Zitat von IceBaer wobei es wohl nicht das "leben" ist, welches patentiert wird, sondern die künstliche Entwicklung von Organismen mit besonderen Eigenschaften... niemand hindert mich daran, weiterhin Wildtypen zu nutzen.
Zu berücksichtigen bleibt, dass auch die heutigen Wildtyp-Getreide künstlich geschaffene, gezüchtete Variationen von "alten" Getreiden sind... Wo liegt also der Unterschied, ob ich eine gewünschte Eigenschaft "klassisch" über Züchtung oder "modern" durch gentechnische Methoden in die Pflanze bringe...
nein es ist eben nicht so dass nur die künstliche entwicklung patentiert wird! das ist doch die unglaubliche dreistigkeit um die es geht!
bei den patenten geht es um einzelne merkmale oder dna-abschnitte etc. die patentiert werden.
diese dna-sequenzen kommen so aber auch in schon vorhandenen erblinien vor, was bedeutet dass man etwas patentiert was es erstens schon in der natur gibt und was zweitens schon immer oder seit einer langen zeit von züchtern genutzt wird.
beispiel: eine firma X hat ein gen isoliert das die fettproduktion in schweinen erhöht. dieses gen haben sie also nicht selbst entwickelt sondern nur gefunden und lassen es sich nun patentieren.
daneben führt bauer Y eine schweinezucht seit jahrzehnten mit seiner eigenen erblinie mit tieren die dieses merkmal tragen. dieser bauer muss nun patentgebühren oder strafen wegen patentrechtsverletzung etc. zahlen und wird damit kriminalisiert für etwas dass eigentlich sein eigentum ist!
zu deinem zweiten punkt:
auf den ersten blick erscheint es so als ob züchtung mit auslese durch den landwirt und genmanipulation das selbe wären nur eben mit zeitraffer.
1. werden bei der "natürlichen" auslese (die sich eigentlich nur über jahrhunderte entwickelt) nur merkmale vererbt die auch so in den einzelnen individuen vorkommen.
und die natur macht hierbei nicht viele fehler.
bei der genmanipulation wird die erbinformation der pflanze soweit verändert dass z.b. merkmale anderer pflanzenarten eingebracht werden. hierbei sind die folgen nicht bekannt oder kurzfristig nicht absehbar, dafür würden langzeitstudien benötigt werden.
2. ist es eben nicht so, dass man die wahl hat einfach bei seinen alten "wildtypen" zu bleiben.
durch pollen von "genpflanzen" die auf "wildtyp" felder geweht werden kommt es zum eintrag des "genpflanzenerbguts" in die wildtyp-population.
da dieser vorgang nicht kontrollierbar ist werden also die wildytpen verseucht ohne dass der landwirt etwas dagegen unternehmen könnte. gesetze dazu gibt es nicht.
dazu kommt noch dass die genpflanzen durch die höhere produktivität einen marktvorteil besitzen der infolgedessen die preise drückt und wildtyp-betriebe entweder in die pleite treibt oder dazu zwingt dass diese auf genpflanzen umsteigen müssen.
außerdem wird es für die wildtyp-landwirte eng weil der markt für saatgut von einigen wenigen großen firmen dominiert wird die dadurch eben die wahnwitzigsten vertraglichen forderungen an abnehmer stellen können.
das wird im oben geposteten video sehr deutlich.
3. durch die schon erwähnten patente haben die saatgutfirmen mittel und wege um landwirte zu drangsalieren und zu erpressen.
die landwirte können sich nicht wirklich gegen großkonzerne wehren, weder politisch noch rechtlich.
ich glaube das größte problem der menschen hierbei ist, dass sie andere menschen und ihre motive unterschätzen oder einfach desinformiert sind, anders erklärt sich mir diese blauäugigkeit nicht.