Zitat von Felicitas
ok, wir sollten vllt mal ein bisschen weggehen von der polemik, hin dazu, was man effektiv tun könnte um derartigen taten vorzubeugen. gibt es stellen beim jugendschutz wo man sinnvoll ansetzen kann? welche?
garkeine. Eine gesunde soziale Entwicklung, wird doch mehr über das Umfeld geprägt, als über Computerspiele. Fragliche Amokläufe in Emsdetten und Erfurt waren ja nicht maßgeblich durch Computerspiele geprägt. Bei beiden zeigten sich in ihren "Tagebüchern" das zu allererst ein Frustfaktor aus dem Umfeld als Auslöser für die Taten auftrat, bei Steinhäuser weil er von der Schule flog, bei ResistantX weil er anscheinend von vielen nicht respektitiert wurde. Das beide Counterstrike auf dem Rechner installiert hatten, und auch spielten, war eher willkür. Du könntest auch nach jedem Verkehrsunfall prüfen ob der Fahrer das Spiel "Need for Speed" besitzt und würdest in einem nicht unerheblichen Teil der Fälle sogar fündig.
oder anders: es ist einfach zu sagen "die politiker sollen über das ganze staatswesen nachdenken" - was läuft denn eurer meinung nach konkret falsch (in bezug auf amokläufer/massenmörder) und was könnte wie geändert werden (um dem vorzubeugen)?
so hart es klingt, Emsdetten und Erfurt waren "normal". Irre gibt es immer und überall. Man verbietet ja den muslimen auch nicht ihre Religion, auch wenn diese bei den selbstmordattentätern als Motivation wirkt (in Form von Fanatismus) und derlei Taten gibt es weltweit zur Zeit häufiger als Amokläufe an Schulen. Wobei ich sagen muss, das die Muslime schon deswegen genug gegängelt werden... aber das ist ein anderes Thema. Man kriminalisiert jedenfalls im Fall Terror sowie im Fall "Killerspiele" eine ganze Bevölkerungsgruppe als pauschal potentiell gefährlich, und das ist in meinen Augen einfach nicht richtig.
es ist relativ klar, dass "die politiker" verbieten was sie selber nicht kennen. natürlich würde keiner gedichte oder sportschießen verbieten, das gehört zu kultur, tradition und/oder geschichte. die frage ist also welchen nutzen derartige spiele haben? selbst horror- und kriminalbücher haben irgendeinen halbwegs kulturellen wert - welchen haben gewaltspiele? welche vorteile kann man ihnen abgewinnen, vllt in bezug auf die allgemeine entwicklung von jugendlichen?
Ich denke Computerspiele können sich ruhig als "Kunst" bezeichnen. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich ja immer mehr Künste, wie zum Beispiel auch der Film, nachträglich eingeführt. Computerspiele haben einen kulturellen wert, weil sie in vielen Fällen eine Geschichte erzählen und Emotionen rüberbringen, eben wie ein interaktiver Film. Das Herstellen eines solchen Spiels erfordert ja auch ein hohes Maß an Kreativität.
Jugendliche lernen durch Spiele oft Logik und Teamwork. Reduziert man die Spielaufgaben auf das wesentliche so bleibt oft übrig "Wir haben folgendes Problem, gegeben sind folgende Mittel um es zu lösen", in etwa wie eine Mathematische Gleichung. So lernen Jugendliche, eventuell auch auf kreative Weise derlei Probleme anzugehen und je nach Realismusgrad des Spiels erlangen sie auch physikalische/geschichtliche Kenntnisse.
Counterstrike hat zum Beispiel keine Story, aber es fördert Teamwork sowie Kreativität. Es ist zb mögliche ein Spiel zu gewinnen, ohne einen einzigen Abschuss zu machen, das erschiessen ist kein primäres Ziel. Bei "Deathmatch" spielen ist es einfach nur der Wettbewerb, du tust dort keinem wirklich weh, es ist quasi ein Riesenfussballspiel worin es um Punkte geht. Ich denke man ist doch in der Lage Pixelmännchen von echten Menschen zu unterscheiden.
Nicht zuletzt gibt es den Faktor "Teamwork". Viele Multiplayer Spiele kann man unmöglich allein gewinnen, man ist immer auf Kameraden angewiesen die einem zum richtigen Zeitpunkt denkung geben, oder den Gegner ablenken damit man selber das Ziel erreichen kann. Die allermeisten Titel sind auf dieses Prinzip ausgelegt, da es meistens mehr "sportliche" Modi gibt als reine "Ballermodi". Beispiel ist zb Capture the Flag der so gut wie in jedem spiel enthalten ist.