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Kapitalismuskritik

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hackvresse
Alt 24.04.2005, 19:44   #1
Standard Kapitalismuskritik

Mit seiner Kapitalismus-Kritik hat SPD-Chef Franz Müntefering nicht allein den Genossen aus der Seele gesprochen. Auch immer mehr prominente Vertreter der CDU stellen sich in der Debatte auf seine Seite. Zuerst Ex-Sozialminister Norbert Blüm, jetzt Heiner Geißler - und der geht weit über die Kritik von Müntefering hinaus.

weiter..

Meiner Meinung nach eine Debatte die schon lange überfällig ist.

Letztlich, so meinte Geißler, könne nur jene Philosophie siegen, die davon ausgehe, dass das Kapital dem Menschen zu dienen, und nicht ihn zu beherrschen habe. "Heute werden für die Kapitalrendite Menschenleben geopfert. Der moderne Kapitalismus ist eine moderne Form des Totalitarismus. Ein ökonomischer Totalitarismus, der über Leichen geht. Er nützt einigen wenigen, die immer mehr verdienen, er schadet immer mehr Menschen."
Dies ist wohl der entscheidende Punkt dieser Diskussion, aber auch des gesamten Wirtschaftssystems.
Die Wirtschaft soll dem Menschen dienen - nicht umgekehrt.

Es stellt sich natürlich immer die Frage, ob es richtig sein kann trotz Milliardengewinnen tausenden von Menschen die Existenzgrundlage zu nehmen. Aus Sicht der großen Konzerne ist dies durchaus berechtigt da sonst im internationalen Wettbewerb der Anschluss verpasst wird (Falls er denn jemals im Vergleich zu den USA da war).
Nur gerade unsere soziale Marktwirtschaft ist für solche Dinge einfach nicht ausgelegt; und sie wird daran zerbrechen. Man müsste tatsächlich amerikanische Verhältnisse in Deutschland schaffen um WIRKLICH konkurenzfähig zu werden. Möglich ist dies, nur stellt sich die Frage ob das wünschenswert ist in Anbetracht der Tatsache, dass ganze Bevölkerungsteile verarmen würden. Da stellt sich auch mittlerweile BDI-Chef Thumann die Frage, ob Gewinnmaximierung wirklich das einzige Ziel eines Unternehmens sein kann - wie hier nachzulesen.
Bedenklich ist auch wie Medien wie der SPIEGEL und ähnliche mit der angesprochenen Thematik umgehen. Sie bezeichnen Argumente der "Gegenseite" nur als stumpfe Parolen und verhindern somit eine vernünftige Auseinandersetzung mit den Problemen. Klar zu erkennen bleibt jedoch, welche Interessengruppen auf unsere Medien Einfluss haben...

Wie steht ihr zu der ganzen Angelegenheit? Wo ist die Schuld zu suchen? In der Politik oder ist es ein rein wirtschaftliches Problem?
Vorschläge erwünscht
 
 
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Morris
Alt 24.04.2005, 20:24   #2
Standard

Wie so oft ist die schuld nicht bei jemandem allein zu suchen.

Unmittelbar verantwortlich sind sicher: die Regierungen, da sie vieles zulassen und fördern, sich von der Wirtschaft unterkriegen lassen. Die Wirtschaft natürlich auch, da sie das alles ja maßgeblich betreibt. Und natürlich die Leute, die das alles mitmachen. Aber in einer Welt, in der man in jedem Land einen Großteil der Lebensmittel von Kraft bekommt, Kleidung auch standardisiert ist, bleibt einem ja auch kaum eine andere Wahl.

Lösungsvorschläge? Habe ich keine, da du ja lieber beim kapitalistischen System bleiben willst und Revolutionen ablehnst, warum auch immer. Aber ich finde Kapitalismus ansich ist schon der Fehler .
 
 
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Jonaz
Alt 24.04.2005, 20:33   #3
Standard

Verbrennt den Ackermann!!!
Geld und Macht verdirbt den Menschen, das ist wohl schon längst bewiesen.
Geld ist wie Alkohol im Blut.
Also lösung müsste man den dicken Bonzen den Geldhahn ein bisschen abdrehen und die Macht besser verteilen.
 
 
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El Sparko
Alt 24.04.2005, 21:49   #4
Standard

die lösung des ganzen klingt nach christlicher kinderkacke, aber wenn jeder von uns nicht zuerst sich selbst sondern die gemeinschaft sehen würde, im sinne der nächstenliebe, dann gäbe es schon im kleinsten level dieses "wie du mir, so ich dir"-gescheisse.

seht euch die welt doch mal an. jeder ist darauf aus sicherzustellen am ehesten SELBST den entscheidensten vorteil zu haben. die leute keifen sich grundlos an und alles wird auf reglementierungen und paragraphen ausgefochten.

in so einem umstand kann es garnicht funktionieren einzelnen leuten eine art "macht" in die hände zu geben. leider glaube ich aber dass alleinig die menschliche natur schon bessere verhältnisse verhindert.
 
 
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hackvresse
Alt 25.04.2005, 14:35   #5
Standard

aber wenn jeder von uns nicht zuerst sich selbst sondern die gemeinschaft sehen würde, im sinne der nächstenliebe, dann gäbe es schon im kleinsten level dieses "wie du mir, so ich dir"-gescheisse.
Leider vergisst du, dass diese Art von Egoismus überhaupt erst den Kapitalismus möglich macht. Jeder will dort für sich selbst das beste und den maximalen Gewinn. Darauf baut das ganze System doch auf.

Jetzt wo die Globalisierung in vollem Gange ist, wird der Markt gar nichtmehr durch Grenzen eingeschränkt. Der Sozialstaat hingegen schon und solange es keine, zumindest europaweiten, übergrenzlichen Vereinbarungen in dieser Hinsicht geben wird, wird Deutschland weiterhin nur bescheidene Wachstumsraten vorweisen können. Zudem droht, wenn sich denn nichts verbessert, die Gefahr einer Deflation. Und DAS ist nun wirklich nichts feines..
 
 
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El Sparko
Alt 25.04.2005, 18:37   #6
Standard

Leider vergisst du, dass diese Art von Egoismus überhaupt erst den Kapitalismus möglich macht.
ich habe im einleitungssatz das wörtchen "nicht" vergessen...
 
 
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Jacky Treehorn
Alt 26.04.2005, 01:36   #7
Standard

Plötzlich entdeckt Münte das sozialistische Kinderstübchen der SPD!

Also mal ehrlich: Wer von Euch denkt, daß die Kritik auch nach dem 22. Mai noch aufrecht erhalten wird (das ist der Wahltermin zum Landtag in NRW)? Ich jedenfalls nicht.

Kann mir einer den Volltext der die Kontroverse auslösenden Rede geben?
 
 
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hackvresse
Alt 26.04.2005, 07:38   #8
Standard

Das war ja nicht nur eine Rede. Es waren mehrere.

Plötzlich entdeckt Münte das sozialistische Kinderstübchen der SPD!
Ich glaub zwar nicht, dass du das wirklich ernst meinst, aber mit Sozialismus hat das - nur um das klar zu stellen - nicht viel zu tun
 
 
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Krähe
Alt 26.04.2005, 12:53   #9
Standard

Ist es nicht so, daß Unternehmer sich jede Änderung die die Politik zum Wohle der Gemeinschaft herausgibt, zu Nutze macht und Schlupflöcher findet.

Man nehme die sogenannten Mini-Jobs. Durch deren Einführung ist es für den Arbeitgeber billiger geworden fünf Aushilfen zu beschäftigen, statt einen Festangestellten. Was die Personalkosten enorm senkt, Krankengeld und bezahlten Urlaub gibt es nicht, auch wenn es eigentlich vorgesehen ist.

Ich komme aus der Gastronomie, in welcher diese Auswirkung extrrem zu merken sind. Hier gibt es auch noch die vielgepriesenen Nacht- Sonn- und Feiertagszuschläge. Die bekommt mittlerweile eh keiner mehr wirklich, da es üblich ist Nettostundenlöhne zu vereinbaren, die Zuschläge nutzt der Arbeitgeber um zu sparen - sind nähmlich Steuer- und Sozialabgabenfrei. Negative Folge für den Arbeitnehmer, sollte er tatsächlich einmal arbeitslos sein, wird ein wesentlich niedriger Bruttolohn zugrunde gelegt. Grundsätzlich kommt noch dazu, sollte man nur so einen Mini-Job finden, ist man gezwungen sich entweder arbeitslos zu melden, oder die Krankenversicherung selbst zu zahlen. Man ist darüber nämlich nicht krankenversichert, obwohla uch hier ein Pauschalbeitrag vom Arbeitgeber abgeführt wird.

Speziell bei meinem Betrieb gabs dann im letzten Jahr noch sehr einschneidende Änderungen. Wir gehören zu einem Unternehmen das mehrere Lokale betreibt, einige laufen wohl nicht so gut. Als erstes wurde den Mitarbeitern an der Bar das Trinkgeld beschnitten, 5 % vom Umsatz - macht im Schnitt bei jedem 20 Euro für 12 Stunden Knochenarbeit. Selbige Änderung an den Sonderbars die wohlgemerkt auf Zählbestand arbeiten. Die Servicemitarbeiter müssen 1,5 % Ihres Umsatzes vom Trinkgeld an die Küche abgeben. Die Folge inzwischen bleibt oft weniger als man abgeben muss. Kommt noch dazu -freiwillige Abgabe - an die Comnis. Hier sei noch bemerkt das die Löhne für Bar und Service so kalkuliert sind, das dieses ja Trinkgeld bekommen. Der Durchschnittsstundenlohn liegt bei 6 Euro. Als nächstes folgte der Wegfall der Personalgetränke - wir reden hier von Sodas. Letztendlich wurde dann auch das Essen für € 3,- gestrichen. Hier sei bemerkt - drei Euro decken voll und ganz den Wareneinsatz. Vermutlich wurden die steuerlichen Vergünstigungen vom Arbeitgeber weiter genutzt. Es gibt hier meines Wissens einen Pauschalbetrag pro Mitarbeiter. Mein Betrieb läuft hervorragend, die Gewinne steigen, die Kosten sinken.
Die Trinkgelder sind schon lange nicht mehr gut, woher auch wenn die Leute weniger Geld in der Tasche haben.
Solange die Unternehmer nicht umdenken - wieso sollten sie, die wollen doch Gewinn machen, wird die Politik nichts können. Egal was sich unser Staat ausdenkt, Unternehmer werden immer einen Vorteil daraus ziehen, ihr Interesse gilt allein dem Gewinn, nicht der Gemeinschaft.
Die amerikanischen Verhältnisse werden früher oder später kommen, den der kleine Arbeitnehmer wird sich nicht mehr wehren. Den Unternehmen wird es immer einfacher gemacht, Kündigungsschutz etc... Man muss ja froh sein, wenn man noch Arbeit hat.

Kleiner Verweis auf meine Signatur ...
 
 
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hackvresse
Alt 26.04.2005, 14:51   #10
Standard

Solange die Unternehmer nicht umdenken - wieso sollten sie, die wollen doch Gewinn machen, wird die Politik nichts können. Egal was sich unser Staat ausdenkt, Unternehmer werden immer einen Vorteil daraus ziehen, ihr Interesse gilt allein dem Gewinn, nicht der Gemeinschaft.
Die amerikanischen Verhältnisse werden früher oder später kommen, den der kleine Arbeitnehmer wird sich nicht mehr wehren. Den Unternehmen wird es immer einfacher gemacht, Kündigungsschutz etc... Man muss ja froh sein, wenn man noch Arbeit hat.
1.Eigentlich ist es ja auch falsch den Unternehmer als Sündebock hinzustellen. Man kann dem Unternehmer nicht ernsthaft vorwerfen nur auf den Gewinn zu schauen. Daher muss man sehen sie in die Pflicht zu nehmen. Diverse Schlupflöcher schließen. Das ist allerdings nichtmehr möglich, denn:

Jetzt wo die Globalisierung in vollem Gange ist, wird der Markt gar nichtmehr durch Grenzen eingeschränkt. Der Sozialstaat hingegen schon [...]
(zitat von mir oben)

2. Du vergisst, dass der kleine Arbeitnehmer sich noch nie gewehrt hat. Selten hat sich eine schwache, aber sehr sehr deutliche MEHRHEIT mal gewehrt.

Sowieso sind irgendwelche Änderungen am jetzigen Kurs fast ausgeschlossen, da wir ganz einfach vom Geld regiert werden. Das war zwar eigentlich schon immer so - wird in solchen Zeiten wie diesen aber umso mehr deutlich.

Man sollte den Kapitalismus nicht verfluchen, er hat uns schöne Dinge gebracht. Die Modernisierung ist in einem Tempo seit Jahrzehnten im Gange, wie man es nie für möglich gehalten hätte. Aus wirtschaftlicher Freiheit und dem Anspruch auf privates Eigentum folgten auch Freiheiten in ganz anderen Lebensbereichen. Das alles kann man ja eigentlich auch nur für erstrebenswert halten.
Nur leider gibt es halt die negativen Seiten und ob man die diese für tragbar hält im Angesicht der Vorteile.
 
 
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Jacky Treehorn
Alt 26.04.2005, 17:18   #11
Standard

Original geschrieben von hackvresse
Eigentlich ist es ja auch falsch den Unternehmer als Sündebock hinzustellen. Man kann dem Unternehmer nicht ernsthaft vorwerfen nur auf den Gewinn zu schauen.
Denn bei Licht betrachtet ist die Triebfeder allen menschlichen Handelns ein mal mehr mal weniger gedämpfter Egoismus. Das hört sich schlimm an, ist aber im Grunde eine gute Sache, denn aus dem eigenen Nutzen muß nicht zwingend der Schaden des anderen entstehen. Ein italienischer Ökonom namens Pareto (glaub' ich, so hieß er) nannte das ein Prinzip, das für alle Beteiligten die größte Effizienz bringt.

Nicht mit Egoismus zu verwechseln ist aber die Rücksichtslosigkeit. Hier hat Politik anzusetzen: Gerade die Starken sind stark, weil ihr Egoismus sie besonders weit gebracht hat. Dafür müssen sie aber auch mehr Rücksicht üben.

Jetzt kommt der Knackpunkt: Wenn man Rücksichtnahme verlangt, darf man nicht gleich die Zange des Zwangs ansetzen.

Original geschrieben von hackvresse
Man sollte den Kapitalismus nicht verfluchen, er hat uns schöne Dinge gebracht. Die Modernisierung ist in einem Tempo seit Jahrzehnten im Gange, wie man es nie für möglich gehalten hätte. Aus wirtschaftlicher Freiheit und dem Anspruch auf privates Eigentum folgten auch Freiheiten in ganz anderen Lebensbereichen. Das alles kann man ja eigentlich auch nur für erstrebenswert halten.
Nur leider gibt es halt die negativen Seiten und ob man die diese für tragbar hält im Angesicht der Vorteile.
Die Frage ist unvermeidlich: Gibt es denn eine funktionierende Alternative? Das sozialistische Modell verkannte den Nutzen des Egoismus und ist daran gescheitert. Hier mußte Zwang eingesetzt werden, um den mangelnden Antrieb der Selbstbeglückung zu kompensieren. Dies hatte wiederum eine Verstärkung der Weigerungshaltung zur Folge. Daß dieses System letztlich gescheitert ist, wundert nicht wirklich.

Klar würde ich auch befürworten, wenn der Wohlstand völlig gleichmäßig verteilt würde. Aber wie soll das funktionieren? Wenn ich weiß, daß man mir mehr als die Hälfte des Erreichten wegnimmt, gebe ich mir doch nicht noch Mühe, noch mehr zu erwirtschaften, wenn ich auch mit dem geringeren Anteil auskomme...
 
 
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hackvresse
Alt 27.04.2005, 13:00   #12
Standard

Wir sind uns sicher darüber einig, dass der Sozialismus sicherlich KEINE brauchbare Alternative darstellt. Auf Zwang kann kein System dauerhaft aufbauen.

Nicht mit Egoismus zu verwechseln ist aber die Rücksichtslosigkeit. Hier hat Politik anzusetzen: Gerade die Starken sind stark, weil ihr Egoismus sie besonders weit gebracht hat. Dafür müssen sie aber auch mehr Rücksicht üben.
Aber genau da hat die Politik nunmal versagt. Zweifelsohne ist die Politik in einer blöden Situation. Will man Rücksicht von großen Konzernen einfordern drohen diese auszuwandern. So einfach ist die Situation nunmal nicht.

Aber ich bin mir sicher dass auch dort irgendwo und irgendwie ein Ausweg gefunden werden kann. Aber indem man Sozialleistungen weiter kürzt etc kommt man sicher nicht zum gewünschten Erfolg.
 
 
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Jacky Treehorn
Alt 02.05.2005, 00:24   #13
Standard

Wer glaubt, mit der Kürzung von Sozialleistungen und dem Zucker-in-den-Arsch-Blasen für Großkonzerne die wirtschaftliche Situation in Deutschland zu verbessern, ist nicht mal mehr blauäugig, sondern eher dummdreist.

Wenn eine Schicht in der Wirtschaft wirklich förderungswürdig ist, ist es der Mittelstand, der nicht mit der Komplettverlageeung von Produktion oder auc nur der Konzernholding droht - sei s, weil er nicht kann oder dafür nicht habgierig genug ist.

Aber plakativere Politik läßt sich natürlich mit Maßnahmen zugunsten von Siemens & Co machen

Die derzeitige Situation ist unbefriedigend. Aber noch unbefriedigender ist die unzureichende Analyse der Ursachen. Ich hoffe jedenfals, daß es daran und nicht an der Unwilligkeit, an den Ursachen zu arbeiten liegt.
 
 
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Krähe
Alt 02.05.2005, 08:15   #14
Standard

Original geschrieben von Jacky Treehorn
Wenn eine Schicht in der Wirtschaft wirklich förderungswürdig ist, ist es der Mittelstand, der nicht mit der Komplettverlageeung von Produktion oder auc nur der Konzernholding droht - sei s, weil er nicht kann oder dafür nicht habgierig genug ist.
Hier sollte man nicht nur die produzierenden Unternehmen berücksichtigenden, sondern auch etwas die dienstleistenden Handwerksunternehmen. Hier gehts im Einzelfall nur um 10 - 15 Arbeitsplätze, aber hier macht es die Masse aus. Viele Handwerksbetriebe fühlen sich ihren Mitarbeitern gegnüber noch verantwortlich. Ferner bilden sie qualitativ oft hochwertiger aus. Leider werden diese Ausbildungsplätze weniger, da es sich diese Betriebe oft nicht mehr leisten können, ihre Auszubildenden zu übernehmen, was für diese Betriebe eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist. Diese Betriebe sind enorm abhängig von der Wirtschaft. Denn wenn die Leute kein Geld haben, wer kann sich dann schon einen Maler, Schreiner etc. leisten. Dazu kommt ein extremer Konkurrenzdruck durch Billigfirmen aus dem Ostblock, welche zum Teil auch illegal hier arbeiten. Dies gilt es endlich zu stoppen.

Deutschland muss endlich lernen über den Rand der Gegenwart hinaus auf die Zukunft zu blicken. Nicht nur akute Probleme gilt es zu lösen, sondern auch welche die entstehen durch akute Lösungen. Eine Anhebung des Rentenalters hat zur Folge das dafür mehr junge arbeitslos sind und oft erst gar keinen Ausbildungsplatz finden. Ferner müssen die Arbeitgeber umdenken. Ständig wird Personal mit Berufserfahrung gesucht, man sollte den unerfahrenen auch eine Chance geben sich zu bewähren, für was gibts die Probezeit. Wie soll ein junger Mensch Erfahrung im Beruf sammeln, wenn ihm keiner die Möglichkeit gibt?
Man muss bei der Wurzel des Übels ansetzen, nicht an der Spitze des Berges. Ein durchaus sinnvoller Schritt war meines Erachtens HartzIV, um denen die bisher gut auf Kosten des Staates leben konnten und dieses auch schamlos ausgenutzt haben die Suppe zu versalzen. Was nun nicht heissen soll das sämtliche ALGII- und ehemalige Sozialhilfeempfänger Schmarozer sind. Die wirklich Bedürftigen seien hier ausgenommen. Für sogenannte Dauerkranke, die dies nur durch einen betrügerischen Arzt sind, sollten Vertrauensärzte eingeführt werden, die den tatsächlichen Gesundheitszustand und vor allem die mögliche Arbeitsfähigkeit feststellen. Allerdings müssen dafür auch wieder Arbeitsplätze vorhanden sein! Umschulungen in Berufe in denen Personal gesucht wird sollten Verpflichtung sein, z. B. Pflegeberufe.
 
 
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hackvresse
Alt 02.05.2005, 15:29   #15
Standard

sollten Vertrauensärzte eingeführt werden, die den tatsächlichen Gesundheitszustand und vor allem die mögliche Arbeitsfähigkeit feststellen.
Naja sowas wird vorher immer amtsärztlich überprüft. Denke schon dass sich unser Staat dahingehend abgesichert hat
 
 
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Krähe
Alt 02.05.2005, 15:50   #16
Standard

Original geschrieben von hackvresse


Naja sowas wird vorher immer amtsärztlich überprüft. Denke schon dass sich unser Staat dahingehend abgesichert hat
ich möchte hier murmal einen querverweis auf das Thread von Assi machen
 
 
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Aichmophobiker
Alt 02.05.2005, 18:57   #17
Standard

Das traurige an der Kapitalismuskritik ist die Wahl des Diskusionszeitpunktes. Es scheint fast so, als suche man sich kurz vor der Landtagswahl in NRW einen Sündenbock. Das soll nicht heißen das die Diskusion nicht schon lange überflüssig ist...dennoch erscheinen mir die Aussagen von Hr. Franz Müntefering konzeptlos. Ich erwarte von dieser Diskusion nicht mehr als von den Parolen wie sie vor anderen Wahlen gemacht wurden. Die Kapitalismuskritik ist der Köder den ca. 5 Millionen Arbeitslosen in Deutschland, davon alleine 1 Millionen in NRW schlucken sollen. Ich sehe nicht mehr als einen verzweifelten Versuch die drohende Blamage abzuwenden. Die SPD regiert seit 39 Jahren in NRW....man sieht es gibt viel zu verlieren.
 
 
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DerAssie
Alt 02.05.2005, 20:29   #18
Standard

Der Kapitalismus und die Globalisierung samt ihren Profitwahns um die Aktionäre zu befriedigen und daraus konsulitierende Rationalisierung ist auch der allein Schuldige der Sozialstaats regel recht exekutiert !!
Man sollte mal überlegen Leute wie Ackerman wegen Millionenfachen Mordes an Existenzen von Menschen vor Gericht zu stelln und Lebenslang weg zu sperren.
Selbst wenn das Juristisch LEIDER nicht geht so bleiben diese Spackos in Vorständen Massenmörder in anderem Sinne !!
 
 
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Brinx
Alt 05.05.2005, 23:39   #19
Standard

Ich möchte mir hier gar nicht für den Kapitalismus einsetzen oder so, im Gegenteil bin ich auch gegen ihn, aber solange es Geld gibt, sind Menschen habgierig, und solange Menschen habgierig sind, wird Kapitalismus überall herschen (und es herrscht überall Kapitalismus, auch wenns nicht so genannt wird).
Natürlich kann man auch das Geld nicht einfach abschaffen (obwohl Geld an sich unlogisch ist :/).
Es gibt also meiner Meinug nach keinen Ausweg...
Wir können es höchstens schaffen den Staat sozialer zu machen.
 
 
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El Sparko
Alt 06.05.2005, 10:00   #20
Standard

das geld ist sicher nicht schuld. (ein ding kann nie die schuld für menschliche unzulänglichkeit tragen)

als es evtl. noch nicht so genormte tauschgegenstände, wie geld, gab waren menschen auch schon menschen. und da haben die leute eben anderswo beschissen...

is einfach so. das is das schlimme an der sache. die globalisierung weitet die auswirkungen dieser menschlichen neigungen natürlich entsprechend aus. jetzt spürts nicht nur der unmittelbar betroffene sondern die "ganze welt" im markttechnischen sinne.

mir tun z.B. die ehemaligen bauern in ländern wie rumänien (NICHT abwertend!) leid. ihr ganzes leben lang hatten sie ihren grund und konnten mehr oder weniger davon leben. wahrscheinlich waren sie genausowenig glücklich wie wir aber bald werden sie ihren grund billig verkaufen müssen und maurer oder ähnliches in deutschland werden. zu den heimischen konditionen. weit weg von familie etc... dabei ist rumänien nur ein beispiel, den kollegen in polen gehts sicher genauso.

und vor ein paar jahrzehnten wars sogar in deutschland so. :/
 
 
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mizue
Alt 06.05.2005, 12:58   #21
Standard

nunja... wobei man bei rumänien beachten muss, dass die bis zur wende tagsüber NICHT für sich selbst ernten durften, sondern fürs kollektiv. dh. das wenige bisschen, was für sie galt, mussten sie sich NACH der arbeit auf ihrem nicht eigenen feld, auf eben ihrem feld zurechtpflegen. nach der wende sollte es sowas nicht mehr gegeben haben, denke ich und dennoch konnten sie von den erträgen ihres grundstücks leben... sehr gut sogar.
 
 
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Brinx
Alt 06.05.2005, 13:27   #22
Standard

Original geschrieben von El Sparko
das geld ist sicher nicht schuld. (ein ding kann nie die schuld für menschliche unzulänglichkeit tragen)

als es evtl. noch nicht so genormte tauschgegenstände, wie geld, gab waren menschen auch schon menschen. und da haben die leute eben anderswo beschissen...
Meiner Meinung nach ist der Wert an sich schuld.
Wenn nichts einen Wert hätte könnte man auch nicht habgierig sein.
 
 
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Jacky Treehorn
Alt 06.05.2005, 14:46   #23
Standard

Original geschrieben von DerAssie
Der Kapitalismus und die Globalisierung samt ihren Profitwahns um die Aktionäre zu befriedigen und daraus konsulitierende Rationalisierung ist auch der allein Schuldige der Sozialstaats regel recht exekutiert !!
Man sollte mal überlegen Leute wie Ackerman wegen Millionenfachen Mordes an Existenzen von Menschen vor Gericht zu stelln und Lebenslang weg zu sperren.
Selbst wenn das Juristisch LEIDER nicht geht so bleiben diese Spackos in Vorständen Massenmörder in anderem Sinne !!
Klar, schuld sind stets die anderen.

Wach auf, Assie!
 
 
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mizue
Alt 06.05.2005, 16:36   #24
Standard

Original geschrieben von Brinx

Meiner Meinung nach ist der Wert an sich schuld. Wenn nichts einen Wert hätte könnte man auch nicht habgierig sein.
meiner meinung nach ist nicht der wert (den es so gesehen eigentlich nicht gibt, weil alles materie ist) schuld, sondern die fehlende wertSCHÄTZUNG der menschen. von allen ecken und enden wird man zubombardiert mit dingen, die angeblich NOCH besser sein wollen, als das was man hat... der eine springt mehr drauf an und ist/wird habgierig, fängt an nach dem besseren zu streben usw., der andere eben weiß, was er hat und ist glücklich damit, während der erste nie glücklich sein wird und wenn dann nur für den moment, in dem er sich sicher ist, das MOMENTAN beste für sich zu haben.
 
 
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604
Alt 06.05.2005, 18:56   #25
Standard

das kapitalismusdogma: größtmögliche konkurrenz = zwang zu größtmöglichem gewinn = größtmöglicher ausbeutung = größtmögliche rücksichtslosigkeit = größtmöglicher nutzen für den einzelnen (das raubtier mit dem größten gebiss) =(!??) größtmöglicher nutzen für alle ----- aha!? und das ist das globale system auf das wir uns bisher verlassen haben. und das soll logisch sein? intelligent? kann ich nicht so sehen.

ist doch klar dass dort produziert wird, wo die menschliche arbeitskraft nichts wert ist, weil die leute keine andere wahl haben als für praktisch nichts zu arbeiten und dort verkauft wird wo (noch) die großen preise zu erzielen sind. ist doch klar dass das nur zu massiver arbeitslosigkeit in den ländern mit einigermaßen sozialen löhnen führen kann.

der einzelne staat kann alleine gegen ein global agierendes system (kapitalismus) garnichts tun. das wird auch darin deutlich dass die politik seit jahren nur verbale luftblasen produziert und tatsächlich praktisch nichts erreicht. noch nicht einmal die aktuelle und akute situation wurde klar umrissen und festgestellt. kein wunder, sind die politikergehälter doch dermaßen hoch, dass politik nicht unbedingt mehr etwas mit idealismus oder dem bedürfnis nach sozialem handeln zu tun hat sondern in erster line mit KOHLE MACHEN.

ich bin für wählen durch nicht-wählen.
 
 
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