Der ranghöchste Anhänger des Grundeinkommens in Deutschland ist Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU). Sein detailliert ausgearbeitetes Konzept für ein "solidarisches Bürgergeld" sieht 800 bedingungslose Euro für jeden Erwachsenen und 500 Euro für jedes Kind vor. Von diesem Geld gehen jeweils 200 Euro als Gesundheitsprämie ab. Im Gegenzug sollen, mit Ausnahme der Krankenversicherung, alle existierenden Sozialleistungen und Steuervorteile gestrichen werden.
Finanzieren will Althaus seine Sozialrevolution mit einer einheitlichen Einkommenssteuer von 50 Prozent (Flat Tax). Wer mehr als 1600 Euro verdient, erhält die Hälfte des Bürgergeldes, zahlt dafür einen Steuersatz von nur 25 Prozent. Kein Tippfehler: Althaus will Menschen mit kleinen Einkommen doppelt so stark besteuern wie Besserverdiener!
Diesen Teil habe ich so (oder zumindestens sehr ähnlich) vor ein paar Wochen in der Bild gelesen.
Im ersten Moment wäre das für mich natürlich gut, weil ich dann ein paar hundert € mehr hätte.
Auf der anderen Seite sollte laut Bild aber die Rentenversicherung (& Arbeitslosenversicherung???) komplett wegfallen. Das würde heißen, dass man sich dann für´s Alter finanziell wohl (noch) mehr absichern muss, weil man dann trotz Bürgergeld sonst sicher zu wenig Geld hätte, um davon leben zu können.
Die Verfechter des Grundeinkommens hingegen wollen die Säulen der Sozialversicherung (Rente, Arbeitslosigkeit, Pflege, Unfall) einfach niederreißen, die Fürsorgesysteme und Maßnahmen zur Arbeitsförderung einstellen.
Dieser Teil dürfte dann allerdings wiederum zur Hälfte schwachsinnig sein, da ich mir nicht vorstellen kann, dass die Pflege oder gar die Unfallversicherung wegfallen würde. Gerade bei letzterer wäre ein Wegfall nur wegen des Bürgergeldes völliger Unsinn. Zumal auf diesem Gebiet gerade eine Reform in Gange ist, die die Anzahl der Träger deutlich reduzieren soll. Der ganze Reform-Aufwand wäre dann ja umsonst gewesen.
Was die höheren Steuern für Geringverdiener angeht, müsste ich mich dem Herrn Schneider dann allerdings doch anschließen, wenn es stimmen sollte, dass diejenigen mit mehr Geld weniger Steuern zahlen müssten. Das wäre in der Tat unsozial.
Ich persönlich bin mir insgesamt eher unsicher, ob ein Bürgergeld unsere Probleme lösen oder eher verschlimmern würde.
Und was dich, Krashok, angeht, muss ich mich Wodar Hospur anschließen.
Wenn du das schon alles verteufelst, solltest du das schon anständig und nachvollziehbar begründen können.