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26.01.2006, 20:29
# 9 also erstmal finde ich es sehr schade, dass die hälfte der leute hier erst garnicht auf meine fragen antwortet. zweitens verstehe ich nicht, warum immer mit dem finger auf den kommunismus gezeigt wird, sobald irgendwer kapitalismus kritisiert. ist man also in euren augen gleich fan von leninismus/maoismus, wenn man feststellt, dass einige sachen nicht stimmen?
wir sitzen alle im selben boot, das steht außer frage, aber leute wie krashok argumentieren in folgende richtung: "der kapitalismus hat das boot gebaut, also sei mal zufrieden" und stellen sich auf die löcher im boot, um sie zu verstecken. oder sie weisen darauf hin, dass andere auch löcher in ihren booten haben. sorry, aber mir gehts persönlich eher darum, die löcher zu stopfen und denen, die sie bohren, die bohrer wegzunehmen.
mit dem finger darauf zeigen, dass bei anderen die kacke auch stinkt und so zu tun, als sei alles garnicht so schlimm, löst keine probleme. Zitat:
Zitat von FrozenSmile [FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica]was ist mit der immer mehr zur aggressiven und eiskalten ellenbogengessellschaft mutierenden menschheit in westlichen staaten? [/FONT]
[FONT=Arial] was'n das für ne frage ? auf was für eine antwort soll das zielen.. die trinken alle cola und gucken abends pay tv  [/FONT] [FONT=Arial]
ich dachte eigentlich mehr daran, dass es heute in deutschland schwierig wird, einfach mal spontan mit jemandem, den man nicht kennt, ins gespräch zu kommen. beispiel bushaltestelle etc. und darauf, dass hilfe seltener wird, wenn sich der helfer nicht gleichzeitig irgendeine art von profit vorstellen kann. das mag aber etwas sein, dass einem nur auffällt, wenn man eine zeit lang in einem anderen kulturkeis gelebt hat und deswegen einen vergleich hat. mag sein.
dann ellenbogengesellschaft allein schon auf grund des leistungsprinzips, mit dem wir von allen seiten vollgedroschen werden, was definitiv das ergebnis kapitalistischer denkweise ist. der mensch wird mehr und mehr zum konsumenten degradiert. es gibt genug clevere leute, die ganze bücher über sowas geschrieben haben und das auch belegen. deswegen spar ich es mir, diese arguementation hier groß auszuführen, kann jeder von euch selbst nachlesen. [/FONT] [FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] Zitat:
was ist mit der durchdringung selbst intimster lebensbereiche durch leistungsprinzip und marktwirtschaftliche prinzipien?
[FONT=Trebuchet MS]du solltest dir vielleicht mal die marktwirtschaftlichen prinzipien genau ansehen bevor du solche fragen formulierst 
[/FONT][/FONT] [FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] [FONT=Trebuchet MS]
warum? basiert die freie marktwirtschaft nicht darauf, dass sie nur funktioniert, wenn jeder versucht, seine eigenen vorteile so weit wie möglich auszubaue, sprich profitmaximierung? und warum das selbst intimste lebensbereiche durchdringt...
leistungsprinzip durchdringt intime lebensbereiche zum beispiel in sofern, als dass es in kapitalistischen systemen mehr kaputte familien gibt, als in irgendeinem anderen politischen system. und marktwirtschaftliche prinzipen durchtränken das privatleben z.b. in sofern, als dass selbst kleinkinder mit werbung vollgestopft werden und indoktriniert bekommen, dass es ihnen besser gehen wird, wenn sie nur bestimmte sachen kaufen. [/FONT][/FONT] [FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica]
Zitat:
was ist mit der immer größer werdenden schere zwischen arm und reich, sowohl in den industriestaaten, aber noch mehr zwischen 1. , 2. und 3. welt.
ja der böse kapitalismus... zum glück geht es nordkorea und kuba mit dem kommunismus da viel besser  [/FONT] [FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica]
Ach ja, die anderen sind doch auch nicht besser, also lass uns mit dem Finger auf sie zeigen und uns zurücklehnen.! Recht haste, aber ist das n Grund, nicht mehr an den eigenen Fehlern zu arbeiten? Im Übrigen könnte man hier auch argumentieren, dass sowohl nordkorea als auch kuba ins weltweite kapitalisitsche wirtschaftssystem eingebunden sind, was schon theoretisch kommunismus unmöglich macht. mal abgesehen davon dass in keinem der länder derzeit sozialismus im klassischen sinne betrieben wird. [/FONT][FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] [FONT=Trebuchet MS] [/FONT][/FONT] [FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] Zitat:
was ist mit der immer menschenfeindlichen millieu in westlichen industriestaaten?
[FONT=Trebuchet MS]was ist mit menschenfeindlichen milleu in kommunistischen ländern.. wieder so eine blödsinnige frage die nix mit kapitalismus zu tun hat 
[/FONT][/FONT] [FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] [FONT=Trebuchet MS]
oh doch, das hat sie.
[/FONT][/FONT][FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] der mensch wird immer mehr zu unnatürlicher lebensweise gezwungen. zur kompensierung suggeriert die werbung schnell ersatzbedürfnisse, welche durch ersatzbefriedigungen für teures geld oberflächlich ersetzt werden. doch im inneren wird der mensch immer kränker, immer perverser, des menschsein immer entfremdeter, immer süchtiger nach noch stärkerem ersatz für die verlorene, zerstörte lebensqualität.
übrig bleibt der konsumsklave, dessen hirn durch die allmächtigen medien, die instrumente der kapitalistischen monopole, gesteuert wird, eine glückliche existenz vorgegaukelt bekommt und immer neue, tolle, sinnlosere, billigere erzeugnisse industrieller massenproduktion als alleinseligmachend und erstrebenswertes lebensziel vorgesetzt bekommt. individualität? eine leere worthülse für kapitalistische ausbeutung und mechanisierung des menschseins![/FONT]
[FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] [FONT=Trebuchet MS]zwar gab es landschaftliche verschandelung auch und besonders im sozialismus, mit dem hier ja so gerne verglichen wird, aber wie gesagt: zu sagen, dass das haus des anderen auch brennt, löscht das feuer nicht.
aber guck dir mal unsere entartete umwelt an. "renaturierung". das ergebnis kennen wir alle. künstlich wirkende kulturlandschaften, die dann als erholungsgebiete verkauft werden. nach möglichkeit muss zum besuchen der selbigen auch noch, in kapitalistischer manier, eintritt zahlen. menschenfeindliches millieu meint auch großstädte - mit allem, was dazu gehört. mord, vergewaltigungen, etc.
ja, mord und vergewaltigungen gabs schon, solange es menschen gibt, aber jedes jahr aufs neue veröffentlicht die bundesregierung entsprechende zahlen - auch hier wieder etwas, was jeder von euch selbst nachlesen kann - sie steigen stetig. verglichen mit der anzahl von morden und besonders triebverbrechen, die wir haben, kann sich jeder überzeugte kommunist zurücklehnen und grinsen. dann gibts da noch diese neue statistik, nach der jeder 3. us-amerikaner inzwischen zum psychologen geht. das hat nix damit zu tun, dass unsere umwelt menschenfeindlich ist? ist das ein evolutionäre prozess? ich hätte gerne einen erklärungsansatz. [/FONT][/FONT] [FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] Zitat:
was ist mit den morden westlicher regierungen an zivilbevölkerungen anderer kulturkreise?
[FONT=Trebuchet MS] was ist mit der ermordung kommunistischer regierungen an der zivilbevölkerung ?
[/FONT][/FONT] [FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] [FONT=Trebuchet MS]
Man bekommt den Eindruck, du habest weder gescheite Argumente, noch auch nur den Hauch eines Verbesserungsvorschlages. Bestärkt mein Klischee vom begrenzten Horizont manch eines überzeugten Kapitalisten.
Kapitalismus hat GESCHITLICH gesehen die meisten, längsten und opferreichsten Kriege ausgetragen. Natürlich kann man dem entgegenstellen, dass Stalin Millionen Menschen anderer ethnien ermorden ließ, aber hier sind wir wieder bei dem "die anderen haben auch Löcher im Boot". Ich sehe grundsätzlich den Unterschied schon darin, dass in Kapitalistischen Systemen Kriege zumeist von einer DEMOKRATIE ausgehen, also nach demokratischer Argumentation, die Macht vom Volke ausgeht - während es in den meisten anderen Systemen eine Hand voll Leuten ist. Das ändert in meinen Augen auch etwas - naja.
Ich frage nach, wie Kapitalismus diese Probleme zu lösen gedenkt. Dass sie existieren und dass kapitalistische Staaten Offensivkriege führen UND Zivilisten anderer Kulturkreise ermorden, kann schwer bestritten werden. Geht das nicht gegen die Prinzipien, die angeblich unser omnipotentes, nicht kritikfähiges System ausmachen?
Wie gedenkt Kapitalismus in Zukunft, so etwas zu verhindern? Wie gedenkt Kapitalismus, in Zukunft Kriege zwischen Nationen und Ethnien generell friendlich zu lösen und Eskalationen zu vermeiden? Lösungsansätze bitte.
Ich denke so:
Kapitalismus hat sich weltweit durchgesetzt und bestimmt unsere Weltwirtschaftsordnung ebenso wie die politische Weltordnung zum mehr als überwiegenden Maß. Also muss dieses System doch auch fähig sein, aktuelle Probleme zu lösen, oder? und ich will wissen, wie das gemacht werden soll. [/FONT][/FONT] [FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] Zitat:
was ist mit dem immer katastrophalerem ökologischen zustand der welt?
wieder eine frage die absolut nichts mit kapitalismus zu tun hat.. [/FONT] [FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica]
und ob! auch hier werden die überzeugten kapitalisten wieder darauf hinweisen, dass umweltschützer in der sovjetunion sogar gefängnis drohte und im rhein inzwischen sogar wieder fische schwimmen...
dennoch - der ökologische zustand der welt verschlechtert sich im zuge des kapitalismus und der damit einhergehenden globalisierung (warum die ein kapitalistisches phänomen ist, kann ich auf anfrage auch gerne näher erläutern) auf jeden fall drastischer, als er das bisher in der menschheitsgeschichte getan hat. [/FONT][FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] [FONT=Trebuchet MS]in 50 jahren steht in brasilien kein einziger baum mehr, wenn die so weitermachen.
wäre das auch der fall gewesen, wenn die nicht die mcdonalds rinder da stationieren würden und gutes geld damit machen könnten, ihre edelhölzer an die europäische möbelindustrie zu verschachern?
in 50 jahren wird der rhein ausgetrocknet, in 100 jahren vermutlich holland überflutet sein. in 14 jahren wird laut wissenschaft der letzte antibiotikastamm "verbraucht" sein, weil wir unsere schweine und rinder im zuge kapitalistischer gewinnmaximierung mit dem zeug vollstopfen, es dann durchs fleisch selber fressen und eine art immunität aufbauen. sprich: antibiotika wirken nicht mehr. in 14-15 jahren.
wusstet ihr, dass man schweinen inzwischen weitere rippenbogen züchtet, damit es mehr rippchen gibt? das führt zu anatomisch beschissener haltung, den tieren bricht die bauchdecke, der bauch schleift auf dem boden, entzündet sich....
also lieber direkt antibiotika.
meine frage ist ja auch nicht, wer auf den boden geschissen hat, sondern wie die scheiße wieder weggemacht werden soll. was gedenkt kapitalismus gegen die oben genannten fakten zu tun? kapitalismus muss die lösung bieten, oder nicht? sag mir, wer dann die lösung bieten soll? die zeugen jehovas? lösungsansätze, bitte. [/FONT][/FONT] [FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] Zitat:
was ist mit den ursachen für religiösen fundamentalismus, welchen der westen durch seinen aggressiven kulturimperialismus in fremden kulturkreisen erzeugt?
das hat nix mit kapitalismus sondern mit außenpolitik zu tun.. ich erinnere nur mal an russland > afghanistan [/FONT] [FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica]
komisch nur, dass die fundamentalisten selber gegen den aggressiven kulturimperialismus wettern und ihn als hauptbegründung ihres denkens sehen.
kann man doch alles nachlesen. selbst die BPB bestätigt dir das. lesen muss man können, das ist das hauptproblem in diesem lande.
also - erklärungsansätze, bitte. [/FONT] [FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] Zitat:
was ist mit immer wiederkehrenden kriegen, welche aus einer kombination aus überlebten nationaldenken, imperialismus und hegemonialstreben und ungleichmäßiger ressourcenverteilung resultiert?
[FONT=Trebuchet MS]wieder etwas was absolut gar nichts mit kapitalismus zu tun hat ..langsam wirds langweilig
[/FONT][/FONT] [FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] [FONT=Trebuchet MS]
also erst einmal studiere ich friedens- und konfliktforschung. wenn du dich mit dem feld ein bisschen befasst hättest, wüsstest du, dass 80% aller konflikte unseres jahrhunderts ressourcenkonflikte sein werden. wasser, öl, nahrungsmittel.
der pauschalspruch "blut für öl" ist nicht so verfehlt. tja und wir jagen nach wie vor millionen liter trinkwasser täglich durch unsere klospülungen und schmeißen millionen tonnen tomaten (italien) auf den müll, um den marktpreis stabil zu halten. und sorry, aber dass staaten wie die usa imperialistisch sind, ist nun wirklich keine neuartige erkenntnis, sondern ne weisheit, der du inzwischen sogar auf der straße begegnen kannst. das führ ich echt nicht näher aus.
kapitalismus, besonders in seiner jetzigen, imperialistischen form, braucht krieg, krieg ist lebensnotwendig. auch das führ ich nicht näher aus, weil ich da eh keine zustimmung zu brauche für meine argumentation.
die frage, die ich gestellt habe, zielt darauf ab, wie kapitalismus diese probleme in zukunft lösen will? im übrigen hat allein die USA mehr kriege geführt als ALLE sozialistischen staaten der weltgeschichte ZUSAMMEN. kann man auch nachlesen, reicht ein aktuelles geschichtsbuch.
[/FONT][/FONT][FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] [/FONT][FONT=trebuchet ms, tahoma,verdana,arial,helvetica] [FONT=Trebuchet MS]
ach ja. ich will weder kapitalismus noch sozialismus noch anarchie. ich möchte ein politisches und wirtschaftliches system, in dem der mensch im vordergrundsteht und jeder, egal wo er geboren wird, ähnliche oder besser noch gleiche chancen hat.
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