
15.06.2002, 22:25
# 1 Gespraech mit einem palästinensischen Bürger in Deutschland. ZITAT:
Ein paar antworten auf fragen, die ich anläßlich einer polit. veranstaltung einem palästin. Freund stellen konnte. bedrückend für mich war die traurigkeit und die resignation, die in diesem gespräch deutlich zu spüren waren...
im folgenden zusammengefaßt die wesentlichen aussagen zum thema.
" Natürlich sind die furchtbaren attentate moralisch nicht zu rechtfertigen...aber niemand hat derzeit die autorität und die polit. macht, das zu verhindern.
Wir leben seit 54 jahren im exil, seit 35 jahren, seit 1967, leiden wir unter der israel. besatzung.
Israel hat in den vergangenen 18 monaten über 2600 meiner landsleute getötet und mehr als 45.000 menschen zum teil schwer verletzt, 6.500 menschen sind in lagern verschwunden. Alles, was wir uns in den letzten jahren aufgebaut haben, ist von den israelis zerstört worden. Unserer kinder kennen nur die gewalt und zerstörung, mit der sie aufgewachsen sind.
Unsere verwaltung und unsere behörden wurden zerschlagen,
und sharon behauptet, er wolle nur die struktur des terrors auslöschen, er hat aber die infrastruktur des palästinensischen lebens vernichtet.
Es bleibt unsere forderung, daß sich israel aus den besetzten gebieten zurückziehen muß. Die armee muß weg, die siedler müssen zurück. Israel hat unser land geraubt und will uns in umzäunte ghettos stecken.
Militärisch ist der nahostkonflikt nicht zu lösen, das wissen alle.
Wir begrüßen deshalb die vorschläge von außenminister fischer. Er hatte gesagt, daß man mit der paläst. Staatsgründung beginnen muß und alle anderen probleme anschließend verhandelt werden sollten.
Natürlich haben wir große probleme, weil wir über keine wirksamen politisch-organisatorischen striukturen verfügen. Es ist alles kaputt und es herrschen sowas wie chaotische "wildwest-verhältnisse" in palästina. Was die schuld israels ist. Unter einer besatzungsmacht ist es erst recht unmöglich, demokratische strukturen in einem islamistisch-orientalischen land aufzubauen.
Dieser notwendige wandel kann sich auch ohne die katastrophalen bedingungen in einem besetzten und geschundenen landes nur allmählich vollziehen, selbst europas hat 200 jahre dazu gebraucht.
Wenn jetzt unter israelischer besatzung gewählt würde, dann bekämen wir die radikalste regierung der welt. Das kann niemand wollen... wer auf dem weg zur wahlurne an israelischen soldaten vorbei muß, der wird der für gewalt und widerstand stimmen - und nicht für arafat.
Arafat ist lange nicht mehr nicht die stimme palästinas..."
Zu diesen antworten in einem gespräch mit einem arabischen bürger in deutschland enthalte ich mich jeden kommentars.
der Versuch, den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produzierte stets die Hoelle.
-Karl Popper |