Zitat von asdf So das ganze PDS/SED Zeugs aus dem NPD Thread ist jetzt hier angekommen, da bloße Hinweise ja nichts brachten und das ganze so vielleicht übersichtlicher wird.
Besten Dank.
Ich habe auch versucht, das Thema nicht zu sehr auszudehnen, aber du weißt ja sicher, wie's ist, du hast dann ja auch Gegenfragen gestellt, und so ist es ein Teufelskreis. Ich find aber auch, dass man die Themen Rechts- und Linksextremismus nunmal nicht so trennen kann, aus den genannten Gründen, aber auch egal jetzt, bzw. nützt ja jetzt eh nichts mehr.
Zitat von asdf Immernoch 80% ehemalige SED Mitglieder? Gibt es da irgendwo statistische Untersuchungen dazu?
Das hat der Gysi selbst gesagt. Er hat es noch angepriesen: „Über 20 Prozent unserer Mitglieder waren nicht in der SED“, so nach dem Motto: ,,Seht her, wie
Wenige bei uns in der SED waren, wie nett wir sind". Woraus man dann auch entsprechende Schlussfolgerungen über die Gesinnung von Gysi und dieser ,,Partei" ziehen kann. Ähnliches schrieb Bisky in seinem Buch, wo er meinte, 18.000 Mitglieder seien nicht in der SED gewesen, woraus resultiert, dass über 70% in der SED gewesen sind.
Es ist ja auch logisch, wenn du überlegst, was das früher in der DDR für eine riesige Partei war (ca. 2,3 Mio.). Die haben ja seit der Wende über 95% der Mitglieder verloren, über 85% davon bis 1990. Geblieben ist also nur eine kleine Minderheit, woraus man dann auch entsprechende Schlussfolgerungen ziehen kann darüber, was das für Leute sind: Ewiggestrige. Und ein paar junge Naivlinge, die überhaupt nicht wissen worauf sie sich da einlassen und keine Ahnung haben.
Ich will es ja, wie schon gesagt, Keinem mit dem moralischen Zeigefinger zum Vorwurf machen, wenn jemand in der SED war. Genauso, wie ich das auch in anderen Zusammenhängen nicht tun würde, was ich jetzt nicht sagen will. Aber nach 1989/1990 hätte man die Konsequenzen ziehen
müssen, jetzt wo man endlich die Wahl hatte, und die übergroße Mehrheit hat es ja wie gesagt auch gemacht.
Zitat von asdf Zu einem großen Teil wohl schon. Dennoch hat man sich dadurch nunmal auch im Westen etwas mehr einbringen können, Lafontaine gewonnen und ist näher an die Gewerkschaften herangekommen.
Ja, durch Image-Tricks eben wie gesagt, hat man diese Plus-Punkte bekommen. Das ,,Einbringen" im Westen, wie von dir richtig angemerkt, sieht ja nun so aus, dass die alten SED-Kader sich nun im Westen einbringen, und nicht irgendwelche WASG-Leute umgekehrt im Osten.
Zitat von asdf Äh, ja natürlich meinte ich Filbinger. Und die Reaktionen auf diese ominöse Rede waren absolut vorhersehbar und nachzuvollziehen. Das stellt auch noch lange nicht die CDU in die Nazi Ecke, wenn sich einer ihrer Ministerpräsidenten nicht ausdrücken kann oder meint, nur weil einer gestorben ist könne man nurnoch tolles über diesen erzählen, egal was war.
Filbinger hat sinnlos Leute in den Tod geschickt und das hat ja wohl auch seinen ehemaligen Posten gekostet.
Da kann man sich, auch bei einer Grabrede nicht, hinstellen und den Mann schon halb zum Widerstandskämpfer hochstilisieren. Das verdreht nunmal alles und dass Öttinger das ganze nicht vorher absehen konnte und sich danach noch nichtmal gleich richtig davon distanziert hat ist mit Sicherheit weder die Schuld der Linkspartei noch der vielen vielen Kritiker aus anderen Lagern und hat mit Hetzjagd auf arme Demokraten m.E. wenig zu tun.
Da musste ja dann auch erstmal ein Machtwort aus Berlin kommen, bevor Öttinger sich wenigstens mal etwas von seinem seltsamen Standpunkt wegbewegt hat...ja von der CDU aus Berlin und nicht von der SED Diktatur.
Das hat sich Öttinger einzig und allein selbst zuzuschreiben, was da an Kritik auf ihn niederging.
Wenn du Filbinger meintest, dann ist es aber eine ziemlich unangemessene und verfehlte Anmaßung von dir, zu behaupten, Oettinger habe gesagt, Filbe sei ,,ein ganz duftes Kerlchen" gewesen. Auch hat er ihn nicht ,,schon halb zum Widerstandskämpfer" gemacht.
Natürlich hätte Oettinger den Fehler von Filbe erwähnen können, aber wer in solch einer umfangreichen Rede dieses kleine Haar sich rauspicken will, der soll es erstmal besser machen. Das ist nämlich nicht so einfach, wie die ,,Kritiker" von Oettinger sich das so denken, Oettinger musste ja ständig den Spagat schaffen zwischen einerseits Filbe bei einer
Grab-Rede nicht allzu sehr runter zu machen, andererseits aber auch keinen Vorwurf der Bagatellisierung von den linken Medien zu bekommen. Würde man bei allen Reden von Politikern so knallhart vorgehen, hätten ja die rot-grünen Parteivorsitzenden und ihre Entourage in den letzten Jahren schon zigfach zurücktreten müssen, aber bei Denen ist's ja was Anderes, die dürfen das ja. Und die Rede hätte auch - genauso wie die Reden dieser rot-grünen Politiker - keine Sau interessiert, wenn sich nicht politisch Kapital aus der Oettinger-Rede schlagen ließe.
Von ,,Hexenjagd" muss man ja schließlich hier auch unter Anderem deswegen reden, weil der Eindruck erweckt wird, Oettinger habe Filbe auf eine Stufe mit Stauffenberg oder die Geschwister Scholl stellen wollen. Ganz zu schweigen von dem unsäglichen Hetz-Artikel von dem 68er Reinhard Mohr im ,,Spiegel", in welchem er es sich nicht nehmen ließ, auch gleich pauschal gegen den gesamten Konservatismus, die CDU und den RCDS zu pöbeln. Und nicht zu vergessen: Es kam zu massiven Rücktritts-Forderungen von diversen Politikern. Und Kurt Beck meinte, Filbe sei für ,,Ermordungen" verantwortlich - woraufhin die Frau von Filbinger ihn anzeigte - meiner Meinung nach völllig zu Recht.
Zitat von asdf Ja ich bin mir nicht so wirklich im klaren welche Punkte du meinst. Ich weiß leider nicht wo Psychoterror und StaSi Methoden angewendet werden sollen und es geht aus deinen Postings auch nicht hervor.
Nun, ich dachte eigentlich, du weißt über die linksextremistischen Äußerungen diverser SED-Politiker und sonstiger linksextremistischer Umtriebe der SED Bescheid, denn das müsste man eigentlich, wenn man sich über Politik informiert. Der SED-Vorstand ist der Meinung, die DDR war ,,kein Unrechtsstaat". Lafontaine äußerte: ,,Die Nazis waren nicht fremdenfeindlich, sondern im erster Linie rassistisch, denn sie haben Fremde im deutschen Reich beschäftigt". Ferner: Merkel sei es mit dem Zaun um Heiligendamm beim G8-Gipfel gelungen, die "Topterroristen hinter Gitter zu bringen" - woraufhin er ,,johlenden" Applaus von seinem Publikum erhielt (was auch nicht anders zu erwarten war angesichts dem, in gebildeten Kreisen bekannten, Wesen dieser ,,Partei"). Die Medien seien nach Lafontaine bei uns nur für die Reichen da, Kapitalismus bezeichnet Lafontaine als ,,Gewalt", die eine größere Dimension habe als die Gewalt des G8-Gipfels, in Bezug auf Venezuela warnt er vor einer ,,Instrumentalisierung der Menschenrechtsfrage", die Mitglieder des Bundestages sind für ihn eine ,,Schweinebande", die politische Verfolgung von Sozialdemokraten in der DDR vergleicht er mit dem ,,Einsperren" von Kommunisten in der BRD, Konservativen wirft er vor nicht den Rechtsstaat zu vertreten, die USA vergleicht er mit der RAF. Nun, kein Kommentar...

Und Lafontaine ist ja wie schon angemerkt leider kein Einzel-Phänomen, wenn man z.Bsp. sieht, wie der SED-
Vorstand zur DDR steht. Von der in VS-Berichten regelmäßig erwähnten ,,Kommunistischen Plattform" und anderen ähnlichen Organisationen ganz zu schweigen. Der VS erzählt ja, dass die SED mit Linksextremisten sogar im In- und Ausland kooperiert. Auf Parteitagen applaudiert man ja auch gerne der Kommunistischen Partei Kubas. Der Slogan der SED ,,Freiheit durch Sozialismus" zeigt auch, was diese unter ,,Freiheit" versteht. Und im Parteiprogramm steht: ,,Sozialismus ist für uns ein notwendiges Ziel - eine Gesellschaft, in der die freie Entwicklung einer und eines jeden zur Bedingung der freien Entwicklung aller geworden ist." Der letzte Halbsatz davon stammt aus dem kommunistischen Manifest, und nach diesem ist die freie Entwicklung Aller erst nach der Revolution möglich. Der Standpunkt der SED zu den RAF-Häftlingen und die Forderung nach ihrer Freilassung sagt ebenfalls Alles, um es vorsichtig auszudrücken.

Alleine schon, dass sie eine totale Aufklärung der Stasi-Akten nicht zulassen wollen, sagt Alles. Erst 1994 distanzierte man sich notgedrungen (nächster PR-Trick) vom Stalinismus - man hat aber dennoch kein Problem, die Stalinistin Wagenknecht als Parteimitglied zu haben. Journalisten verkloppen auf Partei-Veranstaltungen gehört auch zu den besonders bei der SED verbreiteten Sitten. Wie man in der SED mit Kritikern umgeht, zeigt ein Fall der SED Ratelon im Jahre 2004: Der Vorsitzende der SED Ratelon, wurde zu 45 Tagen Haft und 60 Tagen Wahlrechtsentzug verurteilt, weil er einen Kollegen genötigt haben soll, sein Mandat niederzulegen.
Der
Ehrenvorsitzende der SED, Modrow, schwadronierte auf einem Parteitag: ,,Wer sich nicht für Antikapitalismus und gegen Neoliberalismus im "außerparlamentarischen und parlamentarischen Kampf" einsetzen wolle, solle "besser nicht kandidieren"."
Gysi auf einem Parteitag: ,,Viele wollten kein Staatssozialismus mehr, viele wollten auch die DDR nicht mehr, aber es gab doch auch noch Millionen Andere."
Der Bundesgeschäftsführer der SED, Bartsch, wirft der SPD vor, mit SED-Methoden zu arbeiten.
Nun ja, man kann sich, wenn man das weiß, seine Meinung bilden...
Wieso ist es für dich eigentlich kein Argument, dass die SED die ,,Systemfrage" stellt? Was wäre wieder los, wenn die NPD das tun würde, da wäre es dann ein Argument...

Die SED ist keinen Millimeter besser als Neonazis.
Die SED-Kader sitzen auch heute noch in den staatlichen Institutionen, in Schulen als Lehrer, Büttelei, Gewerkschaften, Medien und Vereinen.
Zitat von mschreiber Hey, was meint Ihr eigentlich mit linksextrem? Und was mit rechtsextrem? Das ist doch völlig inhaltsleer...
Kleines Beispiel: "Inhalt und Ziel (einer) sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben ... sein". Ja, ist linksextrem, gell?
Ätsch. Ist O-Ton CDU. Nur von 1947. Da war das politische Rechts-Links-Koordinatensystem n bissel anders. Waren da also alle Linksextreme?
Also: Links- und Rechtsextrem ist n ziemlich problematischer Begriff, weil völlig inhaltsleer. Vorschlag zur Klarheit: Benennen wir die jeweiligen Gruppen doch einfach als das, was sie sind: Also (Neo-) Nazis/Faschisten oder linke Sozialdemokraten/Sozialisten/Kommunisten.
Da kommt man gar net mehr in die Gefahr irgendwelcher schwubbeliger Gleichsetzungen.
(Neo)Nazis/Faschisten erklären selbst eine Ungleichheit und Ungleichwertigkeit der Menschen zum Ziel politischen Handelns, Nazis haben darüberhinaus einen einzigartigen massenindustriell betriebenen aggressiven Vernichtungsfeldzug gegen Menschengruppen und andere Länder geführt. Neonazis verharmlosen das.
Linke Sozialdemokraten/Sozialisten/Kommunisten erklären die Gleichheit und Gleichwertigkeit der Menschen zum Ziel politischen Handelns und haben - was zumindest für die deutschen linken Sozialdemokraten/Sozialisten/Kommunisten wohl zweifelsfrei gilt - weder ansatzweise versucht eine Menschengruppe auszulöschen, noch aggresive Kriege angefangen.
Diese Klärung hat die folgenden Konsequenzen:
1. Jeder mag jetzt selbst entscheiden, obs schlimmer ist mit Ex-SEDlern in einer Partei zu sein oder mit Ex-Nazis :-)
Da hast du völlig Recht, dass man politische Begriffe sehr leicht verwischen und verschleiern kann. Dennoch gibt es auch Begriffe, die zumindest einen Sinn haben und nicht
ganz umsonst so heißen. Und wenn du sagst, du seist nicht deswegen gegen Nazis, weil es Nazis sind, sondern weil sie u.A. ,,rassistisch" seien, da könnte ich ja jetzt auch schon wieder anfangen, darüber zu diskutieren, was der Begriff ,,Rassismus" bedeutet, dieser ist nämlich auch nicht so ganz so, wie häufig angenommen wird.
Man kann doch ,,Extremismus" recht klar definieren: Gewalt wird eingesetzt zur Durchsetzung von politischen Zielen, die Gewalt ist die klare Trennlinie - also wo ist da das Definitions-Problem? Die Forderung nach Abschaffung des Kapitalismus gehört da meiner Meinung nach noch nicht dazu, obwohl natürlich in der Tat die meisten Anti-Kapitalisten auch Extremisten sind, wenn man mit ,,Kapitalismus" die ,,Marktwirtschaft" meint.
Zitat von mschreiber 3. Linke Faschisten gibts net. Entweder jemand ist links oder Faschist. Linker Faschist ist wie ein bananiger Apfel.
Doch, zum Beispiel in der DDR, in der SU, in Nordkorea, und woanders... Linke Faschisten gibt's also. Genauso wie Faschisten in Verbindung mit den verschiedensten anderen Dingen. Faschismus ist nicht nur Mussolini, der Faschismus kann tausend Gesicher haben. Nicht umsonst sprach Bush in Zusammenhang mit fundamentalistischen Islamisten von ,,Islamfaschismus", und der ehemalige SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher (guter Mann), meinte über Kommunisten, sie seien ,,rotlackierte Faschisten". Er würde sich heute wohl im Grabe umdrehen, wenn er sehen würde, was aus dieser Partei heute geworden ist, und was sie in Berlin macht und in Meck-Pomm gemacht hat.
