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Wie funktioniert Geld?

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tragic hero
Alt 16.12.2006, 12:32   #1
Standard Wie funktioniert Geld?

Habt ihr euch das auch schon mal gefragt? Hier die Antwort:

Teil 1:


Teil 2:


Teil3:





Geändert von Anarchnophobia (10.01.2007 um 03:55 Uhr).
 
 
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oraider
Alt 18.12.2006, 18:15   #2
Standard

ziemlich gut gemacht finde ich. macht einen auch ein wenig nachdenklich, auch wenn (zumindest einer) logikfehler drin sind und auch keine alternative gegeben wird. aber für ne diplomarbeit echt gut wie ich finde
 
 
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pitchzero
Alt 18.12.2006, 19:32   #3
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Eigentlich sollte das ja eher belustigend sein aber verdammt des is die Realität und das kotzt an oder?
 
 
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Grandylein
Alt 18.12.2006, 19:36   #4
Standard

von goldseiten.de? find ich auch gut, das beispiel mit den aliens ^^

Kennt wer die Simpsonsfolge, wo Bart in der Bank auftaucht "was soll das heissen die bank hat keine reserven mehr?! ...100 dollar und dann is s´chluss?!"
 
 
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tragic hero
Alt 18.12.2006, 19:45   #5
Standard

Zitat von Grandylein
Kennt wer die Simpsonsfolge, wo Bart in der Bank auftaucht "was soll das heissen die bank hat keine reserven mehr?! ...100 dollar und dann is s´chluss?!"
Natürlich, und wie ziemlich viel an den Simpsons einfach genial.
 
 
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Squdus
Alt 18.12.2006, 19:57   #6
Standard

Joa, so schaut's wohl aus.
Die Videos hätten wir damals im VWL-Unterricht gebraucht. Ich glaube, dann hätte das auch mal jemand verstanden und die Klausur wäre viel besser ausgefallen.
 
 
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Harmonieman
Alt 02.01.2007, 16:36   #7
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omg. echt genial!
 
 
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IsoO
Alt 02.01.2007, 17:11   #8
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irgendwie habe ich selbst bei aktivem zuhören und -sehen den faden verloren.
irgendwie wills nicht in meinen kopp, ka wieso
 
 
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Cassandra
Alt 04.01.2007, 01:46   #9
Standard

Also gut gemacht und halt irgendwie lustig
 
 
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sailor
Alt 04.01.2007, 03:37   #10
Standard

Das ist wirklich gut gemacht. Vielleicht hättest Du das mal unter einem anderen Oberbegriff reinstellen sollen. Frage doch mal einen der Moderatoren, ob das nicht geht. Wie wärs zum Beispiel mit den erweiternden Zusätzen:
"....funktioniert Geld- Sind wir seine Marionetten?" oder "....Geld - Wer bestimmt wen?"
Ich persönlich frage mich jedenfalls nicht von vornherein wie Geld funktioniert. Aber ich finde das Thema sehr interessant, nachdem ich jetzt durch Zufall darauf gestossen bin.

Vielleicht fragt sich ja auch jemand, wie ein Grossunternehmen, etwa eine Aktiengesellschaft funktioniert? Ich meine in Wahrheit.
Ein Grossunternehmen hat nur ein Ziel: Das Geld der Investoren, bei der Aktiengesellschaft der Anleger, zu vermehren.
Das ist die einzige Verpflichtung und das einzige Ziel eines solchen Unternehmens...
Oder habt ihr Euch noch nie gefragt, warum bei Milliardengewinnen in Euro so viele Leute von Siemens und Co entlassen werden, Vorstände sich mal eben problemlos 30% genehmigen etc. etc. ???
Wenn nun ein solches Unternehmen nur für die Anleger arbeitet, ...wer sind denn die Anleger? Der Durchschnittsbürger, der "brave, gutbürgerliche" Deutsche? Weit gefehlt.

Insgesamt besitzen insgesamt nur etwa 15 Prozent der Deutschen irgendwelche Wertanlagen, ob Fonds oder andere. Und das von weltweit ansässigen Unternehmen, Immobilien etc. Von dem spezifischen Unternehmen hat also in Deutschland kaum jemand Aktien. Die meisten Bürger haben überhaupt keine Aktien und Wertpapiere. Wem dient also dieses beschriebene rigorose Unternehmensverhalten?

Es dient einigen wenigen, die sowieso schon genug Geld haben und deshalb ihr überschüssiges Geld in Wertpapieren anlegen. Denn Aktien sind ja bekannterweise eine spekulative und damit riskante Geldanlageform.
Und es dient auch jenen, die eben damit spekulieren, die also nur daran viel Geld verdienen, daß andere so etwas kaufen. Das sind Banken. Sie beschäftigen die Leute, die in ihrem Auftrag mit Wertpapieren spekulieren.
Dazu einige Impressionen, zunächst eine Photoserie mit "Blendender Aussicht beim Pinkeln":

http://www.stern.de/wirtschaft/unter...%2F569454.html
Dazu der Stern-Artikel:
http://www.stern.de/wirtschaft/immob...en/569454.html
Lest Euch mal durch, was dazu unter den Photos steht. Wer meint, die Sparkasse sei da anders, der schaue sich mal genau Bild 2+9 an. Wie dort erwähnt wird, kosten solche Hochbunker im Schnitt 350 Millionen.

Ja, und ansonsten dient das niemandem. Es hat nur folgende Nachteile: Während es einigen wenigen richtig gut geht werden massenweise Menschen entlassen: Damit lässt sich nämlich wunderbar die Rendite steigern. Menschen kosten Geld. Sie werden so lange ausgenutzt, wie sich mit ihnen genug Geld verdienen lässt, kosten sie "zuviel".....tja, dann werden sie entlassen....
Herr Ackermann hats bei der deutschen Bank repräsentativ vorgemacht, wie es funktioniert, so tun es die allermeisten. Dazu einiges interessantes:

"Kapitalismus Brutal" Stern
http://stern.de/wirtschaft/unternehm....html?nv=ct_cb
"Im Land des Lächelns" Stern
Ein Artikel über Gewinne und die Verhaltensweisen der Grossunternehmen mit einer sehr aussagekräftigen Bilanz der Dax-30-Unternehmen auf Seite 4.
http://www.stern.de/wirtschaft/boers...ns/532697.html
"Wie man Wasser teurer und schlechter macht" Stern
http://www.kaminkehrer.org/downloads...ivatisiert.pdf

Neben der Arbeitslosigkeit und damit der Verstärkung des Gefälles von Arm und Reich als auch sozialer Differenzen hat das noch folgende Folgen, die teilweise nicht so stark (oder nicht mehr so stark) uns Deutsche betreffen oder weniger bekannt sind:

-Umweltverschmutzung, besonders in Ländern wie etwa China und Indien. Bei uns auch, nur nicht mehr so schlimm.
-Ressourcenausbeutung ohne nachhaltige Wirtschaft
-Verseuchung von Trinkwasser und Lebensgrundlagen
-Überteuerung von Lebensmitteln, selbst grundlegendem wie Wasser (siehe obiger Artikel) das zum Handelsgut wird.
-Konzentration der Menschen in Megastädten und Landflucht
-Zunehmende Monopolisierung durch Unternehmenszusammenschlüsse, mit entsprechenden weitreichenden Folgen wie etwa massive Verteuerung. Siehe etwa Giganten wie Nestle oder Energiekonzerne.
-etc. etc.

Warum? Weil so ein Unternehmen im Vergleich das klinische Bild eines Psychopathen aufweist. Mit nur einem Ziel wie gesagt: Das Kapital zu vermehren.
Ich kann Euch dazu nur (wie schon woanders) den Dokumentarfilm "The Corporation" empfehlen. Weil es dort einfach genial dargelegt wird, weshalb das so ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/The_Corporation
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,304353,00.html
http://www.zweitausendeins.de/artike...=0&show=230022

@Oraider: Klär mich mal auf. Mir ist gar kein Logikfehler aufgefallen.

Geändert von sailor (04.01.2007 um 15:01 Uhr).
 
 
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Roter_Drache
Alt 04.01.2007, 10:03   #11
Standard

@sailor: das klingt bei dir alles so anprangert..

was mir aber bleibt ist die Frage: "Und?"

Sowas ist doch hinlänglich bekannt. Sowas gibts seit dem in irgend einer Art und Weise mit Gütern und Kapital gehandelt wird.


Heutzutrage tritt das halt durch die Globalisierung und dem Internet (und dahergehend der Möglichkeit Infos von überall zu bekommen) versträrkt zu Tage, aber was wirklich neues erzählste damit nicht.

Die meisten Bürger haben überhaupt keine Aktien und Wertpapiere. Wem dient also dieses beschriebene rigorose Unternehmensverhalten?
Das ist son Ding von der deutschen Gesellschaft, man setzt halt mehr auf Sicherheit als auf Rendite. Bei ner Aktie biste damit weit gefehlt.

Alternativen stellen natürlich Aktienfonds, Dachfonds und andere Anlagemöglichkeiten dar ((Discount-)zertifikate, Bundesanleihen, Gemischte Fonds usw.), aber die kann man natürlich auch nur nutzen wenn man nicht gezwungen ist täglich sein Geld verfügbar haben zu müssen.

Oder auch mal ein Risiko wagen kann, wobei das bei Aktienfonds nicht soooo hoch ist..
 
 
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missgreenx
Alt 04.01.2007, 13:01   #12
Standard

ist schon irgednwie lustig! Aber im Grunde hat HSMPF recht! Es ist die Realität und statt sich alternative Gedanken zu machen wird das System verarscht und im Grunde lache wir über unserer eigene Doofheit!
 
 
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sailor
Alt 04.01.2007, 13:35   #13
Standard

@sailor: das klingt bei dir alles so anprangert..
Ich frecher Anprangerer....ne ne ne. Aber mal im Ernst: Ich finde man sollte schon mal genauer hinsehen und ein paar Zusammenhänge verstehen. Man läuft in diesem Trott nämlich so mit und versteht oftmals nicht wirklich, was man da tut. Es sind halt nicht irgendwelche "Ausserirdischen", sondern wir selbst mit unserem Egoismus und unserer Gier, die so handeln. Das geht manchmal nur über Fakten, die etwas hart klingen.
Oder auch mal ein Risiko wagen kann, wobei das bei Aktienfonds nicht soooo hoch ist..
Vor allem auch nicht sooooooooo niedrig. Ganz klar eine risikoorientierte Anlageform.
Bist Du Banker?


@Missgreenx

Wir sind in der Tat ziemlich Blöd. Du hast die Wahrheit gesprochen, Missgreenx!
Aber Humor über sich selbst ist der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung. Man muß das ganze nämlich überhaupt erst mal wirklich verstehen, es muss einem sprichwörtlich ein Licht aufgehen...
Ich finde diese Art von Humor sympathisch. Sie schikaniert niemanden, aber hat etwas Gutes.

Geändert von sailor (04.01.2007 um 14:35 Uhr).
 
 
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short_cut_baby
Alt 04.01.2007, 14:41   #14
Standard

*ggg nette Idee
Finde diese Art von Humor ebenfalls "sympathisch"^^ und wo sie recht haben...
 
 
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Roter_Drache
Alt 04.01.2007, 15:03   #15
Standard

wobei man bedenken sollte:
wenn jemand kein Geld hat, was er Anlegen kann, ist er "gezwungen" es bei einer Bank anzulegen. Da ist nichts verwerfliches dran.

Vor allem auch nicht sooooooooo niedrig. Ganz klar eine risikoorientierte Anlageform.
Bist Du Banker?
Naja würde ich nicht so dramatisch sehen.
Aus der Struktur der Aktienfonds ergibt sich, dass die Gelder vom Fonds nur zu geringen Prozentsätzen <5% in Unternehmen angelgt werden. Allein daraus entsteht eine Streuung des Risikos. Daher gehend noch die Zusammensetzung der Unternehmen auf verschiedene Bereiche (Finanzen, Energie, IT...) womit das Risiko sowohl auf verschiedene Unternehmen als auch verschiedene Branchen gestreut wird.

Hast du z.b. T-Aktie damals gekauft und gehalten ist das ein völliges finazielles Desaster. Mit einem Aktienfonds, der z.b. in der u.a. Telekommunikationsbranche investiert, bist du heute garantiert im Plus.

Wobei natürlich Aktienfonds in der hinsicht Risiko reicher sind, weil sie nur in Aktien investieren und damit anfälliger. Da hast du Recht.

Aber wenn das jemand nicht mag,gibts ja wie gesagt noch Gemischte Fonds, die Aktien und Anleihen halten.

Zumindest gilt: Umso höher die Gewinnchancen, umso höher das Risiko.
Allein das schreckt viele ab, obwohls das ja eigentlich nicht muss.

ps. nein bin kein Bänker, aber jeder hat seine Hobbys
 
 
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sailor
Alt 04.01.2007, 15:28   #16
Standard

Besonders scharf finde ich Punkt 1 "Die Vorbereitung" "Vertrauenerweckendes Aussehen und überzeugendes Auftreten sind das A und O.": Die Wandlung vom Monster zum Schlipsträger, alles Augenwischerei... Aber eigentlich ist alles scharf.

@RoterDr
wenn jemand kein Geld hat, was er Anlegen kann, ist er "gezwungen" es bei einer Bank anzulegen. Da ist nichts verwerfliches dran.
Da hast Du was verdreht. Wenn er keins hat, kann er auch keins anlegen.
Ich halte Banken auch nicht für verwerflich. Es ist allerdings etwas verwerfliches an dem, was daraus geworden ist. Und das haben eben die Menschen selbst in der Hand, denn so eine Bank ist ja schliesslich kein denkendes Wesen, sondern wurde von Menschen gegründet und wird von ihnen betrieben. Deren Besitzer haben es in der Hand, was daraus wird. Und auch jeder Angestellte kann seinen Beitrag dazu leisten.
Weil wir es immer so erleben wie es fast immer ist, glauben wir kaum mehr, daß es anders geht. Aber es funktioniert. Dafür gibt es Beispiele. Ein sehr interessantes dazu, auch nicht perfekt, aber ein absolut krasser Gegensatz zu dem sonst erlebten: "Ein Banker für den Frieden"
http://www.stern.de/politik/ausland/...en/578225.html

Bezüglich Risikostreuung und Co: Mein Hobby war das auch mal, so mit Onlinebroking und so. Aber die Betonung liegt auf war. Ganz einfach weil ich eingesehen habe, daß durch die Gier des kleinen und grossen Anlegers das ganze System überhaupt erst so ist, wie es ist. Dadurch wird es belebt. Deshalb handeln diese Unternehmen so: Rendite, Rendite, Rendite ....Raff, Raff, Raff. Denn die Gewinnerwartungen, die Gier der Anleger soll befriedigt werden. Was passiert, wenn die Gewinnerwartungen nicht erfüllt werden? Du wirst es wissen, der Aktienkurs fällt. So pusht sich das ganze System selbst in die Höhe, basierend auf Geldgier. Und die Folgen...sorry, nicht mein Problem.... So ist fast überall das Prinzip.

Ausserdem hast Du sicher schon mal was von einer Weltwirtschaftskrise gehört. Was meinst Du, was mit den meisten Aktien passiert, wenn in China inkl. Hongkong eine Atombombe explodiert oder etwas ähnliches passiert? Wenn der Ölpreis durch absichtliche Manipulation der Förderer, kriegsbedingt oder aus anderen Gründen explodiert und es zu echten Engpässen kommt -die ganze Wirtschaft hängt von diesem Rohstoff ab!!! Was ist mit Kriegen, die direkt (vor Ort!) die USA betreffen? Immerhin arbeiten sie mit allen Mitteln darauf hin, schaffen sich Feinde ohne Ende.
Das sind nur Theorien, von denen ich nicht hoffe, daß sie eintreffen, aber ich halte es nicht für abwegig, daß diverse Faktoren die Du noch gar nicht abschätzen kannst, den Wert Deiner Aktien langfristig gegen Null befördern können. Aber es reicht ja schon, wenn sie deutlich unter den Einkaufswert fallen.

Geändert von sailor (04.01.2007 um 22:16 Uhr).
 
 
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tragic hero
Alt 06.01.2007, 18:41   #17
Standard

Die Frage die sich mir nach dem Video gestellt hat, ist ganz klar, wo sind die Alternativen. Und in wie weit sind diese Alternativen umsetzbar.
Imho hat die entwickelte Welt nun mal ihren Wohlstand aus diesem Mechanismus generiert. Und für jeden einzelnen bietet das derzeitige System die Illusion eines Tages auch reich werden zu können.
Dementsprechend gibt es für viele kaum Motivation etwas zu ändern, selbst wenn sie die negativen Seiten kennen.


Weil hier gerade das Thema Börse zur Sprache gekommen ist, und ich noch nie verstanden habe wie eine Börse funktioniert, frag ich jetzt einfach mal.
Wie kommen eigentlich Aktienkurse zustande? Imho hat das doch weniger mit "harten" Fakten(Umsatz, Gewinn,...) als mit der Gerüchteküche und massenpsychologischen Phänomenen zu tun, oder? Ich geb zu ich beschäftige mich kaum mit dem Thema, aber imho Unterscheidet sich doch eine Börse nur wenig von einem Casino.
 
 
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sailor
Alt 06.01.2007, 22:00   #18
Standard

Im Prinzip ist es so, daß "Dein" Unternehmen bewertet wird, und Du dann diesen Wert durch eine bestimmte Anzahl von Wertgutscheinen (Aktien) zu einem bestimmten Verkaufspreis anbietest. Oft nur einen Teil des Gesamtwertes, damit Geld reinkommt für neue Investitionen.

Sobald Dein Börsengang bekannt ist, beginnen Deine Wertgutscheine
-definiert durch Angebot und Nachfrage- (also die Anzahl der angebotenen Aktien im Verhältnis zu den Aktienkaufaufträgen) im Wert zu steigen oder zu sinken. Und -da hast Du vollkommen recht- diese Nachfrage ist mehr psychologischer Natur und hat weniger mit harten Fakten zu tun.
Das was dann nämlich häufig entsteht -gerade bei spekulativen, also unklaren und euphorischen Werten- wenn viele ganz "Geil aufs Kaufen" sind, ist eine Art Seifenblase, ein künstliches Wertgebilde, daß dann -durch manchmal nur eine schlechte Meldung- zu platzen droht.

Danach richtet sich der an der Börse notierte Wert nach dem Verhältnis der Kauf- und Verkaufsaufträge. Auch hier geht es wieder vielfach vornehmlich um die psychologische Seite, obwohl es auch Unternehmen gibt (wenn die z.B. soliden Maschinenbau mit rel. kontinuierlichen niedrigeren Gewinnen betreiben u.s.w.) wo weniger Spekulation drum getrieben wird, man solide Rechnungen aufstellt (auf Basis von Kurs, Umsatz und Gewinn) und die Kurse dementsprechend rel. stabil sind. Aber man muß wissen: Sobald irgendwas passiert im Vorstand, irgendwelche neuen Unternehmensstrategien etc. oder das auch nur behauptet wird, dann hat das massiven Einfluß auf die Kurse. So ein Unternehmen kann auch mal Pleite gehen, und die Kurse fallen massiv. Meistens ist es nicht so schlimm und es beruhigt sich wieder. Alle Kurse beinhalten jedoch bestimmt Erwartungen, die die Aktionäre an die Unternehmen haben, deshalb liegen die Kurse schnell beim Vielfachen des Kurs-Gewinn-Verhältnisses.
Eine wichtige Funktion bei dieser vornehmlich psychologischen Sache haben die sogenannten "Analysten", von irgendwelchen Banken, Fonds ; Börsenzeitungen etc.. Wenn die irgendwas erzählen wie "toll" irgendein Unternehmen ist (und das dann mehrere oder "besondere" tun) dann hat das massiven Einfluß auf die Kurse. Dabei ist das durchaus mal nicht die Wahrheit, aber danach geht es nicht. Es geht danach, was die Leute glauben.

Dann gibt es eine Menge Spekulanten, die zusätzlich damit gewaltige Gewinne (oder Verluste) machen, daß sie darauf setzen, daß Deine Aktie bis zu einem bestimmten Termin steigt oder fällt. Oder sie beeinflussen mit ihren impulsartigen Kauf- Verkaufsaufträgen erheblich die Kurse kleinerer Werte, um dann wiederum davon zu profitieren.
Wenn Du Macht hast (viele Aktien von einem Unternehmen besitzt oder verwaltest, z.B. im Fond) und gezielt Gerüchte streust, dann kannst Du die Leute irgendwas falsches glauben lassen (z.B. daß der Vorstand abdankt etc.) und gleichzeitig einen grossen Teil Deiner Aktien schnell verkaufen. Dann bricht der Kurs ein und in der Folge verkaufen ganz viele vor lauter Angst ihre Aktien, bei vielen geht das ab bestimmten Kursen automatisch, und der Kurs fällt ins Bodenlose.
Da Du ja weißt, daß das alles Fiktion ist, kaufst Du dann ganz viele Aktien zum Spottpreis ein. Wenn die Leute merken, daß es vorgetäuscht war, kaufen sie wieder Aktien, der Kurs steigt und Du bist stinkreich.
Das ist nur ein Beispiel. Man kann den ganzen Laden auf verschiedene Weise manipulieren. Da ich nur Laie bin, weiß ich ganz sicher nur wenig von den Möglichkeiten diesbezüglich.

Immer wenn Du real Gewinn machst, machen andere Verluste, umgekehrt genauso. Das Geld gewinnst oder verlierst Du aber natürlich erst dann tatsächlich, wenn Du Deine Aktien auch verkauft hast.
Vielen bleibt in bestimmten Situationen aber nichts anderes übrig, gerade Kleinanleger machen da viele Fehler, nehmen dafür Kredite auf u.s.w.
Viele haben sich da schon übel verschuldet.

...bietet das derzeitige System die Illusion eines Tages auch reich werden zu können.Dementsprechend gibt es für viele kaum Motivation etwas zu ändern, selbst wenn sie die negativen Seiten kennen.
So ist es. Auch bezogen auf die Wirtschaft. Das ganze Wirtschaftssystem ist auf dem Prinzip Egoismus aufgebaut. Wenn ich weiß daß die Leute Fleisch haben wollen, dann produziere ich Fleisch, um damit Geld zu machen. Nicht weil ich meinen Lebensunterhalt verdienen will und den Leuten gleichfalls etwas Gutes tun will (das wäre ja ebenfalls möglich) sondern leider im Regelfall nur deshalb, weil ich Geld machen will.

Richtig schlimm geworden ist das in der Industrialisierung. Vorher hat jeder im kleinen Stil produziert. Nun produziert Herr X Fleisch, obwohl er selbst womöglich nie Tiere getötet hat und möglicherweise kaum seine Angestellten kennt. Er hat keinen wirklichen Bezug zu all dem, nur zu seinem Geld, dazu hat er Bezug. Was tut er also?
Er "maximiert" seinen Gewinn, streicht wo er nur kann, besonders beim Personal, kauft Maschinen, produziert noch mehr, noch schneller, noch mehr, noch schneller u.s.w.. Dabei schielt er immer auf die anderen, die ja auch schneller werden und günstiger. Also muß er noch schneller und günstiger werden.
Was kommt am Ende dabei heraus?
Ein lebendiges Tier, grossgezogen, ernährt, geschlachtet, verpackt, kostet beim Aldi 1,98 Eur, ein ganzes Brathähnchen. Wie ist es möglich, daß so ein Lebewesen 1,98 Euro kostet?
Aldi macht ja noch ordentlich Gewinn dabei! Und der Schlachtbetrieb! Und die Zulieferer! Die Tiere bleiben dabei auf der Strecke, daß ist doch klar, wie es klarer nicht geht, oder?

Und letztlich bleiben auch die Menschen auf der Strecke -denn die dürfen dann nämlich Gammelfleisch essen. Das sind keine Einzelfälle mehr -der Preis macht´s. Die Gier und der Geiz des "kleinen Mannes", des Konsumenten bestimmt über die Preise und die Qualität und über das Futter und die Haltungsbedingungen für die Tiere. Für ein Bioland-Hähnchen zahlen wir jetzt etwa 10 Euro. Da wir nicht Krösus sind, essen wir weniger Fleisch. Etwas seltener und vor allem weniger. Es stört uns aber nicht, weil wir sowieso zuviel Fleisch gegessen haben. 10 Euro sind ein realer Preis für ein solches Lebewesen, das ja noch verarbeitet werden muß etc.. Damit besteht nicht zwangsläufig die Garantie, aber eindeutig die Möglichkeit zu einer tierfreundlichen, natürlichen, letzlich auch menschenfreundlichen Aufzucht und Verarbeitung.

Mein Tipp: "Unser täglich Brot" Kinostart am 18. Januar 2007, also in 12 Tagen. http://www.film.de/moviecontent.php/id/14706/ oder die DVD "We feed the world" http://www.we-feed-the-world.at/film.htm Beispielsweise.

So ist es beim Geld, so ist es bei den Aktien, so ist es bei den Produkten selbst. Es läuft immer wieder auf eines zurück: Unsere Gier, unseren Geiz, unsere Selbstsucht.
Das ist der eigentliche Ursprung all unserer Probleme.
Was Alternativen betrifft, so habe ich Dir mit dem Bankbeispiel in #16 eine Möglichkeit aufgezeigt. Aber unser gesunder Menschenverstand sagt uns doch auch, wo die Probleme liegen. Jeder kann doch für sich selbst gezielt daran arbeiten, sich eben genau so nicht zu verhalten. Genau das nicht zu unterstützen. Für mich lag eine dieser Möglichkeiten damals im Verkauf der Aktien.

Geändert von sailor (06.01.2007 um 22:36 Uhr).
 
 
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