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Jugendschutz weiter verschärft

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OrionX
Alt 10.05.2008, 07:47   #1
Standard Jugendschutz weiter verschärft

Quelle: heise online - Bundestag verabschiedet Jugendschutzgesetz gegen "Killerspiele"

Zitat von heise online
Bundestag verabschiedet Jugendschutzgesetz gegen "Killerspiele" Meldung vorlesen

Der Bundestag hat wie erwartet den umstrittenen Regierungsentwurf zur ersten Änderung des Jugendschutzgesetzes mit den Stimmen der Mehrheit der großen Koalition abgesegnet. Die Gesetzesnovelle, die am Donnerstagabend gegen die Stimmen der Opposition verabschiedet wurde, erweitert die Kriterien, nach denen Gewaltvideos und sogenannte "Killerspiele" als jugendgefährdend auf dem Index landen. Darüber hinaus müssen die Altersbeschränkungen auf CDs und DVDs vergrößert werden, damit sie beim Kauf künftig auf den ersten Blick ins Auge fallen. "Damit machen wir Jugendschutz sichtbar", sagte die CDU-Abgeordnete Antje Blumenthal laut dpa.
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Mit der von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hochgehaltenen Initiative werden Spiele mit "weitreichenden Abgabe-, Vertriebs- und Werbeverboten" belegt, die "besonders realistische, grausame und reißerische Gewaltdarstellungen und Tötungshandlungen beinhalten, die das mediale Geschehen selbstzweckhaft beherrschen". Bisher sind allein Gewalt oder Krieg "verherrlichende" Computerspiele für Jugendliche automatisch verboten. Gesetzlich festgeschrieben werden auch Mindestgrößen und Sichtbarkeit der Alterskennzeichen der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) und der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK).

FDP, Linke und Grüne bezeichneten das Gesetz als unzureichend und mahnten zusätzliche Regelungen für den Online-Bereich an. Der FDP-Medienexperte Christoph Waitz warnte, im Internet könnten sich Kinder und Jugendliche indizierte Spiele weiterhin ohne jede Altersprüfung herunterladen. Auch der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, kritisierte, mit der Neuregelung treibe man die Jugendlichen "vorsätzlich ins ungeregelte Internet".

Die Linke mahnte eine Stärkung der Medienkompetenz bei Kindern und Eltern an. "Medienkompetenz ist die Schlüsselkategorie", sagte Lothar Bisky. Der jugendpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Kai Gehring, forderte darüber hinaus verschärfte Kontrollen im Handel sowie höhere Bußgelder bei Verstößen gegen den Jugendschutz.

Ursprünglich hatte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) den Einsatz jugendlicher Testkäufer geplant. Damit sollten Händler überführt werden, die Schnaps, Zigaretten oder Gewaltvideos unerlaubt an minderjährige Kunden verkaufen. Nach heftiger Kritik von SPD und Opposition war dieser Vorschlag aus dem Gesetzentwurf gestrichen worden. Gehring erklärte, damit hätte man Kinder zu "Lückenbüßern" für mangelnde staatliche Kontrolle gemacht.
Meine Meinung dazu:

Es ist doch mal wieder typisch für die Politik, das Jugendschutz mit Zensur durchgesetzt werden muss. Anstatt den Fokus auf mehr elterliche Kontrolle (dazu die Aktion "Schau hin was deine Kinder machen") zu legen, nimmt man den Eltern immer mehr die Erziehung aus der Hand. Auch versteht man scheinbar immer noch nicht, das grade die indizierung auf Jugendliche wie ein "Prädikat: Besonders wertvoll" wirkt.

Kinder kriegen heisst Verantwortung, verantwortung wie die Kinder aufwachsen und womit sie ihre Zeit verbringen. Eltern die ihre Kinder vor dem Rechner oder dem Fernseher parken und sich dann über gewaltdarstellung beschweren, machen in meinen augen was falsch. Wenn jemand von einem Mercedes überfahren wird wird ja auch nicht Mercedes verboten.

Unpopuläre Indizierungsanträge waren zb die des Ferkelbuchs oder die erfolgreiche indizierung der ungekürzten Version von Rambo.

Ich finde auch die formulierung mal wieder sehr tolle Formulierung:

"besonders realistische, grausame und reißerische Gewaltdarstellungen und Tötungshandlungen beinhalten, die das mediale Geschehen selbstzweckhaft beherrschen"
das kann ja wieder ein riesen Spektrum sein, ich tipp der nächste Kandidat für Indizierungsanträge ist GTA IV.

Was haltet ihr vom weiter verschärften Jugendschutz? Bringts was bringts nix? Die größeren Kennzeichnungen haben die Filmfans ja schon ein wenig sauer gemacht

Ist ja ein thema was alle betrifft, Jugendliche wie Erwachsene, denn indizierte Spiele sind doch einen tick schwerer zu beschaffen als ab 18 Ware und die gibts nicht mal eben im Mediamarkt.

Interessant dazu noch:

heise online - Regierung stellt pro Jahr rund 30 Indizierungsanträge für Computerspiele
 
 
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Grandylein
Alt 10.05.2008, 13:10   #2
Standard

Das mit den grösseren FSK-Logo halte ich einfach für Schwachsinn. Das Ganze ist eigentlich auf nur 2 simplen Amokläufen basierend:

Der eine war im Schützenverein und hatte keinen Abschluss gekriegt, der andere war von seinem sozialen umfeld+Medien genervt.

Aber da müssen halt Counterstrike & Co herhalten.


Was wir nicht alles schon hatten, wo von auf einmal berichtet wird wenn es "in" ist: Kampfhunde, Ubahnangriffe, Züge die jetzt ständig in Herden reinrasen, und nun lauter Inzestfälle..


Da werden dann populistische Massnahmen getroffen. Man will ja den Eindruck erwecken, dass man was tut. Aber das die von der Thematik eigentlich keine Ahnung haben, fällt einem auf, wenn man einen Hund besitzt, oder selber PC-Spieler ist.


Naja früher:

Erfindung von..
(Kino)Film = Böse, der Mensch sieht vorgefertigte Handlungen welche ihn evtl beeinflussen

TV/Fernseher = Böse, der Mensch wird von Zuhause von etwas berieselt und bildet sich evtl keine eigene Meinung mehr

Computerspiele: Böse, da kann man interaktiv wen töten und stumpft ab.


Dauert halt immer 20-30 Jahre bis die Älteren das als normal akzeptieren...vorher ist das erstmal "Teufelszeug" oder so ähnlich.

"Gut" finde ich auch das Argument, man trainiere das Töten am PC. Also so Mausklickerei kompensiert bestimmt son Dauerlauf, Stechmanöver, schwere Waffen halten...
 
 
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Bodo
Alt 10.05.2008, 15:27   #3
Standard

Dauert halt immer 20-30 Jahre bis die Älteren das als normal akzeptieren...vorher ist das erstmal "Teufelszeug" oder so ähnlich.
Ich glaube das funktioniert eher so dass dann die Generation die als erstes damit aufgewachsen is in einer Position is in der sie mitreden kann.

Ich bin eh der Meinung das die grossen Religionen bald nur noch eine Randnote in der Erfolgsgeschichte des Atheismus sein wird.
Die Welt wird ohne ihre geistigen Götzen viel friedlicher sein.
Ins falsche Thema gepostet?
 
 
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Xyrox
Alt 11.05.2008, 08:03   #4
Standard

ich bin da ganz orionx meinung die erziehung der kinder sollen die eltern übernehmen. es kann nicht angehen, dass iwelche leute kinder bekommen und die dan einfach bis 18 durchfüttern ohne erziehung.

man kann nicht alles zensieren und nciht alle reagieren gleich es gibt viele leute die einfach zocken können und dabei spass haben. nur weil bei einem der amokläufer n cs gefunden worden ist kann man das nicht auf alle leute übertragen die mal n spiel gekauft haben wo ne waffe drinn vorkommt.
stellt euch mal vor der alkohol wurde erst vor 10 jahren entdeckt und das teufelszeug ist noch um einiges schlimmer.
 
 
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Dreamrat
Alt 11.05.2008, 09:06   #5
Standard

Ich bin der Meinung, das es nicht nur alleine die Spiele sind, sondern das es an der Person liegt, dass es andere Probleme sind und die mit der Person zu tun haben, weil da müsste man so einige zeichentrickfilme oder Filme für die jugend auch verschärfen. ich bin auch der Meinung, dass man es den Eltern überlassen sollte, die Erziehung von den Kindern, muss aber auch dazu sagen, dass es Eltern gibt, die es nicht schaffen oder sich zeit nehmen um die kinder zu erziehen. so wie ich oft im Bekanntenkreis feststellen musste, ist es den Eltern egal, was die kinder spielen, hauptsache sie haben ihre Ruhe und die kinder sind beschäftigt und still. Das kann ich nicht akzeptieren, ich kontrolliere ständig, was meine kinder am pc so machen und rede mit ihnen darüber, auch über Spiele halte ich immer meine Augen auf und informiere mich über meine kinder, was sie so spielen und schaue mir das Spiel gemeinsam mit ihnen an, zur info, ich kontrolliere meine kinder nicht geheim, sondern mit ihnen zusammen.

Es ist aber auch sehr schwer in der heutigen zeit, die kinder alleine richtig zu erziehen, da man arbeiten muss, sie sollten lieber da etwas dagegen tun, das nicht so viele kinder im jüngeren Alter schon auf sich alleine gestellt sind, da beide elternteile oder alleineerziehende, berufstätig sein müssen, um zu überleben. Sie setzen eben immer an der falschen stelle an, ob es mit Alkohol ist, wurde auf 18jahre erhöht, so wie mit Zigaretten.
Die jugend wird es trotzdem machen, auch wenn es verboten ist, weil sich nach meiner Meinung zu wenig um die Jugend, kinder gekümmert wird.

Meine Meinung, sollte man nichts verbieten, oder verschärfen, sondern den Kindern und der Jugend beibringen und lernen damit umzugehen, es verstehen lernen, sich damit auseinanderzusetzen. So ist es mit allen Sachen. Verbote und verschärfungen bringen doch die jugend gerade auf den Geschmack auf die Neugier, außerdem war es ja schon immer etwas spannender etwas verbotenes zu tun, in diesem Alter. Der Reiz wird einfach höher, als das es dadurch weniger wird. Siehe rauchen, sie rauchen genauso wie vorher und sogar noch mehr. So wird es dann, mit den Spielen auch sein.

lg Dreamrat
 
 
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Philipp
Alt 11.05.2008, 10:49   #6
Standard

denken die wir sind doof? Wenn ich en film gucken will dann werd ich den auch gucken ,das gesetz bewirkt glaub ich nur das es noch mehr illegale downloads geben wird. Und für son scheiß zahln wir steuern ? armes deutschland
 
 
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Berz
Alt 11.05.2008, 14:44   #7
Standard

Also ich finds gut, dass die zeichen jetzt größer sind weil dann läuft keiner mehr Amok !
so vielleicht?
Ich weiß echt nich wie man da was positives zu sagen soll . . .^^ Aber die gute alte Pseudopolitik wird uns schon bald wieder vor neuen Bedrohungen aus den tiefen Gründen der Belustigung schützen. Dafür DANKE !
 
 
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short_cut_baby
Alt 12.05.2008, 19:12   #8
Standard

Das Ganze ist eigentlich auf nur 2 simplen Amokläufen basierend
jah jah 2 und simpel stört mich da grad oO ich mein ich weiß wie du das meinst aber simpel ist das allemal nicht.

ich denk nich dass es viel bringen wird, die kids kommen so oder so dran.
 
 
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OrionX
Alt 12.05.2008, 20:51   #9
Standard

vor allem Computerspiele als Grund für die Amokläufe zu nehmen ist schon echt realitätsfremd. Amokläufe gabs schon vor Computerspielen:

1913 Ernst August Wagner, Dichter und Lehrer tötete seine frau und kinder, zündete das Dorf Vahingen an der Enz an und Schoss dann auf die flüchtenden. Killergedichte wurden nicht verboten.

1964 der 42 jährige Frührentner Walter Seifert baute sich selbst einen Flammenwerfer, ging damit an seine alte Schule im Kölner Stadtteil Volkhofen und tötete 2 Lehrerinnen, 8 Kinder und verletzte 28 (war eine ganze schulklasse). Killerfrührente wurde nicht verboten.

Und für den Amoklauf an der Freiherr-vom-Stein Gesamtschule in Eppstein quote ich mal wikipedia:

Quelle: Eppstein – Wikipedia

Die Schule erlangte bundesweite Aufmerksamkeit durch einen Amoklauf am 3. Juni 1983. An der in Eppstein-Vockenhausen gelegenen Schule am Waldrand drang der Attentäter, der tschechischstämmige Karel Charva, mit zwei Pistolen in den Klassenraum einer sechsten Klasse ein. Der zum Tatzeitpunkt 34-jährige Amokläufer hatte die Schule willkürlich gewählt und keinerlei Bezugspunkte zu Schule und Opfern. Bekannte schilderten den Sportschützen als extrem aggressiv.
Als der Täter seine Waffe zückte, trat ihm der Lehrer Adolf Gelhaar entgegen um seine Schüler zu schützen und wurde durch sieben Schüsse lebensgefährlich verletzt. Anschließend schoss Charva in der Klasse um sich und tötete dabei drei Schüler, 14 wurden zum Teil lebensbedrohlich verwundet. Zwei Verkehrspolizisten, die in der angrenzenden Grundschule Fahrradunterricht gaben, hörten die Schüsse. Während einer der Beamten die Kinder in Sicherheit brachte, ging der Zweite zum Klassenraum und wurde von Charva im Gang erschossen. Ebenfalls im Flur wurde ein zu Hilfe eilender Lehrer erschossen. Der Hausmeister der Schulen reagierte geistesgegenwärtig und warf den anderen Schulklassen im Gebäude Türschlüssel zu, damit diese sich einsperren könnten. Bevor die anrückende Polizei Charva festnehmen konnte, erschoss er sich.


Killersportschiessen wurde nicht verboten.



Aber Computerspiele sind böse... ne is klar....
 
 
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-Onkelchen-
Alt 12.05.2008, 23:46   #10
Standard

Muss nun auch meinen Ketchup hinzugeben ^^
Ich selbst war mal knappe 2 Jahre spielsüchtig und ich kann nur sagen das ist reiner schwachsinn.. Ich würde gerne mal mit so nem ding rumschießen und ich find das auch geil ABER nur weil ich mich den 2.WK interessier , ich zock auch nur Moh Cod2/3 . Ich habe bestimmt schon 12mal mehr darüber nachgedacht während jemand vor mir stand was passiern würde wenn ich dem jetzt eine knall als dass ich mir den in gedanken erschießen würde.
Hmm man sollte Kampfsport verbieten ja!! Mit 6 Jahren taekwondo bin ich ne gefährliche Person! Muss sofort in den Knast. Oder man sollte Sport allgemein verbieten, ja das sollte man dann sind alle dick und faul, können sowieso in keiner schule rumrennen ohne sich alle 3 minuten hinzusetzen... gebe keine Verbrecher weil keiner mehr von den Bullen wegrennen kann weil die müssen ja durchtrainiert sein. Aber hallo? das sind dann vll. zukünftige Amokläufer! Die haben sogar WAFFEN!!! Mein gott, ok jetzt müssen wir die Polizei auch verbieten. Ok gut, jeder ist zufaul um aufzustehn um zur arbeit zu gehn, ganze Wirtschaft bricht zusammen, welt geht unter wir kommen wieder in den tauschhandel und ins mittelalter.
YUHU Lang leben die verwirrten Gesetze des Staates. 3 mal HURRA !( ja ich weiß vom thema abgekommen aber diese übertreibung musste einfach mal sein..-.- )

PS: Habe total das gute Video gesehen. da wurden in 5 minute bestimmt 90 Amokläufe gezeigt , wo wann von wem. Und gab auch viele in Deutschland und meiste in USA , ok wir sind nicht die USA aber trotzdem, in der Schweiz sind die doch auch nicht verboten. Laufen da etwa mehr leute Amok? NeNeNE! Vll. sollten die Politiker mal über das ganze Staatswesen nachdenken und die Bürger auch! ja genau. aber mein gott die wollen doch garnicht runter! Nein keinesfalls die wollen MACHT und GELD . Mehr nicht , alles leere worte was die da von sich geben

so abreagiert.

Gruß Onkel
 
 
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Felicitas
Alt 13.05.2008, 01:00   #11
Standard

ok, wir sollten vllt mal ein bisschen weggehen von der polemik, hin dazu, was man effektiv tun könnte um derartigen taten vorzubeugen. gibt es stellen beim jugendschutz wo man sinnvoll ansetzen kann? welche?

oder anders: es ist einfach zu sagen "die politiker sollen über das ganze staatswesen nachdenken" - was läuft denn eurer meinung nach konkret falsch (in bezug auf amokläufer/massenmörder) und was könnte wie geändert werden (um dem vorzubeugen)?

es ist relativ klar, dass "die politiker" verbieten was sie selber nicht kennen. natürlich würde keiner gedichte oder sportschießen verbieten, das gehört zu kultur, tradition und/oder geschichte. die frage ist also welchen nutzen derartige spiele haben? selbst horror- und kriminalbücher haben irgendeinen halbwegs kulturellen wert - welchen haben gewaltspiele? welche vorteile kann man ihnen abgewinnen, vllt in bezug auf die allgemeine entwicklung von jugendlichen?
 
 
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German Psycho
Alt 13.05.2008, 01:58   #12
Standard

Zitat von Felicitas Beitrag anzeigen
die frage ist also welchen nutzen derartige spiele haben? selbst horror- und kriminalbücher haben irgendeinen halbwegs kulturellen wert - welchen haben gewaltspiele? welche vorteile kann man ihnen abgewinnen, vllt in bezug auf die allgemeine entwicklung von jugendlichen?
Müssen sie denn unbedingt einen Nutzen haben ?
Hat Bier einen Nutzen ?
Haben Vergnügungsparks einen Nutzen ?
Filme ?
Die Simpsons ?

Sie machen einfach Spass, und ich glaube nicht dass sie sich durch einen Entwicklungstechnischen Nutzen rechtfertigen müssen.


Abgesehen davon dass es sich ja meist nicht um Sinnlose virtuelle Gewalt handelt (wär ja auch langweilig), sondern auch Teamfähigkeit, Strategie und bla und blub benötigt werden.
 
 
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OrionX
Alt 13.05.2008, 06:16   #13
Standard

Zitat von Felicitas Beitrag anzeigen
ok, wir sollten vllt mal ein bisschen weggehen von der polemik, hin dazu, was man effektiv tun könnte um derartigen taten vorzubeugen. gibt es stellen beim jugendschutz wo man sinnvoll ansetzen kann? welche?
garkeine. Eine gesunde soziale Entwicklung, wird doch mehr über das Umfeld geprägt, als über Computerspiele. Fragliche Amokläufe in Emsdetten und Erfurt waren ja nicht maßgeblich durch Computerspiele geprägt. Bei beiden zeigten sich in ihren "Tagebüchern" das zu allererst ein Frustfaktor aus dem Umfeld als Auslöser für die Taten auftrat, bei Steinhäuser weil er von der Schule flog, bei ResistantX weil er anscheinend von vielen nicht respektitiert wurde. Das beide Counterstrike auf dem Rechner installiert hatten, und auch spielten, war eher willkür. Du könntest auch nach jedem Verkehrsunfall prüfen ob der Fahrer das Spiel "Need for Speed" besitzt und würdest in einem nicht unerheblichen Teil der Fälle sogar fündig.

oder anders: es ist einfach zu sagen "die politiker sollen über das ganze staatswesen nachdenken" - was läuft denn eurer meinung nach konkret falsch (in bezug auf amokläufer/massenmörder) und was könnte wie geändert werden (um dem vorzubeugen)?
so hart es klingt, Emsdetten und Erfurt waren "normal". Irre gibt es immer und überall. Man verbietet ja den muslimen auch nicht ihre Religion, auch wenn diese bei den selbstmordattentätern als Motivation wirkt (in Form von Fanatismus) und derlei Taten gibt es weltweit zur Zeit häufiger als Amokläufe an Schulen. Wobei ich sagen muss, das die Muslime schon deswegen genug gegängelt werden... aber das ist ein anderes Thema. Man kriminalisiert jedenfalls im Fall Terror sowie im Fall "Killerspiele" eine ganze Bevölkerungsgruppe als pauschal potentiell gefährlich, und das ist in meinen Augen einfach nicht richtig.

es ist relativ klar, dass "die politiker" verbieten was sie selber nicht kennen. natürlich würde keiner gedichte oder sportschießen verbieten, das gehört zu kultur, tradition und/oder geschichte. die frage ist also welchen nutzen derartige spiele haben? selbst horror- und kriminalbücher haben irgendeinen halbwegs kulturellen wert - welchen haben gewaltspiele? welche vorteile kann man ihnen abgewinnen, vllt in bezug auf die allgemeine entwicklung von jugendlichen?
Ich denke Computerspiele können sich ruhig als "Kunst" bezeichnen. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich ja immer mehr Künste, wie zum Beispiel auch der Film, nachträglich eingeführt. Computerspiele haben einen kulturellen wert, weil sie in vielen Fällen eine Geschichte erzählen und Emotionen rüberbringen, eben wie ein interaktiver Film. Das Herstellen eines solchen Spiels erfordert ja auch ein hohes Maß an Kreativität.

Jugendliche lernen durch Spiele oft Logik und Teamwork. Reduziert man die Spielaufgaben auf das wesentliche so bleibt oft übrig "Wir haben folgendes Problem, gegeben sind folgende Mittel um es zu lösen", in etwa wie eine Mathematische Gleichung. So lernen Jugendliche, eventuell auch auf kreative Weise derlei Probleme anzugehen und je nach Realismusgrad des Spiels erlangen sie auch physikalische/geschichtliche Kenntnisse.

Counterstrike hat zum Beispiel keine Story, aber es fördert Teamwork sowie Kreativität. Es ist zb mögliche ein Spiel zu gewinnen, ohne einen einzigen Abschuss zu machen, das erschiessen ist kein primäres Ziel. Bei "Deathmatch" spielen ist es einfach nur der Wettbewerb, du tust dort keinem wirklich weh, es ist quasi ein Riesenfussballspiel worin es um Punkte geht. Ich denke man ist doch in der Lage Pixelmännchen von echten Menschen zu unterscheiden.

Nicht zuletzt gibt es den Faktor "Teamwork". Viele Multiplayer Spiele kann man unmöglich allein gewinnen, man ist immer auf Kameraden angewiesen die einem zum richtigen Zeitpunkt denkung geben, oder den Gegner ablenken damit man selber das Ziel erreichen kann. Die allermeisten Titel sind auf dieses Prinzip ausgelegt, da es meistens mehr "sportliche" Modi gibt als reine "Ballermodi". Beispiel ist zb Capture the Flag der so gut wie in jedem spiel enthalten ist.
 
 
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Felicitas
Alt 13.05.2008, 12:34   #14
Standard

um mal ein bisschen abzuschweifen (ist aber allemal besser als diese polemik ): was ich mich gerade frage ist: lassen sich die fähigkeiten wie teamwork und strategie auch auf das reale leben mit realen szenarien übertragen? nimmt der spieler irgendwas mit in die reale welt?

kann der wow spieler durch seine wegen wow erworbenen und auf wow zugeschnittenen fähigkeiten auch in einem realen sozialen umfeld strategien aufstellen? zB. geplant und sinnvoll bewerben, projektstrategien uä.? kann der auch real, bei realen szenarien gut mit anderen im team arbeiten? oder ists eben doch ein unterschied ob man mit virtuellen menschen, phantasievollen szenarien und erfundenen geschichten zu tun hat? kann der typ, der in second life durch "geile sprüche bräute aufreißt" dadurch auch real an selbstvertrauen gewinnen und real erfolgreicher bei frauen sein?

btw.: dass man rein theoretisch bei cs ohne gewaltanwendungen hostages retten kann ist ja gut und schön, aber hast du sowas schon mal irgendwo virtuell erlebt? siehst du das auf meisterschaften? gibts extra punkte für jeden nicht abgeknallten gegner? nö...
 
 
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Jumpy
Alt 13.05.2008, 14:21   #15
Standard

um mal ein bisschen abzuschweifen (ist aber allemal besser als diese polemik ): was ich mich gerade frage ist: lassen sich die fähigkeiten wie teamwork und strategie auch auf das reale leben mit realen szenarien übertragen? nimmt der spieler irgendwas mit in die reale welt?
das hängt davon ab, wie realistisch die Anforderungen sind, wenn sie realitätsnah sind denke ich, dass man einiges davon umsetzen kann.

kann der typ, der in second life durch "geile sprüche bräute aufreißt" dadurch auch real an selbstvertrauen gewinnen und real erfolgreicher bei frauen sein?
Meiner Meinung nach nein, in real spielen Emotionen und die Sinne eine grosse Rolle, eine Übertragung halte ich für nicht möglich.
 
 
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El Sparko
Alt 13.05.2008, 17:36   #16
Standard

also wenns schon um die sinnfrage geht... dann dehnt das aus oder lasst es bleiben. wenn alles zu verteufeln wäre was aufn ersten blick kein sinn macht dann kannst auch mathe, schach, musik und persönlichen nahverkehr verbieten. überlegt euch mal ein leben das 100%tig auf sinnhaftigkeit ausgerichtet ist ohne andere bedürfnisse zu befriedigen. würde da nicht zu recht die abstumpfung eintreten, die man von "gewalt"-spielen erwartet? ich für meinen teil weis zumindest (auch wenn ich seit monaten kein spiel mehr angefasst habe) dass man aus den vorliegenden szenarien und den eigenen lösungen im erfolgsfalle ordentlich glücksgefühle ziehen kann. wenn das mal kein nutzen ist. dabei ists für mich unwesentlich ob ich gerade in schach mit überlegener strategie gewinne oder ob es fürn wow spieler ein erfolgserlebnis ist wenn er seinen ersten mount (forbewegungsmittel wie pferde, sehr teuer) bezahlen kann.
 
 
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OrionX
Alt 13.05.2008, 18:25   #17
Standard

Zitat von Felicitas Beitrag anzeigen
um mal ein bisschen abzuschweifen (ist aber allemal besser als diese polemik ): was ich mich gerade frage ist: lassen sich die fähigkeiten wie teamwork und strategie auch auf das reale leben mit realen szenarien übertragen? nimmt der spieler irgendwas mit in die reale welt?

kann der wow spieler durch seine wegen wow erworbenen und auf wow zugeschnittenen fähigkeiten auch in einem realen sozialen umfeld strategien aufstellen? zB. geplant und sinnvoll bewerben, projektstrategien uä.? kann der auch real, bei realen szenarien gut mit anderen im team arbeiten? oder ists eben doch ein unterschied ob man mit virtuellen menschen, phantasievollen szenarien und erfundenen geschichten zu tun hat? kann der typ, der in second life durch "geile sprüche bräute aufreißt" dadurch auch real an selbstvertrauen gewinnen und real erfolgreicher bei frauen sein?
ich behaupte das das geht. worin besteht bei den allermeisten das problem im fach mathe? nicht das man nicht mit zahlen umgehen könnte, oder das man einfach untalentiert ist oder mathe nicht mag, nein es ist oft einfach die unfähigkeit an probleme heranzugehen und sie mit gegebenen Mitteln zu lösen. Das wird einfach in vielen spielen spielerisch näher gebracht. Fussball macht auch nicht viel sinn, fördert aber trotzdem taktik, körperbeherrschung und teamfähigkeit. Trotzdem treten die auch nur gegen einen Ball, was von fernem, also als nicht spieler und nicht fan betrachtet doch der ganze fussball ist, oder nicht? Du kannst eigentlich fast jede Sportart ganz nüchtern und von aussen betrachtet sinnentleeren, und wenn Schach eine Sportart ist, dann darf man eigentlich auch "E-Sport" Sport nennen.

Natürlich kriegt wohl kaum einer durch Second Life selbstvertrauen, wie auch, er ist im Spiel quasi anonym, da fällt viel schamgefühl. Aber durch den Löwenanteil der meisten hobbys (ausser du schreibst hobbymäßig bewerbungen und machst hobbymäßig projekte) kriegst du wohl auch nicht die fähigkeit eine Bewerbung zu schreiben oder ein Projekt zu planen. Obwohl man eine Mission in einem Spiel schon als Projekt sehen kann, denn genauso gibt es eine Projektgruppe, ein Ziel und Problemfälle. Es ist fakt das bei den meisten Spielen einfach das Team gewinnt was sich am besten abstimmt und die beste Taktik hat.

btw.: dass man rein theoretisch bei cs ohne gewaltanwendungen hostages retten kann ist ja gut und schön, aber hast du sowas schon mal irgendwo virtuell erlebt? siehst du das auf meisterschaften? gibts extra punkte für jeden nicht abgeknallten gegner? nö...
gibts denn in der realen welt geld wenn ein soldat möglichst wenig feinde tötet? im Fussball kannst du jemandem so reingrätschen das er wochenlang verletzt ist und kriegst dafür eine gelbe karte (sofern bestimmte bedingungen nicht erfüllt sind), also eine verwarnung, auch wenn dus absichtlich gemacht hast, das kann ja der schiedsrichter nicht wissen. Jaja, du wirst bestraft, aber wenn du den Star Stürmer der anderen Mannschaft verletzt hast du trotzdem den spielvorteil. "Schummeln" wird ja auch im virtuellen Sport bestraft, so ist das ja nicht. Es gibt schon Moral und Ethik und Fair Play kennt man da auch. Und wenn man im virtuellen Sport schummelt macht man das aber auch nur einmal, weil dann ist der Account gesperrt (zumindest bei Steam ists so).
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 16.05.2008, 17:43   #18
Standard

Spiele sind erster Linie eben Spiele, Zeitvertreib. Ich denke sie haben weder positive Auswirkungen (Teamgeist, logisches Denken), noch negative Auswirkungen (Gewaltbereitschaft). Sie sollen Spaß machen und unterhaltend sein, daß ist das Positive.

Mich erinnert das Thema an Suizidfälle, wo die armen Menschen in ihrer letzte Stunde noch DeathMetal, Gruftie- oder andere DeprieMusik gehört haben, und man sich fragte, ob man solche Musik wegen Anstiftung zum Suizid nicht verbieten sollte. !

Solche Fragestellungen sind schon krank!
 
 
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