Um das Thema dann mal ans Ende zu bringen...
Erstens ist mein Text nun auf Lupuz verfügbar.
Zweitens: Das Beispiel der Niederlande wirdPius XII wohl kaum bewegt haben seine Haltung zum Holocaust zu überdenken wie folgende Karte zeigt:
http://www.directupload.net/show/d/530/I2p28j3p.png
Weiß sind neutrale Gebiete, oder mit Hitler verfeindete Staaten, in denen also keine Gefahr für die Juden bestand.
Gelb sind die Gebiete, die nicht-katholisch sind. Also das orthodoxe Osteuropa, das islamische Albanien, das evangelische Nordeuropa und das evangelische Norddeutschland. Die Grenzziehung innerhalb Deutschlands ist so nicht ganz korrekt. Auch nördlich der Konfessionsgrenze gibt es bedeutende katholische Gebiete, ebenso wie es südlich der Grenze bedeutende evangelische Gebiete gibt. Aber grob reicht es.
Hätte der Papst protestiert, wären (angeblich) katholisch getaufte Juden in die KZs geschickt worden. In den gelben Gebieten gab es die aber nicht. Nichtsdestrotz hätte ein Protest des Papstes auch in den gelben Gebieten viel bewirkt, weil dort ja katholische Deutsche aufgefordert worden wären das Morden einzustellen.
Die braunen Gebiete sind die, in denen "bereits alles zu spät" war. Zum einen die Niederlande - dort wurden die katholischen Juden deportiert. Ein zweites Mal hätte man sie nicht umbringen können. In Litauen, Polen und dem katholischen Teil der Ukraine(auf dem Gebiet Poles eingezeichnet) nahmen die Nazis weniger Rücksicht auf die Kirche und ermordeten, ganz ohne, dass der Papst protestiert hätte schon katholisch getaufte Juden.
Die...öhm - hautfarbenen Gebiete sind die, in denen ein klerikalfaschistisches Regime an der Macht war. In Frankreich, Kroatien und der Slowakei waren die Staatschefs allesamt gläubige Katholiken, trafen sich öfters mit Vertretern der Kirche, bekleideten Geistliche Positionen in den Parlamenten und der Kommunalverwaltung, hatte das Gewicht des Papstes aufgrund der Frömmigkeit der Menschen hohes Gewicht. In diesen Staaten wurde den Deutschen die Ermordung der Juden abgenommen. Hätte der Papst protestiert, hätten sich diese betont katholischen Regime aber wohl kaum gegen die getauften Juden gewandt.
Die grünen Gebiete(Italien und Ungarn) sind souveräne Staaten, die sich nicht an der Judenvernichtung beteiligten. Italien wurde 1943 besetzt, Ungarn erst 1944. Dinge die der Papst 1942(das Gespräch in der Küche) noch nicht wissen konnte. Durch die späte Besetzung erwies sich die vollständige Auslöschung der Juden aber als problematisch. Und obwohl der Papst immer noch nicht gegen den Holocaust protestiert hatte wurden in diesen beiden Staaten die katholisch getauften Juden dennoch ermordet.
Das hellblaue Gebiet ist der katholische Teil Deutschlands. Von den Juden Deutschlands, lebten einige in evangelischem, einige in katholischem Umfeld. Die getauften Juden mussten sich also in ähnlichem Verhältnis auf diese beiden Konfessionen aufteilen. Von 1933 bis 1941 waren zudem 2/3 der Juden Deutschlands in den Rest der Welt ausgereist. Die reichen Juden konnten selbst ausreisen, den ärmeren Juden(die katholischen Glaubens waren) half die katholische Kirche. Der St. Raphaelsverein ermöglichte mehreren tausend von ihnen die Ausreise nach Südamerika. Blieben also nur noch wenige katholische Juden in D. Von diesen waren aber wiederrum einige mit Deutschen verheiratet, oder Kinder einer deutsch/jüdische Ehe. An diese Ehen haben sich die Nazis aber nie rangetraut, weil das Entrüstung in der Bevölkerung hervorgerufen hätte. Im katholischen Teil Deutschlands lebten also nur noch sehr wenige Juden, die in Gefahr hätten geraten können.
Bleiben noch die roten Gebiete. Tschechien und Belgien. In diesen beiden Staaten wäre eine Aktion wie in Holland denkbar gewesen. Allerdings lebten dort zusammen nur ca. 2.5% der Juden, die sich im deutschen Einflußbereich befanden. Allerdings bin ich mihr hier unsicher. Wenn stimmt was ich gesagt habe, dann ist das ein äußerst schwaches Argument für den Papst. Aber vielleicht irre ich mich auch und 1942 wurden bereits katholische Juden in Tschechien und Belgien ermordet. Wenn das der Fall gewesen wäre, dann ist das Argument der Papstverteidiger völlig entkräftet.