Also... es ist natürlich einfach, auf dem, was einem nicht gefällt, herumzuhacken. Es ist einfacher, Hass gegen Christen zu predigen, als den Islam als starke Religion friedlich zu vermitteln. Es ist einfacher, Mörder zu erschiessen als zu versuchen, sie zu rehabilitieren. Es ist einfacher, einen Krieg zu führen anstatt diplomatisch hinzubekommen, dass Öl weiterhin nur in Dollar gehandelt wird. Und es ist einfacher, auf faule Arbeitslose einzudreschen als ihnen mit viel Mühe einen Weg zu zeigen und ihnen argumentativ zu einer positiveren Einstellung zu verhelfen.
Es ist doch erstaunlich... sobald sich Menschen sich ausgenutzt fühlen, neigen sie dazu, das Gegnerische zu lange schlecht zu reden und viele Leute zu suchen, die mitmachen. Sparkie hat Recht, wenn er das als "Grosse-Boulevard-Zeitungs"-Niveau bezeichnet. Warum hackt ihr so auf dem Assie herum? Meint ihr, davon wird irgendwas besser? Wenn jemand starke Schmerzen hat, meint ihr, Schläge hielten ihn/sie davon ab zu schreien oder weinen? Geht doch in ne Talkshow, dort könnt ihr ablästern, soviel ihr wollt. Die Leute klatschen dann, und ihr könnt euch toll fühlen.
Oder müsst ihr etwa eure Position als steuerzahlende arbeitende Leute vor euch selbst verteidigen, weil ihr das Unrecht seht und soviel Angst habt, dass es euch auch mal zustossen könnte? Ich hab jemanden in meinem Freundeskreis... ein die Arbeit liebender gelernter Landschaftsgärtner, der sich für nix zu schade ist. Er hat sich immer wieder um nen neuen Job bemüht, als er wegen schlechter Auftragslage gekündigt wurde, hat auch einiges gemacht... aber als alles nicht so recht geklappt hat und dann noch privat einiges kaputtgegangen war, ist er nach einiger Zeit auch in ein Loch gefallen und hat sich um nix mehr gekümmert. Wenn ich ihn nun als sein Freund die ganze Zeit angeschnauzt hätte, wäre er wahrscheinlich noch tiefer gesunken, aber durch meine "mentale Unterstützung" behaupte ich meinen kleinen Teil beigetragen zu haben, dass er erstens nicht mit 200 vor nen Baum gefahren ist und zweitens nun eine Weiterbildung macht, mit den besten Aussichten auf einen Job in näherer Zukunft.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ihr könnt soviel hacken, runtermachen, "guck mal wie toll ich bin, und du bist so mies" sagen... im Endeffekt verschlimmert ihr eher die Lage und könnt euch nur für nen kurzen Moment erleichtert fühlen, weil ihr meint, wenigstens nicht still dagesessen zu haben, während so ein Unrecht geschieht.
Wenn ihr wirklich helfen wollt, warum kümmert ihr euch nicht um arbeitslose frustrierte Leute? Warum redet ihr ihnen keinen Mut zu und helft ihnen, ihre Situation zu bewältigen, eine positivere Einstellung zu geben? Warum geht ihr nicht hin und gebt ein paar Tipps, wie sich jemand über Wasser halten, sich bewerben kann, Rechtschreibfehler vermeiden kann, damit eine Bewerbung grössere Chancen hat? Warum seid ihr so destruktiv statt konstruktiv?
Wenn jeder frustrierte Arbeitslose 2-3 Menschen hätte, die ihm helfen würden, würde auch das allgemeine Niveau steigen, Deutschland hätte mehr potentielle gute Arbeitnehmer, und die Firmen müssten sich nicht 50 Bewerber anschauen, um dann festzustellen, dass die keinen davon gebrauchen kann. Wenn ihr ein Problem lösen wollt, hilft es euch und der Gesellschaft nix, über das Problem zu schimpfen. Ihr könnt vielleicht nicht direkt dem Assi helfen, aber Arbeitslose in eurer Umgebung könnt ihr sehr wohl beeinflussen... bei eurer Einstellung haben Arbeitslose aber wohl schlechte Karten. Ein Kind lernt auch nicht durch Strafe, sondern durch gute Vorbilder und Unterstützung.