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Friedensnobelpreis für Al Gore und die IPCC

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Alt 13.10.2007, 12:39   #1
Standard Friedensnobelpreis für Al Gore und die IPCC

Yoink,

es hat mich ja irgendwie gewundert, dass niemand sofort einen Thread aufgemacht hat um seinen Senf darüber abzulassen, was sich das norwegische Nobelpreiskomitee dabei gedacht hat, den Preis an Al Gore und die IPCC zu vergeben.

Ich finds okay, denn somit bleibt das Thema "Klimawandel/Klimaschutz" auch weiterhin aktuell und lässt sich nicht unter den Teppich kehren. Klar, natürlich kann man auch sagen, "das haben doch schon andere Jahre vorher propagiert", nur durch ihn und die IPCC wurde das quasi wirklich "populär" und Leute fangen an, die Notsituation wirklich zu begreifen und gar darüber zu diskutieren, auch wenn man noch nicht auf Anhieb irgendwas davon merkt.

Es wird wohl unweigerlich dazu kommen, dass es in den nächsten Jahren, nur noch Kriege um Territorien geben wird, die reich an wichtigen Ressourcen sind und keine Anzeichen von Zerstörung durch die Umwelt aufzeigen. Da wird es doch um so wichtiger, die aufkeimende Katastrophe abzuwenden und um zu denken.

Ja, alles natürlich vielleicht ein bisschen weit hergeholt, aber als kompletten Unsinn würde ich es hinstellen. Die Lage ist bedrohlicher als manch einer glauben mag.

Und was haltet ihr davon? :>
 
 
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Reh
Alt 13.10.2007, 14:48   #2
Standard

Es ist ein gutes Signal.
Wenn auch zu spät.
 
 
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asdf
Alt 13.10.2007, 21:47   #3
Standard

Also die Hauptsache war ja nun erstmal, dass Helmut Kohl nicht gewinnt.. *g*
Aber auch gewisse Rockstars müssten m.E. nicht unbedingt derartige Preise bekommen, auch wenn sie teilweise schon enormes Engagement für gute Sachen zeigen.

Ansonsten gibt es da für mich auch nichtmehr so sonderlich viel zu sagen, das nicht schon gesagt wurde.
Im allgemeinen "Hype" um den Klimaschutz im letzten Jahr, zu dem Al Gore und die Wissenschaftler natürlich gerechtfertigterweise auch ziemlich beitrugen, eine nachvollziehbare Entscheidung und ein richtiges Signal.

Was ich so bei kurzem Überfliegen der Kandidatenliste noch ernsthaft in Betracht gezogen hätte, wäre diese chinesische Menschenrechtsaktivistin (deren Namen ich natürlich schonwieder vergessen hab, hmpf) gewesen. Gerade mit Blick auf die olympischen Spiele in Peking nextes Jahr.
 
 
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Manni
Alt 14.10.2007, 15:29   #4
Standard

Friedensnobelpreis?
Was hat es denn mit Frieden zu tun, wenn jemand darauf aufmerksam macht, dass wir uns besser um unsere Umwelt kümmen sollten?
 
 
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Alt 14.10.2007, 23:08   #5
Standard

Zitat von Manni
Friedensnobelpreis?
Was hat es denn mit Frieden zu tun, wenn jemand darauf aufmerksam macht, dass wir uns besser um unsere Umwelt kümmen sollten?
Berechtigte Frage. Nunja, was glaubst du, was mit der Welt passieren wird, wenn bestimmte Territorien und Gebiete unbewohnbar werden, durch zunehmende Umweltverschmutzung, mangelnde Wasserversorgung oder gar Überschwemmung durch einen Anstieg des Meeresspiegels? Menschen bzw. Staaten, die dort beheimatet sind, werden sich wohl unweigerlich neue Gebiete erschliessen wollen, ergo wird es eventuell zu Kriegen führen. Natürlich, es ist reine Theorie, dass das zu kriegerischen Akten führen könnte, doch es ist um so wichtiger, dass darauf aufmerksam gemacht wird. Lieber heute, als morgen, da der Prozess und die globale Erwärmung eindeutig schneller voranschreitet, als manch einem vielleicht bewusst ist.
 
 
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Alt 15.10.2007, 17:15   #6
Standard

Zitat von Manni
Friedensnobelpreis?
Was hat es denn mit Frieden zu tun, wenn jemand darauf aufmerksam macht, dass wir uns besser um unsere Umwelt kümmen sollten?
Vlt auch einfach nur weil es keinen Umweltnobelpreis gibt?

b2t: Also Umweltschutz is ja schön und gut und der große Fan davon bin ich ja nun auch nicht aber ich finde es hätten andere ihn mehr verdient als Al Gore.
Denn wie gesagt mit Frieden hat das nix zu tun und da hätten die chinesische Menschenrechtlerin Kadeer, der finnische Ex-Präsident Ahtisaari oder sogar Kohl ihn meiner Meinung nach eher verdient. Kohl wäre immerhin der zweite Träger aus der BRD nach Willy Brandt gewesen was ja auch nicht schlecht gewesen wäre.
Aber um ganz ehrlich zu sein ich denke auch das wir hier nicht das Recht haben die Entscheidung des Komitees anzuzweifeln. Ich glaube das die Herren da schon genau abwägen und evtl Faktoren ins Spiel bringen die wir nicht kennen.
Also gz Al Gore und hau die 1,1 Mille nicht gleich aufn Kopp.
 
 
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goarilla
Alt 24.10.2007, 10:40   #7
Standard

Es lässt sich nicht viel dagegen sagen das Al Gore den Friedensnobelpreis 2007 bekommt, denn schließlich hat ihn auch der Terrorist Jassir Arafat bekommen. Der Preis hat schon lange seine Unschuld und damit seine Bedeutung und Aussagekraft verloren.
Ich schließe mich ausserdem der Frage an, wo denn die Tätigkeit Gores ganz direkt die Verbreitung des Frieden fördert. Sicherlich kann man sich eine solche Rechtfertigung auf (in einem anderen Beitrag gezeigte) Weise herleiten, aber mit nicht mehr Aufwand ließe sich dann auch ein Nobelpreis für z.Bsp. Wirtschaftswissenschaften für Gore rechtfertigen.

Nicht gelten lassen möchte ich auch die ewige und ultimative Rechtfertigung, dass es ja schließlich einer guten Sache dient, die Regeln mal etwas zu beugen, ein Auge zuzukneifen oder zu übertreiben. Das ist ein gefährlicher, populistischer Weg, der alle Glaubwürdigkeit zunichte macht. Einer ruinierten Glaubwürdigkeit ist es egal, ob sie durch Dummheit, Absicht, Boshaftigkeit, Gleichgültigkeit oder im Dienste einer "guten Sache" daran glauben musste - kaputt ist kaputt und der eventuell mitgenommene Publicity-Profit ist ein sehr kurzlebiger.
Warum bekommt eigentlich das IPCC zusammen mit Gore den Friedensnobelpreis? Warum bekommt eine UN-Einrichtung den Preis, die eigentlich nur dafür da ist, Fakten nach guter naturwissenschaftlicher Praxis zusammenzutragen und zu liefern? Diese Einrichtung darf so einen Preis eigentlich gar nicht bekommen, da dies schlichtweg bedeutet, dass sie ihren Job nicht, bzw. in einer Weise gemacht hat, die nicht ihrem Auftrag entspricht.
"Schuster, bleib bei Deinen Leisten" - es muss mit großem Misstrauen aufgenommen werden, wenn Naturwissenschaftler versuchen Politik zu machen, während Politiker sich umgekehrt an der Naturwissenschaft versuchen. Man rufe sich die Szene in Erinnerung als Herr Pachauri, der Vorsitzende des IPCC, vor der Presse verlauten ließ (sinngemäß), er hätte kein Problem damit, wenn im Namen der guten Sache (Bewusstseinsschaffung bei den Menschen) etwas ausgemalt und übertrieben würde. Sich so etwas vom Vorsitzenden eines wissenschaftlichen Beratungsgremiums anhören zu müssen ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden ,der etwas auf die "gute naturwissenschaftliche Praxis" hält - sei er nun "Gläubiger" oder "Skeptiker" im Bezug auf den Klimawandel. Wenn ich mir vorstelle, dass ich als kleiner Forscher einen Kopf kürzer gemacht werde, wenn ich in einer Veröffentlichung die Wörter "schön" und "wunderbar" oder etwas ähnlich nach Emotion Riechendes benutze, dreht sich mir bei einer Aussage wie der des "Chefwissenschaftlers" Pachauri der Magen um.

Derzeit versuchen viele Beteiligte (darunter Gore) sich im Dienste der guten Sache im Rufen von Zeter und Mordio gegenseitig zu übertreffen und nehmen dabei in Kauf, dass den Fakten und Unsicherheiten nicht zu genau Rechnung getragen wird. Kurzfristig mag das Erfolg und Resonanz bringen, mittel- und langfristig aber sehe ich die Reizschwelle beim Publikum sich immer weiter nach oben versetzen, so dass dann die Reaktion umso lethargischer kommt, wenn es wirklich mal akuten Grund gibt "Feuer! Feuer!" zu rufen. Wenn die Reaktion denn dann auch kommt, denn nicht oder mit viel geringer Intensität als vorhergesagt eintretende Geschehnisse führen zu Gleichgültigkeit bei den Menschen und zum Vertrauen darauf, dass es "wieder mal halb so schlimm wird, wie immer".
Also, ich will keine Populisten sondern klare Fakten und Vernünftige Einschätzungen ... und endlich mal wieder eine sachliche, neutrale Tagesschau (aber das ist eine andere Geschichte).

Nix da, der Friedensnobelpreis hätte in diesem Jahr an anderer Stelle viel direkter viel Gutes für den Frieden tun können (wenn man ihm denn einen Rest an Wirkkraft zugesteht), aber diese Chance wurde vertan.

Hier noch passender Cartoon zum Thema:
http://www.oekologismus.de/index.php.../23/cartoon-2/

Beste Grüße
goarilla
 
 
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