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Judendeportationen in Holland und die Kirche

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Bi-Zar
Alt 01.06.2005, 10:12   #1
Standard Judendeportationen in Holland und die Kirche

http://mitglied.lycos.de/ganzdoofern...ederlande.html

Nein, das ist kein Text wie der vorige der beschreibt, wie die Kirche an der Vernichtung der Juden teilgenommen hat.
In der Niederlande haben beide Kirchen gegen die Vernichtung der Juden protestiert.

Der Papst aber behauptete, dieser Protest hätte negative Folgen gehabt. So hätten die Nazis ihre Bestrebungen Juden zu vernichten intensiviert und auch Juden die den christlichen Glauben angenommen hatten getötet. Wenn der Papst öffentlich protestiert hätte, dann hätten Vergeltungsaktionen in ganz Europa noch sehr viel mehr Menschen das Leben gekostet.

Das ist mE aber eine faule Ausrede, aber schreibt mal ob euch mein Text überzeugen konnte.
 
 
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MiKe
Alt 01.06.2005, 17:27   #2
Standard

sehr interessant und beeindruckend. durch die belegungen mit den statistiken glaube ich auch nicht wirklich daran, dass es mehr ermordungen gegeben hätte. 100%ig auszuschließen ist dies aber nicht...
 
 
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Bi-Zar
Alt 01.06.2005, 17:43   #3
Standard

Selbst wenn es denn mehr Ermordungen gegeben hat, viele können es ja nicht gewesen sein. Und diesen paar Ermordungen steht mit Gewissheit eine größere Zahl geretter entgegen.

Es könnte vielleicht sein, dass ein antiklerikaler SS-Offizier einen inhaftigerten holländischen Priester im KZ Dachau wegen des Protests der Bischöfe getötet hätte, aber mehr wirds dann auch nicht gewesen sein.

Pinchas Lapide(der pro-Papst ist) gibt 49 tote Holländische Priester an. Aber er müsste ja auch noch beweisen, dass sie wirklich als Vergeltung getötet wurden.
Aber wenn es eine solche Vergeltung gewewesen wäre, warum dann so mild?
In ganz Holland war die Wehrmacht. Man hätte locker an einem Sonntagmorgen in 100 Dörfern in die Kirchen marschieren können. Das ist aber nicht passiert.

Blöderweise kann ich grade nicht auf meineQuelle verweisen, weil die Seite down ist. Dort finden sich alle Verfahren gegen Nazis in D. Darunter auch eines gegen die Nazis die Holland verwalteten. Und dort sind sehr viele Originaldokumente, in denen aber kein Vergelttungsbefehl gegen die Kirche befohlen wird.

edit:http://www1.jur.uva.nl/junsv/Excerpts/64500.htm
Jetzt geht der Link doch wieder.
 
 
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Bi-Zar
Alt 01.09.2005, 03:32   #4
Standard

Was mihr erst jetzt vor ein paar Tage aufgefallen ist, die Geschichte ist nicht nur falsch, sie ist sogar eine Lüge.

Dass der Tenor des Gesprächs in der Küche ein falscher war, das habe ich ja eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Dass aber das Gespräch nie stattgefunden hat, sondern als Lüge erfunden wurde, das ist auch noch eine Möglichkeit.

Pasqualina Lehnert spricht von 40.000 Toten, über die in einer Zeitung berichtet wird. Diese Zahl ist falsch.
Eine Zeitung wird nicht ohne weiteres eine falsche Zahl abdrucken.

Welche Zeitung sollte soetwas abdrucken?

Eine Zeitung der Achsenmächte? Die wollten doch ihr Vernichtungsprogramm geheimhalten. Sie hätten also nie zugelassen, dass wer über Gaskammern berichtet.

Die Alliierten? Denen wollte man schon die korrekten Opferzahlen nicht glauben. Wieso sollte man ihnen also diese sagenhaft übertriebenen Opferzahlen glauben? Und wieso sollten sie einen Artikel schreiben, der den papst zum Schweigen bringt, wo doch die Alliierten immer den Papst für sich gewinnen wollten.

Und wieso hat der Papst nie selbst diesen Augenblick in der Küche erwähnt?
Der war froh, dass man ihn nicht beschuldigt hat, nichts gegen den Judenmord zu unternehmen. Damals wusste man noch nicht, wieviel der Papst über den Holocaust wusste.

Das änderte sich 1963 mit dem Drama "Der Stellvertreter". Dort wurde der Papst beschuldigt trotz seines Wissens nicht protestiert zu haben. (da war der Papst allerdings schon tot). Die Kirche hat dann noch 2 Jahre lang behauptet, der Papst hätte nichts vom Holocaust gewusst und DANN kam dieses seltsame Argument, Schweigen hätte Leben gerettet.

Wenn man wirklich an dieses Argument geglaubt hätte, hätte der Papst nach 1945 lückenlos Auskunft über sein Verhalten geben können. Aber er war froh, dass niemand nachfragte.
 
 
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Bi-Zar
Alt 28.11.2005, 14:17   #5
Standard

Um das Thema dann mal ans Ende zu bringen...

Erstens ist mein Text nun auf Lupuz verfügbar.

Zweitens: Das Beispiel der Niederlande wirdPius XII wohl kaum bewegt haben seine Haltung zum Holocaust zu überdenken wie folgende Karte zeigt:

http://www.directupload.net/show/d/530/I2p28j3p.png

Weiß sind neutrale Gebiete, oder mit Hitler verfeindete Staaten, in denen also keine Gefahr für die Juden bestand.

Gelb sind die Gebiete, die nicht-katholisch sind. Also das orthodoxe Osteuropa, das islamische Albanien, das evangelische Nordeuropa und das evangelische Norddeutschland. Die Grenzziehung innerhalb Deutschlands ist so nicht ganz korrekt. Auch nördlich der Konfessionsgrenze gibt es bedeutende katholische Gebiete, ebenso wie es südlich der Grenze bedeutende evangelische Gebiete gibt. Aber grob reicht es.

Hätte der Papst protestiert, wären (angeblich) katholisch getaufte Juden in die KZs geschickt worden. In den gelben Gebieten gab es die aber nicht. Nichtsdestrotz hätte ein Protest des Papstes auch in den gelben Gebieten viel bewirkt, weil dort ja katholische Deutsche aufgefordert worden wären das Morden einzustellen.

Die braunen Gebiete sind die, in denen "bereits alles zu spät" war. Zum einen die Niederlande - dort wurden die katholischen Juden deportiert. Ein zweites Mal hätte man sie nicht umbringen können. In Litauen, Polen und dem katholischen Teil der Ukraine(auf dem Gebiet Poles eingezeichnet) nahmen die Nazis weniger Rücksicht auf die Kirche und ermordeten, ganz ohne, dass der Papst protestiert hätte schon katholisch getaufte Juden.

Die...öhm - hautfarbenen Gebiete sind die, in denen ein klerikalfaschistisches Regime an der Macht war. In Frankreich, Kroatien und der Slowakei waren die Staatschefs allesamt gläubige Katholiken, trafen sich öfters mit Vertretern der Kirche, bekleideten Geistliche Positionen in den Parlamenten und der Kommunalverwaltung, hatte das Gewicht des Papstes aufgrund der Frömmigkeit der Menschen hohes Gewicht. In diesen Staaten wurde den Deutschen die Ermordung der Juden abgenommen. Hätte der Papst protestiert, hätten sich diese betont katholischen Regime aber wohl kaum gegen die getauften Juden gewandt.

Die grünen Gebiete(Italien und Ungarn) sind souveräne Staaten, die sich nicht an der Judenvernichtung beteiligten. Italien wurde 1943 besetzt, Ungarn erst 1944. Dinge die der Papst 1942(das Gespräch in der Küche) noch nicht wissen konnte. Durch die späte Besetzung erwies sich die vollständige Auslöschung der Juden aber als problematisch. Und obwohl der Papst immer noch nicht gegen den Holocaust protestiert hatte wurden in diesen beiden Staaten die katholisch getauften Juden dennoch ermordet.

Das hellblaue Gebiet ist der katholische Teil Deutschlands. Von den Juden Deutschlands, lebten einige in evangelischem, einige in katholischem Umfeld. Die getauften Juden mussten sich also in ähnlichem Verhältnis auf diese beiden Konfessionen aufteilen. Von 1933 bis 1941 waren zudem 2/3 der Juden Deutschlands in den Rest der Welt ausgereist. Die reichen Juden konnten selbst ausreisen, den ärmeren Juden(die katholischen Glaubens waren) half die katholische Kirche. Der St. Raphaelsverein ermöglichte mehreren tausend von ihnen die Ausreise nach Südamerika. Blieben also nur noch wenige katholische Juden in D. Von diesen waren aber wiederrum einige mit Deutschen verheiratet, oder Kinder einer deutsch/jüdische Ehe. An diese Ehen haben sich die Nazis aber nie rangetraut, weil das Entrüstung in der Bevölkerung hervorgerufen hätte. Im katholischen Teil Deutschlands lebten also nur noch sehr wenige Juden, die in Gefahr hätten geraten können.

Bleiben noch die roten Gebiete. Tschechien und Belgien. In diesen beiden Staaten wäre eine Aktion wie in Holland denkbar gewesen. Allerdings lebten dort zusammen nur ca. 2.5% der Juden, die sich im deutschen Einflußbereich befanden. Allerdings bin ich mihr hier unsicher. Wenn stimmt was ich gesagt habe, dann ist das ein äußerst schwaches Argument für den Papst. Aber vielleicht irre ich mich auch und 1942 wurden bereits katholische Juden in Tschechien und Belgien ermordet. Wenn das der Fall gewesen wäre, dann ist das Argument der Papstverteidiger völlig entkräftet.
 
 
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