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Gesellschaftliche Konventionen/Minderheiten/Schubladendenken

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outfreyn
Alt 31.07.2003, 02:18   #1
Standard Gesellschaftliche Konventionen/Minderheiten/Schubladendenken

Grad eben gab es eine hitzige Diskussion, ein regelrechtes Scharmützel.

Es ging im weitesten Sinn um "Satanisten". (Vielleicht können Leute die über die Materie bescheid wissen einen kleinen Überblick geben )

Die Diskussion fand im irc statt.
Johnny hat Cini gefragt was Satanisten sind, Antwort:

<Cinimini> 1. Typen die nur in schwarz rumlaufen - blut trinken - und tiere opfern
Daraufhin entspann sich eine Diskussion die ich für so interessant halte das wir darüber einen kleinen Plausch halten sollten


So und jetzt meine Fragen:

Was haltet ihr von Gesellschaftskonventionen? Wie denkt ihr über Menschen die aus der Masse herausstechen, sei es aufgrund ihres Benehmens oder ihrer Kleidung und wie verhaltet ihr euch zu ihnen? Was beobachtet ihr im Alltag?

Sind für euch alle Menschen die schwarz gekleidet rumlaufen "Satanisten"? Was denkt ihr ist Satanismus?

Warum sind Menschen so strukturiert das sie Automatisch in eine Art Schubladendenken verfallen?

greetz
out
 
 
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Alt 31.07.2003, 02:29   #2
Standard Re: Gesellschaftliche Konventionen/Minderheiten/Schubladendenken

Original geschrieben von outfreyn


Warum sind Menschen so strukturiert das sie Automatisch in eine Art Schubladendenken verfallen?

out

...weil Sie von den Medien und der Gesellschaft an sich, gewisse Rollenbilder für bestimme Leute vorgesetzt bekommen, und damit tagtäglich bombadiert werden, bis sie schließlich die Leute aufgrund der Kleidung mit GruppeXYZ assozieren.
 
 
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outfreyn
Alt 31.07.2003, 02:34   #3
Standard

Mh, du meinst nicht das das irgendeine Evolutionsbedingte Eigenart ist? Ich meine früher gab´s ja Stammeskulturen etc.. Vielleicht rührt das daher, denk auch an z.B. die Schotten die sich durch ihre Kleidung differenzieren. Oder Uniformen?

Und was ist mit meinen anderen Fragen?

greetz
out
 
 
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Alt 31.07.2003, 02:44   #4
Standard

Original geschrieben von outfreyn
Mh, du meinst nicht das das irgendeine Evolutionsbedingte Eigenart ist? Ich meine früher gab´s ja Stammeskulturen etc.. Vielleicht rührt das daher, denk auch an z.B. die Schotten die sich durch ihre Kleidung differenzieren. Oder Uniformen?
Hier ging es aber speziell um Satanisten, und früher hatten die Leute ja noch weniger Ahnung...(Bspw.: Ah..sie ist eine Hexe...rote Haare Hexe...Hexe hier hexe da...auf den Scheiterhaufen")
Ausserdem liegt das bei den Schotten eher an Tradition statt Evolution

Sind für euch alle Menschen die schwarz gekleidet rumlaufen "Satanisten"?
Jau, aber nur wenn sie dann noch so'n umgedrehtes Kreuz als Anhänger haben, und MarylinManson hören - das sind zwar mehr so die MTV-Satanisten, aber immerhin.
 
 
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Krashok
Alt 31.07.2003, 02:45   #5
Standard

intolerante erziehung und umwelt
das gleich vorhin bei sat1 und co .. irgendwer lässt auf sich mit paint schiesen und irgendwelche 5 jährigen hocken da an dem stand mit einer tippe und schiesen auf den typen der mit eishockey panzerung und einem schild gut gerüstet da steht. Dann werden 3 Leute die da ballern rausgepickt die hauen irgendwas raus, was wieder voll ins Bild von otto-normal tv-konsument passt und peng hast du das bild der kranken paintballer, welche ja auch alle gotcha spielen (auch so ein fehlglauben).

Selbiges zu den ersten Reportagen über Lan Parties.

Die Medien formen diese Bilder weil es einfacher ist und die Quote bei solchen Sachen höher ist, als wenn man sich mal paar tage mit der Wahrheit auseinander setzen würde und mal eine ausführliche reportage machen würde.

Das mit den Satanisten ist vollkommener Schwachsinn. Ich ein freund von mir hat irgendsoeine schwarze Bibel oder wie das Teil heißt .. ich hab echt keine ahnung, auf jeden fall ist das der Leitfaden der Satanisten. Ich fand das buch ziemlich interessant, weil darum ging zu tun was man will und seinen willen durchzusetzen .. ja es ging auch um eine ganze menge sex

Solange jemand nicht das Wohl anderer gefährdet, kann er rumlaufen wie er will .. find ich.
 
 
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RegularJohn
Alt 31.07.2003, 02:46   #6
Standard

Satanisten, die sich ihr eigenes satanisches Weltbild geschaffen haben. Für sie ist Satan der Inbegriff von Lebensenergie und individualistischer Selbstwerdung: "Satanismus bedeutet für mich vor allem Betontheit der Lust, der sinnlichen Erlebniswelt." -"Ein richtiger Satanist ist, wer sich nicht unterkriegen lässt, siegreich aus allem hervorgeht, nicht um Kraft beten muss."

Rituale finden in Tempeln statt. Das kann ein abgedunkeltes Zimmer mit einem von Kerzen beleuchteten Altar sein, ein geheimer Ort im Wald oder auf dem Friedhof, an dem der Altar errichtet wird. Auf dem Altar aufgebaut sind satanistische Symbole wie Kreuze, Amulette, phallische Objekte und Pentagramme (Sterne mit fünf Zacken). Wird ein Liebeszauber oder ein Fluch geschworen, müssen auch persönliche Gegenstände des Beschworenen vorhanden sein: Haare, ein Kleidungsstück, ein Ring
Q: www.wissen.de

zur gesellschaft zählt jeder von uns, wir machen die gesellschaft aus. doch gibt es eine gewisse masse, die über die jahre und jahrzente gewisse normen herauskristallisierte. dieses denken wurde immer weitergegeben und leute, die anders waren (seien es die juden, schwarzangezogene, schwarze oder ausländer generell...) wurde ausgeschlossen, gemieden oder gar verfolgt (vergl. hexenprozesse u.ä.). der überwiegende teil der gesellschaft ähnelt sich in der einstellung zum leben, wie sich sich in beruf, gesellschaft und mode ausdrücken. leute, die sich wohl selber als alternativ und individuell ansehen, werden auch hier gemieden. sie gehören nicht dazu. meistens ist es so, dass menschen vor dem unbekannten angst haben. sie sehen "komische" ketten oder "komisch" gekleidete menschen und wissen nicht die gründe dafür, daher meiden sie diese und verachten sie, nennen sie gestörte. sie sehen nur das äußere und nicht den mensch, der dahinter steckt. denn um dies mit religion in verbindung zu bringen: gott schuf uns alle gleich. ich mein, diese leute definieren sich durch kleidung und einstellung und diese sind alternativ. sie haben andere interessen und lebensansichten vielleicht, aber es sind normale menschen...

ich persönlich gebe selber zu, dass ich einie menschen ansehe, weil sie mein interesse aufgrund außergewöhnlicher erscheinung wecken, aber ich käme nie auf die idee diese menschen zu verstoßen.
"normal" gibt es nicht, weil wir alle individuen sind, wir sind in jeder weise unterschiedlich und das wird auch so bleiben.
ich laufe oft genug ganz schwarz rum, kenne genügend leute, die das auch tun, aber weder bin ich gothic noch satanist. so wurde ich auch oft als gestört hingestellt, weil ich mich für vamypre interessiere, aber dies ist genauso normal als wenn sich jemand für kirchenfenster interessiert.
vielleicht sehe ich ab und an etwas anders aus, aber mir gefällt es und es ist meine entscheidung. es stört mich nicht wirklich, was andere leute sagen. leute, die mich kennen, sehen das ebenfalls ganz anders. ich kenn auch genügend gothics oder leute, die was mit der punkszene zu tun haben und sie sind normal... wir sind doch alles nur menschen warum ist es trotzdem so schwierig in ruhe und frieden miteinander zu leben und miteinander auszukommen?
 
 
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Ruettiker
Alt 31.07.2003, 02:55   #7
Standard

Mh, da wurde mal wieder eines der interessanteren Themen angeschnitten und ich werde jetzt mal meine Senf dazu geben. Erstmal zum ürsprünglichem Thema: Da ich selber auch nur in Schwarz rumlaufe habe ich schon oft mit anderen darüber geredet und diskutiert - ich glaube als selbst betroffener kommt man da nich drum rum. Auf jeden Fall sind wir zu dem Schluß geommen, dass die Menschen viel zu subjetiv wahrnehmen -> Schubladendenken. Anstatt dass man sich z.B bei ner Party sich mit diesem komisch gekleideten Person zu unterhalten, gucken die meisten nur komisch oder versuchen demjenigen aus dem Weg zu gehen. Wenn es aber keine Ausweichmethode gibt und man sich mit dem mal unterhalten muss, stellt man dann doch fest das das auch nur ein Mensch wie du und ich ist und kein blutrünstiges Monster. Die Allgemeinheit lässt sich einfach von den Medien viel zu sehr beeinflussen. Abgesehen davon, dass Gothic und Metal wieder stark im kommen sind und vermarktet werden, gibt es auch wieder Schlagzeilen die von den Medien aufgebauscht werden. Sei's das allseits bekannte Satanistenpärchen aus was-weiß-ich-wo oder nen Selbstmord von einem oder mehreren Jugendlichen, bei denen Gruftie-Musik oder Filme oder sonst was gefunden wurden. Wenn dann das sozielae Umfeld befragt wird, sagen dann die meisten, dass die irgendwann komisch geworden sind und nur noch schwarz getragen haben, etc.
So, erstmal genug abgeschweift...
Dieses in Kategorien-Denken ist mittlerweile zoiemlich stark verbreitet und es wird immer die populäre Meinung mit der Erscheinung verbunden. Mal nen anderes Beispiel ist, dass alle Türken oder Menschen ausländischer Abstammung, die einen neuen tiefergelegten BMW fahren den nur über ihre illegale Geschäfte finanzieren können.
Mir passiert es ziemlich oft, wenn ich bei Freunden bin, wo mich die eltern noch nicht kennen oder noch nie gesehen haben, meist sich nen bissle abweisend verhalten. Aber wenn man mit ihnen mal ins Gespräch gekommen is merken die ziemlich schnell, dass man eigentlich ganz normal abgesehen mal von Kleidungsstil/Musikgeschmack/Einstellung etc. sind, und dann auch einen sympathisch finden.
Ich vertrete in dieser Hinsicht das Motto: "Leben und leben lassen!". Solang mich irgendwelche Hip-Hoppern nicht blöd anmucken oder mich in sonst einer Art provozieren, könn die mir egal sein. Und so lange ich nicht ihre Musik ertragen muss. Andersrum gilt das auch, bzw. ich versuche mich daran zu halten.
Außerdem kommt es wie du schon Freyn in deiner Frage gesagt hast nicht nur auf die äußerliche erscheinung an, sondern darum was die Leute denken. Jeder hat das freie Recht, dass du zu denken und zu glauben was er für richtig hält so lange es nicht mit Gesetzen oder der Verfassung in Konflikt gerät. Wenn jemand mit dem was er denkt glücklich wird, will ich ihn auf jeden Fall nicht daran hindern glücklich zu werden. Manche flüchten sich in die Oberflächligkeit unserer Gesellschaft, andere wiederum in andere Denkweisen. Mann kann den Leuten ihre Meinung nicht aufzwingen, abgesehn mal von der Manipulation durch die Medien und Ähnlichem! Wir leben in einem sogennanten freien Land und jeder hat das Recht nach seinem Willen zu Leben und zu Denken!
Den theologischen Aspekt an der ganzen Sache möchte ich mal lieber ausblenden, der wurde ja schon in anderen Threads ausführlich behandelt.
Meiner Meinung nach haben Vorurteile in unserer Gesellschaft noch einen viel zu hohen Stellenwert. Anstatt sich von der Meinung anderer beieinflussen zu lassen sollte jeder für sich mit gewissen thematiken beschäftigen oder nicht.
So viel erstmal von meiner Seite, ich bin nämlich müde und geh jetzt ins Bett!
 
 
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Master Baumbart
Alt 01.08.2003, 00:04   #8
Standard

ich würde den medien nicht die ganze schuld an den stereotypen geben, man sollte auch den betrachten, der diese dann annimmt, die menschen wollen schubladendenken, das erleichtert den umgang mit anderen menschen

zu jeder rolle, die man einem menschen zuschreibt gibt es auch ein rollenverhalten, welches man annimmt um mit dieser umzugehen, es ist viel zu aufwendig, jedem menschen offen und unbefangen entgegen zu gehen, da sagt man sich lieber, ok, der trägt schwarz, der is satanist, den meide ich mal lieber, statt man hingeht und mit ihm wie mit jedem anderen umgeht

rollen und rollenverhalten sind ein elementarer bestandteil unserer gesellschaft
 
 
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