Ist es nicht so, daß Unternehmer sich jede Änderung die die Politik zum Wohle der Gemeinschaft herausgibt, zu Nutze macht und Schlupflöcher findet.
Man nehme die sogenannten Mini-Jobs. Durch deren Einführung ist es für den Arbeitgeber billiger geworden fünf Aushilfen zu beschäftigen, statt einen Festangestellten. Was die Personalkosten enorm senkt, Krankengeld und bezahlten Urlaub gibt es nicht, auch wenn es eigentlich vorgesehen ist.
Ich komme aus der Gastronomie, in welcher diese Auswirkung extrrem zu merken sind. Hier gibt es auch noch die vielgepriesenen Nacht- Sonn- und Feiertagszuschläge. Die bekommt mittlerweile eh keiner mehr wirklich, da es üblich ist Nettostundenlöhne zu vereinbaren, die Zuschläge nutzt der Arbeitgeber um zu sparen - sind nähmlich Steuer- und Sozialabgabenfrei. Negative Folge für den Arbeitnehmer, sollte er tatsächlich einmal arbeitslos sein, wird ein wesentlich niedriger Bruttolohn zugrunde gelegt. Grundsätzlich kommt noch dazu, sollte man nur so einen Mini-Job finden, ist man gezwungen sich entweder arbeitslos zu melden, oder die Krankenversicherung selbst zu zahlen. Man ist darüber nämlich nicht krankenversichert, obwohla uch hier ein Pauschalbeitrag vom Arbeitgeber abgeführt wird.
Speziell bei meinem Betrieb gabs dann im letzten Jahr noch sehr einschneidende Änderungen. Wir gehören zu einem Unternehmen das mehrere Lokale betreibt, einige laufen wohl nicht so gut. Als erstes wurde den Mitarbeitern an der Bar das Trinkgeld beschnitten, 5 % vom Umsatz - macht im Schnitt bei jedem 20 Euro für 12 Stunden Knochenarbeit. Selbige Änderung an den Sonderbars die wohlgemerkt auf Zählbestand arbeiten. Die Servicemitarbeiter müssen 1,5 % Ihres Umsatzes vom Trinkgeld an die Küche abgeben. Die Folge inzwischen bleibt oft weniger als man abgeben muss. Kommt noch dazu -freiwillige Abgabe - an die Comnis. Hier sei noch bemerkt das die Löhne für Bar und Service so kalkuliert sind, das dieses ja Trinkgeld bekommen. Der Durchschnittsstundenlohn liegt bei 6 Euro. Als nächstes folgte der Wegfall der Personalgetränke - wir reden hier von Sodas. Letztendlich wurde dann auch das Essen für € 3,- gestrichen. Hier sei bemerkt - drei Euro decken voll und ganz den Wareneinsatz. Vermutlich wurden die steuerlichen Vergünstigungen vom Arbeitgeber weiter genutzt. Es gibt hier meines Wissens einen Pauschalbetrag pro Mitarbeiter. Mein Betrieb läuft hervorragend, die Gewinne steigen, die Kosten sinken.
Die Trinkgelder sind schon lange nicht mehr gut, woher auch wenn die Leute weniger Geld in der Tasche haben.
Solange die Unternehmer nicht umdenken - wieso sollten sie, die wollen doch Gewinn machen, wird die Politik nichts können. Egal was sich unser Staat ausdenkt, Unternehmer werden immer einen Vorteil daraus ziehen, ihr Interesse gilt allein dem Gewinn, nicht der Gemeinschaft.
Die amerikanischen Verhältnisse werden früher oder später kommen, den der kleine Arbeitnehmer wird sich nicht mehr wehren. Den Unternehmen wird es immer einfacher gemacht, Kündigungsschutz etc... Man muss ja froh sein, wenn man noch Arbeit hat.
Kleiner Verweis auf meine Signatur ...
