Lupuz.de: Artikel-Portal / Magazin

Zurück   Postpla.net - die Forum Community > Postplanet Talk > Politik und Gesellschaft

Wieso erinnert mich das an 1933?

Anzeigen:

Thema geschlossen
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen
outfreyn
Alt 16.10.2004, 01:42   #1
Standard Wieso erinnert mich das an 1933?

Aus dem Heise Forum:

Auf dem Weg zur Diktatur sind üblicherweise folgende Schritte zu
machen (die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit):

- Ein Klima der Angst vor ominösen Gefahren erzeugen, um das Volk
aufnahmefähig für "Maßnahmen" zu machen

- Den Nationalismus anheizen: unsere Nation ist bedroht; die
angeblichen Feinde sind üblicher Weise irgendeine identifizierbare
und somit denunzierbare Gruppe (Bärte, Käppis, besondere Namen wie
Goldstein oder Mohamed). Das Besondere der eigenen Nationalität
herauskehren bei gleichzeitiger Herabsetzung des deklarierten Feindes
(Schily in Israel: "der Terrorismus bedroht _zivilisierte_
Gesellschaften") z.T. unter Verwendung eines religiösen
Fundametalismus ("God's own country", "Krieg gegen Ungläubige").

- Desinformation, Propaganda und Hetze: ein langer Weg mittels
subtiler Manipulation. Der zu bekämpfende Feind rückt in den
Blickpunkt der Berichterstattung. Wann immer ein dem Feind
zuzurechnender Bürger negativ auffällt, wird bei der Erwähnung dessen
beiläufig seine Zugehörigkeit zur zu diskriminierenden Gruppe
erwähnt. Dies wird so lange betrieben, bis für die Bürger jene
induzierten Assoziationen des Feindes mit negativen Merkmalen zur
Gewissheit wird. Nachdem dies erreicht ist, kann die zunächst subtile
Propaganda in offene Hetze übergehen.

- Abschaffung der Rechtsstaatlichkeit: in Anbetracht der -
fantasierten - Gefahr müssen zum Schutze des Staates und der Nation
jene Gesetze abgeschafft oder aufgeweicht werden, die eigentlich dem
Schutze des Bürgers vor dem Staat dienen. Dies wird dadurch erreicht,
dass solche Gesetze dargestellt werden als dienen sie lediglich dem
Schutz des (eingebildeten) Feindes und nicht etwa der Bürger.

- Totalitarismus einführen: die Bekämpfung des Feindes, der ja
angeblich die Nation bedroht, wird über alles Andere erhoben. Es ist
im Sinne der Staatsräson, grundlegende Werte wie Menschlichkeit,
Menschenwürde und gerechte Behandlung für den Feind - und im
fortgeschrittenen Stadium für all diejenigen, die als seine "Freunde"
denunziert werden - abzuschaffen. Die Bürger dieses Landes machen
dies mit, weil sie a) diese Notwendigkeit einsehen und b) selbst (als
apolitisches Stimmvieh) sich nicht betroffen fühlen. Humanistisch
eingestellt ist der Bürger ja nicht: er gibt zwar vor, humanistisch
zu sein, doch gilt Humanität für ihn ja nur für die "Guten", zu denen
er sich selbstverständlich selbst zählt. Für die "Schlechten" hat
dies nicht zu gelten (Beispiel: foltern für den guten Zweck).

- Im Zuge der Schaffung des allgemeinen Feindbildes müssen zur
Durchsetzung der Hetze und Desinformation neutrale Medien aus- oder
gleichgeschaltet werden. Mittel dazu sind der Totalitarismus (die
Pressefreiheit hat dem übergeordneten Ziel geopfert zu werden) sowie
in der Anfangsphase der Terror: sofern nicht schon totalitäre Gesetze
vorhanden sind, bedient man sich der Einschüchterung mittels
Rechtsbeugung oder durch Polizeieinsätze. Ein Verdacht ist schnell
konstruiert (es reicht der Besuch einer Synagoge oder Moschee), es
wird niemand verurteilt aber durch die Ermittlungen werden die
Betroffenen terrorisiert (Beschlagnahme, Ermittlungen im persönlichen
Umfeld).

- Um von den inneren Problemen abzulenken (Staatsverschuldung durch
den Bau von Autobahnen oder durch die Finanzierung einer
Offensivarmee [eine V2 dient der Verteidigung genauso viel wie ein
Flugzeugträger]) müssen Kriege veranstaltet werden (das römische
Reich zerfiel erst, als die Römer sich von den äußeren zu den inneren
Feinden zuwandten). Üblicherweise ernährt der Krieg sich dabei von
selbst (wie beim sogenannten Krieg gegen den Terrorismus). Einmal
begonnen braucht man für seinen Erhalt keine Anstrangungen mehr zu
machen. Er dient zur Rechtfertigung der Dikatur: der Krieg wird als
Bestätigung der eingangs geschürten Ängste deklariert und nicht etwa
als dessen Konsequenz. Im Falle des Sieges ist er zudem ethische
Rechtfertigung für alle Greueltaten: Recht hat immer der Sieger. Die
Bombardierung von Zivilisten (Dresden, Leipzig, Bagdad, Vietnam,
Jugoslawien etc.) sowie Mord (vornehm "gezielte Tötung" genannt) wird
deshalb nicht als Unrecht angesehen.

Eine nette Welt, in der wir leben. Wieso denken manche meiner
Bekannten an Auswandern?

quelle

Ich denke da ist viel wahres dran, die Frage ist ob's nochmal so weit kommt. Was denkt ihr? Könnte ja auch sein der der Kerl zuviel Nachos gefressen hat, schlägt ja bekanntlich auf's Hirn.

greetz
out
 
 
Nach oben
Registrierter PPler
Anonymisierungsmodus aktiv!
Alt 16.10.2004, 02:09   #2
Standard

Man könnte auch erwähnen, dass Wahl der NPD

...durch soziale Unsicherheit (1933: Massenarbeitslosigkeit | 2004: Hartz 4 )

+ Entschädigungszahlungen (1933: Versailler Vertrag| 2004: weitere Zahlungsforderungen von Polen)

und die "Unfähigkeit" der größeren Partien (1933: Weimarer Rep. | 2004: SPD /CDU)


quasi auch vergleichbar mit der Vergangeheit ist.
 
 
Nach oben
an3
Alt 16.10.2004, 14:52   #3
Standard

Bei aller Liebe zur Geschichte, ihr übertreibt da ein bisschen...

Dtld./USA ist/sind noch sehr weit weg von einer Diktatur, Angstmache bla bla NPD und der Kack is ja klar, aber das hat ja noch lange nichts mit 1933 zu tun (außer man hat wirklich ne gute Vorstellungskraft).

USA? Joa... Das ist keine Diktatur und auch keine Richtung in 1933. Heute gibt es bessere Methoden, als es in 1933 gab. Heute wird eben alles überwacht. Es gibt die selben sozialen Probleme, die Angst vor der Zukunft, aber von Diktatur ist man noch weit entfernt. Nicht allerdings vom totalen Überwachungsstaat. Und Diktatur hat eben zwangsläufig was mit Überwachung zu tun, andersrum muss das aber nicht so sein. Verständlich? Ne? Au egal!

Man kann vielleicht Verbindungen ziehen, dass das eine und das Andere so waren, aber wenn man mal einen Historiker fragt, wird der da bestimmt nicht zustimmen. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen
 
 
Nach oben
Morris
Alt 16.10.2004, 15:56   #4
Standard

Eine klassische Diktatur wäre wohl auch deshalb nicht allzu einfach einzurichten, weil in den USA die (Schein-)Demokratie lange Wurzeln hat, was sich ja bei uns langsam herauskristallisiert. Aber im Hintergrund ziehen eh die immer die Gleichen die Strippen *g*.
 
 
Nach oben
raffis
Alt 16.10.2004, 16:00   #5
Standard

Erinnert mich mehr an die jetzige, amerikanische Regierung, aber in einer noch milderen Form als Diktatur. Quasi mehr eine subtile "Diktatur", derer sich viele Bürger nicht bewusst sind, die aber ihre innere Haltung beeinflusst und sich jene der Vorstellung der Regierung entsprechend verändern kann, aber nicht muss (zum Glück lassen sich nicht alle so leichtgläubig manipulieren).

Ist dieser Text eigentlich mit Auge auf die jetzige USA geschrieben worden?

Gruss Raffis
 
 
Nach oben
hackvresse
Alt 16.10.2004, 16:26   #6
Standard

+ Entschädigungszahlungen (1933: Versailler Vertrag| 2004: weitere Zahlungsforderungen von Polen)
Tut mir leid, aber man kann in keiner Weise den Versailler Vertrag mit den Forderungen der Polen vergleichen...
 
 
Nach oben
Bi-Zar
Alt 16.10.2004, 18:10   #7
Standard

Außerdem haben die Polen garnicht die Macht diese Forderungen durchzusetzen.
 
 
Nach oben
Registrierter PPler
Anonymisierungsmodus aktiv!
Alt 16.10.2004, 18:14   #8
Standard

Naja im grunde geht es nur darum, dass es die Deutschen die "schnauze voll" haben immer (noch) blechen müssen und die Alleinschuld zutragen (was'n haben die Sowjets denn gemacht?), und beim Htiler-RTL2-Film kam das halt auch mit'm Versailler Vertrag und das passt doch grad hier gut rein...

Aber naja, dann halt nicht...
 
 
Nach oben
outfreyn
Alt 16.10.2004, 20:29   #9
Standard

Ist dieser Text eigentlich mit Auge auf die jetzige USA geschrieben worden?
der text wurde in hinblick auf die beschlagnahmung von indymedia servern verfasst, insofern lässt sich das nicht mit 'nem einfachen "ja" beantworten, fakt ist das FBI war involviert.

greetz
out
 
 
Nach oben
mika_tuk
Alt 17.10.2004, 19:41   #10
Standard

wieder ein gutes beispiel für "menschen lernen nie aus ihren fehlern oder den fehlern anderer"
ich geb unserer rasse noch 200 jahre, dann sind wir weg von der bildfläche
 
 
Nach oben
Bi-Zar
Alt 17.10.2004, 20:55   #11
Standard

Original geschrieben von mika_tuk
wieder ein gutes beispiel für "menschen lernen nie aus ihren fehlern oder den fehlern anderer"
ich geb unserer rasse noch 200 jahre, dann sind wir weg von der bildfläche
Keiner der Fehler von damals hat die Menschheit ausgerottet, wieso sollte dies auf einmal der Fall sein wenn wir alte Fehler wiederholen?

Nach dem 2. Weltkrieg lebten mehr Menschen als vor ihm. Dieser Konflikt hat das Bevölkerungswachstum grade mal gebremst. Ebenso wird es auch in der Zukunft sein.

Vergiss nicht den Vorsprung in der Technik. Eine neue Diktatur a la Überwachungsstaat müsste nicht mehr Massenmorde begehen. Vielmehr würde es reichen durch Ausspitzeln wichtige Köpfe des Widerstands zu beseitigen. Außerdem könnte man die Kommunikation und vieles andere erschweren. Die Medien könnten gezielter und manipulativer einwirken und verhindern, dass zu große Teile des Volkes sich erheben.

Auch die militärischen Fortschritte sprechen eher dagegen, dass sich die Menschheit irgendwann selbst ausrottet. Das was in den letzten 1.5 Jahren im Irak an Kollateralschäden verursacht wurde hat man in Dresden in einer Nacht gepackt. Man muss nicht mehr Arbeiter bombardieren um die Kriegsproduktion zu verlangsamen, vielmehr reicht es gezielt die Köpfe eines Regimes auszuschalten. Atombomben sind zwar zerstörerisch haben aber bislang nur einen winzigen Bruchtteil der Todesopfer durch konventionelle Waffen verursacht.

Dort wo die Technik fehlt um effizienten Töten zu ermöglichen, bedient man sich halt des Genozids (bestes Beispiel Ruanda: 900.000 Tote in 3 Monaten). Praktischerweise kommt es meist nur in Gebieten mit hohem Bevölkerungswachstum zu Völkermorden, so dass wieder keien Gefahr für den Fortbestand der menschlichen Rasse besteht.
 
 
Nach oben
Registrierter PPler
Anonymisierungsmodus aktiv!
Alt 17.10.2004, 22:27   #12
Standard

Na dann bin ich aber jetzt beruhigt...
 
 
Nach oben
Bi-Zar
Alt 17.10.2004, 22:36   #13
Standard

Ich helfe wo ich kann.
 
 
Nach oben
Erwin Kern
Alt 18.10.2004, 19:28   #14
Standard

Original geschrieben von Bi-Zar
Außerdem haben die Polen garnicht die Macht diese Forderungen durchzusetzen.
Das stimmt, die hatten sie aber vor dem 2. Weltkrieg auch nicht, trotzdem haben sie das vom 1. Weltkrieg gebeutelte und von der Voelkergemeinschaft mit dem Vertrag von Versailles gepeinigte Deutschland staendig "angemacht" und Parolen wie in zwei Wochen seien sie in Berlin usw. haben sie damals auch das Klima vergiftet. Naja, nur als kleine Anmerkung, glaube nicht ernsthaft, dass sich dies zu einem ernstzunehmenden Konflikt auswaechst, andererseits, heute wird Deutschland wieder angepinkelt, Stabilitaetspakt nicht eingehalten, kein Wirtschaftswachstum, Massenarbeitslosigkeit, massive Probleme durch die Eingliederung Mitteldeutschlands usw., da denken dann nicht nur die Polen, dass es ein guter Zweitpunkt sei mal wieder mit Voelkerrechtsklagen und Wiedergutmachungsanspruechen herumzukommen, so wie neulich Namiba wegen des Hereroauftandes. So abwegig halte ich dir Rueckkher zu Weimarer Zeiten auch nicht, die Zahl der Erwerbslosen ist genauso hoch, der Unterschied ist heute nur, dass die graue Masse der Verlierer genug zu Fressen, einen Fernseher, ein Handy und ein Auto hat, das macht zwar nicht wirklich gluecklich, beruhigt aber genug, um nicht aufder Strasse auszuticken. Mal sehen wie das weitergeht, wenn der Guerteldron noch ein paar Loecher weiter wandert.
 
 
Nach oben
XMan
Alt 19.10.2004, 10:34   #15
Standard

Original geschrieben von Erwin Kern
da denken dann nicht nur die Polen, dass es ein guter Zweitpunkt sei mal wieder mit Voelkerrechtsklagen und Wiedergutmachungsanspruechen herumzukommen
Öhm.. haben Schröder und der polnische Kanzler/Präsident nicht vereinbart keine Wiedergutmachungsklagen etc. mehr entstehen zu lassen?

Im übrigen finde ich dass man den Text zu großen Teilen auf die USA übertragen kann (Schaffung eines Feindbildes / einer überall vorhandenen Gefahr, Gut/Böse denken "wir sind die guten"...). Die Regierung Busch hat durch den Patriot Act ja sehr viele Bürgerrechte beschnitten und wie hier neulich zu lesen war sollen jetzt sogar Chatrooms überwacht werden
 
 
Nach oben
rattenjunge
Alt 20.10.2004, 18:04   #16
Standard

was lässt du hier eigentlich fürn schwachsinn ab erwin?
"die Eingliederung Mitteldeutschlands" ... ich dacht im grunde du wärst einigermaßen vernünftig mit nem hang zur polemik... aber dein eltzter beitrag beweisst das gegenteil...

und um das nochmal klarzustellen mit den entschädigungsforderungen:
die sudetendeutschen und der bund der vertriebenen hat mit der sache angefangen und da haben sich die polen dann gedacht: "den spiess können wir auch umdrehen"...
und da haben sie meiner meinung nach auch völlig recht

außerdem is das thema eh vom tisch, also was soll das gelaber
 
 
Nach oben
Erwin Kern
Alt 20.10.2004, 19:02   #17
Standard

Original geschrieben von rattenjunge
was lässt du hier eigentlich fürn schwachsinn ab erwin?
"die Eingliederung Mitteldeutschlands"
... ich dacht im grunde du wärst einigermaßen vernünftig mit nem hang zur polemik... aber dein eltzter beitrag beweisst das gegenteil...
Nun bleib mal locker, ganz falsch ist das ja wohl nicht, gebe aber zu, dass ich auch ein bisschen provozieren wollte. Ich finde dich trotzdem ganz in Ordnung, obwohl ich deine Meinung meist nicht teile.

Original geschrieben von rattenjunge

und um das nochmal klarzustellen mit den entschädigungsforderungen:
die sudetendeutschen und der bund der vertriebenen hat mit der sache angefangen und da haben sich die polen dann gedacht: "den spiess können wir auch umdrehen"...
und da haben sie meiner meinung nach auch völlig recht
Ganz so einfach kann man es sich auch nicht machen. Ich kann Leute verstehen die heute sagen, dass sie das Haus in dem sie aufwuchsen oder welches ihren Eltern gehoerte wiederhaben moechten, oder zumindest eine Entschaedigung dafuer. Schliesslich wurde in dieser Zeit Millionen Menschen Grund, Boden und Hof gestohlen und nicht nur das, auch die Heimat. Ich weiss auch, dass viele der Polen, die dann die Haeuser der vertriebenen Deutschen uebernahmen garnicht so gluecklich waren, weil die wiederrum von den Russen davongejagt wurden. Schwieriges Pflaster, Schwamm drueber waere vielleicht das Beste, andererseits gab es nach dem Fall der Mauer auch recht klare Geltungsansprueche fuer Besitz in Neufuenfland und von einem Mitglied der europaeischen Union koennte man wohl einen angemessen Umgang nach Voelkerrecht erwarten. Damit tun sich aber Polen und Tschechien aeusserst schwer.
 
 
Nach oben
Ripper08
Alt 20.10.2004, 19:23   #18
Standard

Ich find das ist voll die Frechheit, die können keine 60 Jahre später noch antanzen um irgendwelche FOrderungen zu stellen, der Zug ist schon lange abgefahren...

Wenn der Hase so läuft, dann können die Indianer auch gleich ihr Recht einklagen und Zahlungen in Mrd. höhe verlangen. So gehts echt nicht !


Und nochwas dazu: Polen könnte sich auch ruhig mal bei Russland was vom Kuchen holen. Die haben Polen schließlich ebenso überfallen wie die Deutschen, wenn man denn überhaupt davon reden kann.

Und Erwin muss ich teilweise recht geben, dass da gewisse Spannungen bei den Polen gegen Deutschland aufgebaut wurden. Ich würde mich ehrlichgesagt nicht wundern, wenn die auch das ein oder andere Mal bei uns eingefallen wären um ihrem Frust Platz zu schaffen, indem sie ein paar Bauern abschlachten...

Berichte darüber gibts genug und ich denke das kann man bei weitem nicht vollständig als Humbuk oder 'Braune Scheiße' abstempeln. Zurück zu vorhin: Polen hätte damals nicht minder große Forderungen an Russland stellen müssen aber da hat es sich scheinbar nicht getraut und diese Hälfte will sie nun bei uns abholen aber der Zug ist schon lange abgefahren !

MfG, Ripper
 
 
Nach oben
rattenjunge
Alt 20.10.2004, 20:03   #19
Standard

aber man muss wohl zugeben, dass polen deutlich mehr gründe für forderungen hätten als die deutschen oder?

wie gesagt, meiner meinung nach sollte man das thema ruhen lassen...
aber was grade die sudetendeutschen da immer so ablassen find ich schon eher empörend. sicher hat man diese menschen falsch behandelt und sicher ist auch den deutschen sehr viel angetan worden... aber es hätte auch deutlich schlimmer kommen können, wenn man bedenkt was der deutsche so angestellt hat...

@erwin: jo tut mir leid... du zeigst im grunde oft viele kenntnisse und so, in manchen gebieten hast du sicher auch deutlich mehr ahnung als ich. nur unsre ansichten sind halt einfach sehr verschieden.
aber das mti dem "mitteldeutschland" hättest dir echt sparen können meiner meinung nach
 
 
Nach oben
Ripper08
Alt 20.10.2004, 20:29   #20
Standard

Ich finde, dass moralisch gesehen nach diesem Krieg überhaupt keine Forderungen gestellt werden sollten. Denn wenn man mal von der kleinen 'Teilschuld' Frankreichs absieht sowie der von Dänemark und weiterer 'kleinerer' Länder, hat jedes der 'richtig' am 2 WK beiteligten Länder genug Dreck am Stecken um einfach die Klappe zu halten...

Ich muss ehrlich sagen, dass ich es sehr schade finde, dass das alles hier in Deutschland so dargestellt wird, dass ihr ganz allein an allem schuld gewesen wärt

-aber das stimmt vorne und hinten nicht, eigentlich war Deutschland nur ein Land von vielen, das seine Interessen auf verbrecherische Weise global ausbreigen wollte aber damit stand Nazideutschland doch bei weitem nicht allein da...

Ihr solltet mal russische Literatur zu dem Thema in die Hand nehmen, da wird (meißt zumindest) alles wenigstens schön objektiv beschrieben. Möglicherweise sollte aber das, was in diesen Büchern steht, die aufgrund der nun offenen Archive geschrieben werden können nicht allzusehr Verbreitung finden, gerade weil irgendwelche Dummköpfe dadurch auf die Idee kommen könnten, sich 'rechts' einzuordnen was man ja bei heutiger NPD-Hochkonjunktur am wenigsten brauchen kann

MfG, Ripper
 
 
Nach oben
rattenjunge
Alt 20.10.2004, 20:40   #21
Standard

man kann jawohl nicht leugnen, das deutschland das ganze angefangen hat, als sie polen angriffen.
und man kann auch sicherlich sagen, dass deutschland deutlich mehr dreck am stecken hat, als alle anderen beteiligten, mit ausnahme russlands und japans vielleicht. (ich bezieh mich hier jetzt auf den zwoten weltkrieg, also keine beiträge wie: die amis haben aber die indianer geschlachtet, die engländer auch die halbe welt).
 
 
Nach oben
Ripper08
Alt 20.10.2004, 20:57   #22
Standard

Amis: Atombomben geschmissen, sich absichtlich eingemischt, grundlos so manche Deutsche Stadt bombardiert...

Russen: Wollten die Welt 'sowjetisieren' doch Hitler kam ihnen überraschend zuvor, womit ihr ursprünglicher Plan völlig durcheinandergeriet und glücklicherweise nie aufging...

Briten: Hatten durch unmenschliche Reparationszahlungen zwangsweise den 2 WK heraufbeschworen (Mit Frankreichs 'Teilschuld), außerdem war ihr Ziel nach dem 2 WK aus Deutschland eine Kolonie zu machen (Kein Scherz !)

Soviel dazu, aber ich denke wir sollten das Thema nun begraben weil man darüber wirklich Tagelang hin & her fachsimpeln kann. Wer nun am meißten Schuld hat sei einfach dahingestellt aber schuld waren sie alle zusammen.

Vielleicht mag dir das ja noch nie aufgefallen sein, aber in den Geschichtsbüchern steht meißt die Version der Gewinner, die im strahlend hellen Supermannkostüm kommen und die Welt von den bösen Menschen säubern... so eine schwachsinnige Heuchelei !

Aber wie schon gesagt, beenden wir das am besten und kommen zum Thema zurück !

MfG, Ripper
 
 
Nach oben
moechen
Alt 20.10.2004, 21:15   #23
Standard

Als ich den Text von outfreyn gelesen habe, habe ich ehrlich gesagt an die USA gedacht.
In Deutschland wird es wohl nicht so gehen... wie damals....
Das Grundgesetzt regelt dieses ausdrücklich. Ich weiß den Artikel jetzt nicht ausn Kopf aber bei Bedarf hol ichs raus
Zudem wird das ganze mit Hartz IV zu hoch gespielt. Ob man das mit der Situation damals gleichstellen kann, bezweifel ich ehrlich gesagt.
 
 
Nach oben
Erwin Kern
Alt 22.10.2004, 17:11   #24
Standard

Original geschrieben von rattenjunge
man kann jawohl nicht leugnen, das deutschland das ganze angefangen hat, als sie polen angriffen.
Der zweite Weltkrieg begann mit der nichtaufgeklaeten Situation nach dem ersten Weltkrieg, denn die Probleme die zum ersten Weltkrieg fuehrten wurden nicht geloest. Das ganze wurde sicher beschleunigt durch den Vollidioten Hitler und der hat auch unnoetigen Dreck an den deutschen Stecken gepappt, dennoch Geschichte ist nicht eindimensional und wie hier im Thread schon angemerkt wurde, sie wird von den Gewinnern geschrieben. Deuschland bekam als Verlierer die Gesamtschuld aufgeladen und die Bundesrepublik machte es sich dann zum Image diese vollends anzunehmen und auszubaden. Das ist im Uebrigen in der Geschichte absoult einmalig. Haben die Franzosen Reue fuer Napolean, die Tuerken fuer die 1 Million im ersten WK geschlachteten Armenier? Der Umstand, dass Churchill Deutschland wie die Pest hasste und sich ins Faeustchen lachte, als er dann unter dem Vorwand der Befreiung Europas seine Brandboben auf deutsche Staedte und deren dort lebenden Zivilisten und Fluechtlinge werfen konnte, findet man, wenn man danach sucht, als Fussnote. Coventry nennen die Englaender immer wieder gern als Beispiel wofuer sie sich raechen muessten. In Coventry starben evtl. 500 Menschen, die Schaetzungen schwanken, allein in Dresden starben mindestens 50000, doch zerbombt wurde auch Hamburg, Chemnitz, Leipzig, Koeln und eine endlose Kette weiterer deutscher Staedte. Die Brandbomben wurden gezielt in den Stadtkern geworfen, weil dort viele Holzdachstuehle in den alten Haueser waren, der Wind trieb das Feuer nach aussen und die Menschen auf die Strasse, dann kam schon die naechste Bomberwelle mit Splitterbomben, damit die Fliehenden im Splitterhagel zerfetzt werden sollten. Der Mann der die Einsaetze auf Churchills Befehl leitete war Arthur Harris. Fuer diesen Mann wurde vor ca. 5 Jahren eine Statue in London aufgestellt und Winston Churchill gab Deutschland in den fuenfziger Jahren den Karlspreis, der Mann dessen außenpolitischer Chefberater Robert Lord Vansittart im September 1940 an Außenminister Lord Halifax schrieb: "Der Feind ist das Deutsche Reich und nicht etwa der Nazismus, und diejenigen, die das bislang noch nicht begriffen haben, haben überhaupt nichts begriffen" Vansittart sprach sich für die völlige Vernichtung des Deutschen Reiches aus, weil es ein "Fluch" sei, der "seit 75 Jahren auf der Welt lastet". Das passt ganz gut zu dem, das die Allierten Befreier in den deutschen Staedten angerichtet hatten. All das schmaelert nicht die deutsche Kriegsschuld, doch laesst eine eindimensionale Betrachtung sehr fragwuerdig dastehen.
 
 
Nach oben
Werhamster
Alt 23.10.2004, 12:33   #25
Standard

Also erstmal zur Kriegsschuld: Es ist leider das Wesen jedes Krieges, dass automatisch jeder der darin verwickelt ist Grausamkeiten begeht. Die Diskussion darüber wer weniger Schuld auf sich geladen hat macht deswegen wenig Sinn.
Die entscheidendere Frage ist eher, wer den Beginn zu verantworten hat. Der erste Weltkrieg hat sicherlich auch eine Rolle gespielt. Aber wenn man nur die Ursache dort sucht, blendet man völlig aus. Dass Hitler und das Naziregime den Krieg geplant hatten, vor allem aus Rassistischen Motiven. Ich denke dies sollte auch nicht so eindimensional betrachtet werden.

Und nun zu den Zahlungen nach dem Zweiten Weltkrieg: Dabei wurde völlig vergessen, dass zumindest nach Westdeutschland zum Wiederaufbau sehr viel Geld in Form von Wirschaftshilfe geflossen ist. Das heißt es wurde nicht nur Wiedergutmachung verlangt, sondern es gab auch eine nicht zu verachtende Starthilfe ohne die das Land nicht diesen Wohlstand hätte! Und er sit nocht enorm. Und mit den verhältnissen in der Weimarer Zeit nicht zu vergleichen!
 
 
Nach oben
Ähnliche Themen, die dich vielleicht interessieren
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Filmzitate moncherie Fun und Rätsel-Planet 166 03.03.2007 12:56
Warum tötete Hitler Juden? cerial1 Philosophie und Gedanken 54 18.03.2005 15:43
Da hat wohl einer die Niederlage nicht verkraftet daRaider Politik und Gesellschaft 44 25.11.2002 08:53
Anzeigen:
Thema geschlossen

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 20:26 Uhr.


Lupuz.de - wir können auch anders!
©1998 - 2008, Lupuz:Information-Network
Powered by vBulletin Version 3.7.1 (Deutsch), Jelsoft Enterprises Ltd.

SEO by vBSEO 3.2.0 ©2008, Crawlability, Inc.