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Ist mit Hartz IV ein Wirtschaftswunder zu erwarten?

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Gutschy
Alt 19.09.2004, 13:31   #1
Standard Ist mit Hartz IV ein Wirtschaftswunder zu erwarten?

Ist mit Hartz IV ein Wirtschaftswunder zu erwarten?

Ich finde ein sehr guter Bericht von Telepolis!

"Wirtschaft und Psychologie haben eine Menge miteinander zu tun. Zum Beispiel beim Herdentrieb. Wenn die ersten Schafe in eine bestimmte Richtung rennen, rennt die Herde hinterher. Und das ist auch in der Wirtschaft so. Unser Wirtschaftsminister Clement versucht sich derzeit mit der Beschwörung der Erfolge bei der Übererfüllung des Wachstumsplans als Leithammel. Kommt also endlich das neue Wirtschaftswunder?"

Hier der Rest.
http://www.heise.de/tp/deutsch/special/eco/18334/1.html

Locker geschriebener Text.
 
 
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Janshi
Alt 19.09.2004, 21:51   #2
Standard

Nun Wirtschaftswachstum hin oder her, Hartz IV beinhaltet Aspekte die nun mal nötig sind, wie die Zusammenlegung von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe.

Was in meinen Augen ohnehin ein größeres Problem als der Streit um HartzIV, ist der Ost-West Ausgleich, dahin verschwinden die meisten Gelder.
 
 
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xy2er
Alt 19.09.2004, 23:54   #3
Standard

Original geschrieben von Zeruel

Was in meinen Augen ohnehin ein größeres Problem als der Streit um HartzIV, ist der Ost-West Ausgleich, dahin verschwinden die meisten Gelder.
HartzIV stabilisiert uns für 2 bis 3 Jahre, ähnlich wie die Gesundheitsreform, mehr aber auch nicht.

Und ich glaube das größere Problem überhaupt in Deutschland ist das dumme Volk (Bild ect..) und der Sozialneid, früher war es BRD Nord-Süd heute ist es Ost-West es gibt immer jemanden, dem es besser geht und leider gibt es in diesem Land nur Neider
 
 
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hackvresse
Alt 20.09.2004, 14:23   #4
Standard

Hartz IV stabilisiert rein überhaupt nichts. Es verschlimmert unsere ganze Problematik nur noch. Kurz bis Mittelfristig wird der Export zwar weiter steigen aber die Binnennachfrage weitaus mehr schrumpfen. Vorbei mit Wirtschaftswachstum.

Nun Wirtschaftswachstum hin oder her, Hartz IV beinhaltet Aspekte die nun mal nötig sind, wie die Zusammenlegung von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe.
lol...das ist also so nötig? Erklär mir dochmal was daran so zwingend notwendig ist? Die Leute werden nochmehr dazu gezwungen Arbeit zu suchen wo keine vorhanden ist.
Zusätzlich wird Billigarbeit legitimiert und auch gefordert. Dass das einen Abbau von "normalen" Arbeitsplätzen zur Folge hat dürfte auch dir klar sein...

Und ich glaube das größere Problem überhaupt in Deutschland ist das dumme Volk (Bild ect..) und der Sozialneid, früher war es BRD Nord-Süd heute ist es Ost-West es gibt immer jemanden, dem es besser geht und leider gibt es in diesem Land nur Neider
Ich lasse mich nicht gerne als "dumm" bezeichnen. Aber zum Glück beziehst du dich selber mit ein.
Du glaubst also die BILD gibt es nur in Deutschland? Solche Zeitungen hat jedes Land und ist nichts aussergewöhnliches. Mit Neid hat das Ganze auch nichts zu tun - nur sind doch schon erhebliche Unterschiede zwischen Ost/West festzustellen. Und genaus sowas muss in einer Gesellschaft wie unserer verhindert werden.
 
 
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Janshi
Alt 20.09.2004, 22:07   #5
Standard

Original geschrieben von hackvresse

lol...das ist also so nötig? Erklär mir dochmal was daran so zwingend notwendig ist? Die Leute werden nochmehr dazu gezwungen Arbeit zu suchen wo keine vorhanden ist.
Zusätzlich wird Billigarbeit legitimiert und auch gefordert. Dass das einen Abbau von "normalen" Arbeitsplätzen zur Folge hat dürfte auch dir klar sein...
Ich denke mal du wirst einsehen dass der soziale Staat auf Dauer nicht finanzierbar ist.
In Berlin z.b. gibt es zuviele Ärzte, in anderen Bundesländern und Gebiete wiederrum zu wenige. Ich denke indem man deren Bezüge kürzt, zwingt man sie dazu auch in schlechter bezahlten Gebieten um zu ziehen.

Hartz IV mag drastisch sein, aber alles auf den Status Quo zu belassen ist kaum eine Alternative. Und der Abbau von Arbeitsplätzen findet in Deutschland auch ohne Hartz IV schnell genug statt, wenn man bedenkt was den Firmen hier alles aufgebürdet wird.
 
 
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subi
Alt 20.09.2004, 22:13   #6
Standard

3 Milliarden soll es bringen
ist das viel
nööö
isn witz
 
 
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Janshi
Alt 20.09.2004, 22:28   #7
Standard

Meinst du damit die Einsparungen die sich die Regierung mit der Reform erwartet?

Das wäre in der Tat recht wenig.
 
 
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hackvresse
Alt 20.09.2004, 22:32   #8
Standard

Natürlich ist das wenig. Man erhofft sich auch hauptsächlich nicht Geld sonder ganz einfach mehr Arbeitsplätze. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen werden auch sinken, da die ganzen Billigjobber rausfallen werden...Man erwartet um die 500.000 Arbeitslosen weniger. Das die da eigentlich trotzdem reingehören dürfte jedem klar sein.

Hartz IV mag drastisch sein, aber alles auf den Status Quo zu belassen ist kaum eine Alternative. Und der Abbau von Arbeitsplätzen findet in Deutschland auch ohne Hartz IV schnell genug statt, wenn man bedenkt was den Firmen hier alles aufgebürdet wird.
Das klingt eher nach: Hauptsache irgendwas verändern, auch wenns destruktiv ist.

Mal eine Frage: Wie sollen bei einer schrumpfenden Wirtschaft Arbeitsplätze entstehen?
Diese Rechnung wird einfach niemals aufgehen..
 
 
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Janshi
Alt 20.09.2004, 22:44   #9
Standard

Original geschrieben von hackvresse

Das klingt eher nach: Hauptsache irgendwas verändern, auch wenns destruktiv ist.

Mal eine Frage: Wie sollen bei einer schrumpfenden Wirtschaft Arbeitsplätze entstehen?
Diese Rechnung wird einfach niemals aufgehen..
Naja besser als gar nix oder? , Nein Spass beiseite, ich kann nachvollziehe was du meinst.

Ich stimm dir zu dass bei einer schrumpfenden Wirtschaft keine Arbeitsplätze entstehen, wenn ich nur dran denke wieviele *Arbeitsplätze* in der Firma meiner Mutter nach Polen verschoben werden.

Aber das ist nun mal eine Tendenz, Rationalisierung, die sich nun mal nicht aufhalten lässt. Aber da ja alle Hartz IV nicht für tauglich halten, wie wärs mal mit einem Gegenvorschlag um die Wirtschaft an zu kurbeln? Aber wie ich die Gewerkschaften hier zu Lande kenne, werden Einschränkungen in die Sicherheit der *Arbeiterschaft* überhaupt nicht geduldet. Und da wundert sich noch einer warum die Firmen ihre Produktion ins Ausland verlagern (Kündigungsschutz, Arbeitszeiten, Uralub usw.)
 
 
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Buschmeister
Alt 20.09.2004, 22:47   #10
Standard

Schrumpfende Wirtschaft mit sinkender Arbeitslosigkeit ist in der Tat etwas widerspruechlich, es sei denn, man ersetze einen Arbeitsplatz durch zwei, und zahle jedem nur noch die Haelfte.

Durch die Billigarbeit werden Bildungsplaetze in Universitaeten noch unattraktiver und viel zu aufwendig. Wer will schon 5 jahre studieren, wenn er auch sofort mit 18 anfangen kann zu arbeiten.
 
 
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Janshi
Alt 20.09.2004, 22:53   #11
Standard

Original geschrieben von Buschmeister

Durch die Billigarbeit werden Bildungsplaetze in Universitaeten noch unattraktiver und viel zu aufwendig. Wer will schon 5 jahre studieren, wenn er auch sofort mit 18 anfangen kann zu arbeiten.
Hast natürlich nach dem Studium eine weitaus besser Aussicht auf einen *guten* und *langfristigen* Job als direkt nach der Schule. (natürlich abhängig vom gewählten Studium)
 
 
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hackvresse
Alt 20.09.2004, 23:41   #12
Standard

Aber das ist nun mal eine Tendenz, Rationalisierung, die sich nun mal nicht aufhalten lässt. Aber da ja alle Hartz IV nicht für tauglich halten, wie wärs mal mit einem Gegenvorschlag um die Wirtschaft an zu kurbeln? Aber wie ich die Gewerkschaften hier zu Lande kenne, werden Einschränkungen in die Sicherheit der *Arbeiterschaft* überhaupt nicht geduldet. Und da wundert sich noch einer warum die Firmen ihre Produktion ins Ausland verlagern (Kündigungsschutz, Arbeitszeiten, Uralub usw.)
Nehmen wir einmal an wir schaffen in diese Situation den Kündigungsschutz ab. Was passiert wohl? Die Leute werden weiter verunsichert. Dadurch bekommen wir nicht den Konsum ans Laufen.
Ich stimme allerdings zu, dass unter bestimmten Umständen der Kündigungsschutz gelockert werden muss..gerade weil sich kleine Unternehmen nicht längerfristig binden können.
Der Schlüssel ist ganz einfach die Erhöhung der Löhne. Das Realeinkommen der Deutschen lag in den letzen Jahren weit unter EU Schnitt. Deutschland ist nunmal ein Hochlohnland und sollte es auch bleiben. Deutschland verliert sonst seine Existenzberechtigung.

Eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich ist auch nicht der Schlüssel. Überleg mal...die Leute produzieren mehr in gleichem Zeitraum. Dementsprechend mehr Produkte gibt es am Ende zu verkaufen. Wer soll diese mehr Produkte dnen letztendlich kaufen? Den Leuten wurde schließlich nicht mehr Geld gegeben...Bereits heute beklagen sich VW und Co. darüber nicht genug Autos zu verkaufen, da wäre eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne einen Lohnausgleich (selbst mit einem) völlig unsinnig.
 
 
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Buschmeister
Alt 21.09.2004, 01:22   #13
Standard

Original geschrieben von Zeruel


Hast natürlich nach dem Studium eine weitaus besser Aussicht auf einen *guten* und *langfristigen* Job als direkt nach der Schule. (natürlich abhängig vom gewählten Studium)
Wenn man aber schon 5 Jahre gearbeitet hat, hat man evtl schon Moeglichkeiten "aufzusteigen/versetzt zu werden" und auserdem nehmen die Firmen meistens sehr gerne junge Leute.
Wer mit 19 die Schule fertig hat, dann zum Bund/ersatzdienst geht und dann noch sagen wir mal 6 jahre studiert der faengt mit 26 Jahren an nen Job zu suchen. Nach 30 Jahren Arbeit ist der dann 56, da gehen manche schon in Fruehpension.

Verlaengerung der Arbeitszeit ist net jut, eine einfache Lohnerhoehung waere vielleicht effektiv, da somit der Konsum gesteigert werden koennte, und somit wieder Arbeitsplaetze gesichert werden. Aber wer zahlt schon freiwilig mehr an seine Angestellten. Die Lohnerhoehung sollte natuerlich nicht die hohen Manager treffen. Soviel, wie die verdienen kann man gar nicht arbeiten/leisten...
Die "untere Arbeiterschicht" waere da am geeignetsten, da dadurch vllt auch die Schulbildung dort steigt, und die unteren "Klassen" mehr Zugang zu hoeheren Positionen haben.
 
 
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Janshi
Alt 21.09.2004, 14:30   #14
Standard

Original geschrieben von hackvresse

Ich stimme allerdings zu, dass unter bestimmten Umständen der Kündigungsschutz gelockert werden muss..gerade weil sich kleine Unternehmen nicht längerfristig binden können.
Der Schlüssel ist ganz einfach die Erhöhung der Löhne. Das Realeinkommen der Deutschen lag in den letzen Jahren weit unter EU Schnitt. Deutschland ist nunmal ein Hochlohnland und sollte es auch bleiben. Deutschland verliert sonst seine Existenzberechtigung.

Ich meinte eigentlich eher folgendes Problem: Viele Arbeitsplätze werden ja immer mehr durch Maschinen/Computer usw. übernommen. Gerade im Bankenbereich und Akkordarbeit werden hier in Zukunft vermutlich viele Arbeitsplätze wegrationalisiert. Die Frage ist: Wie will man das verhindern? Ich bezweifle stark dass soviele bzw. noch mehr Berufe im Hochtechnologiesektor geschaffen werden können, um solche Abfälle zu kompensieren.

Was die Löhne angeht, da ist natürlich die Frage ob die Firmen mitmachen. Wozu einem einfachen Arbeiter mehr Lohn geben, wenn die Produktion auch ins billige Ausland verlegt werden kann? Hightech-unternehmen usw. werden natürlich in Deutschland bleiben (noch), da hier die Qualifikation eine wichtige Rolle spielt und hier auch Hochlöhne bezahlt werden. Aber ich habe Zweifel ob die Mehrheit der deutschen Bevölkerung in diesem Bereich ihre Brötchen verdient.
 
 
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Janshi
Alt 21.09.2004, 14:32   #15
Standard

Original geschrieben von Buschmeister


Wenn man aber schon 5 Jahre gearbeitet hat, hat man evtl schon Moeglichkeiten "aufzusteigen/versetzt zu werden" und auserdem nehmen die Firmen meistens sehr gerne junge Leute.
Wer mit 19 die Schule fertig hat, dann zum Bund/ersatzdienst geht und dann noch sagen wir mal 6 jahre studiert der faengt mit 26 Jahren an nen Job zu suchen. Nach 30 Jahren Arbeit ist der dann 56, da gehen manche schon in Fruehpension.

Hochtechnologieberufe wird man ohne eine akademische Ausbildung nur sehr schwer bekommen. Wie denn auch wenn man von der Materie keine Ahnung hat? Ingenieursberufe, Naturwissenschaftlicheberufe usw., diese meinte ich und da ist ein Studium essentiel notwendig um in diesem Bereich überhaupt Aussichten auf einen Beruf haben.
 
 
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hackvresse
Alt 22.09.2004, 13:08   #16
Standard

Ein interessanter Artikel zum Thema Reformen:

http://www.ftd.de/pw/eu/1093671041707.html?nv=se
 
 
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Janshi
Alt 22.09.2004, 19:40   #17
Standard

Kann ich nur zustimmen, schön wäre es nur wenn die Bundesregierung sich solche Analysen auch zur Herze nehmen.
 
 
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hackvresse
Alt 22.09.2004, 20:25   #18
Standard

Schön das du deine Meinung im Laufe des Threads geändert hast
 
 
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Janshi
Alt 22.09.2004, 20:28   #19
Standard

Naja macht ja keinen Sinn der Wahrheit zu widersprechen gell?
 
 
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