zu tun hat an.

allerdings denke ich, dass du unrecht hast, dass patriotismus unter jugendlichen unüblich ist. im gegenteil!
wenn ich mir so die leute aus meiner umgebung und meiner stufe und so angugge (das sind keine nazis, keine außergewöhnlichen arschlöcher, sondern zum teil echt ganz nette menschen ), dann merke ich, dass "deutsch zu sein" voll im trend liegt.

wenn man dann mal fragt, "warum bist denn stolz deutscher zu sein"? dann kommt halt keine vernünftige antworten. höchstens so welche:
"die deutschen haben doch alle tollen sachen erfunden, autos und so. radar (der typ wohnt hier um die ecke) und so weiter."
wenn man dann fragt, warum das ein grund stolz drauf zu sein, dass irgendein kerl ein auto erfunden hat, bzw. warum das einen unterschied macht ob der jetzt deutscher, engländer oder eskimo war, dann bekommt man meißtens nur noch ein dummes "ööööh...".

ich hab noch niemanden getroffen, der mir einen halbwegs vernünftigen grund für nationalstolz genannt hat und deswegen: weg damit!

PS: die toten hosen kann man echt nich mehr ernst nehmen: früher lieder gegen nazis gemacht. heute nur noch fussball und sauflieder, die von nazis gegrölt werden, einfach nur lächerlich

PPS: düsseldorfer altbier is trotzdem leckerer als kölsch
 
 
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hackvresse
Alt 15.07.2004, 22:27   #8
Standard

Ist es denn ein Grundbedürfnis irgendwodrafu patriotisch stolz zu sein?
Zumindest vermute ich dies. Auf irgendetwas waren die Menschen die letzten Jahrhunderte immer stolz...Ob dies halt nur die eigene Stadt war oder eben eine ganze Nation.

ich hab noch niemanden getroffen, der mir einen halbwegs vernünftigen grund für nationalstolz genannt hat und deswegen: weg damit!
Ach da gibts doch einiges

unsere Kultur, Soziale Marktwirtschaft, Wirtschaftswunder, deutsches Bier ...usw.
 
 
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rattenjunge
Alt 15.07.2004, 22:45   #9
Standard

ja, nur inwieweit kannst DU stolz darauf sein, dass DU in einem land geboren wurdest, dass die soziale marktwirtschaft hat?

das ist einfach ein zufall dass du hier lebst

(mal abgesehen davon, dass die meisten "patrioten" nich auf goethe und schiller, sondern auf rudi und ballack stolz sind......)
 
 
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hackvresse
Alt 15.07.2004, 22:49   #10
Standard

dann sind die Patrioten die du ansprichst halt nicht sonderlich gebildet Das muss man ja auch nicht sein um Patriot zu sein.

ja, nur inwieweit kannst DU stolz darauf sein, dass DU in einem land geboren wurdest, dass die soziale marktwirtschaft hat?

das ist einfach ein zufall dass du hier lebst
klar ist das zufall. Stolz ist tatsächlich der falsche Begriff. Definitiv kann man aber sein Land "lieben" und froh sein in ihm geboren sein zu dürfen.
 
 
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rattenjunge
Alt 15.07.2004, 22:57   #11
Standard

ja, das find ich auch... okay, mit der liebe ists auch nich soweit her

aber ich bin halt froh hier zu leben und nich grad in südafrika mit nichts im magen aber hiv im körper dahinsiechen zu müssen...

aber stolz passt meiner meinung nach echt nicht... naja vielleicht is hier ja noch ein "wahrer patriot" der uns aufklären kann
 
 
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hackvresse
Alt 15.07.2004, 23:06   #12
Standard

Patriotismus: die "vaterländische Gesinnung", die auf einem starken Zugehörigkeitsgefühl zur Heimat beruht und bis zur selbstlosen Hingabe an die staatliche Gemeinschaft gesteigert werden kann. (wissen.de)

Wie wir schön sehen können, hat der Patriotismus an sich eigentlich gar nichts mit "Stolz" zu tun...
 
 
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