Also der Reihe nach, erstmal zum Thema HipHop:
Was HipHop betrifft, verwechseln da ja die meisten Menschen Ursache und Wirkung. Nicht die Gewalt ist die Folge von berliner Rap, sondern umgekehrt. Als Hip-Hop-Fan fühle ich mich ,,gesellschaftlich" teilweise regelrecht diskriminiert, weil ich den ,,falschen" Musik-Geschmack habe. Ich traue mich nicht, damals in der Schule (Gymnasium) oder heute beim Zivildienst, zu sagen, dass ich gerne HipHop höre. Der Hass, die Hetze und das Pöbeln gegen HipHop durch Medien und Öffentlichkeit resultieren ja vor Allem zu 99% nur aus Engstirnigkeit, erzbürgerlicher Sesselfurzer-Dekadenz, Demagogie, totaler Ahnungslosigkeit und totaler Inkompetenz von Journalisten.
Zunächst mal: Besagte Form von HipHop ist in erster Linie eben nicht ,,gewalt
verherrlichend", sondern vor Allem gewalt
darstellend. Das wollen konservative Verbots-Fanatiker natürlich ja immer gerne übersehen, vor Allem auch was zum Beispiel sogenannte angeblich ,,gewaltverherrlichende" Computerspiele angeht. Nur mal so, ich spiele seit ich 3 bin auf den verschiedensten Konsolen, und auf PC, Videospiele. Ich kenne bis heute kein einziges ,,gewaltverherrlichendes" Spiel. Ich weiß nicht, wovon die Medien da reden. Es gibt bei besagter Form von HipHop auch viele Passagen, wo die Gewalt als Problem angesprochen wird, und dass sie abgeschafft werden muss. Bazz Sultan Hengzt: ,,Ich hasse die Grünen / euer Multikulti ist ein einziges Ghetto." oder: ,,Es ist einfach zu verstehen, warum man sich nicht schlägt / doch versteh' dass wir uns schlagen, weil wir keine Wahl haben.". Bushido in ,,Nie ein Rapper": ,,Hier platzen Träume, die Wände sind wie stumme Zeugen / euer Ghetto lebt in allen diesen jungen Leuten / die aus Langeweile alte Menschen überfallen / ihr wollt's nicht glauben, doch so was gibt es überall." Dass Gewalt keineswegs verherrlicht wird, sieht man schon daran, dass es eben nicht immer aus der Täter-Perspektive gerappt wird. Bushido in ,,Staatsfeind Nr.1": ,,Mein Zellennachbar wurde gestern in den Arsch gef___t." Häufig betont man auch, dass man auf Probleme aufmerksam machen will, damit sie gelöst werden, anstatt die Probleme zu verherrlichen. Bushido & Saad: ,,Wir sind die Stimme der Nation / deswegen ham sie Angt vor uns / und eben diese eine Angst hat dieses Land gebum__t." Fler: ,,Ich hab jetzt Steit mit den Leuten aus dem Bundestag / bin jetzt der Sündenbock für all' den scheiß in unserm Staat / sie schieben die Schuld jetzt auf mich und wollen Fler verbieten / doch ich war selber nur ein Kind ohne Perspektive. (...) Du gehörst nur zum Gesocks, bist nur Abschaum der Gesellschaft / und wirst dann in deinem Block so zum Albtraum der Gesellschaft."
Die angebliche ,,Frauenfeindlichkeit" von HipHop ist über alle Maßen lächerlich und an den Haaren herbeigezogen. Ich kenne keine einzige frauenfeindliche Passage. Merkwürdig auch, wenn die Texte angeblich ,,frauenfeindlich" sind, warum so viele Mädels sich die Musik gerne anhören und auf ihre Konzerte gehen. Liegt es möglicherweise daran, dass diese Mädchen einfach die Nase voll haben von dem allg. radikalfeministischen Gequatsche, davon dass ein Mann nicht mehr Mann sein darf und eine Frau nicht mehr Frau ?
Das natürlich mit großem Abstand allerlächerlichste Vorurteil ist die Lüge, HipHop sei ,,ausländerfeindlich", oder sogar ,,rechtsradikal" bis hin zu ,,rechtsextrem" oder gar nur voller ,,Neonazis". Aber das ist ja nichts neues, dass man, wenn man sagt dass man Patriot ist, dass man dann sofort in eine Nazi-Ecke geschoben wird. Der Rapper ,,MC Bogy" änderte den Titel seines Albums ,,Geballte Deutsche Power" in ,,Geballte Atzen Power", nur um nicht in eine rechte Ecke geschoben zu werden. Ich kann mir keine ausländerfreundlichere Musik vorstellen als Rap, zumal ja einige populäre Rapper auch entweder eine Menge ausländischer Verwandte haben (Sidos Mutter z.Bsp. ist Inderin), oder gar selbst Ausländer sind (Eko Fresh - Türke, Bushido - Deutsch-Tunesier).
Es ist ja, obgleich ich diese Art von Musik gerne höre, keineswegs so, dass ich ihr völlig kritiklos gegenüberstehe. Aber die Medien und die Öffenlichkeit, will sagen, der Großteil der Bevölkerung, sieht das doch extrem einseitig und verteufelt es. Und als ob es ähnliche Texte nicht auch in den USA gäbe (Eminem), und als ob es moralisch fragwürdige Texte nicht auch in anderen Musikrichtungen gäbe (Punk-Rock - : Ärzte). Es ist doch bezeichnend: Warum berichten eigentlich die Medien nur über die angebliche Frauenfeindlichkeit u. angeblichen Rechtsextremismus etc. , nicht aber darüber, auf welche Probleme diese Musik aufmerksam machen will, welche in den Medien ignoriert werden ? Es war doch deutscher Rap, der auf die Probleme des Multikulti aufmerksam gemacht hat und einen Kurswechsel wollte. Rütli hat er vorrausgesehen, und nun ist es passiert und alle sind sie jetzt ganz rührselig unglaublich ,,schockiert" über eine Sache, die einen in Wirklichkeit so wenig zu wundern braucht wie der Sonnenaufgang. Es war doch deutscher Rap, der sich nach Identität sehnte, nach Sicherheit und Geborgenheit, der das Problem ansprach dass die Jugend sich Antworten auf die Frage der Angst vor dem Tod ersehnte, und dass ihr Religion wieder wichtig wird, ansonsten würden sie immer mehr versinken. Anstatt allg. Masochismus und Materialismus (inkl. Egoismus) in der Bevölkerung, wollte sie, dass keiner vergessen wird. Und das schließt meiner Meinung nach wohlgemerkt Individualismus und Liberalismus nicht aus. Das wird dem Individualismus und Liberalismus ja immer in die Schuhe geschoben. Dabei gibt es keine egoistischeren Menschen als Kollektivisten, Konservative und Faschisten. Es ist doch deutscher Rap, der den Stand der Lehrer kritisiert (Bushido: ,,Wenn die Lehrer dir erzählen, dass du gar nichts bist / fängst du an, ihnen zu glauben, dass du gar nichts bist."). Dagegen wollen die Medien offenbar nicht über die wirklich bedenklichen Dinge des HipHop berichten, wie etwa dieser zum Teil dumpfe Antiamerikanismus, der mir etwa bei Bushido oder MachOne sauer aufstößt. Offenbar wollen die Medien hier keine Glashäuser einwerfen... Aber der Antiamerikanismus wiederum ist ja auch eine Folge der Diskriminierung des Patriotismus. Der Trotz und Frust gegen diese Diskriminierung, wird jetzt projeziert auf die USA.
Und wenn natürlich die einzige Reaktion von Politikern und Bevölkerung ist, mal wieder einfach mit dem Knüppel druff zu hauen und möglichst alles zu verbieten und der Kunst die Schuld zu geben, dann ist es kein Wunder, wenn das viele Leute (auch mich!) zu recht frustriert und aggressiv macht. Und dann bildet sich natürlich, zum Teil auch bei mir, eine Märtyrer-Haltung, wo man sich einfach mit Absicht überspitzt positioniert, einfach als Protest gegen diese Arroganz und Verachtung, die einem von dem ,,Bildungsbürgertum" entgegenschlägt. Einfach um sie zu erschrecken, um sie darauf aufmerksam zu machen, dass man nicht mit ihnen einverstanden ist. Denn auf klare Worte zu eben genau dem Thema hören sie ja schon lange nicht mehr, den Alt-68ern ist alles egal und nichts kann sie mehr schockieren. Hauptsache, sie haben ihre Rente - wenn hinter ihnen die Welt in Trümmern versinkt, ist es denen ja egal. Wie sich gezeigt hat, hat ja auch HipHop nicht ausgereicht, um die führende ,,gesellschaftliche" Schicht aufzuschrecken, man hat sich gewöhnt, und die Hilferufe des HipHop wurden nicht erhört. Und so kommt es, dass welche, die rappen dass sie mal im Knast gewesen wären und ständig Leute überfallen, zu Vorbildern für diese Jugendlichen werden, einfach aus Protest / Trotz.
Als weitere Gründe für die Gewalt, neben Multikulti, Masochismus, Materialismus, Status-Fixiertheit (vor Allem Gymnasiasten - und nein, ich bin kein Hauptschüler, sondern habe Abi gemacht, deswegen hasse ich aber trotzdem meine Ex-Klassen-,,kameraden" weil ich eine derartige Ignoranz, Eingebildetheit und Arroganz einfach ablehne) und Hass gegen Jugend, sind wirtschaftliche Perspektivlosigkeit, Arbeitslosigkeit, jämmerliches komplett ruiniertes ,,Schulsystem", wenn man diese Anstalten denn in Zusammenhang mit dem Wort ,,Schule" bringen will. Ich könnte jetzt hier sagen, was mir alles an Schule nicht passt, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern diese ganzen maßlos verrotteten Schulsysteme auf der ganzen Welt, aber das würde hier wohl den Rahmen sprengen und das ist ja jetzt nicht das Thema, nur mal nebenbei als Nebenbemerkung.
Zum Thema Multikulti möchte ich da noch was anmerken. Es wurde ja im Thread auch gesagt, dass die Gewalt statistisch in letzter Zeit tatsächlich ansteigt. Das stimmt, aber das tut sie nur deswegen, weil die Gewalt bei Ausländern zunimmt. Die der Deutschen nimmt ab. Und das meine ich ja nicht ausländerfeindlich, sondern da habe ich eher ohne Frage auch Mitleid mit den Ausländern, da Gewalt ja auch nachweislich im Zusammenhang steht mit niedriger Bildung, Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Perspektivslosigkeit. Innerhalb dieser beiden Gruppierungen, Deutsche und Ausländer, sind es ja sicherlich auch vor Allem die >>Verlierer der ,,Gesellschaft"<< , welche besonders gewalttätig sind, bei den Gewinnern nimmt es ebenfalls eher ab. Weil die Schere zwischen arm und reich und zwischen gebildet und ungebildet halt größer wird. Bei Ersterem fände ich es gut, wenn die Schere größer wird, schon alleine aus wirtschaftlichen internationalen Sachzwängen (Globalisierung, Verschuldung etc. ) , bei Zweiterem aber finde ich es schlecht. Vor Allem, müssen die Unteren auch von den Oberen akzeptiert werden und es darf nicht auf sie herabgeblickt werden. Erst dann kann man von den Unteren erwarten, dass sie ihren Neid und dumpfe grundlose Abscheu gegen die ,,Oberen" zurückziehen.
Zitat von amaya wenn du mit statistiken argumentierst, solltest du sie auch als beweise vorlegen und nicht denjenigen auffordern gegen den du argumentierst das er sich erkundigen soll. setzen, 6.
Man kann ja auch Denjenigen nicht auffordern, sich zu erkundigen, sondern er kann ja nachfragen.
Zitat von sooc Wuerde sagen, dass das auch viel mit HipHop und zunehmender Ghettorisierung zu tun hat.
Seit es Battle-Rap aus Berlin rausgeschafft nehmen sich doch viele Jugendliche diese Geschichten zum Vorbild und hauen einfach auch mal zu
Es muss eher heißen: Nicht seit es Battle-Rap aus Berlin rausgeschafft, hauen Jugendliche auch mal zu, sondern
weil Jugendliche auch mal zuhauen, hat es Battle-Rap aus Berlin rausgeschafft.