naja hier am dorf tut aber mittlerweile auch jeder 2. so als wäre er der krasse ghetto mc, obwohl er in einem efh aufgewachsen ist und die teuren klamotten von den ellis bezahlt wurden. Arm tun und und so tun als hätte man sich mit 15 alles erkämpfen müssen ist irgendwie jetzt trend. das liegt wohl auch am aggro kram, das wird halt "vorgelebt".
Ich denk dieses benehmen und diese verbreitung der stilrichtung hat einfach damit was zu tun, das diese lebensweise signalisiert "ihr gehört irgendwo zu" und man hat leute hinter sich. Das das halt sehr kriminelle auswüchse annimmt ist klar wenn von den "Brüdern" genug dabei sind die kriminelles potential haben und das auch seitens den idolen nicht anders vorgelebt wird (bushido und co fallen ja auch öfters wegen schlägereien auf). Früher war das so mit den coolen punkern, aber durch wachsende medieneinflüsse und flächendeckender promo hat die aggro kultur den status erhalten den sie jetzt hat. zur punker zeit gabs das halt nicht in dem ausmaß und die eltern waren da vllt sogar noch konservativer und haben noch eher geguckt was die kinder machen als heute. Heute ist halt oft keiner da.
in meiner kindheit kannte man alle kinder des selben alters im dorf. wir gingen alle in die selbe schulklasse und wir unternahmen nachmittags etwas gemeinsam. da hat man sich auch geschlägert, da hat man auch irgendwann geraucht... alles klar. es gab auch ausländer aber weil jeder jeden kannte mussten sie sich integrieren. du willst in nem 2000 seelen kaff nicht als "der ausländer" ausgegrenzt werden.
das kenn ich ganz genauso. in der grundschule hatte man halt auch russen in der klasse, und der olek, der war halt ein russe, aber eben ein kind wie wir auch und er hat genauso mitgespielt wie die deutschen. manchmal ist man als kind halt unvoreingenommener.
Ich denk mal, das ausländer"problem" rührt stark von gegenseitigem rassismus. Die Ausländer mögen deutsche teilweise nicht und so mancher deutscher halt keine ausländer. Selbst die alten vertrauen eher ihren landsleuten als uns. Hab ich schon oft genug miterlebt. Das hat seine wurzeln tief in der vergangenheit und heute ists für die jugendlichen halt cooler anders zu sein (wie es immer schon war eigentlich) und zu denken man sei in ihrer gruppe halt anders als die masse, obwohl man selber eigentlich mittlerweile die breite masse darstellt. Hat auch viel mit Perspektivlosigkeit zu tun, irgendwer hat hier mal gesagt "Wer nix anderes hat ist halt auf sein Land stolz", ich glaub das spielt da auch eine gewisse rolle. Man hört da immer wieder "ich komm aus ...", das ist lokal bzw regionalstolz, und oft das einzige was man hat. Seine "Gang", also die freunde, seine nationalität, oder sein Viertel.
Dagegen kann man eigentlich so an einem punkt garnix tun, da muss an vielen punkten angepackt werden. In der Pubertät ist man sehr beeinflussbar und wenn eltern ihre kinder in der Pubertät alleine lassen, kann es sein das "schlechte" einflüsse die kinder prägen. Wenns da halt keinen Freund in Form eines elternteils gibt, ist da nicht viel zu machen, restriktionen bringen in der phase meist wenig.
Was es halt schon immer gab waren im Kindergarten die "bösen" Kinder, die die "bösen" Wörter benutzt haben. Was es auch immer gab waren schlägereien in der schule, aber halt meistens nur so bis ins 8. oder 9. schuljahr, da wurde man vernünftig. heute gibts das in der 10. sogar noch immer vermehrt, wos früher noch vereinzelt war.
Was den schwindenden Respekt angeht, so stimm ich zu das das wirklich zugenommen hat. Ich hatte im 5. auch gewaltigen Respekt vor den 10ern und heute wirste sogar mit 20 noch von kindern angepöbelt.
Vor ein paar monaten im zug haben kinder, wirklich kinder, eine alte frau als schlampe bezeichnet, rumgeschrien, terror gemacht, geschlagen. Das hat sich gegeben als ein älterer ausgetickt ist und einem einen regenschirm gegen den kopf geworfen hat. Dann war ruhe. Die wissen teilweise wirklich was sie tun und was man ihnen kann. Teilweise rennt man dann pseudoweinend zum lehrer und "petzt" das man ohne grund geschlagen wurde. Die wissen echt was sie tun, vor lehrern sind die teilweise nicht so.
Bla, lange rede kurzer sinn, irgendwie verdienen die mehr aufmerksamkeit und fürsorge und perspektive und weniger restriktives, sondern eher verständnis was man lehren muss. das erreicht man öfter, wenn man eher kumpel ist als wenn man sich abgrenzt und von einer höheren ebene auf die jugendlichen schaut.