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Gewerkschaften - Ja/Nein???

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cinimini
Alt 01.07.2003, 16:41   #1
Standard Gewerkschaften - Ja/Nein???

Was haltet ihr so von den Gewerkschaften?
Aktuell lässt sich natürlich das Beispiel: "Streik für die 35 Stunden Woche" in Ostdeutschland nennen, dass der IG Metal grosse Kritik eingebracht hat, und für die Wirtschaft ein herber Rückschlag war (die Firmen bekommen Förderung, wenn sie nach Ostdeutschland gehen... nach 4 Wochen Streik ist die Förderung aber längst weg...) ausserdem hat sich der Streik auch auf andere Bundesländer ausgewirkt... In Bayern konnten bei BMW beispielsweise keine Autos gebaut werden, weil keine Teile aus dem Osten nachgeliefert wurden...

Haben unsere Gewerkschaften zuviel Macht, oder ist es richtig, dass es eine organisation gibt, die sich mit den Interessen der Arbeitnehmer befasst (wobei das Ausmass vllt. der entscheidende Faktor sein dürfte...)?

Würde mich mal interessieren wie die allgemeine Meinung dazu aussieht...
 
 
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drink_milk!
Alt 01.07.2003, 16:47   #2
Standard

Am liebsten wäre es mir, wenn die Idioten von Gewerkschaftsmitgliedern alle schön ihre Kündigung empfangen und sich sonstwo Stellen suchen dürfen.

Wie bereits gesagt, im wirtschaftlich am schlechtesten dastehenden Teil der BRD, Mitteldeutschland, solche Streiks durchzuziehen ist mehr als grob fahrlässige Arbeitsplatzgefährdung.

Die 35-Stunden-Woche wäre nur mit Stellenabbau möglich gewesen, sicherlich werden einige damit auch noch zu kämpfen haben, in der Hoffnung, das Gewerkschaftsmitglieder dafür bluten müssen.

Ich sehe es in dem Punkt ganz kapitalistisch und stelle mich auf die Seite von beispielsweise der FDP: Die Gewerkschaften müssen komplett entmachtet werden!
 
 
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richieguitar
Alt 01.07.2003, 16:54   #3
Standard

Also ich finde eine Gewerkschaft schon richtig, aber dazu muss sie so handeln, das sie auch die Arbeiter im Kopf hat, und ihr Denken und handeln danach ausrichten.
Es geht doch nicht, das man aufgrund einer, sehr zweifelhaften, bzw. uneindeutigen Abstimmung zum Streik, alles gleich lahmlegt und teilweise auch die dran hindert, die die ganze Zeit arbeiten wollten und in ihren Betrieb wollten.
Den Gewerkschaftsbossen geht es inzwischen darum meh Macht auf dem politischen Sektor zu haben, als die Interessen ihrer Arbeiter zu vertreten.
Die Spitzen der Gewerkschaften sind einfach schon zu lange dran, und teilweise auch zu alt.
Und wenn dann ein Nachfolger gewählt wird, gibt es oft nur eine Alternative oder die Kandidaten sind aus dem gleichen Lager.
Jemand der was bewirken könnte wird ja garnicht erst in die Führungsetagen gelassen, aus Angst er könnte den Gewerkschaften Schaden, und übersehen dabei vollkommen, das sie den Gewerkschaften mehr Schaden zufügen.

Und hier haben wir auch ein Grundlegendes Problem in Deutschland. Der fehlende Aktionismus. Kaum einer in Deutschland ist bereit was zu tun, alle meckern aber nur wenige tun was, und diese werden dann oft durch schnelles eigreifen unterbunden oder eingeschränkt in ihrem Aktionismus.
 
 
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drink_milk!
Alt 01.07.2003, 17:01   #4
Standard

Original geschrieben von richieguitar
Es geht doch nicht, das man aufgrund einer, sehr zweifelhaften, bzw. uneindeutigen Abstimmung zum Streik, alles gleich lahmlegt und teilweise auch die dran hindert, die die ganze Zeit arbeiten wollten und in ihren Betrieb wollten.
Teilweise? Es ist doch jedes mal so. Ein Onkel eines Kumpels von mir arbeitet bei dem ÖPNV-Unternehmen Alpina und stand vor dem selben Problem: Er wollte mit dem Omnibus losfahren und da stehen sie nun und haben den kompletten Fuhrpark mit Bussen des Betriebes umstellt.

Und da sind Grenzen gesetzt!
 
 
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cinimini
Alt 01.07.2003, 23:36   #5
Standard

Hmmm... Gibt es hier keine Gewerkschaften-Fetischisten? Fast schon wieder schade, denn wenn alle der gleichen Meinung sind kann man nur schwer diskutieren

Ich hab in meinem Bekanntenkreis die Erfahrung gemacht, dass normalerweise nur Beamte und normale Angestellte pro-Gewerkschaftlich eingestellt sind, da diese ja auch am meisten von den Gewerkschaften profitieren (z.b. wenn es darum geht einen Anwalt zu bekommen, um eine "unberechtigte" Kündigung wieder zurückzunehmen oder ähnliches)... für jeden Arbeitgeber sind Gewerkschaften der Albtraum schlechthin, Lehrlinge können gleichmal überhaupt nicht gefeuert werden (folglich überlegt man sich 10 mal, ob man jemanden wirklich auf 3 Jahre bei sich sitzen haben will, ohne ihn losbekommen zu können, falls er sich als ungeeignet herausstellt (oder klaut oder wwi...)), die Ladenöffnungszeiten sind total unflexibel (wenn man einen schweineteuren Laden in einer Stadt mietet, will man den auch effizient nutzen, und auch am Wochenende aufmachen dürfen), und per Streik kann man nahezu jeden Betrieb in die Knie zwingen, und selbst unrealistischte Forderungen durchsetzen...

In Zeiten von Konjunkturflaute, Minus-Wachstum, und hoher Arbeitslosigkeit (wobei ja alle 3 Punkte direkt miteinander zusammenhängen), sollte man schleunigst sehen, wie man die Gewerkschaften entmachtet...
 
 
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drink_milk!
Alt 02.07.2003, 23:45   #6
Standard

Aus der FAZ vom 03.07.2003, Titelseite:
Ist eine Welt ohne Gewerkschaften denkbar? Die Selbstzerfleischung der IG Metall läßt die Idee einer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, in der Gewerkschaften nur noch eine marginale Rolle spielen, nicht mehr ganz so abstrus klingen wie noch vor ein paar Jahren: Von Diadochenkämpfen gequält, von Intrigen gefesselt und gefangen im Denken der siebziger und achtziger Jahre, hat die einstmals mächtigste Gewerkschaft der Welt den Kontakt zu dieser Welt offenbar ganz und gar verloren. Der Zustand der IG Metall spiegelt den langsamen Zerfall des Deutschen Gewerkschaftsbundes insgesamt. Verdi, die zweitmächtigste Arbeitnehmerorganisation, treibt - kraftmeiernd, aber ziellos - von einem Konflikt zum anderen, während der DGB-Vorsitzende, selbst nur Marionette im Interessenspiel von Verdi und IG Metall, längst jegliche öffentliche Autorität verspielt hat.

Was Politik und Unternehmen aus überkommener Konsensrücksicht in der Deutschland AG nie gewagt hätten, betreiben die Gewerkschaften jetzt selbst: ihre Demontage. Wirklich schlimm ist das nicht. Es wird ohnehin alles noch eine Weile dauern. Doch die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts könnten aus der Rückschau einmal als Prozeß der kreativen Zerstörung erscheinen, in dem sich Deutschland zu der Einsicht durchrang, daß der Arbeitsmarkt ein Markt wie jeder andere ist. Und daß genau dies dem Wunsch der Leute nach Beschäftigung mehr Rechnung trägt als die Anmaßung von Gewerkschaften und Verbänden, sie könnten, kollektiv und einheitlich für alle, den Preis der Arbeit bestimmen - eine Setzung, die nur dazu führt, daß viele zu diesen Preisen keine Arbeit finden. Ob der künftige Vorsitzende der IG Metall Peters oder Huber heißt, ist vor dem Hintergrund dieser Entwicklung einerlei. Wichtig ist, daß die Welt sich darum immer weniger schert - und der Flächentarif irrelevant wird.

Denn auch die Haltungen der Menschen zum vermeintlichen Segen kollektiver Interessenvertretungen haben sich unterdessen geändert: Kaum jemand ist heute noch der Meinung, mehr Geld und kürzere Arbeitszeiten seien in Zeiten einer dauerhaften Wachstums- und Beschäftigungskrise möglich. Warum soll ein Facharbeiter in Ostdeutschland nicht drei Stunden länger arbeiten als sein Westkollege, wenn ihm das seinen Arbeitsplatz sichert? Günstiger und gerechter geht es allemal zu, wenn Arbeitnehmer und Betriebe auch die Arbeitskosten als Wettbewerbsfaktor einsetzen. Daß dies zu einem Wettlauf nach unten führe, ist eine Behauptung, die immer mehr als Propaganda der Gewerkschaften durchschauen. Feinfühlig scheint die Politik diesen Mentalitätsumschwung zu spüren. Wie anders wäre es zu erklären, daß Politiker aller Couleur - in Deutschland wie in den Nachbarländern - inzwischen Abstand zu den Gewerkschaften halten.

Daß ein bißchen mehr Ungleichheit der Einkommensverhältnisse letztlich gerechter sein könnte, findet seine Bestätigung in vielen Untersuchungen der Ökonomen. In Ländern, in denen Löhne und Arbeitsbedingungen dezentral zwischen Arbeitnehmern und Betrieben ausgehandelt werden, ist die Beschäftigung hoch. Dort aber, wo ein Tarifkartell zentral oder branchenweit die Arbeitseinkommen festlegt, ist die Arbeitslosigkeit hoch. Deutschland hat es sich in den vergangenen 30 Jahren erlaubt, mit tatkräftiger Unterstützung der IG Metall die Löhne so stark zu erhöhen, wie es das sonst nirgendwo in der Welt gegeben hat. Die Folge: Das Arbeitsvolumen, die Zahl der gearbeiteten Stunden, ist nirgendwo in der Welt so geschrumpft wie hierzulande. Das war tatsächlich eine grandiose Aktion zur Arbeitszeitverkürzung. Es war auch eine grandiose Aktion zur Arbeitsplatzvernichtung.

Einiges spricht dafür, daß der Prozeß kreativer Destruktion zu mehr "Markt auf dem Arbeitsmarkt" führen wird. Um so merkwürdiger mutet es aber an, daß Wirtschaft und Politik nicht mehr dazu tun, diesen Zerfallsprozeß zu steuern. Es ist befremdend, wie behend und mit welch fadenscheinigen Argumenten die Arbeitgeberverbände nach dem Streikdesaster der IG Metall jetzt ihrerseits den Kollektivlohn und den Flächentarif verteidigen. Den Unternehmen bringe er Planungssicherheit, sagen sie. Die Verhandlungskosten betrieblicher Lohnfindung seien zu hoch; zudem hielten Kollektivverhandlungen Streiks und Tarifkonflikte von den Betrieben fern. Das sind die Argumente von Kartellbrüdern, die sich beim Lohn nicht dem Wettbewerb stellen wollen. Dabei verteidigen diese Arbeitgeberverbände in Ostdeutschland ohnehin nur noch eine Chimäre. Dort ist der Flächentarif längst in Auflösung begriffen. Wäre es den Arbeitgeberverbänden ernst mit ihrem Bekenntnis zu mehr Beschäftigung, gäbe es für sie aus dem Scheitern der IG Metall nur eine Konsequenz: die Selbstauflösung. Denn zum Tango braucht es immer zwei - am Beschäftigungselend in Deutschland haben die Verbände eine gehörige Mitschuld; alle Kollektivverträge tragen ihre Unterschrift. Bislang haben die Verbände die Selbstauflösung immer verweigert mit Verweis auf die Stärke des Gewerkschaftsgegners, der dann wie ein Wolf über die hilflosen Unternehmen herfalle. Jetzt haben die Verbände die einmalige Chance, angesichts der Schwäche der Gewerkschaften ihre Arbeit einzustellen. Sie können das guten Gewissens als Akt zur Mehrung des Gemeinwohls deklarieren.

Die Politik aber muß endlich die Voraussetzungen dafür schaffen, daß aus dem Arbeitsmarkt ein Markt werden kann. Viele gesetzliche Vorschriften privilegieren die Gewerkschaften und Verbände und vereiteln zugleich, daß Betriebe mit einzelnen Arbeitnehmern oder Belegschaften frei über Löhne und Arbeitsbedingungen verhandeln dürfen. Das ist einer liberalen Gesellschaft eigentlich nicht würdig und erklärbar nur aus der kollektiven Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts. Heute geht es darum, den Betrieben gesetzlich freizustellen, woran sie sich bei der Lohnfindung orientieren. Der Bundeskanzler hatte solche Gesetzesänderungen in seiner Agenda-Rede vom März im Sinn. Im Parteitagsbeschluß vom Juni finden sie sich nicht mehr. Es ist Zeit, darauf zurückzukommen.
Versteht das ruhig als Denkanstoß
 
 
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cinimini
Alt 02.07.2003, 23:58   #7
Standard

Naja, der FAZ Bericht tut ja so, als seien die Gewerkschaften in Deutschland schon bedeutungslos - Das Gegenteil ist der Fall, die Macht, die die Gewerkschaften auszuüben im Stande sind ist enorm, die sind per Du mit den Führenden Politikern, und um sich gegen ein neues Gesetz auszusprechen reicht ein Telefonat...

Ich denke schon, dass Gewerkschaften in Ihrer Grundfunktion sinnvoll sind, die Arbeitnehmer Deutschlands brauchen eine Vereinigung, die sich für deren Interessen einsetzt, was die Gewerkschaften aber heute machen schiesst weit über dieses Ziel hinaus, und hier ist dann die Politik gefragt, dagegen zu intervenieren
 
 
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richieguitar
Alt 03.07.2003, 02:02   #8
Standard

Es gibt Leute die Sprechen von einer fünfachen Gewalteteilung. Die Legislative, die Executive, die Judikative, die Medien und die Gewerkschaften, obwohl die Gewerkschaften überall mit reinwirken, also nix da mit Teilung.

Die Gewerkschaften gehören einfach entmachtet. Ihre Organisation ist sinnvoll, noch. Aber wie die FAZ schon schrieb, wir stehen vor einer neuen Zeit und in dieser haben solche Organisationen keine Mitsprache mehr in politischen Dingen, da das Bereiche sind, die für den normalen Arbeiter kein Interesse haben. Die Gewerkschaft versucht aber mit ihren "Soldaten" den Staat in die Knie zu zwingen um noch mehr politisches Mitspracherecht zu haben. Aber nicht um die Arbeiter zu fördern, sondern um ihre Macht auszubauen. Aber da haben die Gewerkschaften die Rechnung ohne ihre Soldaten gemacht. Der Arbeiter ist nicht dumm, und wird auch bald an der Glaubwürdigkeit der Gewerkschaft zweifeln. Und jedes Zweifln bewirkt ein Nachdenken. Und dann kommt die Erkenntnis, das es acuh ohne Gewerkschaft geht, gehen muss.

Die FAZ greift ein bisschen sehr weit vor, so wie die das beschreiben ist es noch lange nicht, da geb ich cinimini recht, das es aber so kommen wird, daran hab ich keinen Zweifel, weil es einfach ein natürlicher Prozess ist, den wir beschleunigen könnten, das würde aber für uns unangenehm sein, und wäre mit Aufwand/ Aktionen verbunden. Und das wäre ja für uns unbequem.
Also lasst uns warten auf die Selbstzerfleischung der Gewerkschaften.

(Sorry wenn ich jetzt ein bissel sehr weit ausgeholt habe aber das musste mal sein)
 
 
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Argyle
Alt 03.07.2003, 18:18   #9
Standard

Original geschrieben von richieguitar
Es gibt Leute die Sprechen von einer fünfachen Gewalteteilung. Die Legislative, die Executive, die Judikative, die Medien und die Gewerkschaften, obwohl die Gewerkschaften überall mit reinwirken, also nix da mit Teilung.

Die Gewerkschaften gehören einfach entmachtet. Ihre Organisation ist sinnvoll, noch. Aber wie die FAZ schon schrieb, wir stehen vor einer neuen Zeit und in dieser haben solche Organisationen keine Mitsprache mehr in politischen Dingen, da das Bereiche sind, die für den normalen Arbeiter kein Interesse haben. Die Gewerkschaft versucht aber mit ihren "Soldaten" den Staat in die Knie zu zwingen um noch mehr politisches Mitspracherecht zu haben. Aber nicht um die Arbeiter zu fördern, sondern um ihre Macht auszubauen. Aber da haben die Gewerkschaften die Rechnung ohne ihre Soldaten gemacht. Der Arbeiter ist nicht dumm, und wird auch bald an der Glaubwürdigkeit der Gewerkschaft zweifeln. Und jedes Zweifln bewirkt ein Nachdenken. Und dann kommt die Erkenntnis, das es acuh ohne Gewerkschaft geht, gehen muss.

Die FAZ greift ein bisschen sehr weit vor, so wie die das beschreiben ist es noch lange nicht, da geb ich cinimini recht, das es aber so kommen wird, daran hab ich keinen Zweifel, weil es einfach ein natürlicher Prozess ist, den wir beschleunigen könnten, das würde aber für uns unangenehm sein, und wäre mit Aufwand/ Aktionen verbunden. Und das wäre ja für uns unbequem.
Also lasst uns warten auf die Selbstzerfleischung der Gewerkschaften.

(Sorry wenn ich jetzt ein bissel sehr weit ausgeholt habe aber das musste mal sein)
Ein unglaublich eindimensionaler Post.
Das fängt schon bei der Definition von Gewaltenteilung an: du zählst fünf auf und pickst dann die Gewerkschaften raus als "die mischen sich überall ein"... Was ist mit den Medien? Sowieso hab ich bei dem Absatz so meine Zweifel daran, ob du Gewaltenteilung so richtig verstanden hast.

Aber wie dem auch sei, ich mag die jetzige Gewerkschaftspolitik auch nicht, weil ich sie für genauso von der Macht und der Weltfremdheit korrumpiert halte, wie die Politik.
Aber was du da schreibst, mit der Entmachtung von Gewerkschaften und dem "noch", ist in meinen Augen, je nachdem was du/man darunter verstehst, ungefähr genauso gefährlich wie das derzeitige Selbstverständnis der Gewerkschaften (zumindest wie es bis zu diesem Streik war).

Auf die Erkenntnis, die du Ende 2ter Absatz schilderst, würde sehr bald schon dann auch wieder die Erkenntnis folgen, dass er keine Interessensvertretung hat, vor der die Arbeitgeber auch nur irgendwie Respekt haben müssen.

Eine der erstaunlichsten Dinge, die man bei solchen Diskussionen immer wieder beobachten kann, ist, dass die Option, das "Wie es ist" sei falsch und man müsse was abändern, gerne übersehen wird und man stattdessen immer die Sache im Grundsatz verteufelt.
Immer im Extrem gedacht.
 
 
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drink_milk!
Alt 03.07.2003, 18:28   #10
Standard

Bei den Medien kann man sich von der taz bis zur National-Zeitung seine Verblendung selber auswählen, bei den Gewerkschaften kommt die Scheisse stets aus der selben Ecke geflogen.

Nunja, die ersten Fliegen kreisen ja schon über dem Misthaufen namens IG Metall.
 
 
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richieguitar
Alt 03.07.2003, 18:47   #11
Standard

In welcher Weise ist mein Post einseitig?
Weil ich nur darauf eingehe, das die Gewerkschaften weg müssen? Oder weil ich das nur aus der Sicht des Arbeiters betrachte?

Egal.

Auf die Erkenntnis, die du Ende 2ter Absatz schilderst, würde sehr bald schon dann auch wieder die Erkenntnis folgen, dass er keine Interessensvertretung hat, vor der die Arbeitgeber auch nur irgendwie Respekt haben müssen.
Das erfordert eine gewisse Einsicht beider Seiten, sowohl der Arbeitnehmer, als auch der Arbeitgeber.

die Option, das "Wie es ist" sei falsch und man müsse was abändern, gerne übersehen wird und man stattdessen immer die Sache im Grundsatz verteufelt.
Wie meinst du das?
 
 
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Argyle
Alt 05.07.2003, 12:11   #12
Standard

Original geschrieben von richieguitar
Wie meinst du das?
War nicht verständlich?
Hab doch untendrunter geschrieben "Immer im Extrem".
Ich meine, die Leute neigen dazu, immer im Extrem zu denken, d.h. wenn eine Sache schlecht läuft oder irgendetwas Probleme macht, dann macht man sich keine Gedanken in der Richtung "prinzipiell ist es ja gut, aber so wie es abläuft kanns nicht blieben - was ändern wir?".
Sondern man verurteilt dann oft die Sache an sich, also als Ganzes. Nennt es grundsätzlich falsch.

War jetzt klarer?
 
 
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richieguitar
Alt 06.07.2003, 03:20   #13
Standard

Ja, jetzt ist es klar, danke für die Erklärung.
 
 
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Angie
Alt 06.07.2003, 12:11   #14
Standard

Original geschrieben von Cinimini
Ich hab in meinem Bekanntenkreis die Erfahrung gemacht, dass normalerweise nur Beamte und normale Angestellte pro-Gewerkschaftlich eingestellt sind, da diese ja auch am meisten von den Gewerkschaften profitieren (z.b. wenn es darum geht einen Anwalt zu bekommen, um eine "unberechtigte" Kündigung wieder zurückzunehmen oder ähnliches)...


Ist klar. Es werden ja auch soviele Beamte gekündigt... Ich kenne auch Leute in höheren Positionen, die Gewerkschaften als gut und wichtig empfinden und Leute in Positionen, die von den Gewerkschaften eigentlich profitieren und sie trotzdem scheisse finden.


für jeden Arbeitgeber sind Gewerkschaften der Albtraum schlechthin, Lehrlinge können gleichmal überhaupt nicht gefeuert werden (folglich überlegt man sich 10 mal, ob man jemanden wirklich auf 3 Jahre bei sich sitzen haben will, ohne ihn losbekommen zu können, falls er sich als ungeeignet herausstellt (oder klaut oder wwi...)), die Ladenöffnungszeiten sind total unflexibel (wenn man einen schweineteuren Laden in einer Stadt mietet, will man den auch effizient nutzen, und auch am Wochenende aufmachen dürfen), und per Streik kann man nahezu jeden Betrieb in die Knie zwingen, und selbst unrealistischte Forderungen durchsetzen...
Ein Lehrling, der klaut, fliegt raus egal ob es Gewerkschaften gibt oder nicht. Die Ladenöffnungszeiten bestimmt Vater Staat und keine Gewerkschaft. Außerdem ist es doch gerade DEINER Partei so wichtig, dass der heilige Sonntag auch heilig bleibt.
Streiks, die Betriebe in die Knie zwingen, ist auch eine komische Sache. Ich kenne es jedenfalls so, dass Betriebe, zumindest in der Automobilindustrie, alles wieder aufarbeiten und am Ende soviel produziert wurde als ob es keinen Streik gegeben hätte. In anderen Ländern gehts da wirklich übel zur Sache. Aber hier in Deutschland ist das doch alles noch recht kooperativ.

In Zeiten von Konjunkturflaute, Minus-Wachstum, und hoher Arbeitslosigkeit (wobei ja alle 3 Punkte direkt miteinander zusammenhängen), sollte man schleunigst sehen, wie man die Gewerkschaften entmachtet...
Natürlich. Schuld sind nicht die Lohnnebenkosten, die Unfähigkeit mancher Vorstände oder die aufgebauschte miese Stimmung im Lande. Die Abschaffung bzw. Entmachtung der Gewerkschaften bringt kein bisschen Wachstum. Denn Deutschland würde auf Dauer zum Billiglohnland verkommen. Die Kluft zwischen Arm und Reich würde immer grösser. Da der Herr Fliessbandarbeiter eben nur noch ein Drittel des bisherigen Gehaltes verdienen würde. Die Verkäuferin im Supermarkt könnte 14 Stunden am Tag arbeiten damit sie nicht verhungert, usw.
Denkste wir sind in Deutschland zu dem geworden was wir sind, weil die Arbeitgeber so grosszügig waren? Denkste wir haben hier diese guten Arbeitsbedingungen, weil die Arbeitgeber alle so barmherzig sind? Wenn nur die Arbeitnehmer bzw. nur die Arbeitgeber die Bedingungen bestimmen, kann man davon ausgehen, dass eine Seite viel mehr profitiert als die andere. Deswegen ist es doch schön, dass wir die Tarifautonomie haben und die Arbeitgeber mit den Gewerkschaften die Löhne, Arbeitsbedinungen, etc. aushandeln.
Und wie man jetzt im Osten gesehen hat, sind die Gewerkschaften nicht allmächtig und das ist auch gut so. Wer wegen einigen inhaltlichen Fragen allerdings gleich eine Abschaffung fordert, denkt weltfremd und in eingeschränkten Dimensionen.
Ich fordere ja auch nicht die Abschaffung der CDU, weil sie mit ihrer Unfähigkeit auf einer Linie zu agieren dafür sorgt, dass es hier nicht vorwärts geht...
 
 
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richieguitar
Alt 06.07.2003, 13:01   #15
Standard

Ich fordere keine Abschaffung der Gewerkschaft, ich sage blos, das ihre Zeit im Untergang begriffen ist, und es dann eine natürliche Entwicklung ist, das dann eine solche Gesellschaft von innen heraus aufgelöst wird und nicht von aussen.
Was ich verlangt habe war, das frischer Wind in die Gewerkschaften kommen muss, ein Wind der sich wieder mehr um die Arbeiter dreht, und nicht um das Portemonaie des Vorstandes.
 
 
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Angie
Alt 06.07.2003, 13:10   #16
Standard

Dreht sich der "Wind" denn nicht um die Arbeiter und Angstellten? Gewerkschaften setzen sich für nichts anderes ein. Außerdem sollte man immer bedenken, dass Gewerkschaften die Arbeitnehmer vertreten und nicht die Arbeitslosen.
Deswegen darf man denen in dem Punkt nicht mehr vorwerfen als anderen Lobbyisten. Es geht darum für die eigenen Leute das Beste rauszuholen. Der ADAC fordert ja auch bessere Strassen, niedrigere Benzinpreise, etc. und sagt sich nicht, dass es vielleicht besser wäre wenn die Leute mehr öffentliche Verkehrsmittel benutzen würden.
 
 
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Argyle
Alt 06.07.2003, 18:24   #17
Standard

Die Gewerkschaft scheint momentan in allererster Linie mal sich selbst zu vertreten.
Siehe "mal ordentlich auf die Pauke hauen in Ostdeutschland".
 
 
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cinimini
Alt 06.07.2003, 20:56   #18
Standard

Außerdem ist es doch gerade DEINER Partei so wichtig, dass der heilige Sonntag auch heilig bleibt.
Na und? Ich seh keinen Grund dafür, wieso meine Meinung immer mit der "meiner Partei" übereinstimmen muss... Ausserdem bin ich JU mitglied, da weht ein anderer Wind als man es von CSU/CDU gewohnt ist.


Natürlich. Schuld sind nicht die Lohnnebenkosten, die Unfähigkeit mancher Vorstände oder die aufgebauschte miese Stimmung im Lande. Die Abschaffung bzw. Entmachtung der Gewerkschaften bringt kein bisschen Wachstum. Denn Deutschland würde auf Dauer zum Billiglohnland verkommen. Die Kluft zwischen Arm und Reich würde immer grösser. Da der Herr Fliessbandarbeiter eben nur noch ein Drittel des bisherigen Gehaltes verdienen würde. Die Verkäuferin im Supermarkt könnte 14 Stunden am Tag arbeiten damit sie nicht verhungert, usw.
Das ist reiner Unsinn und Gewerkschaftler Gewäsch... Schau dir andere Länder an, wo die Gewerkschaften eine andere Rolle haben als bei uns, da gehts auch. Den Gewerkschaften kann es egal sein, wieviele Arbeitslose unser Land hat, deren Interessen liegen woanders, und die lassen sich leider nicht mit dem Wohle Deutschlands vereinbaren. Gewerkschaften MÜSSEN entmachtet werden, in welchem Aussmas das stattfinden sollte kann ich nicht sagen, definitiv fest steht jedoch, dass die Gewerkschaften zur Zeit zuviel zu sagen haben...
 
 
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