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Job-Abbau I: Deutsche Bank

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hackvresse
Alt 08.02.2005, 16:10   #1
Standard Job-Abbau I: Deutsche Bank


Deutschlandfunk - Presseschau - 04. Februar 2005 07:05
URL: http://www.dradio.de/presseschau/200502040700/

Trotz ihres guten Geschäftsergebnisses will die Deutsche Bank weltweit weitere 6.400 Stellen abbauen.
Dazu ist in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN zu lesen: "Der Gewinn der Deutschen Bank nähert sich alten Rekordhöhen. Die Kosten hat Vorstandssprecher Ackermann fest im Griff. Nur der Aktienkurs rührt sich trotz umfangreicher Aktienrückkäufe nicht vom Fleck. Die Rückkäufe senken das Eigenkapital, wovon die Deutsche Bank im Überfluß hat. Heute zeigt sich, daß die strikte Hinwendung zu den internationalen Kapitalmärkten der richtige Schritt war. Mehr als zwei Drittel der Erlöse der Deutschen Bank stammen mittlerweile aus dem Ausland. Auch die strikte Kostendisziplin hat die Bank stabiler gemacht, so schmerzhaft dies für jene Beschäftigten sein mag, deren Arbeitsplatz nun dem neuen Effizienzprogramm zum Opfer fällt. Freilich, etwas mehr Phantasie und Kreativität auf der Erlösseite könnten vielleicht wieder neue Stellen in der Bank schaffen. Hier liegt der Schwachpunkt in Ackermanns Politik", betont die F A Z.

Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg hält fest: "Kaum ein Management der 30 DAX-Unternehmen hat so oft und so abrupt den Kurs gewechselt wie das der Deutschen Bank. Mal hat es die nicht so vermögenden Privatkunden dezent abgewiesen, dann hat es diese wiederentdeckt und wollte gar die Postbank übernehmen. Zurzeit sucht die Bank ihr Heil im Stellenabbau. Ein Trost: Die Deutsche Bank ist in ihrer Substanz so stark, dass sie bisher alle Fehlentscheidungen des Managements recht gut wegstecken konnte", kommentiert die BADISCHE ZEITUNG.

"Zurück bleibt Ratlosigkeit", konstatiert die OFFENBACH-POST: "War nicht tags zuvor das Hohelied der Reformen gesungen worden als Wundermittel gegen den todkranken Arbeitsmarkt? Was sollen denn neues Steuerrecht, niedrigere Sozialabgaben, flexibleres Tarifrecht, weniger Bürokratie, beschäftigungsfördernde Lohnpolitik, weniger Staatsschulden und Subventionsabbau bewirken, wenn selbst Unternehmen mit Rekordbilanzen Belegschaften nur als Kostenfaktor sehen - und entsorgen?"



"War nicht tags zuvor das Hohelied der Reformen gesungen worden als Wundermittel gegen den todkranken Arbeitsmarkt? Was sollen denn neues Steuerrecht, niedrigere Sozialabgaben, flexibleres Tarifrecht, weniger Bürokratie, beschäftigungsfördernde Lohnpolitik, weniger Staatsschulden und Subventionsabbau bewirken, wenn selbst Unternehmen mit Rekordbilanzen Belegschaften nur als Kostenfaktor sehen - und entsorgen?"
Da wären wir dann bei meinem zweiten Lieblingsthema Daher ein kleiner Abstecher dahin
Ich glaube, dass ist genau der Punkt den unsere reformwütigen Politiker nicht verstehen wollen/können/dürfen. Aber irgendwie wird Tag für Tag von nahezu allen Politikern der große Parteien suggeriert, dass neoliberale Reformen den Wandel am Arbeitsmarkt bringen würden. Irgendwann glaubts auch der letzte Deutsche.
Aber mittlerweile heisst es ja auch von Seiten Münteferings Hartz IV sei nie dazu gedacht gewesen Arbeitsplätze abzubauen . Das ist offensichtlich eine glatte Lüge. Aber anscheinend vergessen die Deutschen ziemlich schnell...
Aber wehe man weist mal darauf hin, dass die durchgesetzten Reformen allesamt nichts gebracht haben und nichts bringen werden ausser ein paar statistischen Effekten...da wird man direkt als linker Sozialist abgestempelt. Aber das ist wohl wieder ein anderes Thema

Ich kann einfach nicht verstehen, warum die Menschen nicht begreifen, dass eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik alleine (!) keinen Erfolg bringen wird. Bei solch einer binnenwirtschaftlichen Stagnation wie derzeit kann so etwas gar keinen Erfolg bringen. Wenn keiner die Ware der Unternehmen kauft oder deren Dienstleistungen in Anspruch nimmt, dann wird auch kein Unternehmer Arbeitsplätze schaffen. Seien die Lohnnebenkosten etc. noch so niedrig..




Zur Deutschen Bank:

Mir ist klar, dass ein Unternehmen dazu verpflichtet ist den maximalen Gewinn zu erwirtschaften. Aber wirklich verstehen tu ich die Politik des Herrn Ackermann nicht. Der Image Schaden den die Deutsche Bank davon trägt, könnte im Verhältnis zu den Einsparungen viel größer sein.
Auch gab es früher in solch großen Konzernen etwas wie soziale Verantwortungen. Aber im Rahmen der Globalisierung und Zeiten des Wiedererwachen des "Raubtierkapitalismus" scheint dies nur noch lästig zu sein.
Das Kapital wird in die Hände immer weniger Menschen gebracht. Volkswirtschaftlich gesehen fatal für unsere Gesellschaft.
Vielleicht sollte angesichts der weiteren Einsparungen die Herr Ackermann plant dieser auch so Konsequent sein und bei sich selber ein wenig einsparen. Mit der Abfindung die er bekommt hätte man sicher jede Menge Arbeitsplätze über Jahre erhalten können..

Mitarbeiter Insgesamt:

2003: 67.682 (Quelle: Deutsche Bank)
2002: 65.374 (Manager-Magazin)
2001: 94.782 (die-bank.de)
2000: 98.311 (wem gehört die Republik 2002)
1999: 93.232 (same)
1998: 75.306 (same)

Davon arbeiten ca. 80 % (1998) bis 50 % (2003) in Deutschland


Eine Fortsetzung der Job Abbau Reihe wird sicherlich folgen
 
 
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Grandylein
Alt 08.02.2005, 16:24   #2
Standard

2,3 MRD Gewinn. 6400 Menschen werden 'nen neuen Job brauchen.
In diesem Sinne: Arbeitslose sind bloß alle zu faul und die Wirtschaft ist zu mies...

Zur deutschen Bank:

Aufstand wg. Anstand - Deutsche Bank kapitalistisch
»Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie, was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?« fragt Brecht. Aber die sogenannten Anständigen in diesem Land nehmen ihn, weiß der Kuckuck warum, nicht zur Kenntnis. Obwohl sie sich, schon stark beansprucht von der permanenten Ankündigung von Aufständen gegen Neonazis, nun auch noch mit dem schlechten Benehmen der Deutschen Bank auseinandersetzen müssen. Trotz eines gewaltigen Gewinnsprungs um 87 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro will der deutsche Branchenprimus 6400 Arbeitsplätze abbauen, vermelden die Agenturen.

»Das ist eine Schweinerei«, empörte sich der SPD-Fraktionsvize Michael Müller in der Berliner Zeitung. »Die Gewinnerwartung so (!) zu Lasten der Arbeitsplätze zu überziehen, ist eine Unverschämtheit.« Die Anständigkeit der CDU allerdings, gemessen an ihrer moralischen Entrüstung, war noch größer: »Dies ist ein Zeichen, daß die Wirtschaftsethik verloren zu gehen droht«, sagte der derzeitige Vorsitzende des sogenannten Arbeitnehmerflügels der Partei, Gerald Weiß.

Wirtschaftsethik? Verstößt ein in die Luft geworfener Stein gegen die Ethik, wenn er wieder zur Erde zurückfällt? Er folgt wohl vielmehr den Gesetzen der Schwerkraft. So wie die Deutsche Bank sich nach den ökonomischen Gesetzen des Kapitalismus verhält und zu jedem Zeitpunkt genau jene Zahl von Stellen vorhält, die für die Kapitalverwertung gerade am effektivsten ist. Das ist weder anständig noch unanständig, sondern die Existenzgrundlage der kapitalistischen Gesellschaft.

Im vergangenen Jahr sind die Einkommen aus Gewinn und Vermögen um fast elf Prozent in die Höhe geschossen, während die Löhne der Beschäftigten bekanntlich stagnierten. Eines der Hauptergebnisse dieser Gewinnexplosion ist der Anstieg der offiziellen Gesamtarbeitslosenzahlen auf inzwischen über fünf Millionen. Das ist der Vorgang in der gesellschaftlichen Dimension, den die Deutsche Bank jetzt im Bereich ihres Konzerns durchsetzt. Doch darüber hat sich niemand empört. Statt dessen wurde mit »Hartz IV« eine in der Geschichte der Bundesrepublik beispiellose Hatz auf die Arbeitslosen eröffnet. Die Initiatoren sind dieselben Politiker, die sich im Fall der Deutschen Bank jetzt so entrüstet geben. Dagegen machen könne man natürlich nichts. Auf »unternehmerische Entscheidungen« habe man »nicht viel Einfluß«, ließ die Grünen-Finanzexpertin Christine Scheel die Öffentlichkeit wissen.

Wo sie recht hat, hat sie recht. Denn die Sache ist umgekehrt eingerichtet: Die Politik ist zu gar nichts anderem da, als die Interessen der Unternehmer zur Staatsräson zu machen. Damit das so bleibt, gehört ein bißchen Empörung wie das Klingeln zum Geschäft.

jungewelt.de


Und nu' wird ja langsam Billiglohn -Land quasi:

Praxis in Berlin beweist: Ein-Euro-Jobs klauen Arbeit
Ein-Euro-Jobs dürfen regulär bezahlte Arbeitsplätze nicht gefährden - das ist die Theorie. Doch die Praxis sieht anders aus. Das zeigt ein Beispiel aus Neukölln, auf das die Fuhrgewerbe-Innung Berlin am Freitag hingewiesen hat. Dort verzichtete das Bezirksamt bei einem Umzug darauf, wie bisher Mitarbeiter einer Spedition als Möbelträger einzusetzen. Stattdessen schleppten Ein-Euro-Jobber Tische und Schränke. "Das wird nicht der einzige Fall bleiben. Wenn es so weitergeht, werden auf dem regulären Arbeitsmarkt weitere Stellen wegfallen", befürchtet Innungs-Chef Gerd Bretschneider. "Wehret den Anfängen - sonst gibt es einen gewaltigen Druck auf die Löhne", warnt Dieter Pienkny, der Sprecher des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Berlin.


Bis vor kurzem war die Welt für die Neuköllner Detlef Fahrtmann Spedition noch halbwegs in Ordnung: Wenn das Bezirksamt Möbel zu befördern hatte, wurden meist auch Umzugshelfer bestellt. Doch diesmal orderte es nur einen Lastwagen und einen Fahrer. Thomas Brüggemann, seit fünf Jahren bei der Spedition, übernahm den Auftrag - und erlebte eine Überraschung: "Als ich am vergangenen Montag zum Rathaus in die Erkstraße fuhr, standen da ungefähr 30 Ein-Euro-Jobber. Sie sollten die Möbel tragen sowie ein- und ausladen - für 1,50 Euro die Stunde."

Zwar waren die Männer, die alle Arbeitslosengeld II beziehen, "bei der Sache". Trotzdem fühlte sich der Fahrer unwohl: "Da waren viele Ältere dabei, einer sogar über 60. Die haben einem richtig leid getan." Denn ein Umzug ist harte Arbeit, die zugleich aber auch viel Fingerspitzengefühl erfordert. So wird erzählt, dass bei den Amateuren einiges beschädigt wurde. "Viele waren früher beim Bau, es war aber auch ein ehemaliger Kassierer dabei", sagt Brüggemann. Persönlich hat er nichts gegen die Ein-Euro-Jobber. Doch unterm Strich stelle sich die Aktion für ihn als "die absolute Arbeitsplatzvernichtung" dar. Hätten nicht Erwerbslose die Möbel getragen, hätten sechs Mitarbeiter der Spedition die ganze Woche eine Beschäftigung gehabt, sagt Richard Marx aus der kaufmännischen Abteilung des Unternehmens. So aber mussten für die Arbeitnehmer andere Aufgaben gesucht werden. "Für uns war es das erste Mal, dass so etwas passiert. Wenn die Arbeitsmarktreform solche Blüten treibt, bringt das die Wirtschaft durcheinander", sagt Marx. Bretschneider ergänzt: "Firmen werden ihr Personal verringern müssen." Die Agentur für Arbeit kündigte an, dass sie den Fall prüft. "Denn in der Tat dürfen Ein-Euro-Jobs Arbeitsplätze auf dem so genannten ersten Arbeitsmarkt nicht gefährden", bekräftigt Olaf Möller, Sprecher der Regionalagentur.

Zur Kritik der Fuhrgewerbe-Innung und des DGB sagt er: "Dieser Denkansatz ist richtig." In dem Fall hätten Ein-Euro-Jobber Tätigkeiten übernommen, die bisher von Arbeitnehmern ausgeführt wurden, die normal entlohnt werden und Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Heinz Buschkowsky (SPD), der Bezirksbürgermeister von Neukölln, weist die Kritik jedoch zurück. "Die Argumentation hinkt", sagt er. "Natürlich könnten wir jeden Handschlag von einer Firma machen lassen" - doch nach dieser Logik wären gar keine Ein-Euro-Jobs möglich. In diesem Fall habe sich das Bezirksamt bemüht, zumindest einen Teil der Arbeiten an ein Unternehmen zu vergeben. Denn der Umzug hätte auch mit einem Lastwagen des Bezirks abgewickelt werden könne.

berlinonline.de
 
 
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an3
Alt 08.02.2005, 17:02   #3
Standard

db-Rendite-Werbung grad im Radio gehört, ich musste echt kotzen. Das war dann sowas von wegen:
"Wie viel Rendite erwarten sie von Ihren Anlagen?" - "Hmm, 7 Prozent?" - "Und Sie?" - "Weiß nicht, darum kümmert sich meine Frau...vielleicht 6 Prozent?" - "Aber warum denn so wenig? Bei der db-.... gabs letztes Jahre ganze 8,8% Rendite. Also vertrauen Sie uns und kommen sie zur Deutschen Bank"

Solche hirngestörten Wichser, ich packs nicht. Nur noch Rendite. Da wirds echt Zeit, dass da mal wieder einem ne Kugel in den Kopf gejagt wird und die mal aus dieser Scheiße aufwachen!
 
 
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Wodar Hospur
Alt 08.02.2005, 17:31   #4
Standard

und da sollen auch noch unternehmenssteuern gesenkt werden?
-> noch mehr gewinne, aber wofür, die firmen müssen diese gewinne auch wieder in die wirtschaft einbringen!!!

warum wird bei solchen ankündigungen nicht gestreikt, aber wenn es um 2 stunden mehr in der woche arbeiten geht schon?
 
 
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hackvresse
Alt 08.02.2005, 18:55   #5
Standard

Naja die Gewerkschaften haben in diesen wirtschaftlichen Zeiten nichtmehr wirklich was zu sagen..die Macht von damals ist dahin.

Aber versuchen sollten sie es allemal
 
 
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DerAssie
Alt 19.02.2005, 22:21   #6
Standard

Wo ist eigentlich die RAF wenn man Sie mal braucht ??
Damals gings doch auch mit Alfred Herrenhausen




 
 
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Malkavianer
Alt 20.02.2005, 02:07   #7
Standard

Der PP muss sich zusammenschliessen und gemeinsam eine Massenbeschwerdemail schicken, bzw. eben jeder eine, mit ähnlichem oder gleichem Text!!

nicht lachen, denkt mal drüber nach ob das nicht vielleicht doch ein bisschen mehr bringt als hier darüber zu diskutieren!!
 
 
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Kutscher
Alt 20.02.2005, 17:50   #8
Standard

@Malkavianer

Gute Idee sollte man doch mal was aufsetzen als Gewerkschaftler bin ich sofort dabei und denke das dies im sinne der gerwerkschaft und aller arbeitnehemer der db ist.

Ich frage mich warum die RAF so lang braucht um sich neu zu formieren??????
 
 
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Malkavianer
Alt 20.02.2005, 20:02   #9
Standard

irgendwie war mir klar das darauf Spott kommt
Wenn aber nur die Betroffenen und die Politik rummeckert, interessiert das keinen.
Wenn aber mal Leute ihren Senf dazugeben, die damit nun gar nichts zu tun haben, machen sich die Bonzen vllt doch mal sorgen um ihre Kundschaft!!
 
 
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