Lupuz.de: Artikel-Portal / Magazin

Zurück   Postpla.net - die Forum Community > Postplanet Talk > Politik und Gesellschaft

Grundeinkommen vom Staat für jeden Bürger?

Anzeigen:

Thema geschlossen
 
Themen-Optionen
Reh
Alt 22.04.2007, 15:01   #1
Standard Grundeinkommen vom Staat für jeden Bürger?

Zuerst mal der Artikel: http://www.spiegel.de/politik/debatt...478416,00.html

Es geht darum, dass der Staat jedem Bürger, egal ob Verdiener oder nicht, ein Grundeinkommen zahlt und dafür alle sozialen Leistungen gestrichen werden.

Die Idee halte ich für wirklich verlockend. Ich sehe gleichzeitig einige Probleme.
Ich halte den oben verlinkten Kommentar übrigens für zu einseitig und damit für unbrauchbar.

Zur diskutierten Idee eine Anmerkung: der Autor bezieht sich auf das Modell von Althaus, bei dem Besserverdiener (ab 1600 € monatlich) nur noch 25% Steuer zahlen, während Geringverdiener 50% Steuer zahlen. Daraus berechnet sich dann eine Finanzierungslücke von knapp 800 Milliarden. Das halte ich natürlich für Unfug. Wenn schon ein solches Modell, dann zahlen alle 50% ein, egal ob Groß- oder Kleinverdiener. Das Finanzierungsloch wäre vermutlich gehörig reduziert. Dem Autor geht es leider nicht darum, den Vorschlag zu korrigieren, sondern einfach auf derzeitigen Unstimmigkeiten herumzureiten. Schade.

Weitere Probleme, die ich sehe:
- Warum sollte eine Putzfrau weiter für mikrigen Lohn arbeiten, wenn sie rund 1000 € monatlich bekommt? Es kann sehr gut passieren, dass "dreckige" Jobs nicht mehr gemacht werden, weil sie nicht mehr als überlebenswichtiger Verdienst gebraucht werden.
- Gibt es eventuell Unterschiede zwischen Bürgergeld und den heute üblichen (äußerst zahlreichen) sozialen Leistungen in Bezug auf ihre langfristige Sicherheit und Stabilität bei Inflation u.ä.?

Wie seht ihr das? Ist das Prinzip "jeder bekommt Grundleistung und darüber hinaus muss man es sich verdienen" sinnvoll/machbar?
 
 
Nach oben
DerAssie
Alt 22.04.2007, 16:01   #2
Standard

Ich halt den Satz von Althausen für generel Unsozial finanziert und zu gering ausgelegt da man nach Abzug der Krankenversicherung sogar noch unter ALG 2 landet ab 280 Euro Miete aufwärts.
500 Euro inklusive Bürgerversicherung und 1000 Euro ab 16 Jahren währen angemessen vom Satz herr.
Bei Zuverdiensten über die 1000 würde dann natürlich progressive Einkommenssteuer fällig.

Dafon mal abgesehn fordere Ich das BGE schon ewig da es schon ewig keine Vollbeschäftigung mehr gibt und jemals wieder geben wird, aber der Fehler ist das Teilhabe nur über ein Einkommen aus Erwerbsarbeit möglich ist in ausreichendem Umfang Geselschaftlich.
Dem steht der Kapitalismus natürlich hingegen mit seiner hohen Produktiven Wertschöpfung der immer mehr Leute ausselektiert und in Poor Working dumpt.
Somit werden natürlich auch Tätigkeiten nicht honoriert wie Pflege Angehöriger und Hausman/Hausfrauen da sein, Kindererziehung ect. mit ausreichender Absicherung und Teilhabe Geselschaftlich.
Alles was der Markt nicht honoriert hat hier halt keinen positven Stellenwert und bleibt vielen Ökonomisch verwehrt.
Da die Leute das Einkommen der Erwerbsarbeit auch weiterhin dazu kriegen würden würden auch die "Drecks Jobs" weiterhin gemacht NUR die Leute würden ihren Wert endlich den Gegebenheiten entsprechen aushandeln mit Sicherheit im Hintergrund die sonst nur ein Reicher hat der nicht Lohnabhängig ist per Einkommen.
Das währ Traumhaft wenn die Masse eine solche Waffe hat.
Lieber sicher 1000 Euro Mindestens + bsp. 1000 Euro weiterem Einkommen + weitere Erspahrnise als bs. 4500 verdienen mit dem Risiko bei 345 abgestürzt zu landen und seine Erspahrnise auf zu brauchen.
Dafür auch mehr Steuern zahlen sollte einem die Sicherheit wert sein nie ins Bodenlose stürzen zu können und immer auf ausreichendem Level Teilhabe gesichert zu kriegen.
 
 
Nach oben
OrionX
Alt 22.04.2007, 16:33   #3
Standard

-seufz- ich halts für nicht sinnvoll. mit einem grundeinkommen steigt auch die kaufkraft der bürger und wenn sich bürger mehr kaufen kann/will steigen auch die preise, sieht man ja an ländern in denen die menschen ein höheres durchschnittseinkommen haben.

ausserdem tut sich da meiner meinung nach ein loch auf, denn auch wer nicht arbeitet und keine steuern zahlt bekommt das geld.

Ob man nun als basis für jeden 0 oder 1000 nimmt ist egal, das relativiert sich.
 
 
Nach oben
DerAssie
Alt 22.04.2007, 17:55   #4
Standard

Wer keine Erwerbsarbeit hat kriegt Hartz 4 und muß in Armut leben weil das System alles andere als Vollbeschäftigung bereitstellen kann.
Dafür werden dann noch Millionen bestraft und Geselschaftlich ausgegrenzt mangels Kapital.
Das Grundeinkommen würd die Stigmatisierung abschaffen von gewissen Bevölkerungsgruppen und dafür sorgen das jemand der Erwerbsarbeit nachgeht auch Wirtschaftlich eindeutig mehr hat.
Das ist ja beim Poor Worker so auch nicht gesichert der Zeit.
Für das Thema Preisanstieg, Inflation ect. muß der Staat halt dafür sorgen das bsp. 1000 Euro BGE auch noch das von Heute in 10 Jahren sind und den Satz bsp. an Kostentabelen anpassen von Zeit zu Zeit.
 
 
Nach oben
Mahoney
Alt 22.04.2007, 19:41   #5
Standard

Wie solte das den Finanziert werden? Wenn jeder ein Grundeinkommen vom garantiert bekommt würde es immer mehr Sozialschmarotzer geben. Mehr wie die Arbeitene Bevölkerung!

Ich bin dafür das Geringverdiender wie zum Beispiel die Putzfrau oder der Produktionshelfer weniger Steuern zahlen müssen und drüber hinaus noch ein Staatlichen zuschuss bekommen.

Des ganze ist doch nur Bauernfängerei von der PDS! Irgentwie müssen sie ja mit Abstrakten Programmen weit weg von der Realität ihre Wähler an der Stange halten! Und die anderen Partei ziehen halt mal mit. Wer will schon Wähler an die PDS verlieren....
 
 
Nach oben
Wodar Hospur
Alt 22.04.2007, 22:14   #6
Standard

Naja, die Idee an sich ist gut. Denn eine Vollbeschäftigung wird immer unrealistischer. Da aber die meisten Menschen nicht mehr in der Produktion sondern in dem Konsum gebraucht werden, wäre es ein interessante Möglichkeit das Problem zulösen.

Erstens fällt eine riesige Verwaltungsmaschine weg. Wodurch sehr viel Geld gespart werden kann. Auch würde ja dann der Konsum entsprechend versteuert, wer viel und unnötig konsumiert zahl viel!

Das dadurch vorallem die eintönigen und unattraktiven Jobs gefährdet sind ist ein Vorteil der Arbeitnehmer. Entweder er macht den Job attraktiv oder aber ich nehme ihn nicht an. In einer Welt in der das Kapital und der Arbeitgeber immer mehr Macht bekommen, durch gleichzeitiger Schwächung des Arbeitnehmers wäre dies vom Staat ein Schritt in die richtige Richtung.
 
 
Nach oben
fantamaus
Alt 22.04.2007, 23:02   #7
Standard

Die Idee an sich wäre gut. Allerdings scheitert sie daran, dass es, wie gesagt, viel mehr Sozialschmarotzer geben würde, als heute, und es diesen sogar noch gut gehen würde.
Wenn ich etwas hasse auf dieser Welt dann sind das Menschen wie DerAssie (tschuldigung, aber ich bin jetzt einfach mal ehrlich) die auf keinen Fall arbeiten würden, egal wie wenig Geld sie bekommen. Die sich nicht um ein besseres Leben bemühen.
Ich bin Studentin und arbeite Nebenbei bei einem Personalverleih (Service) um mein Taschengeld aufzubessern. So kann ich mir trotzdem das eine oder andere Gönnen. Und ich arbeite dafür, was mir ein gutes Gefühl gibt.
Ich würde mich ausgenutzt fühlen, wenn ich zwar ein Grundeinkommen beziehen würde, aber nebenbei noch arbeiten würde (was ich garantiert täte, denn ohne Arbeit bin ich einfach nicht glücklich) und ganz genau wüsste, dass ich die hälfte meines erarbeiteten Einkommens am Ende doch für Menschen wie DerAssie weggeben muss, weil diese schlicht und einfach zu faul sind um auch nur einen Finger zu rühren.

Nein, sobald die Schweiz ein Staat mit Grundeinkommen wird, dann wandere ich aus. Denn wenn ich arbeite, dann um Geld für mich zu verdienen und nicht um Sozialschmarotzern ein gutes Leben zu garantieren.
 
 
Nach oben
Wodar Hospur
Alt 23.04.2007, 09:13   #8
Standard

Wieso denn Sozialschmarotzer, JEDER bekommt das Grundeinkommen!
Du kannst es dir nicht erschleichen, oder andere um ihr Geld bringen.
Davon kannst du Leben. Wenn du wirklich mehr willst MUSST du dafür arbeiten.
 
 
Nach oben
fantamaus
Alt 23.04.2007, 10:06   #9
Standard

und das würde ich auch tun. ABER von meinem erarbeiteten geld müsste ich 50% Steuern zahlen. Will ich das?! Nee, eigentlich nicht, denn wir müssen bei Gott schon genug Steuern zahlen.
 
 
Nach oben
Krashok
Alt 23.04.2007, 10:15   #10
Standard

ich halte das ganze für ziemlich großen schwachsinn...
 
 
Nach oben
Wodar Hospur
Alt 23.04.2007, 11:01   #11
Standard

Stimmt, lieber teilen wir die Gesellschaft weiter in die Gering- und Garnichtverdiener auf der einen Seite, auf der anderen die Großverdiener. Bei denen eine Seite gegen die Andere ausgespielt wird und sich eigentlich nur die Firmen bereichern.

Wer arbeiten will, weil er gerne arbeitet, bzw. sich etwas leisten will kann doch weiterhin arbeiten gehen. Vorallem in dem Job in dem er arbeiten möchte und nicht irgendwo um über die Runden zukommen. Wer nicht arbeitet, arbeitet nicht, hat aber dann auch nur eine Grundversorgung die keine Luxusgüter einschließt.

In der Konsequenz, es ändert sich doch NICHTS, wer nicht arbeiten will, arbeitet immer noch nicht. Allerdings fällt ein RIESIGER Verwaltungsapperat weg. Außerdem werden die Jobs für die wirkliche interessierten Leute frei.
Wer verliert?
 
 
Nach oben
Krashok
Alt 23.04.2007, 11:29   #12
Standard

das system ist extrem kurzsichtig und wieder so'n stammtisch projekt wie das killerspielverbot ..einfach nur lächerlich sowas
 
 
Nach oben
Wodar Hospur
Alt 23.04.2007, 11:46   #13
Standard

Deine Disskussionsfähigkeit ist lachhaft, mit 2 Posts kommst du auf 2,5 Zeilen.

Du könntest ja erklären wo du die Idee hinterdem Grundeinkommen als lachhaft siehst und vorallem wo der Zusammenhang mit Stammtischparolen ist, wenn über die Gesellschaft und Möglichkeiten zur Lösung der Probleme dieser Gesellschaft gesprochen wird. Denn Vollbeschäftigung wird es NIE geben.

Und Vorsicht ich bin KEIN Kommunist, falls du das vermutet hast .
 
 
Nach oben
Krashok
Alt 23.04.2007, 12:04   #14
Standard

wer redet denn von vollbeschäftigung ? vielleicht setzt du dich mal etwas intensiver mit dem deutschen steuersystem auseinander und denkst dann paar minuten über den text von spiegel.de nach bevor du anderen diskussionsunfähigkeit vorwirfst
 
 
Nach oben
Wodar Hospur
Alt 23.04.2007, 12:20   #15
Standard

Das Steuersystem hat erstmal NICHTS mit dem Grundeinkommen zu tun. Das wegen dem Grundeinkommen Anpassungen gemacht werden, ist sicher verständlich. Das Steuersystem vorgeschlagen von Althaus ist aber der einzigste Kritikpunkt den du bisher aufzeigen konntest, den ich teile! Aber deswegen das Prinzip BGE zu verurteilen und als linke Stammtischparole zu diffamieren ist voreilig.

Zu der Fähigkeit zur Disskusion: ich habe bisher alle meine Aussagen wenigstens in einer ansprechenden Länge mit entsprechender Begründung vorgebracht, was ich von dir nicht behaupten kann.
 
 
Nach oben
Manni
Alt 23.04.2007, 13:48   #16
Standard

Der ranghöchste Anhänger des Grundeinkommens in Deutschland ist Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU). Sein detailliert ausgearbeitetes Konzept für ein "solidarisches Bürgergeld" sieht 800 bedingungslose Euro für jeden Erwachsenen und 500 Euro für jedes Kind vor. Von diesem Geld gehen jeweils 200 Euro als Gesundheitsprämie ab. Im Gegenzug sollen, mit Ausnahme der Krankenversicherung, alle existierenden Sozialleistungen und Steuervorteile gestrichen werden.

Finanzieren will Althaus seine Sozialrevolution mit einer einheitlichen Einkommenssteuer von 50 Prozent (Flat Tax). Wer mehr als 1600 Euro verdient, erhält die Hälfte des Bürgergeldes, zahlt dafür einen Steuersatz von nur 25 Prozent. Kein Tippfehler: Althaus will Menschen mit kleinen Einkommen doppelt so stark besteuern wie Besserverdiener!
Diesen Teil habe ich so (oder zumindestens sehr ähnlich) vor ein paar Wochen in der Bild gelesen.

Im ersten Moment wäre das für mich natürlich gut, weil ich dann ein paar hundert € mehr hätte.

Auf der anderen Seite sollte laut Bild aber die Rentenversicherung (& Arbeitslosenversicherung???) komplett wegfallen. Das würde heißen, dass man sich dann für´s Alter finanziell wohl (noch) mehr absichern muss, weil man dann trotz Bürgergeld sonst sicher zu wenig Geld hätte, um davon leben zu können.

Die Verfechter des Grundeinkommens hingegen wollen die Säulen der Sozialversicherung (Rente, Arbeitslosigkeit, Pflege, Unfall) einfach niederreißen, die Fürsorgesysteme und Maßnahmen zur Arbeitsförderung einstellen.
Dieser Teil dürfte dann allerdings wiederum zur Hälfte schwachsinnig sein, da ich mir nicht vorstellen kann, dass die Pflege oder gar die Unfallversicherung wegfallen würde. Gerade bei letzterer wäre ein Wegfall nur wegen des Bürgergeldes völliger Unsinn. Zumal auf diesem Gebiet gerade eine Reform in Gange ist, die die Anzahl der Träger deutlich reduzieren soll. Der ganze Reform-Aufwand wäre dann ja umsonst gewesen.

Was die höheren Steuern für Geringverdiener angeht, müsste ich mich dem Herrn Schneider dann allerdings doch anschließen, wenn es stimmen sollte, dass diejenigen mit mehr Geld weniger Steuern zahlen müssten. Das wäre in der Tat unsozial.

Ich persönlich bin mir insgesamt eher unsicher, ob ein Bürgergeld unsere Probleme lösen oder eher verschlimmern würde.

Und was dich, Krashok, angeht, muss ich mich Wodar Hospur anschließen.
Wenn du das schon alles verteufelst, solltest du das schon anständig und nachvollziehbar begründen können.
 
 
Nach oben
DerAssie
Alt 23.04.2007, 19:04   #17
Standard

Bei 1000 Euro BGE und 1200 -1300 Euro in etwa minimum die per Mindestlohn in Vollzeit gesichert währen kämme jeder in etwa auf die 2300 Euro Durchschnittsverdienst der einer Erwerbsarbeit Ganztägig nachgeht.
Das würd schon sehr Gut umverteilen wobei man mit 1000 Euro ja immer noch um 380 Euro unter der Armutsgrenze beim BGE liegen würde wenn man unter 60% des Durchschnitteinkommens als Arm gilt.
Die Frage ist generel nicht OB sondern nur WIE man finanzieren möchte.
Ob man alles ganz Radikal auf 50% Mehrwertsteuer umstellt wie Herr Götz Werner vorschlug oder ob man die Umverteilung weiterhin über Progressive Steuern tätigt wie es Frau Kipping gefordert hat.

Ich bin persönlich extrem gegen Kombielöhne weil dann der Staat das Lohndumping nur fördern würde und der kleine Steuerzahler das noch zu subventionieren hätte.
Es wird auch immer geweint bei Mindestlohn müssen die Preise ansteigen, das ist in Ordnung da die Leute dann auch mehr haben aber die 3 Option wird verschwiegen >> die Gewinnmarge senken als Eigner und Glücklich sein das man immer noch viel besser da steht bei den vielen Abhängigen für die man die Produzierte vorbehält.

Fakt bleibt auch das jeder Mensch im System Kosten verursacht der keine Erwerbsarbeit hat und durch gefüttert wird von anderen.
Ebenso Menschen die nun mal mehr im Gesundheitswessen als andere in Anspruch nehmen, was ihnen ja auch zusteht.
Sollte man auch mal bedenken, bsp. auch das JVA Plätze 80 -150 Euro am Tag kosten befor man schreit weil jemand aus gewissen Gründen nicht jede Tätigkeit macht das man ihm das ALG 2 wegstreicht.
Der kann dann ganz anderen Volkswirtschaftlichen Schaden anrichten durch Schwarzarbeit oder gar Kriminalität und gegebenenfalls einem längeren JVA Aufenthalt.

Geändert von DerAssie (23.04.2007 um 19:21 Uhr).
 
 
Nach oben
OrionX
Alt 23.04.2007, 21:25   #18
Standard

ich glaub es harkt. "Es ist in ordnung wenn die preise steigen weil dann hat ja jeder das geld" < logik? Wenn die preise steigen ist es doch wie vorher. Ob du nun 100 € hast und 1 € für einen apfel bezahlst oder ob du 1000 € hast und 10 € für einen apfel bezahlst, absolut dasselbe...

Fakt bleibt auch das jeder Mensch im System Kosten verursacht der keine Erwerbsarbeit hat und durch gefüttert wird von anderen.
Ebenso Menschen die nun mal mehr im Gesundheitswessen als andere in Anspruch nehmen, was ihnen ja auch zusteht.
ALG und co sind für leute geschaffen die arbeiten wollen aber nicht können. Und es steht nicht jedem zu wegen jedem kinkerlitzchen zum arzt zu rennen und sich irgendwas verschreiben zu lassen. Was glaubst warum es praxisgebühr gibt? damit man es sich 2 mal überlegt ob man wegen ner simplen erkältung zum arzt rennt... (jedenfalls ist dies auch EIN aspekt der praxisgebühr, deswegen find ich sie lang nicht gut)

Ich bin persönlich extrem gegen Kombielöhne weil dann der Staat das Lohndumping nur fördern würde und der kleine Steuerzahler das noch zu subventionieren hätte.
soso, na wenn da nicht eigennutz drin steckt...
 
 
Nach oben
El Sparko
Alt 23.04.2007, 22:01   #19
Standard

wurde schon agensprochen... das ganze ist im grunde ne finanzierungsfrage, denn der ansatz "ein jeder bürger hat durch seinen bürgerstatus verdient nicht am hungertuch nagen zu müssen" ist nur sozial und eigentlich auch eine idealvorstellung, die wir ob der aktuellen neiddiskussion (gegen arbeitslose, studenten, firmeninhaber, etc...) leider viel zu wenig sehen.

ich behaupte nicht eine idealvorstellung wäre jemals erreichbar, das gilt aber eben auch für die idealvorstellung der vollbeschäftigung.

also gut finanzierung. ich wiederhole mich da oft aber meiner meinung nach ist eine komplette umverlegung des komplizierten steuersystems auf eine konsumsteuer das sinnigste. einen festen satz für alle und zwar nur für konsum. die menschen, die aus eigenem antrieb einem job nachgehen um sich zu verwirklichen oder mal etwas mehr als nur billigste lebensmittel leisten zu können, denen sollte man ihr geld nicht besteuern - zumindest nicht solange bis sie konsum tätigen.

im endeffekt stecken heute in den warenpreisen, die der endkunde im einzelhandel bezahlt, doch eh schon die lohnnebenkosten etc. drin. der einzige im staat der also im endeffekt wirklich geld bezahlt ist derjenige der konsumiert. komplizierte steuer und subventionssysteme sind vereinfacht gesagt also nur unnötige wasserköpfe, die in erster linie geld verbrennen.

jetzt haben wir also eine riesige finanzierungslücke. auf den ersten blick ist es kaum möglich jedem menschen einen mindestsatz zu garantieren, damit er seine bürgerliche freiheit wahrnehmen könnte. auf den zweiten blick aber wird schnell klar, dass es diesen mindestsatz aber bereits gibt. hartz IV steht jedem bürger sowieso schon zu. wer bezahlt das heute? der steuerzahler... nicht nur der arbeitende, der in die arbeitslosenversicherung einzahlt. insgesamt gibt es ja soweiso nur ungefähr 30% unserer bevölkerung, die ihr geld mit unselbstständiger erwerbstätigkeit verdienen und damit arbeitslosenversicherungen finanzieren könnten.

gäbe es also einen großen unterschied zwischen alg-2 aus steuergeldern und grundeinkommen aus steuergeldern? groß vielleicht eventuell in der nötigen gesamtsumme, aber da könnte man auch wieder einwenden, dass die arbeitsangenturen etc. (die ja dann unnötig wären) bereits heute überschuss erwirtschaften. ausserdem spricht ja niemand von komplett bezahltem leben aus dem staatssäckel.

fortan gäbe es nicht "zuschuss für erstausstattung", "erstattung für bewerbugnskosten", "bezahlte umzüge", "übernahme von miet- und nebenkosten", etc. was heute noch so nebenbei läuft. man könnte also überschlagsweise unterstellen das nötige delta wäre durch abbau von unnötiger bürokratie und leistungsfeldern schnell gedeckt.

dem typischen sozialschmarotzer (den begriff gäbe es dann so oder so nicht mehr) bringt das ganze garnichts. man würde ihn nicht wie heute jeden monat zu veranstaltungen laden und versuchen ihn aus der scheiße zu ziehen, er müsste als unbedeutender unwichtiger mensch mit seinem minimalen grundeinkommen überleben. wenn das kein anreiz ist sich selbst zu verwirklichen, z.b. seine träume ohne überlebensrisiko anzupacken, dann hat mans auch einfach nicht verdient erfolgreich zu sein.

ich hoffe ich konnte mal ein wenig aufzeigen, wo die chancen in dem anderen denkmodell stecken, fernab von linker "alles dem volk" propaganda. ich denk aber auch so ein systemwechsel ist gerade mit unserer mentalität nie möglich. gäbe es keine sozialversicherungen dann wäre sicher allein die idee einer krankenversicherung schon linkes geschwätz im stammtischjargon.

wo uns übrigens die alleinige wirtschaftshörigkeit und das vertrauen auf die selbstregulierung der märkte hinbringt zeigt ja china bestens. anscheinend ist es nur noch rentabel wenn man heute staatlich sklaven gestellt bekommt, alle andere arbeitskraft ist zu teuer.

würde man allerdings den terminus sklave durch technologie und automatisierung ersetzen... ach ne das führt jetzt wieder zu weit. ich denke die idee kann jeder nachlesen, der wirklich interessiert ist.
 
 
Nach oben
OrionX
Alt 23.04.2007, 23:17   #20
Standard

naja am besten für das höhere wohl ist theoretisch zweifellos ein funktionierender kommunismus in dem wirklich alle gleich sind, jeder zugunsten der anderen auf eigene vorteile verzichtet und sich keiner versucht über andere zu stellen.

aber da wir menschen sind funktioniert es nicht das es allen gleich gut geht. der denkansatz des grundeinkommens ist interessant, aber ich denke nicht das das wirklich 100%ig nur vorteile bieten würde, weil eben der markt sich anpassen würde und eben doch mit BGE dieselbe chance gegeben wäre wie heute mit hartz iv.
 
 
Nach oben
El Sparko
Alt 23.04.2007, 23:40   #21
Standard

selbst wenn es so wäre und wir hartz iv einfach in bge umbennen würden, wäre doch das stigmata weg. wenn jeder ohne wenn und aber den selben betrag bekommt und sozusagen denoch seines glückes schmied bleibt, wie kann dann noch ernsthaft davon gesprochen werden, dass der eine den andern ausnützen würde? wie könnten dann noch ernsthaft firmen weitere steuersenkungen mit verweis auf sonst unbedingt notwendige entlassungen fordern? wie könnte lobbyarbeit mit dem einzigen argument des "arbeitsplatzerschaffens" weiterhin funktionieren?

im endeffekt ist mir gleich wie man unser derzeitiges system umbauen möchte. ziel sollte einfach sein sich von globalisierung und marktmacht zumindest ein stück weit zu lösen, so dass wirkliche politik wieder möglich wird. ausserdem muss es doch für uns als gesellschaft eher ein ansporn sein uns allen gleichmässig zu ermöglichen uns zu verwirklichen bzw. träume zu haben anstatt immer nur das "ich hab mehr also du"-neidschema hochzuhalten.
 
 
Nach oben
Wodar Hospur
Alt 24.04.2007, 09:39   #22
Standard

Ich sehe es genauso wie Sparko. Der Hass auf die "Sozialschmarotzer" zieht den Blick der Bevölkerung von den wirklichen Problemen weg.

Kein Mensch gleicht dem anderen. Aber gerade das irrelevant machen dieser Unterschiede macht eine Demokratie aus. Dementsprechend müsste auch der Unterschied zwischen "karrieregeil" oder "Schmarotzer" keinen Unterschied machen, machts aber. Im moment liegt doch die eigentliche Macht im Staat nicht bei der Bevölkerung sondern den Interessensvertretungen der Wirtschaft. Wenn ein Unternehmen wieder ankündigt Stellen abbauen zuwollen oder sie bekommen dies und jenes, wie z.b. AMD es gemacht hat, dann wird gekuscht.
 
 
Nach oben
Reh
Alt 24.04.2007, 18:26   #23
Standard

Zitat von El Sparko
also gut finanzierung. ich wiederhole mich da oft aber meiner meinung nach ist eine komplette umverlegung des komplizierten steuersystems auf eine konsumsteuer das sinnigste. einen festen satz für alle und zwar nur für konsum. die menschen, die aus eigenem antrieb einem job nachgehen um sich zu verwirklichen oder mal etwas mehr als nur billigste lebensmittel leisten zu können, denen sollte man ihr geld nicht besteuern - zumindest nicht solange bis sie konsum tätigen.
Die Idee ist nett, aber in Zeiten der Globalisierung nicht machbar. Wenn du nicht das Einkommen, sondern den Konsum besteuerst, dann heißt das, dass der Arbeiter nicht die 2000 € netto, sondern die 4000 € brutto auf die Hand bekommt. Um die 2000 € in Form der Konsumsteuer dem Staat zuzuführen, müssten die Kosten für die Konsumgüter steigen. Der Fernseher würde also nicht 500, sondern 1000 € kosten. Und die Folge? Ich arbeite in Deutschland und kaufe in Österreich/Niederlande/Sonstiges Land ein. Diese Lösung ist also schon rein theoretisch nicht möglich.
 
 
Nach oben
El Sparko
Alt 24.04.2007, 19:12   #24
Standard

das siehst du zu kurzsichtig, denke ich. der preis für den fernseher würde erstmal gehörig sinken, weil nur mehr die produktion und die direkten löhne einfließen würden (wären garnicht viele löhne denn fernseher kann man weitestgehend automatisiert fertigen)... danach kommt ne wesentlich höhere konsumsteuer und wir sind im idealfall beim heutigen preisniveau oder gar darunter. sicher nicht auf jeden wirtschaftsfaktor anwendbar aber durch globalisierung begründen zu wollen, dass das derzeitige steuersystem unumbaubar halte ich für nen sehr seltsamen grund.

fakt ist, du hast soweit recht, dass bei einer konsumbesteuerung mehr darauf geachtet werden muss auch den heimischen markt attraktiv zu halten. attraktiv aber im sinne des konsumenten und nicht wie bisher für firmen attraktiv ob der allmächtigen beschäftigungskeule.
 
 
Nach oben
Wodar Hospur
Alt 24.04.2007, 20:14   #25
Standard

Es gibt doch vorallem auch Vorteile für Unternehmen. Da eine Lebenssicherung besteht muss ein Unternehmen weniger hohe Löhne zahlen. Außerdem werden die Jobs für die wirklich Willigen frei, was einen Leistungsschub gibt. Denn ob ein Arbeitnehmer den Tag nur rumbringt oder wirklich Spaß an seiner Arbeit hat macht einen entscheidenden Unterschied. Gleichzeitig kann ein Unternehmen den einzelnen Mitarbeiter nicht mehr unter Druck setzen da die Arbeitslosigkeit keine "wirkliche" Gefährdung für den Mitarbeiter ist. Die Gesellschaft selber würde wohl erheblich flexibler, wahrscheinlich müssten die Arbeitgeber sogar langfristige Mitarbeiterverträge abschließen, denn ein Jobwechsel wäre wohl erheblich einfacher. Fassen wir zusammen:

-> Staat:
+ erhebliche Verwaltungseinsparungen.
- größere Ausgaben für dieses Bürgergeld

-> Arbeitnehmer:
+ kann sich eher einen Arbeitsplatz suchen der ihm Spaß macht
+ keine Gefährdung mehr durch die Arbeitslosigkeit
- attraktive Arbeitsplätze bringen weniger Geld ein

-> Arbeitgeber:
+ Motivierte Arbeitnehmer
+ geringere Lohnkosten
- weniger Druckmittel gegen den Arbeitnehmer
- wenig attraktive Arbeitsplätze müssen entsprechend gehoben werden, durch z.B. höhere Gehaltszahlungen ( Putzfrauen )

-> Arbeitsloser:
+ keine Verachtung mehr der restlichen Bevölkerung
+ kein Zwang mehr zu Aktionen deren Erfolg eher zweifelhaft ist
- im Ergebnis wahrscheinlich weniger Geld in der Tasche

-> Gesellschaft:
+ die einzelnen Menschen werden mobiler, da sie nicht an dem Arbeitsplatz gefangen sind
- vielleicht Verfall in die Faulheit


Diese Liste könnte ja von euch argumentativ erweitert werden.
 
 
Nach oben
Ähnliche Themen, die dich vielleicht interessieren
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
PDS/WASG auf dem Weg zum Grundeinkommen Parteilich DerAssie Politik und Gesellschaft 31 13.09.2006 15:43
Eigene Wohnung mit 18 - Hilfe vom Staat? LetzzzFetzzz Im Namen des Gesetzes 19 07.08.2006 15:11
Der gläserne Bürger Part X Grandylein Politik und Gesellschaft 13 15.03.2005 22:05
Einfach mal einen neuen Staat gründen Thaiger Karriere und Bildung 9 23.06.2004 22:08
der lange text: was ist nationalismus ? webredaktion Politik und Gesellschaft 12 13.09.2002 17:05
Anzeigen:
Thema geschlossen

Lesezeichen

Themen-Optionen



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 23:08 Uhr.


Lupuz.de - wir können auch anders!
©1998 - 2008, Lupuz:Information-Network
Powered by vBulletin Version 3.7.1 (Deutsch), Jelsoft Enterprises Ltd.

SEO by vBSEO 3.2.0 ©2008, Crawlability, Inc.