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Gen-Food

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ShakeTheDisease
Alt 11.02.2008, 17:30   #1
Standard Gen-Food

Was haltet ihr denn von gentechnisch veränderten Lebensmitteln?

Was mich am meisten an diesem Thema stört ist, daß uns die Nahrungsmittelkonzerne mit dem Argument verdummen, den Welthunger stoppen zu wollen. Es werden in Europa und den USA immernoch Tonnen von Lebensmitteln vernichtet wegen Überproduktion: Milchprodukte, Obst, Gemüse, Fleisch.
In den Dritte-Welt-Ländern werden absichtlich keine Nahrungsmittel angebaut, sondern Genußmittel (Kaffee, Tee, Kakao, Koka), Kautschuk oder Tierfutter, natürlich alles für die Europäer und Amerikaner.
Außerdem entwickeln Konzerne mit der Gentechnik Pflanzen mit "sterilen" Früchten, die nur noch einmal wachsen und nicht mehr für eine nächste Aussaat zu verwenden sind. Damit ist der Bauer in Okawambo gezwungen, immer wieder neues Saatgut vom Konzern zu kaufen (und bald auch der Bauer in Mecklenburg/Vorpommern).
Politisch wird letztendlich damit Nahrung genau wie Wasser zum prima Druckmittel (statt konventionelle Kriege mit Waffen).
Was für ein Spaß. Ein Milliarden-Geschäft für Nahrungsmittel- und Chemiekonzerne und das Volk wird ruhig gestellt indem das Kilo Tomaten 10 Cent billiger wird und 3 Monate haltbar.
 
 
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Reh
Alt 11.02.2008, 18:30   #2
Standard

Die Schäden für die Gesundheit sind nicht vorauszusehen. Manche Genfood-Produkte mussten vom Markt genommen werden, weil sie in Versuchen verheerende Wirkung, z.B. extreme Anstiege von Krebs gezeigt haben.

Die Bevölkerung wird dumm gehalten, es wird überall in den Medien suggeriert, dass man ein paar Gene austauschen kann und dann ein paar gewünschte Veränderungen auftreten. Das ist großer Bullshit. Da die Interaktion von Genen und Zellorganellen hochkomplexen, nichtlinearen, bisher völlig unbekannten Regeln folgt, können winzige Veränderungen des System größte Folgen haben, die die Wissenschaftler nicht ansatzweise erahnen oder gar berechnen können. Schmetterlingseffekt.
 
 
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OM!T
Alt 11.02.2008, 19:17   #3
Standard

Hinzu kommt noch, dass diese genmanipulierten Pflanzen und Tieren den "natürlichen" arten in vielen Belangen überlegen sind und so diese in freier Wildbahn weniger Chancen zum überleben haben und aussterben.
Wenn also in den USA ein genmanipulierter Lachs ausbricht, was nicht zu verhindern ist, kann er sich in den Weltmeeren schön vermehren und der halbsogroße Lachs hat das Nachsehen und stirbt aus. So kommt der ganze Ökosystem durcheinander und bald gibts gar keine Fisch mehr.
Mit der Flora verhält es sich bestimmt genauso.

Habe dazu grade keine Quelle zur Hand aber dürft sicherlich leicht zu finden sein. Habe damals in der Schule mal einen Film darüber gesehen.
 
 
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Extruder
Alt 11.02.2008, 23:46   #4
Standard

http://video.google.de/videoplay?doc...44742624470002

diese reportage kann ich nur empfehlen, ist zwar 45min lang aber es lohnt sich.
 
 
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Fränze
Alt 15.02.2008, 16:44   #5
Standard

Man fragt sich ja immer wieder - ich jedenfalls frage mich das und habe dieses Thema hier schon (erfolglos) angerissen - wer von unseren Politikern in welcher Weise davon profitiert, dass genmanipulierte Saaten auf Staatsgütern ausgebracht werden, angeblich zu Forschungszwecken.

Das ist eine Einführung der Agrar-Gentechnik auf verlogene Weise, denn niemand weiß, wie sich die gentechnisch veränderten Organismen in der Umwelt verbreiten und ob die Abstandsflächen ausreichen. Könnte sein, dass es bald keine nicht veränderten Pflanzen mehr gibt, mit unabsehbaren Folgen und - vor allem - ohne Rückbildungsmöglichkeiten. Einmal verändert, immer verändert, und Monsanto lacht.

Was ist das denen wert?
 
 
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Reh
Alt 15.02.2008, 17:06   #6
Standard

Keine Ahnung.

Was noch nicht erwähnt wurde ist, dass alles Genfood patentiert ist. Wenn sich die Gensaat erst auf dem Weltmarkt etabliert und die Naturprodukte verdrängt hat, liegt die Nahrungsmittelproduktion in den Händen einiger weniger Konzerne. Eine höchst erfreuliche Vorstellung...
Allein der Gedanke, dass Leben patentiert wird, ist sehr erheiternd.

Edit: Oh, wurde doch erwähnt, nur indirekt über die Doku. Die ist sehr gut.

Geändert von Reh (15.02.2008 um 18:27 Uhr).
 
 
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IceBaer
Alt 16.02.2008, 13:15   #7
Standard

Zitat von Reh
Was noch nicht erwähnt wurde ist, dass alles Genfood patentiert ist. ... Allein der Gedanke, dass Leben patentiert wird, ist sehr erheiternd.
wobei es wohl nicht das "leben" ist, welches patentiert wird, sondern die künstliche Entwicklung von Organismen mit besonderen Eigenschaften... niemand hindert mich daran, weiterhin Wildtypen zu nutzen.

Zu berücksichtigen bleibt, dass auch die heutigen Wildtyp-Getreide künstlich geschaffene, gezüchtete Variationen von "alten" Getreiden sind... Wo liegt also der Unterschied, ob ich eine gewünschte Eigenschaft "klassisch" über Züchtung oder "modern" durch gentechnische Methoden in die Pflanze bringe...
 
 
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Reh
Alt 16.02.2008, 13:57   #8
Standard

Patentiert wird nicht das Recht auf künstlichen Eingriff, sondern die Genkombinationen. Das Patentrecht erstreckt sich folglich nicht auf die Genmanipulationen, sondern auf die Lebewesen, welche die Genkombinationen tragen. Und dabei spielt es nicht mal eine Rolle, ob diese Genkombination künstlich erreicht wurde oder schon von Natur aus vorhanden war. Siehe das Beispiel mit den Schweinen in der Doku.
Es wird definitiv Leben patentiert.
 
 
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Extruder
Alt 16.02.2008, 13:59   #9
Standard

Zitat von IceBaer
wobei es wohl nicht das "leben" ist, welches patentiert wird, sondern die künstliche Entwicklung von Organismen mit besonderen Eigenschaften... niemand hindert mich daran, weiterhin Wildtypen zu nutzen.

Zu berücksichtigen bleibt, dass auch die heutigen Wildtyp-Getreide künstlich geschaffene, gezüchtete Variationen von "alten" Getreiden sind... Wo liegt also der Unterschied, ob ich eine gewünschte Eigenschaft "klassisch" über Züchtung oder "modern" durch gentechnische Methoden in die Pflanze bringe...
nein es ist eben nicht so dass nur die künstliche entwicklung patentiert wird! das ist doch die unglaubliche dreistigkeit um die es geht!

bei den patenten geht es um einzelne merkmale oder dna-abschnitte etc. die patentiert werden.
diese dna-sequenzen kommen so aber auch in schon vorhandenen erblinien vor, was bedeutet dass man etwas patentiert was es erstens schon in der natur gibt und was zweitens schon immer oder seit einer langen zeit von züchtern genutzt wird.

beispiel: eine firma X hat ein gen isoliert das die fettproduktion in schweinen erhöht. dieses gen haben sie also nicht selbst entwickelt sondern nur gefunden und lassen es sich nun patentieren.
daneben führt bauer Y eine schweinezucht seit jahrzehnten mit seiner eigenen erblinie mit tieren die dieses merkmal tragen. dieser bauer muss nun patentgebühren oder strafen wegen patentrechtsverletzung etc. zahlen und wird damit kriminalisiert für etwas dass eigentlich sein eigentum ist!

zu deinem zweiten punkt:
auf den ersten blick erscheint es so als ob züchtung mit auslese durch den landwirt und genmanipulation das selbe wären nur eben mit zeitraffer.

1. werden bei der "natürlichen" auslese (die sich eigentlich nur über jahrhunderte entwickelt) nur merkmale vererbt die auch so in den einzelnen individuen vorkommen.
und die natur macht hierbei nicht viele fehler.
bei der genmanipulation wird die erbinformation der pflanze soweit verändert dass z.b. merkmale anderer pflanzenarten eingebracht werden. hierbei sind die folgen nicht bekannt oder kurzfristig nicht absehbar, dafür würden langzeitstudien benötigt werden.

2. ist es eben nicht so, dass man die wahl hat einfach bei seinen alten "wildtypen" zu bleiben.
durch pollen von "genpflanzen" die auf "wildtyp" felder geweht werden kommt es zum eintrag des "genpflanzenerbguts" in die wildtyp-population.
da dieser vorgang nicht kontrollierbar ist werden also die wildytpen verseucht ohne dass der landwirt etwas dagegen unternehmen könnte. gesetze dazu gibt es nicht.

dazu kommt noch dass die genpflanzen durch die höhere produktivität einen marktvorteil besitzen der infolgedessen die preise drückt und wildtyp-betriebe entweder in die pleite treibt oder dazu zwingt dass diese auf genpflanzen umsteigen müssen.

außerdem wird es für die wildtyp-landwirte eng weil der markt für saatgut von einigen wenigen großen firmen dominiert wird die dadurch eben die wahnwitzigsten vertraglichen forderungen an abnehmer stellen können.
das wird im oben geposteten video sehr deutlich.

3. durch die schon erwähnten patente haben die saatgutfirmen mittel und wege um landwirte zu drangsalieren und zu erpressen.
die landwirte können sich nicht wirklich gegen großkonzerne wehren, weder politisch noch rechtlich.



ich glaube das größte problem der menschen hierbei ist, dass sie andere menschen und ihre motive unterschätzen oder einfach desinformiert sind, anders erklärt sich mir diese blauäugigkeit nicht.
 
 
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IceBaer
Alt 16.02.2008, 14:13   #10
Standard

Zitat von Extruder
beispiel: eine firma X hat ein gen isoliert das die fettproduktion in schweinen erhöht. dieses gen haben sie also nicht selbst entwickelt sondern nur gefunden und lassen es sich nun patentieren.
daneben führt bauer Y eine schweinezucht seit jahrzehnten mit seiner eigenen erblinie mit tieren die dieses merkmal tragen. dieser bauer muss nun patentgebühren oder strafen wegen patentrechtsverletzung etc. zahlen und wird damit kriminalisiert für etwas dass eigentlich sein eigentum ist!
das ist so sicher nicht richtig. Der bauer der auch vorher schon fette Schweine hatte, wird keine Lizenzgebühren zahlen. schließlich kann ich auf eine nicht neue erfindung (und um die handelt es sich hier im prinzip ja, der Bauer hat das fette-schweine-gen in seiner Zuchtlinie) keine Lizenzgebühren verlangen. Siehe dazu die Entwicklung von Amazon's "one-Click"-Patent...

Zitat von Extruder
1. werden bei der "natürlichen" auslese (die sich eigentlich nur über jahrhunderte entwickelt) nur merkmale vererbt die auch so in den einzelnen individuen vorkommen.
und die natur macht hierbei nicht viele fehler.
natürlich macht die Natur fehler... Gerade darum geht es doch bei der Zucht: die ERbinformation von Pflanzen verändert sich im laufe der Zeit, entweder durch Mutation, oder durch Ablesefehler der entsprechenden Enzyme,... in der Zucht suche ich mir "Fehler" die ich haben will heraus und nutze sie für meine Zwecke.

Zitat von Extruder
dazu kommt noch dass die genpflanzen durch die höhere produktivität einen marktvorteil besitzen der infolgedessen die preise drückt und wildtyp-betriebe entweder in die pleite treibt oder dazu zwingt dass diese auf genpflanzen umsteigen müssen.
Es gibt bestimmt genügend Konsumenten, die für gentechnikfreie Lebensmittel einen höheren Preis zahlen würden, sie Bio-Boom der letzten Jahre...
 
 
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Fränze
Alt 16.02.2008, 14:30   #11
Standard

Zitat von IceBaer
Wo liegt also der Unterschied, ob ich eine gewünschte Eigenschaft "klassisch" über Züchtung oder "modern" durch gentechnische Methoden in die Pflanze bringe...
Über klassische Züchtung kann man höchstens zusammenbringen, was zusammengehören könnte, und man hat eine lange Beobachtungszeit für Erfolg oder Mißerfolg. Du kannst doch diesen Unterschied nicht im Ernst infrage stellen!

In Sachsen-Anhalt z. B. will die CDU-Landesregierung auf staatlichen Versuchsfeldern Erbsen anbauen lassen, in die Mäuse-Gene eingebracht wurden, die im Schweinefutter Durchfall verhindern sollen.

Jetzt erzähl Du mir, dass das durch klassische Züchtung möglich wäre und dass Verbreitung durch Pollenflug verhindert werden kann, so dass der Verbraucher auch in zehn Jahren noch die Wahl hat.
 
 
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Extruder
Alt 16.02.2008, 14:41   #12
Standard

Zitat von IceBaer
das ist so sicher nicht richtig. Der bauer der auch vorher schon fette Schweine hatte, wird keine Lizenzgebühren zahlen. schließlich kann ich auf eine nicht neue erfindung (und um die handelt es sich hier im prinzip ja, der Bauer hat das fette-schweine-gen in seiner Zuchtlinie) keine Lizenzgebühren verlangen. Siehe dazu die Entwicklung von Amazon's "one-Click"-Patent...
Wie oft soll es denn noch gesagt werden? genau das was du nicht für möglich hälst passiert schon seit einiger zeit und wird politisch gefördert!


Zitat von IceBaer
natürlich macht die Natur fehler... Gerade darum geht es doch bei der Zucht: die ERbinformation von Pflanzen verändert sich im laufe der Zeit, entweder durch Mutation, oder durch Ablesefehler der entsprechenden Enzyme,... in der Zucht suche ich mir "Fehler" die ich haben will heraus und nutze sie für meine Zwecke.
ja wie schon gesagt macht die natur fehler, nur sind diese eben seltenst so gravierende einschnitte wie durch genmanipulation.

Zitat von IceBaer
Es gibt bestimmt genügend Konsumenten, die für gentechnikfreie Lebensmittel einen höheren Preis zahlen würden, sie Bio-Boom der letzten Jahre...
wo zum teufel soll denn diese produktion herkommen? wo gibt es in deutschland dann noch orte in denen in hunderten km umkreis kein genfood angebaut wird?
davon ganz abgesehen: du sagst also alle die es sich leisten können bekommen "genfreies" essen. also sind die unterprivilegierten arme säue und müssen den genfood frass fressen dessen gesundheitsfolgen nicht abschätzbar sind?
 
 
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IceBaer
Alt 16.02.2008, 16:41   #13
Standard

nein, ich sage das leute, die gentechnik-freies Essen wollen dies kaufen können. und wenn der verbraucher unter gentechnik erzeugte produkte konsequent boykotiert nütz mir auch eine noch so billige Produktion nix.

das ERbinformation Artenschranken überwinden kann, ist in der Biologie übrigens hinreichend belegt. Antibiotika-Resistenzen z.b. werden regelmäßig über Artenschranken hinweg ausgetauscht.

Gravierende Fehler durch fehlerhafte Genübertragung ist zudem auch hinreichend belegt, z.B. bei Genommutationen wie der Trisomie 21, welche zum Down-Syndrom führt...
 
 
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Fränze
Alt 16.02.2008, 16:49   #14
Standard

Zitat von IceBaer
Antibiotika-Resistenzen z.b. werden regelmäßig über Artenschranken hinweg ausgetauscht.
Antibiotika-Resistenzen werden auch durch Gen-Food erzeugt, weil Antibiotika als Anzeiger mit eingebaut werden.

Zitat von IceBaer
Gravierende Fehler durch fehlerhafte Genübertragung ist zudem auch hinreichend belegt, z.B. bei Genommutationen wie der Trisomie 21, welche zum Down-Syndrom führt...
Ja, und kennst Du Down-Syndrom-Familien? Kinner, Vaddrer, Mudder, Omma, Oppa?
 
 
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IceBaer
Alt 16.02.2008, 17:08   #15
Standard

wenn überhaupt wird die Resistenz als Anzeiger eingebaut, alles andere ergäbe wenig Sinn. und da es sich dabei i.d.R. um Pestizid-Resistenzen handelt ist dies zumindest bezüglich der Weiterverbreitung von Antibiotikaresistenzen bei Pathogenen (ORSA, MRSA,...) unkritisch.

bezüglich des Down-Syndroms ist die Wahrscheinlichkeit eine 3 Generationen umfassende Linie erkrankter Individuen zu finden eher gering. Frauen vererben die Trisomie21 bei einem gesunden Ehemann mit einer Wahrscheinlichkeit von 50%, männer sind nahezu unfruchtbar. Aber darum geing es auch gar nicht. Es ging darum nachzuweisen, dass die Natur Fehler macht. Dafür könnte man auch andere Beispiele wählen, die zwar zu einer Erkrankung, aber zu keiner damit einhergehenden Fruchtbarkeitsschädigung führen...
 
 
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Reh
Alt 16.02.2008, 17:18   #16
Standard

Man kann Gentechnik nicht boykottieren, selbst wenn man es will. Das scheitert daran, dass es keine Meldepflichten gibt. Und wenn es sie gibt, werden sie ignoriert (s. Reis-Skandal aus dem letzten oder vorletzten Jahr). Und wenn sie nicht ignoriert werden, kreuzen sich genmanipulierte Pflanzen mit den natürlichen, was keiner verhindern kann und keiner überprüft.

Von den Pflanzen abgesehen sind auch die Tiere "kontaminiert". Es gibt kaum noch Tierfutter auf dem Markt, das nicht vom Gen-Anbau stammt. Die neuartigen Proteine der Pflanzen, deren Auswirkungen kein Mensch kennt und untersucht hat, werden von den Tieren aufgenommen. Was sie bei Tieren bewirken, ist genauso wenig untersucht.

Edit: Die Natur macht keine Fehler.
 
 
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IceBaer
Alt 16.02.2008, 17:30   #17
Standard

Natürlich kann man das und das auch schon heute. es gibt verschiedene Bioverbände, deren Mitglieder sich verpflichten auf gentechnische methoden zu verzichten, z.B. gaia oder demeter.

mit den Proteinen (so sie denn aufgenommen werden,... es wäre auch denkbar, das eine futtermaispflanze ein gentechnisch eingefügtes gen selektiv in den Wurzeln exprimiert, dann wäre der futtermais nicht kontaminiert) passiert das, was mit allen Proteinen passiert: Sie werden abgebaut zu Aminosäuren und verstoffwechselt. Und da die Aminosäuren des Proteins natürlichen Ursprungs sind, werden sie sich wohl so verhalten wie alle anderen Aminosäuren auch.

was die Fehler der Natur angeht, erspare ich mir eine lange Antwort. Der Beweis ist in meinen letzten beiden posts ausführlich geführt worden.
 
 
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Fränze
Alt 16.02.2008, 18:18   #18
Standard

Zitat von Reh
Man kann Gentechnik nicht boykottieren, selbst wenn man es will.
Zitat von IceBaer
Natürlich kann man das und das auch schon heute. es gibt verschiedene Bioverbände, deren Mitglieder sich verpflichten auf gentechnische methoden zu verzichten, z.B. gaia oder demeter.

Sag mal, stellst Du Dich so ahnungslos? Es ist doch hier schon mehrmals angemerkt worden, dass man nicht weiß, welche Abstandsflächen eine Kontaminierung sicher vermeiden, dass durch Pollenflug Kontaminierung der Umgebung wahrscheinlich bis sicher ist. Genau deshalb kann man Gentechnik nicht boykottieren, weil man nicht vermeiden kann, damit in Berührung zu kommen, auch wenn man nicht will.

Zitat von IceBaer
was die Fehler der Natur angeht, erspare ich mir eine lange Antwort. Der Beweis ist in meinen letzten beiden posts ausführlich geführt worden.
Der Punkt ist aber, dass die Natur Fehler korrigiert, bzw. die fehlerhafte Linie nicht weiter verfolgt. Das ist bei der Gentechnik anders. Da werden Fehler produziert, weil drauflos verändert wird, ohne dass man genug Ahnung davon hat. Abstandsflächen beruhen nicht auf Erfahrung, sondern sind reine Spekulation.
Wie in der Mitte des letzten Jahrhunderts mit der Atombombe. Hinterher sagt der Mensch:Öha! So war´s nicht gemeint. Der Unterschied bei der Gentechnik ist aber: So ist es gemeint.

Monsanto z. B. wird erst Ruhe geben, wenn ich in meinem Blumentopf keine Kapuzinerkresse aus Samen vom Vorjahr mehr ziehen kann, sondern den Samen jedes Jahr kaufen muss. Das ist der Sinn des Ganzen.
 
 
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Reh
Alt 16.02.2008, 18:22   #19
Standard

Eisbär, bist du vielleicht von der Gen-Lobby?
Bei Lobbyisten ist immer alles sicher und gut. Da werden Mutationen unzulässigerweise mit Genmanipulationen gleichgesetzt, da wird vom Problem abgelenkt (kauft doch kein Genfood, wenn ihr Bedenken habt), da wird stur auf Risikolosigkeit beharrt, solange kein gesicherter wissenschaftlicher Nachweis der Gefährlichkeit in Form von Genfood->Krebs/Tod/Unfruchtbarkeit/Idiotie erbracht ist, unabhängig davon, wie groß die Bedenken anhand des bestehenden Wissens sind, gleichzeitig werden wissenschaftliche Untersuchungen behindert, damit der sichere Nachweis von Gefahren möglichst lange hinausgezögert wird.

Sei's drum. Zur Zeit können wir eh nichts dagegen machen.
Die Umstellung auf Genfood ist, von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, längst vollzogen. Die Medien haben das erstaunlicherweise völlig verpennt und statt kritischer Berichterstattung gibt es in den großen Medien bis heute nur Desinformation über die Genmanipulation und überhaupt über die Gene.
 
 
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Fränze
Alt 16.02.2008, 18:44   #20
Standard

Zitat von Reh
Eisbär, bist du vielleicht von der Gen-Lobby?
Könnte ich mir gut vorstellen.

Zitat von Reh
Zur Zeit können wir eh nichts dagegen machen.
Die Umstellung auf Genfood ist, von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, längst vollzogen.
Das halte ich für eine gefährliche Aussage, weil sie die Leute dazu bringt, Gen-Food als unabänderlich zu akzeptieren. Wir können schon was dagegen machen: So lange signalisieren, dass man gentechnisch manipulierte Nahrungsmittel nicht kauft, bis sogar der letzte Produzent kapiert hat, dass es nix bringt. Sogar der Präsident des Bayerischen Bauernverbands hat zähneknirschend seinen Leuten vom Anbau abgeraten (wenn er auch auf andere Weise fördernd wirkt).

Zitat von Reh
Die Medien haben das erstaunlicherweise völlig verpennt und statt kritischer Berichterstattung gibt es in den großen Medien bis heute nur Desinformation über die Genmanipulation und überhaupt über die Gene.
Erstaunlich? Denk an die Anzeigenkunden! Das sind nicht Du und ich, sondern die Konzerne.
 
 
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IceBaer
Alt 16.02.2008, 18:45   #21
Standard

ich bin sicher nicht von der gen-lobby. ich tendiere nur dazu, in einem internetforum auch mal ein wenig zu "zündeln" über gentechnik lässt sich halt prima streiten, da ist nicht alles schwarz oder weiß sondern vieles grau...

was medieninformationen angeht, muss ich dir leider recht geben,... leider sind auch heute noch viele leute der meinung genfreie tomaten kaufen zu können...

und was die Fehlerkorrektur angeht: Sollte die Natur tatsächlich Fehler korrigieren, sollte man es dann nicht der Natur überlassen die künstlichen, fehlerhaften gene wieder rauszuschmeissen?
 
 
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IceBaer
Alt 16.02.2008, 18:53   #22
Standard

Zitat von Fränze
Könnte ich mir gut vorstellen.
mal ganz ehrlich. Glaubt ihr die böse Gen-Lobby hat nichts wichtigeres zu tun (politiker bequasseln, Medien schmieren, Fehlinformationen verbreiten,... was auch immer ein Lobbyist so macht) als durch irgendwelche internetforen zu stolpern und dort mit 3 oder 4 leuten Vor- und Nachteile der Gentechnik zu diskutieren???
 
 
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Fränze
Alt 16.02.2008, 18:54   #23
Standard

Zitat von IceBaer
Sollte die Natur tatsächlich Fehler korrigieren, sollte man es dann nicht der Natur überlassen die künstlichen, fehlerhaften gene wieder rauszuschmeissen?
Wie lange dauert das?? Mit Monsanto als Dauertäter?

Zitat von Reh
statt kritischer Berichterstattung gibt es in den großen Medien bis heute nur Desinformation über die Genmanipulation und überhaupt über die Gene.
Ist aber auch schwer: Da habe ich mal zwei Leute in einem Laden über Genfood ( ) reden gehört. Sagt der eine zum anderen: "Da wo von Natur aus keine Gene drin sind, gehören auch keine reingemacht."
 
 
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Reh
Alt 16.02.2008, 20:06   #24
Standard

Zitat von IceBaer
ich bin sicher nicht von der gen-lobby. ich tendiere nur dazu, in einem internetforum auch mal ein wenig zu "zündeln" über gentechnik lässt sich halt prima streiten, da ist nicht alles schwarz oder weiß sondern vieles grau...
Immerhin treibt es uns Gentechnik-Kritiker zu Höchstleistungen an.

Zitat von IceBaer
und was die Fehlerkorrektur angeht: Sollte die Natur tatsächlich Fehler korrigieren, sollte man es dann nicht der Natur überlassen die künstlichen, fehlerhaften gene wieder rauszuschmeissen?
Die Natur macht keine Fehler.
Die Gesetze der Evolution werden die Gene rausschmeißen, die sich nicht durchsetzen können. Wir können heute bloß nicht wissen, welche Gene das sein werden. Dank unserer Genpfuscherei könnten es unsere eigenen sein. Das wäre tragisch. Zugleich aber auch sehr witzig.
 
 
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IceBaer
Alt 16.02.2008, 20:54   #25
Standard

Zitat von Reh
Die Gesetze der Evolution werden die Gene rausschmeißen, die sich nicht durchsetzen können.
naja, wenn sich die wildtypen nicht durchsetzen, zeigt das immerhin das die genpfuscherei zu einer verbesserung geführt hat...

btw, z.Z. wird in der Arktis ein Repositorium errichtet, in welchem Samen aller Kulturpflanzen eingelagert werden. Für den Fall das eine Art in der Wildbahn ausstirbt, gibt es immer noch die Möglichkeit entsprechende Pflanzen nachzuzüchten,....
 
 
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