Ich hab so meine eigene Theorie, woher die Gewalt kommt:
Alle Menschen (südländische vielleicht mehr, deutsche weniger) tragen eine natürlich Aggressivität in sich, die erstmal neutral ist, und daneben das Bedürfnis nach Erfüllung, ein Streben nach irgendwas Konstruktivem. Die Aggressivität soll im Idealfall dabei helfen, den nötigen Biss, die Durchsetzungsfähigkeit und Ausdauer aufzubringen, zur eigenen Erfüllung und Selbstverwirklichung zu finden - wie auch immer die aussieht.
Machen wir erstmal mit der Selbstverwirklichung weiter... wenn ein Mensch in schwierigen Umständen aufwächst, oder ein sehr einseitiges unerfülltes Leben von seinen Eltern vorgelebt bekommt, fällt es demjenigen unter Umständen sehr schwer, sich darüber im Klaren zu werden, was er nun eigentlich will und vom Leben erwartet. Gleichzeitig - oder auch, wenn man weiss was man will - kann es sein, dass die Selbstverwirklichung am Geld (eigenes / das der Eltern) scheitert, oder dass man aufgrund von Erziehung und Erfahrungen im eigenen Umfeld einfach keine Möglichkeit sieht, sich zu verwirklichen. Dazu kommt dann, dass man sich unerwünscht fühlt und den Eindruck bekommt, man wäre nichts wert, die Gesellschaft würde einen nicht wollen.
Die natürlich Aggressivität bleibt allerdings und will ausgelebt werden. Weil sich aber subjektiv kein Weg findet, sie konstruktiv auszuleben, sie aber trotzdem "raus" will, zieht sie negative Folgen nach sich, die sich dann zB in sinnloser Gewalt äußern. Kriminalität zur Geldbeschaffung kann dabei (natürlich wieder subjektiv) sogar ein Weg sein, sich die finanziellen Grundlagen für bestimmte Ziele zu bilden. Oder sie dient der Drogenbeschaffung, weil man mit Drogen wunderbar den eigenen inneren Antrieb ausknocken kann, der einen stört, weil er zu nix zu führen scheint.
Als nächstes kommt natürlich der Wunsch eines jeden Menschen nach sozialer Anerkennung. Wenn man schon von der allgemeinen Gesellschaft unerwünscht zu sein scheint, und auch keine Kollegen (weil keinen Beruf) hat, sucht man sich also Freunde. Freunde sind oft gleichgesinnt, zumindest was grundlegende Ansichten angeht, teilen die eigenen Ziele im Sinne von Selbstverwirklichung meist ungefähr, und sind auch oft "Leidensgenossen".
Geteilte Freude ist doppelte Freude, und geteiltes Leid ist halbes Leid, also entsteht mit zunehmenden sozialen Kontakten auch eine Art Interessengruppe. Man sagt "Gemeinsam sind wir stark" und zieht zusammen los, um die eigene Aggressivität auf die subjektiv gesehen einzige Weise auszuleben, die einem der eigene Status gewährt. Je stärker nun die Verbindung der Clique/Gang/etc ist, desto mehr fühlt man sich auch in seinen Aktionen bestätigt, und desto mehr verliert man auch den Blick für alternative Handlungen. Nebenbei ist der mit der extremsten Persönlichkeit natürlich auch der Anerkannteste. Die Gemeinschaft sorgt neben ihren angenehmen Effekten (Anerkennung, uvm) dafür, dass man sich immer weiter festfährt. Das verstärkt sich innerhalb der Gemeinschaft, und überträgt sich später auch auf Kinder.
Die festgefahrenen Leute sehen einfach keine andere Möglichkeit, sinnvoll zu handeln, halten ihr eigenes Tun also für richtig, geben das als Wertvorstellung selbstverständlich an ihre Kinder weiter, und so bilden sich dann Generationen von "Problemfällen".
Dadurch dass man solche Leute nun bestraft, einsperrt, usw, verstärkt man natürlich den Eindruck, den die Leute eh schon haben, nämlich "Wir sind unerwünscht, der Staat hat bzw die anderen Menschen haben Vorurteile uns gegenüber. Man fällt also in eine Trotzreaktion, wodurch sich alles nur noch verschlimmert.
Abhilfe bringt also das, was allen Menschen hilft, um besser miteinander klarzukommen: Kommunikation. Zu Kommunikation gehört, dass man sich verständigen kann, also müssen alle halbwegs gut deutsch können. Türken, wenn sie frisch nach D kommen, sollten zunächst von gut deutsch und türkisch sprechenden Leuten unterrichtet werden, Anderssprachige analog dazu. Wer sich mit seinen Mitmenschen verständigen kann, baut schon jede Menge Barrieren und Vorurteile ab. Ein Deutscher hat zB auch jede Menge Vorurteile anderen gegenüber, die hier leben und kein Wort deutsch können. Verständigung sorgt also erstmal grundsätzlich für eine Art Zusammengehörigkeit, und vieles ergibt sich allein dadurch schon von alleine... Jobsuche, soziale Kontakte ausserhalb der eigenen Gruppe, usw.
Alle weiteren Schritte für Integration gelten dann für Ausländer ebenso wie für sozial schwache Deutsche (die ja auch oft genug prügeln). Beschäftigung ist da sicherlich ein zentraler Aspekt, und man könnte von Seiten der Arbeitsagentur auch eine Art soziale Betreuungseinrichtung einrichten, die einzelne Leute dann fragt "Was willst du eigentlich?", und dann nach Möglichkeit dabei hilft - entweder herauszufinden, was jemand will, oder dann konkret bei der Umsetzung. Kostet natürlich Personal, aber die Kosten könnten meiner Meinung nach dadurch aufgewogen werden, dass dann weniger geklaut, geplündert, geprügelt, und nebenbei ALG2 bezogen wird.
Alle Menschen suchen einen Sinn im Leben, streben nach Selbstverwirklichung, und da sollte man im Rahmen der staatlichen Möglichkeiten ansetzen. Wenn sich gleichzeitig noch etwas in den Köpfen der gewöhnlichen Mitmenschen ändert - und das geschieht automatisch, wenn einige soziale "Problemfälle" Bereitschaft zeigen etwas zu ändern -, sind wir doch schon auf nem ganz guten Weg... oder?
