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was haltet ihr eigentlich von der kirche?

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Luchanel
Alt 21.03.2005, 20:35   #1
Frage was haltet ihr eigentlich von der kirche?

ich glaub, dieses thema wurde bisher noch nie angesprochen!?
ich komme aber auch nur drauf, weil ein guter freund mir soeben
erzählte, dass er aus der kirche austreten wolle, weil...
irgendwie lässt mich das jetzt nicht los und ich würde mich echt freun, wenn der ein oder andere hier seine wahre meinung reinschreiben würde.

merce!
 
 
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Felicitas
Alt 21.03.2005, 20:59   #2
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hm ka....

mit kirchen halt ich es wie mit friedhöfen. ich brauch keinen bestimmten ort oder eine bestimmte institutionen um meinen glauben und meine lebenseinstellung auszuleben.

d.h. ich gehe 1mal im jahr in die kirche. das ist zu weihnachten um für ´die leute die da sind zu singen

ich kanns am besten mit dem friedhof beschreiben. meine großeltern sind seit über 10 jahren tot. ich war vllt 3mal auf dem firedhof weil ich mitgehen musste. ich brauche keinen stein um an meine großeltern zu denken. ich brauche nicht die location um zu trauern. da geh ich lieber in einen wald wo es ruhig ist und ich allein bin, da geht das besser. ich find so ein stein bringt keinem was. ausser das es geld kostet und ich brauchs nicht. und den toten ehre erweisen kann ich auch anders.

ich kann damit halt einfach nichts anfangen. genauso ist es mit der kriche. ich habe meinen glauben, brauch deswegen hab nicht dieses gebäude und ich brauchs auch nicht das auf meinem gehalts/versicherungsschrieb steht was ich glaube.

das bringt mir nichts.

verstehst du?
 
 
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Luchanel
Alt 21.03.2005, 21:03   #3
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ja klar versteh ich's. und ich bin eigentlich auch der selben meinung. kirche nein, glaube ja.
richtig?
 
 
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Grandylein
Alt 21.03.2005, 21:11   #4
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Der Stein symbolisiert aber das grab. Und immerhin liegt da ja der tote körper. Man besucht ja quasi die letze Ruhestätte. Das kommz halt besser, als wenn man allein durch den wald geht.
 
 
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Felicitas
Alt 21.03.2005, 21:19   #5
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hm... nee

da liegt n häufchen asche. mehr nicht. und die liegt nur da weil es von der gesellschaft verlangt wird das er da liegt. dieses häufchen asche hat aber nichts mit meinen großeltern zu tun. mein großeltern sind viel mehr als das.

nicht falsch verstehen, ich kanns nachvollziehen das die meisten menschen diesen ort als bezugspunkt brauchen, weil sie glauben das eben da noch etwas von den menschen ist.

aber für mich sind meine großeltern mehr. dieses häufchen hat nichts mehr mit ihnen zu tun. das was meinem vater und mir gegeben haben zu lebzeiten, die liebe, das wissen, die erfahrung, das ist das woran ich mich erinner und an dem ich mich festhalte.

ich will nie das menschen an mein grab und zu meinem stein kommen um sich an mich zu erinnern. ich hoffe das ich denen die mich lieben in meinem leben so viel geben kann das sie diese materielle dinge (eben den stein) nicht brauchen. ich will nicht das meine kinder noch über meinen tot hinaus imense summen für eine beerdigung ausgeben und die grabpflege. außer sie brauchen das eben..... dann sollen sie das gern tun.

jeder hat eine andere art mit schmerz, verlust und trauer umzugehen.

ich brauch halt keinen friedhof, kein grab und keinen stein.
 
 
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Luchanel
Alt 21.03.2005, 21:28   #6
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glaubt ihr?
 
 
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Felicitas
Alt 21.03.2005, 21:33   #7
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hmmm... annichts was sich in die form evangelisch, katholisch, jüdisch oder so hineinpressen läßt. eher so ein feli-ultimativ-glauben-mix
 
 
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Bi-Zar
Alt 21.03.2005, 21:45   #8
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Die katholische Kirche ist die menschenverachtendste und verbrecherischste Organisation aller Zeiten. Schlimmer noch als die NSDAP.
Die evangelikalen Freikirchen sind genauso menschenverachtend, siehe Bush, aber aufgrund ihrer Zerspliterrung nicht ganz so gefährtlich wie die katholische.

Die evangelische Kirche in D ist etwas besser. Was aber nichts damit zu tun hat, dass sie dazugelernt hätte, ihr fehlt eher die Macht schlimmes zu tun.

Als Glaubensinstitution: einigermaßen vertretbares Programm, aber letzlich überflüssig.

Als Firma Kirche: ne ganze Menge kleiner Gaunereien denen man das Handwerk legen sollte, aber immerhin mordet man heute nicht mehr.
 
 
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Luchanel
Alt 21.03.2005, 21:56   #9
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mm da frag ich mich aber wie du denkst.
hitler und die nazis brachten menschen um.
im gegenteil zu den katholiken...
menschenverachtend sind sie auch nich, aber dennoch machen sie jeden menschen zum kleinen sünder... DU BIST SÜNDER, DU MUSST ZU UNS BEICHTEN KOMMEN! des find ich kacke
 
 
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Bi-Zar
Alt 21.03.2005, 22:01   #10
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Die Katholiken brachten keine Menschen um?

Kreuzzüge, Inquisition, gewaltsame Missionierungen, Glaubenskriege im Rahmen der Reformation

Und dann natürlich auch die Nazis. Denen hat die katholische Kirche mächtig unter die Arme gegriffen.

Und nur weil die Kirche heute keine Kriege mehr führt (führen kann) heißt das nicht, dass sie keine Menschen umbringen würde.

Deinem letzten Punkt stimme ich zu. Die Kirche kann auch seelisch verkrüppeln.
 
 
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Luchanel
Alt 21.03.2005, 22:09   #11
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mm welche religion hat nich schon irgendwann irgendwo jemanden getötet? ok, in dem punkt hast du recht. aber die kirche hat den nazis nich unter die arme gegriffen!! die kirche wurde gezwungen (hab ich in geschichte gelernt *g*)...
 
 
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Bi-Zar
Alt 21.03.2005, 22:13   #12
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Die Kirche wurde nicht gezwungen. Deine Geschichtskenntnisse lassen zu wünschen übrig. Aber immerhin kaust du hier nicht das Märchen vom kirchlichen Widerstandt wieder.

Aber selbst wenn, das würde doch immer noch gegen die Kirche sprechen.

Wenn Robert Steinhäuser festgenommen worden wäre, dann wäre natürlich er und nicht seine Waffe vor Gericht gelandet. Diese hätte selbstverständliche keine Schuld gehabt, ihm aber stark geholfen. Und die logische Konsequenz aus dem Massaker von Erfurt war dann ja auch, den Waffenzugang in Schützenvereinen stark zu erschweren.
 
 
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mephisto
Alt 22.03.2005, 06:42   #13
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Was ich von der Kirche halte???

für mich verhält sich die Kirche nicht weniger so, wie eine Sekte im größeren Rahmen!

Die leute treffen sich in nem "Tempel", beten zu jemanden, haben da nen Master of Ceremony, der auf sie hinabredet, sie beduselt und auf ihre gewissen einredet!
Man zahlt massenweise Geld dafür, um nicht als "Heide" zu gelten und hinterher auf dem Friedhof liegen zu dürfen…

O wunderbare Kirche, die Geld nimmt, predigt, einem das blaue vom Himmel verspricht, welche ähnlichkeit sehe ich zwischen Dir und massenweise kleiner Sekten, doch Du bist die einzige, die akzeptiert ist, denn Du bist reif für die Massenverbreitung!

Ich glaube nicht an Gott (was ich schon in mehreren Threads erwähnt habe) und ich halte nichts von der Kirche.
Es kann auch gut möglich sein, dass ich aktiv nach schlechten Verhaltensmustern suche, die in der Kirche auftreten, aberdas ist meine meinung!
 
 
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Sed!ce
Alt 22.03.2005, 10:29   #14
Standard

Ich schließe mich da méphistos Meinung an.
Er hat schon das wichtigste gesagt und das kommt gleich mit meiner Einstellung zur Kirche!
 
 
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Blade
Alt 22.03.2005, 11:16   #15
Standard

Also ich glaube an Gott, gehe in die Kirche und sehe mehr in der Kirche oder wie Feli sagt an diesem "Gebäude".
Die Kirche ist auch für viele sowas wie ein sozialer Kontaktpunkt zu leuten die dieses "Interesse" mit dir haben.
Sozusagen wie ne Disi oder so.

@Feli
Das mit dem Beerdigen kommt nicht alleine vom Glauben oder von der Religion her, das ist gesetzlich Vorgeschrieben. Es hat auch etwas mit der Menschenwürde zu tun. Etwas anderes ist natürlich der Kult der manchmal um so ein Grab gepflegt wird.

hmmm... annichts was sich in die form evangelisch, katholisch, jüdisch oder so hineinpressen läßt. eher so ein feli-ultimativ-glauben-mix
So ein Quatsch... du hast vielleicht eine eigene Lebenseinstellung, aber kein eigenen Glauben!
 
 
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Luchanel
Alt 22.03.2005, 11:23   #16
Standard

also also
ich glaube an gott, denn das gibt kraft und sicherheit (unter anderem natürlich). aber die kirche ist mir schon ein wenig suspekt geworden... die bibel ist ein bedeutender fund und sehr wichtig, aber die kirche interpretiert meiner meinung nach das ein oder andere ziemlich falsch. nun gut, ich bin echt froh, dass so viele auf meine anfrage antworten, denn heutzutage geht dieses thema ein wenig unter.
 
 
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Felicitas
Alt 22.03.2005, 11:28   #17
Standard

also ist glauben erst dann glauben wenn eine bestimmte anzahl von menschen diesen glauben teilen, er sich mit der geschichte entwickelt und geprägt hat?

das ist glauben?

hm......

und die grab geschihcte wollte ich mit meiner einstellung zur kirche vergleichen, nicht damit verbinden.

ob das nun gesetzlich vorgeschrieben ist oder nicht, da kenn ich mich nicht aus.
 
 
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Luchanel
Alt 22.03.2005, 11:35   #18
Standard

das ist nich gesetzlich vorgeschrieben... oder ich hab grad was falsch verstanden. denn wenn es gesetzlich vorgeschrieben wäre, dann hätte eine bekannte nicht die asche ihres mannes auf dem meer "verstreuen" dürfen... oh la, wir decken hier nun also etwas illegales auf...
 
 
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ragnarock
Alt 22.03.2005, 12:59   #19
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Mann kann bestehende Gesetze natürlich umgehen (in Holland ist das verstreuen auf dem Meer soweit ich weiss, erlaubt).
An sonsten muss ich sagen, hab ich für die Kirche und deren Vertreter recht wenig übrig. Ich hab einen Heidenrespekt vor dem christlichen "Fussvolk" in Afrika oder Indien, die Aufbauhilfe leisten, etc. Aber alles, was über einen normalen Pfarrer oder Diakon, oder wasauchimmer hinausgeht ist für mich nicht mehr Glaubwürdig. Macht korrumpiert. Auch in der Kirche.
Ich selbst glaube nicht an einen bestimmten Gott. Ich denke, ich glaube an das Leben an sich. An den Menschen (auch wenns manchmal schwer fällt). Und für diesen Glauben brauche ich kein Haus. Dafür muss ich auch keine Steuern zahlen.
Mit Friedhofsbesuchen halte ichs eigentlich genauso wie Feli. Meine Lieben hab ich bei mir, da muss ich mich nicht vor einen Stein stellen, um an sie zu denken (Soll natürlich keine Kritik an denen sein, die sowas tun).
 
 
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Erwin Kern
Alt 22.03.2005, 14:01   #20
Standard

Original geschrieben von Bi-Zar
Die katholische Kirche ist die menschenverachtendste und verbrecherischste Organisation aller Zeiten. Schlimmer noch als die NSDAP.
Die evangelikalen Freikirchen sind genauso menschenverachtend, siehe Bush, aber aufgrund ihrer Zerspliterrung nicht ganz so gefährtlich wie die katholische.
Wo nimmst du eigentlich deinen ungebremsten Hass auf die Kirche und alles was damit zusammenhaengt her, sogar an George Bush laesst du kein gutes Haar?

Die Kirche hat sicher ab und an in der langjaehrigen Geschichte mal falsch gelegen, aber im grossen und ganzen sollte man auch nicht die guten Seiten ausblenden und sie unter ein paar Fehlern begraben. Im grossen und ganzen ist der Aufstieg zu Wohlstand, Demokratie und Zivilisation der westlichen Welt auch der Kirche zu verdanken.
 
 
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Luchanel
Alt 22.03.2005, 14:02   #21
Standard

da kann ich mich nur anschließen!! aber an bush darf man wirklich kein gutes haar lassen...
 
 
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mephisto
Alt 22.03.2005, 14:38   #22
Standard

Original geschrieben von Erwin Kern
Im grossen und ganzen ist der Aufstieg zu Wohlstand, Demokratie und Zivilisation der westlichen Welt auch der Kirche zu verdanken.
Yo ... nach dem Motto "Unser Volk braucht platz!" (Hitler, 1936 oder 38...)

-

Luise .. dein Posting hättest du dir auch sparen können!

-

Die Kirche hat - bewiesen - hitler unterstützt!
Außerdem mordet die Kirche heute sicher immernoch .. und ich will auch nicht wissen, was <die kirche> (als institution, nicht das gebäude) noch alles im keller versteckt, was für die menschheit von bedeutender wichtigkeit sein könnte!

Kirche ist und bleibt ne Sekte!

Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit!
 
 
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Anarchnophobia
Alt 22.03.2005, 15:42   #23
Standard

unterscheiden muss man zunächst mal klar zwischen Gott/Glaube/blabla <--> der Kirche

die Kirche ist eine MENSCHLICHE organisation, da passieren fehler, der Mensch ist ein Machttier und der eigentlich gute gedanke Gemeinden zu gründen blablabla wurde von den Machthabern missbraucht... natürlich zu unrecht

hier aber nun Kirche mit den Nazis gleichzustellen halte ich für etwas... äääh... "dumm", vor allem da ihr im hinblick auf unsere deutsche geschichte immer wieder in anderen Threads bekunden müsst das ihr damit nichts mehr zu tun habt, allein generationsmäßig gesehen schon, und das die Geschichte den/uns Deutschen nicht immer wieder vorgeworfen werden sollte... ich finde das gehört für die Kirche auch genauso versucht und akzeptiert - die Pastoren/Vorstände die HEUTE das sagen haben haben ganz bestimmt NICHTS mehr mit inquisition etc zu tun. Und auch der Papst ist, umstritten wie er auch ist, einer der besten Päpste die man sich vorstellen kann wenn er für all das geschehene um verzeihung bittet, einräumt das Buddhismus und Christentum viele gemeinsamkeiten haben etc...

Also bleibt noch die Frage was die Kirche für jeden persönlich ist...
ich bin zwar sehr christlich aufgewachsen, aber eine Kirche nur selten von innen betreten, weils "bei uns" andere/freie "Brüdergemeinden" gab (was dann schon noch sektenähnlicher klingt, aber weniger institution beinhaltet als die kirche, aber darum solls ja nun auch gar nicht gehen... ist halt alles "ein bischen" fundamentalistischer). Kirchen zum Gottesdienst besuche ich teilweise sehr ungerne, teilweise schon gerne... warum ich gerne hingehe: es liegt halt eine nicht abzustreitende Mystik im Raum, eine schöne bedrückende Stimmung (so empfinde ich es - ob es so angebracht ist für eine eigentlich "frohe botschaft"?), kerzen brennen, düstere Orgelmusik... joar, hat doch was . Ungerne gehe ich hin weil mir die vermittelte Botschaft zu "platt" erscheint, es wird ein Ritual abgedroschen, was sich ständig wiederholt, und die regelmässigen Kirchengänger genau wissen wasnn sie mit was einzusteigen haben...

es "gibt" mir einfach zu wenig weil es so durchschaubar ist, wie mit der düsteren Stimmung (die mir ja gefällt) versucht wird eine gewisse Angstkulisse aufzubauen, die dann weiter benutzt wird für "ihr müsst umkehren, sonst müsst ihr ewig angst haben", und allein DIESE (einfache) Botschaft mit Floskeln und (nett anzusehenden) Ritualen überdeckt wird so das sogar die regelmässigen Kirchengänger oft gar nicht wissen was eigentlich der Kernpunkt sein sollte...

bleibt also nur noch das an sich schöne gebäude und die Stimmung die mir zusagt... für meinen seelenfrieden brauch ich es nich


edit: ein paar Formfehlerchen korrigiert
 
 
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Bi-Zar
Alt 22.03.2005, 16:12   #24
Standard

Original geschrieben von Erwin Kern


Wo nimmst du eigentlich deinen ungebremsten Hass auf die Kirche und alles was damit zusammenhaengt her, sogar an George Bush laesst du kein gutes Haar?

Die Kirche hat sicher ab und an in der langjaehrigen Geschichte mal falsch gelegen, aber im grossen und ganzen sollte man auch nicht die guten Seiten ausblenden und sie unter ein paar Fehlern begraben. Im grossen und ganzen ist der Aufstieg zu Wohlstand, Demokratie und Zivilisation der westlichen Welt auch der Kirche zu verdanken.
Also der Teil mit Bush...nunja

BTW: du müsstest dann ja was gegen den Papst haben, weil er ja gegen den Irakkrieg war.

Die Kirche hat nicht ab und an mal falschgelegen. Das was ich beschrieben hab waren ja nicht nur singuläre Ereignisse. Sicher die Unterstüzung für Hitler war ein singuläres Ergebnis. Aber gegen die arabische Welt wurden im Laufe von 200 Jahren 8 Kreuzzüge geführt. Uund das waren nicht wenig sondern viele Kreuzzüge, weil ein solches Unterfangen eben einer langen Vorbereitung benötigte. Dazu kommen dann noch innereurupäische Kreuzzüge wie gegen die Albigenser/katharer, die Stedinger und Missionierungszüge wie die des deutschen Ordens gegen die Slawen. Die Inquisition erstreckte sich sogar über mehr Jahrhunderte als nur 2. Die Kirche hat Juden schon immer verfolgt. Von ihrem Aufstieg zur römischen Staatsreligion im Jahre 313 bis zum Zusammenbruch des 3. Reiches und noch ein kleines bisschen darüber hinaus. Die letzten katholischen Pogrome gegen Juden fanden 1946 statt. Außerdem war die Kirche(natürlich auch protestantische und orthodoxe) irgendwie in jeden Krieg in Europa verwickelt. Sicher nicht an jedem ursächlich beteiligt, doch immer dabei wenn die Beute aufgeteilt wurde. Die Missionierung innerhalb Europas erwies sich bereits als blutig, doch die Unterwerfung der afrikanischen und amerikanischen Völker war um ein vielfaches Schlimmer. Als man dann Millionen Schwarze versklavte hat die Kirche auch davon profitiert. Man stellte sich erst gegen die Sklavenhaltung als sie in praktisch jedem Staat abgeschafft wurde. Die Kirche hat lange Zeit versucht den italienischen Staat zu verhindern, was dann aber nicht gelang. Auf dem Balkan bekämpfen sich Serben und Kroaten noch heute(und noch immer im Auftrag der Kirche) Im Mittelalter besaß die Kirche weit über 1/3 des Bodens und half so logischerweise mit die Bevölkerung arm zu halten. Frauen und Andersdenkende wurden immer unterdrückt.


Sicher, jede Menge wissenschaftlicher Fortschritte wurden in Klöstern gemacht. Aber auch nur, weil nur die Leute dort lesen konnten. Um die Bildung des einfachen Volks war die Kirche noch nie sehr bemüht gewesen. Und was mit Giordano Bruno und Galileo Galilei passiert ist muss ich dir ja wohl nicht sagen. Charles Darwin hat seine Entdeckungen zum Glück ein wenig später gemacht, sonst wäre ihm wohl ähnliches widerfahren. 1823 noch wurde die Pockenimpfung als gottlos beschimpft, heute möchte man Fortschritte auf dem GEbiet der Gentechnologie verhindern Bis zum Ende des 19 Jahrhunderts stellte sich die Kirche öffentlich gegen die Demokratie.(heute ist sie immer noch dagegen, nur etwas diffiziler). Gegen Frauenrechte agiert sie auch heute noch. Wann immer die Menschheit einen Fortschritt errang, musste sie dies gegen die Kirche tun, die kurz danach immer bereitwillig jede Veränderung anerkannte und behauptete sie hätte sie maßgeblich vorrangetrieben. 1963 beispielsweise verurteilte Johannes XXIII den Kolonialismus. Ich muss dir ja nicht sagen, dass er zu diesem Zeitpunkt bereits tot war. In den 70ern und 80ern entwickelte sich in Süd-und Mittelamerika die Befreiungstheologie, die soziale Missstände anprangerte und kurz darauf von Rom aus angeprangert wurde.


Heute ist die Kirche schuld daran, dass Millionen Menschen an AIDS sterben, weil sie Kondome verbietet, was neben dem Pillenverbot die bevölkerungsexplosion weiterhin abtreibt. Sie kassiert in Europa Milliarden an Geldern ab und es ist klar, dass ungeheures ans Tageslicht geraten würde, wenn man mal den afrikanischen Bischöfen n bisschen genauer auf die Finger gucken würde.

Unter Hitler hat die Kirche noch begrüßt, dass Schwule ermordet wurden, unter Adenauer hat sie alles daran gesetzt, dass die Naziparagraphen bezüglich Homosexualität bestehen bleiben, unter Kohl hat sie wegeb der Homoehe gejammert, die dann unter Schröder kam und unter diesem hat sie dann gegen das Antidiskriminierungsgesetz gewettert.

Als man sie nicht mehr totschlagen durfte war man eher dafür sie wegzusperren und seitdem das nicht mehr geht versucht man eben ihnen den Alltag so schwer wie nur möglich zu gestalten.

Hm jetzt fällt mihr grad nix weiteres ein, aber ich könnte noch ne Menge mehr aufzählen...aber diese sehr kleine Übersicht über 1700 Jahre hat eben ne ganze Menge Chaos verursacht...muss meine gedanken erstmal ordnen^^
 
 
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Bi-Zar
Alt 22.03.2005, 16:37   #25
Standard

Original geschrieben von Anarchnophobia
hier aber nun Kirche mit den Nazis gleichzustellen halte ich für etwas... äääh... "dumm", vor allem da ihr im hinblick auf unsere deutsche geschichte immer wieder in anderen Threads bekunden müsst das ihr damit nichts mehr zu tun habt, allein generationsmäßig gesehen schon, und das die Geschichte den/uns Deutschen nicht immer wieder vorgeworfen werden sollte... ich finde das gehört für die Kirche auch genauso versucht und akzeptiert - die Pastoren/Vorstände die HEUTE das sagen haben haben ganz bestimmt NICHTS mehr mit inquisition etc zu tun. Und auch der Papst ist, umstritten wie er auch ist, einer der besten Päpste die man sich vorstellen kann wenn er für all das geschehene um verzeihung bittet, einräumt das Buddhismus und Christentum viele gemeinsamkeiten haben etc...
Du fändest die Gleichsetzung nicht mehr so dumm, wenn du wüsstest was ich so über die Kirche und ihre Partnerschaft mit den Nazis weiß.

Nun sicher, in der heutigen Kirche wird sich wohl kaum noch ein Verbrecher von damals finden lassen, wie sich auch im heutigen deutschen Volk kaum noch ein Verbrecher von damals finden lässt. Und da ich nicht will dass man mich als Deutschen = Nazi betrachtet wäre es natürlich unfair in dem maße mit der Kirche zu verfahren. Nun bei der evangelischen Kirche tue ich das nicht. Wer wissen will, was die evangelische Kirche damals für Verbrechen begangen hat, der kann mich fragen, aber ich kann dieses Wissen nicht mehr als Kritik verwenden, denn die Kirche steht nunmal dazu dass sie diese Verbrechen begangen hat und sie hat sich gebessert. Das ist bei der katholischen Kirche anders. Diese verschweigt nicht nur, dass sie damals Verbrechen begangen hat, nein, sie lügt ihren Schäfchen vor, dass sie damals gegen Hitler opponiert hätte. Und angesichts so vieler Heiligsprechungen von Verbrechern dieser Epoche muss man sich fragen, wieso man denn den Führer höchstpersönlich noch nicht heilig gesprochen hat. Nunja...vielleicht kommt irgendwann ein atomarer Massenmord neben dem der Holocaust verblasst, dann kann man Hitler heiligsprechen ohne Angst um das Ansehen zu haben.

Die Vergangenheit ist natürlich als Argument für die Gegenwart nicht brauchbar. Wenn aber darüber diskutiert wird, was die Kirche damals gutes getan hat, dann muss man dem entgegen halten, dass die Kirche auch schlimmes getan hat, wie eben die Nazis zu unterstützen.

Und der jetzige Papst ist einer der schlimmsten den die Welt je gesehen hat. Nun gut, er hat keinen Weltkrieg angezettelt, aber er kann dennoch so viele Menschen auf sein Konto verbuchen wie Hitler.

Hast du dir mal das päpstliche Schuldbekenntnis durchgelesen? Ich empfehle es dir. http://www.kath.de/bistum/mainz/text...g2000_text.htm

Der Papst entschuldigt sich nicht für Verbrechen der vorigen Päpste und Bischöfe, sondern für Sünden die das Volk Gottes begangen hat. Die Schuld wird also abgewälzt. Die Aufzählung der Verbrechen ist auch recht dürftig. In meinem oberen Posting hab ich noch nichtmal die Hälfte aufgezählt und der Papst handelt das ganze ganz kurz ab. Für die Verbrechen an Schwulen entschuldigt er sich übrigens nicht. Reparationszahlungen wurden ebenfalls nicht geleistet. Für die Verbrechen an den Frauen entschuldigt er sich, aber diskriminert sie dennoch weiter.

Dieser Vergebungsakt war doch nur eine PR-Aktion, denn geleugnet werden konnte ja nicht, dass damals ne Menge schiefgelaufen ist.

2001 hat der papst ne Moschee besucht, 2004 hat er die Katholiken dazu aufgerufen keine Moslems zu heiraten.

Im letzten Jahr hat der Papst der orthodoxen Kirche n paar verstaubte Reliquien zurückgegeben und freundlich n paar Hände geschüttelt, dennoch missioniert die katholische Kirche in Russland ordentlich.

2003 wird der ökumenische Kirchentag in Berlin gefeiert, ein Pfarrer, der das Abendmahl mit Protestanten feiert hingegen gefeuert.
 
 
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