ich kann irgendwie beide seiten verstehen.
zum einen hatte ich immer genug perspektive um "irgendwie weiter zu machen". nach der schule halt ausbildung, nach der ausbildung für ein jahr übernommen worden - dann schule weiter mit ausbildung zum (abgekürzt) informatiker.
und dann fing der frust auch an. man investiert 3 jahre geld und zeit in weitere schulische ausbildung - um dann letzendlich nichts zu bekommen. ich hatte den wunsch mich selbstständig zu machen - ging nich, weil mit 3 jahre schulzeit nach der letzten erwerbstätigkeit fällt man dann in dieses "nichts wert"-schema und bekommt weder arbeitslosengeld, und damit auch keine möglichkeit auf eine "Ich-AG", die ich gerne gegründet hätte. stattdessen wurde mir "damals" gesagt ich kjönnte über sozialhilfe vllt 80 Euro bekommen da ich noch bei den eltern wohnte und dergleichen - super aussichten die ich nicht wollte.
hatte das glück im zuge von aufbau-ost aktion in der stadt wo ich ehh hinwollte dann förderung zu bekommen. aber auch das ist minimal. jetzt bin ich zwar selbstständig gemeldet, war damit noch nie arbeitslos und kann mir ein bischen selbstbewusstsein behalten das ich bisher immer von dem gelebt habe was ich mir selbst verdient habe - aber es wurmt. es wurmt deswegen weil ich nicht mehr habe als ein Harz4 empfänger, davon aber dann noch miete (ohne zuschuss), krankenversicherung, Telefon/Inet und nicht zuletzt den server bezahlen "darf" was ich nunmal brauche um das überhaupt so durchführen zu können - und letzendlich gar nichts bleibt und die angesparten reserven mit bausparvertrag/förderung auch langsam aber sicher den bach runtergehen. Es wurmt auch, weil meine existenz trotzdem abhängig ist von anderen leuten ohne die ich nichts wäre - die ebenfalls darauf hoffen, genauso wie ich es tue, das aus dem ganzem projekt doch mehr werden könnte... und dann leiht man kumpels auch noch geld die von Harz 4 leben, aber +-600 euro im monat bekommen OHNE diese "fixen" kosten dabei...
ich brauch nicht viel. ich lebe ganz gut so wie ich es jetzt tue auf unterstem niveau, gehe selten weg und leiste mir auch wenig. aber passend zm thema der "zukunfts angst" - ja, die habe ich. am liebsten würde ich genau so weiter machen wie bisher. noch ein nebenjob mit +-250 euro/monat dabei und die sache wäre wusa. für den moment zumindest. zumindest so lange, wie man nicht mehr vom leben erwartet und an eigenes Haus, familie/kinder und sowas denkt. ÜBERALL wo ich hinkomme frage ich nach einem job. Und überall ist es entweder belegt oder man wird verarscht oder erfüllt nicht die vorrausetzungen (eigenes auto zum beispiel sehr oft, was ausfahrdienste angeht). letzendlich springt man dann sogar über seinen eigenen schatten und bewirbt sich bei diensten die wiederum andere abzocken (siehe den SMS-Abzocke.thread im rechtsforum), nur um irgendwie über die runden zu kommen. So nach und nach gewinnt diese einstellung: mitnehmen was geht. vom staat soviel nehmen wie es geht, soviel abzocken wie es geht. das wurmt, weil ehrliche/faire arbeit heutzutage mit versklavung gleichkommt und keine arbeit immernoch mehr bringt als sich überhaupt zu bemühen...
im moment merke ich das, besonders wohl auch im osten wo es mit jobs noch knapper aussieht, ein "selbstständig machen" boom kommt. gar nicht mal so schlecht - aber die allerallermeisten fliegen auf die fresse weil das potential, was wohl JEDER mensch in sich hat, oft nicht ausreicht um damit wirklich wirtschaftlich erfolgreich zu sein. In dieser hinsicht wäre es auch von der regierung an der zeit ein bischen umzudenken - ich denke nwirklich JEDER kann was machen, aber die angst davor es zu probieren ist recht hoch, weil wenn man es probiert, ist arbeitslosengeld auf längere zeit nicht zu erwarten. ein guter gedankenansatz wäre, finde ich, zum beispiel das selbständige, die versuchen ihr können irgendwie umzusetzen, das "restgeld" was fehlt zum existenzminimum + ein bischen mehr weil man wenigstens was tut auszugleichen. Beispiel: jemand kann gut häkeln und strickt fleissig seine Socken, meldet sich damit selbstständig und verdient darüber seine 200 Euro im Monat. Der staat kommt her und bezahlt zum Harz4-Niveau 400 euro dabei = 600 euro. +100 Euro weil man eigenes potential nutzt - und schon hat man mehr als arbeitslosengeld, bewahrt sich sein selbstbewustsein und der staat spart auch, in meinem beispiel immerhin 100 euro. auf die masse gesehen könnte dieses system sogar fruchten...
aber stattdessen finanziert man lieber umzüge in städte wo man nicht hin will, reisst familien/beziehungen und entfaltungspotential auseinander, lässt für 1 euro die stunde jobs verrichten die keiner braucht und investiert in schulungs und berufsborbereitungsjahren, die ein armutszeugnis in jedem lebenslauf sind... während die die arbeiten sich in sicherheit wiegen und letzendlich ihr leben mit 10std arbeitseinsatz am tag "verkaufen" für jobs die sie hassen und die arbeitslosen fast beneiden bzw anstacheln wenn sie in irgenwelche unsinnigen staalichen maßnahmen reingesteckt werden. ein zwei-klassen-krieg, wo es mit viel frust auf beiden seiten keinen gewinner geben wird, weil wir die metalität haben über jeden zustand zu jammern... willkommen im standort deutschland